Schottland ist ein Land mit einer dunklen und faszinierenden Kriminalgeschichte. Ich war an der Ostküste und habe mir eines der bekanntesten und berüchtigtsten Gefängnisse des Landes angesehen: das Peterhead Prison, oft als Scotland’s Alcatraz oder Scotland’s Gulag bezeichnet. Teil meiner Recherche für das neue Buch in der Highland Crime Serie.
Ein Ort voller Geschichten
Das Gefängnis liegt direkt an der Küste von Peterhead, einer Stadt mit langer Seefahrtsgeschichte. Ursprünglich wurde es gebaut, um billige Arbeitskräfte für den nahegelegenen Admiralty Yard zu haben, ein strategischer Stützpunkt der Royal Navy. Die Häftlinge wurden jedoch nicht – wie oft angenommen – für den Hafenbau eingesetzt, sondern ausschließlich für Zwangsarbeit im Steinbruch.
Zwischen 1890 und 1956 wurde das Gefängnis gebaut, doch durch Kriege und die Weltwirtschaftskrise zog sich die Fertigstellung über Jahrzehnte hin. Es war das einzige schottische Convict Prison, ein Hochsicherheitsgefängnis für die härtesten Fälle, und es sah mehrere Aufstände, darunter den berühmten Rooftop Riot von 1987, der erst nach fünf Tagen durch das Special Air Service (SAS) beendet wurde.
Düstere Einblicke in die Vergangenheit
Schon der Rundgang durch das Gefängnis war beklemmend. Mit einem Audioguide konnte ich mich frei bewegen – eine bittere Ironie in einem Ort, der genau das den Insassen verwehrte. Die winzigen Zellen, die Gänge mit den rostigen Gittern, der kahle Innenhof mit einem aufgemalten Fußballtor – als ob das hier jemals ein echtes Spielfeld gewesen wäre. Das Wort Strafraum bekam für mich eine ganz neue Bedeutung.
Besonders bedrückend empfand ich die Außenkäfige für den Freigang. Karge, ummauerte Flächen, von Stacheldraht umgeben. Hier konnten sich die Insassen „an der frischen Luft“ bewegen – allerdings unter maximaler Kontrolle.
Ich entdeckte Zellen mit künstlichem Blut, die an vergangene Verbrechen erinnerten, sah selbstgebastelte Waffen und originale Dokumente, die die Geschichte dieses Ortes erzählten. Die Strafen waren brutal: Gefangene wurden mit einer speziellen Peitsche ausgepeitscht, die das Fleisch aufriss. Das Gerüst, an das sie dafür gebunden wurden, existiert noch immer.
Und dann stand da ein Klavier. Ein Relikt aus einer Zeit, in der Musik vielleicht die einzige Möglichkeit war, dem monotonen, erbarmungslosen Gefängnisalltag zu entfliehen. Ein surrealer Anblick zwischen all der Kälte und Gewalt.
Kein Ort zum Verweilen
Am Ende meines Rundgangs kam ich in ein modernes, gemütliches Café. Der Kontrast hätte nicht größer sein können – aber ich hatte keinerlei Lust, mich hinzusetzen, einen Kuchen zu essen oder Kaffee zu trinken.
Geschichten, historische Verbrechen und die Faszination des Unerzählten
Der zweite Programmpunkt des Tages beim Granite Noir Crime Festival führt mich ins Lemon Tree Studio. Das Panel Secrets from the Past verspricht tiefe Einblicke in historische Kriminalfälle und die Kunst, vergangene Geschichten neu zu erzählen. Auf der Bühne sitzen drei Autoren, die sich mit genau diesem Thema beschäftigen: S. J. Parris, Lucy Ribchester und Oskar Jensen.
Die Menschen hinter den Büchern
Noch bevor die Veranstaltung beginnt, unterhalte ich mich mit einem Paar, das sich gezielt für Festivals wie dieses entscheidet, um Autoren persönlich kennenzulernen. Kritiken beeinflussen ihre Kaufentscheidungen weniger – sie möchten die Menschen hinter den Büchern erleben. Ich stelle fest: Ich ticke ähnlich. Ich bestelle die Bücher der Autoren über die App der Bibliothek, die Begegnung mit den Autoren wird der Lektüre eine zusätzliche Ebene geben.
Im zweiten Veranstaltungsort des Festivals gibt es einen großen Buchstand und eine Bar – ein durchdachtes Konzept, das sowohl die Kultur als auch das leibliche Wohl bedient. Ich bemerke, dass sich bereits erste bekannte Gesichter in der Menge abzeichnen. Einige Besucher nutzen das Festival offenbar als jährlichen Treffpunkt für ihre Literaturbegeisterung.
Der Reiz der Innenansicht
Lucy Ribchester, eine preisgekrönte Autorin, hat sich tief in die Welt historischer Fiktion eingearbeitet. Oskar Jensen, der nicht nur Romane schreibt, sondern auch Historiker ist, berichtet von seiner akribischen Recherche. Besonders spannend ist seine Erzählung über den kreativen Prozess: Seine Frau liest seine Passagen gegen und gibt ihm Feedback, ob die Charaktere authentisch handeln. Eine Methode, die zeigt, wie eng Literatur mit persönlicher Reflexion und interaktiver Entwicklung verwoben ist.
S. J. Parris hingegen betont, dass sie durch einen Agenten zum Mehrbuchvertrag kam. Sie arbeitete früher als Journalistin, schreibt nun aber Krimis, die historische Epochen lebendig machen. Ihr Beispiel zeigt, wie sich Karrieren im Literaturbetrieb entwickeln können – von der kritischen Betrachtung anderer Werke hin zum eigenen literarischen Schaffen.
Wie viel Realität verträgt die Fiktion?
Ein faszinierender Punkt, den Oskar Jensen anspricht, bleibt mir besonders in Erinnerung: „Schreibe nie einen Charakter, der zu sehr dir selbst ähnelt, denn die Kommentare über ihn könnten dich verletzen.“ Gleichzeitig gibt er zu, dass viel von ihm in seinen Figuren steckt. Viele denken, dass Issy in Wahrheit ich bin, aber das gefühl habe ich nicht beim Schreiben. Da ist genug Distanz.
Die Gratwanderung zwischen Authentizität und Distanz ist eine der großen Herausforderungen im Schreiben. Wenn ein Charakter zu viele Privilegien hat – etwa das perfekte Haus oder den idealen Job – kann das Lesende abschrecken oder ärgern. Die Balance ist entscheidend.
Die Erwartungshaltung des Publikums
Nach der Veranstaltung stellen die Zuhörer keine Fragen. Vielleicht liegt es daran, dass alles gesagt wurde – oder dass die Autorinnen und Autoren so sehr in ihrer eigenen Welt lebten, dass wenig Raum für Interaktion blieb.
Ich verlasse das Event mit einem klaren Gedanken: Ich erlebe dieselben Höhen und Tiefen wie diese Autoren, aber ohne Verlagsvertrag, ohne äußeren Druck. Ich gehe meinen eigenen Weg – und das ist sehr viel wert. Und in Aberdeen bei Nacht ist er auch noch sehr schön.
