3 Geistergeschichten von der Isle of Skye

Überall in Schottland, aber besonders in den Highlands, werden Geschichten von übernatürlichen Trauerzügen erzählt. Diese Prozessionen können nur wenige sehen, eigentlich nur Menschen, die für übernatürlich Phänomene empfänglich sind, aber für sie sehen diese Geister-Prozessionen so echt, aus wie eine echte Beerdigung. Nicht jeder weiß, ob er oder sie diese Gabe hat, Vorsicht ist also geboten. Diese Phantom Prozessionen weisen normalerweise auf einen bevorstehenden Todesfall hin, einige auf einen gerade eingetretenen. Sie führen alle zu einem Friedhof.

In Schottland war es in der Vergangenheit üblich, niemals mitten auf der Straße zu gehen, besonders an einsamen Orten und nachts, denn Sie wollten nicht in einem Trauerzug gehen, den Sie nicht sehen konnten, die Geister konnten Menschen zwingen, mit ihnen zu gehen.

Scavaig, Insel Skye

Straße von Heasta

Eine Skye-Frau sah einmal einen Trauerzug mit mehreren Särgen, aber, und das war ungewöhnlich, ging der nicht auf einer Straße, sondern über den Hang und unebenes Gelände. Dies geschah in Scavaig, einer abgelegenen Ecke auf der Isle of Skye. Die Frau starb. Zwei Jahre nach ihrer Vision ertranken drei Männer in Loch Scavaig. Ihre Leichen wurden in Ufernähe begraben und später wieder ausgegraben, um sie auf dem gleichen Weg, den die Frau gezeigt hatte, zum nächsten Friedhof zu tragen.

Strathaird, Insel Skye

Kilmarie Wanderweg

Eine andere übernatürliche Prozession wurde nicht weit davon in Strathaird, in der Nähe des Friedhofs von Kilmarie, gesehen. Die Männer trugen die Leiche eines Mannes in einem grauen Plaid, der im Fluss ertrunken war. Seine Leiche wurde Wochen später gefunden.

Portree, Insel Skye

Portree Friedhof

Ein tatsächlicher Hotspot für übernatürliche Ereignisse rund um Friedhöfe scheint Portree gewesen zu sein. Eines Nachts wachte ein Mann auf, als er einen Anruf von seinem Arbeitskollegen hörte, mit dem er normalerweise von The Braes nach Portree ging. Er stand auf und folgte der Stimme, die ihn, nachdem er immer wieder gerufen hatte, schließlich auf den Friedhof dort führte. Erst jetzt bemerkte er, dass sein Gefährte tot war und er eine Stimme hörte, die nicht von dieser Erde war.

In einer anderen Mondnacht in Portree ging schließlich ein Mann mit der Prozession. Als er fragte, an wessen Beerdigung er teilnehme, wurde ihm geantwortet: „Es ist deine eigene.“

Quelle:

Ronald Black (ed.): The Gaelic Otherworld. John Georgson Campbell’s Superstitions of the Highlands & Islands of Scotland and Witchcraft & Second Sight in the Highlands & Islands. Edinburgh, Birlinn Origin; 2019

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Nether Largie – heiliger Ort

Nether Largie South war eines der ersten Denkmäler im Kilmartin Tal, uralt, heilig und immer noch geheimnisvoll. Ein außergewöhnlicher Ort, der vor 5500 Jahren entstand.

Ungefähr tausend Jahre später wurde das Grab erneut für weitere Bestattungen verwendet. Diesmal wurden Töpfe und Pfeilspitzen mit den Leichen begraben. Noch später, während der Bronzezeit, wurde das Grab umgebaut und in einen kreisförmigen Steinhaufen umgewandelt.

In den Köpfen der Menschen, die dort lebten, war dies ein besonderer Ort und das schon seit Generationen, mitten zwischen den Siedlungen, mitten auf den Feldern. Im Grab wurden auch Ochsenknochen gefunden, ein Zeichen dafür, dass einige Männer mit ihren weltlichen Besitztümern begraben wurden.

Wenn die Steine nur erzählen könnten.

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Die Kurzschlacht von Prestonpans

Schottische Schlachten, wie in der Tat viele andere Schlachte auch, brannten sich aus mehreren Gründen in das Gedächtnis ihrer Nation ein:  wegen der vielen Verluste, die auf einer oder beiden Seiten erlitten wurden, wegen der Heldentaten Einzelner oder der Dauer, in der sie wüteten. Prestonpans war eine der kürzesten Schlachten in der Geschichte Schottlands, sie dauerte nur knappe 10 Minuten.

Es war der 21. September 1745. Prince Charles war gekommen, das Land zu regieren und es von der englischen Herrschaft zu befreien. Gerade hatte er die Hauptstadt, Edinburgh, eingenommen, wo man den (so hoffte man) künftigen König der Schotten euphorisch feierte.

