Goonie Day

Ich bin nicht die Einzige, die manchmal keine Lust hat, sich anzuziehen und lieber den ganzen Tag im Bademantel abhängt. Hier ist das ein durchaus bekanntes Phänomen, man nennt es einen goonie day, das Wort ist die Verniedlichung von dressing gown, dem Bade- oder Morgenmantel. Das würde ja nicht annähern so gut klingen, so ein dressing gown day. Gehört habe ich allerdings von den dressing down days. Das sind die Freitage ohne Krawatte, aber die trägt man hier ohnehin nur zu Beerdigungen. Also die Krawatten, nicht die Bademäntel!

Zurück zum Thema. Ich habe also einen dieser goonie days und nach einer Weile, spätestens im Laufe des Nachmittags, wäre man durchaus bereit, sich anzuziehen. Doch dann kann man ja nicht mehr. Man hat ja einen goonie day und kann nicht so einfach wieder in einen normalen Rhythmus zurück. Das ist dann Germanischer Starrsinn, schätze ich. Einmal entschieden, muss man das durchziehen. Sei’s drum.

Ich hänge also den ganzen Tag im Morgenmantel ab, ich lesen, schaue eine Serie, lackiere die Fußnägel, so ein Zeug. Es ist Sonntag und das Wetter ist schlecht. Was sollte man sonst anfangen? Denn eins ist mal klar, sobald man die Entscheidung für den Morgenmantel und gegen ordentliche Kleidung getroffen hat, ist man gleich viel entspannter. Wer einen Morgenmantel trägt, ist relaxed. Der Mann trägt es mit Fassung.

Gegen Abend wird das dann allerdings eine Herausforderung. Ich koche und Bademantel mit Küchenschürze zusammen sehen weder entspannt noch relaxed aus. Ich koche trotzdem fröhlich vor mich hin und verlasse die Küche auf der Suche nach Kartoffeln, die ich anderswo lagere. Keine fünf Sekunden später höre ich den Mann rufe.

„Da ist Andy. Er steht vor der Tür.“

Damit meint er Andy von der Fischfarm und die Küchentür, zu der hier alle rein und rausgehen. Die Haustür benutzen wir nicht. Ich habe inzwischen das Bügelbrett und den Wäscheständer von innen drangehängt. Kommt ja eh keiner rein. Aber Andy an der Küchentür?

ARRGL!

Da stand ich vor fünf Sekunden noch in meinem Morgenmantel-Schürzen-Outfit. Die Küche ist hell erleuchtet und die Tür ist in der oberen Hälfte aus Glas. Ich stand also wie auf einer Bühne für jeden, der auf dem Grundstück war. In diesem Fall Andy.

OMG!

Ich schlage innerlich beide Hände vors Gesicht und rase errötend ins Schlafzimmer, nicht ohne dem Mann zuzurufen, dass ich nicht an die Tür kann. Der denkt natürlich überhaupt nicht mehr an meinen Bademantel-Tag und brummt vor sich hin, weil er nun seinen Computer verlassen und sich kümmern muss.

Ich höre die beiden Männer in der Küche murmeln, während ich alles von mir werfe und in meine Jeans hüpfe. Pullover drüber, geht auch mal ohne Socken, aber ein Haargummi brauche ich, meine Haare haben auch einen goonie day.

Sogleich rase ich in Richtung Küche. Da steht der Mann, ohne Andy und hält ein wenig ratlos aber erfreut einen riesigen Fisch in der Hand. Meine Augen fragen stumm.

„Er ist wieder weg“, sagt der Mann.

Soweit kann ich mithalten. Mich interessiert eher das tote Tier in seiner Hand. Wortlos zeige ich drauf.

„Lachs“, sagt der Mann. „Für uns.“

Er meint wohl eher für sich, weil ich inzwischen Tiere nur noch in Ausnahmefällen esse.

Ich nicke und greife nach dem größten Backblech, das wir haben. Der Lachs ist größer, aber diagonal passt er einigermaßen drauf. Wirklich sehr lieb von den fish farm boys, an uns zu denken.

„Okay“, sage ich. „Ich bereite ihn gerne für dich zu. Aber filetieren kann ich ihn nicht.“

Die Vorstellung, ein Messer in einen Tierleib zu stoßen, lässt mich schaudern. Nie!

Ich fahre mit dem Kochen fort und versuche nicht nach dem toten Fisch zu sehen, der da in unsere Küche liegt. Nach einer Weile lege ich ein Küchentuch über ihn. Die Krimiautorin kann keine Tierleichen sehen! Der Mann surft inzwischen durchs Internet und schaut auf YouTube Filettiervideos. Ja, gibt es.

Nach dem Essen filetiert er den Lachs und ich friere die Tranchen ein. Die Reste trägt er runter an den Strand. Die Möwen werden sich freuen. Ich schreibe derweil der Fischfrau einen WhatsApp, die einmal die Woche mit dem Transporter unterwegs ist und frischen Fisch verkauft. Nett, neutral und ohne Köpfe, gekühlt in weißen Wannen. Fürs erste braucht sie nicht mehr bei uns halten.

Wir haben einen Lachs. Und wir haben die Leichenteile fein säuberlich in die Gefriertruhe gepackt.

Abenteuer Highlands 3 – Ja hört das denn nie auf!

