Die Toten von Corri-nam-Bronag

Patrick Dubh aus Craskie war ein Grant aus Craskie und nach dem Land benannt, das er besaß und auf dem er lebte, eine durchaus übliche Vorgehensweise unter den wohlhabenden Farmern der Highlands.

Eines Tages am Ende des 17. Jahrhunderts kam eine Gruppe von Macmillans aus der Gegend von Loch Arkaig und stahl eine Herde Rinder von Patrick Dubh. Er, seine Brüder und einige Freunde, machten sich auf den Weg, um die Diebe zu verfolgen und holten sie in Corri-nam-Bronag ein, einer Schlucht auf einem Hügel zwischen Glen Loyne und Tomdoun in Glengarry.

Sie forderten ihr Eigentum zurück. Die Diebe weigerten sich, was den Grants damals das moralische Recht einräumte, die Macmillans anzugreifen. Es kam zu einem Kampf und  auf beiden Seiten gab es Verluste. Zwölf Macmillans wurden getötet und direkt vor Ort begraben. Heute steht auf dem Hügel eine Windfarm.

wind farm Corrie nam Bronag (5)Ein paar Glenmoriston-Männer wurden ebenfalls getötet. Ihre Leichen wurden nach Hause gebracht und in Clachan Merchaird (Dalreichard) bestattet, das Vieh brachte man zurück nach Craskie, wo es gestohlen worden war.

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Abenteuer Highlands 2.0 – zwischen Schwarzwald und Schottland ist da.

Nach Abenteuer Highlands – mein etwas anderes Leben im schottischen Hochland ist Nellie Merthe Erkenbach mit Abenteuer Highlands 2.0 – zwischen Schwarzwald und Schottland ein weiteres wahres, humorvolles und herzerwärmendes Buch gelungen, in dem zwischen den Zeilen ihre tiefe Liebe für das Land ihrer Liebe durchscheint – Schottland.

Auf in neue Abenteuer Highlands, wo buchende Baroninnen und denkwürdige Dudelsackspieler den Alltag beherrschen, Poeten und tapfere Schneiderlein mit Monstern kämpfen, Moorleichen gar nicht so gruselig sind und Hexen und Geister ganz selbstverständlich. Von Extrawürsten und gefährlichen Frühstücken und der Kunst, trotz Corona und Brexit ein glückliches Leben in der Fernbeziehung hinzubekommen

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Kindheitserinnerungen aus Kilninian

Lady Norah Fairfax-Lucy war die jüngste einer achtköpfigen Familie, die 1895 in Calgary auf der Insel Mull lebte. Sie war eine geborene Mackenzie von Mornish, ihr Vater war Ältester (elder) der etablierten Church of Scotland. In ihrer Autobiografie widmet sie ein ganzes Kapitel der Art und Weise, wie ihre Familie die Sonntage auf der Isle of Mull verbrachte. Wie sehr sich die doch von den Sonntagen heute unterschieden.

Der Tag begann mit Gebeten im Familienkreis um 9 Uhr im Haus, dann machte sich der Haushalt auf in die Kirche. Das Transportmittel war ein Pferdewagen, die anderen Inselbewohner kamen zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit Ponys. Als sie älter waren, durften die Mädchen zu Pferd in die Kirche. Für die Familie war es normal, Hunde mit in die Kirche zu nehmen, manchmal waren es sogar drei Hunde gleichzeitig.

Es gab immer einen ersten Gottesdienst auf Gälisch, danach einen weiteren auf Englisch. Sie besuchten beide und brachten Sandwiches zum Essen mit, die sie in der Pause zwischen den beiden (vermutlich recht langen ) Gottesdiensten außen. Zur tea-time zu Hause gab es Bannocks mit Marmelade und dann Bibelstunden bei der Mutter. „Es gab immer ein kaltes Abendessen am Sonntagabend,“ schreibt sie, „das wir (die Kinder) abräumen mussten, aber es war den Dienern überlassen, am nächsten Tag abzuwaschen.“

Normalerweise besuchten sie die Kirche in Mornish. Manchmal fand der Gottesdienst  auch in der Kirche von Kilninian statt. Dann nutzte die Familie den Billardraum für einen privaten Gottesdienst. Nur zu besonderen Anlässen nahm die Familie den weiten Weg (10km) nach Kilninian auf sich. Kilninian war die weitaus ältere Kirche aber nicht so gut besucht wie Mornish, da die Gegend dünn besiedelt war.