Keine guten Nachrichten für die Engländer und ihren General Sir John Cope, denn der führte eine Truppe Soldaten an, die wenig Erfahrung hatte im Kriegsgeschäft. Dennoch musste er eingreifen und marschierte gen Edinburgh.

Küstenlinie East Lothian

Auf dem Weg dorthin lagerten sie in Haddington, was den Jakobiten in Edinburgh nicht verborgen blieb. Am Abend hielt Charles Edward Stuart Kriegsrat. Man wollte Cope und seine Truppen schon auf ihrem Weg nach Edinburgh zur Schlacht zwingen und sie nicht erst in der Hauptstadt erwarten. Die Schotten marschierten los, und als General Cope das vernahm, ging er auf einem Feld, das auf der einen Seite von einem unzugänglichen Moor geschützt war, in Stellung, um den schottischen Rebellenprinzen und dessen Männer zu erwarten. Hier sollte die Schlacht von Prestonpans geschlagen werden.

Prestonpans Friedhof

Cope kommandierte 2000 Männer und verfügte über Artillerie. Die Rebellen bezogen auf einer Erhebung Stellung, von der aus sie das Camp des General Cope gut übersehen konnten. Sie hatten nur wenig Musketen, keine Artillerie, nur ihre Breitschwerter und die dirks, die typischen Messer der Highlander. Es blieb ihnen also keine andere Möglichkeit, als frontal anzugreifen. Der Abend kam, der nächste Morgen würde Sieg, Tod oder Gefangenschaft bringen.

An diesem Abend meldete sich der junge Robert Anderson zu Wort. Er kam aus Whitburgh und kannte sich in der Gegend gut aus. Er wusste, es gab einen Pfad durch das Moor, auf dem man die englischen Truppen würde erreichen können, ohne dass man sie dort erwarten würde. Es war dunkel und vom Meer her zog dichter Nebel über das Moor. Robert Anderson führte die Highlander bei Nacht und Nebel durch das Moor, in kleinen Gruppen auf dem schmalen Pfad, eine potenziell tödliche Route, doch Anderson hielt was er versprochen hatte und führte die Männer sicher ans Ziel.

Wolken über dem Forth of Forth

Als die ersten Sonnenstrahlen den Nebel auflösten, standen die Schotten überraschend an der Ostflanke der englischen Truppen. Die Artillerie blickte direkt in die aufgehende Sonne und war damit ihrer Stärke beraubt. Cope saß in der Falle und mit ihm seine Männer. Nach 10 Minuten waren 150 Mann der Regierungstruppen tot oder verwundet, einige flohen, der Rest wurde gefangengenommen. Die Highlander hatten nicht nur einen großen Sieg für die Moral errungen, sie hatten auch Waffen und Munition erbeutet. Und sie hatten an Ansehen gewonnen, denn nun sah man auch in London, dass die Highlander nicht nur wilde Einzelkämpfer, sondern vielmehr auch kluge Strategen waren.

Cope selbst entkam mit ein paar seiner Männer und brachte seinen Vorgesetzten die Nachricht seiner Niederlage persönlich. In den nachfolgenden Jahrhunderten waren spöttische Gedichte und Lieder über General Cope eine beliebte Art, sich an die Schlacht von Prestonpans zu erinnern.

Hey, Johnnie Cope are ye wauking yet? Hey Johnnie Cope, bist du schon wach? ist bis heute ein sehr beliebtes Lied mit einprägsamer Melodie. So ziemlich jede schottische Band hat das Lied irgendwann einmal aufgenommen, so auch die Corries und die Tannahill Weavers.

Einige der in der Schlacht von Prestonpans gefallenen Soldaten wurden auf dem Friedhof in Prestonpans begraben. Leider sind einige der alten Grabsteine zerstört worden. Eine bleibt jedoch, die von John Stuart von Phisgul, der im Regiment von Generalleutnant Peregrine Lascelles gegen die Jakobiten gekämpft hatte.

Hier liegen die Überreste on John Stuart of Phisgul, ein Galloway Gentleman and Captain in Lassel’sRegiment. Ein Mann von wahrer Tapferkeit, der ehrenhaft starb in Verteidigung seines Königs und seines Landes sowie der heiligen und bürgerlichen Freiheit, bis er gegen Ende der Schlacht auf dem Gebiet von Preston am 21. September 1745 von vier Highlandern barbarisch ermordet wurde.

Bei meinem Besuch auf dem Friedhof traf eich eine ausgesprochen liebenswerte ältere Dame, die mit großer Hingabe säuberte, pflanzte und goss. Ihr Sohn (sehr scheu und verschlossen) half ihr, wenig später kam ihr Mann, um sie abzuholen. Sie führte mich stolz zu dem Grab des gefallenen Captains, stolz, weil der Grabstein ihr persönlicher Bezug zur berühmten schottischen Schlacht war.

