Das Monster vom Odal Pass

Eines der Bücher, die ich in letzter Zeit verschlungen habe, ist die Neuauflage von John Gregorson Campbells Klassiker The Gaelic Otherworld. Das Original stammt aus dem Jahr 1900. Campbell war viele Jahre Pfarrer auf der Insel Tiree und einer der herausragenden Sammler alter Mythen und Legenden der gälischen Kultur.

John Gregorson Campbell The Gaelic Otherworld

Natürlich haben mich ganz besonders die Gruselgeschichten von den Orten interessiert, an denen ich schon öfter bin, wie zum Beispiel der Odal Pass auf der Insel Skye.

Glenelg Ferry

Nimmt man die kleine Fähre von Glenelg nach Kylerhea, dann fährt man auf einer der ältesten Straßen der Insel Skye Richtung Norden. Diese Single Track Road windet sich in steilen und schmalen Kurven hinauf zum Odal Pass und mündet nach ein paar Meilen am kleinen Flughafen in die A87. Sie war eine der ersten öffentlichen Straßen auf der Insel.

In den Sommermonaten ist sie wegen der vielen Touristen, die das Erlebnis der kurzen Fährfahrt genießen wollen, oft voll und frustrierend zu fahren. Außerhalb der Saison oder während der Corona Pandemie fährt die Fähren nicht und es wird sehr ruhig.

Dieser Teil der Insel ist ohnehin ruhiger, es gibt kaum Häuser hier, weshalb ich sie im Winter auch schon von der Skye Seite kommend häufiger gewandert bin, denn die Straße wird geräumt und man vermeidet die Eisflächen und den knöcheltiefen Matsch der eigentlichen Wanderwege. Im  Winter ist die Straße einsam und verlassen. Hätte ich vom Monster vom Odal Pass gewusst, ich hätte mich wohl nicht einfach hingesetzt, die Aussicht genossen und mein Sandwich verspeist.

view from Odal Pass

Angeblich konnte das Monster in allen möglichen Formen in Erscheinung treten, als Mann, als Mann mit nur einem Bein, als Hund oder als ein anderes Tier. Manchmal soll die Erscheinung fürchterliche Schreie ausgestoßen haben, so dass die Arbeiter, die die Straße bauten, in Panik aus ihren Hütten flüchteten.

Allerdings wäre ich wohl sicher gewesen vor dem Monster, es erschien nämlich nur nachts und nur so lange, bis man eines Morgens einen Mann tot am Rande der Straße fand. Er hatte zwei seitliche Wunden am Körper gehabt und eine am Bein. Seine Hände bedeckten die Wunden, als habe er das Blut stoppen wollen.

Und was schrieb Campbell dazu?

„It was considered impossible these wounds could have been inflicted by human agency. „

Es wurde als unmöglich angesehen, dass ihm diese Wunden durch eine menschliche Macht zugefügt worden waren.

Das Monster vom Odal Pass hatte zugeschlagen.

towards Broadford

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Abenteuer Highlands Teil 2 ist da!!!

book cover

Kann eine Seele mehr als nur eine Heimat haben? Sie kann! Und wie.

Nellie Merthe Erkenbach geht in ihr zehntes Jahr Fernbeziehung mit einem Highlander – ein Leben zwischen Schwarzwald und Schottland.

Dem anfängliche Bedürfnis des entscheiden Müssens hat sie widerstanden und ist nun erfolgreich in zwei Welten zu Hause:  dem Schwarzwald, wo sie gerne lebt, gerne isst und ihre Arbeit hat und in den Highlands, wo sie schreibt, fotografiert und Zeit mit dem Mann in der großen Weite der Westküste Schottlands genießt. Das eine schließt das andere nicht aus, im Gegenteil, in zwei Welten zu leben macht die Dinge klarer und bewusster.

Der besondere Charme dieses Lebensentwurfs: die beiden Leben sind gänzlich unterschiedlich. Das deutsche ist hektisch und aufregend, ihre Arbeit beim Fernsehen abwechslungsreich, auch durch die Reisen nach Russland, China, Japan oder Brasilien.

Die Vorzüge des Mondänen hat sie in Deutschland und dem Rest der Welt, In den Highlands dagegen wird es still und ruhig. Nellie Merthe Erkenbach lebt dann zurückgezogen, liest viel, wandert und schreibt über das Land, das sie so gut kennt. Diese Seite ihres Lebens gibt ihr die Kraft, das Hochgeschwindigkeitsleben in Deutschland mit Freude und Energie anzupacken.

