Highland Crime: Geheimnisse im vierten Band

Heute ist es soweit: Ich starte mit dem vierten Band meiner Highland Crime-Reihe. Der Moment, in dem alles beginnt, fühlt sich immer besonders an.

Meine Figuren, Detective Inspector Robert Campbell und Isabel „Issy“ Hartmann, warten schon darauf, ihre nächste Geschichte zu erzählen. Die Highlands – mit ihrer ganz besonderen Atmosphäre und den endlosen Weiten – sind erneut der Schauplatz für ein neues Verbrechen, das es zu lösen gilt. Doch bevor es losgeht, steht eine sorgfältige Planung an: Die Charaktere wollen gehört, die Handlungsfäden gesponnen und die Spannung bis zur letzten Seite gehalten werden.

Der vierte Band baut auf den Abenteuern der bisherigen Titel auf:
📚 Shadows Over Skiary – der Auftakt, in dem Campbell und Issy erstmals aufeinandertreffen.
📚 Nightfall on Skye – ein Fall voller mystischer Elemente, der die Abgründe der Highlands auslotet.
📚 Die Toten von Avernish – ein düsterer und emotional intensiver Fall, der meine Figuren an ihre Grenzen brachte.

Wie immer beginne ich mein Schreibabenteuer in meiner kleinen Schreibhütte. Der Weg dorthin ist ein Übergang: Regen, Nebel und das Grau des Winters begleiten mich, während ich meinen Laptop und eine große Portion Inspiration mitnehme. Die Ruhe des Ortes hilft mir, ganz in die Welt meiner Figuren einzutauchen und die Geschichte zum Leben zu erwecken.

Ich freue mich darauf, euch mit auf diese Reise zu nehmen. Seid gespannt, wohin Robert und Issy diesmal geführt werden – die Highlands halten viele Geheimnisse bereit! Versprochen.

Festlich und Entspannt: Weihnachten in Schottland

Weihnachtseinkäufe in Schottland sind eine ganz eigene Disziplin. Es beginnt schon damit, dass man hier gefühlt von Disney erschlagen wird. Kaum betritt man einen Laden, ist alles bunt, blinkend und – ja, grün. Giftgrün. So auch in Fort William bei Home Bargains, wo ich vor einer ganzen Wand stehe, die dem Grinch gewidmet ist. 

Grinch Merchandise in Schottland

Für den germanischen Geist ist das schwer zu verdauen. Eine Wand voller Plastikdeko, T-Shirts, Tassen und Weihnachtsschmuck, alles in dieser knalligen Farbe. Es ist, als hätte jemand Weihnachten mit einem Eimer Neonfarbe übergossen. Aber während ich das Chaos betrachte, muss ich zugeben, dass es einen gewissen Charme hat. Warum nicht? Es ist schließlich Weihnachten in Schottland.

Weihnachten international

Danach geht es weiter zu Lidl – wo Einkaufen gleich eine soziale Veranstaltung ist. Während ich an der Kasse meine Sachen auf das Band lege, komme ich mit der Kassiererin ins Gespräch. Sie fragt freundlich: „Are you all set for Christmas?“

Almost,“ antworte ich. Und wie das so ist, plaudern wir uns direkt in ein angeregtes Gespräch hinein. Es stellt sich heraus, dass sie aus Polen stammt und mit einem Schotten verheiratet ist.

„Wie ist das für dich, Weihnachten in Schottland zu feiern?“, frage ich neugierig.

Ihre Augen leuchten. „Oh, es ist wunderbar! Am 25. stehen wir im Schlafanzug auf, frühstücken gemütlich und machen nur ein großes Mittagessen. Kein Stress, kein Drama.“

Kein Stress klingt fantastisch. „Und wie ist es in Polen?“  Sie seufzt, lächelt aber. „Ganz anders. Heiligabend ist das große Fest. Wir machen zwölf Gänge – alle ohne Fleisch – und essen sie alle zusammen. Es dauert Stunden!“

Zwölf Gänge? Ich stelle mir kurz vor, wie ich zwölf Gerichte vorbereite, und werde ganz blass. „Das klingt nach einer Menge Arbeit,“ sage ich.

„Oh ja,“ sagt sie lachend. „Deshalb bin ich so froh, ein schottisches Weihnachten feiern zu können.“

Und ich muss zugeben, der Gedanke an einen entspannten 25. Dezember im Schlafanzug klingt verlockend. Dieses Jahr machen wir auch ein schottisches Weihnachten, und natürlich haben wir alles eingekauft, was dazugehört.

traditioneller „Christmas Cake“

Das traditionalle schottische Weihnachtsessen

Das traditionelle schottische Weihnachtsessen ist festlich, aber wunderbar unkompliziert. Im Mittelpunkt steht ein saftiger Braten – traditionell ein Truthahn, manchmal aber auch Gans oder Roastbeef. Dazu gibt es Pigs in Blankets (kleine Würstchen, die in Speck gewickelt sind), geröstete Kartoffeln, Pastinaken, Karotten und natürlich Brussels Sprouts – ob man Rosenkohl mag oder nicht. Alles wird großzügig mit gravy (Bratensoße) übergossen und mit stuffing (Füllung) serviert, auch wenn der Truthahn längst nicht mehr gestopft wird.

Christmas Pudding hat nichts mit Pudding zu tun

Zum Nachtisch darf der Christmas Pudding nicht fehlen, ein schwerer, gewürzter Kuchen, der mit Brandy flambiert wird. Für die, die es weniger opulent mögen, gibt es Mince Pies – kleine Gebäckstücke mit einer süßen, fruchtigen Füllung. Dazu wird oft ein Glas Sherry oder Portwein gereicht.  Wir haben all das eingekauft, inklusive einer beeindruckenden Auswahl an Snacks, Keksen und Lichtern, die das ganze Haus in einen festlichen Glanz tauchen. Es wird ein Weihnachtsessen, wie es sich für Schottland gehört – und ich freue mich jetzt schon auf den Moment, am 25. Dezember im Schlafanzug in die Küche zu schlurfen und alles in den Ofen zu schieben.