Meine Wanderung von Achnashellach zum Easan Dorcha und Coulin Pass
Die schottischen Highlands, ein Ort von wilder Schönheit und ungebändigter Natur, bieten Wanderern unzählige Möglichkeiten, sich in der Weite der Landschaft zu verlieren. Die Wanderung von Achnashellach zum Coulin Pass ist eine Route, die nicht nur mit atemberaubenden Ausblicken belohnt, sondern auch mit einer Herausforderung für Körper und Geist aufwartet. Stichwort Ironie, aber dazu gleich mehr.
Die Reise beginnt in Achnashellach
Unsere Tour beginnt im malerischen Dorf Achnashellach, das in den nördlichen Highlands Schottlands liegt. Von hier aus führt der Weg durch eine Landschaft von überwältigender Schönheit, geprägt von grünen Tälern, schroffen Bergen und klaren Bächen. Die Luft ist erfüllt vom Duft wilder Blumen und dem Gesang der Vögel. So, stelle ich mir vor, wirbt der Reiseveranstalter für seine geführte E-Mountainbike-Tour und so ist es auch weitgehend, sieht man mal von dem malerischen-Dorf-Teil ab. Achnashellach ist nicht mehr als ein Bahnhof im Nirgendwo. Aber ein schöner. Man kann aussteigen und direkt losradeln.
Der Aufstieg zum Easan Dorcha
Der erste Teil meiner Wanderung führt uns zum Easan Dorcha, einem nicht allzu großen, dunklen Wasserfall (wie der Name besagt), der dennoch beeindruckt, weil er sich malerisch ins Tal stürzt, umgeben von uralten Pinien und leuchtendgrünen Birken. Der Weg schlängelt sich durch dichte Wälder und über steinige Pfade, während ich langsam an Höhe gewinne. Der Anstieg ist anspruchsvoll, aber die Aussicht auf den Wasserfall entschädigt für alle Mühen, denke ich. Bis mir die Gruppe Mountainbiker entgegenkommt. Es ist, als wäre in einem Cross-Country-Weltcup auf der Rennstrecke gelandet. Nur, dass es sich hier nicht um Profis handelt, sondern um Hobbyfahrer, die verzweifelt ihre Bikes den schmalen Bergpfad hinaufschieben oder in Zeitlupe einen halben Meter hinter sich bringen. Ich stelle mich in den Matsch neben den Pfad und warte. Der Weg ist schmal und man kommt nicht aneinander vorbei. Es dauert guten zehn Minuten, bis alle an mir vorbeigekämpft haben. Eine Trennung zwischen Wegen für Mountainbiker und Fußgänger, wie wir sie im Schwarzwald haben, gibt es in Schottland nicht. Zumindest ist mir keiner bekannt. Auf der Wanderroute aber herrscht Verkehr wie auf der A8 bei Pforzheim. Das ist neu.
Über den Coulin Pass
Nachdem ich die Biker-Horde und Easan Dorcha hinter mir gelassen haben, führt der Weg weiter den Coulin Pass hinauf. Dieser Abschnitt ist mit einem breiten Weg gesegnet, doch nun ist kein Hobbyradler weit und breit zu sehen. Dafür die unendlich große Weite des schottischen Hochlands, kaum ein Baum. In der Ferne die Berge von Torridon, nichts als Licht, Luft und Weite. Und ein Schild: Danger. Confined Space. Eine Warnung vor zu wenig Raum in der Mitte der unendlichen Weite? Mein erster Gedanke: Ironie. Doch den nehme ich wieder zurück. Wohl eher Health & Safety. Das allumfassende Sicherheitsdenken im Vereinigten Königreich für alle Lagen des täglichen Lebens. Auch an Orten, wo man zwei Stunden wandern muss, um überhaupt hinzukommen. Egal, dies ist ein Estate und hier wird gearbeitet. Hätten sie mal lieber ein Radfahrer-Warnschild hingestellt als in der endlosen Weite des Hochlands eine Warnung vor zu wenig Platz.
Achtung! Es wird eng hier!
Nach 15km bin ich müde, aber zufrieden wieder zurück am Parkplatz. Keines der Autos hier hat eine Fahrradhalterung. Die Gruppe kann auch nicht per Zug gekommen sein, der passiert Achnashellach erst gegen 13 Uhr. Ein Tour-Veranstalter hat sie wohl rausgelassen und sammelt sie später wieder ein. Durch die e-Bikes sind die Highlands ein gutes Stück kleiner geworden. Vielleicht war es auch das, was das Schild sagen wollte: Achtung! Es wird eng hier!
Virginia Woolfs Zitat „A woman must have money and a room of her own if she is to write fiction“ aus ihrem Essay „A Room of One’s Own“ ist ein berühmtes Statement, das weit über die Literatur hinausreicht. Es drückt die Notwendigkeit aus, dass Frauen Raum, sowohl physisch als auch finanziell, benötigen, um ihr volles Potenzial zu entfalten. Diese Worte sind zu einem Symbol für die Befreiung der Frauen geworden, nicht nur im Schreiben, sondern in allen Bereichen des Lebens. Sie erinnern uns daran, dass Selbstbestimmung und Unabhängigkeit grundlegende Bedürfnisse sind, die Frauen ermöglichen, ihre Träume zu verfolgen und ihre Stimmen zu erheben. Woolfs Zitat erinnert daran, dass jede Frau das Recht hat, ihren eigenen Raum zu beanspruchen und ihre Geschichte zu erzählen.
Ich habe diesen Raum. Ich erzähle Geschichten. Ich habe eine Schreibhütte und sie ist mir der liebste Ort der Welt. Doch dieser Raum ist nur gegeben, wenn andere ihn respektieren. Erwachsenen kann man das erklären, mache verstehen es, bei Kindern ist es schwieriger. Auch bei einem selbst. Wie kann man sich guten Gewissens von den sozialen Zwängen die Familie und Freunde einem auferlegen zurückziehen? Wir geht man „zur Arbeit“, wenn man doch im garten in der Hütte ist? Es ist schwer und schlechtes Gewissen stört Konzentration und Kreativität. Die Bedürfnisse der anderen schränken unsere Freiheit ein.
Ein Auto für sich allein
Hier in den Highlands gehört zur Freiheit der eigenen Entscheidungen und zur Unabhängigkeit von den Entscheidungen anderer ein Auto. Es nimmt eine zentrale Bedeutung ein, die weit über die bloße Fortbewegung hinausgeht. Es ist nicht nur ein Transportmittel, sondern auch ein Symbol für Unabhängigkeit und Flexibilität. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist Vorankommen schwierig bis unmöglich. Soziale Kontakte, Veranstaltungen, Weiterbildung, Versorgung, nichts geht ohne Auto, die Liste ist endlos. In den letzten Jahren habe ich das Auto des Mannes benutzt und das ging problemlos, da er für die Arbeit einen Dienstwagen nimmt. Den kann er allerdings nicht privat nutzen und ich darf nicht mitfahren. Aber ein Auto für uns zwei sollte reichen, dachten wir. Nun, wir lagen falsch, denn das Auto wird z.B. benötigt, wann immer der Mann zum Babysitten erklärt wird, was inzwischen sehr häufig und meist sehr spontan geschieht. Dann sind alle meine Pläne hinfällig: kein eigenes Auto, kein eigener Raum, keine eigenen Entscheidungen. Ich muss recherchieren, Deadlines einhalten, Marketingpläne bei Neuveröffentlichungen erfüllen. Um die Kontrolle über mein Leben und mein Schreiben zurückzugewinnen, brauche ich ein Auto.