Nach Abenteuer Highlands – mein etwas anderes Leben im schottischen Hochland ist Nellie Merthe Erkenbach mit Abenteuer Highlands 2.0 – zwischen Schwarzwald und Schottland ein weiteres wahres, humorvolles und herzerwärmendes Buch gelungen, in dem zwischen den Zeilen ihre tiefe Liebe für das Land ihrer Liebe durchscheint – Schottland.

Auf in neue Abenteuer Highlands, wo buchende Baroninnen und denkwürdige Dudelsackspieler den Alltag beherrschen, Poeten und tapfere Schneiderlein mit Monstern kämpfen, Moorleichen gar nicht so gruselig sind und Hexen und Geister ganz selbstverständlich. Von Extrawürsten und gefährlichen Frühstücken und der Kunst, trotz Corona und Brexit ein glückliches Leben in der Fernbeziehung hinzubekommen.

3d mock up

Das neue Abenteuer Highlands gibt es als Ebook oder Taschenbuch beim Amazon. Ich hoffe es gefällt euch und freue mich auf euer Feedback!

Liebe Grüße,

eure Nellie

Abenteuer Highlands 2.0 ist bald da!

Es ist schon ein Weilchen her, dass ich Abenteuer den Highlands – mein etwas anderes Leben im schottischen Hochland geschrieben und nach dem Rückzieher des Verlags wegen Einstellung der Reihe, in der das Buch erscheinen sollte, das Werk schließlich im Selbstverlag veröffentlicht habe. Seither habe ich zwei weitere Bücher geschrieben, eigentlich drei: Riding Towards Shadows, das 2018 erschienen ist und Schottland für stille Stunden, das zum Jahresende 2020 rauskam. Das gibt es 2021 auch auf Englisch und wird Scotland for Quiet Moments heißen. Wer also gedacht hat, ich sitze in meiner wunderbaren Schreibhütte, schaue aufs Meer und tue nichts, der liegt völlig falsch. Allen Stromausfällen und Sturmschäden zum Trotz: ich habe weitergeschrieben und hier ist er nun, der zweite Teil von Abenteuer Highlands. Der ein oder andere von euch hat schon darauf gewartet.

Abenteuer Highlands 2.0 – zwischen Schwarzwald und Schottland

Abenteuer Highlands 2.0 zwischen Schwarzwald und Schottland

Inzwischen lebe ich seit 10 Jahren in meiner schottischen Fernbeziehung und habe nach dem anfänglichen Gefühl des entscheiden Müssens sehr bald gemerkt, dass eine Seele mehr als nur eine Heimat haben kann. Ich habe zwei zu Hause: eines im Schwarzwald, wo ich gerne lebe, gerne esse und meine Arbeit habe und eines in den Highlands, wo ich schreibe, und meine Zeit mit dem Mann an der großen Weite der Westküste Schottlands genieße. Das eine schließt das andere nicht aus, im Gegenteil, es lässt Dinge klarer werden und man macht sich bewusster, was man will und womit man seine Zeit verbringen möchte.

Der besondere Charme an diesem Lebensentwurf: beide Leben sind gänzlich unterschiedlich. Das deutsche ist hektisch und aufregend, meine Arbeit beim Fernsehen abwechslungsreich, ich reise viel, nach Russland, China, Japan, Brasilien und genieße die Vorzüge des Stadtlebens. In den Highlands dagegen wird es still und ruhig, zurückgezogen. Ich lese viel, wandere und schreibe. Diese Seite meines Lebens gibt mir die Kraft, das Hochgeschwindigkeitsleben in Deutschland mit Freude und Energie anzupacken.

Die Zeit, in der wir getrennt sind, überbrücken wir durch Social Media und ein tägliches Skype-Gespräch von einer Stunde. Und mal ehrlich, in wie vielen Beziehungen spricht man täglich mindestens eine Stunde miteinander? Ein solch intensiver Austausch wird im Alltag oft vernachlässigt. Ich liebe dieses Leben, das ich führe und was als Abenteuer in der Fremde begann, ist nun ein Leben in zwei Welten geworden. Aber auch das kann abenteuerlich sein. Ihr werdet schon sehen!

