Brückentage

Es gibt durchaus einige Konzepte, die ich dem Mann nicht so wirklich vermitteln kann. Da gehört zum Beispiel auch der Brückentag dazu, denn so etwas wie einen Brückentag gibt es in Schottland schlicht und einfach nicht.

Für mich gibt es Brückentage ebenfalls nicht, weil ich oft an Feiertagen und den Wochenenden arbeiten muss. Aber nun, an Fronleichnam, habe ich auch mal einen Brückentag gemacht und damit vier wunderbare kleine Urlaubstage geschaffen. Wieso habe ich das nicht früher schon mal versucht? Einfach mal frei machen! Herrlich!

©nme Abenteuer Highlands Nellie Merthe Erkenbach Brückentage
einfach mal die Seele baumeln lassen

Warum gibt es in Schottland keine Brückentage?

Gerade im Mai und Juni fallen ja so einige Feiertage auf Donnerstag und dann gibt es eben Freitag den Brückentag. Das ist ein Konzept, das dem Mann völlig fremd ist. Er hat so gut wie keine klassischen Feiertage und wenn er mal welche hat, dann verstecken sie sich meist in den Wochenenden. Aber da gibt es im Vereinigten Königreich ja die wunderbare Variante des Ersatzfeiertags, auch Bank Holdiday Day genannt, weil da die Banken geschlossen haben.

Fällt ein Feiertag auf ein Wochenende, dann schauen die Deutschen blöd aus der Freizeitwäsche, während die Schotten sich verlässlich auf einen freien Montag freuen können. Damit haben sie immer ein verlängertes Feiertags-Wochenende?

Welche Feiertage haben die Schotten?

Seit die Regierung 1871 mit dem Bank Holiday Act den Banken erlaubte, an einem Montag zu schließen, hat der Mann seine Feiertage gesetzlich zugesichert. Außerdem sind die Feiertage oft nicht mehr christlich, sondern haben einen anderen Anlass. Oft wurden in den wirtschaftlichen Zentren wie Glasgow oder Lanark Feiertage geschaffen, die man dann auf die christlichen legte, zum Beispiel der Glasgow Fair, der Glasgower Messe bzw. dem Glasgower Markt, den es seit dem 12. Jahrhundert gibt und bei dem die Schüler in Glasgow frei bekommen.

Sind Feiertage in England und Schottland gleich?

Schottland hat viele andere Feiertag als England, zu anderen Zeiten und mit anderem Gewicht. So ist Weihnachten hier von untergeordneter Bedeutung, das hatte schließlich Queen Victoria durch ihren Ehemann von Deutschland nach England importiert. Für die Schotten ist Hogmanay, also Silvester, ein viel bedeutenderer Feiertag als Weihnachten und der 2. Januar ist hier ebenfalls frei und damit so eine Art verlängerter Ausnüchterungstag für die Schotten, die die Neujahrsfeierlichkeiten damit auf drei Tage ausweiten können.

©nme Abenteuer Highlands Nellie Merthe Erkenbach Brückentage
Strand von Opinan im Januar

Und den letzten Montag im Mai haben sie auch frei, während wir uns am 1. Mai mit Leiterwägen belustigen, wenn nicht gerade Pandemie ist.

Welchen Einfluss hatte Queen Victorias Ehemann?

Betrachtet man aber die Brückentage, dann wir Deutschen im Vorteil, denn wir haben nicht nur einen Tag länger frei, wir können uns durch einen Urlaubstag ganze vier freie Tage erkaufen. Dumm nur, dass diese Tage niemals mit den schottischen synchronisierbar sind.

Es sei denn, ein Deutscher oder eine Deutsche heiratet ins Königshaus ein, so wie einstmals Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha. Der brachte der Insel Weihnachten, der oder die nächste Deutsche vielleicht Feiertage an Donnerstagen. Also mehr Brücken kann ich den deutschen Adelshäusern nun wirklich nicht bauen!

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Abenteuer Highlands 2.0 – zwischen Schwarzwald und Schottland ist da. 

Nach Abenteuer Highlands – mein etwas anderes Leben im schottischen Hochland ist Nellie Merthe Erkenbach mit Abenteuer Highlands 2.0 – zwischen Schwarzwald und Schottland ein weiteres wahres, humorvolles und herzerwärmendes Buch gelungen, in dem zwischen den Zeilen ihre tiefe Liebe für das Land ihrer Liebe durchscheint – Schottland.

