Die Toten von Corri-nam-Bronag

Patrick Dubh aus Craskie war ein Grant aus Craskie und nach dem Land benannt, das er besaß und auf dem er lebte, eine durchaus übliche Vorgehensweise unter den wohlhabenden Farmern der Highlands.

Eines Tages am Ende des 17. Jahrhunderts kam eine Gruppe von Macmillans aus der Gegend von Loch Arkaig und stahl eine Herde Rinder von Patrick Dubh. Er, seine Brüder und einige Freunde, machten sich auf den Weg, um die Diebe zu verfolgen und holten sie in Corri-nam-Bronag ein, einer Schlucht auf einem Hügel zwischen Glen Loyne und Tomdoun in Glengarry.

Sie forderten ihr Eigentum zurück. Die Diebe weigerten sich, was den Grants damals das moralische Recht einräumte, die Macmillans anzugreifen. Es kam zu einem Kampf und  auf beiden Seiten gab es Verluste. Zwölf Macmillans wurden getötet und direkt vor Ort begraben. Heute steht auf dem Hügel eine Windfarm.

wind farm Corrie nam Bronag (5)Ein paar Glenmoriston-Männer wurden ebenfalls getötet. Ihre Leichen wurden nach Hause gebracht und in Clachan Merchaird (Dalreichard) bestattet, das Vieh brachte man zurück nach Craskie, wo es gestohlen worden war.

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Abenteuer Highlands 2.0 – zwischen Schwarzwald und Schottland ist da.

Nach Abenteuer Highlands – mein etwas anderes Leben im schottischen Hochland ist Nellie Merthe Erkenbach mit Abenteuer Highlands 2.0 – zwischen Schwarzwald und Schottland ein weiteres wahres, humorvolles und herzerwärmendes Buch gelungen, in dem zwischen den Zeilen ihre tiefe Liebe für das Land ihrer Liebe durchscheint – Schottland.

Auf in neue Abenteuer Highlands, wo buchende Baroninnen und denkwürdige Dudelsackspieler den Alltag beherrschen, Poeten und tapfere Schneiderlein mit Monstern kämpfen, Moorleichen gar nicht so gruselig sind und Hexen und Geister ganz selbstverständlich. Von Extrawürsten und gefährlichen Frühstücken und der Kunst, trotz Corona und Brexit ein glückliches Leben in der Fernbeziehung hinzubekommen

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Kindheitserinnerungen aus Kilninian

Lady Norah Fairfax-Lucy war die jüngste einer achtköpfigen Familie, die 1895 in Calgary auf der Insel Mull lebte. Sie war eine geborene Mackenzie von Mornish, ihr Vater war Ältester (elder) der etablierten Church of Scotland. In ihrer Autobiografie widmet sie ein ganzes Kapitel der Art und Weise, wie ihre Familie die Sonntage auf der Isle of Mull verbrachte. Wie sehr sich die doch von den Sonntagen heute unterschieden.

Der Tag begann mit Gebeten im Familienkreis um 9 Uhr im Haus, dann machte sich der Haushalt auf in die Kirche. Das Transportmittel war ein Pferdewagen, die anderen Inselbewohner kamen zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit Ponys. Als sie älter waren, durften die Mädchen zu Pferd in die Kirche. Für die Familie war es normal, Hunde mit in die Kirche zu nehmen, manchmal waren es sogar drei Hunde gleichzeitig.

Es gab immer einen ersten Gottesdienst auf Gälisch, danach einen weiteren auf Englisch. Sie besuchten beide und brachten Sandwiches zum Essen mit, die sie in der Pause zwischen den beiden (vermutlich recht langen ) Gottesdiensten außen. Zur tea-time zu Hause gab es Bannocks mit Marmelade und dann Bibelstunden bei der Mutter. „Es gab immer ein kaltes Abendessen am Sonntagabend,“ schreibt sie, „das wir (die Kinder) abräumen mussten, aber es war den Dienern überlassen, am nächsten Tag abzuwaschen.“

Normalerweise besuchten sie die Kirche in Mornish. Manchmal fand der Gottesdienst  auch in der Kirche von Kilninian statt. Dann nutzte die Familie den Billardraum für einen privaten Gottesdienst. Nur zu besonderen Anlässen nahm die Familie den weiten Weg (10km) nach Kilninian auf sich. Kilninian war die weitaus ältere Kirche aber nicht so gut besucht wie Mornish, da die Gegend dünn besiedelt war.