Nach den ersten Erfahrungen mit den Highlands habe ich das erste Buch geschrieben: Abenteuer Highlands – mein etwas anderes Leben im schottischen Hochland. Damals noch ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, dass es vielleicht mehrere geben könnte. 

Die Jahre gingen ins Land und die Abenteuer wurden nicht weniger. Deshalb, und weil ich immer wieder gefragt wurde, ob es nicht bald einen zweiten Teil von Abenteuer Highlands gäbe, habe ich ihn geschrieben. Abenteuer Highlands 2.0 – zwischen Schwarzwald und Schottland – alles, was ein Doppelleben in zwei Ländern aufregend und erzählenswert macht. 

Nun ist Abenteuer Highlands offiziell eine Serie und der nächste Band Abenteuer Highlands 3 – Ja hört das denn nie auf! seit Oktober 2023 als Taschenbuch und eBook bei Amazon verfügbar. 

Nellie Merthe Erkenbach

last chance saloon

Wollen wir uns diese Woche treffen?

Die andere Nellie kann Gedanken lesen, daran hatte ich auch gerade gedacht. Ich hatte nämlich gelesen, dass eines der Hotels in der Gegend wieder aufmacht. Im Januar hat hier alles zu und viele hängen auch noch den Februar oder gar den März dran. Will man im Winter Essen gehen, hat man nur sehr wenig Auswahl und muss oft weit dafür fahren. Umso willkommener die Erkenntnis, dass es einen Koch in der Nähe gab, der etwas gegen hungrige deutsche Mägen unternehmen konnte. Mann musste nur einen Berg rauf und wieder runter, schon war man da.

Sehr gerne schreibe ich zurück und schlage das Hotel vor. Da waren wir letzten Sommer zusammen Essen gewesen und hatten es beide großartig gefunden. Wir verabreden uns auf Freitag, denn donnerstags ist dem Facebook-Account zufolge Quiznacht. Das dann doch lieber nicht.

Das Gleiche denkt auch der Mann, als ich ihn frage, ob er mit will.

„Beim Frauenabend?“ Er lacht. Zwei Nellies sind wohl ein bisschen zu viel für ihn.

Ich aber freue mich sehr. Endlich mal wieder raus aus dem Haus und einmal nicht kochen!

Der Schotte der anderen Nellie hat auch keine Lust, an einem kalten und regnerischen Winterabend das Haus zu verlassen. Wir schon und das Wetter stört uns nicht, Nellie ist eine souveräne und sicher Fahrerin mit deutschen Allwetterreifen.

Zur Sicherheit schreibe ich am Nachmittag noch eine Mail ans Hotel und bitte um einen Tisch für zwei. Ich glaube zwar nicht, dass sehr viel los sein wird, aber sicher ist sicher. Allerdings kommt keine Antwort, was nicht untypisch ist, meist macht einer alles um diese Jahreszeit und vielleicht hat der Koch keine Zeit, am PC zu sitzen.

Pünktlich holt Nellie mich ab und wir fahren los. Auch Emma darf natürlich mit. In den meisten Pubs und Cafés hier sind Hunde kein Problem und wir haben schließlich Mädelsabend. Da darf sie nicht fehlen!

Eine knappe halbe Stunde später betreten wir das Hotel. Ein kalter, kaum beleuchteter Vorraum führt zur Bar. Vorsichtig tasten wir uns voran. Ob da wirklich auf ist. In der dunkel getäfelten Bar brennt ein Kaminfeuer, verbreitet aber weder Wärme noch Wohlfühl-Atmosphäre.

An der Bar steht ein Dutzend Männer, die Hälfte davon in wasserdichter Kleidung und Gummistiefeln, Farmer und Jungs von der Fischfarm. Einer der Männer ohne Gummistiefel hat ebenfalls eine Hündin, die er eng an der Leine hält. Alle starren und entgegen. Nellie und ich sind die einzigen Frauen und man möchte meinen die einzigen Frauen auf dem Planeten.

Nellies erste Reaktion ist, die Flucht zu ergreifen und für eine Sekunde geht es mir genauso, doch kann kommt sofort die störrische Feministin in mir durch: Nicht mit mir, meine Herren!

Emma und die andere Hündin beschnuppern sich misstrauisch, während wir feststellen, dass zwar das Pub aufhat, aber nicht die dazugehörige Küche. Es wird also kein Abendessen geben. Mein Magen knurrt.

Was also tun? Es gibt ein anderes Hotel, das vielleicht Essen serviert, aber da müssen wir wieder zurück, wo wir hergekommen sind.

„Sollen wir erst was trinken?“ fragt die andere Nellie.

Das finde ich eine gute Idee. Schließlich hat keine von uns dreien vor, feige den Rückzug anzutreten, nur weil wir in einem Pub voller angetrunkener Männer gelandet sind, die uns mustern als hätten sie noch nie eine Frau gesehen. Die andere Nellie ist auch Biker und taff.

dann halt ein Bier @nme Abenteure Highlands

Eine der Männer in wasserdichten Hosen, wirrem grauem Bart und prominentem Bauch macht anzüglich Bemerkungen über die two bitches, die man besser nicht von der Leine lässt Es ist ziemlich klar, dass er damit uns und nicht Emma und die andere Hündin meint. Das Wort bitch bedeutet sowohl „Hündin“ als auch „Schlampe“, zumindest in der Altersgruppe des Mannes, der es benutzt hat. Die Generation TikTok verwendet es anders.

