Been there, done it! Das ist in der Regel ein Prozess, den Touristen überall auf der Welt, aber natürlich auch in Schottland durchlaufen: Eilean Donan Castle, Loch Ness, Royal Mile, Highland Games … Been there, done it. Gesehen und erledigt. Haken dran.
In einem etwas feineren Sinn bedeutet der Ausdruck aber auch, dass man selbst an diesem inneren Punkt gewesen ist und genau dasselbe getan hat, also zum Beispiel eine Hochzeit absagen, eine Schönheits-OP machen lassen, seine Frau betrogen, den Job verlieren. Been there, done it. Letztendlich ist der Ausdruck die tröstliche Gewissheit, dass der andere genau die gleichen Erfahrungen gemacht hat, wie man selbst.
Die andere Nellie ist mein been there, done it und das hat etwas sehr Schönes, denn es verbindet uns nicht nur auf eine besondere Art, es kann einen in den eigenen Entscheidungen bestärken und unterstützen, denn da gibt es jemand, dem es oft ganz genauso geht wie mir.
Wie ich in der Anfangszeit bringt sie jede Menge Dinge mit, die in ihrem deutschen Leben eine Rolle spielen, wenn sie zwischen beiden Ländern hin und her fährt: ein Fondue Set, Bier, Raclette Käse.
Nellie fährt Motorrad, ich eine Harley, sie eine Triumph. Das ist etwas Gemeinsames und ein Faktor, der uns unterscheidet. Ich gehöre zur Chopper-Fraktion, sie kommt aus der Racer-Ecke. Und was erzählt sie mir als eines ihrer ersten Erlebnisse hier in den Highlands? Sie hat ihr Nummernschild verloren. Ist das nicht kurios? Ich hätte mit der SR 500 schon fast das Schild verloren, am Ende hing es in Teilen in der Halterung. Mit der LS 650 war es dann ganz weg. Nur das Intruder Schild hat gehalten. Und für alle, die jetzt gönnerhaft lächeln – wir sind beide durchaus in der Lage, Schrauben festzuziehen. Die Straßen hier sind Hölle und wenn man nicht regelmäßig kontrolliert, ist es wegvibriert. Das Problem: M muss es ja auch wieder in Deutschland beim TÜV vorstellen, aber wie kommt man über die Grenze ohne Nummernschild?
Been there, done it! Vielleicht ein wenig tröstlich für beide Nellies. Die Quelle einer gewissen Frustration für mich ist allerdings, dass sie das Moped in den Highlands hat und meines in Deutschland steht. Meine Maschine fehlt mir! Ich schaue nach draußen, während ich das schreibe und relativiere. Es stürmt und der Wind treibt die Wellen mit Macht an den Strand. Der Regen kommt waagrecht. Jetzt wäre es lebensgefährlich mit dem Motorrad. Im Schwarzwald sind die Wetterbedingungen bei weitem nicht so extrem und die Straßen deutlich besser. Außerdem habe ich derzeit kein Auto, das Moped ist also mein einziges Fortbewegungsmittel in Deutschland. Das brauche ich. Hier haben wir ja ein Auto. Ich sage mir immer wieder, dass das so mehr Sinn macht, aber mir graut vor dem Tag an dem die andere Nellie textet:
Mit dem Motorrad unterwegs nach Applecross.
Denn dann kann ich nur denken, dass ich das zwar auch schon oft gemacht habe, aber dass ich nie genug davon bekommen kann. In diesem Sinne also:
Eine Reise durch Geschichte, Kultur und atemberaubende Landschaften
Schottland, ein Land von unvergleichlicher Schönheit und historischer Bedeutung, zieht Besucher aus der ganzen Welt an. Von den majestätischen Highlands bis zu den pulsierenden Städten hat Schottland viel zu bieten. Mit einer reichen Geschichte, einer vielfältigen Kultur und einer atemberaubenden Landschaft ist es kein Wunder, dass Schottland zu den beliebtesten Reisezielen zählt.
Historische Wurzeln und kulturelles Erbe
Die Geschichte Schottlands erstreckt sich über Jahrhunderte und hat tiefe Spuren in der Kultur des Landes hinterlassen. Ein Höhepunkt ist zweifellos das Edinburgh Castle, das hoch über der Hauptstadt thront. Dieses beeindruckende Bauwerk beherbergt die schottischen Kronjuwelen und bietet einen Einblick in die turbulenten Zeiten der schottischen Geschichte. Die Schlacht von Culloden, die letzte Schlacht auf britischem Boden, ist ein weiteres historisches Highlight, das die Besucher in die dramatischen Ereignisse des 18. Jahrhunderts eintauchen lässt.
Die schottische Kultur ist geprägt von Musik, Tanz, Kunst und Literatur. Die Klänge des Dudelsacks sind fast schon ein Synonym für Schottland, und die schottische Tanzkunst, insbesondere der Highland Dance, ist weltweit bekannt. Schottland hat auch eine reiche literarische Tradition, angeführt von Größen wie Robert Burns und Sir Walter Scott. Ihre Werke spiegeln die schottische Identität und die Liebe zur Heimat wider.
Unglaubliche Landschaften
Die Landschaft Schottlands ist von atemberaubender Schönheit und Vielfalt geprägt. Die Highlands, eine Region aus sanften Hügeln, tiefen Tälern und majestätischen Bergen, bieten Wanderern und Naturliebhabern unzählige Möglichkeiten. Der Loch Ness, einer der tiefsten Seen Europas, zieht nicht nur wegen der Legende um das Ungeheuer von Loch Ness Besucher an, sondern auch wegen seiner beeindruckenden Umgebung.
Die Isle of Skye, mit ihren bizarren Felsformationen und zerklüfteten Küsten, ist ein weiteres Highlight der schottischen Landschaft. Hier trifft man auf die raue Schönheit der Natur, die Künstler und Fotografen gleichermaßen inspiriert hat.
Städte und Moderne
Schottland mag reich an Geschichte sein, aber es ist auch ein Ort der Modernität und Dynamik. Städte wie Edinburgh und Glasgow bieten eine aufregende Mischung aus altem Charme und modernem Flair. Edinburgh, die Hauptstadt, verzaubert mit ihrer mittelalterlichen Altstadt und dem eleganten Georgianischen Viertel. Die jährliche Edinburgh Festival Fringe, das weltgrößte Kunstfestival, lockt Künstler und Besucher aus aller Welt an.
Glasgow hingegen ist für seine Kunstszene, pulsierendes Nachtleben und moderne Architektur bekannt. Die Stadt hat sich von ihrer industriellen Vergangenheit zu einem Zentrum der Kreativität und Innovation entwickelt.
Kulinarische Köstlichkeiten
Die schottische Küche hat sich über die Jahre entwickelt und bietet eine Reihe von Köstlichkeiten. Von Haggis und Neeps (Rüben) bis zu geräuchertem Lachs und Scotch Whisky bietet die kulinarische Szene Schottlands eine Vielzahl von Geschmacksrichtungen, die die lokalen Zutaten und Traditionen widerspiegeln.