Als der Erste Weltkrieg ausbrach, diente Lady Norah Fairfax-Lucy als Krankenschwester, damit endet ihre Autobiografie Hebridean Childhood. Ich hätte gerne mehr gelesen.

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Abenteuer Highlands 2.0 – zwischen Schwarzwald und Schottland ist da

Nach Abenteuer Highlands – mein etwas anderes Leben im schottischen Hochland ist Nellie Merthe Erkenbach mit Abenteuer Highlands 2.0 – zwischen Schwarzwald und Schottland ein weiteres wahres, humorvolles und herzerwärmendes Buch gelungen, in dem zwischen den Zeilen ihre tiefe Liebe für das Land ihrer Liebe durchscheint – Schottland.

Auf in neue Abenteuer Highlands, wo buchende Baroninnen und denkwürdige Dudelsackspieler den Alltag beherrschen, Poeten und tapfere Schneiderlein mit Monstern kämpfen, Moorleichen gar nicht so gruselig sind und Hexen und Geister ganz selbstverständlich. Von Extrawürsten und gefährlichen Frühstücken und der Kunst, trotz Corona und Brexit ein glückliches Leben in der Fernbeziehung hinzubekommen

 

 

 

Die Lumpenfrau vom See

In einem wunderbaren Buch über die gälische Welt des Aberglaubens und der Legenden bin ich auf die Geschichte einer Frau gestoßen, die rund um einen kleinen See in der Nähe von Broadford auf der Isle of Skye ihr Unwesen getrieben haben soll.

Die Gegend ist sehr einsam und an trüben Wintertagen oder wenn die Dunkelheit naht, wie geschaffen für Geschichten wie diese. Außerdem ist die alte Sleat Road gleich neben der neuen immer gut für einen entspannten Spaziergang. Es sei denn, es wird dunkel …

lake near Broadford, Isle of Skye

Am Lochan nan Dubh-Bhreac, am kleinen See der schwarzen Forelle, hat man in der Vergangenheit wiederholt eine Frau mittleren Alters gesehen, in Lumpen gekleidet und generell einen verwahrlosten Eindruck machend, weshalb sie Luideag,  die Lumpenfrau genannt wurde. Sie ist vielen Männern erschienen, aber hat nie geantwortet, wenn sie angesprochen wurde. Sie erschien meist in der Dunkelheit plötzlich und ohne Ankündigung und genauso plötzlich verschwand sie wieder, still und stumm, inmitten der großen, windigen Weite der Sleat Halbinsel.

Lake near Broadford, Isle of SkyeSkye

Ein Steuereintreiber kam eines Tags des Wegs und traf die mysteriöse Lumpenfrau vom See. Er sprach sie an, zunächst auf Englisch, also in seiner Sprache, dann auf Gälisch, in der Sprache der Einheimischen, aber die Frau antwortete nicht. Was dann geschah, kann bis heute niemand sagen. Der Steuereintreiber wurde jedenfalls tot an der Straße aufgefunden und die Frau ist seither nie mehr erschienen.

Eine seltsame Geschichte. Ich muss jedenfalls immer an die Lumpenfrau denken, wenn ich auf der kleinen alten Straße unterwegs bin, was recht oft der Fall ist, wenn ich mich nicht durch den glitschigen Matsch der Wanderpfade kämpfen will. Ich wüsste gerne genau, an welcher Stelle der Steuereintreiber gefunden wurde.

