for those quiet moments on Sunday afternoons

©nme promo pic Scotland for Quiet Moments
Scotland for Quiet Moments is available as ebook and paperback on Amazon.

Scotland is a country full of history, stories and secrets. Often, the three cannot be separated. That is what makes this country so wonderful and unique. The stories of this book have been discovered and gathered for Nellie Merthe Erkenbach’s blog, Graveyards of Scotland, over many years. 

Her main sources were historical travel guides from the 18th and 19th centuries, where the finds were scary, beautiful, funny, and sometimes, cruel.This unusual approach to a country’s history has produced amazing results. You don’t have to share the author’s passion for cemeteries to enjoy this book; only a small number of the stories in this collection take place in graveyards, though they do all end in them, so perhaps it helps.

The fairy hill in Inverness, a nitrate murder on Shetland, a family of left-handers, wolves, Robert the Bruce and William Wallace shown in a new light, the secret bay of the writer Gavin Maxwell, a murdering poet and so many things you didn’t know about Scotland, its clans and its history.

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3 Geistergeschichten von der Isle of Skye

Überall in Schottland, aber besonders in den Highlands, werden Geschichten von übernatürlichen Trauerzügen erzählt. Diese Prozessionen können nur wenige sehen, eigentlich nur Menschen, die für übernatürlich Phänomene empfänglich sind, aber für sie sehen diese Geister-Prozessionen so echt, aus wie eine echte Beerdigung. Nicht jeder weiß, ob er oder sie diese Gabe hat, Vorsicht ist also geboten. Diese Phantom Prozessionen weisen normalerweise auf einen bevorstehenden Todesfall hin, einige auf einen gerade eingetretenen. Sie führen alle zu einem Friedhof.

In Schottland war es in der Vergangenheit üblich, niemals mitten auf der Straße zu gehen, besonders an einsamen Orten und nachts, denn Sie wollten nicht in einem Trauerzug gehen, den Sie nicht sehen konnten, die Geister konnten Menschen zwingen, mit ihnen zu gehen.

Scavaig, Insel Skye

Straße von Heasta

Eine Skye-Frau sah einmal einen Trauerzug mit mehreren Särgen, aber, und das war ungewöhnlich, ging der nicht auf einer Straße, sondern über den Hang und unebenes Gelände. Dies geschah in Scavaig, einer abgelegenen Ecke auf der Isle of Skye. Die Frau starb. Zwei Jahre nach ihrer Vision ertranken drei Männer in Loch Scavaig. Ihre Leichen wurden in Ufernähe begraben und später wieder ausgegraben, um sie auf dem gleichen Weg, den die Frau gezeigt hatte, zum nächsten Friedhof zu tragen.

Strathaird, Insel Skye

Kilmarie Wanderweg

Eine andere übernatürliche Prozession wurde nicht weit davon in Strathaird, in der Nähe des Friedhofs von Kilmarie, gesehen. Die Männer trugen die Leiche eines Mannes in einem grauen Plaid, der im Fluss ertrunken war. Seine Leiche wurde Wochen später gefunden.

Portree, Insel Skye

Portree Friedhof

Ein tatsächlicher Hotspot für übernatürliche Ereignisse rund um Friedhöfe scheint Portree gewesen zu sein. Eines Nachts wachte ein Mann auf, als er einen Anruf von seinem Arbeitskollegen hörte, mit dem er normalerweise von The Braes nach Portree ging. Er stand auf und folgte der Stimme, die ihn, nachdem er immer wieder gerufen hatte, schließlich auf den Friedhof dort führte. Erst jetzt bemerkte er, dass sein Gefährte tot war und er eine Stimme hörte, die nicht von dieser Erde war.

