Hexengrab

Glenmoriston (63)

Der Fluss Moriston ist ein friedliches und idyllisches Gewässer, er kann im Winter eisig und während einer Flut bedrohlich sein, aber er ist heutzutage ziemlich zahm. Hier haben sich jedoch einige Todesfälle ereignet und eine große Anzahl Männer sind in diesem Fluss ertrunken. Die lokale Tradition besagt, dass zwanzig Männer in einem Felsenbecken ertrunken sind. Der Ort ist nicht auf der Karte zu finden. Die Einheimischen kennen ihn als Linne Fichead, der Felspool der Zwanzig, nicht weit von Invermoriston entfernt. Warum diese Männer ertrunken sind, daran kann sich niemand erinnern. Wurden sie ermordet, verfolgt oder hatte sie einen Unfall? Vielleicht als sie den vereisten Fluss überqueren wollten? Es wird für immer ein Geheimnis bleiben.

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Ebenso mysteriös ist ein Ort in der Nähe von Linne Fichead, der als Hexengrab bekannt ist. Anscheinend trug eine Gruppe von Männern die Leiche einer Hexe von Glengarry nach Glenmoriston, um sie dort beizusetzen. Die Beerdigungsprozession wurde von den Männern von Glenmoriston aber aufgehalten, weil die nicht wollten, dass die böse Frau bei ihnen begraben wurde. Von Hexen hielt man sich am Besten so weit es ging fern. Die Glengarry-Männer sollten die Leiche dorthin zurückbringen, wo sie herkam.

Die beiden Gruppen hatten eine hitzige Diskussion, konnten sich aber nicht einigen und beschlossen schließlich, die Hexe direkt an der Stelle zu begraben, an der sie standen und stritten. Sie legten einen Stein auf das Grab, um die letzte Ruhestätte der Hexe zu markieren, und gingen so schnell sie konnten. Andere Quellen sagen, dass sich eine bewaffnete Auseinandersetzung um die Hexe entwickelte und dabei Männer getötet wurden. Vielleicht waren es sogar zwanzig. Das würde dann die Toten von Linne Fichead erklären.

Ich glaube, ich habe den Stein nach langer Suche gefunden. Es liegt direkt neben der Straße von Bunloyne nach Invermoriston. Jahrelang habe ich auf Autofahrten den Straßenrand mit meinen Augen gescannt. Nie habe ich einen Stein gefunden, der es hätte sein können. Bis zum Sommer 2020. Da war er plötzlich. Der Hexenstein! Wenn man genau hinschaut, scheinen sich sogar Markierungen auf dem Stein zu befinden. Drei Löcher in einer Reihe angeordnet auf der einen Seite und so etwas wie die Ahnung einer Schrift auf der anderen. Aber vielleicht ist auch alles Einbildung….

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Ein Meter neben dem Stein fand ich das Skelett eines Rehs, komplett intakt. Ich nahm es als Zeichen, dass dies tatsächlich die Grabstätte einer Hexe war. Der Stein, der Clach na Caillich, der Stein der alten Frau / Hexe ist Foklore. Seine Identität reine Vermutung meinerseits. Man findet ihn kurz vor dem Schießstand auf der linken Straßenseite, wenn man von Invermoriston kommt.

 

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Abenteuer Highlands 2.0 – zwischen Schwarzwald und Schottland ist da.

Nach Abenteuer Highlands – mein etwas anderes Leben im schottischen Hochland ist Nellie Merthe Erkenbach mit Abenteuer Highlands 2.0 – zwischen Schwarzwald und Schottland ein weiteres wahres, humorvolles und herzerwärmendes Buch gelungen, in dem zwischen den Zeilen ihre tiefe Liebe für das Land ihrer Liebe durchscheint – Schottland.

Auf in neue Abenteuer Highlands, wo buchende Baroninnen und denkwürdige Dudelsackspieler den Alltag beherrschen, Poeten und tapfere Schneiderlein mit Monstern kämpfen, Moorleichen gar nicht so gruselig sind und Hexen und Geister ganz selbstverständlich. Von Extrawürsten und gefährlichen Frühstücken und der Kunst, trotz Corona und Brexit ein glückliches Leben in der Fernbeziehung hinzubekommen.

Oh, deer!

Im hinteren Teil des Gartens, ganz oben in der Nähe des Waldrands, ist im Sommer Morgens oft das Gras niedergedrückt. Als hätte ein Riese eine Picknick-Pause gemacht.

Die Rehe haben sich da eine Kuschelecke eingerichtet, wo sie auch schlafen. Morgens frühstücken sie dann im Garten, was man gerade frisch angepflanzt hat und ziehen sich wieder in die weiten, einsamen Hügel von Kintail zurück, bis die Dunkelheit anbricht.

deer grazing

deer bathingÜberhaupt macht der Sommer das Rotwild recht wagemutig. An heißen Tagen kann man sie baden sehen. Das Wasser willkommene Kühlung und Flucht zugleich. Die „midges“, die winzigen, in den Wahnsinn treibenden Mücken, sind überall.

Auch im Winter kommen das Rotwild gerne in die Gärten. Ihre Spuren im Schnee verraten sie. Der Hunger treibt sie sogar bis zum Vogelfutter, ganz nah am Haus. Die kahlen Hügel im Hochland bieten jetzt keine Nahrung mehr. Wenn ein ausgewachsener Hirsch direkt vor einem steht, wenn man die Haustür öffnet, dann kann das einem schon einen ziemlichen Schrecken einjagen. Ein riesiges Tier mit spitzen Geweih vor einem. Das ist dann ein gefühlter Elch.

stag Cluanie

Kein Wunder nennt man den Hirsch auch „Monarch of the Glen“, den Herrscher des Tals.

stag Cluanie

Kürzlich wurde in der Nähe sogar eine Touristin von einem Hirsch angegriffen. Der war auf einem Gartengrundstück in die Falle gelaufen und der gefährlichen Enge blindlings und pnaisch am einzigen Ausweg, dem Gartentor, entflohen. Da aber stand die Frau und plauderte mit Freunden, die mit ihr Urlaub machten. Der Hirsch trampelte sie nieder und verletzte sie mit seinem Geweih. Sie hatte tiefe Fleischwunden im Hals und eine Wirbelsäulenverletzung. Sie musste ernsthaft verletzt nach Glasgow ins Krankenhaus geflogen werden.

deer Kinloch HournIn der Regel ist Rotwild scheu und vorsichtig. Manchmal sieht man Herden über die Berge ziehen. Man muss genau hinsehen, aus der Ferne verchmelzen sie mit der braunen Heide. Nur Bewegung oder Grasflächen machen sie sichtbar.

Etwa 300.000 Hirsche und Rehe gibt es in Schottland. Und wenn im Herbst die Brunftschreie der Hirsche durchs Tal hallen, hört man förmlich die Einsamkeit der Berge. Bis der Magen knurrt und man sich verstohlen Gedanken über Reh in Rotweinsauce macht.