Abenteuer Highlands Teil 2 ist da!!!

book cover

Kann eine Seele mehr als nur eine Heimat haben? Sie kann! Und wie.

Nellie Merthe Erkenbach geht in ihr zehntes Jahr Fernbeziehung mit einem Highlander – ein Leben zwischen Schwarzwald und Schottland.

Dem anfängliche Bedürfnis des entscheiden Müssens hat sie widerstanden und ist nun erfolgreich in zwei Welten zu Hause:  dem Schwarzwald, wo sie gerne lebt, gerne isst und ihre Arbeit hat und in den Highlands, wo sie schreibt, fotografiert und Zeit mit dem Mann in der großen Weite der Westküste Schottlands genießt. Das eine schließt das andere nicht aus, im Gegenteil, in zwei Welten zu leben macht die Dinge klarer und bewusster.

Der besondere Charme dieses Lebensentwurfs: die beiden Leben sind gänzlich unterschiedlich. Das deutsche ist hektisch und aufregend, ihre Arbeit beim Fernsehen abwechslungsreich, auch durch die Reisen nach Russland, China, Japan oder Brasilien.

Die Vorzüge des Mondänen hat sie in Deutschland und dem Rest der Welt, In den Highlands dagegen wird es still und ruhig. Nellie Merthe Erkenbach lebt dann zurückgezogen, liest viel, wandert und schreibt über das Land, das sie so gut kennt. Diese Seite ihres Lebens gibt ihr die Kraft, das Hochgeschwindigkeitsleben in Deutschland mit Freude und Energie anzupacken.

Nach Abenteuer Highlands – mein etwas anderes Leben im schottischen Hochland ist Nellie Merthe Erkenbach mit Abenteuer Highlands 2.0 – zwischen Schwarzwald und Schottland ein weiteres wahres, humorvolles und herzerwärmendes Buch gelungen, in dem zwischen den Zeilen ihre tiefe Liebe für das Land ihrer Liebe durchscheint – Schottland.

Auf in neue Abenteuer Highlands, wo buchende Baroninnen und denkwürdige Dudelsackspieler den Alltag beherrschen, Poeten und tapfere Schneiderlein mit Monstern kämpfen, Moorleichen gar nicht so gruselig sind und Hexen und Geister ganz selbstverständlich. Von Extrawürsten und gefährlichen Frühstücken und der Kunst, trotz Corona und Brexit ein glückliches Leben in der Fernbeziehung hinzubekommen.

3d mock up

Das neue Abenteuer Highlands gibt es als Ebook oder Taschenbuch beim Amazon. Ich hoffe es gefällt euch und freue mich auf euer Feedback!

Liebe Grüße,

eure Nellie

Abenteuer Highlands 2.0 ist bald da!

Es ist schon ein Weilchen her, dass ich Abenteuer den Highlands – mein etwas anderes Leben im schottischen Hochland geschrieben und nach dem Rückzieher des Verlags wegen Einstellung der Reihe, in der das Buch erscheinen sollte, das Werk schließlich im Selbstverlag veröffentlicht habe. Seither habe ich zwei weitere Bücher geschrieben, eigentlich drei: Riding Towards Shadows, das 2018 erschienen ist und Schottland für stille Stunden, das zum Jahresende 2020 rauskam. Das gibt es 2021 auch auf Englisch und wird Scotland for Quiet Moments heißen. Wer also gedacht hat, ich sitze in meiner wunderbaren Schreibhütte, schaue aufs Meer und tue nichts, der liegt völlig falsch. Allen Stromausfällen und Sturmschäden zum Trotz: ich habe weitergeschrieben und hier ist er nun, der zweite Teil von Abenteuer Highlands. Der ein oder andere von euch hat schon darauf gewartet.

Abenteuer Highlands 2.0 – zwischen Schwarzwald und Schottland

Abenteuer Highlands 2.0 zwischen Schwarzwald und Schottland

Inzwischen lebe ich seit 10 Jahren in meiner schottischen Fernbeziehung und habe nach dem anfänglichen Gefühl des entscheiden Müssens sehr bald gemerkt, dass eine Seele mehr als nur eine Heimat haben kann. Ich habe zwei zu Hause: eines im Schwarzwald, wo ich gerne lebe, gerne esse und meine Arbeit habe und eines in den Highlands, wo ich schreibe, und meine Zeit mit dem Mann an der großen Weite der Westküste Schottlands genieße. Das eine schließt das andere nicht aus, im Gegenteil, es lässt Dinge klarer werden und man macht sich bewusster, was man will und womit man seine Zeit verbringen möchte.