Zum Zug kommen
Ich schaue mich um und prüfe Optionen. Dann entscheide ich mich für die nächsten zwei Monate für einen Mietwagen, den ich in Inverness am Flughafen abholen kann. Leider gibt es keine billigen mehr. Die Kleinwagen sind alle weg. Es ist Saison und die Touristen fahren die Fiat 500s im Angebot. Also gehe ich eine Klasse höher. Aber wie komme ich zur Abholung? Mit dem Bus (2x umsteigen) sind es £27 für eine Fahrt, mit dem Zug (1x umsteigen) nur £17. Ich nehme also den Zug und der Mann fährt mich am Morgen um 9 Uhr nach Kyle of Lochalsh. Ich muss zwar 3 Stunden warten aber die Sonne scheint, wir gehen gemeinsam frühstücken und ich genieße den warmen Vormittag mit Blick aufs Meer.
Die Zugreise von Kyle of Lochalsh nach Inverness bietet eine atemberaubende Fahrt durch einige der schönsten Landschaften Schottlands. Die Strecke führt entlang der Nordwestküste Schottlands und bietet spektakuläre Ausblicke auf majestätische Berge, ruhige Seen und weites Moor. Die Tickets stecken über dem Sitz fest und der Zug ist sauber, die Toiletten funktionieren und er ist höchstens zu einem Drittel besetzt.
Die Reise beginnt in Kyle of Lochalsh, einem Hafenort am Ufer des Loch Alsh, von wo aus der Zug gemütlich durch die Highlands fährt, wenn er nicht gerade an einem der vielen Bahnhöfe hält. Manche sind immer im Programm, an anderen wird nur gehalten, wenn man Bescheid gibt oder jemand am Bahnsteig steht. Während der Fahrt hat man herrliche Blick auf die Insel Skye. Die Strecke führt weiter durch die raue und unberührte Landschaft der Highlands.
In Inverness habe ich eine Weile Aufenthalt, bis der nächste Zug mich Richtung Flughafen mitnimmt. Man verlässt den Bahnsteig und geht auch nicht auf den nächsten, bevor die elektronischen Zugangssperren es zulassen. Alle Züge sind pünktlich, keiner drängt auf dem Bahnsteig und man kann sich mit einen leckeren Kaffee die Zeit vertreiben. Um 15:45 Uhr komme ich am Flughafen an und habe nun eine Wanderung rund ums Rollfeld vor mir, bevor ich am Flughafen den Wagen abholen kann. Dort haben die Damen mit den schönen Fingernägeln etwas Mühe mit meiner Buchung, aber zu dritt schaffen sie es schließlich und um 16:30 Uhr bin ich für die kkpmmenden zwei Monate stolze Fahrerin eines MG.
Auf der Heimfahrt scheint die Sonne. Ich bin frei und unabhängig und sende, bevor ich Gas gebe, respektvolle Grüße an an meine Schwester im Geiste: I feel what you mean, Virginia Woolf!
Schottland hat über die Jahrhunderte viele starke und beeindruckende Frauen hervorgebracht. Ich stoße immer wieder auf sie und freue mich jedes Mal aufs neue, wenn Frauen in der Geschichte Spuren hinterlassen haben. Die gilt es zu bewahren.
Viele grausame und frauenfeindliche Geschichten werden aus vergangenen Zeiten erzählt. Die Geschichte von Theneu scheint besonders entsetzlich. Ein Vater, der versucht, seine schwangere Tochter zu töten. Er scheitert, versucht es erneut und sie entbindet schließlich allein auf einem Boot in der Nordsee. Normalerweise konzentriert sich die Geschichte entweder auf den Vater, denn er war Loth, ein mächtiger König oder auf den Sohn, den sie gebar: St. Kentigern of Glasgow. Aber was war mit ihr? Von ihrem Vater misshandelt, vom Vater ihres Kindes verlassen, allein in einem Boot bei der Geburt – diese Prinzessin hatte gewiss kein Märchenleben.
Gehen wir zurück ins sechste Jahrhundert und zu der Frage, wer das Kind gezeugt hat.
Theneu war die Tochter von Loth, einem piktischen König, der einen Teil Lothians regierte. Nach dem Abzug der Römer blieben die Pikten nicht nur innerhalb der Grenzen ihrer eigenen Provinz, sondern ließen sich in verschiedenen Teilen von Alba nieder.
Über seinen Vater ist überhaupt wenig bekannt. Der Legende nach war er Eugenius II, König der Schotten. Jedenfalls war der Säugling ein ungewolltes Kind, und kurz vor seiner Geburt ließ sein Großvater, wütend über die Schande seiner Tochter, den grausamen Sitten seines Stammes folgend, sie von der Spitze von Traprain Law werfen in der Hoffnung, dass der Sturz sie umbringen würde. Die Prinzessin entkam jedoch unverletzt und König Loth, der mit dieser Barbarei nicht zufrieden war, befahl, sie nach Aberlady Bay bringen zu lassen und sie in ein mit Fell bedecktes Boot zu setzen, von dem die Ruder entfernt worden waren.
Dieses fragile Fortbewegungsmittel und seine unglückliche Insassin wurden dann weit hinaus aufs Meer geschleppt und ihrem Schicksal überlassen. Der sichere Tod, doch Gott wschte über sie, so heißt es. Anstatt weiter aufs Meer hinausgetrieben zu werden, führten Wind und Gezeiten das kleine Boot um die Isle of May herum, vorbei an Inchkeith und Inchcolm und den Fluss Forth hinauf, bis es sicher am Ufer bei Culross gestrandet war. Während dieser ereignisreichen Reise wurde ein kleiner Junge geboren, der dazu bestimmt war, das Christentum in Schottland neu zu beleben und das Werk von St. Ninian weiterzuführen.
Welchen Dämonen stand Theneu außer ihrem Vater gegenüber? Wie tief sah sie dem Tod in die Augen. Wie verzweifelt und wie allein fühlte sie sich draußen auf dem Meer, ohne das Boot steuern zu können? Und wie viel Schmerz hat sie ertragen? Woher nahm sie die Kraft, dieses Baby und sich selbst am Leben zu erhalten? Die Geschichte sagt es uns nicht. Schade.
Ich brauche einen Friseurtermin war vor der Pandemie nur ein problematischer Satz, wenn man einen schnellen oder einen beim Star Coiffeur wollte. Vor der Pandemie war ja bekanntlich vieles anders.
Weil ich während des Lockdowns in den Highlands festsaß und natürlich auch hier keine Friseure aufhatten, waren Alternativen gefragt. In meinem Fall ging es weniger ums Schneiden als ums Färben. Der Haaransatz wird grau, da muss Farbe ran. Für graue Haar bin ich noch lange nicht bereit.
Also prüfe ich die Alternativen und kaufe Farbe. Als ich die Chemischen Zusätze und Gesundheitswarnungen auf der Packung lese, lass ich das lieber und schicke das Produkt zurück. Stattdessen ordere ich Henna, wie früher zu Studentenzeiten. Der Ton ist zwar dann deutlich rötlicher als mein Farbton, aber immer noch besser als grau. Wenn die Welt wieder normal ist, kann es entweder mein Friseur in Deutschland oder einer in Schottland richten. Es muss doch auch in den Highlands einen Friseur geben!
