Mord und Handwerker: Ein schottisches Drama

Mordgedanken und Aperol

Es gibt Tage, da meint es das Schicksal gut mit einem. Und dann gibt es Tage wie diesen. Ich hatte beschlossen, einen Krimiplot zu durchdenken – und dazu brauche ich Bewegung. Still sitzen ist nichts für kreative Verbrechen. Agatha Christie ist angeblich auch immer durch Devon marschiert, während sie über ihre Mörder nachdachte. Ich aber lebe nicht in Devon. Ich lebe in den Highlands. Und da ist es mit dem entspannten Spazierengehen so eine Sache.

Denn hier heißt „ein bisschen wandern“: auf Ziegenpfaden balancieren, durch knöcheltiefen Matsch stapfen und gleichzeitig versuchen, nicht über einen der unzähligen Steine zu stürzen, die sich einem wie bockige Ponys in den Weg legen. Krimiplots entwickeln? Ja, klar – wenn man nebenbei auch noch jonglieren kann. Ich also beschließe, auf einer Teerstraße zu laufen. Geradeaus. Flach. Und vor allem mit wenig Verkehr. Was in der Touristensaison ungefähr so wahrscheinlich ist wie ein einsamer Strand in den Sommerferien.

Aber ich bin motiviert. Die Sonne scheint! Es ist April – normalerweise bedeutet das: vier Jahreszeiten pro Stunde. Doch heute: strahlender Himmel, 14 Grad, und sogar die Schafe sehen zufrieden aus. Ich schwinge mich also ins Auto, bereit für frische Luft, Mordgedanken und ein bisschen literarische Selbstfindung.

Dummerweise fahre ich genau in die einzige Ecke Schottlands, über der sich eine riesige, dunkelgraue Regenwolke ausbreitet. Natürlich. Wo sonst. Ich fluche leise, parke trotzdem und ziehe die Kapuze über den Kopf. Man kann auch bei trübem Wetter kreativ sein. Sagt man.

Ich stapfe also los, ganz bei mir und meinen Gedanken. Doch da pingt es. Der Mann. Heute in Inverness. Sollte bei Lidl Aperol kaufen – Vorrat für das Wochenende. Stattdessen schreibt er: „Wo steht denn der Aperol? Ich find den nicht.“

Ich überlege kurz, ob ich zurückschreibe: „Neben dem Klopapier, gleich hinterm griechischen Joghurt.“ Aber dann reiße ich mich zusammen. Ich tippe zurück: „Da, wo der Gin steht.“ Keine zehn Sekunden später: „Hab ihn!“ Zufriedener Mann, gesichertes Wochenende. Ich nicke still. So viel zur Konzentration.

Kaum habe ich mich wieder auf meinen Mörder konzentriert – der in meinem Kopf so vielversprechend war –, da pingt es erneut. Meine Chefin. „Darf ich dich kurz stören? Nichts Dramatisches, aber es hat eine Veränderung gegeben.“ Und zack, statt Krimi: Kopfkino. Kündigungswelle? Umstrukturierung? Muss ich doch zurück zur Konferenzplanung?

Ich antworte: „Bin erreichbar.“ Was bleibt mir auch anderes übrig. Weiter geht’s.

Zehn Meter weiter: ping. Fiverr-App. Meine Designerin. Das Cover sei fertig, ob ich bitte direkt schauen könne. Natürlich. Ich. Jetzt. Im Nieselregen. Auf einem schottischen Wanderweg mit schlechter Netzabdeckung.

Ich nehme mir vor, jetzt aber wirklich den Mörder weiterzudenken. Doch da – beginnt der zweite Akt: die Handwerkerpanik.

Wenn Handwerker zu Krimifiguren werden

Ich hatte mit meiner Schwester in Deutschland abgesprochen, dass ich mich um einen Handwerker für unsere Eltern kümmere. Sie hat ohnehin schon genug zu tun, wenn ich weg bin, also übernehme ich. Sie hatte eine Empfehlung von einer Kollegin, ich hatte den Herrn kontaktiert – wir waren per WhatsApp in Kontakt.

Er war etwas zögerlich, wegen der Entfernung. Aber ja, er würde es gegen Anfahrtskosten machen. Ich bitte ihn um einen Terminvorschlag. Eine Woche vergeht. Nichts. Ich frage nochmal – wieder nichts. Also beschließe ich an einem Sonntag, einfach ein anderes Unternehmen zu kontaktieren. Mail an die Infoadresse, und siehe da: Montagmorgen um zehn der Rückruf.

Er will’s sich anschauen. Ich erkläre ihm alles. Biete an, den Termin mit meinen Eltern abzustimmen. Aber nein, über drei Ecken sei das zu kompliziert. Ich soll ihm die Nummer der Eltern geben. Gut, mache ich.

Am Abend: „Habe niemanden erreicht. Ist die Nummer korrekt?“ Ich prüfe. Natürlich. Ich rufe meine Eltern an: „Alles gut bei euch?“„Ja, alles fein.“

Ich sage ihm, er soll’s einfach nochmal probieren oder spontan vorbeischauen. Tut er. Nur: Meine Eltern sind beim Arzt. Also klingelt er bei der Nachbarin.

Und das war der Fehler. Denn sie informiert sofort die gesamte Nachbarschaft, alle Verwandten und vermutlich auch die lokale Zeitung. „Ein Handwerker! Und keiner wusste davon!“

Ich bekomme pings von allen Seiten. Meine Schwester: „Wie heißt der nochmal?“
Ich: „Wieso?“
Klingeling: Meine Mutter. „Da war ein Handwerker, und keiner hat uns was gesagt!“

Ich atme tief durch. Warum die Nachbarin eigentlich wissen sollte, dass meine Eltern einen Handwerker bekommen, bleibt mir ein Rätsel.

Ich schicke also nochmal allen den Kontakt. Bitte die Mutter, sich direkt bei ihm zu melden. Dann erkläre ich meiner Schwester alles noch mal von vorne.

Mein Krimiplot? Liegt inzwischen reglos im Moor. Ich bin entweder kurz davor, einen Handwerker umzubringen – oder ich schreibe meinen nächsten Mord in ein Funkloch.

Hauptsache, keiner kann mich erreichen.

Highland Crime – DI Robert Campbell Band 5 | In der Kälte der Nacht

Am 1. August erscheint der fünfte Band meiner Highland-Crime-Reihe um DI Robert Campbell: In der Kälte der Nacht.

Ich freue mich riesig, diese Geschichte endlich mit euch teilen zu können. Viele Monate Recherche, unzählige Stunden am Schreibtisch und ebenso viele Stunden in den schottischen Highlands liegen hinter diesem Roman.

Ab morgen ist In der Kälte der Nacht als Taschenbuch und eBook bei Amazon erhältlich.

Hier geht’s zum eBook.

Was In der Kälte der Nacht so besonders macht

Jeder Band der Highland-Crime-Reihe erzählt einen eigenen Fall. Trotzdem entwickeln sich die Figuren und ihre Beziehungen von Buch zu Buch weiter.

In der Kälte der Nacht fühlt sich für mich anders an als die vorherigen Bände. Nicht lauter, nicht blutiger, sondern intensiver.

