Das Bilderbuchdorf der Prophetin

Fordyce ist zunächst mal eins – wunderschön. Wenn man ein idyllisches schottisches Dörflein malen müsste, es sähe ganz genauso aus mit den steinernen Häusern, den gewundenen Sträßchen und den gepflegten Gärten. Hier gibt es nichts, was die Idylle stören könnte. Nicht mal ein Pub. Früher aber gab es das schon. Früher gab es auch einen jährlichen Markt, der Abwechslung brachte, aber der den örtlichen Geistlichen recht unglücklich machte, wegen der Betrunkenen oder sonstiger Unordnung, die den Frieden des Dörfchens störte.

Fordyce castle

Es gibt ein kleines castle an der Straßenecke und eine uralte Kirche samt Friedhof, geweiht dem ungewöhnlichen Talarican, einem katholischen Priester aus Irland. Hier wurde über 1000 Jahre lang zu Gott gebetet und von hier stammt eine Frau, die sich selbst anbetete und die wohl ungewöhnlichste Sekte Schottlands (the Buchanites) gründen sollte: Elspeth Simpson.

Baby Elspeth wurde 1739 in der Gemeinde Fordyce geboren. Ihr Vater war John Simpson, ihm gehörte ein Inn in der Nähe, die Mutter war Margaret Gordon. Als ihre Mutter starb, kümmerte sich eine Verwandte um Elspeth, sie soll ihre eine gute Erziehung gegeben haben. Diese Verwandte heiratete einen Farmer von den Westindischen Inseln und machte sich daran, zu ihm auszuwandern. Elspeth aber sprang in der sprichwörtlich letzten Sekunde ab und blieb im Greenock. Das Leben dort muss ihr wild und aufregend erschienen sein nach der Ruhe von Fordyce. Von nun an war sie auf sich allein gestellt.

Sie arbeitete als Dienstmädchen und heiratete einen Töpfer namens Robert Buchan, ursprünglich aus Banff. Sie bekamen drei Kinder. Robert wollte lieber wieder zurück in seinen Heimatort Banff, also zog die Familie wieder nach Norden, doch Roberts Töpferei war nicht gerade erfolgreich und die Ehe war auch nicht glücklich. Er verließ Frau und Kinder und verschwand nach Glasgow. Seine Frau war ihm wohl schnell nicht ganz geheuer.

Banff Hafen

Elspeth veränderte sich. Aus der eigenwilligen jungen Frau wurde eine religiöse Fanatikerin. Manchmal fastetet sie über Wochen und vernachlässigte ihre Kinder, sie nervte die Nachbarn und die machten ihr schließlich das Leben so schwer, dass sie sich gezwungen sah, nach Glasgow zu ihrem Mann zu gehen. Dort lernte sie Reverend Hugh White aus Irvine kennen, der so einige Probleme mit der Kirche hatte, weil er unorthodoxe Lehren verbreitete. Durch ihn wurde auch Elspeth immer extremer, bis sie schließlich der festen Überzeugung war, eine Prophetin und Figur aus der Bibel zu sein, die nicht nur unsterblich war, sondern die auch ihre Mitmenschen unsterblich machen konnte, indem sie auf sie herab atmete.

Steinbecken in Herzform

Es gab Menschen, die ihr das glaubten und eine kleine Sekte voller Suchender mit dem Wunsch nach Unsterblichkeit, bildete sich um die Frau aus Fordyce. Die Gruppe reiste in Schottland von Ort zu Ort, versuchte sich niederzulassen und wurde oft mit Gewalt wieder vertrieben, sobald man ihre Ansichten erkannte. Nach Fordyce ist Elspeth wohl nicht zurück gekommen.

Diese so außergewöhnliche wie befremdliche Frau soll eine aufsehenerregende rote Robe getragen haben. Ihre Anhänger waren meist sehr junge Frauen. Deshalb auch der Name Mutter Buchan. Die Gruppe schaffte die Ehe ab, Kinder wurden von allen gemeinsam erzogen. Nach zwei abgebrochenen und recht chaotischen Versuchen, gemeinsam in den Himmel aufzusteigen, verließen einige Anhänger die Gruppe. Elspeth Buchan starb am 29. März 1791, versprach aber den anderen Sektenmitgliedern in sechs Tagen wieder zurück zu kommen. Schließlich war sie ja unsterblich. Aber nur, wenn der Glaube der Anhänger fest genug war. Wenn nicht, würde es länger dauern, bis sie zurückkäme.

Ihr Körper wurde nicht beerdigt, wie man die anderen und vor allem die Behörden glauben ließ, sondern in der Küche der Farm verscharrt, auf der die Gruppe lebte. Der 50. Todestag von Mutter Buchan kam und ging und sie war noch immer nicht zurückgekommen. Als einer der letzten noch übrige gebliebenen Anhänger dem Tod entgegensah, wollte er, dass sein Körper über dem ihren begraben würde. So würde sie ihn wecken, sollte sie sich erheben und endlich auferstehen.

