Keys

Es war einer dieser wunderbaren Sommertage, die mit strahlendem Sonnenschein und einem stahlblauen, wolkenlosen Himmel nach draußen locken. Wie immer um diese Jahreszeit, war ich früh wach und voller Drang, die Schönheit der schottischen Highlands zu erleben. Es war Wochenende und ich musste nicht arbeiten.

Um halb sechs Uhr sitze ich im Auto. Die Sonne steht bereits recht hoch, die Tage beginnen früh um diese Jahreszeit. Noch ist es frisch, aber nicht kühl, definitiv ein Tag für Dreiviertelhosen und T-Shirt. Sonnenbrille nicht zu vergessen. So oft kann man die nicht tragen, ohne deplatziert auszusehen.

walking througfh gorse @nme Abenteuer Highlands

Ich bin unterwegs zu einer Wanderung. Unterwegs halte ich am Eilean Donan Castle und werfe den Glasmüll in die Container auf dem Parkplatz der Gemeindehalle. Die ersten Touristen machen bereits Fotos, einer startet seine Drohne. Ja, im Vereinigten Königreich darf man Drohnen fliegen, obwohl eine Straße daneben liegt, und man darf an einem Sonntagmorgen um kurz nach sechs Flaschen in den Glascontainer werfen. Das sollte man mal im Schwarzwald versuchen!

Ich lächle und fahre weiter bis zum Parkplatz des Estates, den bewirtschafteten Großgrundbesitz. Ein Estate kann Wald-, Viehwirtschaft oder Jagd betreiben. Der Besitzer hat alles, Wald, Rotwild, Schafe und Hochlandkühe und vor allem eine sehr lange, geteerte Straße und im Anschluss einen guten Schotterweg. Man kann wandern, ohne sich durch Matschwüsten zu kämpfen und ohne jeden Schritt auf glitschigem Untergrund vorsichtig abwägen zu müssen. So kann man sich viel besser auf die Natur und seine Gedanken konzentrieren. Ist vielleicht nicht ganz so aufregend, aber mir gefällt’s.

Ich bin mit meinem deutschen Auto nach Schottland gekommen und stelle es auf dem Parkplatz ab. Happy wandere los, die Zufahrt hinauf zu den Wirtschaftsgebäuden, an der großen Halle vorbei, wo das Vieh sortiert wird und weiter entlang dem Fluss und der Weiden. Schafe überall, rechts, links, vor mir und hinter mir. Nach einer halben Stunde, habe ich die Schafe und das geteerte Stück Straße hinter mir gelassen. Nun führt der Weg durch eine große Herde Hochlandkühe, die ich (Nellie, the Kid) vor nicht allzu langer Zeit unfreiwillig vor mir hergetrieben habe. Inzwischen kennen sie mich, glaube ich und ich gehe tapfer durch die Herde durch.

Highland Cow staring at me @nme Abenteuer Highlands

Dann wird es einsamer, vereinzelt lugt ein Hirsch vom Hügel, Habichte kreisen, oder ein Bussard, ich bin mir da nicht so sicher, aber der Vogel unterstreicht unabhängig von der Gattung das Gefühl von Einsamkeit und wilder Natur.

Iron Lodge view
@nme Abenteuer Highlands

Nach neun Kilometern habe ich mein Ziel erreicht, ein kleines Loch. Hier setze ich mich auf meinen Lieblingsstein mit Blick aufs Wasser und weiter ins Tal. Ein schöner stiller Ort. In meiner Thermostasse habe ich meinen Morgenkaffee dabei und den genießen ich in vollen und durstigen Zügen. Um mich herum nur Vogelgezwitscher, der Wind und das Murmeln der Bergbäche. Friedlicher geht es nicht. In meinem Rucksack habe ich auch noch ein Sandwich und einen Müsliriegel, aber nach dem Kaffee bin ich nicht mehr hungrig. Außerdem esse ich nicht so gerne, wenn ich noch weiter laufe. Ich bin ja mit Stöcken unterwegs und das recht schnell. Frühstücken kann ich auch noch am Auto, denke ich. Dann ist es zwar schon Mittag, wird mir aber umso mehr schmecken.

Ich reiße mich von meinem Lieblingssitzplatz los und mache mich auf dem Rückweg. Langsam wird es heiß. Rechts und links duftet der wilde Ginster. Ich könnte nicht zufriedener sein. Insgesamt bin ich etwas über vier Stunden unterwegs und komme hungrig ans Auto. Ich packe die Stöcke in dem Kofferraum, lege meinen kleinen Rucksack und das Handy auf die Beifahrerseite und will gerade einsteigen, da fällt mir ein, dass ich mich noch nicht gedehnt habe.

Also dehne ich akribisch Beine und Arme. Derart entspannt brauche ich jetzt dringend Frühstück. Mein Magen knurrt. Ich öffne die Autotür …

Ich versuche die Autotür zu öffnen.