„Machen Sie das Tor gut zu.“ sagte sie, bevor sie zu ihrem Mann ins Auto stieg und mich allein lies mit ihrem Friedhof.

„Und bringen Sie das nächste Mal eine Drohne mit, da sieht man alles besser!“ rief der Gatte mir aus dem Auto zu. Er war offensichtlich nicht minder stolz darauf, Teil der schottischen Geschichte zu sein.

So ist das eben mit Friedhöfen in Schottland. Sie lassen einen nicht mehr los, weil sie die Verbindung sind zwischen persönlichem Erfahren und dem Erbe einer ganzen Nation. Egal ob man Schottin ist oder Deutsche.

Friedhofs-Attacke

Ein paar von euch haben es vielleicht auf Instagram verfolgt: Ich war mal wieder auf Friedhofstour, einmal ging es nach East Lothian und einmal nach Caithness, wobei die Reise in den nördlicheren Landesteil deutlich aufregender war.

wind farm near Camster @nme Nellie Merthe Erkenbach Graveyards of Scotland

Wir schreiben einen Samstag Mitte September, das Wetter ist gnädig, es ist relativ warm wenn auch windig, aber trocken, ideal also, um Friedhöfe zu erkunden und Fotos zu machen für den Blog Graveyards of Scotland. Ich fotografiere mich langsam nach Norden, der erste Friedhof auf der Liste, ist Dingwall. Da war ich zwar schon einige Male, aber habe es irgendwie nie geschafft, den Friedhof zu besuchen.

Danach arbeite ich mich Meile um Meile nach Norden, wo ich in der Nähe von Thurso ein Hotel gebucht habe. Der Tag neigt sich seinem Ende entgegen und weil das Hotel klein ist, hat die Rezeption nur bis 19:30 geöffnet. Ich bin zuversichtlich, dass ich das schaffe. Zehn Friedhöfe habe ich an dem Tag schon fotografiert und einen letzten will ich noch besuchen, bevor ich dann Feierabend mache und mich ins Hotel zurückziehe.

Langsam geht der Nachmittag in den Abend über. Ich fahre durch eine öde Wildnis, in der es nichts zu geben scheint als Weite, Wind und Windräder. Irgendwoher hier muss Camster sein. Es gibt nur eine einzige Abfahrt aber die ist Privatstraße und gesperrt. Ein rostiges Schild am Gatter weist auf die Farm hin, die denselben Namen trägt wie der Friedhof, zu dem ich mich jetzt aufmache. Spannend, denke ich mir, bestimmt ein kleiner Friedhof für eine winzige Siedlung, vielleicht nur für die Farm.

Camster farm and access to burial ground @nme Nellie Merthe Erkenbach Graveyards of Scotland

Ich packe die Gummistiefel an die Füße und ziehe los, der Abendwind bringt Kühle vom Meer und ich stelle den Kragen meiner Wachsjacke auf. Nach einer knappen halben Stunde Fußmarsch führt mich der Schotterweg zur Camster Farm und es ist mir nicht klar, wo hier der Friedhof hier sein soll. Ich scanne das Gelände aber erkenne keine Mauern, die auf einen kleinen Friedhof schließen lassen. Das ist nicht immer ganz einfach, oft sind die Mauern auch nur für die Schafe oder waren im Laufe der Generationen für verschiedenen Dinge. Von Weiten sieht das alles gleich aus. Auch wenn ich meine Augen inzwischen auf das Erkennen von Friedhöfen trainiert habe.

Camster burial ground @nme Nellie Merthe Erkenbach Graveyards of Scotland

Hier sieht es aus, wie es auf so vielen schottischen Farmen aussieht, ein paar verrostete Autos am Wegesrand, dazu etwas ausgedientes Werkzeug und sonstige Maschinen, die ich nicht zuordnen kann Ein Mann läuft vom Farmhaus zum Tor, fünf Border Collies springen lauthals bellend um ihn herum. Ich gehe auf ihn zu, winke verhalten und rufe, dass ich auf der Suche nach dem Friedhof bin. Er scheint mir zunicken, er sagt auch etwas, was ich aber nicht verstehen kann, das Gebell der Hunde ist viel zu laut. Wie Gummibälle irren die schwarz-weißen Schafhüter um ihn herum.

Der Farner bleibt hinter dem dünnen Drahtzaun stehen und murmelt etwas. Ich trete näher und auf einmal ist die Hölle los. So schnell kann ich gar nicht reagieren, da hat mich einer der Border Collies durch den Zaun durch am Arm gepackt, Gott sei Dank aber nur den Ärmel erwischt. Noch bevor mir diese Attacke bewusst wird, ist er schon Richtung mein Gesicht gesprungen, so schnell kann ich gar nicht zurücktreten. Ich schnappe nach Luft und mache endlich einen Schritt zurück. Hinter dem Zaun wütet die Meute.