In Abenteuer Highlands habe ich euch durch ein Jahr in Schottland geführt. Dies sind die wahren Geschichten, die ich in den Jahren seither in meiner Fernbeziehung mit einem Schotten erlebt habe. Nicht in der zeitlichen Reihenfolge, in der sie passiert sind, die bekäme ich gar nicht mehr richtig auf die Reihe, der Mann und ich sind schon so lange ein Paar. Die Struktur ist nicht die Zeit, sondern das Wort, von A – Z: A wie Aberglaube, B wie Banff, C wie Corona usw.

Amüsiert euch über buchende Baroninnen und denkwürdige Dudelsackspieler, lernt Poeten und tapfere Schneiderlein kennen, gruselt euch über Moorleichen, Hexen und Geister, lacht über Extrawürste und gefährliche Frühstücke und findet heraus, wie man trotz Corona und Brexit ein glückliches Leben in der Fernbeziehung hinbekommt.

Taschenbuch und Ebook erscheinen demnächst auf Amazon. Ihr erfahrt natürlich hier, wann es soweit ist.

 

drei gefährliche Frauen

Der Glaube an Hexerei war wahrscheinlich einer der häufigsten Aberglauben in Schottland und im Rest der christlichen Welt. Hexen waren nicht unbedingt böse, aber dort, wo sie die Mächte der Dunkelheit befehligten, waren sie wie nichts anderes zu fürchten, denn sie konnten eine tödliche Spur der Zerstörung hinterlassen. So geschehen auf der Isle of Mull, vor langer, langer Zeit.

Dies ist eine romantische und grausame Geschichte in deren Zentrum gleich drei gefährliche Frauen stehen: einer einheimische Hexe, eine heißblütige spanische Prinzessin und eine betrogene Ehefrau. Und so hat es sich zugetragen…..

Eines Tages hatte die Tochter des spanischen Königs einen lebhaften Traum, in dem sie einen außerordentlich gut aussehenden Mann sah, in den sie sich sofort verliebte. Sie befahl ihren Männern, ein Schiff fertig zu machen und segelte nach Schottland, um diesen Mann zu finden. Das tat sie auf der Isle of Mull, aber leider war der hübsche MacLean of Dowart bereits verheiratet und seine Frau nicht besonders erfreut darüber, ihren Ehemann im Bett dieser ausländischen Prinzessin zu finden. Deshalb ließ sie einen ihrer Männer, ein Mann namens Smollet, das Schiff der Prinzessin in die Luft jagen. Die Explosion war so gewaltig, dass der Schiffskoch bis nach Tobermory geblasen wurde und Prinzessin Viola im Sound von Mull starb. Ihr Körper wurde den Hügel hinauf zum Friedhof auf Lochaline getragen und bestattet.

Als ihr Vater, der spanische König, von dem Mord an seiner Tochter hörte, schickte er ein weiteres Schiff Richtung Norden, um die Tat zu rächen. Als das Schiff entdeckt wurde, rief die Ehefrau die örtliche Hexe namens Doideag herbei, die mit Hilfe einiger weiterer Hexen und vielerlei weiterer Beschwörungsformeln das zweite spanische Schiff in einem riesigen Sturm versenkte, den sie während der Nacht heraufbeschworen hatten.

Anscheinend hatte der spanische Kapitän vergeblich versucht, die Hexen mit Gegenzauber zu bekämpfen – es waren einfach zu viele gefährliche Frauen, als dass ein einzelner Mann hätte Erfolg haben können.

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Kein Königreich dank eines Pferds

Im Jahr 1286 sollte ein Pferd eine entscheidende Rolle in der Geschichte Schottlands spielen. Es war Mitte März und die Nächte lang und kalt. König Alexander III saß gemütlich mit ein paar Höflingen in Edinburgh und ließ es sich gut gehen, er tafelte und trank und dann fühlte er sich ziemlich allein.

Der König war in Roxburgh geboren und saß auf dem Thron, seit er sieben Jahre alt war.  Er war nicht nur der älteste Sohn des Königs Alexander II, er war auch der Enkel des Königs William the Lion. Er heiratete, wie man es von ihm erwartete. Seine Frau war Margaret, Tochter des englischen Königs. Er zeugte drei Kinder, Margaret, Alexander und David. Die Tochter Margaret heiratete den König von Norwegen und starb. Die Söhne Alexander und David starben beide bevor sie alt genug waren, Nachkommen zu zeugen. Auch seine Frau starb, nachdem sie die drei Kinder geboren hatte. Es blieb nur die Tochter seiner Tochter, das Baby Margaret in Norwegen als Erbin übrig.