Ich überlege, ob ich ihm an die Gurgel gehe, entscheide mich jedoch für Gnade wegen verminderter Zurechnungsfähigkeit. Aber ich grolle wie ein gereizter Hund. Wir trinken unser Bier, meins mit Alkohol, das der anderen Nellie ohne und treten den geordneten Rückzug an.

Kurz bevor wir die Bar verlassen, bringt das Röhren ein ausgewachsenen Hirschs die Gläser zum Klirren. Unsere Köpfe fahren herum. Ein Hirsch? Im Pub?

Schuldbewusst blickt der Besitzer des anderen Hunds zu Boden. Dann entschuldigt er sich hektisch. Die anderen Männer schauen mit offenen Mündern den Schauspiel zu. Wenn Frauen in der Bar sind, darf man nicht mal mehr ungestört rülpsen!

Was für ein Auftakt zu unserem Mädelsabend!

Draußen lachen wir uns schepps und machen und fröhlich auf den Weg zum nächsten Pub. Wir haben so einen Hunger! Unterwegs wird aus dem Regen langsam Schnee. Bis morgen früh ist hier alles weiß. Emma schaut erwartungsfroh. Sie liebt Schnee.

Es ist kurz nach acht Uhr und der Parkplatz des anderen Pubs ist bis auf den letzten Platz besetzt. Hier ist die Hölle los. Wären wir nur gleich hierhergekommen.

in der Nacht sind die Burgen schön und die Mägen leer @nme Abenteure Highlands

Nellie öffnet die Tür und geht voran. Drinnen herrscht ein wildes Durcheinander von Menschen, Stimmen und Musik. Wir arbeiten uns zur Bar vor. Im Essbereich sind die Tische zu einer großen Tafel zusammengestellt worden und eine große 80 aus Luftballons hängt an der Wand. Hier findet wohl gerade ein Geburtstag statt. Wenige Sekunden später drückt und küsst mich der Jubilar. Es ist Löwenbändiger, der Mann aus dem Nachbardorf, der früher wohl mal beim Zirkus war. Wann und wo weiß keiner mehr so genau. Und wie er wirklich heißt, weiß wohl nur der Postbote. Und seine Frau vermutlich. Während Löwenbändiger und ich plaudern, recherchiert Nellie die Küchenlage. Sie arbeitet in dem Bereich und kennt sich aus.

Wie befürchtet hat die Küche um acht Uhr zugemacht. Wir haben unser Abendessen um wenige Minuten verpasst. Mist!

Nellie plaudert mit einem älteren Paar, das gerade aus dem Süden hergezogen ist. Sie nicken zögerlich in meine Richtung und schweigen. Man merkt nicht nur am Akzent, wer Schotte ist und wer nicht.

„Sollen wir hier noch was trinken?“ frage ich. Bier hilft ja durchaus gegen Hunger.

Essen bleibt ein frommer Wunsch @nme Abenteure Highlands

„Nein“, sagt Nellie organisiert wie immer. „Es gibt noch ein Pub mit Hotel. Da sind wir in einer Viertelstunde. Die Küche könnte noch auf haben.“

Wir verabschieden uns von den angelsächsischen Austern und geben Gas. Im Auto knurren unsere Mägen laut. Ich muss wieder kichern. Bier auf leeren Magen!

Auf dem Parkplatz vor Pub Nummer drei angekommen, springen wir aus dem Auto und rennen förmlich hinein. Es ist 8:33 Uhr.

„Gibt es noch was zu essen?“ rufe ich atemlos, laut, ohne auch nur hallo oder Guten Abend zu sagen.

Hinterm Tresen zapft eine junge Frau gerade ein Bier. Ihr breites Gesicht lächelt und freundlich an.

„Sorry!“ sagt sie. „Die Küche schließt um halb neun.“

Das war’s. Last chance saloon. Der letzte Strohhalm. Geknickt. Wir müssen hungrig ins Bett, heute Nacht.

Emma schaut und vorwurfsvoll an. Ich zucke mit den Schultern und bestelle zwei Bier und zwei Päckchen Chips. Hilft ja nix.

Als ich nach Hause komme, will der Mann wissen, wie das Essen war. Ich berichte hungrig von unserer Odyssee und der Pub erprobte Schotte meint nur trocken:

„Ihr hättet ein paar Sandwiches mitnehmen sollen.“

Abenteuer Highlands 3 – Ja hört das denn nie auf!

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Nellie Merthe Erkenbach

Mony a mickle maks a muckle.

Man sagt, von den Schwaben könne man das Sparen lernen. Mag sein, dass das stimmt. Ich will es nicht beurteilen, als Badener ist man möglicherweise voreingenommen.

Die Schotten, so heißt es, wären geizig. Googelt man das, bekommt man eine Viertelmillion Einträge. Es scheint sich also um eine weit verbreitete Meinung zu handeln. Für mich ein klares Vorurteil. Ich habe in all den Jahren hier nicht mehr geizige Menschen getroffen als in Deutschland oder irgendeinem anderen Land.

