Der Schrei des Geistes

Die gälische Tradition kennt viele paranormale Phänomene in der Zwielichtzone der Mythen und des Aberglaubens. Eines der vielen seltsamen und scheinbar unerklärlichen Ereignisse, die in dieser Welt passieren können, ist ein seltsames und unerklärliches Weinen, das von scheinbar unbeteiligten Personen gehört wird, bevor ein außergewöhnlicher Tod eintritt. Dies war fast immer eine weibliche Stimme, die auf eine Katastrophe hinwies. In seltenen Fällen war es eine männliche Stimme.

Nachstille an der See

Die Stimme, die gehört wurde, war nicht die des Menschen, der zu Tode kam, entweder weil er ernordet wurde oder einen tödlichen Unfall hatte, sondern die eines Trauernden – einer Frau, Schwester oder nahen Verwandten. Ein Schrei oder Schreie, die auf einen Tod hinweisen und von einem Geist kamen, nannte man tàsg und eigheach taisg‚ war der Schrei eines Geistes. In der gälischen Mythenwelt haben diese Ereignisse mit dem zweiten Gesicht (Dà Shealladh) zu tun, also mit Menschen, die diese andere Welt wahrnahmen konnten. Die Phänomene sind einigen als Geister und Gespenster bekannt, die moderne Wissenschaft nennt sie Halluzinationen.

Dalavil, Isle of Skye
einsame (undvielleicht auch heimgesuchte) Orte gibt es viele in den Highlands

Einer dieser heimgesuchten Orte war die große Brücke (Drochaid Mhór) unweit der Manse in Portree. Die Brücke ist neu und viele Besucher fahren achtlos darüber hinweg.

Im Jahr 1900 schrieb John Georgson Campbell über Portree: Seltsame Geräusche wurden von Menschen gehört, die nachts dort vorbeikamen, wie das Stöhnen eines Sterbenden, das Würgen um Luft wie bei einer Erdrosselung, auch sich bewegende Schatten wurden dort gesehen, alles Anzeichen, dass dort irgendwann ein Mord begangen wird.

Blick von Portree

Ob der Mord schließlich stattgefunden hat, bleibt allerdings unerwähnt.

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Abenteuer Highlands 2.0 – zwischen Schwarzwald und Schottland ist da. 

Nach Abenteuer Highlands – mein etwas anderes Leben im schottischen Hochland ist Nellie Merthe Erkenbach mit Abenteuer Highlands 2.0 – zwischen Schwarzwald und Schottland ein weiteres wahres, humorvolles und herzerwärmendes Buch gelungen, in dem zwischen den Zeilen ihre tiefe Liebe für das Land ihrer Liebe durchscheint – Schottland.

Auf in neue Abenteuer Highlands, wo buchende Baroninnen und denkwürdige Dudelsackspieler den Alltag beherrschen, Poeten und tapfere Schneiderlein mit Monstern kämpfen, Moorleichen gar nicht so gruselig sind und Hexen und Geister ganz selbstverständlich. Von Extrawürsten und gefährlichen Frühstücken und der Kunst, trotz Corona und Brexit ein glückliches Leben in der Fernbeziehung hinzubekommen

Quelle:

Ronald Black (ed.): The Gaelic Otherworld. John Georgson Campbell’s Superstitions of the Highlands & Islands of Scotland and Witchcraft & Second Sight in the Highlands & Islands. Edinburgh, Birlinn Origin; 2019

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