Mince Pies haben nichts mit Hackfleisch zu tun

Während ich meine Einkäufe einpacke, denke ich, dass ein schottisches Weihnachten vielleicht genau das ist, was wir dieses Jahr brauchen: Ein Tag ohne Stress, dafür mit gutem Essen, einem wärmenden Feuer und einem kleinen Augenzwinkern an den giftgrünen Grinch, der irgendwo zwischen Home Bargains und Lidl auf uns wartet.

Die Vielfalt von Weihnachten

Weihnachten ist weit mehr als ein Fest der Geschenke und Lichter. Es ist ein Spiegel kultureller Vielfalt, der zeigt, wie unterschiedlich Menschen in verschiedenen Teilen der Welt das gleiche Fest feiern – und was sie dabei verbindet.

In Schottland zeigt sich Weihnachten von seiner entspannten Seite. Es geht um Gemütlichkeit, um das Zusammensein im kleinen Kreis, um gutes Essen und das Loslassen von Stress. Der Schlafanzug am Weihnachtsmorgen mag simpel wirken, doch er verkörpert genau das: eine Auszeit vom Alltag, ohne den Druck, Perfektion zu liefern.

Im Kontrast dazu steht das polnische Weihnachten mit seinen zwölf Gängen, die voller Symbolik und Tradition stecken. Es ist ein Fest, das in der Gemeinschaft wurzelt, das Familie und Rituale ehrt und einen Hauch von Ehrfurcht bewahrt. Beide Ansätze könnten nicht unterschiedlicher sein, und doch teilen sie denselben Kern: Zeit mit Menschen zu verbringen, die einem wichtig sind, und einen Moment innezuhalten, um das Leben zu feiern.

Was mich an Weihnachten in all diesen Variationen fasziniert, ist, dass es keine „richtige“ Art gibt, zu feiern. Ob wir am 25. im Schlafanzug vor dem Kamin sitzen oder am 24. mit der Familie zwölf Gänge genießen – Weihnachten erinnert uns daran, wie wertvoll Gemeinschaft und Verbundenheit sind.

Vielleicht liegt darin die wahre Magie dieses Festes: Es passt sich uns an, verändert sich mit uns und zeigt uns, dass die kleinen Momente, die wir teilen, die größten Geschenke sind. Egal, ob wir sie bei Pigs in Blankets oder Pierogi erleben.

Und übrigens: Im Jahr 1640 verabschiedete das schottische Parlament offiziell ein Gesetz, das die Feierlichkeiten zu Weihnachten verbot – ein Verbot, das erst 1958 aufgehoben wurde, als Weihnachten wieder ein gesetzlicher Feiertag wurde.

Wintersonnenwende in Schottland: Mystik, Tradition und ein Hauch von Humor

Die Wintersonnenwende, auf Gälisch „Oidhche nan Seachd Suipearan“, ist in Schottland – besonders in den Highlands und auf den Inseln – ein bedeutendes Ereignis. Sie markiert den kürzesten Tag und die längste Nacht des Jahres, wenn das Licht zurückkehrt und die Tage wieder länger werden. Für viele Menschen in Schottland hat die Sonnenwende sogar mehr Bedeutung als Weihnachten selbst.

Die Wurzeln der Tradition

Die Kelten verehrten die Sonnenwende als spirituellen Wendepunkt: Das Wiedererwachen der Sonne symbolisierte den Triumph des Lichts über die Dunkelheit. Noch heute zeugen alte Steinmonumente wie die Callanish Stones auf der Isle of Lewis oder die Clava Cairns bei Inverness von dieser Ehrfurcht vor der Natur und den Sternen. Diese steinernen Zeitzeugen sind so ausgerichtet, dass sie die ersten Sonnenstrahlen des neuen Zyklus einfangen – ein beeindruckendes Zeugnis alter Himmelsbeobachtung und Spiritualität.

Clava Cairns near Inverness

Die Nacht der sieben Abendessen

Eine besondere gälische Tradition ist „Oidhche nan Seachd Suipearan“ – die „Nacht der sieben Abendessen“. Der Brauch sieht vor, dass man sieben kleine Mahlzeiten zu sich nimmt, um Fülle und Wärme während der dunkelsten Nacht des Jahres zu feiern. Moderne Varianten dieses Festes könnten ein gemütliches Beisammensein mit Freunden am Kamin sein, begleitet von Glühwein, Suppe oder köstlichem Gebäck. Doch der Kern der Tradition bleibt: Dankbarkeit und Freude über das Überstehen der dunklen Jahreszeit.

Clava Cairns

Wie die Schotten heute feiern

Auch heutzutage wird die Sonnenwende in Schottland mit einer Mischung aus alten Ritualen und modernen Eigenheiten gefeiert. Im Maeshowe Chambered Cairn auf Orkney zum Beispiel tauchen die letzten Sonnenstrahlen der Wintersonnenwende die alte Grabkammer in ein magisches Licht. Solche Momente verbinden Geschichte und Natur auf eine einzigartige Weise.

Doch das Wetter, das typisch schottisch sein kann – mit Regen, Wind und eisigen Temperaturen –, macht diese Feiern oft zu einem Abenteuer. Die Schotten nehmen das jedoch mit Humor: „Wenn dich der Wind nicht wegweht, bleibst du wenigstens warm am Feuer.“

Tipps für die Wintersonnenwende in Schottland

  1. Besuche einen Steinkreis: Die Callanish Stones oder die Clava Cairns sind beeindruckende Orte, um die Sonnenwende zu erleben.
  2. Zieh dich warm an: Wetterfeste Kleidung ist ein Muss – Schottland bleibt auch bei der Sonnenwende unberechenbar.
  3. Mach mit bei lokalen Bräuchen: Vielleicht findest du ein gemeinsames Festmahl oder eine Geschichtenerzählung – die Schotten teilen ihre Traditionen gerne.
  4. Nimm dir einen Moment für dich: Die Highlands bieten mit ihrer Weite und Stille den perfekten Ort für Reflexion und einen Neuanfang.

