Schottland Foto Challenge – Isle of Skye von Antje Babendererde

Hier ist Antjes Textbeitrag zur Foto-Challenge:
Halbinsel Waternish. Im Jahr 1578 wurde die kleine Trumpan Church Schauplatz eines fürchterlichen Verbrechens, als die MacDonalds von Uist bei Nacht und Nebel von ihrer Insel herüberkamen, um ihrerseits für ein Massaker Rache zu nehmen, dass die MacLeods in einer Höhle auf der Insel Eigg an ihrem Clan verübt hatten.
Während eines Gottesdienstes verriegelten die MacDonalds die Tür der Kirche und verbrannten alle Kirchgänger bei lebendigem Leib. Man sagt, ein junges Mädchen schnitt sich eine Brust ab, um durch eines der schmalen Kirchenfenster zu gelangen und ihre Leute auf Dunvegan Castle um Hilfe zu holen. Die Krieger der McLeods töteten alle MacDonalds, bevor sie Skye wieder verlassen konnten.
Drei MacLeods errichteten später die St. Clements Church in Rodel auf der Insel Harris, um Buße zu tun für ihre Taten. Steinern ruhen die einstigen Inselherren in Kettenhemd und Spitzhelm auf ihren Gräbern in der Kirche.

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Wer mehr wissen möchte zu der Geschichte in der Kirche von Trumpan oder über St Clement’s in Harris findet das auf Graveyards of Scotland

Burn the church!

an ax wound, mass murder and lust

 

Das war der letzte Beitrag zur Schottland Foto Challenge. Der Gewinner oder die Gewinnerin wird am 8.11.2020 bekannt gegeben. Abstimmen könnt ihr noch bis zum 31.10.2020. Und denkt daran, es zählen die Likes, nicht die Votes. 😉 Viel Glück!

Schottland Foto Challenge – Äußere Hebriden von Antje Babendererde

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Die Äußeren Hebriden. Auf dem Flughafen von Barra, der größten Insel im Süden der Äußeren Hebriden, landen ein bis dreimal täglich kleine Flugzeuge aus Glasgow auf dem Strand. Es ist der einzige reguläre gezeitenabhängige Flughafen der Welt. Die Piste besteht aus Millionen von Herzmuschelschalen und bei Flut kann ihr nicht gelandet oder gestartet werden.
Vielen Dank liebe Antje für deinen Beitrag. Auch diese Fotos sind wieder klasse!
Antje wäre in diesem Jahr gern nach Schottland gereist aber… lest mehr zu ihr unten.
Ich bin in Thüringen geboren und aufgewachsen und lebe jetzt in Liebengrün, einem 300 Seelen Dorf, immer noch Thüringen.
Gelernt habe ich Töpferin, schreibe aber seit fast 30 Jahren. Thema bisher: die Indianer Nordamerikas. Vor ein paar Jahren kam dann die Leidenschaft für Schottland dazu. Eigentlich wollte ich meine Romane nie in einem weiteren fremden Land ansiedeln, denn es ist immer so ein Ding, über fremde Kulturen zu schreiben. Aber dann war ich bei meiner letzten Recherche in Moosonee an der Hudson Bay, und fand auf einem Indianerfriedhof keltische Kreuze und etliche Cree hießen Macdonald, MacLeod, Sutherland … und weil ich mich bei unserer letzten Schottlandreise in Durness und Umgebung verliebt habe, ist es dann doch dazu gekommen.
Allerdings quäle ich mich mit dem Schottland-Manuskript wie noch nie mit einem zuvor. Weil vom Verlag aus die Seitenzahl begrenzt ist, weil es eine leichte Liebesgeschichte sein soll und ich finstere Seelenqualen und Dramen mag …
Und habe gemerkt, dass dreimal dort gewesen sein nicht reicht.
Dieses Jahr sollte es die erste richtige Recherchereise allein sein. Mit Linksverkehr und Drum und Dran. Tja …

Schottland Foto Challenge – Isle of Skye von Britta Dicken

Schottland und das Wetter

Jeder, der sich länger als fünf Minuten mit Schottland beschäftigt hört oder liest den Spruch: Gefällt Dir das Wetter nicht, warte ein paar Minuten. Oder alternativ:  Nur in Schottland gibt es alle vier Jahreszeiten an einem Tag!