Fazit
Schottland ist ein Land der Kontraste, in dem Geschichte und Moderne, Natur und Kultur auf faszinierende Weise miteinander verschmelzen. Die schottische Landschaft mit ihren majestätischen Highlands und malerischen Inseln ist ebenso beeindruckend wie die lebendigen Städte voller Kunst, Kultur und Dynamik. Wer Schottland besucht, wird in eine Welt eintauchen, die sowohl die Vergangenheit als auch die Gegenwart in einem unvergleichlichen Panorama vereint.
Und wer dann noch abseits der ausgetretenen Touristenpfade Neues entdecken will, der solte sich Schottland für stille Stunden zulegen.
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Die andere Nellie kann Gedanken lesen, daran hatte ich auch gerade gedacht. Ich hatte nämlich gelesen, dass eines der Hotels in der Gegend wieder aufmacht. Im Januar hat hier alles zu und viele hängen auch noch den Februar oder gar den März dran. Will man im Winter Essen gehen, hat man nur sehr wenig Auswahl und muss oft weit dafür fahren. Umso willkommener die Erkenntnis, dass es einen Koch in der Nähe gab, der etwas gegen hungrige deutsche Mägen unternehmen konnte. Mann musste nur einen Berg rauf und wieder runter, schon war man da.
Sehr gerne schreibe ich zurück und schlage das Hotel vor. Da waren wir letzten Sommer zusammen Essen gewesen und hatten es beide großartig gefunden. Wir verabreden uns auf Freitag, denn donnerstags ist dem Facebook-Account zufolge Quiznacht. Das dann doch lieber nicht.
Das Gleiche denkt auch der Mann, als ich ihn frage, ob er mit will.
„Beim Frauenabend?“ Er lacht. Zwei Nellies sind wohl ein bisschen zu viel für ihn.
Ich aber freue mich sehr. Endlich mal wieder raus aus dem Haus und einmal nicht kochen!
Der Schotte der anderen Nellie hat auch keine Lust, an einem kalten und regnerischen Winterabend das Haus zu verlassen. Wir schon und das Wetter stört uns nicht, Nellie ist eine souveräne und sicher Fahrerin mit deutschen Allwetterreifen.
Zur Sicherheit schreibe ich am Nachmittag noch eine Mail ans Hotel und bitte um einen Tisch für zwei. Ich glaube zwar nicht, dass sehr viel los sein wird, aber sicher ist sicher. Allerdings kommt keine Antwort, was nicht untypisch ist, meist macht einer alles um diese Jahreszeit und vielleicht hat der Koch keine Zeit, am PC zu sitzen.
Pünktlich holt Nellie mich ab und wir fahren los. Auch Emma darf natürlich mit. In den meisten Pubs und Cafés hier sind Hunde kein Problem und wir haben schließlich Mädelsabend. Da darf sie nicht fehlen!
Eine knappe halbe Stunde später betreten wir das Hotel. Ein kalter, kaum beleuchteter Vorraum führt zur Bar. Vorsichtig tasten wir uns voran. Ob da wirklich auf ist. In der dunkel getäfelten Bar brennt ein Kaminfeuer, verbreitet aber weder Wärme noch Wohlfühl-Atmosphäre.
An der Bar steht ein Dutzend Männer, die Hälfte davon in wasserdichter Kleidung und Gummistiefeln, Farmer und Jungs von der Fischfarm. Einer der Männer ohne Gummistiefel hat ebenfalls eine Hündin, die er eng an der Leine hält. Alle starren und entgegen. Nellie und ich sind die einzigen Frauen und man möchte meinen die einzigen Frauen auf dem Planeten.
Nellies erste Reaktion ist, die Flucht zu ergreifen und für eine Sekunde geht es mir genauso, doch kann kommt sofort die störrische Feministin in mir durch: Nicht mit mir, meine Herren!
Emma und die andere Hündin beschnuppern sich misstrauisch, während wir feststellen, dass zwar das Pub aufhat, aber nicht die dazugehörige Küche. Es wird also kein Abendessen geben. Mein Magen knurrt.
Was also tun? Es gibt ein anderes Hotel, das vielleicht Essen serviert, aber da müssen wir wieder zurück, wo wir hergekommen sind.
„Sollen wir erst was trinken?“ fragt die andere Nellie.
Das finde ich eine gute Idee. Schließlich hat keine von uns dreien vor, feige den Rückzug anzutreten, nur weil wir in einem Pub voller angetrunkener Männer gelandet sind, die uns mustern als hätten sie noch nie eine Frau gesehen. Die andere Nellie ist auch Biker und taff.
Eine der Männer in wasserdichten Hosen, wirrem grauem Bart und prominentem Bauch macht anzüglich Bemerkungen über die two bitches, die man besser nicht von der Leine lässt Es ist ziemlich klar, dass er damit uns und nicht Emma und die andere Hündin meint. Das Wort bitch bedeutet sowohl „Hündin“ als auch „Schlampe“, zumindest in der Altersgruppe des Mannes, der es benutzt hat. Die Generation TikTok verwendet es anders.
Ich überlege, ob ich ihm an die Gurgel gehe, entscheide mich jedoch für Gnade wegen verminderter Zurechnungsfähigkeit. Aber ich grolle wie ein gereizter Hund. Wir trinken unser Bier, meins mit Alkohol, das der anderen Nellie ohne und treten den geordneten Rückzug an.
Kurz bevor wir die Bar verlassen, bringt das Röhren ein ausgewachsenen Hirschs die Gläser zum Klirren. Unsere Köpfe fahren herum. Ein Hirsch? Im Pub?
Schuldbewusst blickt der Besitzer des anderen Hunds zu Boden. Dann entschuldigt er sich hektisch. Die anderen Männer schauen mit offenen Mündern den Schauspiel zu. Wenn Frauen in der Bar sind, darf man nicht mal mehr ungestört rülpsen!
Was für ein Auftakt zu unserem Mädelsabend!
Draußen lachen wir uns schepps und machen und fröhlich auf den Weg zum nächsten Pub. Wir haben so einen Hunger! Unterwegs wird aus dem Regen langsam Schnee. Bis morgen früh ist hier alles weiß. Emma schaut erwartungsfroh. Sie liebt Schnee.
Es ist kurz nach acht Uhr und der Parkplatz des anderen Pubs ist bis auf den letzten Platz besetzt. Hier ist die Hölle los. Wären wir nur gleich hierhergekommen.
Nellie öffnet die Tür und geht voran. Drinnen herrscht ein wildes Durcheinander von Menschen, Stimmen und Musik. Wir arbeiten uns zur Bar vor. Im Essbereich sind die Tische zu einer großen Tafel zusammengestellt worden und eine große 80 aus Luftballons hängt an der Wand. Hier findet wohl gerade ein Geburtstag statt. Wenige Sekunden später drückt und küsst mich der Jubilar. Es ist Löwenbändiger, der Mann aus dem Nachbardorf, der früher wohl mal beim Zirkus war. Wann und wo weiß keiner mehr so genau. Und wie er wirklich heißt, weiß wohl nur der Postbote. Und seine Frau vermutlich. Während Löwenbändiger und ich plaudern, recherchiert Nellie die Küchenlage. Sie arbeitet in dem Bereich und kennt sich aus.