Lochan nan Dubh-Bhreac

Der Glaube an übernatürliche Wesen, die vor allem in der Nacht erscheinen, ist weit verbreitete in der gälischen Mythenwelt, das können alle möglichen Erscheinungsformen sein, auch eine Frau in Lumpen. Der Allgemeinbegriff für diese Wesen ist bòcan (sprich „bohken“) und drückt sowohl die Furcht dessen aus, der die Erscheinung sieht, ebenso wie die Gefährlichkeit der Erscheinung an sich, die in der Regel den Tod brachte oder ihn ankündigte.

War nun diese Frau in Lumpen ein bòcan oder ist die ganze Geschichte nur erfunden, um den Mord an einem Steuereintreiber zu vertuschen?

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Abenteuer Highlands Teil 2 ist da!!!

book cover

Kann eine Seele mehr als nur eine Heimat haben? Sie kann! Und wie.

Nellie Merthe Erkenbach geht in ihr zehntes Jahr Fernbeziehung mit einem Highlander – ein Leben zwischen Schwarzwald und Schottland.

Dem anfängliche Bedürfnis des entscheiden Müssens hat sie widerstanden und ist nun erfolgreich in zwei Welten zu Hause:  dem Schwarzwald, wo sie gerne lebt, gerne isst und ihre Arbeit hat und in den Highlands, wo sie schreibt, fotografiert und Zeit mit dem Mann in der großen Weite der Westküste Schottlands genießt. Das eine schließt das andere nicht aus, im Gegenteil, in zwei Welten zu leben macht die Dinge klarer und bewusster.

Der besondere Charme dieses Lebensentwurfs: die beiden Leben sind gänzlich unterschiedlich. Das deutsche ist hektisch und aufregend, ihre Arbeit beim Fernsehen abwechslungsreich, auch durch die Reisen nach Russland, China, Japan oder Brasilien.

Die Vorzüge des Mondänen hat sie in Deutschland und dem Rest der Welt, In den Highlands dagegen wird es still und ruhig. Nellie Merthe Erkenbach lebt dann zurückgezogen, liest viel, wandert und schreibt über das Land, das sie so gut kennt. Diese Seite ihres Lebens gibt ihr die Kraft, das Hochgeschwindigkeitsleben in Deutschland mit Freude und Energie anzupacken.

Nach Abenteuer Highlands – mein etwas anderes Leben im schottischen Hochland ist Nellie Merthe Erkenbach mit Abenteuer Highlands 2.0 – zwischen Schwarzwald und Schottland ein weiteres wahres, humorvolles und herzerwärmendes Buch gelungen, in dem zwischen den Zeilen ihre tiefe Liebe für das Land ihrer Liebe durchscheint – Schottland.

Auf in neue Abenteuer Highlands, wo buchende Baroninnen und denkwürdige Dudelsackspieler den Alltag beherrschen, Poeten und tapfere Schneiderlein mit Monstern kämpfen, Moorleichen gar nicht so gruselig sind und Hexen und Geister ganz selbstverständlich. Von Extrawürsten und gefährlichen Frühstücken und der Kunst, trotz Corona und Brexit ein glückliches Leben in der Fernbeziehung hinzubekommen.

3d mock up

Das neue Abenteuer Highlands gibt es als Ebook oder Taschenbuch beim Amazon. Ich hoffe es gefällt euch und freue mich auf euer Feedback!

Liebe Grüße,

eure Nellie

Abenteuer Highlands 2.0 ist bald da!

Es ist schon ein Weilchen her, dass ich Abenteuer den Highlands – mein etwas anderes Leben im schottischen Hochland geschrieben und nach dem Rückzieher des Verlags wegen Einstellung der Reihe, in der das Buch erscheinen sollte, das Werk schließlich im Selbstverlag veröffentlicht habe. Seither habe ich zwei weitere Bücher geschrieben, eigentlich drei: Riding Towards Shadows, das 2018 erschienen ist und Schottland für stille Stunden, das zum Jahresende 2020 rauskam. Das gibt es 2021 auch auf Englisch und wird Scotland for Quiet Moments heißen. Wer also gedacht hat, ich sitze in meiner wunderbaren Schreibhütte, schaue aufs Meer und tue nichts, der liegt völlig falsch. Allen Stromausfällen und Sturmschäden zum Trotz: ich habe weitergeschrieben und hier ist er nun, der zweite Teil von Abenteuer Highlands. Der ein oder andere von euch hat schon darauf gewartet.