Wieso geht diese VERD***TE Autotür nicht auf?

Mein Schlüssel liegt auf der Beifahrersitz, mein Essen liegt auf dem Beifahrersitz, mein Handy liegt auf dem Beifahrersitz und ich stehe wie ein Idiot davor und komme nicht ran.

Mein schöner deutscher Mittelklassewagen hat mich ausgesperrt!

Wie kann das sein. Der Schlüssel ist doch programmiert, dass der Mechanismus nicht schließt, solange er im Auto ist. Ich bin mir sehr sicher, dass man mir das beim Händler so gesagt hatte. Ich war immer sehr sorglos damit umgegangen deswegen. Bisher hatte es sich auch nie von alleine geschlossen. Bisher!

Da stehe ich nun, ungefähr eine Dreiviertelstunde Autofahrt von zu Hause entfernt, ohne Telefon und ohne Auto. Das zu laufen schaffe ich nicht mehr, ich bin gerade knapp 20 Kilometer gewandert. Und selbst wenn mir das gelingt, was dann? Der Zweitschlüssel liegt zu Hause in Deutschland. Bis der mit der Post hier wäre, dauert es Tage und auch wenn ich eine Zeit ohne eigenes Auto auskäme, mein Telefon ist noch drin und ich arbeite remote. Die Zugänge funktionieren nur über Zweifaktor-Authentifizierung über mein Handy. Ich könnte nicht arbeiten.

Was soll ich tun? Das Fenster einschlagen? Der Wagen ist erst wenige Monate alt! Das kann doch nicht die Lösung sein. Und der Mann? Der vermisst mich erst am Abend. Er ist selbst unterwegs, wird sich wohl wundern, warum ich keine Nachrichten beantworte, aber da er weiß, wie schlecht der Empfang hier ist, wird er sich erst mal keine Sorgen machen. Bis das so weit ist, vergehen noch einige Stunden. Ich bin auf mich selbst gestellt.

sheep @nme Abenteuer Highlands

Ich denke nach. Wenn ich zurück zu den Häusern gehe, kann ich vielleicht jemanden finden, der für mich den ADAC anruft. Die haben bestimmt Mittel und Wege, ein Auto zu öffnen und anschließend den Alarm zum Schweigen zu bringen. Meine ADAC-Karte ist natürlich ebenfalls im Auto eingeschlossen, aber die werden mich auch so im System finden. Guter Plan, denke ich und mache mich auf den Weg zurück zu den Gebäuden. Ein weiterer Kilometer, auf den meine müden Beine gerne verzichtet hätten.

Als ich am Morgen vorbeigekommen bin, waren überall Männer in Autos unterwegs gewesen. Nun ist alles wie ausgestorben. Mittagszeit. Ich kann niemanden entdecken. Also gehe ich zu einem der Häuser. Spielzeug liegt im Garten verstreut. Vor der Tür stehen ein paar klobige Arbeitsstiefel. Scheint, als wäre jemand zuhause. Ich klopfe und warte. Die Tür öffnet sich und ein schlanker Mann Ende Zwanzig öffnet die Tür. In der Hand hält er eine dampfende Tasse.

„Hallo, entschuldige bitte die Störung. Ich stehe vorne auf dem Parkplatz und habe mich ausgeschlossen. Leider ist auch mein Handy im Auto. Wärst du so nett, den AA für mich zu kontaktieren?“

Der AA ist der ADAC im Vereinigten Königreich. Die würde man von Deutschland ohnehin bitten, die Hilfe durchzuführen.

„Gar kein Problem“, sagt er und stellt seine Tasse ab. „Passiert mir dauernd. Das erledigen Donald und Davy für ein paar Pfund. In meinen brechen die auch immer ein. Das kostet nicht viel, kann aber ein paar Kratzer im Lack verursachen.“

Ich bin müde, hungrig und ratlos und Kratzer sind mir gerade völlig egal. Wenn man hier den Automobilclub nicht ruft, dann eben Donald und Davy.

„Ich bin übrigens Nellie“, sage ich.

„Harris“, antwortet er. Er gehört zu den Generation, in der alle Schotten Inselnamen tragen.

Harris zückt sein Handy und ruft Davy an. Nachdem er ihm den Fall geschildet hat, reicht er mir das Telefon weiter. Davy erklärt auch mir nochmal, dass sie vorsichtig sind, aber es Kratzer geben kann.

„Das ist okay“, sage ich und mache mir mehr Sorgen wegen der Alarmanlage. Doch die ist für ihn offensichtlich kein Problem. Ich bedanke mich und lege auf.

„Und?“ fragt Harris.

„Er hat noch Kundschaft, aber dann kommt er. Er sagt es ist kein Problem“ erläutere ich.