Zum ersten Mal spielt die Handlung vollständig im November. Wer die Highlands kennt, weiß, wie schnell das Wetter dort alles verändern kann. Sturm, Schnee und Dunkelheit sind diesmal nicht nur Kulisse, sondern bestimmen die Ermittlungen. Straßen werden unpassierbar, Hilfe kommt nicht rechtzeitig, Entscheidungen müssen unter enormem Druck getroffen werden.

Genau das macht diesen Fall so besonders.

Ein Locked-in-Mystery in den schottischen Highlands

Ich liebe Geschichten, in denen Menschen nicht einfach verschwinden können.

Ein abgelegener Ort, ein kleiner Kreis von Menschen und das Gefühl, dass jeder etwas verbirgt. Daraus entwickelt sich ein klassisches Locked-in-Mystery, das mit Erwartungen spielt und immer wieder neue Wendungen nimmt.

Nicht alles ist so, wie es zunächst scheint.

Isabel Hartmann und DI Robert Campbell ermitteln wieder gemeinsam

Natürlich begleiten euch auch diesmal wieder Isabel Hartmann und DI Robert Campbell.

Nach vier gemeinsamen Fällen kennen sie sich besser denn je. Doch gerade das macht ihre Zusammenarbeit nicht einfacher. Vertrauen entsteht langsam und kann in einem einzigen Moment erschüttert werden.

Auch Dr. Janne Asikainen ist wieder mit dabei. Viele von euch haben mir geschrieben, dass der finnische Rechtsmediziner inzwischen zu euren Lieblingsfiguren gehört. Ich glaube, ihr werdet auch diesmal nicht enttäuscht sein.

Mehr verrate ich an dieser Stelle lieber nicht.

Originalschauplätze in den schottischen Highlands

Loch Cluanie, Glen Shiel und die winterlichen Highlands gehören zu den Landschaften, die mich seit vielen Jahren begleiten und inspirieren.

Viele Schauplätze des Romans beruhen auf Orten, an denen ich selbst unterwegs war. Mir ist wichtig, dass sich die Landschaft nicht wie eine Kulisse anfühlt, sondern wie ein Teil der Geschichte.

Vielleicht ist genau das der Grund, warum mir so viele Leser schreiben, dass sie beim Lesen das Gefühl haben, selbst durch die Highlands zu fahren.

Danke, dass ihr Highland Crime begleitet

Dass wir inzwischen beim fünften Band angekommen sind, hätte ich zu Beginn der Reihe niemals erwartet.

Viele von euch begleiten Isabel Hartmann und DI Robert Campbell bereits seit Schatten über Skiary. Ihr rätselt mit, fiebert mit und schreibt mir nach jedem Band eure Gedanken und Theorien. Dafür möchte ich euch von Herzen danken. Eure Nachrichten und eure Begeisterung bedeuten mir unglaublich viel.

Ab morgen, dem 1. August, ist In der Kälte der Nacht als Taschenbuch und eBook bei Amazon erhältlich.

Ich wünsche euch viele spannende Lesestunden und freue mich schon jetzt auf eure Rückmeldungen.

Herzliche Grüße

Nellie Merthe Erkenbach

Die Magie der Weihnachtskrimis: Geheimnisse der Highlands

Hallo, mein Name ist Tessa Baywood und ich freue mich sehr, heute hier zu Gast sein zu dürfen, und danke dir von Herzen, Nellie, dass ich meine Weihnachtskrimis auf deinem Blog ein wenig näher vorstellen darf.

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Wenn ich an Weihnachtsbücher denke, dann beginnt für mich alles nicht mit einer Handlung oder einer Figur, sondern mit einem Gefühl. Es ist dieses leise Innehalten, das sich oft schon Wochen vor den Feiertagen einstellt, ein kaum greifbarer Moment, in dem sich die Welt ein wenig langsamer zu drehen scheint und man sich nach Wärme sehnt, nach Kerzenlicht, nach Geschichten, die einen sanft umhüllen.

Vielleicht ist es genau das, was uns Jahr für Jahr zu diesen Büchern zurückkehren lässt. Weihnachten trägt stets beides in sich, das Leuchten und die leise Melancholie, die Erinnerung und die Gegenwart. Und irgendwo zwischen diesen Polen entstehen jene Geschichten, die uns besonders nahegehen, weil sie mehr sind als bloße Unterhaltung, weil sie etwas in uns berühren, das wir im Alltag oft überhören.

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Weihnachtskrimi schreiben und lesen – Die besondere Faszination festlicher Spannung

Mit der Zeit hat mich ein Gedanke nicht mehr losgelassen: Was geschieht, wenn man diese warme, beinahe vollkommene Weihnachtswelt ein kleines Stück aus dem Gleichgewicht bringt?

Denn gerade dort, wo alles von Harmonie erzählt, werden die feinen Risse umso deutlicher sichtbar. Ein festlich gedeckter Tisch, an dem nicht alle die Wahrheit sagen. Ein Lächeln, das einen Hauch zu lange verweilt. Eine Tradition, die vielleicht mehr verbirgt, als sie preisgibt.

Beim Schreiben meiner Weihnachtskrimis habe ich entdeckt, dass genau in diesem Spannungsfeld eine ganz eigene Form von Tiefe liegt. Es geht nicht allein um die Aufklärung eines Verbrechens, sondern um das Sichtbarmachen dessen, was unter der Oberfläche schlummert. Ein Mistelzweig, der für Nähe steht und doch zum stillen Zeugen wird. Ein Haus, das über viele Jahre hinweg mehr gesehen hat, als seine Mauern preisgeben. Oder ein Ort in der Natur, an dem man spürt, dass er nicht nur Kulisse ist, sondern eine eigene Geschichte trägt.

Vielleicht sind Weihnachtskrimis deshalb immer auch Geschichten über das Menschliche – über das, was wir zeigen, und über das, was wir sorgsam verbergen.

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Weihnachtskrimis in Schottland – Highlands, Atmosphäre und leise Geheimnisse

Und dann ist da die Frage nach dem Ort, an dem all dies geschehen darf.

Ich habe mich oft gefragt, ob meine Geschichten ebenso gut an einem anderen Schauplatz hätten entstehen können, und vielleicht wäre das möglich gewesen. Doch immer wieder führen sie mich ganz von selbst zurück in die Highlands von Schottland.

Dort, so empfinde ich es, liegt eine besondere Ruhe in der Landschaft, eine Weite, die nicht leer wirkt, sondern erfüllt von Erinnerungen. Alte Häuser stehen dort, als hätten sie die Zeit ein wenig langsamer erlebt als anderswo, und kleine Dörfer tragen ihre Geschichten in sich, oft unausgesprochen, aber doch spürbar.

Gerade im Winter entfaltet sich diese Stimmung auf eine ganz eigene Weise. Nichts ist überladen, nichts drängt sich in den Vordergrund. Stattdessen legt sich eine stille Zurückhaltung über alles, die jedes Detail, jede Begegnung, jedes unausgesprochene Wort intensiver erscheinen lässt.