Elspeth Buchans mumifizierter Körper wurde noch im selben Jahr in Newhouse, Crocketford (Dumfriesshire) entdeckt. Auf einem kleinen Friedhof auf dem Gelände der Farm sollen auch die restlichen Anhänger der Sekte nach deren Tod begraben worden sein.

Noch immer ist keiner von ihnen auferstanden.

alte KIrche und Kirchhof Fordyce

In Fordyce erinnert nichts an Elspeth Buchan. Wahrscheinlich ist man nicht sonderlich stolz.

Weiterlesen

Der Zauberer von Gordonstoun

Dies ist eine Geschichte über den Teufel, der eine Seele jagt und sie dann an den heiligen Boden von Birnie Kirkyard verliert. Dies ist ein alter Ort, die Kirche selbst ist eine der ältesten in Schottland, die noch aktiv ist.

Christen beten hier seit dem 12. Jahrhundert und die Kelten haben noch einige Jahrhunderte zuvor hier ihren Glauben ausgeübt. Birnie war die Kathedrale des Bischofs von Moray, eine der wichtigsten Diözesen des katholischen Schottland unter König David I. Das Bistum endete mit der Reformation.

Aber zurück zum Teufel und zur Geschichte von Sir Robert Gordon, auch bekannt als der Zauberer von Gordonstoun, der hier 1704 starb, angeblich auf diesem Friedhof. Der Teufel war hinter ihm her und Gordon sprang in einer wilden Verfolgungsjagd über die Mauer, um sich zu retten und heiligen Boden zu erreichen. Unerreichbar für den Teufel, der ihn verfolgte. Gordon rettete seine Seele, sein Leben jedoch nicht. Sir Robert Gordon hatte sich den Hals gebrochen, als er über die Kirchhofsmauer fiel.

Der angebliche Zauberer war der 3. Earl of Gordon und ein hochgebildeter Mann. Dies war zu der Zeit ein Grund für Verdacht. Gordon war eher ein Wissenschaftler als ein Spiritist. Er hatte in Italien studiert und fühlte sich den Menschen in Moray wahrscheinlich fremd. Die wiederum beschuldigten ihn, sich mit dem Teufel zu unterhalten, mit nackten Frauen zu tanzen und (am schlimmsten) keinen Schatten zu besitzen. Ein sicheres Zeichen, zu dieser Zeit ein Zauberer zu sein. Die nackten Frauen schienen da nicht ganz so wesentlich aber immerhin nicht zu vernachlässigen.

Zu seinen Lebzeiten war er vor Strafverfolgung geschützt, schließlich war er der Earl und nicht nur einflussreich, sondern auch reich. Manch eine Frau hatte in den Tagen der Hexenjagden nicht so viel Glück wie Gordon.
Sehr wahrscheinlich war er nicht viel mehr als ein nerdiger und etwas seltsamer Wissenschaftler, aber für die Leute von Moray war Sir Robert Gordon ein Zauberer. Und er starb hier auf dem Kirchhof von Birnie im Jahr 1704.

Weiterlesen

Der etwas andere Reiseführer ist da!

Schottland für stille Stunden ist kein klassischer Reiseführer, hier finden sich keine Touristenziele oder Öffnungszeiten. Schottland für stille Stunden führt vielmehr an weitgehend unbekannte Orte und erzählt historische, abgründige, romantische oder lustige Geschichten durch die Jahrhunderte. Entdecken sie die Seele statt der Sehenswürdigkeiten Schottlands, Tipps aus dem wahren schottischen Leben und Orte, die es möglich machen ein Land so zu erleben, wie es wirklich ist. Mit dem Reiseinspirationsbuch kann man dieses wunderbare Land vor Ort ohne Trubel ganz anders erfahren oder sich einfach zu Hause auf dem Sofa hinein träumen. Der Reiseführer in die Seele Schottlands beschreibt Schottland für Fortgeschrittene, die aufregende Geschichte, die atemberaubende Natur und die fast vergessenen Orte abseits der Touristenströme von Arthur’s Seat, Loch Ness oder Glencoe und dennoch mitten im Herzen Schottlands.

35 Kapitel entsprechen den alten und klangvollen Shires, Burghs und Sheriffdoms, die traditionellen Regionen statt der modernen Verwaltungsbezirke, weil sie zum einen für viele Schotten noch immer das Maß der geographischen Dinge sind und weil Geschichte eine ganz große Rolle spielt in dem etwas anderen Reiseführer von Nellie Merthe Erkenbach. Kleine Änderungen wurden aus logischen und logistischen Gründen vorgenommen. So wurde Berwick berücksichtigt, obwohl es heute in England liegt und einige der Inseln getrennt behandelt, Lewis gehörte zum Beispiel zu Rosshire, Harris zu Argyll und sind nicht zwei, sondern eine Insel der Äußere Hebriden.