„Ich habe Ihnen doch gesagt er ist keine Menschen gewohnt“. rügt der Farmer vorwurfsvoll. Als hätte ich gerade nach seinem Hund geschnappt und nicht umgekehrt.

Hat er das gesagt? Wenn ja, habe ich es nicht gehört. Wie auch, in dem Lärm.

Meine Wachsjacke hat drei Löcher, wo die Zähne des beißeifrigen Farmbegleiters durch das Material gedrungen sind, mein linkes Brillenglas hat eine riesige Schramme. Das war knapp! Soll ich mich beschweren? Ich bin allein, auf seinem Grundstück und er hat fünf Hunde. Die Frage ist also rhetorisch.

„Gehen Sie durch die zwei Gatter aber machen sie sie ja wieder ordentlich zu! Dann müssen Sie über den Fluss, aber nehmen sie nicht die Brücke, die ist nicht sicher. Dann gehen Sie über die Wiese hin zum Friedhof.“

Ich nehme die Anweisungen entgegen wie ein folgsamer Hund.

„Wir dürfen da nichts machen“ sagt er. „Früher gab es eine Vereinigung, die hat sich um den kleinen Friedhof gekümmert, aber inzwischen kommt da keiner mehr. Wir dürfen nicht rein.“

Er schaut mich streng an, als hätte ich es ihm verboten. Ich lächle etwas verkrampft.

„Vergessen Sie nicht, die Gatter wieder zu schließen!“ ruft er mir nach.

Als ob ich das vergessen würde, mit einem Blick auf seine fünf Berserker. Wenn die mir in freier Wildbahn begegnen, ist es aus. Tod auf dem Friedhof, denke ich und muss leise lächeln als ich mir die unterschiedlichsten Schlagzeilen dazu vorstelle.

Journalistin Opfer von Killer-Hunden

Das letzte Kapitel der Autorin

Von Farmhunden zerfleischt

Ich könnte ewig so weitermachen.

Derart amüsiert stapfe ich durch die Weide, schließe gehorsam beide Gatter mit höchst kunstvollen Seilschlaufen, balanciere durch zwei gummistiefeltiefe, glitschige Wasserläufe, um dann endlich am geheimnisvollen kleinen Friedhof von Camster anzukommen. Eine kleine Einfassung, eine uralte Steinmauer, wunderbar blühende Weidenröschen und eine alte, wackelige Holztür, die kaum mehr in ihren Angeln hängt.  

WOW!

Camster Friedhof @nme Nellie Merthe Erkenbach Graveyards of Scotland

Ich gehe einmal drum herum und ziehe dann mühsam die Tür auf. Als ich eintrete, reicht mir die Vegetation bis unter die Arme. Man kann mit etwas Mühe ein paar Grabsteine erkennen aber weiß überhaupt nicht, wo man hingeht. Nie im Leben würde ich mich nachts hierher trauen. Das ist schon tagsüber relativ gruselig.

Hier ist seit Jahren keiner mehr gewesen.

Weidenröschen und Grabstein Camster @nme Nellie Merthe Erkenbach Graveyards of Scotland

Plötzlich denke ich an Schlangen, Ratten und alle möglichen Tiere mit scharfen Zähnen, die sich hier verstecken könnten und vorsichtig, ganz vorsichtig, gehe ich rückwärts wieder aus diesem völlig zugewachsenen Friedhof heraus. Wer weiß, welches Tier mich hier aus dem Dickicht anfallen könnte!

Ich mache lieber Fotos von draußen und freue mich über mein Zoom Objektiv. Auf dem Rückweg schaue ich immer wieder Richtung Farmhaus, die Hunde sind inzwischen im Zwinger und Ich bin safe, aber ich fühle mich erst wieder richtig sicher, als ich im Auto sitze und Richtung Zivilisation fahre.

Caithness @nme Nellie Merthe Erkenbach Graveyards of Scotland

Wer hätte gedacht, dass schottische Friedhöfe so gefährlich sein können.

Bass Rock

Bass Rock

Seitdem ich von Schottland aus voll arbeite und nicht mehr so wie früher in Deutschland viel und in Schottland nichts, ist deutlich weniger Zeit, hier die Dinge zu tun, die ich sonst immer hier getan habe, nämlich Bücher schreiben und Friedhöfe besuchen. Nun aber habe ich ein paar Tage Urlaub und los geht’s nach East Lothian.der Mann kann leider nicht, der hat deutlich weniger Urlaubstage als ich. Der Arme.

Feierabendbier

Ich arbeite ich mich den Tag über durch die Friedhöfe der Region in Richtung des kleinen Inns in einem idyllischen Dörfchen an der Küste, in dem ich übernachten werde. Es waren stolze 8 Friedhöfe, bis ich bei meinem Feierabendbier ankomme.