Warum die Sonnenwende wichtig bleibt

Die Wintersonnenwende erinnert uns an den Zyklus der Natur und die Kraft, die uns in den dunkelsten Momenten des Jahres am Leben hält. Es ist ein Fest der Hoffnung, des Lichtes und der Gemeinschaft. In Schottland, wo sich alte Bräuche mit modernem Leben vermischen, wird dieser Tag zu einem besonderen Ereignis, das Herz und Seele berührt.

Wenn du also jemals die Gelegenheit hast, eine Sonnenwende in Schottland zu erleben, nutze sie. Es ist eine Zeit der Magie, des Lachens und der kleinen, aber bedeutsamen Momente – sei es beim siebten Gang des Festmahls oder beim ersten Lichtstrahl, der über die uralten Steine tanzt. Und vergiss nicht, einen kleinen Schluck Whisky einzupacken, um die Nacht zu wärmen.

burial chamber Clava Cairns

Erlebe Coorie: Achtsamkeit und Wärme im Alltag

Wenn der Herbst Einzug hält und Schottland in neblige, goldene Farben hüllt, gibt es kaum eine bessere Zeit, um über einen Begriff zu sprechen, der in Schottland für Wärme und Gemütlichkeit steht: coorie. Während in Skandinavien hygge gefeiert wird, haben die Schotten ihr ganz eigenes Konzept, das die Freude an Behaglichkeit, innerer Ruhe und der Verbindung zur Natur vereint.

Was bedeutet Coorie?

Coorie ist viel mehr als nur ein schottisches Wort für Gemütlichkeit. Es beschreibt eine Lebensweise, die darauf abzielt, das Einfache zu genießen und sich dem Moment hinzugeben. Gerade in den kalten Monaten geht es darum, sich mit einer dicken Wolldecke vor ein knisterndes Feuer zu kuscheln, einen stillen Spaziergang am Loch zwischen buntem Herbstlaub zu machen oder eine Tasse heißen Tee zu genießen, während draußen der Regen leise prasselt.

Coorie is a Scots word meaning „to stoop, bend, cringe, crouch for protection“ and „to snuggle, nestle.“ It has been appropriated and positioned as a „lifestyle trend,“ similar to the Scandinavian concept of hygge, which involves ideas such as cosiness. (Wikipedia)

Die Schönheit des Einfachen

Was coorie besonders macht, ist die tiefe Verbundenheit zur Natur und die Ruhe, die man in alltäglichen Momenten findet. Es erinnert daran, dass die wahre Schönheit oft in den kleinen Dingen liegt und dass jeder Augenblick, so einfach er auch sein mag, ein Geschenk ist. Während die Tage kürzer und die Nächte kühler werden, lädt uns coorie dazu ein, innezuhalten, Kraft zu tanken und die wilde Schönheit Schottlands zu schätzen.

Warum Coorie?

In unserer hektischen Welt ist coorie eine Einladung zur Langsamkeit und Achtsamkeit. Es hilft uns, den Stress des Alltags loszulassen und bewusst Momente der Wärme und Zufriedenheit zu schaffen – ganz ohne viel Aufwand. Statt der Jagd nach Perfektion geht es bei coorie darum, das Unperfekte, das Natürliche und das Authentische zu feiern.

Ein wenig Coorie für Zuhause

Ob du in Schottland lebst oder nur vom Fernweh nach den Highlands getrieben bist – coorie kannst du überall erleben. Vielleicht ist es das Lesen eines Buches bei Kerzenschein, das Kochen einer wärmenden Suppe oder das Spazierengehen in der Natur, wenn die Luft frisch und klar ist. Diese kleinen Momente der Verbundenheit mit der Umgebung sind die Essenz von coorie.

Gerne mit Buch

Ein gutes Buch gehört definitiv zur Welt von coorie – und was könnte besser passen als eine spannende Geschichte aus der rauen Schönheit der Highlands? Die Highland Crime-Serie und die Abenteuer Highlands-Reihe bringen die mystische Atmosphäre Schottlands direkt ins eigene Zuhause. Sich mit einem Krimi oder einem Abenteuer voller schottischer Landschaften, Geheimnisse und der Magie der Highlands einzukuscheln, ist der perfekte Weg, um in die Welt des coorie einzutauchen und einen Moment des Entspannens und Genießens zu erleben.


Fazit: Wärme und Magie des schottischen Herbstes

Der Herbst in Schottland bringt eine besondere Atmosphäre mit sich – eine Mischung aus Wildheit und Wärme, die es so nur hier gibt. Coorie ist eine Erinnerung daran, dass wahre Zufriedenheit oft ganz nahe liegt, in einem Moment der Stille, einem Hauch von Natur und dem einfachen Akt des Seins.

Lass uns diesen Herbst ein wenig coorie leben und die kleinen Dinge in ihrer vollen Pracht genießen.


Virginia Erkenbach

Einen Raum für sich allein

Virginia Woolfs Zitat „A woman must have money and a room of her own if she is to write fiction“ aus ihrem Essay „A Room of One’s Own“ ist ein berühmtes Statement, das weit über die Literatur hinausreicht. Es drückt die Notwendigkeit aus, dass Frauen Raum, sowohl physisch als auch finanziell, benötigen, um ihr volles Potenzial zu entfalten. Diese Worte sind zu einem Symbol für die Befreiung der Frauen geworden, nicht nur im Schreiben, sondern in allen Bereichen des Lebens. Sie erinnern uns daran, dass Selbstbestimmung und Unabhängigkeit grundlegende Bedürfnisse sind, die Frauen ermöglichen, ihre Träume zu verfolgen und ihre Stimmen zu erheben. Woolfs Zitat erinnert daran, dass jede Frau das Recht hat, ihren eigenen Raum zu beanspruchen und ihre Geschichte zu erzählen.