Ich höre mich um und höre von einer Frau, die sich das Handwerk selbst beigebracht hat und zuhause vorbeikommt. Eher nicht, denke ich.
Dann höre ich vom Barber Bothy. Ein Barber ist ja ein Herrenfriseur, aber vielleicht ist er oder sie ja nicht so frauenfeindlich und erbarmt sich. Wo ist der? Einmal über den Berg, zwanzig Minuten von hier? Wäre ideal.
Beim nächsten Spaziergang schaue ich es mir von außen an. In einem ehemaligen Schafstall steht eine Topfpflanze im Fenster. Über der Tür leuchtet eine Lichterkette. Drinnen ein Holzstuhl und ein Tisch. Vielleicht auch ein Spiegel und ein Wasserkocher. Und nicht, dass wir uns falsch verstehen. Es sieht immer noch aus wie ein Schafstall und nicht wie ein schön umgebauter Schafstall, ein Bothy eben, eine verschrammelte Hütte, keine Designerhütte, mehr als nur ein Touch von basic. Vor der Tür tummelt sich eine Herde Hochlandkühe und hinterlässt frische Spuren.
Eher nicht, denke ich.
Inverness, denke ich. Die Hauptstadt der Highlands. Wenn es irgendwo einen Friseur gibt, der dem von mir gewünschten Standard entspricht, dann da. Ich google und finde einige. Nach Ansicht der Fotos kommt über die Hälfte nicht in Frage. Ich finde zwei, die mir ganz gut gefallen. Die Preise sind saftig, aber sehen wir es mal so, ich habe während der Pandemie ja einige Termine ausfallen lassen. Das Geld habe ich sozusagen gespart und kann es nun wieder ausgeben.
Bei meinem ersten Versuch antwortet eine genervte Stimme. Ja, ich soll einfach vorbei kommen.
„Ich wohne knapp zwei Stunden weg von Inverness. Ich hätte gerne einen Termin. Was, wenn ich komme, und sie haben keine Zeit?“
Ich höre sie förmlich mit den Schultern zucken. Sie antwortet nicht. Ich bedanke mich und lege auf.
Eher nicht, denke ich.
Bleibt meine letzte Chance. Eine hochpreisige Kette mit Salons überall im Vereinigten Königreich. Sehr gut, denke ich. Da gibt es einen Standard. Ich werfe einen Blick auf die Preise, die sich in drei Kategorien gruppieren, Azubi, gelernte Fachkraft und Chef. Letzterer ist natürlich der teuerste. Das sollte er sicherste Weg, sein, denke ich. Es hat gedauert, bis meine Haare die Länge hatten, die sie jetzt haben. Das will ich mir nicht durch einen billigen, aber fatalen Friseurbesuch zunichte machen lassen.
Ich wähle, was ich sonst von aus überlangen Kinofilmen von Steven Spielberg kenne: Director‘s Cut. Sie haben eine Emailadresse auf der Webseite und ich schreibe mein Anliegen mit einem Terminwunsch an einem Samstag. Ich arbeite remote und bei der Fahrzeit kann ich das unter der Woche nicht möglich machen. Ich hoffe, schottische Friseure arbeiten an Samstagen.
Es antwortet eine freundliche Frau, die mir erklärt, dass ich nicht so einfach einen Termin zum Färben machen könne, wenn ich keine Kundin sei.
„Warum nicht?“ schreibe ich verwundert zurück.
„Sie müssen zuerst einen patch test machen. Es geht nicht ohne. Das sind die Vorschriften“, antwortet sie, erklärend, nicht entschuldigend.
Health & safety nehmen sie hier sehr ernst und man darf keinen Ansatz färben, ohne zuerst an einer kleinen Stelle (patch) ausprobiert zu haben (test), ob man möglicherweise allergisch auf einen der Inhaltsstoffe reagiert. Diesen patch test muss man mindestens eine Woche vor dem eigentlichen Termin gemacht haben.
„Ich wohne zwei Stunden entfernt“, schreibe ich. „Ist es nicht möglich, den Test und den Termin an einem Tag zu machen.“
„Tut mir leid, das ist nicht möglich. Wollen Sie dennoch einen Termin?“
Ich will nicht, aber es ist ja nicht so, dass ich jede Menge anderer Optionen hätte. Deshalb sage ich zu, am Samstag vorbeizukommen. So kann ich wenigstens vorher prüfen, wie der Laden wirklich aussieht und wie dort gearbeitet wird. Genau mit den Vorschriften scheinen sie es ja schon mal zu nehmen. Und mit großer Wahrscheinlichkeit steht auch keinen Herde Hochlandrinder vor der Tür.
Der Laden ist schräg gegenüber von Inverness Castle. Gute Lage, Parkplätze sind vorhanden. Damit bin ich schon mal zufrieden. Als ich reinkomme, werde ich freundlich begrüßt, ich schildere mein Anliegen und ein fülliger Mann mit Habitus stellt sich mir vor. Der Chef hält ein kleines Schälchen in der Hand, in dem er die Farbe angerührt hat. Ich soll mich umdrehen und die Haare hochnehmen. Dann tupft er mir mit dem Pinsel etwas davon auf den unteren Haaransatz.
„Das war’s!“
„Das war’s?“
„Das war’s.“
Und schon stehe ich wieder draußen und muss lachen. Für die dreißig Sekunden bin ich den weiten Weg gefahren. Ich beschließe, das mit ein wenig Shopping zu feiern. Außerdem habe ich jetzt einen Termin für den Ansatz.
Vierzehn Tage später bin ich wieder in Inverness und bei „meinem Friseur“. Er begrüßt mich wie eine alte Bekannte. Jetzt, wo ich den Initiationsritus absolviert habe, gehöre ich offensichtlich dazu und stelle fest, dass ein Friseurbesuch in Inverness sich nicht von einem im Schwarzwald unterscheidet. Man bekommt einen Kaffee und jede Menge Tratsch, doch das Wichtigste, man bekommt die Haare gemacht.
Was für ein Unterschied. Der Salon nutzt hochklassige Haarprodukte und ich bin sehr zufrieden. Allerdings kostet das auch eine ziemliche Stange Geld. £145 bin ich los. Um die Haare „auszuführen“, gönne ich mir Lunch in einem Hotel unten am Fluss. Die Sonne scheint und obwohl es Januar ist, ist warm genug, um draußen zu sitzen.
Ich setze mich an einen Tisch mit Blick aufs Wasser und das River Ness Ufer und bestelle und bezahle über den QR-Code auf dem Tisch mit dem Telefon. Wenig später erreichen mich ein Club Sandwich und ein Lager.
Leben. Bei Steven Spielberg sieht das wahrscheinlich auch nicht viel anders aus.
Abenteuer Highlands 3 – Ja hört das denn nie auf!
Nach den ersten Erfahrungen mit den Highlands habe ich das erste Buch geschrieben: Abenteuer Highlands – mein etwas anderes Leben im schottischen Hochland. Damals noch ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, dass es vielleicht mehrere geben könnte.
Die Jahre gingen ins Land und die Abenteuer wurden nicht weniger. Deshalb, und weil ich immer wieder gefragt wurde, ob es nicht bald einen zweiten Teil von Abenteuer Highlands gäbe, habe ich ihn geschrieben. Abenteuer Highlands 2.0 – zwischen Schwarzwald und Schottland – alles, was ein Doppelleben in zwei Ländern aufregend und erzählenswert macht.