@nme Nellie Merthe Erkenbach Schottland für stille Stunden
St. Andrew’s Kirk Ports, North Berwick, East Lothian

Sehenswürdigkeiten in East Lothian

Am nächsten Morgen beim Frühstück höre ich wie der junge Man den Fehler begeht, die anderen Gäste zu fragen, was sie den Tag über machen wollen. Da steht er nun mit den dreckigen Geschirr in den Händen, das er gerade von einem anderen Tisch abgeräumt hat und kommt nicht mehr weg von der Redeflut des Engländers. Der zählt sämtliche Sehenswürdigkeiten auf, die es in East Lothian gibt. Ich lächle in stillem Mitleid mit dem Ober in mich hinein. An meinen „Sehenswürdigkeiten“ werde ich die Touristen nicht treffen und den Klassiker habe ich noch am Abend auf dem Rückweg vom letzten Friedhof des Tages fotografiert – ganz von weitem und im Sturm, der an dem Tag über die Ostküste fegte.

Stevenson Leuchtturm, Bass Rock

Leuchtturm und Basstölpel

Der berühmte Bass Rock ist eine kleine Insel, die wie ein monströser Stein etwa 1 Meile vor der Küste East Lothians liegt. Eine Touristenattraktion, zu Beginn des letzten Jahrhunderts nahm man das Dampfschiff, aber nur bei gutem Wetter, war es windig, konnte man an der einzigen Anlegestelle der kleinen Insel nicht festmachen. Dieser steinerne Berg im Meer ist beeindruckend. Bevölkert von tausenden Basstölpeln, die früher noch auf dem schottischen Speiseplan standen. Dazu ein Stevenson Leuchtturm, der an der Steilwand zu kleben scheint, und die Ruinen eines uralten Wohnsitzes mitten im Stein. Hier wächst nichts außer der Einsamkeit.

Lauder of the Bass

Bereits im 6. Jahrhundert weilte hier der Heilige Baldred und tat Wunder. Doch der eigentliche Name, mit dem der Bass verknüpft ist, ist Lauder. Der 1. Lauder of the Bass bekam diesen Titel für seine heldenhafte Unterstützung des Unabhängigkeitskämpfers William Wallace. So ein Stein im Meer wäre an sich nicht unbedingt ein überwältigendes Zeichen der Dankbarkeit gewesen, aber der Stein kam zusammen mit beachtlichen Ländereien auf dem Festland und das war dann schon wieder eine andere Angelegenheit. Die Familie Lauder brachte im Laufe der Jahre viele Botschafter und Kirchenmänner hervor.

Bass Rock

Das schottische Alcatraz

Der Bass Rock ist nicht nur berühmt, er ist auch berüchtigt als das schottische Alcatraz. Hier, auf dem ehemaligen Sommerwohnsitz der Familie Lauder, wurden etwa 40 Covenanter in den Glaubenskriegen gefangen gehalten. Dieses Gefängnis war kalt, feucht und ganz und gar furchtbar. Nach der Revolution von 1688 wendete sich das Schicksal, 4 Gefangene konnten sich befreien und weil eine Flucht unmöglich war, nahmen sie stattdessen ihre Wärter gefangen. Eine echte Gefängnisrevolution.

Der Regierung blieb nichts anderes übrig, als von der Küste aus hilflos zuzuschauen. Alle Versuche, den Bass Rock zurück zu erobern scheiterten. Es dauerte 3 Jahre, bis die Besatzer aufgaben. Das Gefängnis wurde Ende des 18. Jahrhunderts zerstört, bevor Bass Rock verkauft wurde.

stilles Frühstück

Zurück ins Hier und Heute. Der Ober kommt vorsichtig an meinen Tisch und will das Geschirr abräumen. Ich lächle ihm ermunternd zu. Er braucht sich nicht sorgen, dass auch ich ihm eine lange Liste der Sehenswürdigkeiten vorbete, die ich heute besuchen werde. Obwohl meine Liste für ihn sicher mal was Neues gewesen wäre.

Frühstück in East Loathian

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Ein Chief, zwei Musiker und ein Prinz

Kilmarie auf der Isle of Skye war traditionell eine Hochburg der Mackinnons und man muss nicht unbedingt auf dem alten Friedhof hinter Kilmarie House nach ihnen suchen, man findet ihre Spuren überall auf dem Strathaird Estate, der jetzt vom John Muir Trust verwaltet wird. Die Ländereien liegen zwischen Loch Slapin und Loch Scavaig auf Westseite der Isle of Skye. Außerdem besaß der Clan noch Grund auf der Insel Mull und war zumindest zeitweise einer der einflussreichsten in den Highlands.

Während des Aufstands von 1745 stellte sich der Laird  auf die Seite von Bonnie Prince Charlie und half dem Prinzen bei seiner langen und mühsamen Flucht vor den englischen Truppen nach Culloden. Für seine erbrachten Leistungen ging Mackinnon in England ins Gefängnis und wurde später im Juli 1747 aus dem Southwark-Gefängnis befreit.