In einer anderen Mondnacht in Portree ging schließlich ein Mann mit der Prozession. Als er fragte, an wessen Beerdigung er teilnehme, wurde ihm geantwortet: „Es ist deine eigene.“

Quelle:

Ronald Black (ed.): The Gaelic Otherworld. John Georgson Campbell’s Superstitions of the Highlands & Islands of Scotland and Witchcraft & Second Sight in the Highlands & Islands. Edinburgh, Birlinn Origin; 2019

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Die blutige Flagge der Stewarts of Appin

 grave Morvern Donald Livingstone

Ihre Schönheit liegt in ihrer Einfachheit: Uralte Steinplatten und Kreuze, einige der schönsten Steinmetzarbeiten im westlichen Hochland, befinden sich in Lochaline auf der Morvernhalbinsel auf einem Friedhof namens Kiel oder Cille Cholumchille, der Kirche von St. Columba, die den Sound of Mull überblickt. Überreste der mittelalterlichen Kirche sind noch auf dem Friedhof.

Der Heilige Columba aus Iona gründete in der Gegend ein Kloster. Im Mittelalter war dies ein betriebsamer Landstrich, die geschützten Hänge des üppigen Landes erlaubten Landwirtschaft und die Fischerei war ertragreich. Im Old Session House steht eine Sammlung wunderschöner Grabsteine ​​aus dem 8. Jahrhundert, ältere aus dem 13. und später. Zeit, Gedanken und Vorstellungskraft flossen in diese kunstvollen Werke ein. Die Steinmetze der Umgebung waren zu ihrer Zeit bekannte Handwerker. Ihre Muster sind außerordentlich natürlich.

Die Geschichte eines heldenhaften Teenagers

An diesem uralten Ort endet die bewegende Geschichte eines jungen Mannes. 1746 rettete der erst 18-jährige Donald Livingstone (Domnhull Molach) das Banner des Regiments der Stewart of Appin in der Schlacht von Culloden und lebte, um seine Geschichte zu erzählen, obwohl er mehrere Male angeschossen worden war.

Die Livingstones waren nicht die traditionellen Fahnenträger für die Stewarts of Appin. Diese Ehre gehörte Carmichaels und wurde von Generation zu Generation weitergegeben. Aber die Livingstones waren Leibwächter der Stewarts of Appin, alle drei unterstützten die Sache der Jakobiten.

Auf dem verheerenden Schlachtfeld von Culloden, auf dem so viele Jakobiten bei dem Gemetzel im Moor ihr Leben ließen, wurden acht der Carmichael-Fahnenträger, die alle den Vornamen Donald trugen (in Schottland ist es zum Teil heute noch üblich, dass die männlichen Familienmitglieder über Generationen hinweg denselben Vornamen tragen), entweder getötet oder schwer verwundet. Es blieb keiner mehr übrig, um das Banner zu tragen, das mitten im Blut der sterbenden Männer auf dem Boden lag.

Von den 5400 Anhängern von Prinz Charles Edward Stuart, die in Culloden kämpften, starben mehr als die Hälfte, wurden verletzt oder inhaftiert. Der junge Soldat Donald Livingstone hatte die Tapferkeit der Jugend, er war mutig und forsch, fühlte sich wahrscheinlich unbesiegbar und nahm das blutige Banner. Er war der 9. Fahnenträger in dieser Schlacht. Er nahm das Banner ab und wickelte es um seinen Körper. Die Schlacht war verloren, aber er wollte wenigstens das Banner seines Prinzen retten.

Die heldenhafte Rettung

Das Appin-Banner zeigt ein gelbes Andreaskreuz auf hellblauer Seide, es befindet sich im Militärmuseum im Edinburgh Castle und hängt neben dem Banner des englischen Truppenregiments (King’s Own Royal), das vom Appin-Regiment angegriffen wurde. Dunkle Flecken zeugen vom Blut seiner Fahnenträger, Einschusslöchern belegen die Gefahr, der die Fahnenträger ausgesetzt waren.

Der junge Mann wurde fast sofort von einer Kugel getroffen, doch es gelang ihm, ein streunendes Pferd zu ergreifen, einen Dragoner zu töten und einem zweiten zu entkommen. Unter normalen Umständen wäre er in Culloden gestorben, aber das Banner der Stewarts of Appin, das um seinen jugendlichen Körper gewickelt war, musste ihn beschützt haben, so heißt es. Es gelang ihm, nach Argyll zurückzukehren. Die Engländer aber verfolgten ihn. Und nicht nur ihn. Das Land musste von Aufständischen gesäubert werden.