Nun ist Abenteuer Highlands offiziell eine Serie und der nächste Band Abenteuer Highlands 3 – Ja hört das denn nie auf! seit Oktober 2023 als Taschenbuch und eBook bei Amazon verfügbar.
Die Abtei von Balmerino wurde von einer Frau gegründet: Königin Ermengarde de Beaumont, keine „normale“ Frau nach allen Maßstäben. Ihre Abtei ist in einem schlechten Zustand und von ihrer ursprünglichen Kraft und von der beeindruckenden Architektur ist in der Ruine nicht mehr viel übrig, nur die schwache Erinnerung an ihre Menschen und ihre Geschichten in einer längst vergangenen Zeit.
Ermengarde wurde 1170 geboren und starb in ihren frühen Sechzigern, ein langes Leben im 12. Jahrhundert. Sie wurde im Alter von sechzehn Jahren mit König Wilhelm I von Schottland, William the lion, verheiratet. Die Trauung fand in England statt, Heinrich II war zu dieser Zeit Herrscher von Schottland. Ihr Mann, vor seiner Heirat ein notorischer Frauenheld, soll ab dem Eheversprechen seiner außergewöhnlichen Frau treu gewesen sein. Auch er gründete eine Abtei in Arbroath, wo er vierzehn Jahre später beigesetzt wurde.
Ermengarde, die ihren Mann um zwanzig Jahre überlebte, wurde nicht neben ihm begraben, sondern, in ihrer Abtei, in Balmerino, vor dem Hochaltar.
Ende 1229 kamen zwölf Mönche aus Melrose Abbey nach Balmerino. Sie kamen zu Fuß und bauten die Abtei. Hier lebten, arbeiteten und beteten sie, sie bauten Getreide an, hielten Schafe für Wolle und fischten. Sie waren Zisterzienser und glaubten an gemeinschaftliches Leben, körperliche Arbeit und Genügsamkeit. Sie schliefen sogar angezogen.
Abenteuer Highlands 3 – Ja hört das denn nie auf!
Nach den ersten Erfahrungen mit den Highlands habe ich das erste Buch geschrieben: Abenteuer Highlands – mein etwas anderes Leben im schottischen Hochland. Damals noch ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, dass es vielleicht mehrere geben könnte.
Die Jahre gingen ins Land und die Abenteuer wurden nicht weniger. Deshalb, und weil ich immer wieder gefragt wurde, ob es nicht bald einen zweiten Teil von Abenteuer Highlands gäbe, habe ich ihn geschrieben. Abenteuer Highlands 2.0 – zwischen Schwarzwald und Schottland – alles, was ein Doppelleben in zwei Ländern aufregend und erzählenswert macht.
Nun ist Abenteuer Highlands offiziell eine Serie und der nächste Band Abenteuer Highlands 3 – Ja hört das denn nie auf! seit Oktober 2023 als Taschenbuch und eBook bei Amazon verfügbar.
Es war einer dieser wunderbaren Sommertage, die mit strahlendem Sonnenschein und einem stahlblauen, wolkenlosen Himmel nach draußen locken. Wie immer um diese Jahreszeit, war ich früh wach und voller Drang, die Schönheit der schottischen Highlands zu erleben. Es war Wochenende und ich musste nicht arbeiten.
Um halb sechs Uhr sitze ich im Auto. Die Sonne steht bereits recht hoch, die Tage beginnen früh um diese Jahreszeit. Noch ist es frisch, aber nicht kühl, definitiv ein Tag für Dreiviertelhosen und T-Shirt. Sonnenbrille nicht zu vergessen. So oft kann man die nicht tragen, ohne deplatziert auszusehen.
Ich bin unterwegs zu einer Wanderung. Unterwegs halte ich am Eilean Donan Castle und werfe den Glasmüll in die Container auf dem Parkplatz der Gemeindehalle. Die ersten Touristen machen bereits Fotos, einer startet seine Drohne. Ja, im Vereinigten Königreich darf man Drohnen fliegen, obwohl eine Straße daneben liegt, und man darf an einem Sonntagmorgen um kurz nach sechs Flaschen in den Glascontainer werfen. Das sollte man mal im Schwarzwald versuchen!
Ich lächle und fahre weiter bis zum Parkplatz des Estates, den bewirtschafteten Großgrundbesitz. Ein Estate kann Wald-, Viehwirtschaft oder Jagd betreiben. Der Besitzer hat alles, Wald, Rotwild, Schafe und Hochlandkühe und vor allem eine sehr lange, geteerte Straße und im Anschluss einen guten Schotterweg. Man kann wandern, ohne sich durch Matschwüsten zu kämpfen und ohne jeden Schritt auf glitschigem Untergrund vorsichtig abwägen zu müssen. So kann man sich viel besser auf die Natur und seine Gedanken konzentrieren. Ist vielleicht nicht ganz so aufregend, aber mir gefällt’s.
Ich bin mit meinem deutschen Auto nach Schottland gekommen und stelle es auf dem Parkplatz ab. Happy wandere los, die Zufahrt hinauf zu den Wirtschaftsgebäuden, an der großen Halle vorbei, wo das Vieh sortiert wird und weiter entlang dem Fluss und der Weiden. Schafe überall, rechts, links, vor mir und hinter mir. Nach einer halben Stunde, habe ich die Schafe und das geteerte Stück Straße hinter mir gelassen. Nun führt der Weg durch eine große Herde Hochlandkühe, die ich (Nellie, the Kid) vor nicht allzu langer Zeit unfreiwillig vor mir hergetrieben habe. Inzwischen kennen sie mich, glaube ich und ich gehe tapfer durch die Herde durch.
Dann wird es einsamer, vereinzelt lugt ein Hirsch vom Hügel, Habichte kreisen, oder ein Bussard, ich bin mir da nicht so sicher, aber der Vogel unterstreicht unabhängig von der Gattung das Gefühl von Einsamkeit und wilder Natur.
Nach neun Kilometern habe ich mein Ziel erreicht, ein kleines Loch. Hier setze ich mich auf meinen Lieblingsstein mit Blick aufs Wasser und weiter ins Tal. Ein schöner stiller Ort. In meiner Thermostasse habe ich meinen Morgenkaffee dabei und den genießen ich in vollen und durstigen Zügen. Um mich herum nur Vogelgezwitscher, der Wind und das Murmeln der Bergbäche. Friedlicher geht es nicht. In meinem Rucksack habe ich auch noch ein Sandwich und einen Müsliriegel, aber nach dem Kaffee bin ich nicht mehr hungrig. Außerdem esse ich nicht so gerne, wenn ich noch weiter laufe. Ich bin ja mit Stöcken unterwegs und das recht schnell. Frühstücken kann ich auch noch am Auto, denke ich. Dann ist es zwar schon Mittag, wird mir aber umso mehr schmecken.
Ich reiße mich von meinem Lieblingssitzplatz los und mache mich auf dem Rückweg. Langsam wird es heiß. Rechts und links duftet der wilde Ginster. Ich könnte nicht zufriedener sein. Insgesamt bin ich etwas über vier Stunden unterwegs und komme hungrig ans Auto. Ich packe die Stöcke in dem Kofferraum, lege meinen kleinen Rucksack und das Handy auf die Beifahrerseite und will gerade einsteigen, da fällt mir ein, dass ich mich noch nicht gedehnt habe.
