Der erste und der letzte Baron Innes

Sir Hugh Innes war der einzige jemals existierende schottische Baronet dieses Namens, der erste und der letzte. Es wurden zwar drei weitere Baronetcies für diesen Namen geschaffen, jedoch in Nova Scotia und nicht im Vereinigten Königreich. Der einzige schottische wurde am 28. April 1819 geschaffen. Zwei Jahre hatte der frisch gebackene Baronet auf seine Titel warten müssen, bevor er ihn am am 29. Oktober 1818 bekam und offiziell zum 1. Baronet Innes von Lochalsh, Balmacara, Ross-shire und von Coxton, Morayshire, wurde.

Sein Grab befindet sich in Kirkton von Lochalsh, wo der Baronet am 16. August 1831 beigesetzt wurde. Mit dem 67-Jährigen starb auch sein Titel, weil er keinen Erben hatte. Seine Beerdigung muss ein besonderer Anlass gewesen sein, denn ein Baronet hat Anspruch auf Sonderbehandlung bei einer Beerdigung: zwei Trauernde, ein Haupttrauernder und vier Sargträger.

Sein Vater war Reverend in Glasgow gewesen, Sir Hugh verdiente mit Baumwollhandel jede Menge Geld und wurde Politiker und Abgeordneter im Parlament für Ross-shire und später für Sutherland. Zu Hause war er in Balmacara House, das er im 19. Jahrhundert mit der stolzen Anzahl von 13 Schlafzimmern bauen ließ. Es wird heute vom Militär genutzt, die Kampftaucher wohnen dort während ihrer Ausbildung. Im Notfall können 100 Soldaten in Balmacara unterkommen, die U-Boote liegen unerkannt im Hafen von Kyle. Außerdem baute er die Kirche in Kirkton und die in Plockton sowie einige Straßen und Häuser dort.

Kyle of Lochalsh

Ein Baronet wird als „Sir“ bezeichnet, nicht zu verwechseln mit einem Baron, der zum höheren Adel gehört. Ein Baronet ist vergleichbar mit einem Ritterorden, ist ihnen sogar übergeordnet, es sei denn es handelt sich um bestimmte Ritterorden, wie der der Order of the Thistle, dem Sir Hugh beizutreten versucht hatte, aber abgelehnt worden war. Geschaffen wurde der Titel im Mittelalter, heute gibt es noch rund tausend Baronets.

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Fernseh-John statt Fernseh-Frust

Die Tage sind kurz, das Dunkel lang und die Schottischen Highlands sind im Winterschlaf. Alles hat zu, das Wetter spielt verrückt, man bleibt am besten zu Hause.

Aber was macht man dann?

darkness descendng

Fernsehen!?

Ich brauche keinen Fernseher, um mich zu beschäftigen. Das liegt vielleicht zum einen daran, dass ich beim Fernsehen beschäftigt bin (also fernsehen irgendwie arbeiten ist), zum anderen gibt es aber auch so viele Bücher, die man lesen könnte.

Aber natürlich sehen auch wir fern, zumindest versuchen wir es, denn das TV Programm hier auf der Insel ist so, dass man sich fast wieder Stromausfall wünscht.

Die Soaps laufen seit Jahrzehnten und da ist einsteigen schwer, selbst wenn man wollte. Aber wer würde wollen? Ich hab spaßeshalber mal die neue Serie auf BBC Alba versucht. Leider auf Gälisch und deshalb ganz und gar unverständlich.

Selbst die BBC Dokumentationen haben inzwischen nur noch begrenzten Charme, weil man den Moderator/die Moderatorin mehr im Bild sieht, als das Thema.

Bleiben Filme.

Ist es eigentlich legal, Filme in zweistelliger Höhe zu wiederholen??

Seit Jahren wird Rocky I und II und II und IV und V rauf und runter wiederholt, gerade sind wir wieder bei vier. Kommt kein Sylvester Stallone kommt Ocean’s Thirteen. Oder ein Kriegsfilm mit bösen Deutschen, die einen seltsamen Akzent haben.

Also sind wir auf DVD umgestiegen. Natürlich auch aktuelle Sachen aber unser Highlight ist fast 20 Jahre alt.

Wir lieben Hamish Macbeth, alle 19 Folgen. Eine humorvolle Dramaserie mit Robert Carlyle (Trainspotting und James Bond) als nettem Polizisten in idyllischer schottischer Kleinstadt mit jeder Menge schräger Charaktere am schönen Lochdubh (sprich: Lochduhh). Unser Clou, die surreale Serie spielt genau hier in der Gegend.

Neben der Handlung verfolgen wir natürlich ganz genau die Handlungsorte.

Ist das die Straße, die links…?

Nein, das ist doch die, die hinauf zum….?

Dann muss natürlich wieder zurück gespult werden. Bis zum nächsten Ortswechsel kann man dann die Handlung verfolgen.

Plockton (3)

Vor allem in den Kneipenszenen wird Hintergrundanalyse betrieben.

Ist das soundso an der Bar hinten, das ist doch Dings, da mit dem weißen Strickpullover.

Nein, ist  es nicht?

Doch!

Also wieder zurückspulen und Standbild.

Die Serie stammt aus den 90ern, Freunde und Bekannte, die als Statisten auftauchen, sehen da natürlich noch anders aus. Sehr lustig.

Der Rest ist viel Karo, ein West Highland Terrier, Hochlandrinder und ein Assistent namens Fernseh-John, der Hellsehen aber weder lesen noch schreiben kann. Letzteres ist das Ungewöhnliche, denn er erledigt die Schreibarbeiten für Polizist Hamish Macbeth. Der wiederum ist mit seinen romantischen Verwicklungen beschäftigt und erledigt seine Fälle so im vorbeigehen.

Irgendwie ist alles genau so, wie sie hier wirklich sind und gar nicht so fiktiv, wie es den Anschein hat.

Plockton (1)

Fernseh-John heißt Fernseh-John, weil er der erste war, der am fiktiven Lochdubh ein TV-Gerät besaß. Wahrscheinlich hatte er auch fiktives Fernsehprogramm. Das war ganz bestimmt viel lustiger als das echte. Heute Abend kommt eine Dokumentation über Winston Churchhill.

Ich glaub wir werden wieder eine DVD einlegen.