Von der anderen Nellie könnten sowohl die Schotten als auch die Schwaben das Sparen lernen, denn sie ist eine echte Sparfüchsin. Sie weiß, welches ihrer Haushaltsgeräte wieviel Strom verbraucht und vor allem welchen, den billigen Nacht- oder den teuren Tagstrom. Ihr entgeht kein Sonderangebot und sie prüft jeden Kassenbon, ob der Rabatt auch abgezogen wurde.

„Der kleine lokale Supermarkt will mich regelmäßig übers Ohr zu hauen“, sagt sie.  „Wahrscheinlich bin ich dort schon als bargain lady bekannt, die mit Ihren Bons wieder zurückkommt und Geld zurückfordert. 

Eine Mrs Scrooge ist sie nicht, sondern weit davon entfernt, geizig zu sein. Im Gegenteil, sie ist großzügig in sehr vielen Dingen und wenn es um ihre Hündin Emma geht, scheut sie keine Ausgaben. In vielen Dingen ist sie so zu meinem Vorbild geworden. Ich, die ich bisher eher sorglos in finanziellen Dingen war, muss nun mit dem halben Gehalt und den doppelten Haushaltskosten doch schauen, wo das Pfund und der Euro bleiben. Dazu kommt hier die sogenannte cost of living crisis mit zweistelliger Inflation und massiv gestiegener Nahrungsmittel- und Energiepreise dank Brexit und Ukraine-Krieg. Ein Pfund schottische Streichbutter kostet im Winter 2023 umgerechnet €5,37, das Heizöl 93 Cent der Liter, 1 Kilowattstunde Strom 46 Cent. Viele Menschen hier leben in fuel poverty, sie können sich die Heizung nicht leisten, vor allem jene, die in alten, schlecht isolierten Häusern leben.

Also werde ich auch zur Sparfüchsin und nutzte zum Beispiel die App im Supermarkt und löse Coupons ein, ich freue mich über den Rabatt für die Locals (Einheimischen) im Café und vergleiche beim Einkauf von Sonderangeboten die Preise mit denen der Internetanbieter, ob sie auch wirklich günstig sind oder nicht. Im Diskounter habe ich einen Teppichreiniger erstanden, der nicht nur zwanzig Euro billiger war als der bei Amazon, ich bekam auch noch 10% Rabatt, weil ich die monatliche Ausgabengrenze von £250 überschritten hatte.

Wäre ich noch in Deutschland, ich würde mir denken: Kleinvieh macht auch Mist. Die schottische Variante des Sprichworts klingt viel lautmalerischer: Mony a mickle maks a muckle.

So klingt Sparen gleich viel schöner, oder?

Abenteuer Highlands 3 – Ja hört das denn nie auf!

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Nellie Merthe Erkenbach

Von Eiern und Pfannkuchen

Pfannkuchen mit eingemachten Frückten Granola und Ahornsirup

Dinnae teach yer Granny tae suck eggs!

Versuch nicht, den Leuten etwas beizubringen, was sie bereits wissen – mit anderen Worten, sei kein Klugscheißer. Und der Teil mit den Eiern? Der ist ein Hinweis darauf, dass ältere Schotten früher oft wenige gesunde Zähne hatten und nur weiche Nahrung wie Eier essen konnten.

Diese schottische Redewendung bringt mich unweigerlich zu der Pfannkuchen Geschichte. Da spielen zwar auch Eier eine Rolle, aber keine Sorge, niemand hat an rohen Eiern gesaugt. Bäh! Was für eine gruslige Vorstellung!

Wie zuletzt häufig, ist der Enkel des Mannes bei uns. Ich habe bereits im letzten Buch (Abenteuer Highlands 2.0) über den Krümel geschrieben. Inzwischen ist er sechs Jahre alt und natürlich kein Krümel mehr. Ich bekäme einen vorwurfsvollen Blick, wenn ich das behaupten würde. Als er noch ein Krümel war, hat er alles gegessen was man ihm vorgesetzt hat: Obst, Gemüse, alles. Nun, als Steppke, ist er wählerisch geworden. Dies isst er nicht und das auch nicht und Karotten nur roh, aber nicht gekocht. Tomaten dagegen nur auf der Pizza oder im Ketchup, aber nicht roh.

Der Kurze nähert sich immer mehr dem Mann an, der Obst und Gemüse ja nur mit höchster Vorsicht begegnet. Die beiden frühstücken Berge von Würstchen mit Eiern, während ich mein Müsli löffle. Das ist doch doof und ich schlage vor, ob wir nicht alle zusammen Pfannkuchen essen wollen, mit Früchten und Ahornsirup. Der Mann hat nichts dagegen, weil dann nicht er in die Küche muss, sondern ich, um das Frühstück zu machen. Der Kurze überlegt für eine Weile und entscheidet sich dafür.

„Ich habe keine Pfannkuchen am Pfannkuchen Tag bekommen“, sagt er vorwurfsvoll und wohl in der Hoffnung, dass ich wegen der kulinarischen Versäumnisseein ernstes Wörtchen mit seiner Mutter rede.

Der Pfannkuchen Tag wird hier im Vereinigten Königreich begangen, weil sie kein Faschingsdienstag haben und die Fastenzeit hier im öffentlichen Leben keine Rolle spielt. In Deutschland kennt man ja auch die Faschingskrapfen. Wenn auch eher nicht zum Frühstück.