Alexander hatte (und das würde sich wie ein elender Leitfaden durch die schottische Geschichte ziehen) keinen direkten Erben mehr. Was in einem Land passierte, das keinen König hat oder einen König, der noch nicht alt genug war, das Land zu regieren, das hatte er selbst erfahren. Vierzehn Jahre lang war Schottland ohne regierenden König, bis Alexander im Alter von 21 Jahren die Regierung übernahm. Das Land war zerrissen von den Machtkämpfen der rivalisierenden Adligen im Namen des minderjährigen Königs.

Also machte Alexander sich daran, weitere Nachkommen zu zeugen und heiratete die schöne Gräfin Yolande de Dreux aus der Bretagne. Mit einer deutlich jüngeren Frau aus gutem Haus sollte es doch möglich sein, einen Erben zu stellen. Er wollte nicht der letzte König der gälischen Linie sein.

In diesem Sinne zurück also zu dem feuchtfröhlichen Abend in Edinburgh Castle und König Alexander, der plötzlich seine junge Ehefrau furchtbar vermisste und beschloss, sie noch in derselben Nacht aufzusuchen. Sie waren frisch verheiratet und die Königin war nicht in Edinburgh sondern in Kinghorn, dem Sitz des Paars auf der anderen Seite des Firth of Forth, den im 13. Jahrhundert natürlich noch keine Brücken überspannten. Es gab nur eine Fähre.

Der König war nicht mehr zu halten, die Höflinge versuchten es aber ohne Erfolg. Vom Alkohol bestärkt machte sich Alexander auf den Weg. Ein Sturm braute sich zusammen und der Fährmann wollte ihn erst nicht übersetzen. Doch der König ließ seine royalen Muskeln spielen und bestand auf der Überfahrt. In North Queensferry angekommen, nahm er sich ein frisches Pferd und ritt weiter. Der Name dieses Pferdes ist nicht überliefert aber es hatte einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf den weiteren Verlauf der schottischen Geschichte. Alexander ritt Erlkönig gleich durch den Sturm zu seiner jungen Frau und das so schnell, dass er den Kontakt zu seinen Wachen verlor, die ihren König selbstverständlich begleiteten. Während dieses halsbrecherischen Ritts über den Klippenpfad nach Findhorn nun ereignete sich die Tragödie. Nur etwas mehr als einen Kilometer von seiner Burg und der schönen Frau entfernt, stürzte er ab. Das Pferd muss im Dunkeln den Tritt verloren haben und fiel mit dem Reiter in die Tiefe.

Der König war tot. Diener fanden seinen Leichnam am nächsten Morgen am Strand. Er hatte sich das Genick gebrochen. Alexander II war erst 44 Jahre alt. Als die junge Königin am Morgen aufwachte, war sie Witwe. Der 19. Mai  war ihr Geburtstag

Schottland war wieder ohne Herrscher aber Alexander hatte vorgesorgt und seine Enkeltochter, die kleine Margaret von Norwegen als Erbin bestimmt. In der gälischen Kultur herrschte nicht die direkte Erbfolge (Primogenitur) sondern vielmehr die erweiterte, die über den Großvater kam und für alle Nachkommen gleichermaßen galt.

Die Dreijährige, die sogenannte Maid of Norway war selbstverständlich zu jung, um zu regieren. Sie hatte die Mutter verloren und eine Reise wie die nach Schottland kam zunächst nicht in Frage. Erst als sie sieben Jahre alt war sollte sie die Reise nach Schottland antreten. In der Zwischenzeit regierten sechs Männer das Land.

Zwei der mächtigsten, Balliol und Bruce, hatten an geschworen, das Mädchen als Königin anzuerkennen, sie hatten über eine andere Linie ebenfalls Anspruch auf den schottischen Thron. Ihr Schwur war wichtig für Sicherheit und inneren Frieden. Aber auch der äußere stand auf sehr wackeligen Füßen. Englands König bleib eine ständige Bedrohung. Alle warteten nun auf die Ankunft der jungen Prinzessin aus Norwegen. Doch sie sollte nie schottischen Boden betreten. Sie starb auf den Orkney Inseln (die im 13. Jahrhundert noch zu Norwegen und nicht Schottland gehörten). Die königliche Linie Schottlands war am Ende. Wer sollte nun das Land regieren?

Die Antwort auf diese Frage würde sich lang hinziehen und viele erbitterte Kämpfe brauchen, bis sie beantwortet war. Ein Herrscher aus der gälischen Linie würde es nicht mehr sein.