Als der Erste Weltkrieg ausbrach, diente Lady Norah Fairfax-Lucy als Krankenschwester, damit endet ihre Autobiografie Hebridean Childhood. Ich hätte gerne mehr gelesen.

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Abenteuer Highlands 2.0 – zwischen Schwarzwald und Schottland ist da

Nach Abenteuer Highlands – mein etwas anderes Leben im schottischen Hochland ist Nellie Merthe Erkenbach mit Abenteuer Highlands 2.0 – zwischen Schwarzwald und Schottland ein weiteres wahres, humorvolles und herzerwärmendes Buch gelungen, in dem zwischen den Zeilen ihre tiefe Liebe für das Land ihrer Liebe durchscheint – Schottland.

Auf in neue Abenteuer Highlands, wo buchende Baroninnen und denkwürdige Dudelsackspieler den Alltag beherrschen, Poeten und tapfere Schneiderlein mit Monstern kämpfen, Moorleichen gar nicht so gruselig sind und Hexen und Geister ganz selbstverständlich. Von Extrawürsten und gefährlichen Frühstücken und der Kunst, trotz Corona und Brexit ein glückliches Leben in der Fernbeziehung hinzubekommen

 

 

 

Die Lumpenfrau vom See

In einem wunderbaren Buch über die gälische Welt des Aberglaubens und der Legenden bin ich auf die Geschichte einer Frau gestoßen, die rund um einen kleinen See in der Nähe von Broadford auf der Isle of Skye ihr Unwesen getrieben haben soll.

Die Gegend ist sehr einsam und an trüben Wintertagen oder wenn die Dunkelheit naht, wie geschaffen für Geschichten wie diese. Außerdem ist die alte Sleat Road gleich neben der neuen immer gut für einen entspannten Spaziergang. Es sei denn, es wird dunkel …

lake near Broadford, Isle of Skye

Am Lochan nan Dubh-Bhreac, am kleinen See der schwarzen Forelle, hat man in der Vergangenheit wiederholt eine Frau mittleren Alters gesehen, in Lumpen gekleidet und generell einen verwahrlosten Eindruck machend, weshalb sie Luideag,  die Lumpenfrau genannt wurde. Sie ist vielen Männern erschienen, aber hat nie geantwortet, wenn sie angesprochen wurde. Sie erschien meist in der Dunkelheit plötzlich und ohne Ankündigung und genauso plötzlich verschwand sie wieder, still und stumm, inmitten der großen, windigen Weite der Sleat Halbinsel.

Lake near Broadford, Isle of SkyeSkye

Ein Steuereintreiber kam eines Tags des Wegs und traf die mysteriöse Lumpenfrau vom See. Er sprach sie an, zunächst auf Englisch, also in seiner Sprache, dann auf Gälisch, in der Sprache der Einheimischen, aber die Frau antwortete nicht. Was dann geschah, kann bis heute niemand sagen. Der Steuereintreiber wurde jedenfalls tot an der Straße aufgefunden und die Frau ist seither nie mehr erschienen.

Eine seltsame Geschichte. Ich muss jedenfalls immer an die Lumpenfrau denken, wenn ich auf der kleinen alten Straße unterwegs bin, was recht oft der Fall ist, wenn ich mich nicht durch den glitschigen Matsch der Wanderpfade kämpfen will. Ich wüsste gerne genau, an welcher Stelle der Steuereintreiber gefunden wurde.

Lochan nan Dubh-Bhreac

Der Glaube an übernatürliche Wesen, die vor allem in der Nacht erscheinen, ist weit verbreitete in der gälischen Mythenwelt, das können alle möglichen Erscheinungsformen sein, auch eine Frau in Lumpen. Der Allgemeinbegriff für diese Wesen ist bòcan (sprich „bohken“) und drückt sowohl die Furcht dessen aus, der die Erscheinung sieht, ebenso wie die Gefährlichkeit der Erscheinung an sich, die in der Regel den Tod brachte oder ihn ankündigte.

War nun diese Frau in Lumpen ein bòcan oder ist die ganze Geschichte nur erfunden, um den Mord an einem Steuereintreiber zu vertuschen?