Auf in neue Abenteuer Highlands, wo buchende Baroninnen und denkwürdige Dudelsackspieler den Alltag beherrschen, Poeten und tapfere Schneiderlein mit Monstern kämpfen, Moorleichen gar nicht so gruselig sind und Hexen und Geister ganz selbstverständlich. Von Extrawürsten und gefährlichen Frühstücken und der Kunst, trotz Corona und Brexit ein glückliches Leben in der Fernbeziehung hinzubekommen

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Templewood – Magie und Mysterium

Templewood ist ein außergewöhnlicher Ort. Eine prähistorische  Grabstätte mit verschiedenen Gräbern und Steinkreisen, magisch und geheimnisvoll.

Im Grab des Bogenschützen wurden drei Feuersteine und chemische Spuren eines Körpers gefunden. Wahrscheinlich ein Mann, wahrscheinlich ein Jäger, wahrscheinlich Tausende von Jahre tot. Der Rest wird Vermutung bleiben. Warum wurde er mit drei Feuersteinen begraben, die als Pfeilspitzen verwendet wurden? Damit er in einem Leben nach dem Tod jagen gehen oder sich verteidigen konnte? Und wie hätte das Leben nach dem Tod nach der Vorstellung der Menschen, die hier lebten, ausgesehen?

Im anderen Grab wurde ein Zahn eines kleinen Kindes gefunden. Der Sohn oder die Tochter des toten Bogenschützen? War das also ein Familiengrab? Sicherlich müssen diese Leute wichtig gewesen sein. Ihre Gräber sind aufwendig. Aber wer ist zuerst gestorben? Der Vater oder der Sohn?

Die Gräber wurden vor über 4000 Jahren errichtet. In einigen von ihnen wurden die Überreste vor der Bestattung verbrannt. Warum? Waren die Toten krank gewesen? Oder waren sie auf andere Weise etwas Besonderes? War es eine andere Kultur, die so bestattete? Wie sah ihr Weg ins Jenseits aus?

Templewood – die Magie der Unendlichkeit.

 

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Schottland für stille Stunden ist kein klassischer Reiseführer, hier finden sich keine Touristenziele oder Öffnungszeiten. Schottland für stille Stunden führt vielmehr an weitgehend unbekannte Orte und erzählt historische, abgründige, romantische oder lustige Geschichten durch die Jahrhunderte. Entdecken Sie die Seele anstatt der Sehenswürdigkeiten Schottlands, Tipps aus dem wahren schottischen Leben und Orte, die es möglich machen ein Land so zu erleben, wie es wirklich ist. Mit dem Reiseinspirationsbuch kann man dieses wunderbare Land vor Ort ohne Trubel ganz anders erfahren oder sich einfach zu Hause auf dem Sofa hinein träumen. Der Reiseführer in die Seele Schottlands beschreibt Schottland für Fortgeschrittene, die aufregende Geschichte, die atemberaubende Natur und die fast vergessenen Orte abseits der Touristenströme von Arthur’s Seat, Loch Ness oder Glencoe und dennoch mitten im Herzen Schottlands.

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Nellie, The Kid

Cowboys habe ich immer schon gemocht und ich sitze auch nie auf die Harley ohne meine Cowboystiefel. Mit Pferden hab‘ ich es jetzt eher nicht so, aber das Gefühl, ein echter Cowboy zu sein, kann sich schließlich auch auf zwei Rädern einstellen. Zu Fuß ist das dann schon deutlich seltener schwieriger, hey, in Schottland geht das auch. Natürlich. Hier geht alles.

Vor kurzem war ich Cowboy wider Willen. Ich habe es auch extra für euch dokumentiert. Und hier ist die Geschichte.

Ich war mal wieder zum Wandern unterwegs, im monatelangen schottischen Lockdown die einzig mögliche Freizeitbeschäftigung. Nachdem ich unbeschadet mehrere Herden Schafe und Rotwild durchschritten hatte, näherte ich mich langsam dem Müdigkeitspunkt, an dem ich eigentlich hätte umdrehen wollen. Doch ich war im Januar schon einmal hier gewesen und nach sieben Kilometern wieder umgedreht und das Tal wieder zurück gegangen, um später auf Google Maps festzustellen, dass ich einen recht großen See (Loch) knapp verpasst hatte. Das Loch wollte ich dieses Mal unbedingt sehen.