Ich habe diesen Raum. Ich erzähle Geschichten. Ich habe eine Schreibhütte und sie ist mir der liebste Ort der Welt. Doch dieser Raum ist nur gegeben, wenn andere ihn respektieren. Erwachsenen kann man das erklären, mache verstehen es, bei Kindern ist es schwieriger. Auch bei einem selbst. Wie kann man sich guten Gewissens von den sozialen Zwängen die Familie und Freunde einem auferlegen zurückziehen? Wir geht man „zur Arbeit“, wenn man doch im garten in der Hütte ist? Es ist schwer und schlechtes Gewissen stört Konzentration und Kreativität. Die Bedürfnisse der anderen schränken unsere Freiheit ein.

Ein Auto für sich allein

Hier in den Highlands gehört zur Freiheit der eigenen Entscheidungen und zur Unabhängigkeit von den Entscheidungen anderer ein Auto. Es nimmt eine zentrale Bedeutung ein, die weit über die bloße Fortbewegung hinausgeht. Es ist nicht nur ein Transportmittel, sondern auch ein Symbol für Unabhängigkeit und Flexibilität. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist Vorankommen schwierig bis unmöglich. Soziale Kontakte, Veranstaltungen, Weiterbildung, Versorgung, nichts geht ohne Auto, die Liste ist endlos. In den letzten Jahren habe ich das Auto des Mannes benutzt und das ging problemlos, da er für die Arbeit einen Dienstwagen nimmt. Den kann er allerdings nicht privat nutzen und ich darf nicht mitfahren. Aber ein Auto für uns zwei sollte reichen, dachten wir. Nun, wir lagen falsch, denn das Auto wird z.B. benötigt, wann immer der Mann zum Babysitten erklärt wird, was inzwischen sehr häufig und meist sehr spontan geschieht. Dann sind alle meine Pläne hinfällig: kein eigenes Auto, kein eigener Raum, keine eigenen Entscheidungen. Ich muss recherchieren, Deadlines einhalten, Marketingpläne bei Neuveröffentlichungen erfüllen. Um die Kontrolle über mein Leben und mein Schreiben zurückzugewinnen, brauche ich ein Auto.

Zum Zug kommen

Ich schaue mich um und prüfe Optionen. Dann entscheide ich mich für die nächsten zwei Monate für einen Mietwagen, den ich in Inverness am Flughafen abholen kann. Leider gibt es keine billigen mehr. Die Kleinwagen sind alle weg. Es ist Saison und die Touristen fahren die Fiat 500s im Angebot. Also gehe ich eine Klasse höher. Aber wie komme ich zur Abholung? Mit dem Bus (2x umsteigen) sind es £27 für eine Fahrt, mit dem Zug (1x umsteigen) nur £17. Ich nehme also den Zug und der Mann fährt mich am Morgen um 9 Uhr nach Kyle of Lochalsh. Ich muss zwar 3 Stunden warten aber die Sonne scheint, wir gehen gemeinsam frühstücken und ich genieße den warmen Vormittag mit Blick aufs Meer.

Die Zugreise von Kyle of Lochalsh nach Inverness bietet eine atemberaubende Fahrt durch einige der schönsten Landschaften Schottlands. Die Strecke führt entlang der Nordwestküste Schottlands und bietet spektakuläre Ausblicke auf majestätische Berge, ruhige Seen und weites Moor. Die Tickets stecken über dem Sitz fest und der Zug ist sauber, die Toiletten funktionieren und er ist höchstens zu einem Drittel besetzt.

Die Reise beginnt in Kyle of Lochalsh, einem Hafenort am Ufer des Loch Alsh, von wo aus der Zug gemütlich durch die Highlands fährt, wenn er nicht gerade an einem der vielen Bahnhöfe hält. Manche sind immer im Programm, an anderen wird nur gehalten, wenn man Bescheid gibt oder jemand am Bahnsteig steht. Während der Fahrt hat man herrliche Blick auf die Insel Skye. Die Strecke führt weiter durch die raue und unberührte Landschaft der Highlands.

In Inverness habe ich eine Weile Aufenthalt, bis der nächste Zug mich Richtung Flughafen mitnimmt. Man verlässt den Bahnsteig und geht auch nicht auf den nächsten, bevor die elektronischen Zugangssperren es zulassen. Alle Züge sind pünktlich, keiner drängt auf dem Bahnsteig und man kann sich mit einen leckeren Kaffee die Zeit vertreiben. Um 15:45 Uhr komme ich am Flughafen an und habe nun eine Wanderung rund ums Rollfeld vor mir, bevor ich am Flughafen den Wagen abholen kann. Dort haben die Damen mit den schönen Fingernägeln etwas Mühe mit meiner Buchung, aber zu dritt schaffen sie es schließlich und um 16:30 Uhr bin ich für die kkpmmenden zwei Monate stolze Fahrerin eines MG.

Auf der Heimfahrt scheint die Sonne. Ich bin frei und unabhängig und sende, bevor ich Gas gebe, respektvolle Grüße an an meine Schwester im Geiste: I feel what you mean, Virginia Woolf!

Schottland für die Ohren

In freundlicher Zusammenarbeit mit Audible

Schottland lädt zum Träumen ein und hat schon manch einen Schriftsteller zu literarischen Höhenflügen inspiriert. Zu den Klassikern, die in Schottland spielen, gehören Virginia Woolfs „Die Fahrt zum Leuchtturm“ sowie „Waverley“ von Sir Walter Scott. Und da wäre natürlich das Theaterstück „Macbeth“ von William Shakespeare, durch das der Mythos um die verwunschenen schottischen Highlands weiterlebt.

Statt ein Buch über Schottland zu lesen, kann man sich auch mit einem Hörbuch in die faszinierende Welt der Highlands und Lowlands entführen lassen. Eine gute Anlaufstelle hierfür wäre Audible. Die große Auswahl an Romanen, Reiseberichten, Thrillern und Sachbüchern sorgt dafür, dass für jeden etwas Passendes dabei ist. Schottland dient als Schauplatz für zahlreiche Romane klassischer und zeitgenössischer Autoren. Auch die historischen Ereignisse, die Schottland so interessant und vielfältig machen, liefern eine bunte Kulisse zu einer temporeichen Handlung.