Vielleicht ist es genau diese leise Tiefe, die Schottland zu einem so stimmigen Ort für Weihnachtskrimis macht.

picture: ChatGPT

Mord & Mistelzweig – Ein cosy Weihnachtskrimi im schottischen Dorf

In „Mord & Mistelzweig“ führt mich die Geschichte in ein kleines Dorf, das sich eine Woche vor Weihnachten ganz der Vorfreude hingibt, bis ein Mord im Wald diese friedliche Stimmung erschüttert.

Gerade die Enge der Gemeinschaft, das vermeintliche Wissen umeinander, hat mich hier besonders interessiert. Jeder kennt jeden – und doch zeigt sich schnell, dass hinter den freundlichen Fassaden mehr verborgen liegt, als man zunächst vermuten würde.

Der Mistelzweig, der über allem schwebt, steht dabei nicht nur für Nähe und Tradition, sondern auch für jene leisen Momente, in denen man innehält und erkennt, dass nicht alles so ist, wie es scheint.

Weihnachtsmord auf Nellfield Hall – Ein Weihnachtskrimi im Herrenhaus

„Weihnachtsmord auf Nellfield Hall“ entfaltet sich in einem alten Herrenhaus, das durch Schnee von der Außenwelt abgeschnitten ist.

Mich hat an dieser Geschichte besonders gereizt, nicht nur die Familie selbst in den Mittelpunkt zu stellen, sondern vor allem jene, die im Hintergrund wirken. In der Küche, im Service, im Garten – dort entstehen oft die klarsten Beobachtungen, die ehrlichsten Einschätzungen.

Während oben im Salon gestritten und geschwiegen wird, entwickelt sich unten eine ganz eigene Dynamik. Und genau dort beginnt die eigentliche Suche nach der Wahrheit.

Das Herrenhaus wird so zu einem geschlossenen Kosmos, in dem sich Spannungen verdichten und langsam ihren Weg an die Oberfläche finden.

Stille Nacht – Mystischer Weihnachtskrimi in den schottischen Highlands

In „Stille Nacht – Dunkle Geheimnisse in den Highlands“ wird die Geschichte stiller, vielleicht auch eine Spur geheimnisvoller.

Die junge Polizistin Rowan MacNeill kommt in das abgelegene Dorf Lochmuir, auf der Suche nach einem Neuanfang. Doch die Idylle trügt. Als eine Leiche am Fuß eines alten Baumes gefunden wird, führen die Ermittlungen tief hinein in Legenden, in Erinnerungen und in Fragen, die sich nicht so leicht beantworten lassen.

Der Wald spielt dabei eine besondere Rolle. Er ist nicht nur Schauplatz, sondern wirkt beinahe wie ein eigener Charakter, ruhig, beobachtend, und doch voller Geschichten, die darauf warten, gehört zu werden.

Diese Verbindung aus Wärme und leiser Dunkelheit, fasziniert mich an Weihnachtskrimis immer wieder aufs Neue. Dass sie uns Geborgenheit schenken und zugleich den Blick für das öffnen, was im Verborgenen liegt.

Es sind Geschichten, zu denen wir in der stillsten Zeit des Jahres immer wieder zurückkehren.

Solltest du nun Lust verspüren, selbst ein wenig durch verschneite Dörfer zu streifen, alte Herrenhäuser zu betreten oder den Schatten eines Waldes zu folgen, so findest du alle drei Bücher derzeit als E-Book für 1,99 bei Amazon.

Und wenn du nach der Lektüre eine Rezension hinterlassen möchtest, sei es nur ein kurzer Eindruck, so würde ich mich sehr darüber freuen.

Ich danke dir fürs Lesen, fürs Verweilen – und vielleicht auch fürs Weitertragen dieser kleinen Winterwelten.

Deine Tessa

Kreative Begegnungen in den Highlands

Es ist einer dieser schottischen Sonntagnachmittage, an denen der Regen horizontal fällt und der Wind einem ins Gesicht peitscht, egal in welche Richtung man sich dreht. Trotzdem brechen wir auf – der Mann mit dem Fahrrad, ich zu Fuß, Stöcke in der Hand und Regenjacke fest zugezogen. Der Weg führt uns eine Stunde lang durch das unnachgiebige Wetter zu einem kleinen Dorf, wo wir uns mit unserer Eichhörnchengruppe treffen. Der Wind heult so laut, dass wir kaum ein Wort wechseln können, und meine Kapuze klatscht unaufhörlich gegen mein Gesicht.

Als wir ankommen, ist das Bootshaus sofort zu sehen: ein kleines, charmantes Gebäude, geformt wie ein umgedrehtes Boot, das fast direkt am Wasser steht. Der Wind rüttelt an den Fensterläden, und die See ist so nah, dass ich beim ersten Schritt hinein ein leichtes Gefühl von Seekrankheit verspüre. Das Bootshaus scheint zu schwanken, was natürlich nur eine Illusion ist, aber es dauert eine Weile, bis ich mich an die Nähe der Wellen gewöhnt habe.

Das Bootshaus: Ein Ort voller maritimer Erinnerungen

Drinnen umfängt uns Wärme. Die Wände sind in Blau gestrichen, dekoriert mit nautischen Bildern: Segelboote, alte Karten und eine Sammlung von Muscheln. Auf einem Regal steht ein antiker Kompass neben einem kleinen Modellschiff. Der Coffee-Table im Zentrum des Raums ist übersät mit Büchern über Eichhörnchen und kleinen Figuren roter Eichhörnchen, die Nüsse in den Pfoten halten.

Der Wind heult weiterhin draußen, die Regentropfen klatschen gegen die kleinen Fenster, während wir begrüßt werden. Es ist eine kleine, aber lebendige Gruppe, fast alle aus England, und die meisten – wie wir – sind nur gelegentlich hier.

Eine bunte Truppe voller Geschichten

Da ist das Paar aus Cornwall. Sie spielt die Harfe und erzählt von Konzerten an der Küste, wo die Klänge ihrer Musik mit den Wellen verschmelzen. Er war einst auf einem großen Kreuzfahrtschiff angestellt, wo sich die beiden kennengelernt haben. „Romantisch, nicht wahr?“ sagt sie mit einem Lächeln, während sie eine Hand an seine Schulter legt.

Dann das zweite Paar: Er hat Handbücher für technische Geräte geschrieben, sie malt Aquarelle, inspiriert von den wechselnden Lichtstimmungen der Highlands. Sie beschreibt, wie sie die Farben der Wolken und der Heide in ihren Bildern einfängt. „Manchmal“, sagt sie, „reicht ein kurzer Blick aus dem Fenster, um ein ganzes Gemälde zu füllen.“

Das dritte Paar ergänzt die Gruppe mit ganz anderen Geschichten. Er war Lehrer und später Arzt, sie webt – ihre Stoffe erzählen von den Landschaften, die sie umgeben. „Die Struktur von Moos, die Wellen des Grases – all das findet sich in meinen Mustern wieder“, sagt sie leise, während der Wind draußen erneut gegen die Tür drückt.

Dann sind da noch zwei alleinstehende Männer, die ohne Frauen und ohne sichtbare kreative Leidenschaften gekommen sind. Sie reden mit ernster Miene über Boote, als ob die Welt davon abhängen würde, welches Material am besten für Rümpfe geeignet ist.