Eine Frau, ein Ziel.  Tapfer weiter, sage ich mir und schwinge die Nordic Walking Stöcke. Vor mir springt ein Reh über den gut ausgebauten Feldweg, der zu einem straff und proper geführten Estate gehört, also auf dem Gelände eines Großgrundbesitzers mit Vieh- und Waldwirtschaft. Hinter mir höre ich den Kuckuck rufen, sonst ist es still.

Hinter der nächsten Biegung steht unvermutet eine Herde Hochlandrinder, vielleicht 15 Kühe, die größte blickt mir angespannt entgegen. Es gibt hier weit und breit keinen Zaun und ich muss mitten durch diese zotteligen Schwergewichte mit Hörnern, die hinter einem Zaun deutlich süßer anmuten. Ohne Zaun kommen die spitzen, langen Hörner bedrohlich zur Geltung. Ich bleibe stehen und hadere: weitergehen bis zum See oder umkehren, wie ein Feigling?

Mein Cowboy-Gefühl ist plötzlich gänzlich abhandengekommen. Mag an den Wanderschuhen liegen, oder an der Horde Ungetüme, die mich unter langen Fellfransen anstarren, ohne sich zu bewegen. Die Sekunden ziehen sich in unwirkliche Längen. Das ist der Showdown. Nicht Cowboy gegen Cowboy, sondern Frau (und Möchtegern-Cowboy) gegen Kuh. Ein wahrhaft episches Duell um Leben und Tod. Naja, zumindest fühlt es sich so an. Ich kann fast die Musik hören…

Die größte Kuh schaut mir direkt in die Augen und …. ergreift die Flucht und alle anderen folgen ihr in wilder Panik. Und da bin ich, Nellie the Kid, und treibe die wilden Hochlandrinder vor mir her wie einst John Wayne am Rio Grande.  

Nur leider ist die Herde ziemlich einfältig und flieht auf dem Weg, auf dem ich gehe. Einmal brechen sie seitlich ins Moor aus und ich versuche an ihnen vorbei zu laufen. Doch die Panik treibt sie wieder zurück auf den Weg und hinauf, den nun immer steiler werdenden Pfad Richtung Bergsee. Ich treibe sie unfreiwillig immer weiter das Tal hinauf. Ihre Leiber dampfen nach der heißen Jagd in der schottischen Frühlingskälte.

Was wohl die estate worker dazu sagen, wenn sie Morgen ihre Kühe nicht mehr wieder finden? Ich beschließe, umzudrehen. Nicht dass sie noch wie die Lemminge ins Wasser springen, wenn die „wilde Posse“ den See erreicht.

Zurück wandere ich dann doch etwas aufrechter als auf dem Hinweg. Nellie, The Kid eben. Ein echter Cowboy treibt sein Vieh auch ohne Pferd oder Hund durch die Berge, ganz allein nur mit lässiger Willensstärke.

Ich glaube, heute Nachmittag koche ich im Garten in einer großen blauen Kanne Kaffee auf dem Lagerfeuer und denke zurück an meine Abenteuer in der gnadenlosen Prärie des schottischen Hochlands. Dann ziehe ich mir meinen Cowboyhut tiefer ins Gesicht und gehe zufrieden zurück ins Haus.

Im schottischen Abendregen können andere Cowboys unter freiem Himmel schlafen. Nellie, The Kid zieht Zentralheizungen vor.

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Es ist schon ein Weilchen her, dass ich Abenteuer Highlands – mein etwas anderes Leben im schottischen Hochland geschrieben und nach dem Rückzieher des Verlags wegen Einstellung der Reihe, in der das Buch erscheinen sollte, schließlich im Selbstverlag veröffentlicht habe. Seither habe ich zwei weitere Bücher geschrieben, eigentlich drei: Riding Towards Shadows, das 2018 erschienen ist und Schottland für stille Stunden, das 2020 veröffentlicht wird. Das gibt es 2021 auch auf Englisch und wird Scotland for Quiet Moments heißen.  Wer also gedacht hat, ich sitze in meiner wunderbaren Schreibhütte, schaue aufs Meer und tue nichts, der liegt völlig falsch. Allen Stromausfällen und Sturmschäden zum Trotz: Ich habe weitergeschrieben und hier ist er nun, der zweite Teil von Abenteuer Highlands: Abenteuer Highlands 2.0 – zwischen Schwarzwald und Schottland.