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Der Zauberer von Gordonstoun

Dies ist eine Geschichte über den Teufel, der eine Seele jagt und sie dann an den heiligen Boden von Birnie Kirkyard verliert. Dies ist ein alter Ort, die Kirche selbst ist eine der ältesten in Schottland, die noch aktiv ist.

Christen beten hier seit dem 12. Jahrhundert und die Kelten haben noch einige Jahrhunderte zuvor hier ihren Glauben ausgeübt. Birnie war die Kathedrale des Bischofs von Moray, eine der wichtigsten Diözesen des katholischen Schottland unter König David I. Das Bistum endete mit der Reformation.

Aber zurück zum Teufel und zur Geschichte von Sir Robert Gordon, auch bekannt als der Zauberer von Gordonstoun, der hier 1704 starb, angeblich auf diesem Friedhof. Der Teufel war hinter ihm her und Gordon sprang in einer wilden Verfolgungsjagd über die Mauer, um sich zu retten und heiligen Boden zu erreichen. Unerreichbar für den Teufel, der ihn verfolgte. Gordon rettete seine Seele, sein Leben jedoch nicht. Sir Robert Gordon hatte sich den Hals gebrochen, als er über die Kirchhofsmauer fiel.

Der angebliche Zauberer war der 3. Earl of Gordon und ein hochgebildeter Mann. Dies war zu der Zeit ein Grund für Verdacht. Gordon war eher ein Wissenschaftler als ein Spiritist. Er hatte in Italien studiert und fühlte sich den Menschen in Moray wahrscheinlich fremd. Die wiederum beschuldigten ihn, sich mit dem Teufel zu unterhalten, mit nackten Frauen zu tanzen und (am schlimmsten) keinen Schatten zu besitzen. Ein sicheres Zeichen, zu dieser Zeit ein Zauberer zu sein. Die nackten Frauen schienen da nicht ganz so wesentlich aber immerhin nicht zu vernachlässigen.

Zu seinen Lebzeiten war er vor Strafverfolgung geschützt, schließlich war er der Earl und nicht nur einflussreich, sondern auch reich. Manch eine Frau hatte in den Tagen der Hexenjagden nicht so viel Glück wie Gordon.
Sehr wahrscheinlich war er nicht viel mehr als ein nerdiger und etwas seltsamer Wissenschaftler, aber für die Leute von Moray war Sir Robert Gordon ein Zauberer. Und er starb hier auf dem Kirchhof von Birnie im Jahr 1704.

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Der etwas andere Reiseführer ist da!

Schottland für stille Stunden ist kein klassischer Reiseführer, hier finden sich keine Touristenziele oder Öffnungszeiten. Schottland für stille Stunden führt vielmehr an weitgehend unbekannte Orte und erzählt historische, abgründige, romantische oder lustige Geschichten durch die Jahrhunderte. Entdecken sie die Seele statt der Sehenswürdigkeiten Schottlands, Tipps aus dem wahren schottischen Leben und Orte, die es möglich machen ein Land so zu erleben, wie es wirklich ist. Mit dem Reiseinspirationsbuch kann man dieses wunderbare Land vor Ort ohne Trubel ganz anders erfahren oder sich einfach zu Hause auf dem Sofa hinein träumen. Der Reiseführer in die Seele Schottlands beschreibt Schottland für Fortgeschrittene, die aufregende Geschichte, die atemberaubende Natur und die fast vergessenen Orte abseits der Touristenströme von Arthur’s Seat, Loch Ness oder Glencoe und dennoch mitten im Herzen Schottlands.

35 Kapitel entsprechen den alten und klangvollen Shires, Burghs und Sheriffdoms, die traditionellen Regionen statt der modernen Verwaltungsbezirke, weil sie zum einen für viele Schotten noch immer das Maß der geographischen Dinge sind und weil Geschichte eine ganz große Rolle spielt in dem etwas anderen Reiseführer von Nellie Merthe Erkenbach. Kleine Änderungen wurden aus logischen und logistischen Gründen vorgenommen. So wurde Berwick berücksichtigt, obwohl es heute in England liegt und einige der Inseln getrennt behandelt, Lewis gehörte zum Beispiel zu Rosshire, Harris zu Argyll und sind nicht zwei, sondern eine Insel der Äußere Hebriden.