3d

Die Autorin

Nellie Merthe Erkenbach ist Fernseh-Journalistin und Autorin und teilt sich ihr Leben zwischen Deutschland und Schottland auf. Sie bereist Schottland seit nunmehr über 35 Jahren, hat schottische Geschichte und schottische Literatur an der Universität Glasgow studiert und lernt derzeit schottisches Gälisch in Sabhal Mòr Ostaig auf der Isle Skye. Dieses wunderbare Land, ohne die gängigen Klischees zu zeigen, war ihr schon viele Jahre ein Anliegen, nun ist es ein Buch geworden. Weitere Bücher von Nellie Merthe Erkenbach sind Abenteuer Highlands – mein etwas anderes Leben im schottischen Hochland (Amazon 2018) und Riding Towards Shadows (Amazon 2018).

Fotos

Ewan Roy MacGregor fotografiert seine Heimat Schottland seit vielen Jahrzehnten. Nach einer erfolgreichen Karriere als Musiker in Glasgow lebt er nun in den schottischen Highlands, die ihn immer wieder aufs Neue zu herausragenden Bildern inspirieren. Leider stellten sich die Produktionskosten beim Taschenbuch als zu hoch heraus, um die Bilder darin zu veröffentlichen. In der eBook Version sind sie aber enthalten.

Ab sofort als eBook und Taschenbuch bei Amazon erhältlich!

eBook

Taschenbuch

Schottland für stille Stunden

Der Reise-Inspirationsführer Schottland ist in den nächsten Tagen als Ebook und Taschenbuch bei Amazon erhältlich!

Schottland ist ein Land voller Geschichte, Geschichten und Geheimnisse. Oft sind die drei nicht exakt voneinander zu trennen. Das macht dieses Land so wunderbar und einzigartig. Diese Geschichten wurden für den WordPress Blog Graveyards of Scotland über viele Jahre zusammengetragen, ausgegraben und entdeckt. Quellen waren meist historische Reiseführer aus dem 18. und 19. Jahrhundert, die Funde oft schaurig, schön, lustige oder grausam. Eine ungewöhnliche Annäherung an die Geschichte eines Landes, die erstaunliche Ergebnisse hervorbrachte. Man muss aber die Leidenschaft der Autorin für Friedhöfe nicht teilen, um diese Buch genießen zu können. Die meisten Geschichten spielen ja nicht auf einem Friedhof, sie enden lediglich da.

Der Feenhügel in Inverness, ein Salpetermord auf Shetland, eine Familie von Linkshändern, Wölfe gestern und heute, Robert the Bruce und William Wallace einmal ganz anders, die geheime Bucht des Schriftstellers Gavin Maxwell, ein mordender Dichter und alles, was Schottland außer Whisky, Schafe und Tartan noch ausmacht. Schottland für Experten, nicht für Anfänger.

Machen sie es sich in ihrem Lieblingslesesessel gemütlich und genießen sie Schottland für stille Stunden.

3d

Zitate

Das Meer ist ein gefährlicher Freund, eine verlockende Schönheit und ein brutaler Mörder zugleich. Selbst an ruhigen Tagen sind hier Menschen in den Gewässern rund um die Inseln ertrunken. Wenn die Herbststürme einsetzten, hatten die gewaltigen Wellen in der Vergangenheit oft ein tödliches Fest. Auf Shetland spülte am Sumburgh Head, wo der Atlantik auf die Nordsee trifft, so mancher Körper an Land.

Als William Soutar klar wurde, dass die Krankheit nicht nur sein Leben begleiten, sondern es sogar beenden würde, soll er einen Moment innegehalten haben. Dies war der Moment der Erkenntnis: Nun konnte, nun musste er Dichter werden. Er wurde einer der besten seines Landes.

Anders die Abendstimmung, blaue Stunde und eine ähnlich milde Stimmung wie am Morgen aber viel dramatischer, wenn die Nacht hereinbricht und die letzten Sonnenstrahlen noch ein paar Sekunden über den Wolken verweilen, bevor der Tag zu Ende geht. Das Blau scheint direkt vom Meer zu kommen, mit einem schwachen Duft nach Sommertag wie die Erinnerung gelebter Stunden.

Der Untote von Selkirk

Wohin ich auch gehe, ich stolpere derzeit ständig über schottische Gruselgeschichten. Zuletzt war es noch Sanquhar, nun ist es nach einem Ausflug in Schottlands Süden Selkirk. Geneuer gesagt, der Schuhmacher von Selkirk.

starirs to Selkirk cemetery

Schumacher ist gemeinhin kein Handwerker, bei dem es besonders aufregend oder gruselig zugeht, sieht man einmal von den Preisen ab, die man in Deutschland für das besohlen eines guten Schuhs bezahlen muss. In Schottland sind Schuhmacher heute deutlich billiger als in Deutschland aber früher war das auch anders. Da  trugen die Kinder der Landbevölkerung oder die Armen der Slums von Glasgow oft gar keine Schuhe, das war zu teuer. Ein Schuhmacher hatte gehobenes Klientel im Geschäft und war ein angesehener Bürger, zumindest im frühen 19. Jahrhundert, in dem diese Geschichte spielt.