Der Chief kehrte nach Kilmarie (Kilmaree) zurück und zeugte zwei Söhne und eine Tochter, was per se erst mal keine sehr beeindruckende Tatsache ist, wohl aber wenn man bedenkt, dass der Chief zu diesem Zeitpunkt bereits 71 Jahre alt war. Diese späte Vaterschaft macht entweder ihn außerordentlich viril oder seine Frau außerordentlich lösungsorientiert.

Obwohl man ihn für seinen Anteil an der gelungenen Flucht des schottischen Prinzen nach Frankreich  enteignet hatte, bestand Bedarf an einem Erben (solche Bestrafungen waren immer wieder zurückgenommen worden und die Führungsrolle innerhalb des Clans war von der Enteignung nicht betroffen), und Mackinnon bekam zwei. Irgendwie. Der jüngere Sohn Lachlan starb später in Jamaika, der ältere Charles wurde nach dem Tod seines Vaters der neue Chief.

Von Kilmarie House führt ein hübscher wenn auch matschiger Rundweg zum Dun Ringill, das im Sommer leider so überwuchert ist, dass es schier unmöglich zu entdecken ist. Hier war der uralte Sitz der MacKinnons.

Diese frühe Befestigungsanlage inspirierte Ian Anderson zum gleichnamigen Song. Mit der Musik von Jethro Tull hatte Anderson so gut verdient, dass er sich das Anwesen leistete und ein eigenes Studio in Kilmarie House einrichtete. Ursprünglich kommt der Schotte aus Dunfermline in Fife, inzwischen lebt er in England und der Schweiz.  Das Alter des legendären Mackinnon Chiefs hat er bereits überschritten, seine Kinder, ein Sohn und eine Tochter, sind aber im Gegensatz zu denen des Mackinnon bereits erwachsen. Anderson ist auf andere Weise produktiv, er macht noch immer Musik.

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Feen-Vieh

Die gälische andere Welt wird von vielen seltsamen und faszinierenden Kreaturen bevölkert: Feen, Monster, Hexen und Tiere, die nicht das sind, was sie zu sein scheinen.

Portree

Der Isle of Skye eigen ist das Crodh Sith, das Feenvieh, das angeblich gesprenkelt und rot (Crodh Breac Ruadh) ist und das Meer überqueren kann. Diese „magischen Kühe“ können nur in speziellen Gegenden der Isle of Skye gefunden werden.

Eines ist das Feld von Annat (Achdh-na h’Annaid) in den Braes südlich von Portree. Das andere ist Scorrybreck nördlich von Portree. Hier gibt es einen schönen Wanderweg.

Scorrybreck, Portree

Rinder, die den Feen gehören, sind an dem Seetang zu erkennen, den sie in ihrem Vlies hängen haben. Sie leben nämlich unter Wasser und sind außerordentlich hochklassiges Vieh, das es zu behalten lohnt, um damit die eigene Herde aufzubessern.

Der einzige Weg, dies zu erreichen, besteht darin, ihre Rückkehr zu stoppen, indem man Erde von einem Friedhof zwischen sie und das Meer wirft. Die heilige Erde  bildete eine Barriere, die das Feen-Vieh nicht überwinden kann.

Scorrybreck, Portree

Die Überreste einer alten Kapelle und einiger Gräber befinden sich noch in der Gegend, mitten auf einem Feld. Wurde diese Erde einmal genutzt, um den Viehbestand  des Bauern zu vergrößern?

farm implement

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Abenteuer Highlands 2.0 – zwischen Schwarzwald und Schottland ist da. 

Nach Abenteuer Highlands – mein etwas anderes Leben im schottischen Hochland ist Nellie Merthe Erkenbach mit Abenteuer Highlands 2.0 – zwischen Schwarzwald und Schottland ein weiteres wahres, humorvolles und herzerwärmendes Buch gelungen, in dem zwischen den Zeilen ihre tiefe Liebe für das Land ihrer Liebe durchscheint – Schottland.

Auf in neue Abenteuer Highlands, wo buchende Baroninnen und denkwürdige Dudelsackspieler den Alltag beherrschen, Poeten und tapfere Schneiderlein mit Monstern kämpfen, Moorleichen gar nicht so gruselig sind und Hexen und Geister ganz selbstverständlich. Von Extrawürsten und gefährlichen Frühstücken und der Kunst, trotz Corona und Brexit ein glückliches Leben in der Fernbeziehung hinzubekommen

Der schwarze Strand

ublack shore

Der gälische Ausdruck dubh-chladach, meint schwarzer Strand oder schwarze Steine und bezeichnet das Stück am Strand unterhalb der Linie, die der Seetang nach der Flut (ròlag ròid) hinterlässt. Schwarz, weil das Stück des Strandes oft noch feucht und deshalb dunkler ist, als der Rest.