Cracker, Pilzpaste und Gemeinschaft

Wir setzen uns um den kleinen Tisch, auf dem Cracker mit Pilzpaste aus der Tube und ein saftiger Dattelkuchen bereitstehen. Ich bin skeptisch, was die Pilzpaste angeht, aber nach einem Bissen überrascht sie mich angenehm. Der Dattelkuchen hingegen ist ein Hit. Während der Wind draußen gegen die Wände drückt, erzählen wir uns Geschichten: von Eichhörnchen, die die neuen Futterstationen entdeckt haben, von Mardern, die nachts alles stehlen, und von Beobachtungen, die uns alle zum Lachen bringen.

Es ist seltsam und wunderbar, wie eine so unterschiedliche Gruppe von Menschen sich durch diese eine gemeinsame Aufgabe verbunden fühlt. Wir sind Eichhörnchenbeschützer, eine seltsame kleine Gemeinschaft, die sich mit Pilzpaste und Dattelkuchen gegen den Sturm stemmt.

Kreative Frauen in den Highlands

Während wir reden, fällt mir auf, wie viele der Frauen hier ihre Kreativität in die Highlands getragen haben. Bei den Männern scheint es mehr die harte Arbeit, Holz, Boote, Natur zu sein. Erestaunlich bleibt, wie sich vieles gleicht, obwohl wir alle doc so unterschiedlich sind.

Eine Verbindung durch Wind und Regen

Als wir uns verabschieden, umarmen wir uns kurz, lachen über den anhaltenden Sturm und treten hinaus in den Regen. Der Mann schwingt sich auf sein Fahrrad, während ich die Stöcke in die Hand nehme und die Kapuze festziehe. Der Wind bläst uns entgegen, und der Regen klatscht auf unsere Gesichter, doch die Rückwanderung fühlt sich leichter an.

Es ist ein seltsames, aber gutes Gefühl, zu dieser Gruppe zu gehören. Wir schützen nicht nur die Eichhörnchen, sondern teilen auch ein Stück von uns selbst: Geschichten, Lachen, und vielleicht ein bisschen Pilzpaste aus der Tube. Während wir nach Hause gehen, denke ich an das Bootshaus, die Bücher, die Geschichten – und daran, wie seltsam und wunderbar die Highlands sind.

Begegnung mit meinen eigenen Krimi-Figuren

Ein Schreibtag, der nach frischer Luft ruft

Nach einem langen, intensiven Schreibtag brauche ich dringend eine Pause. Mein Kopf ist voller Worte, meine Gedanken noch tief in der Geschichte vergraben. Also beschließe ich, rauszugehen. Die Highlands rufen – und ich folge. Ich stelle mein Auto an meiner gewohnten Stelle ab und laufe los.

Kaum habe ich die ersten Meter hinter mir, kommt mir eine junge Frau auf einem Quad entgegen. Sie nickt mir lässig zu, dann verschwindet sie. Cool, denke ich. Sie wirkt, als gehöre sie genau hierher, als wäre die Landschaft eine Verlängerung ihres Wesens. Fast wie eine Figur aus meinen Büchern.

Die vermisste Frau – oder bin ich es?

Nach ein paar Minuten höre ich ein „Oi!“ hinter mir. Eine Frau rennt auf mich zu, außer Atem, den Blick konzentriert auf mich gerichtet.

„Sie sind nicht zufällig die vermisste Frau?“ fragt sie.

Ich blinzele. „Nein“, sage ich. „Nicht zufällig.“

Sie zieht ihr Handy hervor und zeigt mir ein Foto. Eine verschwommene Gestalt, aufgenommen von einer Überwachungskamera. Das Gesicht ist nicht erkennbar – aber die Kleidung? Haargenau das, was ich heute trage.

Für einen Moment fühlt es sich an, als würde sich die Realität verschieben. Ist das ein Zufall? Eine Doppelgängerin? Wer trägt noch schwarze Hosen, rote Jacke und schwarze Basecap?

Die Suche geht weiter – und ich werde verfolgt

Ich verabschiede mich und wandere weiter, doch die Begegnung bleibt mir im Kopf. Dann hält plötzlich ein großer Pickup neben mir. Zwei Männer sehen mich scharf an.

„Ich bin nicht die vermisste Frau“, sage ich sofort.

Aber sie suchen gar nicht mich – sie wollen nur sicherstellen, dass das deutsche Auto, das sie gesehen haben, wirklich mir gehört. Nicht, dass es jemand anderem gehört, der vermisst wird. Sie sind ernsthaft auf der Suche.

Nach einer kurzen Unterhaltung fahren sie weiter, und ich laufe tiefer in die Wildnis hinein.

Ein Wiedersehen in der Wildnis

Eine Stunde vergeht. Ich genieße die Stille, das Knirschen meiner Schritte auf dem Pfad. Dann sehe ich sie wieder – diesmal sind es vier Männer, dazu die Frau von vorhin und zwei aufgeregte Border Collies. Die Hunde stürmen auf mich zu, einer von ihnen wirft spielerisch Grashalme in die Luft, als wolle er mir zeigen, was er alles kann.

„Nichts gefunden“, sagt die Frau. „Wir waren sogar in der Berghütte.“

„Und niemand dort?“ frage ich.

Sie schüttelt den Kopf. Ich nicke, verabschiede mich erneut und wandere weiter. Ich frage mich, was ich tun würde, wenn ich tatsächlich jemanden finde. Aber ich finde niemanden. Ich setze mich auf meinen Lieblingsstein, lausche der Stille, lasse meinen Blick über die Highlands schweifen.

Der Moment, in dem Fiktion und Realität verschwimmen

Auf dem Rückweg begegne ich ihnen ein viertes Mal. Sie versuchen, den riesigen Pickup zu wenden. Es gibt genug Platz, aber ich kommentiere lieber nicht Männer beim einparken.

Ich sage nichts und laufe einfach weiter. Kurz darauf halten sie wieder neben mir.

„Wollen Sie mitfahren?“

„Nein, danke“, sage ich. „Ich will ja wandern.“

Ich sehe ihnen nach, wie sie davonfahren, und plötzlich trifft es mich.

Das war die Bergwacht von Glenelg. Das waren Donald und Stacey. Das war Rhu, der verspielte Hund aus meinem Krimi. Natürlich nicht wirklich – ich habe sie erfunden, in Band 1 der Highland Crime Serie um DI Robert Campbell, Schatten über Skiary. Genau so könnten sie sein.

Für einen Moment bleibt die Welt stehen.

Habe ich sie erschaffen? Oder haben meine Figuren mich gefunden?

Die Magie der Fahrt nach Sabhal Mòr Ostaig

Die Fahrt nach Sabhal Mòr Ostaig ist für mich fast genauso wichtig wie der Kurs selbst. Eine knappe Stunde dauert es, von meinem Zuhause bis zur Hochschule für Gälisch auf Skye zu fahren, aber die Zeit vergeht wie im Flug. Die Straßen winden sich durch die atemberaubende Landschaft der Highlands, vorbei an glitzernden Lochs und kargen Bergen, die in der Dämmerung fast unwirklich erscheinen. Ich fahre absichtlich immer etwas früher los, damit ich vor dem Kurs noch im Auto sitzen und aufs Meer hinausblicken kann. Es gibt nichts Besseres, um den Kopf frei zu bekommen.