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Das Monster vom Odal Pass

Eines der Bücher, die ich in letzter Zeit verschlungen habe, ist die Neuauflage von John Gregorson Campbells Klassiker The Gaelic Otherworld. Das Original stammt aus dem Jahr 1900. Campbell war viele Jahre Pfarrer auf der Insel Tiree und einer der herausragenden Sammler alter Mythen und Legenden der gälischen Kultur.

John Gregorson Campbell The Gaelic Otherworld

Natürlich haben mich ganz besonders die Gruselgeschichten von den Orten interessiert, an denen ich schon öfter bin, wie zum Beispiel der Odal Pass auf der Insel Skye.

Glenelg Ferry

Nimmt man die kleine Fähre von Glenelg nach Kylerhea, dann fährt man auf einer der ältesten Straßen der Insel Skye Richtung Norden. Diese Single Track Road windet sich in steilen und schmalen Kurven hinauf zum Odal Pass und mündet nach ein paar Meilen am kleinen Flughafen in die A87. Sie war eine der ersten öffentlichen Straßen auf der Insel.

In den Sommermonaten ist sie wegen der vielen Touristen, die das Erlebnis der kurzen Fährfahrt genießen wollen, oft voll und frustrierend zu fahren. Außerhalb der Saison oder während der Corona Pandemie fährt die Fähren nicht und es wird sehr ruhig.

Dieser Teil der Insel ist ohnehin ruhiger, es gibt kaum Häuser hier, weshalb ich sie im Winter auch schon von der Skye Seite kommend häufiger gewandert bin, denn die Straße wird geräumt und man vermeidet die Eisflächen und den knöcheltiefen Matsch der eigentlichen Wanderwege. Im  Winter ist die Straße einsam und verlassen. Hätte ich vom Monster vom Odal Pass gewusst, ich hätte mich wohl nicht einfach hingesetzt, die Aussicht genossen und mein Sandwich verspeist.

view from Odal Pass

Angeblich konnte das Monster in allen möglichen Formen in Erscheinung treten, als Mann, als Mann mit nur einem Bein, als Hund oder als ein anderes Tier. Manchmal soll die Erscheinung fürchterliche Schreie ausgestoßen haben, so dass die Arbeiter, die die Straße bauten, in Panik aus ihren Hütten flüchteten.

Allerdings wäre ich wohl sicher gewesen vor dem Monster, es erschien nämlich nur nachts und nur so lange, bis man eines Morgens einen Mann tot am Rande der Straße fand. Er hatte zwei seitliche Wunden am Körper gehabt und eine am Bein. Seine Hände bedeckten die Wunden, als habe er das Blut stoppen wollen.

Und was schrieb Campbell dazu?

„It was considered impossible these wounds could have been inflicted by human agency. „

Es wurde als unmöglich angesehen, dass ihm diese Wunden durch eine menschliche Macht zugefügt worden waren.

Das Monster vom Odal Pass hatte zugeschlagen.

towards Broadford

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Abenteuer Highlands Teil 2 ist da!!!

book cover

Kann eine Seele mehr als nur eine Heimat haben? Sie kann! Und wie.

Nellie Merthe Erkenbach geht in ihr zehntes Jahr Fernbeziehung mit einem Highlander – ein Leben zwischen Schwarzwald und Schottland.

Dem anfängliche Bedürfnis des entscheiden Müssens hat sie widerstanden und ist nun erfolgreich in zwei Welten zu Hause:  dem Schwarzwald, wo sie gerne lebt, gerne isst und ihre Arbeit hat und in den Highlands, wo sie schreibt, fotografiert und Zeit mit dem Mann in der großen Weite der Westküste Schottlands genießt. Das eine schließt das andere nicht aus, im Gegenteil, in zwei Welten zu leben macht die Dinge klarer und bewusster.

Der besondere Charme dieses Lebensentwurfs: die beiden Leben sind gänzlich unterschiedlich. Das deutsche ist hektisch und aufregend, ihre Arbeit beim Fernsehen abwechslungsreich, auch durch die Reisen nach Russland, China, Japan oder Brasilien.

Die Vorzüge des Mondänen hat sie in Deutschland und dem Rest der Welt, In den Highlands dagegen wird es still und ruhig. Nellie Merthe Erkenbach lebt dann zurückgezogen, liest viel, wandert und schreibt über das Land, das sie so gut kennt. Diese Seite ihres Lebens gibt ihr die Kraft, das Hochgeschwindigkeitsleben in Deutschland mit Freude und Energie anzupacken.