Hexengrab

Glenmoriston (63)

Der Fluss Moriston ist ein friedliches und idyllisches Gewässer, er kann im Winter eisig und während einer Flut bedrohlich sein, aber er ist heutzutage ziemlich zahm. Hier haben sich jedoch einige Todesfälle ereignet und eine große Anzahl Männer sind in diesem Fluss ertrunken. Die lokale Tradition besagt, dass zwanzig Männer in einem Felsenbecken ertrunken sind. Der Ort ist nicht auf der Karte zu finden. Die Einheimischen kennen ihn als Linne Fichead, der Felspool der Zwanzig, nicht weit von Invermoriston entfernt. Warum diese Männer ertrunken sind, daran kann sich niemand erinnern. Wurden sie ermordet, verfolgt oder hatte sie einen Unfall? Vielleicht als sie den vereisten Fluss überqueren wollten? Es wird für immer ein Geheimnis bleiben.

witche's stone Glenmoriston (6)

Ebenso mysteriös ist ein Ort in der Nähe von Linne Fichead, der als Hexengrab bekannt ist. Anscheinend trug eine Gruppe von Männern die Leiche einer Hexe von Glengarry nach Glenmoriston, um sie dort beizusetzen. Die Beerdigungsprozession wurde von den Männern von Glenmoriston aber aufgehalten, weil die nicht wollten, dass die böse Frau bei ihnen begraben wurde. Von Hexen hielt man sich am Besten so weit es ging fern. Die Glengarry-Männer sollten die Leiche dorthin zurückbringen, wo sie herkam.

Die beiden Gruppen hatten eine hitzige Diskussion, konnten sich aber nicht einigen und beschlossen schließlich, die Hexe direkt an der Stelle zu begraben, an der sie standen und stritten. Sie legten einen Stein auf das Grab, um die letzte Ruhestätte der Hexe zu markieren, und gingen so schnell sie konnten. Andere Quellen sagen, dass sich eine bewaffnete Auseinandersetzung um die Hexe entwickelte und dabei Männer getötet wurden. Vielleicht waren es sogar zwanzig. Das würde dann die Toten von Linne Fichead erklären.

Ich glaube, ich habe den Stein nach langer Suche gefunden. Es liegt direkt neben der Straße von Bunloyne nach Invermoriston. Jahrelang habe ich auf Autofahrten den Straßenrand mit meinen Augen gescannt. Nie habe ich einen Stein gefunden, der es hätte sein können. Bis zum Sommer 2020. Da war er plötzlich. Der Hexenstein! Wenn man genau hinschaut, scheinen sich sogar Markierungen auf dem Stein zu befinden. Drei Löcher in einer Reihe angeordnet auf der einen Seite und so etwas wie die Ahnung einer Schrift auf der anderen. Aber vielleicht ist auch alles Einbildung….

witche's stone Glenmoriston (8)

Ein Meter neben dem Stein fand ich das Skelett eines Rehs, komplett intakt. Ich nahm es als Zeichen, dass dies tatsächlich die Grabstätte einer Hexe war. Der Stein, der Clach na Caillich, der Stein der alten Frau / Hexe ist Foklore. Seine Identität reine Vermutung meinerseits. Man findet ihn kurz vor dem Schießstand auf der linken Straßenseite, wenn man von Invermoriston kommt.

 

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Abenteuer Highlands 2.0 – zwischen Schwarzwald und Schottland ist da.

Nach Abenteuer Highlands – mein etwas anderes Leben im schottischen Hochland ist Nellie Merthe Erkenbach mit Abenteuer Highlands 2.0 – zwischen Schwarzwald und Schottland ein weiteres wahres, humorvolles und herzerwärmendes Buch gelungen, in dem zwischen den Zeilen ihre tiefe Liebe für das Land ihrer Liebe durchscheint – Schottland.

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Die Toten von Corri-nam-Bronag

Patrick Dubh aus Craskie war ein Grant aus Craskie und nach dem Land benannt, das er besaß und auf dem er lebte, eine durchaus übliche Vorgehensweise unter den wohlhabenden Farmern der Highlands.

Eines Tages am Ende des 17. Jahrhunderts kam eine Gruppe von Macmillans aus der Gegend von Loch Arkaig und stahl eine Herde Rinder von Patrick Dubh. Er, seine Brüder und einige Freunde, machten sich auf den Weg, um die Diebe zu verfolgen und holten sie in Corri-nam-Bronag ein, einer Schlucht auf einem Hügel zwischen Glen Loyne und Tomdoun in Glengarry.