Der Kurze hat also eine Pfannkuchen Unterversorgung und ich machen mich dran, Abhilfe zu schaffen. Schnell mixe ich die Zutaten, hebe das geschlagene Eiweiß unter und gebe den Teig und in die Pfanne. Als die ersten fertig sind, lade ich sie auf zwei Teller, garniere mit Früchten und weise auf den Ahorn Sirup und das Zimt-Zucker-Gemisch hin, das auf dem Tisch steht, um wieder in der Küche zu verschwinden und den Rest auszubacken.

Als ich mit der nächsten Ladung wieder zurück am Tisch bin, starrt der Kurze trotzig auf seinen Teller. Er hat die Pfannkuchen nicht angerührt. Der Mann versucht ihn gerade davon zu überzeugen, dass man sie sehr wohl essen kann und sie sehr lecker sind, aber nein, er isst sie nicht.

„Was stimmt denn nicht, mit meinen Pfannkuchen?“ frage ich. Ich kann keinen Fehler entdecken.

„Sie sind nicht in der richtigen Form“, trotzt der Kleine und ich weiß sofort, was er meint.

Seine Generation kennt Pfannkuchen als perfekte, runde Gebäckstücke, gestapelt und mit Sirup übergossen. Meine sind zwar rund, aber keine perfekten Kreise. Form und Aussehen aber gehen ihm vor Inhalt.

Nichts leichter als das“, sage ich und nehme seinen Teller mit in die Küche. Dort steche ich mit den runden Ausstech-Formen für Hilda Plätzchen die runden Pfannkuchen zu perfekten Kreisen und serviere sie erneut. Der Kurze ist zufrieden und isst. Ich esse die ausgestochenen Ränder. Heimlich. In der Küche.

Hm, lecker!

Familienbesuch – Take 3

Heute nun der dritte und letzte Teil der Familiensaga zum Besuch. Nachdem wir die Frage geklärt hatten, wann ein Frühstück ein Frühstück ist und was genau in einem schottischen Kühlschrank Standard ist, klären wir hier die Frage Home oder Away.

Take Away oder Home Cooking?

Ich zeige dem Mann die Speisekarte des Café Sia. „Schau doch mal, das ist unsere Lösung. Hier ist für jeden was drauf. Es gibt auch Pizza mit Würstchen.“

Er ist nicht überzeugt und auch wenn seine Familie umgekehrt so gut wie nie was kocht, wenn Besuch kommt, er hätte es wohl gerne gesehen, wenn wir unseren Gästen home cooking geboten hätten. Take Away ist in Glasgow eher Standard als die Ausnahme. Das ist in Deutschland sicherlich anders. Aber so richtig klar sagt er auch nicht, was er will,

Ich beschließe, taktisch klug zu agieren in diesem potenziellen deutsch-schottischen Mienenfeld.

„Lass es uns doch heute Abend mal testen. Hast du Lust? Wir fahren einfach hin und schauen, ob sie das mit der Pizza nach machen. Sie bieten ja auch noch andere Sachen an, da laufen wir keine Gefahr, an zwei Abenden hintereinander das Gleiche zu essen.“

Er brummt etwas Unverständliches und schickt sich in sein Schicksal.

Am Abend fahren wir auf die Isle of Skye. Telefonisch haben wir zwei Pizzen für 18 Uhr bestellt. Mit zwei göttlich duftenden Kartons kommt er zurück ins Auto und überbringt die schlechte Nachricht.

Take away machen sie eigentlich nicht mehr, auch wenn es noch auf der Webseite steht. Und die Preise sind happig, die zwei Pizzen haben £ 25 gekostet.“ erklärt er, während er sich mit den Kartons auf dem Beifahrersitz niederlässt.

Pizza vegetarisch Café Sia, Broadford, Isle of Skye

Pizzaduft füllt das Auto, durch das Fenster kommt die salzige Luft vom Meer. Die Möwen beobachten uns aufmerksam von oben, während sich die Sonne langsam anschickt unterzugehen.

„Lass uns ein paar Meter fahren“, schlage ich vor. Der Pizzamann auf dem Beifahrertisch nickt.

Mi einem Blick auf die Sonne steuere ich direkt Carr Brae an, der allerbeste Ort auf der Welt, um eine Pizza aus dem Karton zu essen. Oder habt ihr einen besseren?

Sonnenuntergang Eilean Donan Castle

Noch am selben Abend habe ich vier Lachsfilets aus der Gefriertruhe genommen und sie am nächsten Tag mit Reis und wahlweise Gemüse im Garten unter der Pergola serviert.

Und was sagt der Cousin des Mannes?

„Ich dachte, es gibt Würstchen!“

Familienbesuch – Take 2

Wir bekommen Besuch. Eigentlich keine besondere Sache, aber in Corona Zeiten wirklich nicht einfach und schon gar nicht, wenn der Mann mitmischt.

Wir freuen uns, denn sein Cousin samt Frau haben sich angekündigt, beides Biker, die Männer schon seit der Kindheit eng miteinander verbunden und auch wir Frauen verstehen uns gut. Wir organisieren also ein Treffen? Äh, ja…. alles nicht so einfach, wie ihr bei der Frage des Frühstücks in Teil 1 sicher bemerkt habt.

schottischer Kühlschrank Standard

Zwei Tag vor dem geplanten Besuch frage ich vorsichtig nach, wie er sich das mit den Würstchen so gedacht hat. Er sagt, er macht Bacon, Eggs and Sausages. Zu seinen Würstchen haben sich gedanklich also Eier und Speck gesellt. So etwas hatte ich fast vermutet. Eben doch ein Frühstück.