Am 10. März 1746 strömen Soldaten von einem der bekanntesten englischen Kriegsschiffe, der HMS Terror, an Land. Was folgte, war eine Orgie der Zerstörung, an einem einzigen Tag brannten hier 400 Häuser und Scheunen, das Vieh, das nicht mitverbrannt war, wurde erschossen.

Das ehrenhafte Ende

Donald Livingstone, der Mann, der die Stewart-Farben rettete, lebte weitere 70 Jahre bis zum hohen Alter von 88 Jahren. Er wurde hier beigesetzt.  Er hatte sechs Söhne und zwei Töchter. Bei seinem Tod wurden verschiedene Schusswunden (der Legende nach waren es neun) an seinem Körper entdeckt. Donald Livingstones Geschichte wurde unsterblich und die Rettung des Banners ein Hoffnungsschimmer in den dunklen Tagen der Niederlage und der englischen Vergeltung. Das Banner war das Wahrzeichen eines ebenso stolzen wie verzweifelten schottischen Kampfes um Unabhängigkeit und nicht nur deshalb für die Stewarts of Appin und alle, die der jakobitischen Sache folgten, von höchster Wichtigkeit.

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Der Schrei des Geistes

Die gälische Tradition kennt viele paranormale Phänomene in der Zwielichtzone der Mythen und des Aberglaubens. Eines der vielen seltsamen und scheinbar unerklärlichen Ereignisse, die in dieser Welt passieren können, ist ein seltsames und unerklärliches Weinen, das von scheinbar unbeteiligten Personen gehört wird, bevor ein außergewöhnlicher Tod eintritt. Dies war fast immer eine weibliche Stimme, die auf eine Katastrophe hinwies. In seltenen Fällen war es eine männliche Stimme.

Nachstille an der See

Die Stimme, die gehört wurde, war nicht die des Menschen, der zu Tode kam, entweder weil er ernordet wurde oder einen tödlichen Unfall hatte, sondern die eines Trauernden – einer Frau, Schwester oder nahen Verwandten. Ein Schrei oder Schreie, die auf einen Tod hinweisen und von einem Geist kamen, nannte man tàsg und eigheach taisg‚ war der Schrei eines Geistes. In der gälischen Mythenwelt haben diese Ereignisse mit dem zweiten Gesicht (Dà Shealladh) zu tun, also mit Menschen, die diese andere Welt wahrnahmen konnten. Die Phänomene sind einigen als Geister und Gespenster bekannt, die moderne Wissenschaft nennt sie Halluzinationen.

Dalavil, Isle of Skye
einsame (undvielleicht auch heimgesuchte) Orte gibt es viele in den Highlands

Einer dieser heimgesuchten Orte war die große Brücke (Drochaid Mhór) unweit der Manse in Portree. Die Brücke ist neu und viele Besucher fahren achtlos darüber hinweg.

Im Jahr 1900 schrieb John Georgson Campbell über Portree: Seltsame Geräusche wurden von Menschen gehört, die nachts dort vorbeikamen, wie das Stöhnen eines Sterbenden, das Würgen um Luft wie bei einer Erdrosselung, auch sich bewegende Schatten wurden dort gesehen, alles Anzeichen, dass dort irgendwann ein Mord begangen wird.

Blick von Portree

Ob der Mord schließlich stattgefunden hat, bleibt allerdings unerwähnt.

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Ein Chief, zwei Musiker und ein Prinz

Kilmarie auf der Isle of Skye war traditionell eine Hochburg der Mackinnons und man muss nicht unbedingt auf dem alten Friedhof hinter Kilmarie House nach ihnen suchen, man findet ihre Spuren überall auf dem Strathaird Estate, der jetzt vom John Muir Trust verwaltet wird. Die Ländereien liegen zwischen Loch Slapin und Loch Scavaig auf Westseite der Isle of Skye. Außerdem besaß der Clan noch Grund auf der Insel Mull und war zumindest zeitweise einer der einflussreichsten in den Highlands.