Wie befürchtet hat die Küche um acht Uhr zugemacht. Wir haben unser Abendessen um wenige Minuten verpasst. Mist!
Nellie plaudert mit einem älteren Paar, das gerade aus dem Süden hergezogen ist. Sie nicken zögerlich in meine Richtung und schweigen. Man merkt nicht nur am Akzent, wer Schotte ist und wer nicht.
„Sollen wir hier noch was trinken?“ frage ich. Bier hilft ja durchaus gegen Hunger.
„Nein“, sagt Nellie organisiert wie immer. „Es gibt noch ein Pub mit Hotel. Da sind wir in einer Viertelstunde. Die Küche könnte noch auf haben.“
Wir verabschieden uns von den angelsächsischen Austern und geben Gas. Im Auto knurren unsere Mägen laut. Ich muss wieder kichern. Bier auf leeren Magen!
Auf dem Parkplatz vor Pub Nummer drei angekommen, springen wir aus dem Auto und rennen förmlich hinein. Es ist 8:33 Uhr.
„Gibt es noch was zu essen?“ rufe ich atemlos, laut, ohne auch nur hallo oder Guten Abend zu sagen.
Hinterm Tresen zapft eine junge Frau gerade ein Bier. Ihr breites Gesicht lächelt und freundlich an.
„Sorry!“ sagt sie. „Die Küche schließt um halb neun.“
Das war’s. Last chance saloon. Der letzte Strohhalm. Geknickt. Wir müssen hungrig ins Bett, heute Nacht.
Emma schaut und vorwurfsvoll an. Ich zucke mit den Schultern und bestelle zwei Bier und zwei Päckchen Chips. Hilft ja nix.
Als ich nach Hause komme, will der Mann wissen, wie das Essen war. Ich berichte hungrig von unserer Odyssee und der Pub erprobte Schotte meint nur trocken:
„Ihr hättet ein paar Sandwiches mitnehmen sollen.“
Abenteuer Highlands 3 – Ja hört das denn nie auf!
Nach den ersten Erfahrungen mit den Highlands habe ich das erste Buch geschrieben: Abenteuer Highlands – mein etwas anderes Leben im schottischen Hochland. Damals noch ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, dass es vielleicht mehrere geben könnte.
Die Jahre gingen ins Land und die Abenteuer wurden nicht weniger. Deshalb, und weil ich immer wieder gefragt wurde, ob es nicht bald einen zweiten Teil von Abenteuer Highlands gäbe, habe ich ihn geschrieben. Abenteuer Highlands 2.0 – zwischen Schwarzwald und Schottland – alles, was ein Doppelleben in zwei Ländern aufregend und erzählenswert macht.
Nun ist Abenteuer Highlands offiziell eine Serie und der nächste Band Abenteuer Highlands 3 – Ja hört das denn nie auf! seit Oktober 2023 als Taschenbuch und eBook bei Amazon verfügbar.
Der Name bedeutet nahrhafte Weide und so sieht Suardalan heute noch aus. Eine große, quadratische Weide auf einem kleinen Hügel gelegen. Die alten Trockenmauern erzählen von vergangenen Tagen, vereinzelte Schafe weiden still das saftige Grün. Das Cottage ist inzwischen verlassen und wird als mountain bothy, als Berghütte, genutzt.
Suardalan ist ein magischer und sehr idyllischer Ort, friedlich und ruhig, sieht man einmal von den Baumfällarbeiten in der Nachbarschaft ab. Im Spätsommer blüht die Heide, ihr intensives Lila überzieht die braunen Hänge, dunkle Tannen und leuchtende Birken sprenkeln Grüntöne dazwischen und an einem klaren Tag schenkt die Sonne blauen Himmel. Schottland geht fast nicht schöner.
Es gibt eine kleine Geschichte zu diesem Ort, die allgemein nicht sehr bekannt ist. Ein Mann namens John MacInnes aus der Gegend um Glenelg sah eines Tages ein schönes Pferd am Ufer des kleinen Lochs oberhalb von Suardalan. Der See trägt inzwischen seinen Namen: Loch Iain Mhic Aonghais.
Wie nun jeder Schotte weiß, ein fremdes Pferd alleine in der Einsamkeit kann nur ein water-horse sein, eine mythische Kreatur, ein gefährliches Pseudopferd, dem Wasser entsprungen und nicht auf dem Land zuhause. Vorsicht ist geboten mit Tieren wie diesem. Mr MacInnes aber ließ sich von dem übersinnlichen Gerede nicht irritieren und nahm das Pferd mit zu sich. So ein schönes Tier einfach so in der Wildnis stehen zu lassen, schien ihm sinnlos, ja überheblich gar. Ein so schönes Tier in seinem Stall zu haben, ohne dafür bezahlen zu müssen, war für ihn sehr viel logischer.
Der weise Mann aus dem Ort, im Schottischen sage genannt, wies ihn auf die Gefahren hin aber auch darauf, dass er relativ sicher sei, solange er das Pferd mit heiligem Wasser bespritze und es nicht reite. Offensichtlich gab John nicht viel auf die Warnung des Sage, seine Felder und sein Haus lagen weit auseinander, es schien ihm dumm, nach dem Pflügen neben dem Pferd nach Hause zu laufen, anstatt es nach Hause zu reiten und so schwang er sich auf den Rücken der Kreatur und aus dem scheinbar normalen Pferd wurde wieder das gefürchtete water-horse. Mit einem Wiehern, das wie ein Schrei durch die Stille des Tals hallte, bäumte sich die Kreatur auf und raste mitsamt seinem Reiter auf den See zu, wo es für immer verschwand.
John MacInnes wurde nie wieder gesehen. Seine Leiche nie gefunden. Er ertrank wohl in dem Lochan, das seinen Namen trägt.
Coming Soon
🕵️♂️🥃🏴Highland Crime Band 2: Im Dunkel von Skye
@Amazon ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
In Band 2 finden die Ermittlungen auf der Isle of Skye statt.
DI Robert Campbell genießt seinen Motorrad-Urlaub an der schottischen Westküste. Übersetzerin Isabel, Issy, Hartmann ist auf der Insel Skye, um Gälisch zu lernen. Am Sabhal Mòr Ostaig College stößt sie unvermittelt auf einen ungeklärten Todesfall.
Starb die Studentin wirklich eines natürlichen Todes? Issy hat ihre Zweifel und stellt Nachforschungen an. Wer im Sprachkurs könnte ein Motiv gehabt haben? Und wie war es gelungen, die Tat zu verschleiern?