Bisher haben wir immer darüber gelächelt. Ja, ab und an hat uns auch mal ein Regenschauer überrascht, sogar Hagel haben wir schon abbekommen und danach direkt wieder Sonnenschein. Aber nichts, wirklich nichts hat uns auf die paar Tage im April 2017 auf der Isle of Skye vorbereitet. Ja, ich weiß auch, April ist jetzt nicht die bevorzugte Reisezeit für Schottland. Aber wir hatten ein Ziel vor Augen: Eine Woche auf der Isle of Skye und zwei Tage davon mit einem Fotoworkshop zur Langzeitbelichtung mit einem preisgekrönten Fotografen. Der Workshop war toll, das Wetter war halt typisch schottisch durchwachsen. Angenehme 10 Grad, konstant ein leicht eisiger Wind und ab und an Sonne. Es hätte schlimmer kommen können, haben wir uns gedacht! An den Fairy Pools hingen die Wolken schön tief und gaben eine grandiose Kulisse für unsere Versuche der Langzeitbelichtung. Die Ergebnisse sind nicht perfekt, aber ich bin damit sehr zufrieden!

 

Nach dem Workshop wollten wir die Insel auf eigene Faust erkunden. Der Himmel war bedeckt (wann ist er das mal nicht auf Skye), aber bis auf ein paar verirrte Regentropfen, war alles in bester Ordnung. Ein leichter Graupelschauer überraschte uns auf der Columba’s Isle, einer kleinen Friedhofsinsel mit einigen außergewöhnlichen Grabsteinen. Mehr im Gedächtnis geblieben sind uns allerdings eher die Wachgänse auf der Straße zur Insel, die lautstark jeden unserer Schritte kommentiert haben und versucht haben, uns durch den Zaun zu beißen. Wer braucht Hunde, wenn er Gänse hat!

Von dort aus sind wir ins wunderschöne Fairy Glen gefahren. Eine verwunschene Landschaft … schöner, als sie jedes Bild wiedergeben kann! Überrascht hat uns allerdings die Schneekuppe auf der Trotternish Ridge. Unser Host hatte uns zwar erzählt, dass es in der vergangenen Nacht geschneit hätte, aber bisher hatten wir davon nichts gesehen. Uns erwartete ein ausgedehnter Spaziergang bei strahlendem Sonnenschein und einem eisigen und starken Wind! Aber der Kampf gegen die Sturmböen hat sich gelohnt. Ich weiß nun auf jeden Fall, warum dies das Tal der Feen ist!

Doch wir wollten an diesem Tag noch weiter. Duntulm Castle, die Ruine auf dem Felsen ganz am nördlichen Ende der Insel ist nicht so sehenswert. Aber die kleine Bucht ist ein Traum. Wir waren bereits vor Jahren dort und wollten uns unbedingt nochmals in Ruhe umschauen. Doch je weiter wir nach Norden fuhren, auf der einzigen Straße dort oben im Nirgendwo, desto kälter wurde es. Gefühlt mit jedem Kilometer sank die Temperatur um ein weiteres Grad und plötzlich wurde aus dem leichten Nieselregel ein leichter Graupelschauer und aus dem Graupelschauer wurde Schnee. Erst nur kleine Flöckchen, dann immer größere und im Nu war die Straße kaum mehr zu erkennen. Ohne Begrenzungen, wofür auch, fahren hier wahrscheinlich am Tag keine drei Autos lang, war das gar nicht so ungefährlich. Schlimmer jedoch waren die Schafe. Schafe? Schlimm? Ja, spätestens dann, wenn sie so zugeschneit sind, das man sie kaum sehen kann, was sie natürlich dennoch nicht davon abhält mal eben über die Straße zu laufen.

Gesehen haben wir Duntulm Castle im dichten Schneetreiben nicht und sind gaaaaaanz langsam weitergefahren. Ab Portree war der Spuk übrigens wieder zu Ende. Der Schnee hielt sich noch ungefähr eine Stunde auf der Straße, dann war auch schon wieder geschmolzen und die Temperatur pendelte sich wieder auf schnuckelige 10 Grad ein. So im Nachhinein hört sich das ganz witzig an, aber selbst mit Winterreifen haben wir Blut und Wasser geschwitzt! Wenn wir es nicht selbst erlebt hätten, würden wir es wahrscheinlich heute noch nicht glauben.