Während des Aufstands von 1745 stellte sich der Laird  auf die Seite von Bonnie Prince Charlie und half dem Prinzen bei seiner langen und mühsamen Flucht vor den englischen Truppen nach Culloden. Für seine erbrachten Leistungen ging Mackinnon in England ins Gefängnis und wurde später im Juli 1747 aus dem Southwark-Gefängnis befreit.

Der Chief kehrte nach Kilmarie (Kilmaree) zurück und zeugte zwei Söhne und eine Tochter, was per se erst mal keine sehr beeindruckende Tatsache ist, wohl aber wenn man bedenkt, dass der Chief zu diesem Zeitpunkt bereits 71 Jahre alt war. Diese späte Vaterschaft macht entweder ihn außerordentlich viril oder seine Frau außerordentlich lösungsorientiert.

Obwohl man ihn für seinen Anteil an der gelungenen Flucht des schottischen Prinzen nach Frankreich  enteignet hatte, bestand Bedarf an einem Erben (solche Bestrafungen waren immer wieder zurückgenommen worden und die Führungsrolle innerhalb des Clans war von der Enteignung nicht betroffen), und Mackinnon bekam zwei. Irgendwie. Der jüngere Sohn Lachlan starb später in Jamaika, der ältere Charles wurde nach dem Tod seines Vaters der neue Chief.

Von Kilmarie House führt ein hübscher wenn auch matschiger Rundweg zum Dun Ringill, das im Sommer leider so überwuchert ist, dass es schier unmöglich zu entdecken ist. Hier war der uralte Sitz der MacKinnons.

Diese frühe Befestigungsanlage inspirierte Ian Anderson zum gleichnamigen Song. Mit der Musik von Jethro Tull hatte Anderson so gut verdient, dass er sich das Anwesen leistete und ein eigenes Studio in Kilmarie House einrichtete. Ursprünglich kommt der Schotte aus Dunfermline in Fife, inzwischen lebt er in England und der Schweiz.  Das Alter des legendären Mackinnon Chiefs hat er bereits überschritten, seine Kinder, ein Sohn und eine Tochter, sind aber im Gegensatz zu denen des Mackinnon bereits erwachsen. Anderson ist auf andere Weise produktiv, er macht noch immer Musik.

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Feen-Vieh

Die gälische andere Welt wird von vielen seltsamen und faszinierenden Kreaturen bevölkert: Feen, Monster, Hexen und Tiere, die nicht das sind, was sie zu sein scheinen.

Portree

Der Isle of Skye eigen ist das Crodh Sith, das Feenvieh, das angeblich gesprenkelt und rot (Crodh Breac Ruadh) ist und das Meer überqueren kann. Diese „magischen Kühe“ können nur in speziellen Gegenden der Isle of Skye gefunden werden.

Eines ist das Feld von Annat (Achdh-na h’Annaid) in den Braes südlich von Portree. Das andere ist Scorrybreck nördlich von Portree. Hier gibt es einen schönen Wanderweg.

Scorrybreck, Portree

Rinder, die den Feen gehören, sind an dem Seetang zu erkennen, den sie in ihrem Vlies hängen haben. Sie leben nämlich unter Wasser und sind außerordentlich hochklassiges Vieh, das es zu behalten lohnt, um damit die eigene Herde aufzubessern.

Der einzige Weg, dies zu erreichen, besteht darin, ihre Rückkehr zu stoppen, indem man Erde von einem Friedhof zwischen sie und das Meer wirft. Die heilige Erde  bildete eine Barriere, die das Feen-Vieh nicht überwinden kann.

Scorrybreck, Portree

Die Überreste einer alten Kapelle und einiger Gräber befinden sich noch in der Gegend, mitten auf einem Feld. Wurde diese Erde einmal genutzt, um den Viehbestand  des Bauern zu vergrößern?

farm implement

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Abenteuer Highlands 2.0 – zwischen Schwarzwald und Schottland ist da. 

Nach Abenteuer Highlands – mein etwas anderes Leben im schottischen Hochland ist Nellie Merthe Erkenbach mit Abenteuer Highlands 2.0 – zwischen Schwarzwald und Schottland ein weiteres wahres, humorvolles und herzerwärmendes Buch gelungen, in dem zwischen den Zeilen ihre tiefe Liebe für das Land ihrer Liebe durchscheint – Schottland.

