denkwürdiger Dudelsackspieler

Schottische Dudelsackspieler hatten in den letzten Jahrhunderten einen sehr gefährlichen Job. Sie spielten nicht nur bei Hochzeiten oder Beerdigungen, sondern auch während Scharmützeln, Schlachten und Kriegen, ohne sich selbst verteidigen zu können. Sie mussten sich auf die Waffen und die Einsatzbereitschaft der Männer verlassen, für die sie spielten. Die Melodien der Dudelsackspieler begleiteten den Clan in den Kampf, der Tod eines jeden wurde intensiv betrauert.

Ein Dudelsackspieler war ein hoch angesehenes Mitglied der Gemeinde, sein Beruf war oft erblich und die Familie erhielt Land und Wohnung für den Dienst am Instrument.  Auf der Isle of Skye waren die MacArthurs piper der MacDonalds, sie lebten im Weiler Hungladder und lehrten ihre Fähigkeiten auf einem Hügel in der Nähe, dem Cnoc a ‚Phiobaire, dem Piper’s Knoll.

Auf dem Kirchhof von Kilmuir erinnert ein Stein an einen dieser Dudelsackspieler, doch die Inschrift wurde nie fertiggestellt. Dies könnte oder auf die Tatsache zurückzuführen sein, dass der Sohn des verstorbenen Musikers im Minch ertrank, bevor er den Steinmetz für den Grabstein seines Vaters bezahlen konnte. Also stellte der Steinmetz die Arbeit ein, denn ohne Geld keine Buchstaben. So will es zumindest die offizielle Hinweistafel.

Der tote Dudelsackspieler muss mehr als einen Sohn gehabt haben. Andernfalls wäre die erbliche Linie der MacArthurs, die den MacDonalds dienten hier zu Ende gegangen. Aber sie waren noch im 18. Jahrhundert die offiziellen Dudelsackspieler. Dieser andere Sohn hätte also den Steinmetz bezahlen können, den Stein des Vaters fertigzustellen und vielleicht den Namen seines Bruders hinzuzufügen. Es ist weitaus wahrscheinlicher, dass die Einstellung der Arbeit am Stein auf einen Rechtschreibfehler zurückzuführen ist, ein doppeltes „the“. Aber warum hat er dennoch Weg in den Friedhof gefunden?

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Poet, Prolet und Grabräuber

Schottland hat im Laufe der Geschichte so einige große Poeten hervorgebracht und nicht alle, waren Poeten im klassischen Sinne. Statt Dichter und Denker waren sie oft Krieger und Kämpfer und eher selten der romantischen Gattung zuzuordnen.

Angus Martin scheint einer dieser denkwürdigen und andersartigen Poeten gewesen zu sein. Er wurde während der Regierungszeit von Mary, Queen of Scots, in einer Zeit religiöser Umwälzungen und politischer Unruhen geboren. Seine Familie hatte einen gewissen Status und war mit den MacDonalds of Sleat verbunden. Angus wuchs heran und wurde Seemann, Soldat und Tacksman, ein Verwalter, der das Land, das man ihm zur Verfügung gestellt hatte, an Bauern weiter verpachten konnte. Es war eine Position der Macht und zeigte das Vertrauen, das der MacDonald ihm entgegenbrachte.

Martin heiratete zweimal, hatte viele Kinder, seine zweite Frau war angeblich eine dänische Prinzessin. Aber so gut sein Verhältnis auch zu seinem Clan Chief war, Angus kam nicht mit dessen Frau  klar, die wollte von ihm eine Ode doch er wollte die Lady nicht lobpreisen. Seine gälischen Zeilen an die Frau seines Chefs waren beleidigend und nicht huldigend, er musste die Insel Skye verlassen. Er ging nach Irland, um zu kämpfen, und kam erst zurück, als ihre Ladyschaft verstorben war, um dann ein weiteres rüdes Gedicht über ihren Tod zu verfassen.

view from Iona

Der Legende nach hatte der streitbare Dichter und fähige Seemann,  auch Angus des Sturms, Aonish na Gaoithe, genannt, auf seinem Weg nach Hause einen Grabstein von einem schottischen Königsgrab auf der Insel Iona genommen und ihn für seine eigene Beerdigung in Kilmuir auf der Insel Skye zu verwenden. Der Stein ist heute noch da, doch an der Wahrheit dieses Teils der Geschichte darf gezweifelt werden, da die schottische Reformation und der damit einhergehende Bildersturm  sowie die Schließung der Klöster bereits in den 1560er Jahren ihren Höhepunkt erreichte,  ungefähr zu der Zeit, als Angus Martin geboren wurde. Bis Angus alt genug war, um nach Iona zu segeln und eine königliche Grabplatte mit nach Skye zu nehmen, kann es nicht mehr viele königliche Gräber gegeben haben, die man ausrauben konnte.

Isle of Skye

Es ist jedoch eine schöne kleine Geschichte und der Stein hat eine Schönheit an sich, egal für wen der Steinmetz ihn einst gemacht hat.

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