Sind sie die Friedhofs Frau? Teil 2 Abenteuer in Achncacarry

Letzten Sonntag habe ich von meinem Versuch berichtet, in Lochaber zwei Friedhöfe zu finden, die ganz offensichtlich nicht gefunden werden wollen. Ich habe einen ganzen Tag damit verbracht. Der Weg zur Lösung war wie immer eine typisch schottische Angelegenheit.

Telefonjoker am Cameron Museum

Auf der Suche nach Hilfe erreiche ich das Museum, ein altes, wunderbar weiß gekalktes ehemaliges Postgebäude mit Kanone. Leider wegen COVID geschlossen, aber an der Tür ein Schild. Catriona schreibt, sie wohne in der Nähe und könne das Museum jederzeit aufschließen. Einfach anrufen steht da und eine Telefonnummer. Ich rufe an.

„Hallo, mein Name ist Nellie. Ich bin Journalistin aus Deutschland und suche ihren Friedhof.“

„Welchen Friedhof?“ fragt die Stimme im Telefon „Wir haben hier mehrere!“

„Ich suche eigentlich zwei, aber jetzt dachte ich erstmal an den von Achnacarry.“

„Es gibt auch noch einen in Clunes“, sagt die Stimme.

„Richtig, den suche ich auch, aber ich bin bei beiden gescheitert“ antworte ich.

Warum sucht denn eine deutsche Journalistin hier bei uns Friedhöfe?

„Ich habe einen Blog, der heißt Graveyards of Scotland, für den recherchiere ich Geschichte und Geschichten zu schottischen Friedhöfen, das mache ich schon seit vielen Jahren. Ich habe an der Uni in Glasgow Schottische Geschichte und Literatur studiert.“

Überreste des alten Schlosses von Achnacarry

Die Cameron Clan Chiefs sind schwer zu finden

Das versteht sie und weist mir den Weg telefonisch. In Ermangelung eines Stück Papiers kritzle ich ihre Wegbeschreibung auf die Innenseite meiner Straßenkarte, die im Auto vor sich hinvegetiert, weil ich keinen Zettel zur Hand habe. Dann laufe ich mit der unhandlichen DIN A 4 Karte ihre Anweisungen befolgend durch Kuhfelder und Schafweiden, gehe zwischen Wassertanks, Kuhfladen und Satellitenschüsseln verloren und rufe schließlich nochmal an.

„Hallo, hier ist nochmal Nellie“, sage ich „Wir haben eben telefoniert.“

„Das dachte ich mir“, kontert Catriona. „Sie sind die einzige Deutsche, die mich anruft, zurzeit.“

Wahrscheinlich bin ich auch die einzige Deutsche, die derzeit auf Achnacarrys Kuhweiden verlorengeht.

Stellt sich raus, ich habe das falsche Gatter genommen, finde umgehend das richtige und damit auch den Friedhof der Cameron Clan Chiefs – kein Schild, keine angelegte Vegetation, kein Parkplatz, nichts, was in irgendeiner Form auf einen Friedhof hindeutet. Man muss wirklich wissen, wo die Clan Chiefs begraben sind. Für einen derart elitären Friedhof fehlt jeglicher Pomp. Gefällt mir.

Aber noch bin ich nicht am Ende meiner Recherchereise. Jetzt will ich unbedingt auch den Friedhof von Clunes finden.

Nächsten Sonntag: Clans in Clunes – der letzte Teil der Sind-sie-die-Friedhofsfrau-Geschichte.

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