Weil Isabel Hartmann ihn um Hilfe bittet, nimmt sich DI Robert Hartmann inoffiziell des Falls an. Doch dann gibt es einen weiteren Toten, der offensichtlich mit den ursprünglichen Ermittlungen in Verbindung steht. Unvermittelt wird Isabel von der Hobbydetektivin zu einer Verdächtigen.
A nod’s as guid as a wink tae a blind horse. Nicken ist so gut wie Augenzwinkern für ein blindes Pferd, sagt dieses ur-schottische Sprichwort. Die Bedeutung: Egal, wie sehr man sich anstrengt, manche werden die subtilen Hinweise und Signale einfach nicht verstehen. Daher ist es oft besser, direkt zu sagen, was man meint. Aber was, wenn diese Person den Schlaf der Gerechten schläft?
Es ist Freitag und in letzter Zeit sind wir regelmäßig mit Kinderbetreuung beschäftigt. Die Trennung der Eltern beeinflusst unser aller Leben. Vielleicht ist der Kleine deshalb zuletzt ein wenig anders und nicht ganz so unbeschwert fröhlich und unproblematisch, wie sonst. Tagsüber spielen er und der Mann im Garten und mit der Eisenbahn und ich versorgte ihn mit Snacks, Vitaminen und Abendessen. Er hat einen ausgesprochen gesunden Appetit und man muss schauen, dass man hinterher kommt mit dem „füttern“.
Am Ende des Abends sind wir total kaputt. Er darf natürlich länger aufbleiben, wenn er bei uns ist. Am nächsten Tag ist ja auch keine Schule. Es ist nach zehn Uhr, als er endlich schläft und wir wenig später auch. Gegen ein Uhr nachts weckt mich ein Geräusch und dieses Mal ist es ausnahmsweise nicht das Schnarchen des Mannes, sondern der Kleine, der gefühlt noch kleiner als sonst vor meinem Bett steht und vorsichtig flüstert:
„Mir ist das was passiert.“
Ich bin sofort wach und gehe in Kümmermodus.
„Komm, lassen wir Seanair (Opa, sprich: Schinner) schlafen und schaun mal, was los ist.“
In seinem Zimmer angekommen ist jede Menge los. Ihm war offensichtlich übel und er musste sich übergeben. Im Bett, auf dem Teppichboden, im Flur, im Wohnzimmer, im Flur zum Bad, über der Toilette, über dem Waschbecken und über der Wand mit den Handtüchern. Dann hat er seinen Pyjama und ein paar Handtücher genommen und versucht, alles wieder sauber zu machen, bevor ihm klar wurde, dass er das ohne Hilfe nicht schafft. Er hat sich sogar einen frischen Schlafanzug angezogen. Allerdings die restlichen sauberen Klamotten in dem Erbrochenen auf dem Boden verteilt.
Ich atme tief durch und beurteile die Lage. Hier ist ein Großputz erforderlich, mal schnell nächtlich drüberwischen wird nicht reichen.
Doch zuerst drück‘ ich den Kurzen fest und sage ihm, dass das überhaupt nicht schlimm ist und er mich in Zukunft gleich rufen soll, damit ich ihm helfen kann. Es scheint ihm gut zu gehen, nachdem sein Magen alles losgeworden ist und er ist sauber. Also stecke ich ihn an meiner statt ins Bett zu seinem Opa, der sich nicht rührt. Bekommt der denn gar nichts mit?
Dann gehe ich in Putzmodus und stelle fest, dass er außerdem noch ins Bett gepinkelt hat. Die feuchte Stelle hat er dann mit meinem Handtuch aus dem Bad zu trocknen versucht. Es ist ein Uhr dreißig am Morgen. Ich ziehe meine gelben Gummihandschuhe an und lege los, ziehe das Bett ab und stecke es mit den Handtüchern in die Waschmaschine.
Ob der Mann wohl bald aufwacht und mir hilft? Ich will nicht ins Schlafzimmer, um den Kleinen nicht zu wecken. Aber er muss mich ja hören. Putzen macht ja Lärm.
Ich gehe mit dem Reiniger über alle waschbaren Flächen. Später mit dem Wischmop über die Böden. Dann mache ich mich mit Bürste und Teppichreiniger an den Boden in seinem Zimmer. Um drei Uhr stecke ich die Wäsche in den Trockner und lasse den laufen. Dann reinige ich die Toilette und das Waschbecken und bin endlich soweit durch mit der Putzerei. Der Teppichboden ist Hochflor und sehr schwierig zu säubern. Ich werde ein Teppichreinigungsgerät organisieren müssen.
Wie kann der Mann bei diesem Lärm nicht aufwachen?
Jetzt bin ich todmüde, aber habe ja keinen Platz mehr im Bett. Den hat ja jetzt der Kleine. Also lege ich mich auf die Wohnzimmercouch und versuche einzuschlafen, obwohl die Couch recht unbequem ist und es draußen langsam hell wird. Im Wohnzimmer haben wir ein großes Fenster ohne Vorhänge oder Jalousien. Die mag der Mann nicht. Der Mann, der seelenruhig durch drei Stunden nächtlichen Großputz geschlafen hat. Der Mann, der sonst nie durchschläft und immer Probleme mit seinem Schlaf hat. Der Mann, der zwei Stunden später aufsteht und mich weckt mit den Worten.
„Schatz, warum schläfst du auf der Couch und der Kleine bei mir?“
„Schatz“, antworte ich. „Ich habe „genickt“ und „gezwinkert“, aber das „Pferd“ in meinem Bett ist „blind“ geblieben.
Abenteuer Highlands 3 – Ja hört das denn nie auf!
Nach den ersten Erfahrungen mit den Highlands habe ich das erste Buch geschrieben: Abenteuer Highlands – mein etwas anderes Leben im schottischen Hochland. Damals noch ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, dass es vielleicht mehrere geben könnte.
Die Jahre gingen ins Land und die Abenteuer wurden nicht weniger. Deshalb, und weil ich immer wieder gefragt wurde, ob es nicht bald einen zweiten Teil von Abenteuer Highlands gäbe, habe ich ihn geschrieben. Abenteuer Highlands 2.0 – zwischen Schwarzwald und Schottland – alles, was ein Doppelleben in zwei Ländern aufregend und erzählenswert macht.
Nun ist Abenteuer Highlands offiziell eine Serie und der nächste Band Abenteuer Highlands 3 – Ja hört das denn nie auf! seit Oktober 2023 als Taschenbuch und eBook bei Amazon verfügbar.
Auch die andere Nellie macht ihre Erfahrungen mit schottischen Männern und durchlebte die erste Krise. Nicht alle schottischen Schlachten liegen in der Vergangenheit, manchmal gibt es sie im eigenen Haus. Oder besser gesagt, im Haus des anderen, auf fremdem Territorium. Wir sind ja dazu gezogen.
„Eine Frau braucht doch etwas mehr persönlichen Stauraum als eine freie Schublade“, sagt sie.