Glaubt man den gälischen Mythen, dann ist dieses Stück ist das sicherste des Strandes, denn hier können einen weder böse Geister, noch Feen, Monster oder sonstige übernatürliche Wesen erreichen. Wer sich unterhalb der Flutmarke aufhält, dem kann nichts Böses geschehen.

 

Cha t’thig olc sam bith on fhairge – nichts Schlechtes kommt vom der See.

Außerdem können Geister auch Wasserläufe wie Flüsse oder Bäche nicht überqueren.

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Flora MacDonald – Heldin der Highlands

Wenn ihr glaubt, dass Claire Fasers (erfundenes) Leben ereignisreich war, dann schaut euch das von Flora MacDonalds an. Ihre Abenteuer waren mehr als nur romantische Fiktion, sie waren real und sicher auch eine gewisse Inspiration für Diana Gabaldon. Das Grab dieser außergewöhnliche Frau ist ein großer Anziehungspunkt auch heute, es liegt auf dem Kilmuir-Friedhof auf der Trotternisch Halbinsel der Isle of Skye.

Eine wahre Heldin Schottlands

Normalerweise ist eine Heldin schön und betörend. Flora MacDonald war zweifellos authentisch, sie war mittelgroß und hübsch, aber es waren ihre Geisteshaltung und ihre Freundlichkeit, die sie bei so vielen beliebt machte. Wie die meisten Geschichten mit einer weiblichen Heldin beginnt diese mit einem Prinzen. In Floras Fall Bonnie Prince Charlie oder Charles Edward Stuart, dem Mann, der ein Recht auf den schottischen Thron hatte, aber gegen die Regierung und ihre Anhänger kämpfen musste, um ihn zu bekommen.

Als er in Schottland landete, war er jung und begeisterte seine Anhänger, hatte aber nur wenige Ressourcen, ein Stern, der bereit war, mit der Unterstützung der Highlander zu glänzen. Letztendlich scheiterte er jedoch und musste nach der blutigen und verheerenden Niederlage von Culloden im Jahr 1746 jede Hoffnung aufgeben, dieses Land jemals zu regieren. Dass er überlebte, verdankte er unter anderem einer Frau: Flora MacDonald.

Charles Edward Stuart auf der Flucht

Der Prinz war auf der Flucht und die Regierung setzte ein Kopfgeld auf ihn aus, die gewaltige Summe von 30.000 Pfund. Niemand hat ihn verraten, auch wenn das Geld im Hochland knapp und das Leben nach Culloden freudlos und ärmlich war. Charles Edward Stuart versteckte sich an allen möglichen Orten, in Häusern, Höhlen und Hütten aller Art überall im Hochland, während er versuchte, den Regierungstruppen auszuweichen und sich in Sicherheit nach Frankreich zu begeben. Cumberlands Truppen waren alarmiert und bereit zuschlagen, sobald sie einen Hinweis auf den Aufenthaltsort des Prinzen erhielten. Jeder, der dem Flüchtling Schutz gab, riskierte sein Leben.

Flora MacDonald – eine außergewöhnliche Frau

Flora MacDonald wurde 1722 in South Uist geboren. Ihr Vater, ein Geistlicher, der für seine außergewöhnliche Muskelkraft bekannt war, starb, als Flora erst zwei Jahre alt war. Ihre Mutter heiratete erneut, aber anstatt mit ihr nach Armadale auf die Isle of Skye zu ziehen, beschloss Flora, bei ihrem älteren Bruder Milton auf den Western Isles  zu bleiben. Sie reiste viel in ihrer Jugend, wohnte genau wie der unglückliche Prinz später oft bei Freunden und Verwandten.

Sie wuchs zu einer Frau mit starkem Glauben und einem Gespür für Recht und Unrecht heran und unterstützte den Prinzen in seinem Kampf um die Krone Schottlands. Sie fühlte sich verpflichtet, ihrem Souverän zu helfen, als er Hilfe nötig hatte. Dabei hatte sie ihn nie getroffen, bis zu dem Moment, als fest stand, dass sie diejenige sein würde, die den Prinzen vor den nahenden Truppen retten sollte. Man hatte alles arrangiert.

Betty Burke alias Charles Edward Stuart

Der Prinz auf der Flucht würde sich als irische Magd Betty Burke verkleiden und gemeinsam mit einem Diener „seine Herrin“ in einem Boot über den Minch nach Skye begleiten, eine Entfernung von ungefähr 65 Kilometern. Eine Herausforderung für ein kleines Boot. Natürlich gab es in dieser Nacht ein Gewitter aber sie schafften es zu ihrem Ziel unentdeckt. Es war der 27. Juni 1746. Die Isle of Skye war kein Ort, an dem man den Prinzen vermuten würde. Die Clans der Insel gehörten nicht zu seinen Anhängern.

an diesem Strand ging der Prinz an Land

Der wahre Skye Boat Song

Sie landeten sicher in Kilbride in der Gemeinde Kilmuir und der Prinz wurde weiter auf die Insel Raasay und später erfolgreich nach Frankreich gebracht, während Flora einige Tage mit ihrer Mutter im Süden von Skye verbrachte, bevor sie nach South Uist zurückkehrte, wo sie verhaftet wurde. Man brachte sie nach England gebracht, wo sie fast ein Jahr als Staatsgefangene zubrachte.