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Die Autorin

Nellie Merthe Erkenbach ist Fernseh-Journalistin und Autorin und teilt sich ihr Leben zwischen Deutschland und Schottland auf. Sie bereist Schottland seit nunmehr über 35 Jahren, hat schottische Geschichte und schottische Literatur an der Universität Glasgow studiert und lernt derzeit schottisches Gälisch in Sabhal Mòr Ostaig auf der Isle Skye. Dieses wunderbare Land, ohne die gängigen Klischees zu zeigen, war ihr schon viele Jahre ein Anliegen, nun ist es ein Buch geworden. Weitere Bücher von Nellie Merthe Erkenbach sind Abenteuer Highlands – mein etwas anderes Leben im schottischen Hochland (Amazon 2018) und Riding Towards Shadows (Amazon 2018).

Fotos

Ewan Roy MacGregor fotografiert seine Heimat Schottland seit vielen Jahrzehnten. Nach einer erfolgreichen Karriere als Musiker in Glasgow lebt er nun in den schottischen Highlands, die ihn immer wieder aufs Neue zu herausragenden Bildern inspirieren. Leider stellten sich die Produktionskosten beim Taschenbuch als zu hoch heraus, um die Bilder darin zu veröffentlichen. In der eBook Version sind sie aber enthalten.

Ab sofort als eBook und Taschenbuch bei Amazon erhältlich!

eBook

Taschenbuch

Schottland für stille Stunden

Der Reise-Inspirationsführer Schottland ist in den nächsten Tagen als Ebook und Taschenbuch bei Amazon erhältlich!

Schottland ist ein Land voller Geschichte, Geschichten und Geheimnisse. Oft sind die drei nicht exakt voneinander zu trennen. Das macht dieses Land so wunderbar und einzigartig. Diese Geschichten wurden für den WordPress Blog Graveyards of Scotland über viele Jahre zusammengetragen, ausgegraben und entdeckt. Quellen waren meist historische Reiseführer aus dem 18. und 19. Jahrhundert, die Funde oft schaurig, schön, lustige oder grausam. Eine ungewöhnliche Annäherung an die Geschichte eines Landes, die erstaunliche Ergebnisse hervorbrachte. Man muss aber die Leidenschaft der Autorin für Friedhöfe nicht teilen, um diese Buch genießen zu können. Die meisten Geschichten spielen ja nicht auf einem Friedhof, sie enden lediglich da.

Der Feenhügel in Inverness, ein Salpetermord auf Shetland, eine Familie von Linkshändern, Wölfe gestern und heute, Robert the Bruce und William Wallace einmal ganz anders, die geheime Bucht des Schriftstellers Gavin Maxwell, ein mordender Dichter und alles, was Schottland außer Whisky, Schafe und Tartan noch ausmacht. Schottland für Experten, nicht für Anfänger.

Machen sie es sich in ihrem Lieblingslesesessel gemütlich und genießen sie Schottland für stille Stunden.

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Zitate

Das Meer ist ein gefährlicher Freund, eine verlockende Schönheit und ein brutaler Mörder zugleich. Selbst an ruhigen Tagen sind hier Menschen in den Gewässern rund um die Inseln ertrunken. Wenn die Herbststürme einsetzten, hatten die gewaltigen Wellen in der Vergangenheit oft ein tödliches Fest. Auf Shetland spülte am Sumburgh Head, wo der Atlantik auf die Nordsee trifft, so mancher Körper an Land.

Als William Soutar klar wurde, dass die Krankheit nicht nur sein Leben begleiten, sondern es sogar beenden würde, soll er einen Moment innegehalten haben. Dies war der Moment der Erkenntnis: Nun konnte, nun musste er Dichter werden. Er wurde einer der besten seines Landes.

Anders die Abendstimmung, blaue Stunde und eine ähnlich milde Stimmung wie am Morgen aber viel dramatischer, wenn die Nacht hereinbricht und die letzten Sonnenstrahlen noch ein paar Sekunden über den Wolken verweilen, bevor der Tag zu Ende geht. Das Blau scheint direkt vom Meer zu kommen, mit einem schwachen Duft nach Sommertag wie die Erinnerung gelebter Stunden.