So eine Situation ist nicht immer leicht und gerade in den Wintermonaten kann man sich nicht aus dem Weg gehen. Die Erfahrung machen natürlich nicht nur wir deutschen Frauen, aber wir haben hier nicht das soziale Netzwerk und die „Fluchtmöglichkeiten“, die Frauen haben, die von hier kommen.
Nellie war also auf der Suche nach einer bezahlbaren Bleibe und ein wenig Abstand. Dream on! Hätte ich ihr am liebsten zugerufen als sie mir davon erzählt. Träum weiter. Bezahlbaren Wohnraum? Es gibt überhaupt keinen Wohnraum und wenn, dann ist er in der Regel nicht bezahlbar mit den Löhnen, die hier gezahlt werden. In der Regel bekommt man den Mindestlohn und die Mieten liegen bei sieben bis zehn Euro pro Quadratmeter, es gibt schlicht keine kleinen Wohneinheiten, keine Einzimmerapartments. Dazu kommen die Nebenkosten, die trotz der Preisdeckelung der Regierung seit 2022 exorbitant hoch sind.
Im Vereinigten Königreich kauft man Wohneigentum und mietet nicht, aber der Durchschnittspreis einer Immobilie in den Highlands liegt bei rund £207.000 also je nach Kurs um die €236.000. Wer kann das bei den Gehältern bezahlen? Zudem laufen die meisten Jobs hier nur von April bis Oktober, also während der Touristensaison. In dem Wintermonaten muss man von dem leben, was man während des Sommers angespart hat.
Die Frage ist nun, wo leben?
Nellie hat sich hier inzwischen eine Existenz aufgebaut, Freundschaften geknüpft, sie fühlt sich hier zuhause und will verständlicherweise nicht weg. Nun braucht sie eine bezahlbare Unterkunft. Ich kenne Einige, die mit Mitte Zwanzig und sogar mit Mitte Dreißig noch bei den Eltern leben, weil sie es sich schlicht nicht leisten können, alleine zu wohnen.
Nellie ist da ganz anders. Die ist eine coole Socke und weil sie in der Gegend schon so gut vernetzt ist, hat sie unter der Hand gehört, dass ein Haus frei steht und vermietet werden soll, sobald einige kleinere Arbeiten abgeschlossen sind. Nellie hat herausgefunden wo und es sich angesehen. Ein Traum! Genau, was sie gesucht hat.
„Es ist mir ganz egal, wie es drinnen aussieht!“, ruft sie euphorisiert. Sie kann es sich nicht leisten, wählerisch zu sein und das Haus liegt wirklich sehr schön und ruhig. Ich kann sie gut verstehen, es ist ein traditionelles Cottage mit schönem Blick und nur zehn Minuten von ihrem jetzigen zuhause entfernt. Da würde ich auch einziehen.
Sie wird mir als Nachbarin fehlen. Den Weg zwischen den beiden Häusern haben wir schon den Nellie-Nellie-Weg getauft. Man kann ihn auf der Straße oder oben am Berg gehen. Und es dauert zu Fuß nur eine knappe halbe Stunde, zum neuen Haus eher eineinhalb, im Winter im Dunkeln ist das keine Option. Aber wenn sie happy ist, bin ich auch happy.
Nur, noch hat sie es ja nicht.
Wir entwerfen einen Masterplan. Sie backt ihr legendäres Shortbread und besucht die Eigentümer. Bei Kaffee und Keksen kann man in den Highlands viel erreichen. Zumal die Familie zu den Einheimischen gehört, das heißt sie lebt seit mindestens fünfzig Generationen vor Ort. Die haben eine präzise Vorstellung davon, wie so etwas zu laufen hat. Wenn sie ihre Lage schildert – Beziehung ist in der Krise, wahrscheinlich zu Ende, sie muss raus aus dem Haus- dann könnte das die Entscheidung für positiv beeinflussen. Außerdem kann sie einige Leumundszeugen angeben. Und sie hat sich einen Ruf erarbeitet, für Sauberkeit und Ordnungssinn. Nicht zuletzt, weil sie in ihrem Job, bevor sie in der Küche war im Housekeeping gearbeitet hat, also die Zimmer im Hotel gemacht hat. So jemanden will man doch als Mieterin, denke ich. Nun will Nellie auch ihre potenziellen Vermieter von der Idee zu überzeugen.
Und das tut sie, besucht die Vermieterin und bliebt zum Plausch, hakt dann nach einer Woche nochmal nach und schaut erneut, scheinbar zufällig, vorbei. Dann hat sie sie weichgekocht und darf besichtigen.
Das Haus ist alt und hat kleine Zimmer, aber sie mag es und warum auch nicht, es hat Charme, auch wenn die Möblierung etwas altmodisch und abgewohnt daherkommt. Nellie hätte wie ich lieber ihre eigenen Sachen um sich, aber leere Mietwohnungen sind nicht existent. Wenigstens kann sie ihr eigenes Bett mitnehmen, muss aber das vorhandene auseinanderbauen und irgendwie verstauen. Ich würde mich in fremden Sachen nicht wohl fühlen, aber Nellie kann und hat dem Haus schnell und effizient ihren eigenen Stil hinzugefügt.
Auch die Beziehung hat sich wieder einigermaßen eingerenkt und alles könnte so schön sein. Wenn da nicht der Winter wäre! Es regnet, es windet und es ist kalt und Nellie findet heraus, was es bedeutet, in einem schlecht isolierten Haus mit Nachtspeicherheizungen zu leben. Nachtspeicherheizungen sammeln Wärme in der Nacht, wo der Strom billiger ist, und gebe sie am Tag wieder ab. Das Problem bei Nellie ist, die Wärmeabgabe ist so gering, dass sie nicht mehr als zwölf Grad in der Bude hat. Und das, obwohl die Heizung volle Pulle läuft und sie Kilowattstunde für Kilowattstunde Geld den Kamin hoch bläst. Energetisch eine Katastrophe.
Ach ja, sie hat sogar zwei Kamine, die aber mehr für Zugluft als für Wärme sorgen. Ein offenes Feuer macht eben nicht sehr warm und ist auch problematisch im Unterhalt, wenn man aus dem Haus muss. Also hat sie überall Heizlüfter stehen, friert und ist gefrustet, weil sie viel Geld bezahlt, und es trotzdem nicht warm ist. Und die Vermieter? Die finden das alles völlig normal. Wahrscheinlich ist es bei ihnen nicht wärmer und sie leben schon seit Jahrzehnten so. Man könnte überlegen, ob es nach Jahrzehnten nicht vielleicht Sinn machen könnte, Heizkörper auszutauschen. Je mehr Nellie nachhakt und Alternativvorschläge macht, desto mehr blocken sie.
Und Nellie friert. Und friert. Und friert. Ausgerechnet in diesem Jahr dauerte der Winter länger als sonst. Im April liegt immer noch Schnee und die Temperaturen fallen des Öfteren noch unter den Gefrierpunkt. Wie sich jetzt herausstellt, hatte das Haus schon immer einen Ruf, ein kaltes Gemäuer zu sein. Nellie lebt in einer Gefriertruhe und noch ist der Frühling nicht in Sicht, während die Vermieter auf dem Standpunkt beharren, dass das alles normal ist.