Auf in neue Abenteuer Highlands, wo buchende Baroninnen und denkwürdige Dudelsackspieler den Alltag beherrschen, Poeten und tapfere Schneiderlein mit Monstern kämpfen, Moorleichen gar nicht so gruselig sind und Hexen und Geister ganz selbstverständlich. Von Extrawürsten und gefährlichen Frühstücken und der Kunst, trotz Corona und Brexit ein glückliches Leben in der Fernbeziehung hinzubekommen

Der schwarze Strand

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Der gälische Ausdruck dubh-chladach, meint schwarzer Strand oder schwarze Steine und bezeichnet das Stück am Strand unterhalb der Linie, die der Seetang nach der Flut (ròlag ròid) hinterlässt. Schwarz, weil das Stück des Strandes oft noch feucht und deshalb dunkler ist, als der Rest.

Glaubt man den gälischen Mythen, dann ist dieses Stück ist das sicherste des Strandes, denn hier können einen weder böse Geister, noch Feen, Monster oder sonstige übernatürliche Wesen erreichen. Wer sich unterhalb der Flutmarke aufhält, dem kann nichts Böses geschehen.

 

Cha t’thig olc sam bith on fhairge – nichts Schlechtes kommt vom der See.

Außerdem können Geister auch Wasserläufe wie Flüsse oder Bäche nicht überqueren.

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Der erste und der letzte Baron Innes

Sir Hugh Innes war der einzige jemals existierende schottische Baronet dieses Namens, der erste und der letzte. Es wurden zwar drei weitere Baronetcies für diesen Namen geschaffen, jedoch in Nova Scotia und nicht im Vereinigten Königreich. Der einzige schottische wurde am 28. April 1819 geschaffen. Zwei Jahre hatte der frisch gebackene Baronet auf seine Titel warten müssen, bevor er ihn am am 29. Oktober 1818 bekam und offiziell zum 1. Baronet Innes von Lochalsh, Balmacara, Ross-shire und von Coxton, Morayshire, wurde.

Sein Grab befindet sich in Kirkton von Lochalsh, wo der Baronet am 16. August 1831 beigesetzt wurde. Mit dem 67-Jährigen starb auch sein Titel, weil er keinen Erben hatte. Seine Beerdigung muss ein besonderer Anlass gewesen sein, denn ein Baronet hat Anspruch auf Sonderbehandlung bei einer Beerdigung: zwei Trauernde, ein Haupttrauernder und vier Sargträger.

Sein Vater war Reverend in Glasgow gewesen, Sir Hugh verdiente mit Baumwollhandel jede Menge Geld und wurde Politiker und Abgeordneter im Parlament für Ross-shire und später für Sutherland. Zu Hause war er in Balmacara House, das er im 19. Jahrhundert mit der stolzen Anzahl von 13 Schlafzimmern bauen ließ. Es wird heute vom Militär genutzt, die Kampftaucher wohnen dort während ihrer Ausbildung. Im Notfall können 100 Soldaten in Balmacara unterkommen, die U-Boote liegen unerkannt im Hafen von Kyle. Außerdem baute er die Kirche in Kirkton und die in Plockton sowie einige Straßen und Häuser dort.

Kyle of Lochalsh

Ein Baronet wird als „Sir“ bezeichnet, nicht zu verwechseln mit einem Baron, der zum höheren Adel gehört. Ein Baronet ist vergleichbar mit einem Ritterorden, ist ihnen sogar übergeordnet, es sei denn es handelt sich um bestimmte Ritterorden, wie der der Order of the Thistle, dem Sir Hugh beizutreten versucht hatte, aber abgelehnt worden war. Geschaffen wurde der Titel im Mittelalter, heute gibt es noch rund tausend Baronets.

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totgebissen

Ausflüge in die schottische Geschichte sind in der Regel keine Angelegenheiten für zartbesaitete oder sensible Leser. Vielleicht gibt es ja gerade deshalb so viele Fans der Mythen und Sagen dieses wilden Lands. Gerade bin ich wieder über eine Geschichte gestolpert, die mich ausgesprochen fasziniert. Der Held heißt Ewan Cameron. Er war der Anführer seines Clans und lebte Mitte des 17. Jahrhunderts in Lochaber.