Gestern war einer dieser besonderen Tage. Der Himmel war den ganzen Nachmittag über klar gewesen, und als die Sonne langsam unterging, brannte der Horizont in warmem Gold und tiefem Orange. Wir hatten uns gerade in dem kleinen Café versammelt, in dem unser Kurs stattfindet, als einer von uns aus dem Fenster schaute und abrupt verstummte. „Seht euch das an!“ Keine Sekunde später sprangen wir alle auf, ließen unsere Teetassen stehen und rannten hinaus. Mit gezückten Handys und Kameras standen wir auf dem Parkplatz und hielten diesen magischen Moment fest. Das Meer lag still da, als wolle es den Himmel spiegeln, und die Silhouetten der Berge zeichneten sich gestochen scharf vor dem leuchtenden Abendrot ab.

Zurück im Café, leicht fröstelnd von der kühler werdenden Luft, setzte sich die lockere Runde fort. Der Gälisch-Kurs – ein sogenannter „Srupag“ (gälisch: Srùpag, ausgesprochen sruu-pak), ein geselliger Treff mit Gesprächen auf Gälisch – besteht aus einer bunten Mischung von Menschen. Das Wort bedeutet eigentlich eine kleine Tasse Tee oder Kaffee und steht sinnbildlich für eine entspannte Runde, in der man miteinander plaudert. Einige sind fest entschlossen, die Sprache fließend zu beherrschen, andere wollen einfach nur ein wenig plaudern und die Klangmelodie der Sprache aufsaugen. Ich bin irgendwo dazwischen. Als ich das erste Mal erwähnte, dass ich Autorin bin, gab es neugierige Blicke und ein paar bewundernde „Oh“s. Die Reaktionen reichen von ehrlichem Interesse bis zu scherzhaften Kommentaren wie: „Schreibst du dann auch auf Gälisch?“ oder „Gibt es Morde in deinen Büchern? Hoffentlich nicht hier in Sabhal Mòr!“

Natürlich morde ich auch im College! In Band 2 meiner Reihe, Nightfall on Skye, gibt es ein Verbrechen direkt dort, und das sorgte prompt für neue Diskussionen. Eine der Teilnehmerinnen hatte mein Buch sogar im Auto liegen! Als sie es kurzerhand hereingebracht und stolz herumgezeigt hat, hätte ich beinahe vor Freude gequiekt. Es war einer dieser Momente, in denen ich so richtig gemerkt habe, dass meine Geschichten ihren Weg zu den Menschen finden.

Es ist eine besondere Gemeinschaft, die sich hier trifft – Menschen, die ihre Liebe zur gälischen Sprache teilen und dabei Geschichten austauschen, die oft genauso faszinierend sind wie die Landschaft um uns herum. Nach dem gestrigen Sonnenuntergang und dem spontanen Foto-Shooting war der Kurs gefühlt noch lebendiger als sonst. Vielleicht, weil wir uns alle bewusst waren, wie kostbar diese kleinen Momente sind, in denen die Welt stillzustehen scheint und sich die schottischen Highlands von ihrer spektakulärsten Seite zeigen.

Die Sieben Männer von Glenmoriston: Ein Stück schottischer Geschichte

Die Highlands bergen so viele Geschichten – einige sind voller Romantik, andere von Tragik gezeichnet. Doch eine, die mich besonders fasziniert, ist die der Sieben Männer von Glenmoriston.

Die Stille im Corrie Dho ist beinahe greifbar. Zwischen den sanften Hügeln, die Glenmoriston von Glen Affric trennen, liegt dieses breite, fruchtbare Tal – unscheinbar und doch Schauplatz einer bemerkenswerten Episode der schottischen Geschichte. Hier, in den entlegenen Seitentälern des Corrie Dho, fanden einst sieben Männer Zuflucht, die nach der Schlacht von Culloden beschlossen hatten, niemals zu kapitulieren. Sie waren Nachbarn, die zusammenhielten, während andere in der Region ihre Waffen niederlegten. Ihr Versteck, eine Höhle, die als Uamh Ruaraidh na Seilg – die Höhle von Roderick dem Jäger – bekannt ist, bot ihnen Schutz vor den englischen Soldaten.

Ich stehe an einer Anhöhe, von der aus ich das Tal überblicken kann. Der Wind pfeift durch die Gräser, und es ist leicht vorstellbar, wie sich die Sieben Männer in diesem rauen Gelände bewegten, es nutzten, um sich zu verbergen und immer wieder kleine Nadelstiche gegen die verhassten Truppen zu setzen, die ihr Land verwüsteten. Guerillakrieger wider Willen, angetrieben von ihrer Loyalität zu ihrem Land und ihrem Hass auf die Besatzer.

Bonnie Prince Charlie und die Sieben Männer

Im Juli 1746 erreichte Bonnie Prince Charlie erneut das schottische Festland und begab sich auf eine gefährliche Reise durch die Highlands. Die Strapazen forderten ihren Tribut: nass, hungrig und erschöpft gelangte der Prinz am 29. Juli nach Glenmoriston. Sein Führer, ein Mann aus Glengarry, kannte das Versteck der Sieben Männer und schlug vor, dort Unterschlupf zu suchen. Trotz des Risikos nahmen die Männer ihn auf – nicht aus politischen Gründen, sondern aus einem tief verwurzelten Ehrenkodex heraus. Ein jeder von ihnen hätte mit einem Verrat das Kopfgeld von 30.000 Pfund kassieren können. Doch keiner tat es.

Ich frage mich, wie es gewesen sein muss, mit dem meistgesuchten Mann der Highlands in einer Höhle zu hausen. Mitten im Nichts, aufeinander angewiesen, stets in Gefahr, entdeckt zu werden. Die Männer versorgten den Prinzen so gut sie konnten. Einer von ihnen lief sogar nach Fort Augustus, um Brot und Zeitungen zu besorgen – und kehrte mit einem besonderen Geschenk zurück: einem Stück Ingwerkuchen, der kostbarsten Leckerei, die er für den Prinzen auftreiben konnte. Eine kleine Geste, die in ihrer Schlichtheit berührend ist. Ein Moment von Menschlichkeit inmitten von Verfolgung und Unsicherheit.

Nach drei Tagen verlegten sie ihr Versteck in die benachbarte Höhle von Corrie Sgrainge – das „Corrie of Gloom“. Dort blieben sie weitere vier Tage, bevor sie ihre Reise in Richtung Poolewe fortsetzten. Doch die erhofften französischen Schiffe waren bereits weitergesegelt. Und so kehrten sie schließlich nach Glenmoriston zurück, immer auf der Flucht, immer in Bewegung.