Nach Abenteuer Highlands – mein etwas anderes Leben im schottischen Hochland ist Nellie Merthe Erkenbach mit Abenteuer Highlands 2.0 – zwischen Schwarzwald und Schottland ein weiteres wahres, humorvolles und herzerwärmendes Buch gelungen, in dem zwischen den Zeilen ihre tiefe Liebe für das Land ihrer Liebe durchscheint – Schottland.

Auf in neue Abenteuer Highlands, wo buchende Baroninnen und denkwürdige Dudelsackspieler den Alltag beherrschen, Poeten und tapfere Schneiderlein mit Monstern kämpfen, Moorleichen gar nicht so gruselig sind und Hexen und Geister ganz selbstverständlich. Von Extrawürsten und gefährlichen Frühstücken und der Kunst, trotz Corona und Brexit ein glückliches Leben in der Fernbeziehung hinzubekommen.

3d mock up

Das neue Abenteuer Highlands gibt es als Ebook oder Taschenbuch beim Amazon. Ich hoffe es gefällt euch und freue mich auf euer Feedback!

Liebe Grüße,

eure Nellie

Abenteuer Highlands 2.0 ist bald da!

Es ist schon ein Weilchen her, dass ich Abenteuer den Highlands – mein etwas anderes Leben im schottischen Hochland geschrieben und nach dem Rückzieher des Verlags wegen Einstellung der Reihe, in der das Buch erscheinen sollte, das Werk schließlich im Selbstverlag veröffentlicht habe. Seither habe ich zwei weitere Bücher geschrieben, eigentlich drei: Riding Towards Shadows, das 2018 erschienen ist und Schottland für stille Stunden, das zum Jahresende 2020 rauskam. Das gibt es 2021 auch auf Englisch und wird Scotland for Quiet Moments heißen. Wer also gedacht hat, ich sitze in meiner wunderbaren Schreibhütte, schaue aufs Meer und tue nichts, der liegt völlig falsch. Allen Stromausfällen und Sturmschäden zum Trotz: ich habe weitergeschrieben und hier ist er nun, der zweite Teil von Abenteuer Highlands. Der ein oder andere von euch hat schon darauf gewartet.

Abenteuer Highlands 2.0 – zwischen Schwarzwald und Schottland

Abenteuer Highlands 2.0 zwischen Schwarzwald und Schottland

Inzwischen lebe ich seit 10 Jahren in meiner schottischen Fernbeziehung und habe nach dem anfänglichen Gefühl des entscheiden Müssens sehr bald gemerkt, dass eine Seele mehr als nur eine Heimat haben kann. Ich habe zwei zu Hause: eines im Schwarzwald, wo ich gerne lebe, gerne esse und meine Arbeit habe und eines in den Highlands, wo ich schreibe, und meine Zeit mit dem Mann an der großen Weite der Westküste Schottlands genieße. Das eine schließt das andere nicht aus, im Gegenteil, es lässt Dinge klarer werden und man macht sich bewusster, was man will und womit man seine Zeit verbringen möchte.

Der besondere Charme an diesem Lebensentwurf: beide Leben sind gänzlich unterschiedlich. Das deutsche ist hektisch und aufregend, meine Arbeit beim Fernsehen abwechslungsreich, ich reise viel, nach Russland, China, Japan, Brasilien und genieße die Vorzüge des Stadtlebens. In den Highlands dagegen wird es still und ruhig, zurückgezogen. Ich lese viel, wandere und schreibe. Diese Seite meines Lebens gibt mir die Kraft, das Hochgeschwindigkeitsleben in Deutschland mit Freude und Energie anzupacken.

Die Zeit, in der wir getrennt sind, überbrücken wir durch Social Media und ein tägliches Skype-Gespräch von einer Stunde. Und mal ehrlich, in wie vielen Beziehungen spricht man täglich mindestens eine Stunde miteinander? Ein solch intensiver Austausch wird im Alltag oft vernachlässigt. Ich liebe dieses Leben, das ich führe und was als Abenteuer in der Fremde begann, ist nun ein Leben in zwei Welten geworden. Aber auch das kann abenteuerlich sein. Ihr werdet schon sehen!