Der besondere Charme an diesem Lebensentwurf: beide Leben sind gänzlich unterschiedlich. Das deutsche ist hektisch und aufregend, meine Arbeit beim Fernsehen abwechslungsreich, ich reise viel, nach Russland, China, Japan, Brasilien und genieße die Vorzüge des Stadtlebens. In den Highlands dagegen wird es still und ruhig, zurückgezogen. Ich lese viel, wandere und schreibe. Diese Seite meines Lebens gibt mir die Kraft, das Hochgeschwindigkeitsleben in Deutschland mit Freude und Energie anzupacken.

Die Zeit, in der wir getrennt sind, überbrücken wir durch Social Media und ein tägliches Skype-Gespräch von einer Stunde. Und mal ehrlich, in wie vielen Beziehungen spricht man täglich mindestens eine Stunde miteinander? Ein solch intensiver Austausch wird im Alltag oft vernachlässigt. Ich liebe dieses Leben, das ich führe und was als Abenteuer in der Fremde begann, ist nun ein Leben in zwei Welten geworden. Aber auch das kann abenteuerlich sein. Ihr werdet schon sehen!

In Abenteuer Highlands habe ich euch durch ein Jahr in Schottland geführt. Dies sind die wahren Geschichten, die ich in den Jahren seither in meiner Fernbeziehung mit einem Schotten erlebt habe. Nicht in der zeitlichen Reihenfolge, in der sie passiert sind, die bekäme ich gar nicht mehr richtig auf die Reihe, der Mann und ich sind schon so lange ein Paar. Die Struktur ist nicht die Zeit, sondern das Wort, von A – Z: A wie Aberglaube, B wie Banff, C wie Corona usw.

Amüsiert euch über buchende Baroninnen und denkwürdige Dudelsackspieler, lernt Poeten und tapfere Schneiderlein kennen, gruselt euch über Moorleichen, Hexen und Geister, lacht über Extrawürste und gefährliche Frühstücke und findet heraus, wie man trotz Corona und Brexit ein glückliches Leben in der Fernbeziehung hinbekommt.

Taschenbuch und Ebook erscheinen demnächst auf Amazon. Ihr erfahrt natürlich hier, wann es soweit ist.

 

Poet, Prolet und Grabräuber

Schottland hat im Laufe der Geschichte so einige große Poeten hervorgebracht und nicht alle, waren Poeten im klassischen Sinne. Statt Dichter und Denker waren sie oft Krieger und Kämpfer und eher selten der romantischen Gattung zuzuordnen.

Angus Martin scheint einer dieser denkwürdigen und andersartigen Poeten gewesen zu sein. Er wurde während der Regierungszeit von Mary, Queen of Scots, in einer Zeit religiöser Umwälzungen und politischer Unruhen geboren. Seine Familie hatte einen gewissen Status und war mit den MacDonalds of Sleat verbunden. Angus wuchs heran und wurde Seemann, Soldat und Tacksman, ein Verwalter, der das Land, das man ihm zur Verfügung gestellt hatte, an Bauern weiter verpachten konnte. Es war eine Position der Macht und zeigte das Vertrauen, das der MacDonald ihm entgegenbrachte.

Martin heiratete zweimal, hatte viele Kinder, seine zweite Frau war angeblich eine dänische Prinzessin. Aber so gut sein Verhältnis auch zu seinem Clan Chief war, Angus kam nicht mit dessen Frau  klar, die wollte von ihm eine Ode doch er wollte die Lady nicht lobpreisen. Seine gälischen Zeilen an die Frau seines Chefs waren beleidigend und nicht huldigend, er musste die Insel Skye verlassen. Er ging nach Irland, um zu kämpfen, und kam erst zurück, als ihre Ladyschaft verstorben war, um dann ein weiteres rüdes Gedicht über ihren Tod zu verfassen.

view from Iona

Der Legende nach hatte der streitbare Dichter und fähige Seemann,  auch Angus des Sturms, Aonish na Gaoithe, genannt, auf seinem Weg nach Hause einen Grabstein von einem schottischen Königsgrab auf der Insel Iona genommen und ihn für seine eigene Beerdigung in Kilmuir auf der Insel Skye zu verwenden. Der Stein ist heute noch da, doch an der Wahrheit dieses Teils der Geschichte darf gezweifelt werden, da die schottische Reformation und der damit einhergehende Bildersturm  sowie die Schließung der Klöster bereits in den 1560er Jahren ihren Höhepunkt erreichte,  ungefähr zu der Zeit, als Angus Martin geboren wurde. Bis Angus alt genug war, um nach Iona zu segeln und eine königliche Grabplatte mit nach Skye zu nehmen, kann es nicht mehr viele königliche Gräber gegeben haben, die man ausrauben konnte.