Der Schuhmacher von Selkirk (Sutor of Selkirk) hat es zu einer gewissen Berühmtheit gebracht. Er trug den lustigen Namen Rabbie Heckspeckle und ein Großteil der Bürger von Selkirk trug Schuhe, die er gefertigt hatte. Rabbie begann gerne früh mit der Arbeit und war in seinem Laden oft lange bevor er öffnete. So hatte er tagsüber mehr Zeit zum Tratschen. Eines Morgens nun, es war Winter und noch stockdunkel draußen, betrat ein Fremder den Laden des Schuhmachers. Er sah durchaus wie ein Edelmann aus, wenn auch etwas vernachlässigt, er roch unangenehm, seine Kleidung wirkte fast schon verwahrlost. Er wollte ein Paar Schuhe und Rabbie war nur zu bereit, ihm ein Paar zu verkaufen. Der Fremde zeigte auf ein Paar, das ihm gefiel aber es hatte nicht die richtige Größe.

Rabbi nahm also Maß und versprach dem Fremden, ihm bis zum nächsten Tag neue Schuhe zu fertigen. Der Fremde nickte und bestand darauf, die Schuhe wieder so früh abzuholen, wie er an diesem Tag in den Laden gekommen war, bevor der Hahn krähte. Der Schuhmacher hatte kein Problem damit. Als die Sonne aufging, war er mit den Schuhen des Fremden schon ein gute Stück voran gekommen, doch es dauerte bis in die Nacht, bis Rabbie Heckspeckle endlich fertig war.

Nach wenigen Stunden Schlaf weckte den Schuhmacher ein lautes Klopfen. Es war der Fremde, der seine Schuhe abholen wollte. Heckspeckle rieb sich den Schlaf aus den Augen, ging hinunter in den Laden, öffnete dem Fremden die Tür und gab ihm seine Bestellung. Der war zufrieden, warf ihm ein paar Silbermünzen aus einem schimmligen Geldbeutel zu, drehte sich um und ging.

Rabbie Heckspeckle wollte es nun genau wissen. Wer war der Fremde und wo wohnte er? Etwas war nicht ganz koscher mit dem Mann. In Selkirk kannte er jeden Edelman, der sich Schuhe leisten konnte. Wer aber war dieser Kunde? Rabbie beschloss ihm zu folgen. Es war noch immer dunkel und er konnte leicht ungesehen bleiben. Er folgte dem Fremden bis zum Friedhof, wo der sich auf ein Grab legte und plötzlich verschwunden war. Entsetzt kam der Schuhmacher näher, das Grab schien unberührt, die Erde war nicht aufgeworfen. Hier hatte keiner gegraben, wie also war der Fremde verschwunden?

Gräber Selkirk

Mit dieser unglaublichen Geschichte rannte der Schuhmacher zurück und erzählte sie im Laden und später auf der Straße und in der Kneipe jedem, der sie hören wollte. Keiner wollte ihm natürlich glauben aber schließlich riefen sie doch den Totengräber, der sollte das Grab ausheben, sonst würde der Schuhmacher nie Ruhe geben.  Keiner glaubte auch nur im Traum daran, dass der Fremde in dem Grab verschwunden war. Doch als der Totengräber vor Zeugen den Sarg öffnete, lag ein Man darin, der genauso aussah, wie ihn der Schuhmacher beschrieben hatte. Der Tote trug nagelneue Schuhe.

Man beschloss den Sarg wieder gut zu verschließen und sicher zu begraben. Die neuen Schuhe nahm der Schuhmacher an sich. Schließlich waren sie viel zu schade, um zu verrotten. Die könnte er ohne Probleme noch einmal verkaufen. Es sollte der größte Fehler in Rabbie Heckspeckles Leben werden.

Am nächsten Morgen wurde die Ehefrau des Schuhmachers von einem seltsamen Lärm im Laden ihres Mannes geweckt. Auch den Nachbarn war der Lärm nicht entgangen. War es ein Streit, den sie da hörten? Oder war es ein Kampf? War das ein verzweifelter Schrei? Keiner traute sich auch nur aus dem Fenster zu sehen. Sie alle versteckten sich, bis die Sonne aufging, dann fanden sie sich vor dem Laden von Rabbie Heckspeckle ein. Der war verschwunden, sein Laden verwüstet. Dreckige Fußspuren führten zu Friedhof und dort genau zu dem Grab, das sie am Vortag ausgehoben und wieder versiegelt hatten.

Der Totengräber wurde gerufen und er grub den Sarg ein weiteres Mal aus. Sie öffneten ihn und der Fremde lag darin. Keine Spur vom Schumacher. Doch dann sahen sie das weiße Hemd, das Rabbie Heckspeckle gestern noch getragen hatte. Der Fremde hielt den blutverschmierten zerrissenen Stoff in seinen bleichen, knöchernen Händen. An seinen Füßen glänzte ein neues Paar Schuhe.