Doch schon der nächste Morgen war außergewöhnlich! Strahlend blauer Himmel, Sonne satt und schneebedeckte Bergkuppen! Ein Traum-Wetter zum Fotografieren. Ich glaube, an keinem anderen Tag haben wir so schnell gefrühstückt wie an diesem Morgen! Wir wollten einfach nur raus und es war einfach gigantisch. Wir sind den ganzen Tag über die Insel gefahren. Haben mal hier gehalten, mal dort eine Pause gemacht und uns so langsam unserem Wunsch-Ziel des Tages genähert: Elgol.

Elgol ist ein verschlafenes Nest an einem kleinen Hafen. Alleine die Anfahrt ist schon außergewöhnlich. Die Straße ist so eng und so steil, dass selbst mein Alpenerfahrener Mann mit sehr viel Bedacht gefahren ist. Die Aussicht vom Hafen lohnt die Mühe aber auf jeden Fall! Ein Traum! In einer leichten Jacke haben wir den Strand erkundet und einen Adler verfolgt. Leider ist der so hoch geflogen, dass selbst mit dem großen Tele auf dem Bild nur ein Umriss zu sehen ist. Erst als wir ihn aus den Augen verloren haben, haben wir entdeckt, was da plötzlich auf uns zukommt. Dicke, dunkle, bedrohliche Wolken hatten sich am Sgùrr Alasdair aufgetürmt und kamen in einer rasenden Geschwindigkeit über die Bucht auf uns zu. Wir haben es mit Mühe und Not so gerade ins Auto geschafft, bevor einen kleines Unwetter über uns hereinbrach. Zwischen den beiden Fotos liegen übrigens knapp 30 Minuten! So viel dann zu dem schnell wechselnden Wetter in Schottland. Schneller geht es nirgendwo

Die Woche auf Skye war auf jeden Fall ein echtes Erlebnis und das Wetter zum Fotografieren ein Traum und Albtraum zugleich. Ach ja, das Unwetter war übrigens nach gut 10 Minuten wieder vorbei und die Sonne strahlte wieder vom Himmel. Ganz nach dem Motto: Warte ein paar Minuten, dann gefällt Dir das Wetter wieder.

Einmal mehr wunderbare Fotos. Vielen Dank dafür und dass du dir die Mühe gemacht hast, uns diese Geschichte zu schreiben. Natürlich gebe ich die völlig recht, die Isle of Skye ist auch im Winter wunderschön.  😊  LGN 

Schottland Foto Challenge – Andys Liebe zu Schottland

Liebe Leser,

hier kommt Andys zweiter Teil, ihr habt bestimmt schon darauf gewartet. Viel Spaß damit!

LGN

Die folgenden Jahre bin ich dann auf verschiedene Art und Weise nach – und durch Schottland gereist, mal mit Wohnmobil (9 m lang und 4,20 hoch ist definitv nichts für die Highlands, mal mit Wohnwagen (auch zu groß mit 10 m Länge zzgl. 5 m Auto – da findet man ja zum Teil keinen Campingplatz – „Oh my god, what is this?? Are you kidding me?“) und dann lieber mit gemieteten Ferienhäusern, von wo ich aus die jeweilige Gegend erforscht habe.

Eine Reihe dieser Bilder sind hier sehen, oft natürlich bekannte Plätze, aber trotzdem immer wieder wunderschön.

Ich habe Schottland die folgenden Jahre zu allen Monaten und Jahreszeiten bereist und  sogar das schottische Wetter lieben gelernt. Das Essen in den Restaurants und Pubs hat sich über die Jahre deutlich verbessert, man hat gelernt, dass man mit erstklassigen Lebensmitteln auch gutes Essen machen kann.

Sogar das Bier hat sich verbessert, aus dem faden, spülwasser-ähnlichen Gebräu – sowohl vom Geschmack als auch vom Alkoholgehalt her – haben sich wahre Kunstwerke entwickelt.

Und vor 6 Jahren habe ich sogar meine Leidenschaft für Whisky entdeckt.

Mit Spontanität nach Schottland – von April bis September – zu schönen Plätzen war allerdings die letzten Jahre nicht mehr möglich, man musste zum Teil ein Jahr im Voraus buchen, was allerdings nicht immer so einfach ist. Immer mehr Menschen haben dieses Land für sich entdeckt und alles belegt…

Vor zwei Jahre habe ich – nachdem ein gemietetes Feriencottage mal wieder fototechnisch zwar sehr gut angeboten wurde, aber in der Realität blanker Horror war – spontan ein älteres Cottage zwischen Lochgilphead und Oban fest angemietet. Ich war eh 2-3 mal im Jahr dort und durch das gemietete Haus war ich jederzeit in der Lage mit Handgepäck (voll mit deutschem Brot – da hat sich nichts verbessert) ein paar Tage zu verschwinden.