Isle of Skye

Es ist jedoch eine schöne kleine Geschichte und der Stein hat eine Schönheit an sich, egal für wen der Steinmetz ihn einst gemacht hat.

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Kein Königreich dank eines Pferds

Im Jahr 1286 sollte ein Pferd eine entscheidende Rolle in der Geschichte Schottlands spielen. Es war Mitte März und die Nächte lang und kalt. König Alexander III saß gemütlich mit ein paar Höflingen in Edinburgh und ließ es sich gut gehen, er tafelte und trank und dann fühlte er sich ziemlich allein.

Der König war in Roxburgh geboren und saß auf dem Thron, seit er sieben Jahre alt war.  Er war nicht nur der älteste Sohn des Königs Alexander II, er war auch der Enkel des Königs William the Lion. Er heiratete, wie man es von ihm erwartete. Seine Frau war Margaret, Tochter des englischen Königs. Er zeugte drei Kinder, Margaret, Alexander und David. Die Tochter Margaret heiratete den König von Norwegen und starb. Die Söhne Alexander und David starben beide bevor sie alt genug waren, Nachkommen zu zeugen. Auch seine Frau starb, nachdem sie die drei Kinder geboren hatte. Es blieb nur die Tochter seiner Tochter, das Baby Margaret in Norwegen als Erbin übrig.

Alexander hatte (und das würde sich wie ein elender Leitfaden durch die schottische Geschichte ziehen) keinen direkten Erben mehr. Was in einem Land passierte, das keinen König hat oder einen König, der noch nicht alt genug war, das Land zu regieren, das hatte er selbst erfahren. Vierzehn Jahre lang war Schottland ohne regierenden König, bis Alexander im Alter von 21 Jahren die Regierung übernahm. Das Land war zerrissen von den Machtkämpfen der rivalisierenden Adligen im Namen des minderjährigen Königs.

Also machte Alexander sich daran, weitere Nachkommen zu zeugen und heiratete die schöne Gräfin Yolande de Dreux aus der Bretagne. Mit einer deutlich jüngeren Frau aus gutem Haus sollte es doch möglich sein, einen Erben zu stellen. Er wollte nicht der letzte König der gälischen Linie sein.

In diesem Sinne zurück also zu dem feuchtfröhlichen Abend in Edinburgh Castle und König Alexander, der plötzlich seine junge Ehefrau furchtbar vermisste und beschloss, sie noch in derselben Nacht aufzusuchen. Sie waren frisch verheiratet und die Königin war nicht in Edinburgh sondern in Kinghorn, dem Sitz des Paars auf der anderen Seite des Firth of Forth, den im 13. Jahrhundert natürlich noch keine Brücken überspannten. Es gab nur eine Fähre.

Der König war nicht mehr zu halten, die Höflinge versuchten es aber ohne Erfolg. Vom Alkohol bestärkt machte sich Alexander auf den Weg. Ein Sturm braute sich zusammen und der Fährmann wollte ihn erst nicht übersetzen. Doch der König ließ seine royalen Muskeln spielen und bestand auf der Überfahrt. In North Queensferry angekommen, nahm er sich ein frisches Pferd und ritt weiter. Der Name dieses Pferdes ist nicht überliefert aber es hatte einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf den weiteren Verlauf der schottischen Geschichte. Alexander ritt Erlkönig gleich durch den Sturm zu seiner jungen Frau und das so schnell, dass er den Kontakt zu seinen Wachen verlor, die ihren König selbstverständlich begleiteten. Während dieses halsbrecherischen Ritts über den Klippenpfad nach Findhorn nun ereignete sich die Tragödie. Nur etwas mehr als einen Kilometer von seiner Burg und der schönen Frau entfernt, stürzte er ab. Das Pferd muss im Dunkeln den Tritt verloren haben und fiel mit dem Reiter in die Tiefe.