Ich werde Nellie für das nächste Treffen mit den Vermietern von der schottischen Redewendung erzählen, die man benutzt, wenn der andere Blödsinn redet. Daran soll sie denken, wenn sie mit ihren Vermietern redet. Das wird sie aufheitern.
Yer bum’s oot the windae! Dein Popo hängt zum Fenster raus!
Abenteuer Highlands 3 – Ja hört das denn nie auf!
Nach den ersten Erfahrungen mit den Highlands habe ich das erste Buch geschrieben: Abenteuer Highlands – mein etwas anderes Leben im schottischen Hochland. Damals noch ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, dass es vielleicht mehrere geben könnte.
Die Jahre gingen ins Land und die Abenteuer wurden nicht weniger. Deshalb, und weil ich immer wieder gefragt wurde, ob es nicht bald einen zweiten Teil von Abenteuer Highlands gäbe, habe ich ihn geschrieben. Abenteuer Highlands 2.0 – zwischen Schwarzwald und Schottland – alles, was ein Doppelleben in zwei Ländern aufregend und erzählenswert macht.
Nun ist Abenteuer Highlands offiziell eine Serie und der nächste Band Abenteuer Highlands 3 – Ja hört das denn nie auf! seit Oktober 2023 als Taschenbuch und eBook bei Amazon verfügbar.
Man sagt, von den Schwaben könne man das Sparen lernen. Mag sein, dass das stimmt. Ich will es nicht beurteilen, als Badener ist man möglicherweise voreingenommen.
Die Schotten, so heißt es, wären geizig. Googelt man das, bekommt man eine Viertelmillion Einträge. Es scheint sich also um eine weit verbreitete Meinung zu handeln. Für mich ein klares Vorurteil. Ich habe in all den Jahren hier nicht mehr geizige Menschen getroffen als in Deutschland oder irgendeinem anderen Land.
Von der anderen Nellie könnten sowohl die Schotten als auch die Schwaben das Sparen lernen, denn sie ist eine echte Sparfüchsin. Sie weiß, welches ihrer Haushaltsgeräte wieviel Strom verbraucht und vor allem welchen, den billigen Nacht- oder den teuren Tagstrom. Ihr entgeht kein Sonderangebot und sie prüft jeden Kassenbon, ob der Rabatt auch abgezogen wurde.
„Der kleine lokale Supermarkt will mich regelmäßig übers Ohr zu hauen“, sagt sie. „Wahrscheinlich bin ich dort schon als bargain lady bekannt, die mit Ihren Bons wieder zurückkommt und Geld zurückfordert.
Eine Mrs Scrooge ist sie nicht, sondern weit davon entfernt, geizig zu sein. Im Gegenteil, sie ist großzügig in sehr vielen Dingen und wenn es um ihre Hündin Emma geht, scheut sie keine Ausgaben. In vielen Dingen ist sie so zu meinem Vorbild geworden. Ich, die ich bisher eher sorglos in finanziellen Dingen war, muss nun mit dem halben Gehalt und den doppelten Haushaltskosten doch schauen, wo das Pfund und der Euro bleiben. Dazu kommt hier die sogenannte cost of living crisis mit zweistelliger Inflation und massiv gestiegener Nahrungsmittel- und Energiepreise dank Brexit und Ukraine-Krieg. Ein Pfund schottische Streichbutter kostet im Winter 2023 umgerechnet €5,37, das Heizöl 93 Cent der Liter, 1 Kilowattstunde Strom 46 Cent. Viele Menschen hier leben in fuel poverty, sie können sich die Heizung nicht leisten, vor allem jene, die in alten, schlecht isolierten Häusern leben.
Also werde ich auch zur Sparfüchsin und nutzte zum Beispiel die App im Supermarkt und löse Coupons ein, ich freue mich über den Rabatt für die Locals (Einheimischen) im Café und vergleiche beim Einkauf von Sonderangeboten die Preise mit denen der Internetanbieter, ob sie auch wirklich günstig sind oder nicht. Im Diskounter habe ich einen Teppichreiniger erstanden, der nicht nur zwanzig Euro billiger war als der bei Amazon, ich bekam auch noch 10% Rabatt, weil ich die monatliche Ausgabengrenze von £250 überschritten hatte.
Wäre ich noch in Deutschland, ich würde mir denken: Kleinvieh macht auch Mist. Die schottische Variante des Sprichworts klingt viel lautmalerischer: Mony a mickle maks a muckle.
So klingt Sparen gleich viel schöner, oder?
Abenteuer Highlands 3 – Ja hört das denn nie auf!
Nach den ersten Erfahrungen mit den Highlands habe ich das erste Buch geschrieben: Abenteuer Highlands – mein etwas anderes Leben im schottischen Hochland. Damals noch ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, dass es vielleicht mehrere geben könnte.
Die Jahre gingen ins Land und die Abenteuer wurden nicht weniger. Deshalb, und weil ich immer wieder gefragt wurde, ob es nicht bald einen zweiten Teil von Abenteuer Highlands gäbe, habe ich ihn geschrieben. Abenteuer Highlands 2.0 – zwischen Schwarzwald und Schottland – alles, was ein Doppelleben in zwei Ländern aufregend und erzählenswert macht.
Nun ist Abenteuer Highlands offiziell eine Serie und der nächste Band Abenteuer Highlands 3 – Ja hört das denn nie auf! seit Oktober 2023 als Taschenbuch und eBook bei Amazon verfügbar.
für einen unvergesslichen Urlaub in den schottischen Highlands
Seit der Pandemie hat sich vieles verändert in den Highlands, aber eines ist ganz offensichtlich: Es sind deutlich mehr Camper unterwegs als früher. Ein Großteil hat englische Kennzeichen, aber es gibt auch viele Deutsche, Belgier, Österreicher, Schweizer und Franzosen, die sie Reise in die Highlands mit dem Camper, dem Van oder dem Wohnmobil angetreten haben. In der Saison kann es mitunter eng werden auf den Straßen und Parkplätzen, deshalb hier 7 Tipps & Tricks wie ihr aus eurem Campervan-Urlaub in den schottischen Highlands ein unvergessliches Highlight macht.
1 Kauf keine Mainstream Reiseführer
Bei den Standard Anbietern weißt du zwar, was du bekommst, aber du bist da, wo alle anderen auch sind, weil sie denselben Reiseführer gekauft haben: Loch Ness, Eilean Donan Castle, Old Man of Storr … Da ist es dann im Sommer ziemlich voll.
Besorge dir alternative Reiseführer wie, z.B. meinen Schottland für stille Stunden.So schaust du Schottland in die Seele jenseits der Marketing-Maschinerie.