Ein unbeugsamer Geist

Ein Laird begegnete später zwei der Sieben Männer und stellte ihnen neugierige Fragen. Wo sie sich verbargen, wovon sie lebten. Doch anstatt zuzugeben, dass sie noch immer im Widerstand waren, gaben sie eine ebenso kluge wie herausfordernde Antwort: „Da die Feinde das Land plünderten, war es nur recht und billig, sich einen Teil der Beute zu nehmen, anstatt alles den Rotröcken zu überlassen.“

Ich spüre fast, wie mir ein Lächeln über die Lippen huscht. Die Tapferkeit, die List und der ungebrochene Stolz dieser Männer beeindrucken mich. Hier, in diesen einsamen Highlands, schrieben sie ein Stück Geschichte – nicht mit Waffen, sondern mit ihrer unbeugsamen Entschlossenheit. Und während ich durch das raue Land wandere, wird mir klar: Es ist nicht nur die spektakuläre Landschaft, die die Highlands so faszinierend macht. Es sind die Geschichten derer, die hier lebten – und kämpften. Heute ist hier, auf Ceannacroc Estate, alles gut in Schuss und bepflanzt, aus den Flüssen zieht man Energie – ein stilles Echo der Vergangenheit, das in die Zukunft reicht.

Die wilden Ziegen von Glenshiel: Eine Familiengeschichte

Wer durch Glenshiel reist, wird oft von den zähen, langhaarigen Ziegen überrascht, die sich sicher auf den steilen Hängen bewegen und fast eins mit der wilden Landschaft der Highlands wirken. Seit Jahren ranken sich Geschichten um ihre Herkunft – manche behaupten, sie stammten aus der Zeit der Jakobiten oder seien Überbleibsel der Highland Clearances. Doch so spannend diese Legenden auch sind, die wahre Geschichte der Ziegen von Glenshiel ist viel greifbarer – und mit dem Schicksal einer ganz bestimmten Familie verbunden.

picture @Ewan Roy MacGregor

Woher kommen die Ziegen in Glenshiel

Die Geschichte beginnt am Eas nan Arm, dem Wasserfall unterhalb des historischen Schlachtfelds von Glenshiel. Hier lebte einst Alexandrina (Ina) MacRae, die in Ault a’Chruinn geboren und aufgewachsen war. Sie heiratete einen Stewart aus Tomdoun, und gemeinsam lebten sie in der Nähe des Wasserfalls, während ihr Mann für den Rat arbeitete und Straßen durch das abgelegene Hochland baute – eine harte, aber notwendige Arbeit.

Doch wie so viele Highland-Familien standen auch sie vor wirtschaftlichen Herausforderungen. Als die Bauarbeiten abgeschlossen waren, gab es keine Arbeit mehr in der Gegend, und die Familie zog nach Edinburgh, wo Ina’s Mann eine Anstellung bei der Eisenbahn fand.

Der Abschied von den Ziegen

Ein Umzug in die Stadt war eine Sache, das Mitnehmen des Viehs eine andere. In jenen Tagen hatten Schafe und Rinder einen klaren wirtschaftlichen Wert – sie konnten verkauft oder mitgenommen werden. Ziegen hingegen? Die wurden kaum geschätzt. Sie galten als wenig nützlich und wurden nicht wie anderes Vieh gehandelt. Und so blieb der Familie keine andere Wahl, als ihre Ziegen zurückzulassen.

Das geschah noch vor dem Bau des Cluanie-Damms, der später die Landschaft der Region veränderte. Ihr Haus stand noch einige Zeit, doch 1967 wurde es abgerissen. Heute ist nur noch die Stelle zu erkennen, an der es einst stand – zum Glück existieren noch Fotos, die seine Erinnerung bewahren. Doch während das Haus verschwand, blieben die Ziegen.

Donald John Macmillan: Glen Shiel, Kintail – A history (2020)

Überleben in der Wildnis

Trotz ihres plötzlichen Schicksals bewiesen die Ziegen bemerkenswerten Überlebenswillen. Sie passten sich dem rauen Terrain an, ernährten sich von Heidekraut, Farnen und allem, was die Natur hergab. Über Jahrzehnte hinweg wuchs ihre Population, und sie wurden zu einem festen Bestandteil der Landschaft.

Heute glauben viele, dass diese Ziegen aus einer weit entfernten Vergangenheit stammen, dass sie vielleicht Nachfahren von Tieren sind, die mit den Jakobiten oder den vertriebenen Clans in Verbindung standen. Doch ihre Geschichte ist viel persönlicher – sie sind das Erbe einer Familie, die gezwungen war, weiterzuziehen, und der Tiere, die zurückbleiben mussten.

Und doch hat Ina sie nie vergessen. Jedes Mal, wenn sie zurückkam und die Ziegen sah, lächelte sie und sagte: „Das sind meine.“

picture: Ewan Roy MacGregor

Ein herzliches Dankeschön an Inas Verwandte für ihre Gastfreundschaft und dafür, dass sie diese Familiengeschichte geteilt hat – damit die wahre Herkunft der Ziegen von Glenshiel nicht in Vergessenheit gerät.

Der Goatfell-Mord: Schottland’s dunkles Geheimnis

Die Isle of Arran ist berühmt für ihre landschaftliche Vielfalt. Die Mischung aus zerklüfteten Granitbergen im Norden und sanften grünen Tälern im Süden zieht Touristen aus der ganzen Welt an. Doch neben dieser natürlichen Schönheit birgt Arran auch dunklere Kapitel. Eines davon ist der berüchtigte Goatfell-Mord, ein Ereignis, das 1889 das friedliche Leben der Insel bis ins Mark erschütterte. Nicht zuletzt, weil die Ermordung eines englischen Touristen eine Bedrohung für die Wirtschaft der schottischen Urlaubsinsel hätte darstellen können. Doch es kam anders und anstatt dass die Besucher die Insel mieden, kamen sie in Strömen, um den Tatort mit eigenen Augen zusehen.

Goatfell von High Corrie aus

Der Goatfell-Mord und die Welt des Verbrechens im späten 19. Jahrhundert

In London senkte sich zur gleichen Zeit der Nebel über Whitechapel und die Stadt hielt den Atem an, denn die Polizei jagte dort einen Mörder, der sich selbst „Jack the Ripper“ nannte. Seine grausamen Taten hatten das öffentliche Interesse an Kriminalfällen entfacht wie nie zuvor – und die Medien begannen, Täter nicht nur zu jagen, sondern sie fast wie düstere Berühmtheiten zu inszenieren. Jack the Ripper trug selbst dazu bei, indem er (oder jemand unter seinem Namen) Briefe an die Polizei und die Presse schrieb – ein Versuch, sich in die Geschichte einzugraben.

Diese Zeit war geprägt von einem Wandel in der Kriminalistik. 1887, zwei Jahre vor dem Mord auf Goatfell, erschien A Study in Scarlet und mit ihm Sherlock Holmes, der erste Detektiv, der systematisch forensische Spuren auswertete. Holmes‘ Methoden waren revolutionär, und obwohl sie in der Literatur entstanden, begannen sie, das Denken der realen Ermittler zu beeinflussen.