Der König war tot. Diener fanden seinen Leichnam am nächsten Morgen am Strand. Er hatte sich das Genick gebrochen. Alexander II war erst 44 Jahre alt. Als die junge Königin am Morgen aufwachte, war sie Witwe. Der 19. Mai  war ihr Geburtstag

Schottland war wieder ohne Herrscher aber Alexander hatte vorgesorgt und seine Enkeltochter, die kleine Margaret von Norwegen als Erbin bestimmt. In der gälischen Kultur herrschte nicht die direkte Erbfolge (Primogenitur) sondern vielmehr die erweiterte, die über den Großvater kam und für alle Nachkommen gleichermaßen galt.

Die Dreijährige, die sogenannte Maid of Norway war selbstverständlich zu jung, um zu regieren. Sie hatte die Mutter verloren und eine Reise wie die nach Schottland kam zunächst nicht in Frage. Erst als sie sieben Jahre alt war sollte sie die Reise nach Schottland antreten. In der Zwischenzeit regierten sechs Männer das Land.

Zwei der mächtigsten, Balliol und Bruce, hatten an geschworen, das Mädchen als Königin anzuerkennen, sie hatten über eine andere Linie ebenfalls Anspruch auf den schottischen Thron. Ihr Schwur war wichtig für Sicherheit und inneren Frieden. Aber auch der äußere stand auf sehr wackeligen Füßen. Englands König bleib eine ständige Bedrohung. Alle warteten nun auf die Ankunft der jungen Prinzessin aus Norwegen. Doch sie sollte nie schottischen Boden betreten. Sie starb auf den Orkney Inseln (die im 13. Jahrhundert noch zu Norwegen und nicht Schottland gehörten). Die königliche Linie Schottlands war am Ende. Wer sollte nun das Land regieren?

Die Antwort auf diese Frage würde sich lang hinziehen und viele erbitterte Kämpfe brauchen, bis sie beantwortet war. Ein Herrscher aus der gälischen Linie würde es nicht mehr sein.

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Geliebte auf Lebenszeit

Eines der Dinge, über die man auf einem Friedhof am besten nachdenken kann, ist Leben. Im Falle des wunderschön klingenden Kirktons von Kingoldrum fällt mir das Leben und der Glaube von Marion Ogilvie ein. Sie lebte südlich des Dorfes in Balfour Castle. Oder vielleicht auch nicht und der Turm dort ist nicht das, was von ihrem Haus übrig geblieben ist, aber die Ruinen des Schlosses Melgund waren einst ihr Wohnsitz. Die Quellen sind sich da nicht ganz einig. Nehmen wir einfach an, das Gebiet um Kirkton von Kingoldrum war Ogilvie-Land und es war ziemlich wahrscheinlich, dass Marion Ogilvie hier lebte. Oder  irgendwo anders in Angus. Zumindest irgendwann.

Nellie Merthe Erkenbach Abenteuer Highlands Angus

Obwohl sie als Geliebte eines Mannes in Sünde lebte, der überhaupt keine Frau hätte haben sollen. Sie war nicht nur eine kurzfristige Leidenschaft des gut aussehenden David Beaton, sie gebar ihm auch acht Kinder, drei Töchter und fünf Söhne.

David Beaton wurde 1494 geboren, in St. Andrews, Glasgow und Paris ausgebildet und dort zum Gesandten der Krone ernannt. Das klingt in gewisser Weise wie ein Mann, der eine Geliebte hätte, wenn es nicht für den Rest seiner Karriere wäre. Er kehrte nach Schottland zurück und wurde Abgeordneter, indem er Abt von Arbroath wurde. Zu dieser Zeit nicht als Mönch, sondern als Laie.

Nellie Merthe Erkenbach Abenteuer Highlands Angus

Anschließend wechselte er zum Berater des jungen Königs James V, der den katholischen Glauben gegen die starken Strömungen des Protestantismus verteidigte. Kardinal Beaton wurde 1546 ermordet, ein einflussreicher Anhänger des alten Glaubens war verschwunden.

Ein Verteidiger eines Glaubens, der unter seinen Geistlichen das Zölibat forderte.

Er war ein mächtiger Mann und lebte sein Leben mit der Frau seiner Wahl. Das ist in vielerlei Hinsicht eine schöne Liebesgeschichte. Schließlich waren damals Männer der Kirche Adlige mit Einfluss. Das Keuschheitsgelübde wurde im Laufe der Jahrhunderte oft missachtet.

Aber was hätte das für seine lebenslange Geliebte bedeutet? Sie starb 1575, fast 30 Jahre nach dem Vater ihrer Kinder. Sie hatte einen anderen Mann geheiratet, der nur wenige Monate nach dem Gelübde starb. Als Witwe war die Herrin ein Leben lang wieder allein.