Also dehne ich akribisch Beine und Arme. Derart entspannt brauche ich jetzt dringend Frühstück. Mein Magen knurrt. Ich öffne die Autotür …
Ich versuche die Autotür zu öffnen.
Wieso geht diese VERD***TE Autotür nicht auf?
Mein Schlüssel liegt auf der Beifahrersitz, mein Essen liegt auf dem Beifahrersitz, mein Handy liegt auf dem Beifahrersitz und ich stehe wie ein Idiot davor und komme nicht ran.
Mein schöner deutscher Mittelklassewagen hat mich ausgesperrt!
Wie kann das sein. Der Schlüssel ist doch programmiert, dass der Mechanismus nicht schließt, solange er im Auto ist. Ich bin mir sehr sicher, dass man mir das beim Händler so gesagt hatte. Ich war immer sehr sorglos damit umgegangen deswegen. Bisher hatte es sich auch nie von alleine geschlossen. Bisher!
Da stehe ich nun, ungefähr eine Dreiviertelstunde Autofahrt von zu Hause entfernt, ohne Telefon und ohne Auto. Das zu laufen schaffe ich nicht mehr, ich bin gerade knapp 20 Kilometer gewandert. Und selbst wenn mir das gelingt, was dann? Der Zweitschlüssel liegt zu Hause in Deutschland. Bis der mit der Post hier wäre, dauert es Tage und auch wenn ich eine Zeit ohne eigenes Auto auskäme, mein Telefon ist noch drin und ich arbeite remote. Die Zugänge funktionieren nur über Zweifaktor-Authentifizierung über mein Handy. Ich könnte nicht arbeiten.
Was soll ich tun? Das Fenster einschlagen? Der Wagen ist erst wenige Monate alt! Das kann doch nicht die Lösung sein. Und der Mann? Der vermisst mich erst am Abend. Er ist selbst unterwegs, wird sich wohl wundern, warum ich keine Nachrichten beantworte, aber da er weiß, wie schlecht der Empfang hier ist, wird er sich erst mal keine Sorgen machen. Bis das so weit ist, vergehen noch einige Stunden. Ich bin auf mich selbst gestellt.
Ich denke nach. Wenn ich zurück zu den Häusern gehe, kann ich vielleicht jemanden finden, der für mich den ADAC anruft. Die haben bestimmt Mittel und Wege, ein Auto zu öffnen und anschließend den Alarm zum Schweigen zu bringen. Meine ADAC-Karte ist natürlich ebenfalls im Auto eingeschlossen, aber die werden mich auch so im System finden. Guter Plan, denke ich und mache mich auf den Weg zurück zu den Gebäuden. Ein weiterer Kilometer, auf den meine müden Beine gerne verzichtet hätten.
Als ich am Morgen vorbeigekommen bin, waren überall Männer in Autos unterwegs gewesen. Nun ist alles wie ausgestorben. Mittagszeit. Ich kann niemanden entdecken. Also gehe ich zu einem der Häuser. Spielzeug liegt im Garten verstreut. Vor der Tür stehen ein paar klobige Arbeitsstiefel. Scheint, als wäre jemand zuhause. Ich klopfe und warte. Die Tür öffnet sich und ein schlanker Mann Ende Zwanzig öffnet die Tür. In der Hand hält er eine dampfende Tasse.
„Hallo, entschuldige bitte die Störung. Ich stehe vorne auf dem Parkplatz und habe mich ausgeschlossen. Leider ist auch mein Handy im Auto. Wärst du so nett, den AA für mich zu kontaktieren?“
Der AA ist der ADAC im Vereinigten Königreich. Die würde man von Deutschland ohnehin bitten, die Hilfe durchzuführen.
„Gar kein Problem“, sagt er und stellt seine Tasse ab. „Passiert mir dauernd. Das erledigen Donald und Davy für ein paar Pfund. In meinen brechen die auch immer ein. Das kostet nicht viel, kann aber ein paar Kratzer im Lack verursachen.“
Ich bin müde, hungrig und ratlos und Kratzer sind mir gerade völlig egal. Wenn man hier den Automobilclub nicht ruft, dann eben Donald und Davy.
„Ich bin übrigens Nellie“, sage ich.
„Harris“, antwortet er. Er gehört zu den Generation, in der alle Schotten Inselnamen tragen.
Harris zückt sein Handy und ruft Davy an. Nachdem er ihm den Fall geschildet hat, reicht er mir das Telefon weiter. Davy erklärt auch mir nochmal, dass sie vorsichtig sind, aber es Kratzer geben kann.
„Das ist okay“, sage ich und mache mir mehr Sorgen wegen der Alarmanlage. Doch die ist für ihn offensichtlich kein Problem. Ich bedanke mich und lege auf.
„Und?“ fragt Harris.
„Er hat noch Kundschaft, aber dann kommt er. Er sagt es ist kein Problem“ erläutere ich.
„Dann fahr ich dich schnell ans Auto vor. Ich muss leider auch wieder los, aber auf dem Rückweg schaue ich nach, ob alles geklappt hat. Okay?“
„Danke, Harris!“
Und dann. Bin ich wieder am Auto. Der Parkplatz ist eine ordentlich geteerte Fläche von rund zehn auf zwanzig Meter, eine Seite ist mit einer halbhohen Mauer umfasst, auf der anderen führt eine Böschung hinunter zu den Weiden. Dort steht auch eine kleine Bank. Genug Platz zum Sitzen habe ich schon mal, denke ich. Mein Magen knurrt laut. Hätte ich doch nur gefrühstückt! Wenigstens ist es warm und falls es kühler wird, habe ich noch mein Hoody, das ist zugegeben eher dünn, aber besser als nur das T-Shirt.
Ich warte. Wieviel Kundschaft Donald und Davy wohl haben? Ich habe keine Uhr. Wir spät es wohl ist? So ohne Handy ist man ganz schön verloren. Also sitze ich da und denke. Wie lange es wohl dauert, bis man verhungert? Zuerst verdurstet man wohl. Ich sehe mich um. Hier ist ein kleiner Bach. Das Schicksal wird mich also nicht ereilen. Wann Donald und Davy wohl kommen?
Irgendwann taucht ein Mann um die Sechzig auf. Der muss zu den Auto gehören, dass außer meinem auf dem Parkplatz steht. Da er noch nicht da war als ich geparkt hatte, muss er wohl später gekommen sein und wohl eine andere Route genommen haben. Sonst hätte ich ihn ja getroffen. Ich wünschte, wir hätten den ADAC angerufen. Dann hätte der Mann jetzt nochmal anrufen und nachfragen können. So aber habe ich weder einen richtigen Firmennamen noch eine Telefonnummer von Donald und Davy. Ich weiß aber, wo die Werkstadt ist. Ich erkläre den Wanderer mein Problem und er weiß auch, wo die Werkstatt ist. Der nette Engländer ist übers Wochenende zu Besuch und gerne bereit, auf dem Heimweg in der Werkstatt vorbeizufahren und Donald und Davy daran zu erinnern, dass eine inzwischen sehr hungrige Frau auf Rettung wartet.
Ich sehe seinem Auto hinterher und fühle mich sehr alleine. Inzwischen ist es fünfzehn Uhr. Wann kommen sie endlich?