Auch wenn es – trotz Ofen und Heizlüfter – draussen wärmer als drinnen war und ich dank eines undichten Daches im Bad auch ohne den Wasserhahn abzudrehen duschen konnte – so hatte ich endlich meinen eigenen Platz in meiner Herzensheimat.

Letztes Jahr hat mir dann mein damaliger Vermieter mitgeteilt, dass er das Cottage und seine Wohnung in Glasgow verkaufen würde um nach Irland zu ziehen (Wie kann man nur? Mal dort Urlaub zu machen ist ja ok, aber von Schottland weg??).

Da ich nicht wusste, ob ich dort dann weiter wohnen können würde, war das der Anlass mir etwas neues zu suchen. Und – nach anfänglichen Problemen – fand ich dann tatsächlich meinen Traum in dieser Gegend, nur 8 km weit weg bei Crinan, modern, warm und mit Blick aufs Meer. Und mit Glasfaserinternet!!!  in der Nähe eines Dorfes mit 74 Einwohnern  (75 – wenn ich dort bin).

Die Pandemie der letzten Wochen hat ja gezeigt, dass man – wenn man Glück hat – auch vom Homeoffice gut arbeiten kann und das ist halt dann 2000 km weit weg vom Büro….

Schottland Foto Challenge – Edinburgh und Inchcolm von Britta Dicken

Edinburgh und Inchcolm im Herbst

Die bevorzugte Reisezeit für Städtereisen ist sicherlich der Frühling. Aber wir waren von unserem ersten Schottland-Besuch so begeistert, dass wir direkt im gleichen Jahr noch ein verlängertes Wochenende in Edinburgh drangehangen haben.

Im Oktober ist Edinburgh sehr schön. Es ist nicht so voll, das Wetter ist … schottisch und die Leute sind entspannt, denn die Festivalsaison liegt hinter ihnen. Wir haben die drei Tage in vollen Zügen ausgenutzt und haben die Stadt zu Fuß erkundet.

Das absolute Highlight war jedoch ein spontaner Ausflug zur Isle of Inchcolm. Mit dem Bus geht es von Edinburgh aus nach South Queensferry und dann mit einem kleinen Boot weiter. Das Wetter ist für einen Bootsausflug eigentlich nicht geeignet, aber drinnen sieht man so wenig. Also, Kapuze auf, Taschentuch zum Reinigen der Linse griffbereit in die Tasche und Zähne zusammenbeißen.

Die Isle of Inchcolm ist heute unbewohnt und liegt mitten im Firth of Forth, der Meeresarm, der sich bis weit ins Landesinnere erstreckt. Sie soll angeblich schon von den Römern genutzt worden sein, aber das für uns Interessante ist die Ruine des Klosters. Ihr sichtbare Geschichte beginnt um 560 herum, als der irische Mönch Columba von Iona die Insel besuchte. Aus dieser Zeit soll auch das steinerne kleine Gebäude stammen. In dieser Einsiedelei lebte um 1123 ein Mönch, der Alexander I. und seinen Begleitern nach einem Sturm Obdach gewährte. Alexander I. versprach ein Kloster zu gründen, doch erst ein Jahr später konnte sein Bruder und Nachfolger, David I., dieses Versprechen erfüllen.

Erst bestand die Kirche nur aus einem kleinen Schiff mit einem kurzen Chor. Bereits um 1200 wurde der Chor mit einem Turm gekrönt und ein neuer Chor angebaut. In der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts wurde dann das achteckige Kapitelhaus mit zwei Stockwerken erbaut. Die Abtei wurde immer wieder erweitert, so dass schließlich das gesamte Erdgeschoss als Kreuzgang genutzt werden konnte. Erst zu Zeiten der Reformation wurde die Abtei aufgelöst.

Dank ihrer abgeschiedenen Lage ereilte sie jedoch nicht das Schicksal vieler anderer aufgelöster Abteien. Sie wurde nicht als Steinbruch genutzt, so dass die Ruine in einem sehr guten Erhaltungszustand ist.