„Dann fahr ich dich schnell ans Auto vor. Ich muss leider auch wieder los, aber auf dem Rückweg schaue ich nach, ob alles geklappt hat. Okay?“

„Danke, Harris!“

Und dann. Bin ich wieder am Auto. Der Parkplatz ist eine ordentlich geteerte Fläche von rund zehn auf zwanzig Meter, eine Seite ist mit einer halbhohen Mauer umfasst, auf der anderen führt eine Böschung hinunter zu den Weiden. Dort steht auch eine kleine Bank. Genug Platz zum Sitzen habe ich schon mal, denke ich. Mein Magen knurrt laut. Hätte ich doch nur gefrühstückt! Wenigstens ist es warm und falls es kühler wird, habe ich noch mein Hoody, das ist zugegeben eher dünn, aber besser als nur das T-Shirt.

Ich warte. Wieviel Kundschaft Donald und Davy wohl haben? Ich habe keine Uhr. Wir spät es wohl ist? So ohne Handy ist man ganz schön verloren. Also sitze ich da und denke. Wie lange es wohl dauert, bis man verhungert? Zuerst verdurstet man wohl. Ich sehe mich um. Hier ist ein kleiner Bach. Das Schicksal wird mich also nicht ereilen. Wann Donald und Davy wohl kommen?

Irgendwann taucht ein Mann um die Sechzig auf. Der muss zu den Auto gehören, dass außer meinem auf dem Parkplatz steht. Da er noch nicht da war als ich geparkt hatte, muss er wohl später gekommen sein und wohl eine andere Route genommen haben. Sonst hätte ich ihn ja getroffen. Ich wünschte, wir hätten den ADAC angerufen. Dann hätte der Mann jetzt nochmal anrufen und nachfragen können. So aber habe ich weder einen richtigen Firmennamen noch eine Telefonnummer von Donald und Davy. Ich weiß aber, wo die Werkstadt ist. Ich erkläre den Wanderer mein Problem und er weiß auch, wo die Werkstatt ist. Der nette Engländer ist übers Wochenende zu Besuch und gerne bereit, auf dem Heimweg in der Werkstatt vorbeizufahren und Donald und Davy daran zu erinnern, dass eine inzwischen sehr hungrige Frau auf Rettung wartet.

Ich sehe seinem Auto hinterher und fühle mich sehr alleine. Inzwischen ist es fünfzehn Uhr. Wann kommen sie endlich?

Als sie dann eine Weile später endlich auftauchen, könnte ich weinen vor Glück. Endlich!

Donald und Davy sind im selben Alter wie Harris, wahrscheinlich waren die zusammen auf der Schule. Sie steigen aus und erklären mir, was sie vorhaben. Donald wird Keile in die Beifahrertür treiben. Dann wird Davy versuchen, mit einem Stück Draht auf den Schlüssel zu drücken, der auf dem Beifahrersitz liegt. Dann würde sich die Tür öffnen.

Ich nicke. Es ist inzwischen 16:35 Uhr und ich habe Sorge, dass ich vor lauter Hunger Halluzinationen habe. Die Prozedur dauert. Die Keile wollen nicht richtig sitzen, der Draht gibt zu sehr nach, ich, die Geduldlosigkeit in Person, muss zusehen und warten. Und warten. Warten. Langsam wird es kalt. Ich ziehe meinen Hoody an und friere trotzdem. Die beiden sind noch immer im T-Shirt unterwegs. Schotten. Anderes Temperaturgefühl.

Dann beschließt Donald, dass er einen festeren Draht braucht. Sie sehen im Auto nach. Sie haben keinen. Oh nein! Bitte lass sie nicht wieder wegfahren, um einen dickeren Draht zu holen. Das wäre Donald gar nicht in den Sinn gekommen, er nimmt eine Drahtschere und geht zum nächsten Zaun, um dort ein passendes Stück rauszuschneiden. Dann versucht er es wieder.

Beep, beep.

Die Tür ist auf!

Die Tür ist auf!!!

DIE TÜR IST AUF!!!

Ich habe Tränen in den Augen und würde die beiden am liebsten umarmen.

Schnell mache ich alle Türen auf und nicht wieder zu. Sicher ist sicher. Dann nehme ich die Schlüssel an mich, um sie nie wieder loszulassen.

Donald und Davy schauen zufrieden und nicht sonderlich beunruhigt über die Tatsache, das ich auch kein Bargeld dabei habe, um sie zu bezahlen. Ich bekomme die Bankdaten und soll überweisen. So viel Vertrauen haben sie. Obwohl mein Auto ein deutsches Kennzeichen hat.

„Was schulde ich euch?“

Die beiden sind eine gute halbe Stunde hierher gefahren und haben weit über eine Stunde versucht, das Auto zu öffnen. Ich habe keine Vorstellung, was sie verlangen und es ist mir auch gar nicht in den Sinn gekommen, davor danach zu fragen. Der ADAC wäre für mich als Mitglied ja kostenlos gewesen.