Welche Autorinnen und Autoren haben über Schottland geschrieben?

Viele gebürtige Schottinnen und Schotten haben sich die Einzigartigkeit ihrer Heimat zunutze gemacht. In seinem Roman „The Crow Road“ schildert der schottische Schriftsteller Iain Banks die Erlebnisse des heranwachsenden Prentice McHoan, während Irvine Welsh mit „Trainspotting“ ein echtes Meisterwerk gelungen ist. Beide Romane leben vom Lokalkolorit und den atmosphärischen Beschreibungen der schottischen Provinz sowie der Großstädte Edinburgh und Glasgow. Geht man etwas weiter in die Vergangenheit zurück, trifft man auf Robert Burns, der oft als Nationaldichter Schottlands bezeichnet wird. Bis heute wird der Geburtstag des Dichters am 25. Januar in ganz Schottland gefeiert.

Die schönsten Hörbücher für echte Schottland-Fans

Egal, ob man etwas mehr über Schottland erfahren oder einfach in die einzigartige Atmosphäre des Landes eintauchen möchte: Die Vielfalt an Hörbüchern ist riesig. Mit „Reise durch Schottland“ von Kai Schwind begibt man sich auf eine einmalige Reise durch das Land der Glens und der Clans. Die Hörreise beginnt in Edinburgh und führt Hörerinnen und Hörer in die Highlands zu den malerischen Landschaften und Schlössern. Natürlich steht auch ein Abstecher zum Loch Ness auf dem Programm: Vielleicht lässt sich endlich Nessie, das sagenumwoben Seeungeheuer, blicken. Die Reise endet in Glasgow, wo die bunte Musikszene der Stadt vorgestellt wird.

In ihrem Roman „Um Reich und Krone“ aus der Reihe „Das Erbe der Tudors“ taucht Philippa Gregory in die turbulente Vergangenheit Schottlands ein. Jede der drei Schwestern Jane, Katherine und Mary Grey möchte die Krone an sich reißen. Nach neun Tagen als Königin wird Jane von Mary entthront und später auf dem Schafott hingerichtet. Dochauch Marys Herrschaft sollte nicht allzu lang dauern: Nur fünf Jahre später ging die Krone an Elisabeth I. über.

Krimifans, die eine besondere Neigung zu Schottland gehen, freuen sich über die Hamish-Macbeth-Reihe der schottischen Schriftstellerin M.C. Beaton. Mit viel Pep und Elan erzählt sie die Abenteuer des Police Constable Hamish Macbeth, der es immer wieder mit mysteriösen Todesfällen zu tun bekommt.

Und nun, im April 2024, habe ich meinen Debutroman als Hörbuch auf Audible veröffenlicht: Riding Towards Shadows. Mit diesem Buch und der Reise auf dem Motorrad nach Glasgow hat alles angefangen…

Hörprobe gefällig? Kein Problem!

Augen zu – Ohren auf

Mein erstes Audiobuch ist da

Oh Mann, wie habe ich das unterschätzt!

Fein, dachte ich. Ich produziere mal ein Hörbuch. Geht ja über Amazon und Audible, wenn man in den Vereinigten Staaten oder dem Vereinigten Königreich wohnt. Und deshalb muste es auch eines meiner englischen Bücher sein. „Scotland For Quiet Moments“ kam nicht in Frage, ein Reiseführer taugt nicht als Hörbuch. Mit „Shadows over Skiary“ war ich noch nicht so weit. Die Korrekturphase zog sich. Also mein erster Roman, dachte ich und postete „Riding Towards Shadows“ als Royalty-Share Angebot für Sprecher. Das ist ein Deal, bei dem man als Autor keine Kosten hat und sich dafür die Tantiemen mit dem Sprecher oder der Sprecherin teilt.

Blauäugig im Quadrat Nr 1

Zugegeben, ich bin etwas blauäugig an die ganze Sache rangegangen und habe mich nicht wirklich tief eingelesen. Sonst wäre mir bewusst gewesen, wie eng und wichtig die Verbindung zwischen Sprecherin und Autorin werden wird. Ich suchte nach einer Frauenstimme mit einem Glasgower Akzent und fand bald eine. Sehr nett, sehr Glasgow aber leider auch sehr neu im Geschäft. Ich hatte über Monate Geduld, zog aber dann Ende März die Reißleine. Erstaunlicherweise zur Erleichterung der Sprecherin, die schnell bemerkt hatte, dass es bei ACX nicht nur ums Sprechen, sondern ums Produzieren geht. Und Tonschnitt und Aufnahmetechnik ist nicht jederfraus Sache. Ich war als wieder am Anfang, oder wie man im Englischen sagt: Back to square one.

Casting, die Zweite

Ich eröffnete das Casting erneut und hatte schnell drei vielversprechende Kandidatinnen, von denen eine offensichtlich ebenfalls keine Erfahrung in der Hörbuchproduktion hatte, die andere wollte ein Produktionshonorar zusätzlich zu den Tantiemen. Nur die dritte, die reichte eine blitzsaubere Sprechprobe ein und fing an zu produzieren, sobald sie den Zuschlag erhalten hatte. Was soll ich sagen. Frances Butt war der größte Glücksgriff, den ich machen konnte. Ihre wunderbare Stimme ist das, was alle hören, die sich das Audiobook gönnen. Aber ich kam in den Genuss ihrer Professionalität, Schnelligkeit und Erfahrung und das war so wichtig auf dem Weg zu meinem ersten Hörbuch. Ich bin ein großer Fan von ihr. Und nicht nur ich!

Hört mal!