War sie glücklich mit ihrem Schicksal?

Oder wünschte sie sich jemals ein normales Leben mit einem normalen Ehemann und einem Grab an seiner Seite?

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Der Zauberer von Gordonstoun

Dies ist eine Geschichte über den Teufel, der eine Seele jagt und sie dann an den heiligen Boden von Birnie Kirkyard verliert. Dies ist ein alter Ort, die Kirche selbst ist eine der ältesten in Schottland, die noch aktiv ist.

Christen beten hier seit dem 12. Jahrhundert und die Kelten haben noch einige Jahrhunderte zuvor hier ihren Glauben ausgeübt. Birnie war die Kathedrale des Bischofs von Moray, eine der wichtigsten Diözesen des katholischen Schottland unter König David I. Das Bistum endete mit der Reformation.

Aber zurück zum Teufel und zur Geschichte von Sir Robert Gordon, auch bekannt als der Zauberer von Gordonstoun, der hier 1704 starb, angeblich auf diesem Friedhof. Der Teufel war hinter ihm her und Gordon sprang in einer wilden Verfolgungsjagd über die Mauer, um sich zu retten und heiligen Boden zu erreichen. Unerreichbar für den Teufel, der ihn verfolgte. Gordon rettete seine Seele, sein Leben jedoch nicht. Sir Robert Gordon hatte sich den Hals gebrochen, als er über die Kirchhofsmauer fiel.

Der angebliche Zauberer war der 3. Earl of Gordon und ein hochgebildeter Mann. Dies war zu der Zeit ein Grund für Verdacht. Gordon war eher ein Wissenschaftler als ein Spiritist. Er hatte in Italien studiert und fühlte sich den Menschen in Moray wahrscheinlich fremd. Die wiederum beschuldigten ihn, sich mit dem Teufel zu unterhalten, mit nackten Frauen zu tanzen und (am schlimmsten) keinen Schatten zu besitzen. Ein sicheres Zeichen, zu dieser Zeit ein Zauberer zu sein. Die nackten Frauen schienen da nicht ganz so wesentlich aber immerhin nicht zu vernachlässigen.

Zu seinen Lebzeiten war er vor Strafverfolgung geschützt, schließlich war er der Earl und nicht nur einflussreich, sondern auch reich. Manch eine Frau hatte in den Tagen der Hexenjagden nicht so viel Glück wie Gordon.
Sehr wahrscheinlich war er nicht viel mehr als ein nerdiger und etwas seltsamer Wissenschaftler, aber für die Leute von Moray war Sir Robert Gordon ein Zauberer. Und er starb hier auf dem Kirchhof von Birnie im Jahr 1704.

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Der etwas andere Reiseführer ist da!

Schottland für stille Stunden ist kein klassischer Reiseführer, hier finden sich keine Touristenziele oder Öffnungszeiten. Schottland für stille Stunden führt vielmehr an weitgehend unbekannte Orte und erzählt historische, abgründige, romantische oder lustige Geschichten durch die Jahrhunderte. Entdecken sie die Seele statt der Sehenswürdigkeiten Schottlands, Tipps aus dem wahren schottischen Leben und Orte, die es möglich machen ein Land so zu erleben, wie es wirklich ist. Mit dem Reiseinspirationsbuch kann man dieses wunderbare Land vor Ort ohne Trubel ganz anders erfahren oder sich einfach zu Hause auf dem Sofa hinein träumen. Der Reiseführer in die Seele Schottlands beschreibt Schottland für Fortgeschrittene, die aufregende Geschichte, die atemberaubende Natur und die fast vergessenen Orte abseits der Touristenströme von Arthur’s Seat, Loch Ness oder Glencoe und dennoch mitten im Herzen Schottlands.

35 Kapitel entsprechen den alten und klangvollen Shires, Burghs und Sheriffdoms, die traditionellen Regionen statt der modernen Verwaltungsbezirke, weil sie zum einen für viele Schotten noch immer das Maß der geographischen Dinge sind und weil Geschichte eine ganz große Rolle spielt in dem etwas anderen Reiseführer von Nellie Merthe Erkenbach. Kleine Änderungen wurden aus logischen und logistischen Gründen vorgenommen. So wurde Berwick berücksichtigt, obwohl es heute in England liegt und einige der Inseln getrennt behandelt, Lewis gehörte zum Beispiel zu Rosshire, Harris zu Argyll und sind nicht zwei, sondern eine Insel der Äußere Hebriden.