Abenteuer Highlands 2.0 – zwischen Schwarzwald und Schottland

Abenteuer Highlands 2.0 zwischen Schwarzwald und Schottland

Inzwischen lebe ich seit 10 Jahren in meiner schottischen Fernbeziehung und habe nach dem anfänglichen Gefühl des entscheiden Müssens sehr bald gemerkt, dass eine Seele mehr als nur eine Heimat haben kann. Ich habe zwei zu Hause: eines im Schwarzwald, wo ich gerne lebe, gerne esse und meine Arbeit habe und eines in den Highlands, wo ich schreibe, und meine Zeit mit dem Mann an der großen Weite der Westküste Schottlands genieße. Das eine schließt das andere nicht aus, im Gegenteil, es lässt Dinge klarer werden und man macht sich bewusster, was man will und womit man seine Zeit verbringen möchte.

Der besondere Charme an diesem Lebensentwurf: beide Leben sind gänzlich unterschiedlich. Das deutsche ist hektisch und aufregend, meine Arbeit beim Fernsehen abwechslungsreich, ich reise viel, nach Russland, China, Japan, Brasilien und genieße die Vorzüge des Stadtlebens. In den Highlands dagegen wird es still und ruhig, zurückgezogen. Ich lese viel, wandere und schreibe. Diese Seite meines Lebens gibt mir die Kraft, das Hochgeschwindigkeitsleben in Deutschland mit Freude und Energie anzupacken.

Die Zeit, in der wir getrennt sind, überbrücken wir durch Social Media und ein tägliches Skype-Gespräch von einer Stunde. Und mal ehrlich, in wie vielen Beziehungen spricht man täglich mindestens eine Stunde miteinander? Ein solch intensiver Austausch wird im Alltag oft vernachlässigt. Ich liebe dieses Leben, das ich führe und was als Abenteuer in der Fremde begann, ist nun ein Leben in zwei Welten geworden. Aber auch das kann abenteuerlich sein. Ihr werdet schon sehen!

In Abenteuer Highlands habe ich euch durch ein Jahr in Schottland geführt. Dies sind die wahren Geschichten, die ich in den Jahren seither in meiner Fernbeziehung mit einem Schotten erlebt habe. Nicht in der zeitlichen Reihenfolge, in der sie passiert sind, die bekäme ich gar nicht mehr richtig auf die Reihe, der Mann und ich sind schon so lange ein Paar. Die Struktur ist nicht die Zeit, sondern das Wort, von A – Z: A wie Aberglaube, B wie Banff, C wie Corona usw.

Amüsiert euch über buchende Baroninnen und denkwürdige Dudelsackspieler, lernt Poeten und tapfere Schneiderlein kennen, gruselt euch über Moorleichen, Hexen und Geister, lacht über Extrawürste und gefährliche Frühstücke und findet heraus, wie man trotz Corona und Brexit ein glückliches Leben in der Fernbeziehung hinbekommt.

Taschenbuch und Ebook erscheinen demnächst auf Amazon. Ihr erfahrt natürlich hier, wann es soweit ist.

 

Poet, Prolet und Grabräuber

Schottland hat im Laufe der Geschichte so einige große Poeten hervorgebracht und nicht alle, waren Poeten im klassischen Sinne. Statt Dichter und Denker waren sie oft Krieger und Kämpfer und eher selten der romantischen Gattung zuzuordnen.