Davy schaut unsicher. Donald wagt sich langsam aus der Deckung und fragt vorsichtig.

„Sind Vierzig Pfund okay?“

„Ja“, sage ich erleichtert. „Vierzig Pfund sind okay. Ich überweise sie euch, sobald ich zuhause bin.“

Ich setze mich hinters Steuer und drinke einen großen Schluck Wasser. Dann falle ich über meine Sandwiches und den Müsliriegel her.

Wie konnte das passieren. Ich krame nach dem Bordhandbuch. Da steht es. Das Fahrzeug wird nicht abgeschlossen, solange der Schlüssel im Kofferraum liegt.

IM KOFFERRRAUM?

Wer legt denn seinen Schlüssel in der Kofferraum?

Ich jedenfalls nicht.

Dan steige ich aus und prüfe die Beifahrertür. Die Gummidichtung ist beschädigt, es sind Kratzer im Lack und die Tür schließt nicht mehr bündig. Das wird teurer als vierzig Pfund. Viel teurer. Ob der ADAC das auch so gelöst hätte?

Was solls, denke ich. Ich kann es jetzt nicht mehr ändern. Ich nehme mein Telefon und prüfe die Nachrichten.

Der Mann hat vor zehn Minuten geschrieben. Schatz, bei dir alles okay? Ich hab den ganzen Tag nichts von dir gehört?

Erst einige Wochen später traue ich mich wieder auf dieselbe Wanderung. Den Autoschlüssel hüte ich wie einen Schatz. Es fehlt nicht viel und ich hätte ihn während der gesamten Tour in der Hand behalten. So etwas passiert mir kein zweites Mal. Ich bin gut eine halbe Stunde unterwegs, da kommt ein Pickup auf mich zu. Ein älterer Farmer, mit dem ich gelegentlich geplaudert habe. Er hält an und lässt die Scheibe runter.

„Schöner Tag heute“, sagt er.

„Oh ja, könnte nicht besser sein“, erwidere ich.

Er schaut mich prüfend an, um dann mit todernster Stimme zu sagen:

„Und? Hast du deine Schlüssel?“

Iron Lodge @nme Abenteuer Highlands

Abenteuer Highlands 3 – Ja hört das denn nie auf!

Nach den ersten Erfahrungen mit den Highlands habe ich das erste Buch geschrieben: Abenteuer Highlands – mein etwas anderes Leben im schottischen Hochland. Damals noch ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, dass es vielleicht mehrere geben könnte. 

Die Jahre gingen ins Land und die Abenteuer wurden nicht weniger. Deshalb, und weil ich immer wieder gefragt wurde, ob es nicht bald einen zweiten Teil von Abenteuer Highlands gäbe, habe ich ihn geschrieben. Abenteuer Highlands 2.0 – zwischen Schwarzwald und Schottland – alles, was ein Doppelleben in zwei Ländern aufregend und erzählenswert macht. 

Nun ist Abenteuer Highlands offiziell eine Serie und der nächste Band Abenteuer Highlands 3 – Ja hört das denn nie auf! seit Oktober 2023 als Taschenbuch und eBook bei Amazon verfügbar. 

Nellie Merthe Erkenbach

Brexit, Krimis und Küchenschürzen

Ich lebe seit Dezember 2020 ein neues Leben in zwei Ländern. Schottland – einst Sehnsuchtsland, dann zweite Heimat und nun ist es so eine Art Langzeiturlaubsland geworden. Brexit hat viel angerichtet in meinem Leben. Aber ich habe auch viel gelernt. Es war sehr teuer und sehr, sehr aufwändig. Doch mit dem Ergebnis bin ich zufrieden. Sehr sogar. Kenn ihr das Sprichwort: Be happy while you’re living, for you’re a long time dead? Das ist die schottische Version des lateinischen Carpe diem. Ich nutze den Tag und bin glücklich.

Witzigerweise ist es überhaupt nicht so, dass ich nun ständig bis in die Puppen schlafen, um dann den ganzen Tag rumzuhängen oder aufs Meer zu starren. Ich schreibe, viel konzentrierter als in all den Jahren zuvor. Und es macht Mörder viel Spaß. Ganz besonders, seitdem ich mit der Krimi Reihe begonnen habe. Irgendwie arbeite ich also doch, obwohl es sich nicht so anfühlt, denn überall stoße ich auf Dinge, die mich inspirieren und motivieren, weiterzumachen. Weniger Arbeit ist mehr Schreibzeit.

shed view @nme Abenteuer Highlands

Und natürlich genießen wir das mehr Zeit für die Beziehung. Zumindest habe ich an dem Man noch keine Anzeichen dafür entdeckt, dass ich zu oft oder zu lange da bin. Er genießt, dass jemand da ist, der kocht und mit ihm einen Kaffee trinkt und zuhört, wenn er von der Arbeit kommt.