Als sie dann eine Weile später endlich auftauchen, könnte ich weinen vor Glück. Endlich!
Donald und Davy sind im selben Alter wie Harris, wahrscheinlich waren die zusammen auf der Schule. Sie steigen aus und erklären mir, was sie vorhaben. Donald wird Keile in die Beifahrertür treiben. Dann wird Davy versuchen, mit einem Stück Draht auf den Schlüssel zu drücken, der auf dem Beifahrersitz liegt. Dann würde sich die Tür öffnen.
Ich nicke. Es ist inzwischen 16:35 Uhr und ich habe Sorge, dass ich vor lauter Hunger Halluzinationen habe. Die Prozedur dauert. Die Keile wollen nicht richtig sitzen, der Draht gibt zu sehr nach, ich, die Geduldlosigkeit in Person, muss zusehen und warten. Und warten. Warten. Langsam wird es kalt. Ich ziehe meinen Hoody an und friere trotzdem. Die beiden sind noch immer im T-Shirt unterwegs. Schotten. Anderes Temperaturgefühl.
Dann beschließt Donald, dass er einen festeren Draht braucht. Sie sehen im Auto nach. Sie haben keinen. Oh nein! Bitte lass sie nicht wieder wegfahren, um einen dickeren Draht zu holen. Das wäre Donald gar nicht in den Sinn gekommen, er nimmt eine Drahtschere und geht zum nächsten Zaun, um dort ein passendes Stück rauszuschneiden. Dann versucht er es wieder.
Beep, beep.
Die Tür ist auf!
Die Tür ist auf!!!
DIE TÜR IST AUF!!!
Ich habe Tränen in den Augen und würde die beiden am liebsten umarmen.
Schnell mache ich alle Türen auf und nicht wieder zu. Sicher ist sicher. Dann nehme ich die Schlüssel an mich, um sie nie wieder loszulassen.
Donald und Davy schauen zufrieden und nicht sonderlich beunruhigt über die Tatsache, das ich auch kein Bargeld dabei habe, um sie zu bezahlen. Ich bekomme die Bankdaten und soll überweisen. So viel Vertrauen haben sie. Obwohl mein Auto ein deutsches Kennzeichen hat.
„Was schulde ich euch?“
Die beiden sind eine gute halbe Stunde hierher gefahren und haben weit über eine Stunde versucht, das Auto zu öffnen. Ich habe keine Vorstellung, was sie verlangen und es ist mir auch gar nicht in den Sinn gekommen, davor danach zu fragen. Der ADAC wäre für mich als Mitglied ja kostenlos gewesen.
Davy schaut unsicher. Donald wagt sich langsam aus der Deckung und fragt vorsichtig.
„Sind Vierzig Pfund okay?“
„Ja“, sage ich erleichtert. „Vierzig Pfund sind okay. Ich überweise sie euch, sobald ich zuhause bin.“
Ich setze mich hinters Steuer und drinke einen großen Schluck Wasser. Dann falle ich über meine Sandwiches und den Müsliriegel her.
Wie konnte das passieren. Ich krame nach dem Bordhandbuch. Da steht es. Das Fahrzeug wird nicht abgeschlossen, solange der Schlüssel im Kofferraum liegt.
IM KOFFERRRAUM?
Wer legt denn seinen Schlüssel in der Kofferraum?
Ich jedenfalls nicht.
Dan steige ich aus und prüfe die Beifahrertür. Die Gummidichtung ist beschädigt, es sind Kratzer im Lack und die Tür schließt nicht mehr bündig. Das wird teurer als vierzig Pfund. Viel teurer. Ob der ADAC das auch so gelöst hätte?
Was solls, denke ich. Ich kann es jetzt nicht mehr ändern. Ich nehme mein Telefon und prüfe die Nachrichten.
Der Mann hat vor zehn Minuten geschrieben. Schatz, bei dir alles okay? Ich hab den ganzen Tag nichts von dir gehört?
Erst einige Wochen später traue ich mich wieder auf dieselbe Wanderung. Den Autoschlüssel hüte ich wie einen Schatz. Es fehlt nicht viel und ich hätte ihn während der gesamten Tour in der Hand behalten. So etwas passiert mir kein zweites Mal. Ich bin gut eine halbe Stunde unterwegs, da kommt ein Pickup auf mich zu. Ein älterer Farmer, mit dem ich gelegentlich geplaudert habe. Er hält an und lässt die Scheibe runter.
„Schöner Tag heute“, sagt er.
„Oh ja, könnte nicht besser sein“, erwidere ich.
Er schaut mich prüfend an, um dann mit todernster Stimme zu sagen:
„Und? Hast du deine Schlüssel?“
Abenteuer Highlands 3 – Ja hört das denn nie auf!
Nach den ersten Erfahrungen mit den Highlands habe ich das erste Buch geschrieben: Abenteuer Highlands – mein etwas anderes Leben im schottischen Hochland. Damals noch ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, dass es vielleicht mehrere geben könnte.
Die Jahre gingen ins Land und die Abenteuer wurden nicht weniger. Deshalb, und weil ich immer wieder gefragt wurde, ob es nicht bald einen zweiten Teil von Abenteuer Highlands gäbe, habe ich ihn geschrieben. Abenteuer Highlands 2.0 – zwischen Schwarzwald und Schottland – alles, was ein Doppelleben in zwei Ländern aufregend und erzählenswert macht.
Nun ist Abenteuer Highlands offiziell eine Serie und der nächste Band Abenteuer Highlands 3 – Ja hört das denn nie auf! seit Oktober 2023 als Taschenbuch und eBook bei Amazon verfügbar.
Eine Reise durch Geschichte, Kultur und atemberaubende Landschaften
Schottland, ein Land von unvergleichlicher Schönheit und historischer Bedeutung, zieht Besucher aus der ganzen Welt an. Von den majestätischen Highlands bis zu den pulsierenden Städten hat Schottland viel zu bieten. Mit einer reichen Geschichte, einer vielfältigen Kultur und einer atemberaubenden Landschaft ist es kein Wunder, dass Schottland zu den beliebtesten Reisezielen zählt.
Historische Wurzeln und kulturelles Erbe
Die Geschichte Schottlands erstreckt sich über Jahrhunderte und hat tiefe Spuren in der Kultur des Landes hinterlassen. Ein Höhepunkt ist zweifellos das Edinburgh Castle, das hoch über der Hauptstadt thront. Dieses beeindruckende Bauwerk beherbergt die schottischen Kronjuwelen und bietet einen Einblick in die turbulenten Zeiten der schottischen Geschichte. Die Schlacht von Culloden, die letzte Schlacht auf britischem Boden, ist ein weiteres historisches Highlight, das die Besucher in die dramatischen Ereignisse des 18. Jahrhunderts eintauchen lässt.
Die schottische Kultur ist geprägt von Musik, Tanz, Kunst und Literatur. Die Klänge des Dudelsacks sind fast schon ein Synonym für Schottland, und die schottische Tanzkunst, insbesondere der Highland Dance, ist weltweit bekannt. Schottland hat auch eine reiche literarische Tradition, angeführt von Größen wie Robert Burns und Sir Walter Scott. Ihre Werke spiegeln die schottische Identität und die Liebe zur Heimat wider.