In Abenteuer Highlands habe ich euch durch ein Jahr in Schottland geführt. Dies sind die wahren Geschichten, die ich in den Jahren seither in meiner Fernbeziehung mit einem Schotten erlebt habe. Nicht in der zeitlichen Reihenfolge, in der sie passiert sind, die bekäme ich gar nicht mehr richtig auf die Reihe, der Mann und ich sind schon so lange ein Paar. Die Struktur ist nicht die Zeit, sondern das Wort, von A – Z: A wie Aberglaube, B wie Banff, C wie Corona usw.

Amüsiert euch über buchende Baroninnen und denkwürdige Dudelsackspieler, lernt Poeten und tapfere Schneiderlein kennen, gruselt euch über Moorleichen, Hexen und Geister, lacht über Extrawürste und gefährliche Frühstücke und findet heraus, wie man trotz Corona und Brexit ein glückliches Leben in der Fernbeziehung hinbekommt.

Taschenbuch und Ebook erscheinen demnächst auf Amazon. Ihr erfahrt natürlich hier, wann es soweit ist.

 

drei gefährliche Frauen

Der Glaube an Hexerei war wahrscheinlich einer der häufigsten Aberglauben in Schottland und im Rest der christlichen Welt. Hexen waren nicht unbedingt böse, aber dort, wo sie die Mächte der Dunkelheit befehligten, waren sie wie nichts anderes zu fürchten, denn sie konnten eine tödliche Spur der Zerstörung hinterlassen. So geschehen auf der Isle of Mull, vor langer, langer Zeit.

Dies ist eine romantische und grausame Geschichte in deren Zentrum gleich drei gefährliche Frauen stehen: einer einheimische Hexe, eine heißblütige spanische Prinzessin und eine betrogene Ehefrau. Und so hat es sich zugetragen…..

Eines Tages hatte die Tochter des spanischen Königs einen lebhaften Traum, in dem sie einen außerordentlich gut aussehenden Mann sah, in den sie sich sofort verliebte. Sie befahl ihren Männern, ein Schiff fertig zu machen und segelte nach Schottland, um diesen Mann zu finden. Das tat sie auf der Isle of Mull, aber leider war der hübsche MacLean of Dowart bereits verheiratet und seine Frau nicht besonders erfreut darüber, ihren Ehemann im Bett dieser ausländischen Prinzessin zu finden. Deshalb ließ sie einen ihrer Männer, ein Mann namens Smollet, das Schiff der Prinzessin in die Luft jagen. Die Explosion war so gewaltig, dass der Schiffskoch bis nach Tobermory geblasen wurde und Prinzessin Viola im Sound von Mull starb. Ihr Körper wurde den Hügel hinauf zum Friedhof auf Lochaline getragen und bestattet.

Als ihr Vater, der spanische König, von dem Mord an seiner Tochter hörte, schickte er ein weiteres Schiff Richtung Norden, um die Tat zu rächen. Als das Schiff entdeckt wurde, rief die Ehefrau die örtliche Hexe namens Doideag herbei, die mit Hilfe einiger weiterer Hexen und vielerlei weiterer Beschwörungsformeln das zweite spanische Schiff in einem riesigen Sturm versenkte, den sie während der Nacht heraufbeschworen hatten.

Anscheinend hatte der spanische Kapitän vergeblich versucht, die Hexen mit Gegenzauber zu bekämpfen – es waren einfach zu viele gefährliche Frauen, als dass ein einzelner Mann hätte Erfolg haben können.

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Das Bilderbuchdorf der Prophetin

Fordyce ist zunächst mal eins – wunderschön. Wenn man ein idyllisches schottisches Dörflein malen müsste, es sähe ganz genauso aus mit den steinernen Häusern, den gewundenen Sträßchen und den gepflegten Gärten. Hier gibt es nichts, was die Idylle stören könnte. Nicht mal ein Pub. Früher aber gab es das schon. Früher gab es auch einen jährlichen Markt, der Abwechslung brachte, aber der den örtlichen Geistlichen recht unglücklich machte, wegen der Betrunkenen oder sonstiger Unordnung, die den Frieden des Dörfchens störte.

Fordyce castle

Es gibt ein kleines castle an der Straßenecke und eine uralte Kirche samt Friedhof, geweiht dem ungewöhnlichen Talarican, einem katholischen Priester aus Irland. Hier wurde über 1000 Jahre lang zu Gott gebetet und von hier stammt eine Frau, die sich selbst anbetete und die wohl ungewöhnlichste Sekte Schottlands (the Buchanites) gründen sollte: Elspeth Simpson.