2 Ändere deinen Tagesablauf
Im Sommer wird es schon gegen 4 Uhr hell und erst weit nach Mitternacht wieder dunkel. Die Abend- und die Morgenstunden sind die schönsten des Tages. Ich liebe es, wenn der Morgennebel vom Meer kommt und die untergehende Sonne, den Himmel ein glühendes Pink oder Orange taucht. Warum also nicht dann unterwegs sein, wenn die Straßen leer und die Luft frisch ist? Wer antizyklisch unterwegs ist, erlebt die Highlands viel intensiver.
summer haze – Scottish Highlands
3 Meide die Saison
Die Schottland-Saison geht traditionell von April bis Oktober und gerade 2023 hatte der April fast schon sommerliche Tage. Der Oktober ist oft zwar stürmisch, hat aber oft goldene Momente zu bieten. Die ganz Harten trauen sich auch in den Winter in die Highlands, der einen ganz eigenen Reiz hat. Nur dann hat so gut wie nichts auf, also auch keine Restaurants, die meisten Sehenswürdigkeiten sind ebenfalls geschlossen. Wenn du nicht an schulpflichtige Kinder gebunden bist, reise außerhalb der Saison an. Allein auf der Isle of Skye sind pro Saison rund 600 000 Touristen.
4 Vorsicht bei den Fähren
Hier herrscht gerade das pure Chaos in Schottland. Die Fährflotte ist überaltert und immer wieder fallen einzelne aus. Die neuen Fähren werden nicht fertig und die gecharterten Ersatzfähren haben oft technische Probleme. Es ist inzwischen keine Seltenheit, sondern eher die Norm, dass eine gebuchte Überfahrt nach z.B. Mull, Arran oder Uist ausfällt oder trotz Buchung einfach keine Campervans mitnimmt, weil das Mitteldeck nicht funktionstüchtig ist. Wer auf der sicheren Seite bleiben will, der verlässt zumindest im Moment Mainland Scotland nicht. Auch der Fährhafen in Dover hat an Feiertagen wie Ostern kilometerlange Abfertigungsstaus zu beklagen.
Bei allem Reiz des wilden Campens, viele Campingplätze, haben hier oft mehr im Angebot als nur Abwassertanks. Es gibt z.B. welche nur für Erwachsene, da ist Ruhe garantiert. Oder solche, die wunderbare Aussichten zu bieten haben und natürlich die, die ein kleines bisschen Luxus liefern. Wie wäre es mit handgemachter Schokolade und einer Barista Latte? Kein Problem! Und der Stellplatz ist auch sicher. Das ist beim wilden Campen oft nicht möglich, weil die Plätze ständig belegt sind.
Stellplätze sind rar und oft belegt.
6 Straßen
Erkundige dich vorher genau, welche Straßen für Campervans erlaubt sind und welche nicht. Das ist keine Frage des fahrerischen Könnens. Die Straßen sind eng, steil und die Kuppen haben einen kurzen Radius, längere Fahrzeuge sitzen auf oder bleiben im Morast stecken. Es fährt sich viel entspannter auf den legalen Wegen und immer daran denken, gelegentlich zur Seite zu fahren und den Verkehr passieren lassen, der sich hinter einem angesammelt hat.
Und wer nicht im Konvoi mit einer Horde Traktor-Enthusiasten, einer Clique Porschefahrer, einem Rudel Motorroller oder einer Bande Oldtimer stecken will, der meidet Marketing-Routen wie die NC500 lieber. Ganz zu schweigen von den Unimogs, den Range Rovern und den Radfahrern, Ehrlich! Ist besser für die Nerven.
7 Preise
Die Preise für Benzin und Diesel steigen, je weiter man in den ländlichen Raum kommt, während die Tankstellen gleichzeitig abnehmen. Deshalb ist es klüger, in größeren Ortschaft tanken, das macht mitunter über 20 Cents pro Liter aus. Im Gegensatz zu den deutschen Tankstellen ändern sich hier die Preise aber eher selten und schon gar nicht im Laufe des Tages. Ein Preisvergleich macht immer Sinn, wenn man die Möglichkeit hat, zwischen mehreren Anbietern zu wählen.
Preisvergleich ist auch bei den Campern entscheidend. Verschiedene Wohnmobilvermietungen miteinander zu vergleichen, ist oft der beste Weg, um Schnäppchen zu machen oder auch das Steuer auf der Seite zu haben, die man beim Fahren gewohnt ist. Mit dem Camper Champ kann man die Top-Marken auf der ganzen Welt vergleichen, um das beste Angebot zu erhalten, ohne Buchungsgebühr. Wohnmobile sind in Deutschland und Großbritannien sowie an anderen Reisezielen verfügbar.*
Und jetzt bleibt mir nur noch, Euch einen schönen Urlaub zu wünschen:
DI Robert Campbell genießt seinen Motorrad-Urlaub an der schottischen Westküste. Übersetzerin Isabel, Issy, Hartmann ist auf der Insel Skye, um Gälisch zu lernen. Am Sabhal Mòr Ostaig College stößt sie unvermittelt auf einen ungeklärten Todesfall.
Starb die Studentin wirklich eines natürlichen Todes? Issy hat ihre Zweifel und stellt Nachforschungen an. Wer im Sprachkurs könnte ein Motiv gehabt haben? Und wie war es gelungen, die Tat zu verschleiern?
Weil Isabel Hartmann ihn um Hilfe bittet, nimmt sich DI Robert Campbell inoffiziell des Falls an. Doch dann gibt es einen weiteren Toten, der offensichtlich mit den ursprünglichen Ermittlungen in Verbindung steht. Unvermittelt wird Isabel von der Hobbydetektivin zu einer Verdächtigen.
Und so geht der Krimi los …
Lichtblaue See so weit das Auge reichte. Wie friedlich es hier war. Das Meer atmete still im Rhythmus der Gezeiten. Von ihrem Aussichtspunkt am Ende der Sleat-Halbinsel war davon nichts auszumachen. Aus der Ferne schien die See still an der Oberfläche, voller Leben und Bewegung, kam man näher. Die Farben des Meers, mal grau-silbrig schimmernd, strahlend in türkis, fast schon grün leuchtend, gelegentlich auch bedrohlich dunkel. Issy war glücklich.
Dort, wo die Berge dunkel in den Himmel ragten, konnte man Kinloch Hourn gerade so erahnen. Die Sandaig Bucht musste auch irgendwo da drüben sein. Beides Orte, die sie lebhaft in Erinnerung hatte. Auf der anderen Seite der Meerenge war sie dem Tod begegnet.
An ihrer Liebe zu den schottischen Highlands hatten die Erlebnisse letzten Winter nichts geändert. Vielmehr hatten sie Issy den Menschen hier nähergebracht. Sie war ein Teil ihrer Geschichte geworden und nun war sie wieder zurück.
Was für ein schöner Moment das gewesen war, mit dem Auto über die unsichtbare Grenzlinie von England nach Schottland zu fahren. Es gab keinen Grenzbaum, keine Mauer, keine Linie, nur ein großes Schild mit dem Saltire, dem weißen Andreaskreuz auf blauem Grund der schottischen Nationalflagge und dem herzlichen Willkommen: Fàilte gu Alba. Das überbordende Glücksgefühl, das dieses profane Schild an der M74 in ihr auslöste, war schwer zu beschreiben, wie eine Mischung aus Heimweh und Heimkommen.