Erst zu Zeiten des Ersten und zweiten Weltkrieges wurde die taktische Lage der Insel wiederentdeckt und einige Geschützstände zur Verteidigung der Küste auf ihr montiert. Auch diese Überreste sind heute noch zu sehen, doch für uns waren sie nicht so interessant.

Viel interessanter ist jedoch, dass sich auf der Insel auch Brutkolonien von Möwen und Eissturmvögeln befinden. Daher ist ein Großteil der Insel für Besucher nicht zugänglich, um die Vögel nicht bei der Brut zu stören. Zudem tummeln sich, so wie gefühlt auf jedem Felsen im Firth of Forth, auch einige Robben rund um die Insel. Einige davon haben uns die Wartezeit bis zur Ankunft unseres Bootes versüßt. Leider hatte ich damals nur eine kleine Kompaktkamera ohne nennenswerten Zoom, aber erfreut habe ich mich dennoch an ihnen und ihren Spielen im Wasser!

Wer also in der Ecke ist und einfach mal dem Großstadttrubel entfliehen möchte, der sollte sich überlegen, ob die Isle of Inchcolm nicht ein Besuch wert ist  Ich würde sagen: Auf jeden Fall!

Und wir auch liebe Britta. Vielen Dank für die großartigen Fotos! Auch wenn du viel mehr geschickt hast, als die 5 für den Wettbewerb erforderlichen. 😉 Dafür perfekt mit Text und Recherche. Das gibt von mir ein extra Like. 👍 LG Nellie

Schottland Foto Challenge – Landschaft von Rolf Eckerle

Naturparadies Schottland

In Glen Affric erhascht man eine Ahnung davon, wie der ursprüngliche Wald in Schottland ausgesehen hat. In Inverness-shire gibt es noch ein durchaus beträchtliches Vorkommen, vor allem in den etwas entlegeneren und einsameren Tälern: Glen Cannich, Glen Strathfarrar und natürlich Glen Affric, das wohl berühmteste der drei Täler. Für viele ist Glen Affric sogar das schönste Schottlands. Glen Affric ist nur zu einem kleinen Teil mit dem Auto zugänglich, der Rest geht nur zu Fuß, man ist mitten in einem Naturschutzgebiet. Es ist wild und es ist romantisch, ein Fotomotiv reiht sich bei gutem Wetter an das andere, aber auch bei Regen lassen sich stimmungsvolle Bilder machen.

Vielen Dank lieber Rolf für diese sehr stimmungsvollen Bilder. Man hört förmlich den Klang der Regentropfen auf den wasserdichten Jacken. 😀 LG Nellie

 

Schottland Foto Challenge – Outlander Locations von Antje Babendererde

Und hier ist Antjes Outlander-Geschichte:
2015 waren wir unter anderem auch auf Outlanderspuren. Ich fand es faszinierend, diese Filmkulissen zu sehen, weil es so wenig bedurfte, im Film die Illusion entstehen zu lassen.
In Doune Catle traf ich auf eine Amerikanerin, die mit ihrer schottischen Reiseführerin auf Outlander-Tour war. Damals war “Outlander” in Schottland kaum bekannt, weil die Serie ja nur zu streamen war und man in Großbritannien nicht wollte, dass die Schotten die Serien vor dem Referendum zu sehen bekommen.
Ich hatte einige Schauplätze von zuhause recherchiert, aber “Lallybroch” hatte ich nicht finden können. In Culross begegnete ich den beiden Frauen wieder und erzählte ihnen, wie genervt mein Mann ist, ob meiner Schauplatzsuche. Er fand im engen Culross keinen Parkplatz … Die Reisleiterin lachte und meinte, so wie es “Golfwitwen” gibt, wären nun die “Outlander-Witwer” dazugekommen.
Und sie verriet mir, wie ich Lallybroch finde und dorthin komme. Unweit von Midhope Castle davon gibt es einen Naturkostladen, in dem muss man nachfragen. Dort bekommt man eine Erlaubnis, die muss man unterschreiben, und dann kann sich mit Wegbeschreibung auf den Weg machen.
Als ich im Naturkostladen nach Lallybroch fragte, horchen alle Mitarbeiter auf und grinsten sich an. Ich bekam die Erlaubnis Nr.79 und dann sind wir durch den Wald geirrt, bis wir es gefunden hatten. Midhope Castle steht zwar unter Denkmalschutz, wird aber als Baustofflager genutzt. Im Inneren gibt es keine Fußböden mehr … und dennoch: Ich stand davor und konnte in meiner Vorstellung die Tür öffnen und mit Jenny und Ian eintreten in das gemütliche Haus. Und natürlich konnte ich auch Jamie im Tor sehen, wie er ausgepeitscht wurde …
Von allen Schauplätzen hat mich dieser Ort am meisten berührt. Vielleicht, weil wir ganz allein dort waren.