Weiterlesen

Sanquhars Spukgeschichten

Schottland ist voller Geschichten, schräge und schreckliche, lustige und unheimliche und wahrscheinlich ist das ein Grund, warum so viele Menschen nicht mehr von dem Land lassen können, haben sie es einmal besucht. Der Glaube an das Übernatürliche ist weit verbreitet und auch heute noch für viele Schotten eine Selbstverständlichkeit. Was für ein Land für Gruselgeschichten!

In den Zentren wie Edinburgh werden die Geistergeschichten als Touren vermarktete un finden reißenden Absatz. Doch man kann sie auch selbst entdecken, die Geister der Toten. Eine Geschichte spielt weit ab von Touristentrubel der Hauptstadt im Süden, in Dumfries am Fluss Nith gelegen: Sanquhar. Einst eine freie Stadt beherbergt sie das älteste noch aktive Postamt der Welt und gleich drei gruselige Geister. Ich war für mein nächstes Buch auf einem Recherchetripp in die Borders und wollte die Geister von Sanquhar unbedingt suchen. Der Mann hielt sich lieber von den Geistern fern. Man weiß ja nie.

Sanquhar Castle

security fence and signDen einen Geist findet man in der Nähe von Sanquhar Castle. Die Burg liegt gleich am südlichen Ortseingang. Leider ist die Ruine in einem derart schlechten Zustand, das man sie vollständig eingezäunt hat. Betreten verboten. Der Zaun wäre einem Gefängnis würdig. Aber kann er auch Geister aufhalten?

sign danger keep outKönige und Königinnen gingen einst hier ein und aus. Ursprünglich war Sanquar Castle die Heimat der Familie Crichton und damit des Earls of Dumfries. Sie verkauften die Burg 1639 an Sir Willliam Douglas of Drumlanrig. Als der zum Duke of Queensberrry ernannt wurde, brauchte er ein etwas imposanteres Haus und baute Drumlanrig Castle. Der Verfall hatte begonnen.

Warum die Crichtons die Burg verkauften. Man möchte annehmen, es hatte finanzielle Gründe aber möglicherweise spielten auch John Wilson und Marion of Dalpeddar eine Rolle. Beide sollen in den bröckelnden Mauern der Crichtons spuken.

castle and farm building

Marion war eine Schönheit mit langem, flachsblondem Haar und einem weißen Spitzenkleid. Sie tauchte das erste Mal 1590 in der Burg auf. Keiner weiß genau, was sie für ein Schicksal hatte. Es wird vermutet, dass sie ein Opfer sexueller Übergriffe von Robert Crichton, Lord Sanquhar und damit auch Sheriff von Nithsdale geworden war. Bei dem Renovierungsversuch der Burg durch John Crichton-Stuart, dem Marquess of Bute im 19. Jahrhundert wurde das Skelett einer jungen Frau außerhalb der Burgmauern ausgegraben. Sie hatte noch lange blonde Haarreste am kalten Schädel. War sie die weiße Lady?

castle staircase ruinJohn Wilson dagegen erlitt ein ganz anderes Schicksal aber erstaunlicherweise genau zur gleichen Zeit wie die weiße Lady, im Jahr 1590. Sein Verderben war es, dass er zwischen die Fronten zweier mächtiger und selbstherrlicher Männer geriet. Ein Streit, der John Wilson sein Leben kostete. Der eine Mann war ein Freund von Lord Robert, dem Hauptverdächtigen beim Tod der jungen Frau und ihrer „Entsorgung“ außerhalb seiner Burgmauern, Douglas of Drumlanrig. Der andere war Sir Thomas Kirkpatrick, in dessen Dienst John Wilson stand. Wilson wurde mehrere schlimmer Taten beschuldigt, Sir Thomas verteidigte ihn aber Douglas of Drumlanrig ließ seine Beziehungen spielen und John Wilson hängen. Nur um Sir Thomas zu zeigen, dass er es konnte. So gesehen geht auch dieser Tod auf das Konto des gnadenlosen Sheriffs. John Wilson soll seitdem Ketten rasselnd und klagend durch die Mauern der Burg spuken.

So zumindest ist die gängige Variante. Aber vielleicht war John Wilson ja gar nicht so unschuldig und vielleicht war er eingesperrt und gehängt worden, weil er etwas mit dem Verschwinden der blonden Schönheit zu tun gehabt hatte?

Sanquhar Friedhof

Aber als wäre das nicht genug der mitternächtlichen Unruhe – es spukt nicht nur rund um die Burg, es spukt auch auf dem Friedhof von Sanquhar. Dieser Geist tauchte etwas später auf als die beiden von der Burg aber er scheint der deutliche gruseligere Geist zu sein. Die Geschichte von Abraham Crichton. Crichton war wohlhabend mit Gutsbesitz und ausgedehnten Ländereien in der Gegend. Dennoch meldete er Bankrott an. Man glaubte ihm nicht, dass er kein Geld mehr hatte und war in Sanquhar vielmehr davon überzeugt, Crichton habe es irgendwo versteckt. Er starb im Jahr 1745, vier Jahre nachdem er bankrott gegangen war.