Das ist das gruslige an der Situation. Ich bin ein Heimchen am Herd geworden. Fünfziger Jahre in Reinkultur. Sogar mit Küchenschürze. Da hilft es auch nicht, dass ein Motorrad drauf abgebildet ist. Schürze ist Schürze. Es sei denn beim Fassanstich. Eigentlich profitiert der Mann am meisten von meinem Sabbatical und vom Brexit. Aber das sage ich lieber nicht laut. Das Wort ist für ihn ein rotes Tuch.

Post mit Kleber

Gastbeitrag von Gerti E.

„Liebe Nellie“, schrieb mir Gerti diese Woche, „das Thema Post/Briefträger beschäftigt uns mittlerweile schon eine gewissse Zeit. Dies veranlaßt mich, Dir die Geschehnisse rund um unser dörfliches Postwesen mitzuteilen.“

Gerti hat für mich „Band 2 der Highland Crime Serie „Im Dunkel von Skye“ außerordentlich gründlich auf Fehler gelesen. Zum Dank hatte ich ihr ein Exemplar mit Widmung geschickt. Nur leider ist das Buch nie angekommen. Dafür erreichte mich nun Gertis Geschichte. Wunderbar!

Widmung rein und los!

Posthausen (Name wurde von der Redaktion geändert) ist ein kleines Kaff im Outback von München mit ca. 10.000 Einwohnern. Nachdem viele Postämter geschlossen und die Poststelle in irgendeinen Discounter untergebracht wurde, kann sich Posthausen glücklich schätzen, eine eigene Postfiliale zu besitzen. Die Filiale ist gar nicht mal so klein, l-förmig, etwas dunkel und muffig, genauso wie der „Postminister“ dieses Etablissements, ein großgewachsener, nicht mal schlecht aussehender Mittfünfziger. Er ist in der Regel sehr freundlich zu mir, zu Herbert (Ehemann) nicht! Wenn man die Filiale betritt, klingeln entzückende Glöckchen am Eingang und man wähnt sich im Harem eines Scheichs. Der erste Eindruck ist geradezu atemberaubend, die Filiale gibt alles her, was man sich an Postutensilien wünscht, Halskettchen, Fußkettchen, geflochtene Armbänder, Schleifen, Duftkerzen aller Art usw. Man ist geradezu im Reich der Sinne. Der Herr der Sinne thront mittendrin an einem Tresen und bemüht sich nach allen Regeln der Kunst, egal ob man einen schnöden Brief frankieren lassen oder ein Rücksendepäckchen aufgeben möchte, einem die Versendeart dieser Postsache so ausführlich und intensiv wie möglich zu erklären. Mit dem Kauf einer Briefmarke kommt man meist nicht weiter, es muß schon ein Nachweis o.ä. dazu geordert werden oder gar Aufkleber in Herz- oder Sternchenform, die natürlich bei einem Behördenbrief ungemein Eindruck vermitteln. Manchmal hat man fast den Eindruck, daß der Postminister liebend gerne das Frachtstück persönlich beim Adressaten abgeben würde. Soweit – so gut …..

Meine Freundin, beheimatet im fernen Ruhrpott, mußte sich mit ihrem Mann ein neues Fahrzeug zulegen, das alte schwächelte gewaltig. Der Verkauf ging rasch über die Bühne, nur leider ließ sich der so wertvolle Runrig-Aufkleber am Heck des alten Mercedes nicht mehr ablösen und so trat doch eine gewisse Trauer ein. Aber das ist ja alles kein Problem, ich hab genug von diesen Dingern in sämtliche Farben, Größen etc. Also steckte ich einen schönen Aufkleber für das neue Prachtstück in ein Briefkuvert, schrieb ein paar Zeilen dazu und gab die wertvolle Fracht beim Postminister persönlich ab. Nach Verneinen sämtlicher Versendungsarten ging also dieser Brief auf die Reise in den fernen Ruhrpott. Tage später erhielt ich per Whatsapp ein Dankeschön mit einem Foto, wobei jedoch oben rechts am Brief ein fettes Eck abgerissen ab,vielleicht wollte jemand nachschauen, ob nicht doch ein Geldschein darin versteckt war!