Wer gut genug Englisch spricht, um ein Hörbuch zu verstehen, kann diesen Link benutzen, um sich fünf Minuten daraus anzuhören. Promo Codes habe ich auch, doch leider nur für Menschen mit einem Amazon/Audible Account in US und UK. Deshalb packe ich die gar nicht erst hier dazu. 

I’m in love with my own book

Ich freue mich wahnsinnig, dass das Audiobuch jetzt auf dem Markt ist. Es ging so schnell, dass es mich etwas überrascht hat und ich nun ganz schön was zu tun habe mit Marketing und Distribution. Also habt etwas Geduld mit mir, folgt mir auf LinkedIn, Instagram oder Facebook für mehr Neuigkeiten und lasst mich wissen, wie Euch die Leseprobe gefallen hat. 

Und darum geht es in “Riding Towards Shadows”

Sie begab sich auf eine schmerzhafte Odyssee zu Europas ältesten Ein-Prozent-Motorradclubs. Trotz ihrer erfolgreichen Karriere als Journalistin breitete sich in ihr eine nagende Leere aus, als sie die Mitte des Lebens erreichte. Ein Problem, das zwei quälende Jahrzehnte lang ungelöst geblieben war, eine eindringliche Erinnerung an die frühen 1990er Jahre in Glasgow, Schottland, und an den Mann, den sie nie vergaß. kamen wieder in ihr hoch. Es war Zeit, dem Biker den Abschied zu geben, den er nie erhalten hat, und sich den Schatten ihrer Vergangenheit zu stellen. Sie war ihre ganze Jugend lang unter Bikern gewesen, aber das Leben hatte sie woanders hingeführt. Es war Zeit zurückzukehren und zu sich selbst zu finden. Ihre Harley-Davidson trug sie auf einer langen Reise nach Norden durch das Herz der Dunkelheit.

Ihr Streben nach Emanzipation, ihre unerschütterliche Entschlossenheit, sich den erdrückenden Zwängen zu widersetzen, die Stereotypen Frauen auferlegen, ihre schmerzhafte Rebellion ware eine sehr weibliche Version von „Easy Rider“.

„Riding Towards Shadows“ – ein Roadmovie voller Blut und Tränen. Eine Frau, die versucht, ihren Platz unter Rockern und Outlaws zu finden, einer Welt, in die sie eigentlich nicht gehören sollte, der Blue Angels MC in Glasgow.

Easy Rider trifft Thelma and Louise

Unterwegs nach Skiary

Man kennt es, es zieht einen Täter immer wieder und unwiderstehlich zurück zum Ort der Tat. Als Krimiautorin ist man ja auch so eine Art Täterin und ja, es zieht mich zurück zum Ort meiner Tat. Bewaffnet mit einer Kopie meines ersten Krimis wollte ich nach Skiary, um Fotos zu machen. Ein Plan, den ich schon länger in meinem Kopf hatte, aber nie so richtig motiviert war, ihn umzustezen. Bis dann die andere Nellie Interesse anmeldete. Sie hat Schatten über Skiary gelesen und wollte das Cottage unbedingt sehen.

Skiary und Loch Hourn @nme Nellie Merrthe Erkenbach

Okay, zwei Nellies on Tour? Das klingt gut und Emma kommt natürlich mit.

die wunderbare Emma der anderen Nellie @nme

„Es ist ein ziemliches Stück zu fahren!“ warne ich, knapp zwei Stunden von uns aus für eine Strecke, die Liftlinie nun wirklich nicht weit ist. Aber wie es nun mal so ist in Schottland. Die Straßen führen selten direkt zum Ziel und man muss Umwege in Kauf nehmen. Dazu ist die Strecke weitgehen single track road, also nur eine Fahrspur für beide Seiten.

Wir haben Glück und es sind nur wenige Autofahrer unterwegs und auch die Camper und Wohnmobile halten sich in Grenzen. Für die ist die Straße ohnehin weder gemacht noch erlaubt, was allerdings die wenigsten zu stören scheint im Urlaub.

Die andere Nellie ist zum ersten Mal nach Kinlochhourn unterwegs und beeindruckt.

„Wer wohnt denn so weit weg von allem?“

„Warte mal ab“, sage ich. „Vom Ende der Straße sind es noch eine Dreiviertelstunde Fußweg auf einem schmalen Felsenpfand entlang der Küste.

Emma trabt fröhlich voraus und erkundet den Weg. Nellie hat Spaß, die Dinge persönlich zu entdecken, von denen sie gelesen hat und ich habe sehr viel Spaß, das alles mit ihr zu teilen.

Schatten über Skiary von Nellie Merthe Erkenbach @nme 2023

In Skiary angekommen sieht vieles anders aus. Die Besitzer müssen dagewesen sein, seit ich das letzte Mal hier war. Es liegt eine andere Wachsdecke auf dem Tisch im Glashaus, die Fenster sind nicht mehr verbarrikadiert und zwei Gasflaschen stehen vor dem Haus. Zu sehen ist allerdings niemand. Schade, ich hätte gerne mein Buch dagelassen. So als Überraschung für die unbekannten Besitzer.

Emma erschnüffelt den Tatort und Nellie und ich machen es uns auf der Picknick Bank mit Chips und Cocktails gemütlich. Aus er Dose, muss ich zugeben. Aber ganz lecker. Martini mit Passionsfrucht. Passt so gar nicht nach Skiary, aber was soll’s.

Tatort Skiary @nme Nellie Merthe Erkenbach 2023

Auf dem Rückweg treffen wir auf ein Paar, beide Ende Vierzig, Engländer in Funktionskleidung. Sie wollen wissen, wo wir herkommen.

„Skiary!“ sagen beide Nellies im Duett.

„Ah“, sagt sie. „Ist Skiary das Haus da unten?“

„Ja. Aber vorsicht. Ich bin Krimiautorin und dort unten passiert mein erster Mord“, antworte ich.

Sie schaut mich entgeistert an, dann lächelt sie und will wissen, wie das Buchg heisst.