Unglaubliche Landschaften
Die Landschaft Schottlands ist von atemberaubender Schönheit und Vielfalt geprägt. Die Highlands, eine Region aus sanften Hügeln, tiefen Tälern und majestätischen Bergen, bieten Wanderern und Naturliebhabern unzählige Möglichkeiten. Der Loch Ness, einer der tiefsten Seen Europas, zieht nicht nur wegen der Legende um das Ungeheuer von Loch Ness Besucher an, sondern auch wegen seiner beeindruckenden Umgebung.
Die Isle of Skye, mit ihren bizarren Felsformationen und zerklüfteten Küsten, ist ein weiteres Highlight der schottischen Landschaft. Hier trifft man auf die raue Schönheit der Natur, die Künstler und Fotografen gleichermaßen inspiriert hat.
Städte und Moderne
Schottland mag reich an Geschichte sein, aber es ist auch ein Ort der Modernität und Dynamik. Städte wie Edinburgh und Glasgow bieten eine aufregende Mischung aus altem Charme und modernem Flair. Edinburgh, die Hauptstadt, verzaubert mit ihrer mittelalterlichen Altstadt und dem eleganten Georgianischen Viertel. Die jährliche Edinburgh Festival Fringe, das weltgrößte Kunstfestival, lockt Künstler und Besucher aus aller Welt an.
Glasgow hingegen ist für seine Kunstszene, pulsierendes Nachtleben und moderne Architektur bekannt. Die Stadt hat sich von ihrer industriellen Vergangenheit zu einem Zentrum der Kreativität und Innovation entwickelt.
Kulinarische Köstlichkeiten
Die schottische Küche hat sich über die Jahre entwickelt und bietet eine Reihe von Köstlichkeiten. Von Haggis und Neeps (Rüben) bis zu geräuchertem Lachs und Scotch Whisky bietet die kulinarische Szene Schottlands eine Vielzahl von Geschmacksrichtungen, die die lokalen Zutaten und Traditionen widerspiegeln.
Fazit
Schottland ist ein Land der Kontraste, in dem Geschichte und Moderne, Natur und Kultur auf faszinierende Weise miteinander verschmelzen. Die schottische Landschaft mit ihren majestätischen Highlands und malerischen Inseln ist ebenso beeindruckend wie die lebendigen Städte voller Kunst, Kultur und Dynamik. Wer Schottland besucht, wird in eine Welt eintauchen, die sowohl die Vergangenheit als auch die Gegenwart in einem unvergleichlichen Panorama vereint.
Und wer dann noch abseits der ausgetretenen Touristenpfade Neues entdecken will, der solte sich Schottland für stille Stunden zulegen.
🌎 Schottland für stille Stunden – ein Reiseführer in die Seele Schottlands📚
🏴Schottland für stille Stunden ist kein klassischer Reiseführer, hier finden sich keine Touristenziele oder Öffnungszeiten. Schottland für stille Stunden führt vielmehr an weitgehend unbekannte Orte und erzählt historische, abgründige, romantische oder lustige Geschichten durch die Jahrhunderte. Entdecken Sie die Seele anstatt der Sehenswürdigkeiten Schottlands, Tipps aus dem wahren schottischen Leben und Orte, die es möglich machen ein Land so zu erleben, wie es wirklich ist. 🧳 Mit dem Reiseinspirationsbuch kann man dieses wunderbare Land vor Ort ohne Trubel ganz anders erfahren oder sich einfach zu Hause auf dem Sofa hinein träumen
Der Name bedeutet nahrhafte Weide und so sieht Suardalan heute noch aus. Eine große, quadratische Weide auf einem kleinen Hügel gelegen. Die alten Trockenmauern erzählen von vergangenen Tagen, vereinzelte Schafe weiden still das saftige Grün. Das Cottage ist inzwischen verlassen und wird als mountain bothy, als Berghütte, genutzt.
Suardalan ist ein magischer und sehr idyllischer Ort, friedlich und ruhig, sieht man einmal von den Baumfällarbeiten in der Nachbarschaft ab. Im Spätsommer blüht die Heide, ihr intensives Lila überzieht die braunen Hänge, dunkle Tannen und leuchtende Birken sprenkeln Grüntöne dazwischen und an einem klaren Tag schenkt die Sonne blauen Himmel. Schottland geht fast nicht schöner.
Es gibt eine kleine Geschichte zu diesem Ort, die allgemein nicht sehr bekannt ist. Ein Mann namens John MacInnes aus der Gegend um Glenelg sah eines Tages ein schönes Pferd am Ufer des kleinen Lochs oberhalb von Suardalan. Der See trägt inzwischen seinen Namen: Loch Iain Mhic Aonghais.
Wie nun jeder Schotte weiß, ein fremdes Pferd alleine in der Einsamkeit kann nur ein water-horse sein, eine mythische Kreatur, ein gefährliches Pseudopferd, dem Wasser entsprungen und nicht auf dem Land zuhause. Vorsicht ist geboten mit Tieren wie diesem. Mr MacInnes aber ließ sich von dem übersinnlichen Gerede nicht irritieren und nahm das Pferd mit zu sich. So ein schönes Tier einfach so in der Wildnis stehen zu lassen, schien ihm sinnlos, ja überheblich gar. Ein so schönes Tier in seinem Stall zu haben, ohne dafür bezahlen zu müssen, war für ihn sehr viel logischer.
Der weise Mann aus dem Ort, im Schottischen sage genannt, wies ihn auf die Gefahren hin aber auch darauf, dass er relativ sicher sei, solange er das Pferd mit heiligem Wasser bespritze und es nicht reite. Offensichtlich gab John nicht viel auf die Warnung des Sage, seine Felder und sein Haus lagen weit auseinander, es schien ihm dumm, nach dem Pflügen neben dem Pferd nach Hause zu laufen, anstatt es nach Hause zu reiten und so schwang er sich auf den Rücken der Kreatur und aus dem scheinbar normalen Pferd wurde wieder das gefürchtete water-horse. Mit einem Wiehern, das wie ein Schrei durch die Stille des Tals hallte, bäumte sich die Kreatur auf und raste mitsamt seinem Reiter auf den See zu, wo es für immer verschwand.
John MacInnes wurde nie wieder gesehen. Seine Leiche nie gefunden. Er ertrank wohl in dem Lochan, das seinen Namen trägt.
Coming Soon
🕵️♂️🥃🏴Highland Crime Band 2: Im Dunkel von Skye
@Amazon ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
In Band 2 finden die Ermittlungen auf der Isle of Skye statt.
DI Robert Campbell genießt seinen Motorrad-Urlaub an der schottischen Westküste. Übersetzerin Isabel, Issy, Hartmann ist auf der Insel Skye, um Gälisch zu lernen. Am Sabhal Mòr Ostaig College stößt sie unvermittelt auf einen ungeklärten Todesfall.
Starb die Studentin wirklich eines natürlichen Todes? Issy hat ihre Zweifel und stellt Nachforschungen an. Wer im Sprachkurs könnte ein Motiv gehabt haben? Und wie war es gelungen, die Tat zu verschleiern?
Weil Isabel Hartmann ihn um Hilfe bittet, nimmt sich DI Robert Hartmann inoffiziell des Falls an. Doch dann gibt es einen weiteren Toten, der offensichtlich mit den ursprünglichen Ermittlungen in Verbindung steht. Unvermittelt wird Isabel von der Hobbydetektivin zu einer Verdächtigen.