Schade nur, daß die schöne Briefmarke, eine Sondermarke, die Jimmy Hendrix zeigt, halbiert war. Ich war gerade in der Nähe und hatte Zeit, also suchte ich den Postminister auf. Schon beim Grüssen merkte ich, daß er nicht gut drauf war, kein Wunder bei der Hitze. Es war niemand außer mir im Raum, so daß ich ihm mein Handy mit dem Foto der zerrissenen Ecke des Briefes ungestört zeigen und ihn fragen konnte, ob sich bei ihm das schon mal wiederholt hätte. Fehler – großer Fehler! Er fing sofort an,mich lautstark darauf hinzuweisen, ob mir nicht schon mal im Laufe meines Lebens ein Fehler unterlaufen wäre, das könne ja mal vorkommen, bei den zig-Briefen, die täglich durch seine Hände gingen, wäre das schon mal möglich, nämlich – und jetzt kommts – daß der Brief sich irgendwo festgeklebt hätte. Ich sagte ihm natürlich, daß dies ja nicht persönlich gemeint und ich ihm nie-niemals einen Vorwurf machen würde, es könnte ja sein, daß ihm Derartiges in der letzten Zeit schon öfters gemeldet worden wäre wie die lästigen betrügerischen Anrufe, die man mitunter erhält. Mittlerweile hatte sich in der Filiale eine kleine Schlange Menschen gebildet, die durchaus interessiert unsere Diskussion zuhörten. Als er dann noch weiter ausholte und mit dem gestreckten Zeigefinger über meine Schulter zu den Wartenden zeigte mit den Worten, daß diese Postsachen, die die Leute noch in Händen halten würden, alle noch bearbeitet werden müssen, was wiederum auch kein Wunder wäre, wenn mal was schiefgehen würde, versuchte ich, das Gespräch auf die so schöne Briefmarke zu bringen. Jimmy Hendrix, er stutzte, wie, auf der Briefmarke, also das hätte er noch gar nicht gesehen, das Ding müsse wohl neu sein, aber bei der Arbeitsbelastung etc etc käme er gar nicht dazu, sie sich alle anzusehen……Ich hab ihm dann noch die letzten 2 Jimmy-Marken abgekauft und wollte nur noch raus….

per Post zu Gerti

Liebe Nellie, so geht’s zu auf der Dorfpost, aber jetzt haben wir immerhin DIE Lösung für Dein verschwundenes Buchexemplar gefunden…..das Buch klebt irgendwo fest, ich bin mir 1000%ig sicher!!

Im Dunkel von Skye Highalnd Crime DI Robert Campbell @nme Nellies Buchwelt

Unterwegs nach Skiary

Man kennt es, es zieht einen Täter immer wieder und unwiderstehlich zurück zum Ort der Tat. Als Krimiautorin ist man ja auch so eine Art Täterin und ja, es zieht mich zurück zum Ort meiner Tat. Bewaffnet mit einer Kopie meines ersten Krimis wollte ich nach Skiary, um Fotos zu machen. Ein Plan, den ich schon länger in meinem Kopf hatte, aber nie so richtig motiviert war, ihn umzustezen. Bis dann die andere Nellie Interesse anmeldete. Sie hat Schatten über Skiary gelesen und wollte das Cottage unbedingt sehen.

Skiary und Loch Hourn @nme Nellie Merrthe Erkenbach

Okay, zwei Nellies on Tour? Das klingt gut und Emma kommt natürlich mit.

die wunderbare Emma der anderen Nellie @nme

„Es ist ein ziemliches Stück zu fahren!“ warne ich, knapp zwei Stunden von uns aus für eine Strecke, die Liftlinie nun wirklich nicht weit ist. Aber wie es nun mal so ist in Schottland. Die Straßen führen selten direkt zum Ziel und man muss Umwege in Kauf nehmen. Dazu ist die Strecke weitgehen single track road, also nur eine Fahrspur für beide Seiten.

Wir haben Glück und es sind nur wenige Autofahrer unterwegs und auch die Camper und Wohnmobile halten sich in Grenzen. Für die ist die Straße ohnehin weder gemacht noch erlaubt, was allerdings die wenigsten zu stören scheint im Urlaub.

Die andere Nellie ist zum ersten Mal nach Kinlochhourn unterwegs und beeindruckt.

„Wer wohnt denn so weit weg von allem?“

„Warte mal ab“, sage ich. „Vom Ende der Straße sind es noch eine Dreiviertelstunde Fußweg auf einem schmalen Felsenpfand entlang der Küste.

Emma trabt fröhlich voraus und erkundet den Weg. Nellie hat Spaß, die Dinge persönlich zu entdecken, von denen sie gelesen hat und ich habe sehr viel Spaß, das alles mit ihr zu teilen.

Schatten über Skiary von Nellie Merthe Erkenbach @nme 2023

In Skiary angekommen sieht vieles anders aus. Die Besitzer müssen dagewesen sein, seit ich das letzte Mal hier war. Es liegt eine andere Wachsdecke auf dem Tisch im Glashaus, die Fenster sind nicht mehr verbarrikadiert und zwei Gasflaschen stehen vor dem Haus. Zu sehen ist allerdings niemand. Schade, ich hätte gerne mein Buch dagelassen. So als Überraschung für die unbekannten Besitzer.