In der Zwischenzeit wuchs ihr Ruhm und sie erhielt viel Bewunderung für ihre Freundlichkeit und Tapferkeit. Sie heiratete Allan MacDonald im Jahr 1750, eine große Hochzeit, bei der die Braut Stuart Tartan trug. Allan war ein mächtiger und gut aussehender Highlander, das Paar hatte zehn Kinder, zwei starben früh, vier Töchter und vier Söhne überlebten die frühe Kindheit.

Amerika und die Piraten

Allan erlitt nach Culloden schwere finanzielle Verluste und war gezwungen außergewöhnliche Maßnahmen zu ergreifen, wollte er den finanziellen Ruin verhindern. Also wanderte die Familie nach Amerika aus und suchte in North Carolina ihr Glück, nur um zwei Kinder durch Typhus zu verlieren und in einen weiteren Krieg zu geraten. Ihr Mann trat in die Armee ein, die Royalisten wurden besiegt und er landete im Gefängnis von Halifax, Virginia.

Die gemeinsame Tochter Fanny war krank und mit Zustimmung ihres Mannes machte sich Flora auf den Rückweg nach Schottland, obwohl Allan noch im Gefängnis war. Das Schiff wurde unterwegs von Piraten angegriffen, aber auch das überlebte die Heldin dieser Geschichte. Ihr Mann folgte nach einer Weile und sie lebten für den Rest ihres Lebens auf Skye, bis sie 1790 nach kurzer Krankheit starb.

Flora MacDonald – Grab und Beerdigung

Fast eine Woche lang wurde ihr Körper aufgebahrt, damit die Menschen Abschied nehmen konnten. Die Beerdigung glich einem Staatsakt, gleich zwölf Dudelsackspieler waren in Kilmuir zugegen. Ihre sterblichen Überreste waren in die Laken gehüllt worden, in denen der Prinz geschlafen hatte. Flora MacDonald hatte sie all die Jahre und während ihres ganzen abenteuerlichen Lebens aufbewahrt.

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Der erste und der letzte Baron Innes

Sir Hugh Innes war der einzige jemals existierende schottische Baronet dieses Namens, der erste und der letzte. Es wurden zwar drei weitere Baronetcies für diesen Namen geschaffen, jedoch in Nova Scotia und nicht im Vereinigten Königreich. Der einzige schottische wurde am 28. April 1819 geschaffen. Zwei Jahre hatte der frisch gebackene Baronet auf seine Titel warten müssen, bevor er ihn am am 29. Oktober 1818 bekam und offiziell zum 1. Baronet Innes von Lochalsh, Balmacara, Ross-shire und von Coxton, Morayshire, wurde.

Sein Grab befindet sich in Kirkton von Lochalsh, wo der Baronet am 16. August 1831 beigesetzt wurde. Mit dem 67-Jährigen starb auch sein Titel, weil er keinen Erben hatte. Seine Beerdigung muss ein besonderer Anlass gewesen sein, denn ein Baronet hat Anspruch auf Sonderbehandlung bei einer Beerdigung: zwei Trauernde, ein Haupttrauernder und vier Sargträger.

Sein Vater war Reverend in Glasgow gewesen, Sir Hugh verdiente mit Baumwollhandel jede Menge Geld und wurde Politiker und Abgeordneter im Parlament für Ross-shire und später für Sutherland. Zu Hause war er in Balmacara House, das er im 19. Jahrhundert mit der stolzen Anzahl von 13 Schlafzimmern bauen ließ. Es wird heute vom Militär genutzt, die Kampftaucher wohnen dort während ihrer Ausbildung. Im Notfall können 100 Soldaten in Balmacara unterkommen, die U-Boote liegen unerkannt im Hafen von Kyle. Außerdem baute er die Kirche in Kirkton und die in Plockton sowie einige Straßen und Häuser dort.

Kyle of Lochalsh

Ein Baronet wird als „Sir“ bezeichnet, nicht zu verwechseln mit einem Baron, der zum höheren Adel gehört. Ein Baronet ist vergleichbar mit einem Ritterorden, ist ihnen sogar übergeordnet, es sei denn es handelt sich um bestimmte Ritterorden, wie der der Order of the Thistle, dem Sir Hugh beizutreten versucht hatte, aber abgelehnt worden war. Geschaffen wurde der Titel im Mittelalter, heute gibt es noch rund tausend Baronets.

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