„Schatten über Skiary“, sage ich. „Leider gibt es das aber nur auf Deutsch.“

„Schade!“ antwortet sie und macht sich mit ihrem Mann auf, Skiary zu erkunden während Nellie, Emma und ich uns auf den Heimweg machen.

„Wer weiß“, sage ich. „Vielleicht kommen irgendwann einmal tatsächlich Menschen hierher, weil sie das Buch gelesen haben.“

Schöner Gedanke!

Skiary und Loch Hourn @nme Nellie Merthe Erkenbach 2023

Schatten über Skiary ist als eBook und Taschenbuch bei Amazon erhältlich ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Als Isabel, Issy, Hartmann eine Wanderung zu einer idyllischen Bucht an der schottischen Westküste unternimmt, ist das Letzte, was sie zu entdecken erwartet, die Leiche eines Deutschen. Unvermittelt findet sich die Übersetzerin mitten in einer Mordermittlung, die sie immer wieder vor neue Herausforderungen stellt.

Detective Inspector Robert Campbell ist in der Gegend aufgewachsen und steht vor einem Rätsel: ein erschossener Tourist, mitten im Winter, den kein Einheimischer gesehen haben will. Was hat er da draußen in der Wildnis gewollt?

Issy Hartmann ist sich sicher, dass die Lösung des Falls im kleinen Örtchen Glenelg liegt, dort, wo jeder ein Geheimnis hat und keiner das ist, was er zu sein vorgibt. Kann sie die Mauer des Schweigens durchbrechen?

In der rauen Einsamkeit des schottischen Winters werden Robert und Issy hineingerissen in einen tödlichen Strudel aus Liebe, Leidenschaft und Gewalt.

Von Eiern und Pfannkuchen

Pfannkuchen mit eingemachten Frückten Granola und Ahornsirup

Dinnae teach yer Granny tae suck eggs!

Versuch nicht, den Leuten etwas beizubringen, was sie bereits wissen – mit anderen Worten, sei kein Klugscheißer. Und der Teil mit den Eiern? Der ist ein Hinweis darauf, dass ältere Schotten früher oft wenige gesunde Zähne hatten und nur weiche Nahrung wie Eier essen konnten.

Diese schottische Redewendung bringt mich unweigerlich zu der Pfannkuchen Geschichte. Da spielen zwar auch Eier eine Rolle, aber keine Sorge, niemand hat an rohen Eiern gesaugt. Bäh! Was für eine gruslige Vorstellung!

Wie zuletzt häufig, ist der Enkel des Mannes bei uns. Ich habe bereits im letzten Buch (Abenteuer Highlands 2.0) über den Krümel geschrieben. Inzwischen ist er sechs Jahre alt und natürlich kein Krümel mehr. Ich bekäme einen vorwurfsvollen Blick, wenn ich das behaupten würde. Als er noch ein Krümel war, hat er alles gegessen was man ihm vorgesetzt hat: Obst, Gemüse, alles. Nun, als Steppke, ist er wählerisch geworden. Dies isst er nicht und das auch nicht und Karotten nur roh, aber nicht gekocht. Tomaten dagegen nur auf der Pizza oder im Ketchup, aber nicht roh.

Der Kurze nähert sich immer mehr dem Mann an, der Obst und Gemüse ja nur mit höchster Vorsicht begegnet. Die beiden frühstücken Berge von Würstchen mit Eiern, während ich mein Müsli löffle. Das ist doch doof und ich schlage vor, ob wir nicht alle zusammen Pfannkuchen essen wollen, mit Früchten und Ahornsirup. Der Mann hat nichts dagegen, weil dann nicht er in die Küche muss, sondern ich, um das Frühstück zu machen. Der Kurze überlegt für eine Weile und entscheidet sich dafür.

„Ich habe keine Pfannkuchen am Pfannkuchen Tag bekommen“, sagt er vorwurfsvoll und wohl in der Hoffnung, dass ich wegen der kulinarischen Versäumnisseein ernstes Wörtchen mit seiner Mutter rede.

Der Pfannkuchen Tag wird hier im Vereinigten Königreich begangen, weil sie kein Faschingsdienstag haben und die Fastenzeit hier im öffentlichen Leben keine Rolle spielt. In Deutschland kennt man ja auch die Faschingskrapfen. Wenn auch eher nicht zum Frühstück.

Der Kurze hat also eine Pfannkuchen Unterversorgung und ich machen mich dran, Abhilfe zu schaffen. Schnell mixe ich die Zutaten, hebe das geschlagene Eiweiß unter und gebe den Teig und in die Pfanne. Als die ersten fertig sind, lade ich sie auf zwei Teller, garniere mit Früchten und weise auf den Ahorn Sirup und das Zimt-Zucker-Gemisch hin, das auf dem Tisch steht, um wieder in der Küche zu verschwinden und den Rest auszubacken.

Als ich mit der nächsten Ladung wieder zurück am Tisch bin, starrt der Kurze trotzig auf seinen Teller. Er hat die Pfannkuchen nicht angerührt. Der Mann versucht ihn gerade davon zu überzeugen, dass man sie sehr wohl essen kann und sie sehr lecker sind, aber nein, er isst sie nicht.

„Was stimmt denn nicht, mit meinen Pfannkuchen?“ frage ich. Ich kann keinen Fehler entdecken.

„Sie sind nicht in der richtigen Form“, trotzt der Kleine und ich weiß sofort, was er meint.

Seine Generation kennt Pfannkuchen als perfekte, runde Gebäckstücke, gestapelt und mit Sirup übergossen. Meine sind zwar rund, aber keine perfekten Kreise. Form und Aussehen aber gehen ihm vor Inhalt.

Nichts leichter als das“, sage ich und nehme seinen Teller mit in die Küche. Dort steche ich mit den runden Ausstech-Formen für Hilda Plätzchen die runden Pfannkuchen zu perfekten Kreisen und serviere sie erneut. Der Kurze ist zufrieden und isst. Ich esse die ausgestochenen Ränder. Heimlich. In der Küche.