Schottland Foto Challenge – Äußere Hebriden von Antje Babendererde

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Die Äußeren Hebriden. Auf dem Flughafen von Barra, der größten Insel im Süden der Äußeren Hebriden, landen ein bis dreimal täglich kleine Flugzeuge aus Glasgow auf dem Strand. Es ist der einzige reguläre gezeitenabhängige Flughafen der Welt. Die Piste besteht aus Millionen von Herzmuschelschalen und bei Flut kann ihr nicht gelandet oder gestartet werden.
Vielen Dank liebe Antje für deinen Beitrag. Auch diese Fotos sind wieder klasse!
Antje wäre in diesem Jahr gern nach Schottland gereist aber… lest mehr zu ihr unten.
Ich bin in Thüringen geboren und aufgewachsen und lebe jetzt in Liebengrün, einem 300 Seelen Dorf, immer noch Thüringen.
Gelernt habe ich Töpferin, schreibe aber seit fast 30 Jahren. Thema bisher: die Indianer Nordamerikas. Vor ein paar Jahren kam dann die Leidenschaft für Schottland dazu. Eigentlich wollte ich meine Romane nie in einem weiteren fremden Land ansiedeln, denn es ist immer so ein Ding, über fremde Kulturen zu schreiben. Aber dann war ich bei meiner letzten Recherche in Moosonee an der Hudson Bay, und fand auf einem Indianerfriedhof keltische Kreuze und etliche Cree hießen Macdonald, MacLeod, Sutherland … und weil ich mich bei unserer letzten Schottlandreise in Durness und Umgebung verliebt habe, ist es dann doch dazu gekommen.
Allerdings quäle ich mich mit dem Schottland-Manuskript wie noch nie mit einem zuvor. Weil vom Verlag aus die Seitenzahl begrenzt ist, weil es eine leichte Liebesgeschichte sein soll und ich finstere Seelenqualen und Dramen mag …
Und habe gemerkt, dass dreimal dort gewesen sein nicht reicht.
Dieses Jahr sollte es die erste richtige Recherchereise allein sein. Mit Linksverkehr und Drum und Dran. Tja …

Schottland Foto Challenge – Isle of Skye von Britta Dicken

Schottland und das Wetter

Jeder, der sich länger als fünf Minuten mit Schottland beschäftigt hört oder liest den Spruch: Gefällt Dir das Wetter nicht, warte ein paar Minuten. Oder alternativ:  Nur in Schottland gibt es alle vier Jahreszeiten an einem Tag!

Bisher haben wir immer darüber gelächelt. Ja, ab und an hat uns auch mal ein Regenschauer überrascht, sogar Hagel haben wir schon abbekommen und danach direkt wieder Sonnenschein. Aber nichts, wirklich nichts hat uns auf die paar Tage im April 2017 auf der Isle of Skye vorbereitet. Ja, ich weiß auch, April ist jetzt nicht die bevorzugte Reisezeit für Schottland. Aber wir hatten ein Ziel vor Augen: Eine Woche auf der Isle of Skye und zwei Tage davon mit einem Fotoworkshop zur Langzeitbelichtung mit einem preisgekrönten Fotografen. Der Workshop war toll, das Wetter war halt typisch schottisch durchwachsen. Angenehme 10 Grad, konstant ein leicht eisiger Wind und ab und an Sonne. Es hätte schlimmer kommen können, haben wir uns gedacht! An den Fairy Pools hingen die Wolken schön tief und gaben eine grandiose Kulisse für unsere Versuche der Langzeitbelichtung. Die Ergebnisse sind nicht perfekt, aber ich bin damit sehr zufrieden!

 

Nach dem Workshop wollten wir die Insel auf eigene Faust erkunden. Der Himmel war bedeckt (wann ist er das mal nicht auf Skye), aber bis auf ein paar verirrte Regentropfen, war alles in bester Ordnung. Ein leichter Graupelschauer überraschte uns auf der Columba’s Isle, einer kleinen Friedhofsinsel mit einigen außergewöhnlichen Grabsteinen. Mehr im Gedächtnis geblieben sind uns allerdings eher die Wachgänse auf der Straße zur Insel, die lautstark jeden unserer Schritte kommentiert haben und versucht haben, uns durch den Zaun zu beißen. Wer braucht Hunde, wenn er Gänse hat!

Von dort aus sind wir ins wunderschöne Fairy Glen gefahren. Eine verwunschene Landschaft … schöner, als sie jedes Bild wiedergeben kann! Überrascht hat uns allerdings die Schneekuppe auf der Trotternish Ridge. Unser Host hatte uns zwar erzählt, dass es in der vergangenen Nacht geschneit hätte, aber bisher hatten wir davon nichts gesehen. Uns erwartete ein ausgedehnter Spaziergang bei strahlendem Sonnenschein und einem eisigen und starken Wind! Aber der Kampf gegen die Sturmböen hat sich gelohnt. Ich weiß nun auf jeden Fall, warum dies das Tal der Feen ist!