Angus Martin scheint einer dieser denkwürdigen und andersartigen Poeten gewesen zu sein. Er wurde während der Regierungszeit von Mary, Queen of Scots, in einer Zeit religiöser Umwälzungen und politischer Unruhen geboren. Seine Familie hatte einen gewissen Status und war mit den MacDonalds of Sleat verbunden. Angus wuchs heran und wurde Seemann, Soldat und Tacksman, ein Verwalter, der das Land, das man ihm zur Verfügung gestellt hatte, an Bauern weiter verpachten konnte. Es war eine Position der Macht und zeigte das Vertrauen, das der MacDonald ihm entgegenbrachte.

Martin heiratete zweimal, hatte viele Kinder, seine zweite Frau war angeblich eine dänische Prinzessin. Aber so gut sein Verhältnis auch zu seinem Clan Chief war, Angus kam nicht mit dessen Frau  klar, die wollte von ihm eine Ode doch er wollte die Lady nicht lobpreisen. Seine gälischen Zeilen an die Frau seines Chefs waren beleidigend und nicht huldigend, er musste die Insel Skye verlassen. Er ging nach Irland, um zu kämpfen, und kam erst zurück, als ihre Ladyschaft verstorben war, um dann ein weiteres rüdes Gedicht über ihren Tod zu verfassen.

view from Iona

Der Legende nach hatte der streitbare Dichter und fähige Seemann,  auch Angus des Sturms, Aonish na Gaoithe, genannt, auf seinem Weg nach Hause einen Grabstein von einem schottischen Königsgrab auf der Insel Iona genommen und ihn für seine eigene Beerdigung in Kilmuir auf der Insel Skye zu verwenden. Der Stein ist heute noch da, doch an der Wahrheit dieses Teils der Geschichte darf gezweifelt werden, da die schottische Reformation und der damit einhergehende Bildersturm  sowie die Schließung der Klöster bereits in den 1560er Jahren ihren Höhepunkt erreichte,  ungefähr zu der Zeit, als Angus Martin geboren wurde. Bis Angus alt genug war, um nach Iona zu segeln und eine königliche Grabplatte mit nach Skye zu nehmen, kann es nicht mehr viele königliche Gräber gegeben haben, die man ausrauben konnte.

Isle of Skye

Es ist jedoch eine schöne kleine Geschichte und der Stein hat eine Schönheit an sich, egal für wen der Steinmetz ihn einst gemacht hat.

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Der Dichter und sein Freund

Robert Burns hat viele denkwürdige Gedichte und Lieder geschrieben, einige lustig, einige witzig, viele frech und einige sehr berührend. John Anderson. Mein Jo ist eines der letzteren, ein Lied über das Zusammenwachsen, über die Liebe und Kameradschaft gegen Ende eines Lebens. Es ist ein sanftes und rücksichtsvolles Werk, obwohl es auf einer Ballade basiert, die war weitaus expliziter, fast schon anrüchig ist. Aber nicht „Mein Jo!“

John Anderson, my jo, John,

We clamb the hill thegither;

And mony a cantie day, John,

We’ve had wi‘ ane anither:

Now we maun totter down, John,

And hand in hand we’ll go,

And sleep thegither at the foot,

John Anderson, my jo.

John Anderson, mein Jo, John,
Wir kraxeln den Hügel hinunter;
Und viele lustige Tage, John,
Die hatten wir miteinander:
Jetzt taumeln wir runter, John,
Und Hand in Hand gehen wir,
Und schlafen beide am Fuß des Hügels,
John Anderson, mein Jo.

Burns schrieb das Gedicht für John Anderson, seinen Freund John Anderson. Sein Jo. Ein Mann, der 84 Jahre alt wurde und 1832 starb. Der Barde sollte nie wissen, wie es wäre, zusammen alt zu werden. Er starb ziemlich jung und fast 40 Jahre vor seinem Freund John Anderson, der Zimmermann war. Einige sagen, er habe sogar den Sarg für Burns Beerdigung gemacht.