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Die Autorin

Nellie Merthe Erkenbach ist Fernseh-Journalistin und Autorin und teilt sich ihr Leben zwischen Deutschland und Schottland auf. Sie bereist Schottland seit nunmehr über 35 Jahren, hat schottische Geschichte und schottische Literatur an der Universität Glasgow studiert und lernt derzeit schottisches Gälisch in Sabhal Mòr Ostaig auf der Isle Skye. Dieses wunderbare Land, ohne die gängigen Klischees zu zeigen, war ihr schon viele Jahre ein Anliegen, nun ist es ein Buch geworden. Weitere Bücher von Nellie Merthe Erkenbach sind Abenteuer Highlands – mein etwas anderes Leben im schottischen Hochland (Amazon 2018) und Riding Towards Shadows (Amazon 2018).

Fotos

Ewan Roy MacGregor fotografiert seine Heimat Schottland seit vielen Jahrzehnten. Nach einer erfolgreichen Karriere als Musiker in Glasgow lebt er nun in den schottischen Highlands, die ihn immer wieder aufs Neue zu herausragenden Bildern inspirieren. Leider stellten sich die Produktionskosten beim Taschenbuch als zu hoch heraus, um die Bilder darin zu veröffentlichen. In der eBook Version sind sie aber enthalten.

Ab sofort als eBook und Taschenbuch bei Amazon erhältlich!

eBook

Taschenbuch

Schottland für stille Stunden

Der Reise-Inspirationsführer Schottland ist in den nächsten Tagen als Ebook und Taschenbuch bei Amazon erhältlich!

Schottland ist ein Land voller Geschichte, Geschichten und Geheimnisse. Oft sind die drei nicht exakt voneinander zu trennen. Das macht dieses Land so wunderbar und einzigartig. Diese Geschichten wurden für den WordPress Blog Graveyards of Scotland über viele Jahre zusammengetragen, ausgegraben und entdeckt. Quellen waren meist historische Reiseführer aus dem 18. und 19. Jahrhundert, die Funde oft schaurig, schön, lustige oder grausam. Eine ungewöhnliche Annäherung an die Geschichte eines Landes, die erstaunliche Ergebnisse hervorbrachte. Man muss aber die Leidenschaft der Autorin für Friedhöfe nicht teilen, um diese Buch genießen zu können. Die meisten Geschichten spielen ja nicht auf einem Friedhof, sie enden lediglich da.

Der Feenhügel in Inverness, ein Salpetermord auf Shetland, eine Familie von Linkshändern, Wölfe gestern und heute, Robert the Bruce und William Wallace einmal ganz anders, die geheime Bucht des Schriftstellers Gavin Maxwell, ein mordender Dichter und alles, was Schottland außer Whisky, Schafe und Tartan noch ausmacht. Schottland für Experten, nicht für Anfänger.

Machen sie es sich in ihrem Lieblingslesesessel gemütlich und genießen sie Schottland für stille Stunden.

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Zitate

Das Meer ist ein gefährlicher Freund, eine verlockende Schönheit und ein brutaler Mörder zugleich. Selbst an ruhigen Tagen sind hier Menschen in den Gewässern rund um die Inseln ertrunken. Wenn die Herbststürme einsetzten, hatten die gewaltigen Wellen in der Vergangenheit oft ein tödliches Fest. Auf Shetland spülte am Sumburgh Head, wo der Atlantik auf die Nordsee trifft, so mancher Körper an Land.

Als William Soutar klar wurde, dass die Krankheit nicht nur sein Leben begleiten, sondern es sogar beenden würde, soll er einen Moment innegehalten haben. Dies war der Moment der Erkenntnis: Nun konnte, nun musste er Dichter werden. Er wurde einer der besten seines Landes.

Anders die Abendstimmung, blaue Stunde und eine ähnlich milde Stimmung wie am Morgen aber viel dramatischer, wenn die Nacht hereinbricht und die letzten Sonnenstrahlen noch ein paar Sekunden über den Wolken verweilen, bevor der Tag zu Ende geht. Das Blau scheint direkt vom Meer zu kommen, mit einem schwachen Duft nach Sommertag wie die Erinnerung gelebter Stunden.

Clackmannanshire

Clackmannanshire war früher eine der traditionellen schottischen Grafschaften und die kleinste von allen, ganz abseits der üblichen Touristenattraktionen. Rund 50000 Einwohner teilen sich heute die 160 Quadratkilometer. Kleine Dörfchen und milde Landschaften, das sind die sogenannten Hillfoots südlich der Ochil Berge. Insgesamt sechs dieser idyllischen Dörfer schmiegen sich an die Berge, fünf davon gehören zu Clackmananshire, klein aber fein und ganz zu Unrecht unbeachtet.