Sie forderten ihr Eigentum zurück. Die Diebe weigerten sich, was den Grants damals das moralische Recht einräumte, die Macmillans anzugreifen. Es kam zu einem Kampf und  auf beiden Seiten gab es Verluste. Zwölf Macmillans wurden getötet und direkt vor Ort begraben. Heute steht auf dem Hügel eine Windfarm.

wind farm Corrie nam Bronag (5)Ein paar Glenmoriston-Männer wurden ebenfalls getötet. Ihre Leichen wurden nach Hause gebracht und in Clachan Merchaird (Dalreichard) bestattet, das Vieh brachte man zurück nach Craskie, wo es gestohlen worden war.

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Kindheitserinnerungen aus Kilninian

Lady Norah Fairfax-Lucy war die jüngste einer achtköpfigen Familie, die 1895 in Calgary auf der Insel Mull lebte. Sie war eine geborene Mackenzie von Mornish, ihr Vater war Ältester (elder) der etablierten Church of Scotland. In ihrer Autobiografie widmet sie ein ganzes Kapitel der Art und Weise, wie ihre Familie die Sonntage auf der Isle of Mull verbrachte. Wie sehr sich die doch von den Sonntagen heute unterschieden.

Der Tag begann mit Gebeten im Familienkreis um 9 Uhr im Haus, dann machte sich der Haushalt auf in die Kirche. Das Transportmittel war ein Pferdewagen, die anderen Inselbewohner kamen zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit Ponys. Als sie älter waren, durften die Mädchen zu Pferd in die Kirche. Für die Familie war es normal, Hunde mit in die Kirche zu nehmen, manchmal waren es sogar drei Hunde gleichzeitig.

Es gab immer einen ersten Gottesdienst auf Gälisch, danach einen weiteren auf Englisch. Sie besuchten beide und brachten Sandwiches zum Essen mit, die sie in der Pause zwischen den beiden (vermutlich recht langen ) Gottesdiensten außen. Zur tea-time zu Hause gab es Bannocks mit Marmelade und dann Bibelstunden bei der Mutter. „Es gab immer ein kaltes Abendessen am Sonntagabend,“ schreibt sie, „das wir (die Kinder) abräumen mussten, aber es war den Dienern überlassen, am nächsten Tag abzuwaschen.“

Normalerweise besuchten sie die Kirche in Mornish. Manchmal fand der Gottesdienst  auch in der Kirche von Kilninian statt. Dann nutzte die Familie den Billardraum für einen privaten Gottesdienst. Nur zu besonderen Anlässen nahm die Familie den weiten Weg (10km) nach Kilninian auf sich. Kilninian war die weitaus ältere Kirche aber nicht so gut besucht wie Mornish, da die Gegend dünn besiedelt war.

Als der Erste Weltkrieg ausbrach, diente Lady Norah Fairfax-Lucy als Krankenschwester, damit endet ihre Autobiografie Hebridean Childhood. Ich hätte gerne mehr gelesen.

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Die Lumpenfrau vom See

In einem wunderbaren Buch über die gälische Welt des Aberglaubens und der Legenden bin ich auf die Geschichte einer Frau gestoßen, die rund um einen kleinen See in der Nähe von Broadford auf der Isle of Skye ihr Unwesen getrieben haben soll.

Die Gegend ist sehr einsam und an trüben Wintertagen oder wenn die Dunkelheit naht, wie geschaffen für Geschichten wie diese. Außerdem ist die alte Sleat Road gleich neben der neuen immer gut für einen entspannten Spaziergang. Es sei denn, es wird dunkel …

lake near Broadford, Isle of Skye

Am Lochan nan Dubh-Bhreac, am kleinen See der schwarzen Forelle, hat man in der Vergangenheit wiederholt eine Frau mittleren Alters gesehen, in Lumpen gekleidet und generell einen verwahrlosten Eindruck machend, weshalb sie Luideag,  die Lumpenfrau genannt wurde. Sie ist vielen Männern erschienen, aber hat nie geantwortet, wenn sie angesprochen wurde. Sie erschien meist in der Dunkelheit plötzlich und ohne Ankündigung und genauso plötzlich verschwand sie wieder, still und stumm, inmitten der großen, windigen Weite der Sleat Halbinsel.