John Anderson wurde in Kilchuiman (manchmal Kilchuimen) in der Nähe von Fort Augustus begraben. Er stammte ursprünglich aus Ayrshire und hatte sich auf die Westseite von Loch Ness zurückgezogen, wo seine Tochter einen Gastwirt geheiratet hatte. Das Inn wurde später in das Glengarry Hotel umgewandelt. Hier wohnte Burns, als er John Anderson besuchte, und es heißt, er sei bei seinem Besuch inspiriert worden, das Gedicht zu schreiben.

Andersons Tochter Catherine starb einige Monate später im selben Jahr wie ihr Vater. Sein Schwiegersohn starb in der Seekatastrophe von 1825, als die PS Comet II vor Kempock Point mit dem Dampfer Ayr kollidierte. 62 Männer ertranken. Die Besatzung der Ayr bot keine Hilfe an und drehte ab. Angeblich waren allen am Tanzen gewesen, als das Unglück geschah. Es muss sich ein wenig wie auf der Titanic angefühlt haben.

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Der etwas andere Reiseführer ist da!

Schottland für stille Stunden ist kein klassischer Reiseführer, hier finden sich keine Touristenziele oder Öffnungszeiten. Schottland für stille Stunden führt vielmehr an weitgehend unbekannte Orte und erzählt historische, abgründige, romantische oder lustige Geschichten durch die Jahrhunderte. Entdecken sie die Seele statt der Sehenswürdigkeiten Schottlands, Tipps aus dem wahren schottischen Leben und Orte, die es möglich machen ein Land so zu erleben, wie es wirklich ist. Mit dem Reiseinspirationsbuch kann man dieses wunderbare Land vor Ort ohne Trubel ganz anders erfahren oder sich einfach zu Hause auf dem Sofa hinein träumen. Der Reiseführer in die Seele Schottlands beschreibt Schottland für Fortgeschrittene, die aufregende Geschichte, die atemberaubende Natur und die fast vergessenen Orte abseits der Touristenströme von Arthur’s Seat, Loch Ness oder Glencoe und dennoch mitten im Herzen Schottlands.

35 Kapitel entsprechen den alten und klangvollen Shires, Burghs und Sheriffdoms, die traditionellen Regionen statt der modernen Verwaltungsbezirke, weil sie zum einen für viele Schotten noch immer das Maß der geographischen Dinge sind und weil Geschichte eine ganz große Rolle spielt in dem etwas anderen Reiseführer von Nellie Merthe Erkenbach. Kleine Änderungen wurden aus logischen und logistischen Gründen vorgenommen. So wurde Berwick berücksichtigt, obwohl es heute in England liegt und einige der Inseln getrennt behandelt, Lewis gehörte zum Beispiel zu Rosshire, Harris zu Argyll und sind nicht zwei, sondern eine Insel der Äußere Hebriden.

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Die Autorin

Nellie Merthe Erkenbach ist Fernseh-Journalistin und Autorin und teilt sich ihr Leben zwischen Deutschland und Schottland auf. Sie bereist Schottland seit nunmehr über 35 Jahren, hat schottische Geschichte und schottische Literatur an der Universität Glasgow studiert und lernt derzeit schottisches Gälisch in Sabhal Mòr Ostaig auf der Isle Skye. Dieses wunderbare Land, ohne die gängigen Klischees zu zeigen, war ihr schon viele Jahre ein Anliegen, nun ist es ein Buch geworden. Weitere Bücher von Nellie Merthe Erkenbach sind Abenteuer Highlands – mein etwas anderes Leben im schottischen Hochland (Amazon 2018) und Riding Towards Shadows (Amazon 2018).

Fotos

Ewan Roy MacGregor fotografiert seine Heimat Schottland seit vielen Jahrzehnten. Nach einer erfolgreichen Karriere als Musiker in Glasgow lebt er nun in den schottischen Highlands, die ihn immer wieder aufs Neue zu herausragenden Bildern inspirieren. Leider stellten sich die Produktionskosten beim Taschenbuch als zu hoch heraus, um die Bilder darin zu veröffentlichen. In der eBook Version sind sie aber enthalten.