Bauarbeiten Sanquhar Friedhof

Nun gab es in Sanquhar eine bereits lange anhaltende Diskussion um die Kirche von St. Bride, die nicht mehr genutzt wurde und verfiel. Einige wollten sie abreißen, andere hielte das für ein Sakrileg, das Gottes Zorn hervorrufen würde.

Sanquhar Friedhof DumfriesAbraham Crichton scherte sich nicht darum und ließ mit den Abrissarbeiten beginnen. Am Abend ritt er nach Hause als ein Blitz sein Pferd erschreckte, es bäumte sich auf und Crichton verlor den Halt. Das Pferd in Panik rannte los und zog Crichton, den Fuß im Steigbügel eingeklemmt, hinter sich her. Als Pferd und Reiten Dalpeddar erreichten, war der Reiter tot. Die Strafe Gottes für seine Lügen und seine Missachtung der Kirche, dachte man in Sanquhar und war nicht sonderlich traurig.

Abraham Crichton wurde im Friedhof bestattet, doch er tauchte immer wieder auf, verfolgte Trauernde, flehte sie an, erschreckte sie zu Tode. Keine wollte mehr im Dunkeln über den Friedhof gehen. Die Stadt war in Aufruhr.

Bis Pfarrer Hunter die Initiative ergriff und mit Schwert und Bibel bewaffnet die Nacht auf dem Friedhof verbrachte. Am nächsten Morgen verkündete er müde, dass der Geist nun nie mehr auftauchen würde. Er sollte recht behalten. Das Grab von Abraham Crichton hat man dennoch mit Ketten gesichert, für alle Fälle.

Die Kirche auf dem Friedhof ist ebenfalls eingezäumt. Bauarbeiten scheinen erneut zum Erliegen gekommen zu sein. Vom Grab Abraham Crichtons keine Spur.

Drei Geistergeschichten auf einem so kleinen Gebiet – Die Familie Crichton scheint (zumindest in Sanquhar) recht spukanfällig gewesen zu sein.

 

Weiterlesen

Sneak Preview 2 – Reiseinspirationsbuch Schottland

Die Untote von Edzell

Edzell (sprich: edschell ) ist ein malerisches kleines Städtchen aber Aussehen kann täuschen. Zum einen ist Edzell überhaupt nicht wirklich Edzell, das ging im Laufe der Jahrhunderte irgendwie verloren. Diese Siedlung hieß ursprünglich Slateford und bekam den Namen Edzell, nachdem das gleichnamige Dorf in der Nachbarschaft von seinen Bewohnern aufgegeben worden war. Das verlassene Dorf lag da, wo heute der Friedhof liegt und der birgt ein dunkles Geheimnis: hier ist das Grab einer Untoten.

Das Mausoleum der Familie Lindsay ist der einzige noch übrig gebliebene Teil der 1818 zerstörten Kirche. Um dieses Grabgewölbe und um die Lindsay-Familie rankt sich eine  Überlieferung, noch faszinierender und merkwürdiger als die des verlorenen Dorfes.

Nellie Merthe Erkenbach Abenteuer Highlands Angus

Die Lindsays waren eine wohlhabende Familie, die im nahe gelegenen Schloss Edzell lebte. Der Earl of Crawford aber verlor Anfang des 18. Jahrhunderts sein Vermögen. Die Geschichten, die sich um diese Familie ranken sind zahlreich und fesselnd zugleich, manche sind romantisch, andere beängstigend, diese ist beides. Sie spielt zu einer Zeit, als viktorianische Gruselromane populär waren und Werke wie Dracula, Frankenstein oder die Geheimnisse von Udolpho geradezu verschlungen wurden. Die Leser waren fasziniert von  Vampiren, Geistern und dem Leben nach dem Tod. Die Untoten waren mehr als nur eine weit hergeholte Angst, sie schienen Realität und die lag in Edzell näher, als manch einem lieb war.

Und hier ist die Geschichte (fairerweise muss gesagt werden, sie wird von mehreren Orten und mehreren toten Frauen erzählt): Es war einmal eine junge und höchstwahrscheinlich schöne Frau, deren Namen nicht bekannt ist. Sie war eine Lindsay, reich und tief betrauert als sie starb. Sie brachten ihre Leiche zur Familiengruft, Gold und Schmuck funkelten im Sarg. Dieser Überfluss war natürlich verlockend für jene in Edzell, die mit Reichtum nicht so gesegnet waren, wie die Lindsays. Der Küster sah wohl die Chance seines Lebens. Endlich nicht mehr arm sein! Mit dem Geld, das er für den Schmuck bekommen würde, könnte er anderswo ein wunderbares Leben führen.

Es wurde Nacht über dem Friedhof von Edzell, ein kalter Wind wehte über die Gräber. Ein dunkler Schatten schlich hinüber zur Familiengruft. Der Küster war zurück. Ein Käuzchen schrie in den Bäumen, der Nebel lag schwer über dem Boden. Leise trat der Küster an die schwere Tür der Gruft und schloss sie auf. Das Mondlicht wies ihm den Weg, Licht hätte ihn verraten. Da lag sie, die Leiche der toten Lindsay, das Gold schimmerte still in der Kälte der Gruft. Der Küster zündete eine Kerze an und nahm sich alles, doch die zwei großen Ringe an den Fingern der toten Frau bekam er einfach nicht ab. Er zögerte aber nicht lange. Ein scharfes Messer blitzte im Mondlicht als der Küster sich aufmachte die Finger der toten Frau abzuschneiden, um an die Ringe zu kommen.