 

Schottland Foto Challenge – ein Mann, eine Idee

Liebe Nellie,

Auch wenn ich es ursprünglich vorgeschlagen hatte, dass wir alle unseren schönsten Bilder einsenden, so war es alles andere als einfach für mich meinen Beitrag zu leisten. Es ist sehr schwer mich zu entscheiden, vor allem da ich die allerschönsten Bilder im Kopf habe und nicht als Foto… Ich kann auch leider nicht so tolle Geschichten zum Besten geben wie meine Vorgängerinnen (wieso eigentlich immer nur Frauen?? Bin ich hier der einzige Vertreter meiner Gattung???)

Ich dachte, ich erzähle einfach mal meine Geschichte wie ich zum Herzensschotten wurde…

Schon als Kind haben mich Geschichte, Burgen, wilde Landschaften und das Meer fasziniert. Bücher wie „Die Schatzinsel“, „Der seltsame Fall von Dr. Jekyll and Mr. Hyde“ über „William Wallace“, „Maria Stuart“ aber später auch mal Werke von Robert Burns haben mich stundenlang gefesselt. Natürlich aber auch „Outlander“ (als Bücher verschlungen – aber auch als Film sehr genossen) Last but not least – die Geschichte über das Leben unserer Lieblingsautorin mit ihren „Abenteuern Highlands“ hat mich lauthals amüsiert.

2005 habe ich mit meiner damals neu kennengelernten Beziehung spontan meine erste Reise zu Pfingsten mit dem Auto nach Schottland gemacht. Völlig planlos nach Gefühl haben wir in Edinburgh begonnen (eine der schönsten Städte in Europa), dabei jeden Tag wo es uns gefiel quer durch Schottland in einem B & B übernachtet (oder auch mal auf Isle of Skye – wenn nichts zu finden war – im 19,99 € Discounter-Zelt bei strömenden Regen festgestellt, wie besitzergreifend Frauen um jegliche Decke im Schlaf kämpfen können – blutige Nase verursacht durch einen Tritt eines zarten Frauenfusses).

Ich habe auch gelernt, dass die putzigen „Eintagsfliegen“ dann blutsaugende Midges waren, Black Pudding nichts mit einer Süßspeise zu tun hat, Schulenglisch in Schottland – vor allem an der Westküste – soviel bringt wie Polnisch in der Mongolei und dass die Menschen dort eine Gastfreundschaft, einen Humor und eine Herzlichkeit haben, die seinesgleichen sucht.

Über 2500 km später war mir klar, dass ich meinen Herzensplatz gefunden hatte.

 

Danke lieber Andy dass du es noch geschafft hast, wenige Stunden vor Einsendeschluss deine Bilder zu schicken. Ich bin mir sicher, dass nicht nur ich mich darüber freue. Der zweite Teil kommt demnächst. 

Schottland Foto Challenge – Schottlands unbekannter Süden von Steffi Arendt

Liebe Nellie,
normalerweise mache ich nicht mit bei solchen Challenges. Aber wenn es um Schottland geht, da bin ich dabei! 🙂
Für meinen Beitrag habe ich gedacht, dass ich mal eine Region aussuche, die bei deutschen Schottland-Touristen nicht so bekannt ist: Die Lowlands. Also, eigentlich sind die ja gar nicht so flach, vor allem nicht in den Southern Uplands. Aber es sind halt nicht die Highlands und wir haben dort (wenn überhaupt) nur schottische Touristen getroffen. Wir finden, dass sich die Lowlands nicht hinter den Highlands verstecken müssen!
Es hat jedenfalls unendlich Spaß gemacht, mal wieder in den alten Fotos zu stöbern und mich an die 2018er-Tour durch Schottlands Süden zu erinnern. Danke für den schönen Nachmittag!
Und auf dein neues Buch bin ich auch schon sehr gespannt. ich werde es auf jeden Fall lesen, mit oder ohne Hauptgewinn! 🙂

Liebe Grüße

Steffi Arendt

Schottlands unbekannter SüdenMein Mann Friedel und ich sind passionierte Weitwanderer und besonders häufig sind wir in Schottland, Nordengland und Wales unterwegs. So entschlossen wir uns 2015, in neun Etappen ganz Großbritannien zu erwandern, über 2000 Kilometer zu Fuß von Land’s End in Südengland bis zum Cape Wrath im Norden Schottlands.