Emma erschnüffelt den Tatort und Nellie und ich machen es uns auf der Picknick Bank mit Chips und Cocktails gemütlich. Aus er Dose, muss ich zugeben. Aber ganz lecker. Martini mit Passionsfrucht. Passt so gar nicht nach Skiary, aber was soll’s.

Tatort Skiary @nme Nellie Merthe Erkenbach 2023

Auf dem Rückweg treffen wir auf ein Paar, beide Ende Vierzig, Engländer in Funktionskleidung. Sie wollen wissen, wo wir herkommen.

„Skiary!“ sagen beide Nellies im Duett.

„Ah“, sagt sie. „Ist Skiary das Haus da unten?“

„Ja. Aber vorsicht. Ich bin Krimiautorin und dort unten passiert mein erster Mord“, antworte ich.

Sie schaut mich entgeistert an, dann lächelt sie und will wissen, wie das Buchg heisst.

„Schatten über Skiary“, sage ich. „Leider gibt es das aber nur auf Deutsch.“

„Schade!“ antwortet sie und macht sich mit ihrem Mann auf, Skiary zu erkunden während Nellie, Emma und ich uns auf den Heimweg machen.

„Wer weiß“, sage ich. „Vielleicht kommen irgendwann einmal tatsächlich Menschen hierher, weil sie das Buch gelesen haben.“

Schöner Gedanke!

Skiary und Loch Hourn @nme Nellie Merthe Erkenbach 2023

Schatten über Skiary ist als eBook und Taschenbuch bei Amazon erhältlich ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Als Isabel, Issy, Hartmann eine Wanderung zu einer idyllischen Bucht an der schottischen Westküste unternimmt, ist das Letzte, was sie zu entdecken erwartet, die Leiche eines Deutschen. Unvermittelt findet sich die Übersetzerin mitten in einer Mordermittlung, die sie immer wieder vor neue Herausforderungen stellt.

Detective Inspector Robert Campbell ist in der Gegend aufgewachsen und steht vor einem Rätsel: ein erschossener Tourist, mitten im Winter, den kein Einheimischer gesehen haben will. Was hat er da draußen in der Wildnis gewollt?

Issy Hartmann ist sich sicher, dass die Lösung des Falls im kleinen Örtchen Glenelg liegt, dort, wo jeder ein Geheimnis hat und keiner das ist, was er zu sein vorgibt. Kann sie die Mauer des Schweigens durchbrechen?

In der rauen Einsamkeit des schottischen Winters werden Robert und Issy hineingerissen in einen tödlichen Strudel aus Liebe, Leidenschaft und Gewalt.

Die Krönung und der Stein

Die BBC hat im Vorfeld Dokumentationen, Filme, Fotos und Artikel über Artikel zur Krönung veröffentlicht. Infos zum offiziellen Gericht (Pie), zur Musik, der Kleidung, der Anzahl der Soldaten, wer an der Zeremonie teilnimmt und so weiter und so weiter. Auf Blogs, Vlogs und Social Media sehe ich unzählige Menschen viele Tage zuvor die Straßen in London säumen und Tee trinken, von überall weht der Union Jack.

Was mich als Wahlschottin aber interessiert, ist der Stein von Scone (sprich Skuhn). Zu dem schrieben die Kollegen der BBC in London Folgendes:

Der stone of destiny, der Stein des Schicksals oder der Bestimmung, kehrt zum ersten Mal seit mehr als einem Vierteljahrhundert nach England zurück, wo er unter strengen Sicherheitsvorkehrungen eine Schlüsselrolle bei der Krönung spielt. Im Edinburgh Castle fand am Donnerstag vor der Krönung eine besondere Zeremonie statt, um den legendären Stein zu feiern, der zu einem Symbol der schottischen Nation geworden ist, aber 700 Jahre lang in der Westminster Abbey untergebracht war.  Seine Reise nach Süden begann mit einer Prozession, angeführt vom Lord Lyon King of Arms, dem Vertreter des Monarchen in Schottland und von First Minister Humza Yousaf in seiner Eigenschaft als Hüter des Großen Siegels von Schottland.

Interessante Interpretation, denke ich. In Schottland sieht man das eher anders.

Der stone of destiny, der Stein des Schicksals, wird seit Jahrhunderten bei der Krönung von Monarchen und der Amtseinführung schottischer Könige verwendet. Traditionell reisten die Monarchen nach Scone, um dort gekrönt zu werden.

Die früheste Verwendung des Steins und wie und wann genau er zur Investition von Königinnen und Königen in Verbindung gebracht wurde, ist unbekannt. Unzweifelhaft aber ist, dass er stark mit dem Königtum und der Entstehung Schottlands als Nation in Verbindung steht. Der letzte schottische König, der in Scone auf dem Stein gekrönt wurde, war John Balliol im Jahr 1292. Danach beschlagnahmte ihn in der englische König Edward I von England und nahm ihn mit nach London als Kriegstrophäe und Zeichen über seine Herrschaft über Schottland.