Baby Elspeth wurde 1739 in der Gemeinde Fordyce geboren. Ihr Vater war John Simpson, ihm gehörte ein Inn in der Nähe, die Mutter war Margaret Gordon. Als ihre Mutter starb, kümmerte sich eine Verwandte um Elspeth, sie soll ihre eine gute Erziehung gegeben haben. Diese Verwandte heiratete einen Farmer von den Westindischen Inseln und machte sich daran, zu ihm auszuwandern. Elspeth aber sprang in der sprichwörtlich letzten Sekunde ab und blieb im Greenock. Das Leben dort muss ihr wild und aufregend erschienen sein nach der Ruhe von Fordyce. Von nun an war sie auf sich allein gestellt.

Sie arbeitete als Dienstmädchen und heiratete einen Töpfer namens Robert Buchan, ursprünglich aus Banff. Sie bekamen drei Kinder. Robert wollte lieber wieder zurück in seinen Heimatort Banff, also zog die Familie wieder nach Norden, doch Roberts Töpferei war nicht gerade erfolgreich und die Ehe war auch nicht glücklich. Er verließ Frau und Kinder und verschwand nach Glasgow. Seine Frau war ihm wohl schnell nicht ganz geheuer.

Banff Hafen

Elspeth veränderte sich. Aus der eigenwilligen jungen Frau wurde eine religiöse Fanatikerin. Manchmal fastetet sie über Wochen und vernachlässigte ihre Kinder, sie nervte die Nachbarn und die machten ihr schließlich das Leben so schwer, dass sie sich gezwungen sah, nach Glasgow zu ihrem Mann zu gehen. Dort lernte sie Reverend Hugh White aus Irvine kennen, der so einige Probleme mit der Kirche hatte, weil er unorthodoxe Lehren verbreitete. Durch ihn wurde auch Elspeth immer extremer, bis sie schließlich der festen Überzeugung war, eine Prophetin und Figur aus der Bibel zu sein, die nicht nur unsterblich war, sondern die auch ihre Mitmenschen unsterblich machen konnte, indem sie auf sie herab atmete.

Steinbecken in Herzform

Es gab Menschen, die ihr das glaubten und eine kleine Sekte voller Suchender mit dem Wunsch nach Unsterblichkeit, bildete sich um die Frau aus Fordyce. Die Gruppe reiste in Schottland von Ort zu Ort, versuchte sich niederzulassen und wurde oft mit Gewalt wieder vertrieben, sobald man ihre Ansichten erkannte. Nach Fordyce ist Elspeth wohl nicht zurück gekommen.

Diese so außergewöhnliche wie befremdliche Frau soll eine aufsehenerregende rote Robe getragen haben. Ihre Anhänger waren meist sehr junge Frauen. Deshalb auch der Name Mutter Buchan. Die Gruppe schaffte die Ehe ab, Kinder wurden von allen gemeinsam erzogen. Nach zwei abgebrochenen und recht chaotischen Versuchen, gemeinsam in den Himmel aufzusteigen, verließen einige Anhänger die Gruppe. Elspeth Buchan starb am 29. März 1791, versprach aber den anderen Sektenmitgliedern in sechs Tagen wieder zurück zu kommen. Schließlich war sie ja unsterblich. Aber nur, wenn der Glaube der Anhänger fest genug war. Wenn nicht, würde es länger dauern, bis sie zurückkäme.

Ihr Körper wurde nicht beerdigt, wie man die anderen und vor allem die Behörden glauben ließ, sondern in der Küche der Farm verscharrt, auf der die Gruppe lebte. Der 50. Todestag von Mutter Buchan kam und ging und sie war noch immer nicht zurückgekommen. Als einer der letzten noch übrige gebliebenen Anhänger dem Tod entgegensah, wollte er, dass sein Körper über dem ihren begraben würde. So würde sie ihn wecken, sollte sie sich erheben und endlich auferstehen.

Elspeth Buchans mumifizierter Körper wurde noch im selben Jahr in Newhouse, Crocketford (Dumfriesshire) entdeckt. Auf einem kleinen Friedhof auf dem Gelände der Farm sollen auch die restlichen Anhänger der Sekte nach deren Tod begraben worden sein.