Hm, lecker!

Schneetage sind Schreibtage

Der März ist frostig und immer wieder schneit es kräftig. Es ist kalt genug, dass der Schnee auch liegen bleibt. Ich liebe den Blick auf die Berge, wenn die Luft frisch und alles weiß ist und Himmel und See ihr klares Blau dazu geben.

Der Schneepflug kommt morgens gegen sieben Uhr vorbei und streut eine Prise Sand-Salz Gemisch in vereinzelte Kurven. Ansonsten muss jeder sehen wie er klar kommt. Was zur Folge hat, dass alle Schulen schließen, sobald man auch nur aus der Ferne eine Schneeflocke erahnt. Aus Sicherheitsgründen. Health and safety, heißt das Schlagwort.

Wenn die Kinder nicht in der Schule sind, gehen die Mütter und Väter auch nicht arbeiten, weil sie die Kinder nicht alleine lassen sollen, solange sie unter zwölf Jahren sind. Das ist zwar kein Gesetz, aber ein dringlicher Rat der Regierung. Somit findet einfach gar nichts statt, wenn es schneit. Ruhe. Herrlich!

Wie gut so ein Leben mit einer Schreibhütte ist, obwohl ich zugeben muss, wenn es richtig kalt wird, arbeite ich lieber im Haus. Die Hütte ist nicht isoliert, es steht nur ein Heizlüfter drin. Außerdem ist an Schneetagen der Mann zu Hause statt bei der Arbeit. Somit sind Schneetage wie Wochenenden ruhig und entspannt.

Ich gebe zu, ein wenig amüsiert mich die schottische Haltung zum Schnee schon so als Schwarzwälderin. Schade, dass es hier keine Loipen gibt, die Pisten sagen wir mal, locken mich nicht.

Selbst unsere Dachse kommen an Schneetagen selten vorbei. Die schlafen lieber, als sich durch Eis und Schnee zu unserem Futter vorzukämpfen. Ich habe also Zeit. Zeit! Wann hat man schon Zeit in Deutschland?

Schneetage sind Schreibtage, ganz eindeutig. Die Frage ist nur, was schreibe ich?

Von Januar bis Ende Februar habe ich den zweiten Band der Highland Crime Reihe um DI Robert Campbell geschrieben. Bis Anfang März dann noch einmal drüber gearbeitet und feingeschrieben und nun ist das Manuskript bei der zweiten Testleserin. Ich bin manuskriptlos. Was soll ich sagen? Es ist ein komisches Gefühl, wenn ein Autor ohne Manuskript ist.

Mir fehlt was!

Natürlich gilt es jede Menge andere Dinge zu organisieren. Social Media zum Beispiel. Ich arbeite mit Facebook, Instagram, TikTok und LinkedIn. Es müssen Posts entworfen und bearbeitet werden. Die Werbung braucht auch Zeit. Auf Facebook sind Anzeigen recht intuitiv zu begreifen und zu managen. Bei Amazon sieht das schon anders aus. Seit Tagen mache ich Tutorials für Amazon Ads. Jetzt ist mir klar, wie es funktioniert, aber noch scheue ich die Ausgaben, die dafür notwendig sind. Nach Steuern und Kosten für Coverdesigner, Formatierer und Korrektorat sind die Einnahmen nicht so, dass man gerne noch mehr Ausgaben generieren möchte. Und so gerne ich Marketing und Management mache, die eigentliche Leidenschaft ist das Schreiben.

Was macht also eine Autorin ohne Manuskript, wenn es Schnee hat?

Sie beginnt ein neues Buch!

Doch welche Reihe will ich fortsetzen. Schreibe ich Band 3 der Highland Crime Serie. Die Idee zum Plot ist schon recht weit gereift und ich bin gerade im Thema und gedanklich in der Welt des Verbrechens. Aber ein Krimi schreibt sich schlecht in Happen. Man muss alle Fäden in der Hand halten und darf die Übersicht nicht verlieren. Das wird schwierig, denn sobald das Manuskript von Band 2 von der Testleserin zurückkommt, muss ich es überarbeiten und an die nächste Testleserin schicken.

Damit ist die Entscheidung gefallen: Ich beginne Abenteuer Highlands 3!

Es ist schließlich einiges passiert, seit Abenteuer Highlands 2.0. Schon komisch, eigentlich war Abenteuer Highlands als einmaliges Buch gedacht. Dann kam noch ein zweites dazu, hauptsächlich deshalb, weil viele danach gefragt haben, wann und wie es weitergeht mit meinem Abenteuer. Und ganz offensichtlich ist es ja auch nicht zu Ende. Ich lebe das Abenteuer seit zwölf Jahren.

Also mache ich auf Amazon aus Abenteuer Highlands eine Reihe. Damit wird die Struktur klarer, man kann der Serie folgen und wird automatisch benachrichtigt, wenn es einen neuen Band gibt. Als Nächstes mache ich mir Gedanken über den Untertitel und entscheide mich schnell: Ja, hört das denn nie auf. Das ist ein guter Titel. Was denkt ihr?

Abenteuer Highlands 3: Ja, hört das denn nie auf?

Doch noch immer komme ich nicht zum Schreiben, denn bevor ich loslege, sammle ich, was es schon gibt. Schließlich habe ich auf dem Blog Abenteuer Highlands ja auch schon den ein oder anderen Post geschrieben seit Abenteuer Highlands 2.0.

Nach dem Sammeln sortiere ich, ergänze weitere Ideen für die einzelnen Kapitel und bringe alles in eine ungefähre Reihenfolge. Jetzt habe ich ein Gerüst. Danach kann ich endlich wieder schreiben. Bis Ende Juni habe ich Zeit, dann geht es zurück nach Deutschland und zur Arbeit. Dort ist keine Luft für Bücher und Schnee hat es dann auch nicht. Deshalb gilt es jetzt, die Schnee- und Schreibtage zu nutzen, die man bekommt.

Ich mach dann mal weiter!