Indizien am Tatort (@ChatGPT)

In dieser Zeit entstanden auch die ersten weiblichen Detektive – sowohl in der Realität als auch in der Literatur. Bereits in den 1860er-Jahren waren erste Romane über „Lady Detectives“ erschienen, fiktive Ermittlerinnen, die sich in einer von Männern dominierten Welt behaupten mussten. Ein Konzept, das mutig und visionär war, wenn man bedenkt, dass es in der realen Welt kaum weibliche Polizistinnen oder Ermittlerinnen gab.

Während die Goatfell-Ermittlungen 1889 noch von traditioneller Polizeiarbeit geprägt waren, wurde der Fall doch von einer Welt beeinflusst, die sich rasant veränderte. Die wachsende Faszination für wahre Verbrechen – sei es durch Zeitungen oder Penny Dreadfuls – führte dazu, dass Mörder wie Jack the Ripper oder William Palmer als regelrechte Berühmtheiten in die Annalen des Verbrechens eingingen. Manche Täter suchten diesen zweifelhaften Ruhm, andere versanken in Vergessenheit.

Der Goatfell-Mord war vielleicht nicht so berüchtigt wie die Taten in Whitechapel, doch ist er nicht nur Teil der lokalen Folklore, sondern auch ein faszinierender Fall für Krimiautoren – mich eingeschlossen.

Ein harmloser Aufstieg?

An einem heißen Julitag (15.7.1889) traf Edwin Robert Rose, ein 32-jähriger Tourist aus London, in Brodick ein. Rose, ein Handelsreisender mit einem Faible für Abenteuer, war mit dem Dampfschiff „Ivanhoe“ angereist. Er wollte gemeinsam mit John Laurie, einen schottischen Musterhersteller aus Glasgow, den er auf der Insel Bute kennengelernt hatte, Arran erkuunden. Laurie, der als Einzelgänger und manchmal ruppig beschrieben wurde, hatte eine etwas undurchsichtige Vergangenheit.

Rose quartierte sich bei Laurie ein und sie beschlossen, gemeinsam den Goatfell zu erklimmen, ein beliebtes Ziel für Touristen und Einheimische. Die beiden wurden von anderen Wanderern beobachtet, wie sie Richtung Gipfel gingen.

Als die Sonne langsam über dem Goatfell unterging, wurde Laurie gesehen, wie er allein zurückkam. seine Kleidung wies keine Blutspuren auf. Er wirkte erschöpft. Laurie verließ die gemeinsame Unterkunft und die Insel mit der ersten Fähre des darauffolgenden Tages. Er trug die Kleidung des Mordopfers und prellte die Zeche. Von Rose keine Spur. Er war verschwunden.

Die schockierende Entdeckung

Am 25. Juli, zehn Tage nach der Wanderung, wurde Rose’ Leiche unter einem großen Felsbrocken im abgelegenen Glen Sannox gefunden. Er war schwer misshandelt worden – die tödlichen Verletzungen stammten offenbar von Schlägen mit einem schweren Gegenstand.
Ein wenig abseits des Steinhaufens, der ihre Leiche bedeckte, fanden die Ermittler weitere Gegenstände, die Fragen aufwarfen. Ein Messer, ein einzelner Knopf, ein Stift – alles scheinbar zufällig verstreut, aber seltsam präsent. Besonders auffällig war jedoch eine Tweed-Kappe, die ordentlich und in vier Teile gefaltet und unter einem Stein platziert worden war. Man hatte Edwin Rose auf dem Bauch liegend begraben.

Als wäre das nicht genug, stieß man einige Tage später in der Nähe auch auf eine Flasche Laudanum. Laudanum – ein starkes Opiumpräparat, damals weit verbreitet, aber nicht unbedingt etwas, das man bei einer Wanderung mit sich führte.
Roses Körper war nicht hastig verscharrt worden, wie man es vielleicht von jemandem erwarten würde, der in Panik handelte oder auf der Flucht war. Stattdessen hatte jemand 40 Steine um den schweren Steinblock herum sortiert, die den Körper letztendlich versteckten. Es schien sorgfältig und respektvoll arrangiert, eine bewusste, methodische Handlung, nicht die eines Menschen unter Zeitdruck.

John Laurie war der letzte war, der Rose lebend gesehen hatte. Er erklärte vor Gericht, er habe Edwin Rose lebend am Gipfel des Goatfell zurückgelassen und ihn danach nicht mehr gesehen. Doch Fragen blieben: Warum trug Laurie Roses Kleidung? Warum floh er nach Glasgow? Wenn es ein Unfall war, warum meldete er ihn nicht?

Die Verhandlung in Glasgow

Am 15. November 1889, nur vier Monate nach der Tat, endete der Prozess um den Goatfell-Mord mit einem Urteil, das Schottland erschütterte: Laurie wurde zum Tode verurteilt.

Die Theorie, dass Rose gestürzt war, blieb umstritten. Es gab keine Risse in seiner Kleidung, keine klaren Spuren an seinen genagelten Schuhen, die einen Sturz hätten bewiesen können. Gleichzeitig konnte die Anklage nicht nachweisen, dass Rose ermordet worden war. Es fehlten Zeugen, eine Mordwaffe oder Blutspuren an Lauries Kleidung. Es gab keine eindeutigen Beweise, die Laurie am Tatort verorteten.  Die Verteidigung argumentierte, dass Laurie Rose lebend am Gipfel zurückgelassen hatte. Doch die Jury war gespalten. Acht Mitglieder stimmten für „schuldig“, sieben für „not proven“. Nach schottischem Recht kann ein Strafprozess mit einem von drei möglichen Urteilen enden: einer Verurteilung („guilty“) oder einem von zwei Freisprüchen („not proven“ und „not guilty“). Das war ein klares Zeichen für die Unsicherheit im Fall. Trotzdem fiel das Urteil: Tod durch den Strang, angesetzt für den Morgen des 30. Novembers. Wegen einer Stimme. 

Laurie nahm das Urteil mit unerwarteter Ruhe und fast schon teilnahmslos auf. Er stand auf, blickte ins Publikum und erklärte: „Meine Damen und Herren, ich bin unschuldig.“ Später beschrieb er, wie er sich von der Situation losgelöst fühlte, als würde all das jemand anderem widerfahren.

In den Tagen nach dem Urteil zeigte er kaum Anzeichen von Angst. Er aß und trank wie gewohnt, achtete auf seine Kleidung und blieb gefasst. Viele störten sich an seiner Gelassenheit, doch Laurie vertraute darauf, dass bei einem so knappen Jury-Urteil keine Hinrichtung stattfinden würde. Er hatte keinen Grund, derart optimistisch zu sein. Die Öffentlichkeit war gespalten: Einige hielten ihn für schuldig, andere glaubten an seine Unschuld.

Edwin Rose und John Laurie (@ChatGPT)

Hoffnung trotz lebenslanger Haft

Zwei Tage vor seiner geplanten Hinrichtung erfuhr John Watson Laurie, dass sein Todesurteil in eine lebenslange Haftstrafe umgewandelt wurde, weil eine Kommision beschied, dass er wahnsinnig war. Eine Nachricht, die für ihn sowohl Erleichterung als auch Schock bedeutete – nur 48 Stunden vor der Vollstreckung erhielt er eine unerwartete zweite Chance. Doch was auf den ersten Blick wie ein Hoffnungsschimmer erschien, entwickelte sich zu einer jahrzehntelangen Odyssee hinter Gittern.