Das alte Clackmannanshire hat wahrhaft schöne und historische Friedhöfe, die über den speziell angelegten Kirkyard Trail zu Fuß zu erreichen sind. Es gibt sieben Friedhöfe (kirk ist das schottische Wort für Kirche, ein kirkyard ist der Friedhof an einer parish church, einer Gemeindekirche) unter den Hillfoots, die offiziell zum Wanderweg gehören, einer davon ist privat, Muckhart ist vielleicht der interessanteste, denn wie überall in Schottland erzählen auch hier die uralte Steine Geschichten der Vergangenheit.

Der Friedhof gehört zu zwei Siedlungen, dem Weiler Yetts o ‚Muckhart und Pool of Muckart, wo die Pfarrkirche steht. Das georgianische Gebäude enthält verschiedene Steine früherer Gebäude, sie sind von außen gut zu erkennen. Die erste Kirche in Muckhart geht auf das 13. Jahrhundert zurück.

Hier liegt eine sehr bemerkenswerten Frau begraben: Isabella Christie von Cowden, Ella genannt. Sie wurde 1861 geboren und starb 1949. Sie liegt im Familiengrab hinter der Kirche. Ella war zweifellos eine der eigenständigsten Frauen ihrer Zeit. Sie heiratete nie, statt dessen bereiste sie die Welt und besuchte die ungewöhnlichsten Orte: Usbekistan, Russland, Amerika, Indien, Tibet, Borneo und den Fernen Osten. Ihre Familie war reich, sie konnte es sich leisten. Aber es braucht mehr als nur Geld um solche Reisen zu unternehmen, es braucht eine gewisse Neugier, Mut und Zuversicht. Ganz besonders, weil sie eine Frau war. Gleichberechtigung war zu ihrer Zeit eher ein Ziel als eine Tatsache.

Ella schien ein sehr unabhängiger Geist gewesen zu sein. Sie lernte den Dalai Lama kennen, tafelte mit dem Maharadscha beim Bankett und schuf in den Zeiten, in denen sie nicht reiste, einen beeindruckenden japanischen Garten ganz in der Nähe von Muckhardt, inspiriert von dem, was sie während ihrer ausgedehnten Reisen und vor allem in Japan im Jahr 1907 gesehen hatte.

Der erste und wichtigste Gärtner von Ella Christie war Shinzaburo Matsuo. Er war nach Cowden gekommen, nachdem er bei einem Erdbeben seine Familie verloren hatte. Er starb 1937 fern der Heimat. Matsuo trug wesentlich zur Wahrhaftigkeit und Authentizität des japanischen Gartens bei.

Muckhart ist ein idealer Start zum Kirkyard Trail, weitere Punkte sind Upper und Lower Tillicoultry, Dollar, Muckhart, Logie und Alva sowie die private Begräbnisstätte des Harviestoun Castle, das Tait Mausoleum, ein Ort um den sich Spukgeschichten ranken. Der tote Mister Tait soll sich an der Straße zwischen Dollar und Menstrie schon öfter als Tramper versucht haben.

Der Sohn im Verließ von Girnigoe

In der Sinclair Bay, nur einen Spaziergang entfernt von Wick, stehen die Ruinen zweier Türme. Der eine ist Sinclair Castle, der andere ist Girnigoe Castle. In den Verließ des letzteren trug sich eine grausame Story zu. Hier kommt die Geschichte, die fantastischen Fotos stammen alle von Britta Dicken. Danke!

romantische Ruine

Was heute als romantische Ruine über dem Meer thront, war im 15. Jahrhundert ein Neubau und Instrument der absoluten Machtausübung. Hier herrschte der Earl of Sinclair. Mitte des 16. Jahrhunderts war George Sinclair Earl of Caithness. Sein ältester Sohn und Erbe war John Sinclair und den schickte der Earl eines Tages nach Süden, um Dornoch zu vernichten, die Folgen einer Fehde, die der Earl mit einem Vernichtungsschlag zu beenden gedachte.