Und im blassen Licht einer einzigen Kerze tropfte Blut zu Boden, und ein schwacher Schrei ertönte im Begräbnisgewölbe. Die Tote lebte. Der Küster war aus Angst vor dem, was er gerade gesehen hatte, selbst dem Tode nahe. Er ließ das Messer fallen und fiel in Ohnmacht. Und während er auf dem staubigen Boden der Gruft lag, erhob sich der blutende Leichnam und warf sein Leichentuch ab. Dann half die Auferstandene dem völlig verängstigten Küster auf und führte ihn hinaus aus der Gruft auf den Friedhof.

Der Küster war völlig verängstig und unfähig, irgendetwas zu tun. Sie bat ihn, sie ins Schloss zurückzubringen. Er schüttelte den Kopf. Sie versprach ihm eine Belohnung, wenn er sie zurück ins Schloss brächte. Er zitterte aber bewegte sich nicht von der Stelle. Sie versicherte ihm ihrer Vergebung und Dankbarkeit, aber er wollte nichts hören. Er wollte nur weg, ein für alle Mal weg von diesem Ort und der Leiche, die er zum Leben erweckt hatte, weg von dem Bild, das sich in seinen Kopf eingebrannt hatte wie sein Messer in die blasse weiße Hand schnitt, die zu bluten begann.

Sie gab auf und machte sich allein auf den Weg zum Schloss, lebendig, aber kalt und allein, ohne Licht und Hilfe. Der Küster aber verließ Schottland noch in derselben Nacht, in seinen Taschen der wertvolle Schmuck, der ihm helfen würde, ein neues Leben im Ausland zu beginnen. Sie hatte ihn angefleht, ihn zu behalten. Sie schuldete dem Dieb ihr Leben.

Seltsamerweise war dies nicht der einzige Fall einer vorzeitigen Bestattung in der Lindsay-Familie. Sir William Lindsay von Covington, wurde unter ähnlichen Umständen für tot erklärt. Nur den aufmerksamen Augen seiner jungen Urenkelin war es zu verdanken, dass er nicht lebendig in der Familiengruft endete, sie hatte „seinen Bart wackeln sehen“.

Liebe Leser,

wie manche von euch schon wissen schreibe ich gerade an einem weiteren Buch und natürlich spielt Schottland wieder die Hauptrolle. Ich habe über die Jahre in Schottland so viele Geschichten und spannende Hintergründe zusammengetragen, dass ich gar nicht anders kann, als sie zu einem Buch zusammenzufügen. 

Was ihr nun gelesen habt, ist ein Teil des ersten von rund 40 Kapiteln und nun ich hätte gerne von euch gern so viel wie möglich Feedback zu allem was euch gefällt oder nicht: Schreibstil, Themenauswahl, Inhalt, Struktur, Bilder usw. 

Die Fotos liefert der Mann zu, es wird also ein schottisch-deutsches Gesamtwerk und macht schon deshalb sehr große Freude. 

Im Juni werde ich immer sonntags Teile des ersten Kapitels hier vorveröffentlichen und hoffe sehr, dass von euch viele Rückmeldungen kommen. Seid kritisch!  Bringt euch ein! Danke. 

Nellie

nächsten Sonntag: Die Bildersteine der Pikten

NEU: Das Taschenbuch zum Blog

Nellie Marthe Erkenbach

Das Taschenbuch zum Blog

Dear Reader,

it is a truth universally acknowledged

…dass manche Dinge länger dauern als man möchte aber nun ist es endlich so weit. Das Taschenbuch ist veröffentlicht und ab sofort beim Amazon verfügbar.

Einfach hier klicken….Abenteuer Highlands

Abenteuer Highlands: Mein etwas anderes Leben im schottischen Hochland

Taschenbuch: 241 Seiten

Verlag: Independently published (28. Juli 2018) by Kindle Direct Publishing/Amazon

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 1980806314

ISBN-13: 978-1980806318

Größe: 12,9 x 1,4 x 19,8 cm

Preis: 11,76 €

Hotelgeist

Busta House Hotel (20)

 

Ich bin nur froh, daß ich Barbara nicht gesehen habe.

BBusta House Hotel (16)arbara Pitcairn möchte man nur sehr ungern begegnen. Sie ist nämlich schon seit dem 18. Jahrhundert tot. Dennoch spukt sie in Busta House, einem schönen alten Gemäuer in der Nähe von Brae im Norden von Shetland Mainland, heute ein Hotel.

Wie die meisten der weiblichen Geister starb auch Barbara an gebrochenem Herzen.