Doch wir wollten an diesem Tag noch weiter. Duntulm Castle, die Ruine auf dem Felsen ganz am nördlichen Ende der Insel ist nicht so sehenswert. Aber die kleine Bucht ist ein Traum. Wir waren bereits vor Jahren dort und wollten uns unbedingt nochmals in Ruhe umschauen. Doch je weiter wir nach Norden fuhren, auf der einzigen Straße dort oben im Nirgendwo, desto kälter wurde es. Gefühlt mit jedem Kilometer sank die Temperatur um ein weiteres Grad und plötzlich wurde aus dem leichten Nieselregel ein leichter Graupelschauer und aus dem Graupelschauer wurde Schnee. Erst nur kleine Flöckchen, dann immer größere und im Nu war die Straße kaum mehr zu erkennen. Ohne Begrenzungen, wofür auch, fahren hier wahrscheinlich am Tag keine drei Autos lang, war das gar nicht so ungefährlich. Schlimmer jedoch waren die Schafe. Schafe? Schlimm? Ja, spätestens dann, wenn sie so zugeschneit sind, das man sie kaum sehen kann, was sie natürlich dennoch nicht davon abhält mal eben über die Straße zu laufen.

Gesehen haben wir Duntulm Castle im dichten Schneetreiben nicht und sind gaaaaaanz langsam weitergefahren. Ab Portree war der Spuk übrigens wieder zu Ende. Der Schnee hielt sich noch ungefähr eine Stunde auf der Straße, dann war auch schon wieder geschmolzen und die Temperatur pendelte sich wieder auf schnuckelige 10 Grad ein. So im Nachhinein hört sich das ganz witzig an, aber selbst mit Winterreifen haben wir Blut und Wasser geschwitzt! Wenn wir es nicht selbst erlebt hätten, würden wir es wahrscheinlich heute noch nicht glauben.

Doch schon der nächste Morgen war außergewöhnlich! Strahlend blauer Himmel, Sonne satt und schneebedeckte Bergkuppen! Ein Traum-Wetter zum Fotografieren. Ich glaube, an keinem anderen Tag haben wir so schnell gefrühstückt wie an diesem Morgen! Wir wollten einfach nur raus und es war einfach gigantisch. Wir sind den ganzen Tag über die Insel gefahren. Haben mal hier gehalten, mal dort eine Pause gemacht und uns so langsam unserem Wunsch-Ziel des Tages genähert: Elgol.

Elgol ist ein verschlafenes Nest an einem kleinen Hafen. Alleine die Anfahrt ist schon außergewöhnlich. Die Straße ist so eng und so steil, dass selbst mein Alpenerfahrener Mann mit sehr viel Bedacht gefahren ist. Die Aussicht vom Hafen lohnt die Mühe aber auf jeden Fall! Ein Traum! In einer leichten Jacke haben wir den Strand erkundet und einen Adler verfolgt. Leider ist der so hoch geflogen, dass selbst mit dem großen Tele auf dem Bild nur ein Umriss zu sehen ist. Erst als wir ihn aus den Augen verloren haben, haben wir entdeckt, was da plötzlich auf uns zukommt. Dicke, dunkle, bedrohliche Wolken hatten sich am Sgùrr Alasdair aufgetürmt und kamen in einer rasenden Geschwindigkeit über die Bucht auf uns zu. Wir haben es mit Mühe und Not so gerade ins Auto geschafft, bevor einen kleines Unwetter über uns hereinbrach. Zwischen den beiden Fotos liegen übrigens knapp 30 Minuten! So viel dann zu dem schnell wechselnden Wetter in Schottland. Schneller geht es nirgendwo

Die Woche auf Skye war auf jeden Fall ein echtes Erlebnis und das Wetter zum Fotografieren ein Traum und Albtraum zugleich. Ach ja, das Unwetter war übrigens nach gut 10 Minuten wieder vorbei und die Sonne strahlte wieder vom Himmel. Ganz nach dem Motto: Warte ein paar Minuten, dann gefällt Dir das Wetter wieder.

Einmal mehr wunderbare Fotos. Vielen Dank dafür und dass du dir die Mühe gemacht hast, uns diese Geschichte zu schreiben. Natürlich gebe ich die völlig recht, die Isle of Skye ist auch im Winter wunderschön.  😊  LGN