„Und wo sind der Speck, die Brötchen und alles andere, was man dazu braucht? Gehst du einkaufen?“ frage ich.

Er schaut verwirrt. Er hatte wohl angenommen, dass auf eine magische Art einfach alles so in der Küche erscheint, weil es sich ja um nichts großes, sondern nur um Eier, Würstchen und Speck handelt. Schottischer Kühlschrankstandard quasi. Eier, Würstchen und Speck stehen aber nicht auf meinem Essensplan und sind im germanischen Kühlschrank absolut verzichtbar. Ich stelle fest, dass wir ein Planungsproblem haben.

Gluten, Laktose, Cholesterin

Ich komme wohl um das Kochen nicht drumrum, denke ich. Ich arbeite gerade viel und Vollzeit von Schottland aus und habe unter der Woche definitiv keine Zeit einkaufen zu fahren. Frühestens Samstag aber da kommen sie ja schon um 12 Uhr und zum Supermarkt sind es im Sommer knapp zwei Stunden Fahrt. Im Winter ohne Touristen schafft man es in 90 Minuten. Jetzt im Herbst sind wir irgendwo dazwischen. Dennoch. Ich müsste um 6 Uhr losfahren, wenn ich um 12 Uhr gekocht haben will…

„Wie ist das noch mal mit ihrer Diät?“ erkundige ich mich beim Mann.

Er startet eine neue Konversation auf WhatsApp. Dann berichtet er.

„Also, er isst alles, außer Salat und Gemüse. Sie isst Salat und Gemüse, außerdem gluten- und laktosefrei. Beide essen Fleisch nur extrem durchgebraten.“ Der Mann nickt zufrieden. Alles ganz simpel.


In meinem Kopf stehen ganz viele Fragezeichen, denn ich muss diese zwei Diäten mit der des Mannes und mit meiner kombinieren. Wegen der Magenprobleme bin ich weg von scharf und fettig, aus ideologischen Gründen weitgehend weg vom Fleisch, ich esse mit Vorliebe italienisch. Der der Mann mag keine Pasta.


Die nächste Nacht kann ich nicht schlafen, weil mein Kopf verzweifelt versucht zu ergründen, was ich kochen kann für vier Personen mit unterschiedlichen Bedürfnissen, ohne gleich vier verschiedene Mahlzeiten zubereiten zu müssen, zumal man die ja auch noch draußen im Regen servieren muss. Ein Rätsel, das mir Nerven und Schlaf raubt.

Am nächsten Morgen bin ich schlecht gelaunt und beschließe, wir besorgen Essen. Das Café Sia auf der Isle of Skye macht auch glutenfreie Pizza. Inzwischen haben die nicht nur das Restaurant, sondern auch noch einen Imbiss übernommen. Da kann man Pizza holen. Einen Tisch bestellen können wir ja nicht, weil Cousin und Frau wegen Corona nicht in andere Häuser gehen. Ich habe die Lösung, Pizza essen alle. Heureka!

Nächstes Mal: Warum ist es am heimischen Herd so schön und der schottische Pizzamann.

Familienbesuch – Take 1

Wir bekommen Besuch. Eigentlich keine besondere Sache, aber in Corona Zeiten wirklich nicht einfach und schon gar nicht, wenn der Mann mitmischt.

Wir freuen uns, denn sein Cousin samt Frau haben sich angekündigt, beides Biker, die Männer schon seit der Kindheit eng miteinander verbunden und auch wir Frauen verstehen uns gut. Wir organisieren also ein Treffen? Äh, ja….

Es ist der Sommer 2021. Allein schon die Wahl des richtigen Wochenende ist schwierig, obwohl ich noch einen ganzen Monat habe, bevor ich mich wieder nach Deutschland verabschiede. Am ersten Wochenende bekommen sie Holz für den Ofen, am zweiten haben sie Hochzeitstag und am dritten regnet es in Strömen. Nun also, an meinem letzten Wochenende in Schottland, klappt es endlich. Allerdings regnet es auch an diesem Wochenende. Ist aber ja auch nichts Neues hier in den Highlands. Das Problem mit dem Regen ist nur, wir treffen uns draußen und nicht drinnen, weil sie wegen diverser Krankheiten nicht gegen Corona geimpft werden kann. Um die Sicherheit für alle zu gewährleisten, müssen wir Abstand waren und uns draußen treffen.

Wie machen wir das mit der Toilette, frage ich mich. Ich frage mich noch 1000 andere Sachen und versuche alle zu lösen, während der Mann das alles fröhlich vor sich hin ignoriert. Wird schon irgendwie…. denkt der Schotte und entspannt. Aber was, wenn…. denkt die Deutsche und hadert. Ich mache also die ersten Pläne. Was kochen wir, wie kochen wir, wo sitzen wir. Klingt leichter als es ist.