Noch immer ist keiner von ihnen auferstanden.

alte KIrche und Kirchhof Fordyce

In Fordyce erinnert nichts an Elspeth Buchan. Wahrscheinlich ist man nicht sonderlich stolz.

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Poet, Prolet und Grabräuber

Schottland hat im Laufe der Geschichte so einige große Poeten hervorgebracht und nicht alle, waren Poeten im klassischen Sinne. Statt Dichter und Denker waren sie oft Krieger und Kämpfer und eher selten der romantischen Gattung zuzuordnen.

Angus Martin scheint einer dieser denkwürdigen und andersartigen Poeten gewesen zu sein. Er wurde während der Regierungszeit von Mary, Queen of Scots, in einer Zeit religiöser Umwälzungen und politischer Unruhen geboren. Seine Familie hatte einen gewissen Status und war mit den MacDonalds of Sleat verbunden. Angus wuchs heran und wurde Seemann, Soldat und Tacksman, ein Verwalter, der das Land, das man ihm zur Verfügung gestellt hatte, an Bauern weiter verpachten konnte. Es war eine Position der Macht und zeigte das Vertrauen, das der MacDonald ihm entgegenbrachte.

Martin heiratete zweimal, hatte viele Kinder, seine zweite Frau war angeblich eine dänische Prinzessin. Aber so gut sein Verhältnis auch zu seinem Clan Chief war, Angus kam nicht mit dessen Frau  klar, die wollte von ihm eine Ode doch er wollte die Lady nicht lobpreisen. Seine gälischen Zeilen an die Frau seines Chefs waren beleidigend und nicht huldigend, er musste die Insel Skye verlassen. Er ging nach Irland, um zu kämpfen, und kam erst zurück, als ihre Ladyschaft verstorben war, um dann ein weiteres rüdes Gedicht über ihren Tod zu verfassen.

view from Iona

Der Legende nach hatte der streitbare Dichter und fähige Seemann,  auch Angus des Sturms, Aonish na Gaoithe, genannt, auf seinem Weg nach Hause einen Grabstein von einem schottischen Königsgrab auf der Insel Iona genommen und ihn für seine eigene Beerdigung in Kilmuir auf der Insel Skye zu verwenden. Der Stein ist heute noch da, doch an der Wahrheit dieses Teils der Geschichte darf gezweifelt werden, da die schottische Reformation und der damit einhergehende Bildersturm  sowie die Schließung der Klöster bereits in den 1560er Jahren ihren Höhepunkt erreichte,  ungefähr zu der Zeit, als Angus Martin geboren wurde. Bis Angus alt genug war, um nach Iona zu segeln und eine königliche Grabplatte mit nach Skye zu nehmen, kann es nicht mehr viele königliche Gräber gegeben haben, die man ausrauben konnte.

Isle of Skye

Es ist jedoch eine schöne kleine Geschichte und der Stein hat eine Schönheit an sich, egal für wen der Steinmetz ihn einst gemacht hat.

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Standing Stones – Steine für die Ewigkeit

Kilmartin in Argyll, ein Tal voller Geschichte, die Spuren noch immer so klar erkennbar wie an kaum einem anderen Ort in Schottland. Hier siedelten Menschen seit 5000 Jahren und man muss rund 170 Generationen zurückdenken, um sich in das Leben und die Bedingungen hier hineinversetzen zu können. 170 Generationen klingt schon viel näher und vertrauter als 5000 Jahre und doch – es liegt so lange zurück.

Was geblieben ist sind ihre Gräber und die Symbole ihrer Macht, ihres Glaubens und ihres Wissens. Die standing stones, Steine für die Ewigkeit. Die Menschen, die hier lebten, hielten Vieh und bestellten Felder und sie errichteten Steine für sich und die  Generationen nach ihnen.

Was genau sie symbolisieren ist nach wie vor nicht vollständig zu erfassen. Waren es Kalender, Treffpunkte, Zeichen der Macht? Wer vermag das mit Sicherheit zu sagen nach 5000 Jahren? Orientierten sie sich nach der Sonne oder dem Mond?

In Kilmartin sind die standing stones so zahlreich wie kaum an einem anderen Ort Schottlands. Sie sind frei zugängig und abgesehen von ein paar neugierigen Schafen stört außerhalb der Tourismussaison auch kaum etwas die tiefe Ruhe, die diese magischen Steine ausstrahlen.  Die Rituale von einst bleiben der Phantasie des Einzelnen überlassen.

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