Ab sofort als eBook und Taschenbuch bei Amazon erhältlich!

eBook

Taschenbuch

Schottland für stille Stunden

Der Reise-Inspirationsführer Schottland ist in den nächsten Tagen als Ebook und Taschenbuch bei Amazon erhältlich!

Schottland ist ein Land voller Geschichte, Geschichten und Geheimnisse. Oft sind die drei nicht exakt voneinander zu trennen. Das macht dieses Land so wunderbar und einzigartig. Diese Geschichten wurden für den WordPress Blog Graveyards of Scotland über viele Jahre zusammengetragen, ausgegraben und entdeckt. Quellen waren meist historische Reiseführer aus dem 18. und 19. Jahrhundert, die Funde oft schaurig, schön, lustige oder grausam. Eine ungewöhnliche Annäherung an die Geschichte eines Landes, die erstaunliche Ergebnisse hervorbrachte. Man muss aber die Leidenschaft der Autorin für Friedhöfe nicht teilen, um diese Buch genießen zu können. Die meisten Geschichten spielen ja nicht auf einem Friedhof, sie enden lediglich da.

Der Feenhügel in Inverness, ein Salpetermord auf Shetland, eine Familie von Linkshändern, Wölfe gestern und heute, Robert the Bruce und William Wallace einmal ganz anders, die geheime Bucht des Schriftstellers Gavin Maxwell, ein mordender Dichter und alles, was Schottland außer Whisky, Schafe und Tartan noch ausmacht. Schottland für Experten, nicht für Anfänger.

Machen sie es sich in ihrem Lieblingslesesessel gemütlich und genießen sie Schottland für stille Stunden.

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Zitate

Das Meer ist ein gefährlicher Freund, eine verlockende Schönheit und ein brutaler Mörder zugleich. Selbst an ruhigen Tagen sind hier Menschen in den Gewässern rund um die Inseln ertrunken. Wenn die Herbststürme einsetzten, hatten die gewaltigen Wellen in der Vergangenheit oft ein tödliches Fest. Auf Shetland spülte am Sumburgh Head, wo der Atlantik auf die Nordsee trifft, so mancher Körper an Land.

Als William Soutar klar wurde, dass die Krankheit nicht nur sein Leben begleiten, sondern es sogar beenden würde, soll er einen Moment innegehalten haben. Dies war der Moment der Erkenntnis: Nun konnte, nun musste er Dichter werden. Er wurde einer der besten seines Landes.

Anders die Abendstimmung, blaue Stunde und eine ähnlich milde Stimmung wie am Morgen aber viel dramatischer, wenn die Nacht hereinbricht und die letzten Sonnenstrahlen noch ein paar Sekunden über den Wolken verweilen, bevor der Tag zu Ende geht. Das Blau scheint direkt vom Meer zu kommen, mit einem schwachen Duft nach Sommertag wie die Erinnerung gelebter Stunden.

Der Mann korrigiert mein Manuskript

Regelmässige Leser dieses Blogs wissen Bescheid, ich schreibe einen Reiseführer über Schottland. Es wird kein gewöhnlicher Reiseführer, ich nenne ihn ein Reise-Inspirations-Buch und der Mann steuert die Fotos bei. So weit, so gut. Das Manuskript ist bereits fertig und ich bin mitten in der Korrekturphase während der Mann Bilder zusammenstellt zu einem Text, den er nicht lesen kann, weil er auf Deutsch geschrieben ist. Natürlich lernt er gerade Deutsch aber für ein Buch reicht es noch nicht. Er hat noch nicht mal mein Buch über mein Leben bei ihm gelesen. 

Abeteuer Highlands book promo

Also fragt er kürzlich mit unschuldigem Augenaufschlag: Kannst du den Reiseführer nicht auch auf Englisch schreiben?

Puh! Klar kann ich. Gar kein Problem. Sind ja nur 322 Seiten. Ich denke nach. So schlimm wird es nicht werden. Es gibt ja Google translate.