Sie war wieder zurück und dieses Mal war sie nicht gekommen, um ein Buch zu übersetzen, sondern um Gälisch zu lernen. Diese wunderbare Sprache, die sie aus den Liedern von Runrig und Capercaillie kannte und deren Klang sie schon immer bezaubert hatte: kraftvoll und ursprünglich, aber leider auch gänzlich unverständlich. Fremd und altertümlich, eine Sprache, die mit einem einzigen Wort eine ganze Welt ausdrücken konnte. Eine Sprache der Crofter und Arbeiter, Ausdruck einer anderen Welt, die beinahe verloren gegangen wäre, hätte man sie in Schottland nicht mit viel Energie und Aufwand vor dem Aussterben bewahrt. Heute war sie lebendiger als je zuvor.
Als Übersetzerin war sie schon immer der Ansicht gewesen, dass man ein Land und seine Menschen nur dann wirklich verstand, wenn man ihre Sprache beherrschte. Nun, sie wollte mehr begreifen und suchte gezielt nach dieser Verbindung. Fàilte gu Alba. Willkommen in Schottland. Deshalb war sie nach Sabhal Mòr Ostaig gekommen, dem gälischen College auf der Insel Skye, für eine Woche Sprachkurs an einem der wunderbarsten Orte der Welt. Danach würde es sich hoffentlich ein bisschen mehr wie ihre Welt anfühlen.
Mit einem zufriedenen Lächeln zog die den Reißverschluss ihrer Jacke zu. Es war frisch, die Sonne mochte noch nicht richtig wärmen Anfang April. Sie hielt das Gesicht ins Licht.
„Ich bin wieder da“, murmelte sie in ihren Jackenkragen.
Einkaufen ist in den schottischen Highlands in der Regel eine größere Aktion. Der nächste Supermarkt ist eine gute halbe Stunde entfernt und nicht nur sehr teuer, die Auswahl ist begrenzt und oft nicht frisch. Deshalb fahre ich in die nächste Stadt, Fort William, um einzukaufen und zu tanken. Ich habe ja schon mehrfach darüber geschrieben.
Das dauert außerhalb der Saison etwas eineinhalb Stunden. Und dann gehe ich eben nicht nur einkaufen, sondern unterwegs spazieren, recherchieren oder mache mich auf die Suche nach Friedhöfen und ja, auch nach so vielen Jahren hier finde ich immer noch spannende Ecken, an denen ich noch nicht gewesen bin. Auch auf meiner Einkaufsroute. Im Dezember war das der MacSorlie Friedhof in Glen Nevis.
Ein schottischer Clan ist eine Gruppe von Menschen, die glauben, denselben Vorfahren zu haben. Ein Clan ist weit mehr als eine Familie. In den Highlands waren sie auch eine politische Einheit, eine Quelle der militärischen Unterstützung und Verteidigung. Eine Septe ist jedoch etwas anderes und das muss man bedenken, wenn man über den MacSorlie-Friedhof in Glen Nevis spricht, denn keiner der Steine hier trägt den Namen MacSorlie oder MacSorley. Die Verstorbenen werden als Camerons in Erinnerung bleiben. Dieser Friedhof hat nicht nur viele spannende Aspekte der Clangeschichte zu bieten, er ist auch wunderschön, fast schon verwunschen an einem kalten Wintermorgen.
Von der Straße kann man ihn nicht erkennen. Man muss wissen wo, das Auto parken und ein paar hundert Meter von der Straße entlang auf der alten coffin road gehen, dem Pfad, auf dem die Särge einst zu dem Friedhof getragen wurden. Es heißt, dass die Reise für viele Menschen zu weit war, die Angehörigen unterwegs oft aufgaben und ihre Lieben entlang des Weges begruben. Gruslige Vorstellung.
Die Aussicht von diesem friedlichen Ort in Richtung Ben Nevis ist spektakulär. Diese Grabstätte hat eine ganz besondere Atmosphäre. Ein Gefühl uralter Loyalität und Zugehörigkeit.
Einer der ursprünglichen vier Zweige des Clan Cameron (und daher technisch gesehen keine „Septe“, aber hier zur Klarstellung enthalten) waren die MacSorlies einer der frühesten Stämme von Lochaber. Sie sollen ursprünglich von demselben „Stamm“ abstammen wie die MacDonalds, wie ihr Vatername andeutet – „Sliochd Shomhairle Ruaidh“, „The Race of Somerled the Red.“ Eng mit ihren Nachbarn, den MacMartins, verbündet, residierten die MacSorlies in Glen Nevis.
Gegen Ende des 15. Jahrhunderts kamen die MacSorlies unter die Führung des Clan Cameron, obwohl sie den Namen Cameron scheinbar erst im frühen 17. Jahrhundert annahmen. Die MacSorlies/Camerons von Glen Nevis waren nicht die treuesten Anhänger der Cameron Chiefs. Es war bekannt, dass sie bei zahlreichen Gelegenheiten mit ihnen in Fehde standen.
Im Jakobiteraufstand von 1745 waren die MacSorlies/Camerons von Glen Nevis unter ihrem Anführer Alexander Cameron von Glen Nevis nicht „out“, aber viele von ihnen waren trotzdem bei Lochiels Regiment; Alexanders Bruder Angus hat die Rannoch Camerons versammelt, um sich dem Regiment anzuschließen.“ (Quelle: clan-cameron.org)In der Nähe des Glen Nevis House auf einem Hügel südlich der Straße liegt ein kleiner Friedhof namens „Tom-eas-an-t-slinnean“ (Hügel des Wasserfalls der Schulter). Hier liegen die alten Camerons von Glen Nevis begraben, die das Patronym von MacSorlie trugen, einem inzwischen ausgestorbenen Zweig des Clans Cameron. (Quelle: Canmore)
Abenteuer Highlands 3 – Ja hört das denn nie auf!
Nach den ersten Erfahrungen mit den Highlands habe ich das erste Buch geschrieben: Abenteuer Highlands – mein etwas anderes Leben im schottischen Hochland. Damals noch ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, dass es vielleicht mehrere geben könnte.
Die Jahre gingen ins Land und die Abenteuer wurden nicht weniger. Deshalb, und weil ich immer wieder gefragt wurde, ob es nicht bald einen zweiten Teil von Abenteuer Highlands gäbe, habe ich ihn geschrieben. Abenteuer Highlands 2.0 – zwischen Schwarzwald und Schottland – alles, was ein Doppelleben in zwei Ländern aufregend und erzählenswert macht.
Nun ist Abenteuer Highlands offiziell eine Serie und der nächste Band Abenteuer Highlands 3 – Ja hört das denn nie auf! seit Oktober 2023 als Taschenbuch und eBook bei Amazon verfügbar.