Grillen und al fresco dining in Schottland

In der leisen Hoffnung, dass der Mann sich an der Organisation irgendwie mit beteiligt, frage ich: „Wie wäre es mit BBQ?“ Schließlich übernehmen andere Männer im Sommer auch das Kochen im Freien. Es ist August also kalendarisch durchaus Sommer.

„Haben wir nicht noch eines dieser fertigen BBQs in der Scheune? Die, die man als Ganzes im Supermarkt kaufen kann, mit Kohle und allem?“

Ich hatte ihm ja mal einen ziemlich coolen amerikanischen Smoker gekauft, aber der ist unbenutzt vor sich hingerostet, weil der Mann in seiner schottischen Panik vor rohem Fleisch Smoker zwar toll findet, sie aber nie selbst benutzen würde. Ich streiche den Gedanken an BBQ, zumal das auch eine andere Problematik hat.

Wir haben eine Sitzecke im Garten, die ist aber direkt neben dem Öltank.

„Wollen wir da nicht woanders sitzen, wenn wir ein Feuer machen wollen“, frage ich.

„Wir können nicht woanders sitzen, weil wir die Pergola da aufgestellt haben wir brauchen die Pergola, weil es regnen wird“, sagt der Mann.

„Können wir nicht die Pergola mal woanders aufstellen?“ will ich wissen.

Der Mann meint nein, weil es keinen anderen Fleck gibt, der großflächig eben wäre und weil die Pergola umständlich zu transportieren ist.

„Dann stellen wir die Pergola auf den Strand. Das wird super mit dem Blick auf die Berge und dem Rauschen der Wellen.“

Der Mann sieht mich an als hätte ich ihm vorgeschlagen, in der Hudson Bay eine Beach Party zu veranstalten.

Okay! Also aus Sicherheits- und Positionsgründen kein BBQ. Schade eigentlich!

Die schottische Definition von Frühstück

Also beschließe ich, zu kochen, aber was nur? Und vor allem wann?

„Kannst du mal nachfragen, wann sie kommen wollen: zum Frühstück, Mittagessen oder Abendessen?“

Der Mann beginnt eine WhatsApp-Konversation mit seinem Cousin, weil ich wissen will, wann sie kommen, morgens mittags oder abends. Das könnte ja Einfluss auf das Essen haben. Bei dem Mann hat sich aber das Grillen von Würstchen im Kopf festgesetzt und er denkt über schottisches Frühstück nach. Dabei spielt die Uhrzeit keine Rolle, denn offensichtlich kann man Frühstück zu jeder Tageszeit machen. Das wäre bei uns dann eher Brunch und schon in der Mitte des Tages, aber mit etwas Mühe kann ich mich da auch reindenken. Die Definition, ob es sich bei den Würstchen um Frühstück handelt oder nicht, ist noch aus einem anderen Grund wichtig: Frühstück macht der Mann, den er ist viel besser im Wurstwaren und Speck braten als ich.

„Also machst du Frühstück?“ frage ich.

„Nein“, sagt er.“Ich brate doch nur Würstchen.“

Den Gedankengang verstehe ich nicht ganz, aber ich nehme das mal so hin

„Sie kommen um zwölf?“

Der Mann nickt. Gut. Das wäre geklärt. Ich kann mich entspannen und das Kochen den Mann überlassen.

Nächstes Mal: Wie vermeintliche Grundnahrungsmittel in schottische Kühlschränke gelangen – oder eben auch nicht!

Beziehungs-Crunch

Da leben wir nun, Tag ein Tag aus seit Jahren in einer glücklichen Fernbeziehung, was unmöglich scheint aber komischerweise dennoch sehr gut funktioniert. Der Mann in Schottland, ich in Deutschland und im Sommer und Winter wir beide zusammen und über eine längere Zeit in Schottland. So geht Fernbeziehung 2.0.

Deutschlands kulinarische Vorzüge

In den Getrenntphasen lebe ich mein deutsches Leben und genieße die Dinge, die mir Deutschland so bietet: schnelles Internet, dunkles Brot, frisches Obst und Gemüse. Und gelegentliche ärgere ich den Mann mit einem Foto von meinem Wurstsalat. Der Mann liebt Wurstsalat und den gibt es halt in Schottland nicht. Und Mann ärgern darf man, wenn man ihn vermisst.

low carb

Doch nun hat der Mann kulinarisch zurückgeschlagen – mit Toffe Crunch. Das sind ganz wunderbare Dreiecke aus cremigem Toffee mit Crisp. Himmlisch! Ok, sie sind weder low carb noch low cal oder gar low chol aber was soll’s, sie sind hochgradig lecker. Nein mehr: Ich liebe sie. Und der Mann liebt sie auch, fast noch mehr als Wurstsalat. Und ich bin, so stelle ich mit Erstaunen fest, extrem neidisch auf die Möglichkeit, sich welchen zu kaufen.

toffee crunch

Scotmid in Drumnadrochit

Wenn wir uns abends auf Skype unterhalten und der Mann ganz beiläufig erwähnt, dass er am nächsten Morgen dienstlich nach Inverness muss, dann schrillt in meinem Kopf der Toffee Alarm. Wenn er nach Inverness fährt, dann fährt er durch Drumnadrochit und dort (und nur dort) im kleinen, neuen Supermarkt am Kreisverkehr gibt es diese Köstlichkeit zu kaufen. Im Übrigen noch jede Menge anderer lustige Dinge, wie richtige Baguettes frisch belegt und eine Costa Kaffeemaschine, die einen mit Baristalärm beschallt, während die geschäumte Milch langsam in den Becher tropft.