Ich verbringen einen Tag damit, das Manuskript Seite für Seite in Google Translate einzugeben und das Ergebnis dann in ein anderes Dokument einzufügen. Am Ende des eintönigen Tages habe ich dann ein deutsches Manuskript und ein englisches. Naja, eine Google-Englisches. Was auf den Bilder zu sehen ist, ist die unbearbeitete Google Übersetzung. 

Ich schicke es also dem Mann, damit er es durchliest und mich auf die Fehler im Inhalt und gerne auch der Rechtschreibung hinweist. Ich muss es ja auch noch einmal durcharbeiten aber er darf zuerst, dann hat er schon eine Orientierung für die Fotos.

Noch immer im Lockdown und mit wenig Arbeit, um sich abzulenken, legt der Mann in den Highlands los und schickt mir noch am selben Abend das erste Kapitel korrigiert zurück.

Schon bei der ersten Anmerkung muss ich laut lachen. Da steht nur ein eh? was dem deutschen häh? entspricht und fast genauso klingt. Je mehr ich seine Anmerkungen studiere, desto amüsierter bin ich.

A screech owl? What’s a screech owl? Fragt er sich zu Recht. Es ist der Schrei einer Eule, keine Schreieule.

Und ein sea hole ist in Wirklichkeit ein sea Loch. Da stiftet das deutsche Wort Loch Verwirrung. Pech, wenn ein und dasselbe Wort in zwei unterschiedlichen Sprachen zwei unterschiedliche Dinge bedeutet.

„Er trug die Farben des Stuart Clans“ wird auch falsch übersetzt. He wore the Stuart paints??? fragt der Mann nach. Da ist Farbe im Sinne von Wandfarbe, gemeint ist aber Farbe im Sinne von Flagge oder Uniform, also colours nicht paints. Niemand trug Farbeimer durch die Highlands,

Der Mann ist verwirrt. Ich lache.

Und natürlich kann ein Tippfehler die ganze Übersetzung ruinieren. Fehlt auch nur ein y an der entscheidenden Stelle, dann positionierte Alexander einen Arm (arm) statt einer Armee (army) auf dem Hügel und der Mann fragt sich zu recht, warum.

Bildschirmfoto Manuskript

Ein echtes Highlight: His first daughter gave birth to his mother’s maid (Seine erstgeborene Tochter gebar die Dienstmagd seiner Mutter), was den Mann in tiefe Verwirrung stürzte. Hier waren die Possessiv-Pronomen und damit die gesellschaftlichen Beziehungen durch das Verb durcheinander gekommen. Er zeugte vielmehr eine erstgeboren Tochter mit der Dienstmagd seiner Mutter.
Kleiner aber feiner Unterschied.

Was dem Mann ganz besonders gefallen hat ist die Übersetzung von vogelfrei, also einer, der für vogelfrei erklärt wird. Die korrekte Übersetzung wäre outlaw, Google hat es mit bird-free wörtlich übersetzt. Weil der Mann Frauen gerne als birds bezeichnet, hat ihn diese Übersetzung laut lachen lassen. Der arme Rob Roy war frauenfrei.

Und wenn Margaret Forbes dachte, dass ihr Ehemann und seine Männer zurückkehrten, dann waren es nicht her husbands and his husbands es waren her husband and his men. Soo verheiratet war ihr heimkehrender Ehemann dann doch nicht. Auch wenn der Mann husbands, and husbands, and husbands anmerkt. 

Und ja, Cullen Skink ist eines der berühmten Gerichte in Schottland aber die Fischsuppe hat nun ganz und gar nichts mit Justizia zu tun. Ein Suppengericht ist eben kein Amtsgericht, zumindest nach meinem Urteil.

Wir haben noch einige Kapitel durchzuarbeiten und ich freue mich so richtig darauf. Denn wenn’s schon beim Korrigieren Spaß macht, dann kann es doch nur ein Bestseller (Verkaufsschlager) werden!

 

P.S. Keine Sorge, ab nächsten Sonntag geht es wieder weiter mit der Foto Challenge. Eure Bilder sind nicht verloren gegangen! 😊