Glaube und Grausamkeit

Er schickte seinen Sohn und mit ihm seinen Verbündeten, den Mackay of Strathnaver. Als die beiden aber in Dornoch ankamen, hatte der Earl zuhause die vier Geiseln ermorden lassen, die die Bürger in gutem Glauben als Pfand nach Sinclair Bay geschickt hatten. In was für eine Situation hatte er da seinen Sohn und dessen Begleiter gebracht! Das wohl sehend weigerten sich der Sohn des Earls und der Mackay, Dornoch zu vernichten. Mit der Befehlsverweigerung war dem Sohn natürlich die Heimkehr verbaut und er folgte dem Mackay of Strathnaver in dessen Heimat. Dort blieb er einige Jahre, was unter anderem auch an der Tochter des Mackay lag, die er zur Frau nahm und mit der er Kinder zeugte.

Familie ohne Frieden

Nichts hätte seinen Vater mehr gegen ihn aufbringen können, als das. Der Erbe zeugte einen Erben im Exil und er? Er hätte weitere Erben zeugen sollen, er fühlte noch genug Kraft in sich, für den weiteren Fortbestand der Linie zu sorgen. Er war der Mann in der Familie, aber er war inzwischen Witwer. Er wäre derjenige gewesen, der heiratet. Nicht sein Sohn. So spukte es ihm wohl im Kopf herum. Der männliche Dominanztrieb war in seiner Gesellschaft Mitte des 16. Jahrhunderts außerordentlich stark ausgeprägt. Die Familie des Sohns war ein Angriff auf seine Macht und seine Männlichkeit.

vermeintliche Vergebung

Sinclair schickte eine Nachricht an seinen Sohn und an den Mackay, sprach von Vergebung und Wiedergutmachung und von dem Wunsch, die Familie wieder zu vereinen. Und so machten sich John und sein Schwiegervater auf zum Castle Sinclair. Als sie dort ankamen, fiel dem Mackay die ungewöhnlich zahlreichen Wachen auf, die in der Burg waren. Er war schon auf der Zugbrücke, ergriff in letzter Sekunde die Flucht und rettete sich. Für John kam die Erkenntnis zu spät. Er war bereits in der väterlichen Burg. Dort nahm man ihn fest und warf ihn in den Kerker von Girnigoe.

Dort lag er nun, elend in der Burg, die er einst erben sollte, vernachlässigt in dem kalten, feuchten Gemäuer. Ein Gefangener seines Vaters. Viele Jahre brachte er so in Girnigoe zu. Und mit jedem Tag schwand die Hoffnung immer mehr, eines Tages wieder Sonnenlicht auf der Haut zu spüren.

vereitelter Fluchtversuch

Sein Wärter hatte Mitleid mit ihm und wollte ihm helfen zu fliehen. Er bezahlte dafür mit seinem Leben, sein Kopf wurde abgeschlagen und auf einen Pfahl auf der Burgmauer aufgespießt. Ob John ihn von seinem Verließ sehen konnte? Den Fluchtversuch hatte Johns Bruder William aufgedeckt und bestraft, denn der Earl war auf Reisen. William war der jüngere aber mit dem Tod des Gefangenen würde er nach seines Vaters Tod alles erben, den Titel, die Macht und den Reichtum. Eines Tages wagte sich William in Johns Zelle, um ihn zu töten und bezahlte selbst mit dem Leben dafür. Sein Bruder, der trotz der langen Gefangenschaft noch immer ein sehr kräftiger Mann war, hatte ihm in einem verzweifelten Kampf den Brustkorb zerquetscht.

elendes Ende

Als der Vater zurückkam, ernannte er zwei Männer zum Wärter seines Erben, zwei grausame, sadistische Männer, die beiden Sinclairs Ingram und James, denen der Earl mit aller Wahrscheinlichkeit klar gemacht hatte, dass er auf das Leben seines Sohnes nicht viel Wert legte. Also ließen die Sinclairs den Erben ihres Chiefs hungern. Tagelang bekam John nichts zu essen. Bis sie ihm dann gepökeltes Fleisch servierten, das der ausgehungerte junge Mann hinunterschlang. Das Salz tat seine Wirkung doch die beiden Sinclairs verweigertem ihrem Gefangenen jegliches Wasser und so starb John Sinclair einen qualvollen Tod im Kerker von Girnigoe Castle. Er verdurstete. Am 15. März 1556 war er tot und wurde bald darauf auf dem alten Friedhof von Wick begraben.

Sein Vater starb sieben Jahre nach der Ermordung seines Sohnes. Das Erbe trat der Enkel an. Jener Sohn, den John gezeugt hatte, als er noch glücklich und sicher weit weg von seinem Vater beim Mackay of Strathnaver und dessen Tochter lebte.

 

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