Somit erneuert jeder englische König, der auf dem Stein gekrönt wird, seinen Anspruch auf Schottland. In London.

Aber was wäre ein bedeutender schottischer Krönungs-Stein, ohne ein paar abenteuerliche Geschichten, die sich um ihn ranken.

Am Weihnachtstag 1950 war er in einer rebellischen Nacht-und-Nebel-Aktion von den Studenten Ian Hamilton, Gavin Vernon, Kay Matheson und Alan Stuart aus der Abtei von Westminster entwendet und heimlich zurück nach Schottland und in die Abtei von Arbroath gebracht worden. Natürlich holte man ihn wieder nach London. Erst im November 1996 wurde der Stein nach siebenhundert Jahren offiziell an Schottland zurückgegeben.

Doch ist der Stein wirklich „der“ Stein? Viele glauben, dass es sich nur um eine Kopie handelte. Die Mönche in der Abtei von Scone sollen, so die Theorie, dem englischen Eroberer einen simplen Sandstein aus ihrem Steinbruch übergeben und den echten Stein des Schicksals, wahrscheinlich aus Basalt oder Marmor, versteckt haben. Leider auch unauffindbar versteckt, weil Edward I alle Mönche nach der Übergabe töten ließ. Ob er wusste, dass sein Stein eine Kopie war? War das der Grund für die totale Vernichtung aller möglichen Zeugen? Möglich aber zugegeben hätte er es nie.

Briefumschlag mit Krönungs-Stempel @nme Abenteuer Highlands

Apropos zugeben. Als Staatsanlass wird die Krönung von der britischen Regierung bezahlt. In der aktuellen Situation (nach Brexit und in der Lebenshaltungskostenkrise, der sogenannten cost of living crisis) unter Druck, wird erwartet, dass die Regierung die Zeremonie als wichtige diplomatische Gelegenheit nutzt, um das Vereinigte Königreich der Welt zu präsentieren. Der Betrag, den es die Regierung kosten wird, wird erst nach der Veranstaltung bekannt gegeben, heißt es bei der BBC.

Der Betrag, den es die Regierung kosten wird? Ich ersetze das Wort Regierung mit Steuerzahler. Die königliche Familie ist der größte Grundbesitzer der Welt und die Krönung zahlt das Volk?

Ich mag den Gedanken an Könige, an schottische Könige der Vergangenheit, wo das Sozialgefüge ein anderes war. Ich liebe Macbeth, nicht zuletzt wegen Shakespeares Drama. Ich bin fasziniert von William I und seiner Frau, von Alexander III, der auf dem Weg zu seiner jungen Frau in der Nacht mit dem Pferd von den Klippen stürzte, vom heldenhaften Robert, The Bruce und dem unglückllichen Charles. In diesem Falle Charles Edward Stuart, den zähle ich mal mit und natürlich von der tragischen Mary, Queen od Scots. Alles Königinnen und Könige Schottlands. Alle Geschichte.

Der Mann und ich werden jedenfalls keine Fähnchen schwingen oder gar Wimpel aufhängen. Und wenn ich mich hier bei den Nachbarn umschaue, sind wir nicht die einzigen, die so denken.

Und der Stone of Destiny?

Ich habe meine eigenen „Schicksalssteine“ am Strand, in den Bergen und Tälern. Auf die setze ich mich gerne mit einem Kaffee in der Hand, und schaue aufs Meer und in die Natur. Friedlich und kostengünstig. Glück und Frieden sind so viel mehr wert als eine Königskrone.

Alba gu bràth!

Abenteuer Highlands 3 – Ja hört das denn nie auf!

Nach den ersten Erfahrungen mit den Highlands habe ich das erste Buch geschrieben: Abenteuer Highlands – mein etwas anderes Leben im schottischen Hochland. Damals noch ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, dass es vielleicht mehrere geben könnte. 

Die Jahre gingen ins Land und die Abenteuer wurden nicht weniger. Deshalb, und weil ich immer wieder gefragt wurde, ob es nicht bald einen zweiten Teil von Abenteuer Highlands gäbe, habe ich ihn geschrieben. Abenteuer Highlands 2.0 – zwischen Schwarzwald und Schottland – alles, was ein Doppelleben in zwei Ländern aufregend und erzählenswert macht. 

Nun ist Abenteuer Highlands offiziell eine Serie und der nächste Band Abenteuer Highlands 3 – Ja hört das denn nie auf! seit Oktober 2023 als Taschenbuch und eBook bei Amazon verfügbar. 

Nellie Merthe Erkenbach