Lake near Broadford, Isle of SkyeSkye

Ein Steuereintreiber kam eines Tags des Wegs und traf die mysteriöse Lumpenfrau vom See. Er sprach sie an, zunächst auf Englisch, also in seiner Sprache, dann auf Gälisch, in der Sprache der Einheimischen, aber die Frau antwortete nicht. Was dann geschah, kann bis heute niemand sagen. Der Steuereintreiber wurde jedenfalls tot an der Straße aufgefunden und die Frau ist seither nie mehr erschienen.

Eine seltsame Geschichte. Ich muss jedenfalls immer an die Lumpenfrau denken, wenn ich auf der kleinen alten Straße unterwegs bin, was recht oft der Fall ist, wenn ich mich nicht durch den glitschigen Matsch der Wanderpfade kämpfen will. Ich wüsste gerne genau, an welcher Stelle der Steuereintreiber gefunden wurde.

Lochan nan Dubh-Bhreac

Der Glaube an übernatürliche Wesen, die vor allem in der Nacht erscheinen, ist weit verbreitete in der gälischen Mythenwelt, das können alle möglichen Erscheinungsformen sein, auch eine Frau in Lumpen. Der Allgemeinbegriff für diese Wesen ist bòcan (sprich „bohken“) und drückt sowohl die Furcht dessen aus, der die Erscheinung sieht, ebenso wie die Gefährlichkeit der Erscheinung an sich, die in der Regel den Tod brachte oder ihn ankündigte.

War nun diese Frau in Lumpen ein bòcan oder ist die ganze Geschichte nur erfunden, um den Mord an einem Steuereintreiber zu vertuschen?

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Das Monster vom Odal Pass

Eines der Bücher, die ich in letzter Zeit verschlungen habe, ist die Neuauflage von John Gregorson Campbells Klassiker The Gaelic Otherworld. Das Original stammt aus dem Jahr 1900. Campbell war viele Jahre Pfarrer auf der Insel Tiree und einer der herausragenden Sammler alter Mythen und Legenden der gälischen Kultur.

John Gregorson Campbell The Gaelic Otherworld

Natürlich haben mich ganz besonders die Gruselgeschichten von den Orten interessiert, an denen ich schon öfter bin, wie zum Beispiel der Odal Pass auf der Insel Skye.

Glenelg Ferry

Nimmt man die kleine Fähre von Glenelg nach Kylerhea, dann fährt man auf einer der ältesten Straßen der Insel Skye Richtung Norden. Diese Single Track Road windet sich in steilen und schmalen Kurven hinauf zum Odal Pass und mündet nach ein paar Meilen am kleinen Flughafen in die A87. Sie war eine der ersten öffentlichen Straßen auf der Insel.

In den Sommermonaten ist sie wegen der vielen Touristen, die das Erlebnis der kurzen Fährfahrt genießen wollen, oft voll und frustrierend zu fahren. Außerhalb der Saison oder während der Corona Pandemie fährt die Fähren nicht und es wird sehr ruhig.

Dieser Teil der Insel ist ohnehin ruhiger, es gibt kaum Häuser hier, weshalb ich sie im Winter auch schon von der Skye Seite kommend häufiger gewandert bin, denn die Straße wird geräumt und man vermeidet die Eisflächen und den knöcheltiefen Matsch der eigentlichen Wanderwege. Im  Winter ist die Straße einsam und verlassen. Hätte ich vom Monster vom Odal Pass gewusst, ich hätte mich wohl nicht einfach hingesetzt, die Aussicht genossen und mein Sandwich verspeist.

view from Odal Pass

Angeblich konnte das Monster in allen möglichen Formen in Erscheinung treten, als Mann, als Mann mit nur einem Bein, als Hund oder als ein anderes Tier. Manchmal soll die Erscheinung fürchterliche Schreie ausgestoßen haben, so dass die Arbeiter, die die Straße bauten, in Panik aus ihren Hütten flüchteten.

Allerdings wäre ich wohl sicher gewesen vor dem Monster, es erschien nämlich nur nachts und nur so lange, bis man eines Morgens einen Mann tot am Rande der Straße fand. Er hatte zwei seitliche Wunden am Körper gehabt und eine am Bein. Seine Hände bedeckten die Wunden, als habe er das Blut stoppen wollen.

Und was schrieb Campbell dazu?

„It was considered impossible these wounds could have been inflicted by human agency. „

Es wurde als unmöglich angesehen, dass ihm diese Wunden durch eine menschliche Macht zugefügt worden waren.

Das Monster vom Odal Pass hatte zugeschlagen.

towards Broadford

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