Glen Nevis ©nme Nellie Merthe Erkenbach Abenteuer Highlands
Glen Nevis

Die Geschichte spielt in und um Fort William, eine sehr lebhafte kleine Stadt am Fuße von Ben Nevis. Hier herrscht im Sommer sehr viel Trubel, so dass der stille Blick zurück in die Vergangenheit nicht automatisch kommt, doch man sollte sich die Zeit dafür nehmen oder im Winter nach Lochaber kommen.

Fort William ©nme Nellie Merthe Erkenbach Abenteuer Highlands
Fort William

Wer genau hinschaut, kann am Rande von Fort William Reste der ursprünglichen Garnison erkennen. Viele sind der Fantasieversion dieser Militäranlage in Outlander begegnet. Der Torbogen des Craigs Friedhofs stammt vom Fort und geht auf die späteren Tage der Garnison zurück, die Zeit von Culloden (1744), auch wenn die Plakette etwas anderes sagt.

Fort Williams Friedhof Craigs ©nme Nellie Merthe Erkenbach Abenteuer Highlands
Fort Williams Friedhof Craigs

Die Garnison wurde 1654 erbaut und war ursprünglich das Fort von Inverlochy, erst später wurde daraus Fort William. Der gälische Ortsname klingt wie ein Vorwurf: An Gearasdan, die Garnison. General Monk brachte 2.000 Mann und ein Heer von Handwerkern aus England hierher, um die Garnison, die das Gebiet kontrollieren sollte, aufzubauen und zu befestigen. Er ließ Bäume fällen und Palisaden aufstellen. Vorräte wurden “organisiert“, die Soldaten nahmen sich mit Gewalt, was sie brauchten. Angesichts ihrer schieren Zahl und Macht, hatten sie keinen Grund, die Camerons vor Ort zu fürchten, doch das hätten sie mal besser getan, denn mit dem Chief war nicht zu spaßen.

Ewan Cameron führte einen kleinen Teil seiner kampferprobten Männer gegen den mächtigen Gegner. Sie waren zahlenmäßig den Engländern weit unterlegen und auch ihre Waffen waren denen der Besatzer nicht gewachsen, sie kämpften mit Pfeil und Bogen gegen ausgeklügelte Kriegswaffen, aber sie kämpften mit dem Geist eines wahren Highlanders.

Glen Nevis ©nme Nellie Merthe Erkenbach Abenteuer Highlands
Glen Nevis

Irgendwann in der Schlacht wurde Ewan Cameron von seinen Männern getrennt und sah sich plötzlich einem englischen Offizier gegenüber. Beide zogen ihr Schwert, ein bitterer Kampf auf Leben und Tod entbrannte. Ein wilder und tödlicher Kampf entbrannte. Sie waren gleich stark und gleich entschlossen, aber irgendwann gelang es dem Rotrock, Ewan zu entwaffnen. Er setzte sich auf den auf dem Rücken liegenden Highlander und holte mit einem langen Messer zum tödlichen Stoß aus. Die Klinge blitze in der Sonne und das sollte das letzte sein, was der Offizier sah, bevor er starb, denn der Highlander bäumte sich auf und biss seinem Widersacher mit aller Macht in die Kehle, gnadenlos wie ein Raubtier nahm er dem Rotrock mit den Zähnen das Leben.

Der Legende nach starben nur fünf der Camerons.

Der tote Ehemann der „Killerlady“

Lochaber und die Morvern Halbinsel strahlen eine ganz eigene Faszination aus an einem nebligen Sommermorgen. Es ist still in der Frühe, Nebelschleier überziehen den Blick in die Natur. Das Meer ruht grau, die Berge grün, irgendwo ruft ein Kuckuck.

Morvern @nme Nellie Merthe Erkenbach Abenteuer Highlands

Kingairloch ist ein gepflegter Estate, privater Großgrundbesitz, mit einer Reihe von Ferienhäusern und ordentlichen Wegweisern. Die Begräbnisstätte „The Field of the Church“, Dail na Cille, liegt fast am Ende der schmalen Straße, man muss wissen, wonach man sucht, wenn man diesen Ort finden will. Kingairloch ist ein abgelegener Teil der Morvern-Halbinsel.