Lebenslange Haft bedeutete damals nicht zwangsläufig eine Haft bis zum Lebensende. Viele Gefangene wurden mit guter Führung vorzeitig entlassen, und Laurie hoffte, dass auch er von diesem System profitieren könnte. 1901, nach zwölf Jahren in Haft, versuchte er, durch eine Serie von Geständnissen und späteren Widerrufen seine Freilassung zu erreichen. Er bekannte sich des Mordes schuldig, nahm dieses Geständnis jedoch wieder zurück – eine verzweifelte Strategie, um Aufmerksamkeit zu erlangen und sein Schicksal zu beeinflussen.

Laurie glaubte, dass sein anhaltendes Bestehen auf seine Unschuld seine Situation verschlimmert hatte. Vielleicht, so hoffte er, könnte ein Geständnis eine Begnadigung nach sich ziehen. Doch als sich zeigte, dass seine Taktik keinen Erfolg brachte, zog er seine Aussagen zurück. Später behauptete er, er habe lediglich gesagt, was die Behörden hören wollten.

Ein Justizsystem ohne Erbarmen

Sein Verhalten machte ihn in den Augen der Öffentlichkeit jedoch nur noch unglaubwürdiger. Die Behörden schienen ihn als abschreckendes Beispiel nutzen zu wollen – während andere Straftäter, darunter der fünffache Mörder Joseph Calabrese, nach nur zehn Jahren entlassen wurden, blieb Laurie hinter Gittern.

Calabrese, ein Mann, der seine Frau und vier Kinder brutal mit einer Axt erschlagen hatte, wurde als jemand angesehen, der in einer tragischen Situation versagt hatte, während Laurie das Stigma des Wahnsinns anhaftete – trotz fehlender medizinischer Beweise. Dieser Unterschied in der Wahrnehmung führte dazu, dass Laurie nie die Gnade erfuhr, die anderen zuteil wurde.

Der längste Gefangene seiner Zeit

Laurie wurde damit zum Symbol für die Härte und Widersprüchlichkeit des damaligen Justizsystems. Kein anderer Insasse verbrachte so viele Jahre hinter Gittern wie er. Seine Briefe aus dem Jahr 1901 zeigen seine zunehmende Verzweiflung – unter anderem behauptete er, Edwin Rose habe ihn zuerst angegriffen und er habe sich lediglich verteidigt. Doch auch diese Version seiner Geschichte wurde nicht anerkannt.

Trotz wiederholter Bitten und verschiedener Strategien blieb Laurie bis zu seinem Tod im Gefängnis. 1930 erlitt er einen Schlaganfall, nach einem weiteren im März desselben Jahres war er bettlägerig, bis er am 4.

Ein ewiges Rätsel

Was Laurie zu seiner Tat trieb, bleibt bis heute Gegenstand von Spekulationen. War es pure Gier? Ein plötzlicher Streit, der außer Kontrolle geriet? Oder eine tiefere psychologische Zerrissenheit? Der Fall hat bis heute nichts von seiner Faszination verloren, und die Mischung aus einem Mord, einer fragwürdigen Verhandlung und der dramatischen Kulisse der Insel Arran bietet Stoff für endlose Diskussionen – und Inspiration für Autoren.

Für mich ist der Goatfell-Mord nicht nur ein Stück schottischer Kriminalgeschichte, sondern auch ein Fenster in die Abgründe menschlicher Emotionen und Entscheidungen. Deshalb habe ich darüber geschrieben. Soll DI Robert Campbell den Fall lösen.

Highland Crime Band 4 Das Grab am Meer greift den Goatfell-Mord auf und löst das ewige Rätsel – Hat John Watson Laurie Edwin Robert Rose wirklich getötet? Erhältlich als eBook und Taschenbuch auf Amazon.

Das Gefängnis am Meer – Ein Besuch in Peterhead Prison

Schottland ist ein Land mit einer dunklen und faszinierenden Kriminalgeschichte. Ich war an der Ostküste und habe mir eines der bekanntesten und berüchtigtsten Gefängnisse des Landes angesehen: das Peterhead Prison, oft als Scotland’s Alcatraz oder Scotland’s Gulag bezeichnet. Teil meiner Recherche für das neue Buch in der Highland Crime Serie.

Ein Ort voller Geschichten

Das Gefängnis liegt direkt an der Küste von Peterhead, einer Stadt mit langer Seefahrtsgeschichte. Ursprünglich wurde es gebaut, um billige Arbeitskräfte für den nahegelegenen Admiralty Yard zu haben, ein strategischer Stützpunkt der Royal Navy. Die Häftlinge wurden jedoch nicht – wie oft angenommen – für den Hafenbau eingesetzt, sondern ausschließlich für Zwangsarbeit im Steinbruch.

Zwischen 1890 und 1956 wurde das Gefängnis gebaut, doch durch Kriege und die Weltwirtschaftskrise zog sich die Fertigstellung über Jahrzehnte hin. Es war das einzige schottische Convict Prison, ein Hochsicherheitsgefängnis für die härtesten Fälle, und es sah mehrere Aufstände, darunter den berühmten Rooftop Riot von 1987, der erst nach fünf Tagen durch das Special Air Service (SAS) beendet wurde.

Düstere Einblicke in die Vergangenheit

Schon der Rundgang durch das Gefängnis war beklemmend. Mit einem Audioguide konnte ich mich frei bewegen – eine bittere Ironie in einem Ort, der genau das den Insassen verwehrte. Die winzigen Zellen, die Gänge mit den rostigen Gittern, der kahle Innenhof mit einem aufgemalten Fußballtor – als ob das hier jemals ein echtes Spielfeld gewesen wäre. Das Wort Strafraum bekam für mich eine ganz neue Bedeutung.

Besonders bedrückend empfand ich die Außenkäfige für den Freigang. Karge, ummauerte Flächen, von Stacheldraht umgeben. Hier konnten sich die Insassen „an der frischen Luft“ bewegen – allerdings unter maximaler Kontrolle.

Ich entdeckte Zellen mit künstlichem Blut, die an vergangene Verbrechen erinnerten, sah selbstgebastelte Waffen und originale Dokumente, die die Geschichte dieses Ortes erzählten. Die Strafen waren brutal: Gefangene wurden mit einer speziellen Peitsche ausgepeitscht, die das Fleisch aufriss. Das Gerüst, an das sie dafür gebunden wurden, existiert noch immer.

Und dann stand da ein Klavier. Ein Relikt aus einer Zeit, in der Musik vielleicht die einzige Möglichkeit war, dem monotonen, erbarmungslosen Gefängnisalltag zu entfliehen. Ein surrealer Anblick zwischen all der Kälte und Gewalt.

Kein Ort zum Verweilen

Am Ende meines Rundgangs kam ich in ein modernes, gemütliches Café. Der Kontrast hätte nicht größer sein können – aber ich hatte keinerlei Lust, mich hinzusetzen, einen Kuchen zu essen oder Kaffee zu trinken.

Es war ein Gefängnis.

Ich wollte einfach nur raus.