Busta House Hotel (4)

Busta House Hotel (7)Ihr geliebter Cousin ertrank am 14. Mai 1748, mitsamt seinem Lehrer und seinen drei Brüdern im kalten Meer. John war der Erbe der reichenGifford Familie. Barbara war schwanger und behauptete nach der Tragödie, John habe sie heimlich geheiratet. Die Urkunde aber konnte sie nicht vorweisen.

Busta House Hotel (11)Die böse Schwiegermutter soll sie gestohlen haben, weil ihr die veränderte Erblage so ganz und gar nicht in den Kram passte.

Lady Gifford ließ die arme Verwandte offiziell nicht zu Wort kommen und schickte sie nach Lerwick. Das Kind aber behielt sie in Busta House und zog es groß. Barbara hatte ihren Sohn so gut wie nie mehr gesehen.

Deshalb, so heißt es, soll Barbara immer mal wieder nach Busta House zurückkommen, um nach ihrem Sohn und ihrem Geliebten zu suchen.

An ihrer Stelle hätte ich nach der Schwiegermutter Ausschau gehalten.

Ich bin nur froh, daß sie nicht in unsere, Zimmer gesucht hat. Das war das gesamte Wochenende komplett geistfrei. Und der Mann ist als Schotte nicht gänzlich frei von Aberglauben.

Busta House Hotel (15)Wie es so ist in reichen Familien, das Theater hatte kein Ende. Weil der uneheliche Sohn eben kein unangefochtener Erbe war, wurde sein Anspruch von einem Cousin angefochten. Die gerichtliche Auseinandersetzung zog sich fast 100 Jahre hin, am Ende war die Familie bankrott.

Im ersten Weltkrieg war Busta die Kommandozentrale und Kommunikationszentrum auf Shetland.

Busta House Hotel, Shetland Museum and Archives, Lerwick

Ob Barbara auch den ein oder anderen Soldaten erschreckt hat, ist nicht überliefert.

 

 

Der Fluch

Schotten sind ein abergläubisches Volk und auch ich habe inzwischen sagen wir mal eine Neigung diese Dinge nicht von vornherein gänzlich abzulehnen. So ging es mir letzte Woche mit dem Fluch.

Scots Pines Loch MareeQueen Victoria und ich mögen die Highlands, also Queen Victoria mochte, ich mag. Die Herrscherin weilte im Jahre 1877 an den Ufern des Loch Maree, heute ein ausgedehntes Naturschutzgebiet. Loch Maree HotelIch weilte letzte Woche in selbigem Hotel, allerdings mit weitaus weniger Gefolge. Um präzise zu sein, ohne jegliches Gefolge, mal abgesehen von dem Mann aber der folgt mir ja nicht.

schottischer LachsWir genießen die Ruhe, das gute Essen und den Whisky. Der Hotelier bietet eine Bootsfahrt auf die Isle Maree an, da gibt es unter anderem einen uralten Druidenring. Ein magischer Ort also, zu dem nur wenige gelangen.

Ich frage mich, ob Queen Victoria 1877 auch auf der Insel war. 20140731_192656Aber ich nehme mal an, Druiden waren nicht so ihr Ding.

Loch Maree Ich weiß natürlich alles über Merlin, Mistelzweig und Zaubertrank und freue mich auf das Abenteuer, das am nächsten Morgen um halb elf beginnt. Raymond wirft den Außenbordmotor an und tuckert uns und zwei Französinnen zur Insel. Ich schätze die Druiden sind gerudert.

Loch Maree

Kaum sind wir an Land, ist der Mann auch schon im 7. Himmel. Er hat eine Leidenschaft für Steine und da gibt es viele. Während er das Jagen und Sammeln beginnt, erzählt Raymond von dem Fluch. Keiner darf irgendetwas von der Insel mitnehmen, sonst ereilt ihn der Fluch und er stirbt in kürzester Zeit. Nicht einmal einen Stein, ergänzt er vielsagend.

Druidenring Isle Maree

Die Französinnen schütteln mit Panik in den Augen die Kiesel aus den Schuhsohlen.

Druidenring Isle MareeWunschbaumIch werfe dem Mann einen vielsagenden Blick zu und gehe die vielen Geheimnisse dieser sagenumwobenen Insel erkunden.

Friedhof Isle Maree Der Druidenring, ein Friedhof (vermutlich für die Pesttoten), ein Wunschbaum, ein heiliger Baum und eine ausgetrocknete Quelle, die vom Wahnsinn befreit. Und der Heilige Mael Ruba soll hier im 8. Jahrhundert eine Einsiedelei gehabt haben. Alles sehr mystisch und geheimnisvoll.

Isle Maree

Und der Fluch???

Was, wenn der Fluch….???

Die Steine…!!!

viele SteineBevor wir wieder ins Boot steigen fordere ich Rechenschaft über all die Taschen, die ein Mann so an seinem Körper hat. Sicher ist sicher.

„Steine??? “ frage ich nur.

„Keine!!!“ sagt er.

Schließlich sind die Schotten ein abergläubisches Volk.