Das Feld der Kirche – Dail na Cille

Im „Feld der Kirche“ gibt es keine Kirche mehr, nur ein paar alte und neue Gräber und ehemalige Grabanlagen. Keine Mauer trennt die Gräber vom Feld. Das Meer ist nur wenige Meter entfernt.

Das ist das Setting. Nehmen wir die alte Begräbnisstätte etwas genauer unter die Lupe.

Einige der Grabsteine ​​tragen überhaupt keine Inschriften. Das ist in den Highlands nicht ungewöhnlich. Nur wenige konnten es sich leisten, die Steinmetze für die teure Arbeit des Schreibens im Stein zu bezahlen. Außerdem befürchteten die Gälen, dass ein geschriebener Name auf dem Stein der gleichnamigen und noch lebenden lebenden Familie Unglück bringen könnte. Einen intensiveren Blick wert sind aber ausnahmsweise nicht die alten Grabsteine, sondern die neuen Steinhügel, die an der Front zum Wasser mit einer gewissen Wucht platziert wurden. Ihre Geschichte ist die spannendste, die dieser Ort erzählen kann.

Arthur Strutt Gedenkstein @nme Nellie Merthe Erkenbach Abenteuer Highlands

Das Verschwinden von Arthur Strutt

An diesem Ort wurde die Asche von Arthur Strutt verstreut. Ein Gedenkstein erinnert an den ehemaligen englischen Besitzer von Kingairloch, der im Urlaub in Kingairloch auf mysteriöse Weise verschwand. Trotz einer intensiven Suche der örtlichen Polizei, die auch das Militär und die Bergrettung von Lochaber mit ihren gut ausgebildeten Suchhunden einschloss, wurde er erst gefunden, als seine sterblichen Überreste kaum mehr existent waren.

Die Leiche des Ehemann war an einen Baum gelehnt

Fünf Jahre nach seinem Verschwinden wurde Arthur Strutt von einigen Waldarbeitern in einer kleinen Plantage weniger als eine halbe Meile von der Kingairloch-Haus, dem Jagdsitz der Strutts, gefunden. Was noch von seinem Körper übrig war, lehnte an einem Baum. Warum wurde er fünf Jahre lang nicht gefunden? Warum ist er gestorben? Wie konnte seine Leiche nicht gefunden werden? Hatte man ihn so platziert oder hatte er sich selbst so hingesetzt? Auf seinem eigenen Grund und Boden fünf Jahre lang verschollen? Sein Tod bleibt ein Rätsel.

Paricia Strutt Gedenkstein @nme Nellie Merthe Erkenbach Abenteuer Highlands


Die Killerlady Patricia Strutt

Mrs Strutt, Arthur Strutts Frau und Witwe, verwaltete das Gut bis zu ihrem Tod im hohen Alter im Jahr 2001. Sie war eine außergewöhnliche Frau, eine erfahrene Jägerin, die nach eigenen Angaben 2000 Hirsche getötet haben will. Sie wurde wegen ihrer Vorliebe für das Schießen mit dem Gewehr die Killerlady von Kingairloch genannt. Das war, bevor jemand vom toten Mr. Strutt wusste. Kingairloch House war ihre herrschaftliche Jagdhütte. Die Strutts hatten Geld. Nun ja, nach dem Tod ihres Ehemanns hatte vor allem Frau Strutt Geld.

Dail na Cille Begräbnisstätte @nme Nellie Merthe Erkenbach Abenteuer Highlands

Warum hat die Killerlady ihren vermissten Ehemann nie gefunden?

Patricia Strutt war nicht nur eine treffsicher Jägerin, sie war auch eine ausgezeichnete Tennisspielerin und fuhr bis zu ihrem 80. Lebensjahr zum Skifahren nach Davos. Frau Strutt liebte schnelle Autos und das Leben. Ob sie auch ihren Man liebte, war den Quellen nicht zu entnehmen.