Erwähnt er Inverness erhebe ich meinen Zeigefinger und sage „Aber kein Toffee Crunch!“  Ich bin ja schließlich besorgt um seine Gesundheit.

Toffee Crunch

Er lächelt still und schickt mir am nächsten Tag ein Bild. Er kauft immer zwei. Eines für ihn, eins für mich. Aber weil ich nicht da bin, muss er das am nächsten Tag selbstlos selbst essen. Und ich?? In der Toffee Crunch Diaspora Deutschland??? Ich spare mir zwar die geschätzt tausend Kalorien, aber ich schmecke förmlich das cremige Toffee auf meiner Zunge und höre das knusprige Crunch beim Zubeißen. Naja, ich habe viel Fantasie.

Immer wenn der Mann nach Inverness fährt, dann leide ich. Ich hab nur einen Trost, wir sind nicht die Einzigen, die den Toffe Crunch von Drumnadrochits Scotmid entdeckt haben. Oft ist er schon ausverkauft, wenn der Mann vorbeischaut.

Wurstsalat

Gestern Abend auf Skype hat er mich gefragt, was ich am nächsten Tag so mache. Sport sage ich und ich muss Lebensmittel kaufen, zum Metzger und so. Da blickt er ruhig, fast ausdruckslos in die Kamera und sagt mit einem fast nicht erkennbaren Lächeln: „Aber …“ und hebt den Zeigefinger wie eine Fleisch gewordene Unterlassungsklage in die Höhe. „Kein Wurstsalat!“

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Abenteuerlustig?

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Nach Abenteuer Highlands – mein etwas anderes Leben im schottischen Hochland ist Nellie Merthe Erkenbach mit Abenteuer Highlands 2.0 – zwischen Schwarzwald und Schottland ein weiteres wahres, humorvolles und herzerwärmendes Buch gelungen, in dem zwischen den Zeilen ihre tiefe Liebe für das Land ihrer Liebe durchscheint – Schottland.

Auf in neue Abenteuer Highlands, wo buchende Baroninnen und denkwürdige Dudelsackspieler den Alltag beherrschen, Poeten und tapfere Schneiderlein mit Monstern kämpfen, Moorleichen gar nicht so gruselig sind und Hexen und Geister ganz selbstverständlich. Von Extrawürsten und gefährlichen Frühstücken und der Kunst, trotz Corona und Brexit ein glückliches Leben in der Fernbeziehung hinzubekommen

Abenteuer Highlands Teil 2 ist da!!!

book cover

Kann eine Seele mehr als nur eine Heimat haben? Sie kann! Und wie.

Nellie Merthe Erkenbach geht in ihr zehntes Jahr Fernbeziehung mit einem Highlander – ein Leben zwischen Schwarzwald und Schottland.

Dem anfängliche Bedürfnis des entscheiden Müssens hat sie widerstanden und ist nun erfolgreich in zwei Welten zu Hause:  dem Schwarzwald, wo sie gerne lebt, gerne isst und ihre Arbeit hat und in den Highlands, wo sie schreibt, fotografiert und Zeit mit dem Mann in der großen Weite der Westküste Schottlands genießt. Das eine schließt das andere nicht aus, im Gegenteil, in zwei Welten zu leben macht die Dinge klarer und bewusster.

Der besondere Charme dieses Lebensentwurfs: die beiden Leben sind gänzlich unterschiedlich. Das deutsche ist hektisch und aufregend, ihre Arbeit beim Fernsehen abwechslungsreich, auch durch die Reisen nach Russland, China, Japan oder Brasilien.

Die Vorzüge des Mondänen hat sie in Deutschland und dem Rest der Welt, In den Highlands dagegen wird es still und ruhig. Nellie Merthe Erkenbach lebt dann zurückgezogen, liest viel, wandert und schreibt über das Land, das sie so gut kennt. Diese Seite ihres Lebens gibt ihr die Kraft, das Hochgeschwindigkeitsleben in Deutschland mit Freude und Energie anzupacken.

Nach Abenteuer Highlands – mein etwas anderes Leben im schottischen Hochland ist Nellie Merthe Erkenbach mit Abenteuer Highlands 2.0 – zwischen Schwarzwald und Schottland ein weiteres wahres, humorvolles und herzerwärmendes Buch gelungen, in dem zwischen den Zeilen ihre tiefe Liebe für das Land ihrer Liebe durchscheint – Schottland.

Auf in neue Abenteuer Highlands, wo buchende Baroninnen und denkwürdige Dudelsackspieler den Alltag beherrschen, Poeten und tapfere Schneiderlein mit Monstern kämpfen, Moorleichen gar nicht so gruselig sind und Hexen und Geister ganz selbstverständlich. Von Extrawürsten und gefährlichen Frühstücken und der Kunst, trotz Corona und Brexit ein glückliches Leben in der Fernbeziehung hinzubekommen.

3d mock up

Das neue Abenteuer Highlands gibt es als Ebook oder Taschenbuch beim Amazon. Ich hoffe es gefällt euch und freue mich auf euer Feedback!

Liebe Grüße,

eure Nellie