Von den neun Etappen sind wir bereits acht gelaufen, die nördlichste von Strathcarron nach Cape Wrath steht jedoch noch aus. Erst kamen uns die Brexit-Wirren, dann Corona dazwischen. Auf unserem Weg von der englisch-schottischen Grenze bis hoch in den Norden sind wir dabei auf dem „Scottish National Trail“ unterwegs, einer informellen Route, die mit 864 Kilometern von Kirk Yetholm an der Grenze zu Nordengland bis zur nordwestlichsten Spitze Schottlands führt.

Häufig werden wir gefragt, welche Landschaften uns denn auf unserem langen Weg bisher am meisten gefallen haben. Diese Frage ist für uns schwer zu beantworten, denn wir waren auf vielen spektakulären Wegstrecken unterwegs. Die felsigen Küsten Cornwalls sind natürlich ein besonderes Highlight, aber wir lieben auch die grünen Täler und braungrau-kargen Höhen der Pennines und der schottischen Berge. Unser Weg durch die Cairngorms und Western Highland war dabei unvergesslich – die Landschaft dort ist wirklich grandios, das wisst ihr alle. Allerdings war es Ende September dort eigentlich schon zu kalt zum Campen und im Dauerregen wären wir bei zwei Flussquerungen beinahe abgesoffen. Die Gegend dort ist phänomenal, aber kann auch ein wenig stressen, wenn man bei Wind und Wetter jeden Tag zu Fuß unterwegs ist.

Überhaupt ist das Wetter ein wichtiger Faktor, um sich beim Wandern rundum wohl zu fühlen. Besonders Glück hatten wir auf unserer Tour durch die Southern Upands und die Central Lowlands im Mai 2018. Hier waren wir im Mai und es war durchweg sonnig, aber nicht zu heiß. Noch dazu bietet die Region alles, was das Wandererherz höher schlagen lässt: Weite Ausblicke über sanfte Hügel, alte Burgen, Schlösser, verfallene Abbeys und einen beschaulichen Gang entlang des mäandernden River Tweed. Die Waldböden waren übersäht mit dem blauen atlantischen Hasenglöckchen und auf den Wiesen sprangen übermütig die Lämmer. Wir müssen zugeben: Eigentlich war das unsere Lieblings-Tour!

Wenn ich jetzt nochmal die Bilder für diesen Beitrag sichte, begeistert mich die Tour noch immer und es fällt mir unendlich schwer, nur fünf Bilder auszuwählen. So habe ich mich für fünf besonders repräsentative Fotos aus dem Süden Schottlands entschieden:   Ein Fliegenfischer im River Tweed, Dryburgh Abbey, „The Three Brethren“ und Brown Knowe in den Southern Uplands und Bo’ness Castle am Firth of Forth. 

Auf allen Bildern sind kaum andere Menschen zu sehen. Abgesehen von einigen Top-Touristen-Destinationen wie Linlithgow Palace, Melrose Abbey und Bo’ness Castle waren wir fast immer allein unterwegs. Kaum ein anderer Wanderer verirrt sich unter der Woche in die einsamen Hügel der Southern Uplands und Pentland Hills.

Und das Beste: Fast jeden Abend konnten wir hier noch unsere müden Knochen in einem gemütlichen B&B-Bett ausstrecken und abends im Pub ein Ale schlürfen. Nördlich von Blair Atholl wurden die Distanzen zwischen den Orten immer länger und wir verbrachten zahlreiche Nächte im kalten Zelt. Hier waren wir der Natur besonders nah, aber eigentlich mögen wir es abends eher bequem.

Wenn ihr mehr über unseren langen Fußweg über die britische Hauptinsel lesen wollt: Wir haben auch ein Blog:

lecw.blog

Ganz großen Dank liebe Steffi für die sehr schönen Bilder und diesen tollen und sehr ausführlichen Text. Ich bin mir sicher, du hast nicht nur mich damit inspiriert immer mal wieder auch nach Süden zu schauen. Und allen Lesern sei Steffis Wander-Blog ans Herz gelegt. Liebe Grüße, Nellie