7 Campervan Tipps & Tricks

für einen unvergesslichen Urlaub in den schottischen Highlands

Seit der Pandemie hat sich vieles verändert in den Highlands, aber eines ist ganz offensichtlich: Es sind deutlich mehr Camper unterwegs als früher. Ein Großteil hat englische Kennzeichen, aber es gibt auch viele Deutsche, Belgier, Österreicher, Schweizer und Franzosen, die sie Reise in die Highlands mit dem Camper, dem Van oder dem Wohnmobil angetreten haben. In der Saison kann es mitunter eng werden auf den Straßen und Parkplätzen, deshalb hier 7 Tipps & Tricks wie ihr aus eurem Campervan-Urlaub in den schottischen Highlands ein unvergessliches Highlight macht.

1 Kauf keine Mainstream Reiseführer

Bei den Standard Anbietern weißt du zwar, was du bekommst, aber du bist da, wo alle anderen auch sind, weil sie denselben Reiseführer gekauft haben: Loch Ness, Eilean Donan Castle, Old Man of Storr … Da ist es dann im Sommer ziemlich voll.

Besorge dir alternative Reiseführer wie, z.B. meinen Schottland für stille Stunden. So schaust du Schottland in die Seele jenseits der Marketing-Maschinerie.

2 Ändere deinen Tagesablauf

Im Sommer wird es schon gegen 4 Uhr hell und erst weit nach Mitternacht wieder dunkel. Die Abend- und die Morgenstunden sind die schönsten des Tages. Ich liebe es, wenn der Morgennebel vom Meer kommt und die untergehende Sonne, den Himmel ein glühendes Pink oder Orange taucht. Warum also nicht dann unterwegs sein, wenn die Straßen leer und die Luft frisch ist? Wer antizyklisch unterwegs ist, erlebt die Highlands viel intensiver.

summer haze – Scottish Highlands

3 Meide die Saison

Die Schottland-Saison geht traditionell von April bis Oktober und gerade 2023 hatte der April fast schon sommerliche Tage. Der Oktober ist oft zwar stürmisch, hat aber oft goldene Momente zu bieten. Die ganz Harten trauen sich auch in den Winter in die Highlands, der einen ganz eigenen Reiz hat. Nur dann hat so gut wie nichts auf, also auch keine Restaurants, die meisten Sehenswürdigkeiten sind ebenfalls geschlossen. Wenn du nicht an schulpflichtige Kinder gebunden bist, reise außerhalb der Saison an. Allein auf der Isle of Skye sind pro Saison rund 600 000 Touristen.

Eilean Donan Castle winter @nme Nellie Merthe Erkenbach

4 Vorsicht bei den Fähren

Hier herrscht gerade das pure Chaos in Schottland. Die Fährflotte ist überaltert und immer wieder fallen einzelne aus. Die neuen Fähren werden nicht fertig und die gecharterten Ersatzfähren haben oft technische Probleme. Es ist inzwischen keine Seltenheit, sondern eher die Norm, dass eine gebuchte Überfahrt nach z.B. Mull, Arran oder Uist ausfällt oder trotz Buchung einfach keine Campervans mitnimmt, weil das Mitteldeck nicht funktionstüchtig ist. Wer auf der sicheren Seite bleiben will, der verlässt zumindest im Moment Mainland Scotland nicht. Auch der Fährhafen in Dover hat an Feiertagen wie Ostern kilometerlange Abfertigungsstaus zu beklagen.

Mehr Infos zu den Fähren findet ihr hier: CALMAC

Armadale Ferry und der neue Krimi @nme Nellie Merthe Erkenbach Im Dunkel von Skye

5 Campingplätze machen Spaß

Bei allem Reiz des wilden Campens, viele Campingplätze, haben hier oft mehr im Angebot als nur Abwassertanks. Es gibt z.B. welche nur für Erwachsene, da ist Ruhe garantiert. Oder solche, die wunderbare Aussichten zu bieten haben und natürlich die, die ein kleines bisschen Luxus liefern. Wie wäre es mit handgemachter Schokolade und einer Barista Latte? Kein Problem! Und der Stellplatz ist auch sicher. Das ist beim wilden Campen oft nicht möglich, weil die Plätze ständig belegt sind.

Camper Parkplatz Cluanie @nme Nellie Merthe Erkenbach

Stellplätze sind rar und oft belegt.

6 Straßen

Erkundige dich vorher genau, welche Straßen für Campervans erlaubt sind und welche nicht. Das ist keine Frage des fahrerischen Könnens. Die Straßen sind eng, steil und die Kuppen haben einen kurzen Radius, längere Fahrzeuge sitzen auf oder bleiben im Morast stecken. Es fährt sich viel entspannter auf den legalen Wegen und immer daran denken, gelegentlich zur Seite zu fahren und den Verkehr passieren lassen, der sich hinter einem angesammelt hat.

Verkehr Schottische HIghlands Camper @nme Nallei Merthge Erkenbach

Und wer nicht im Konvoi mit einer Horde Traktor-Enthusiasten, einer Clique Porschefahrer, einem Rudel Motorroller oder einer Bande Oldtimer stecken will, der meidet Marketing-Routen wie die NC500 lieber. Ganz zu schweigen von den Unimogs, den Range Rovern und den Radfahrern, Ehrlich! Ist besser für die Nerven.

Cluanie no authorised vehicles beyond this point @nme Nellie Merthe Erkenbach

7 Preise

Die Preise für Benzin und Diesel steigen, je weiter man in den ländlichen Raum kommt, während die Tankstellen gleichzeitig abnehmen. Deshalb ist es klüger, in größeren Ortschaft tanken, das macht mitunter über 20 Cents pro Liter aus. Im Gegensatz zu den deutschen Tankstellen ändern sich hier die Preise aber eher selten und schon gar nicht im Laufe des Tages. Ein Preisvergleich macht immer Sinn, wenn man die Möglichkeit hat, zwischen mehreren Anbietern zu wählen.

Preisvergleich ist auch bei den Campern entscheidend. Verschiedene Wohnmobilvermietungen miteinander zu vergleichen, ist oft der beste Weg, um Schnäppchen zu machen oder auch das Steuer auf der Seite zu haben, die man beim Fahren gewohnt ist. Mit dem Camper Champ kann man die Top-Marken auf der ganzen Welt vergleichen, um das beste Angebot zu erhalten, ohne Buchungsgebühr. Wohnmobile sind in Deutschland und Großbritannien sowie an anderen Reisezielen verfügbar.*

Und jetzt bleibt mir nur noch, Euch einen schönen Urlaub zu wünschen:

Fàilte gu Alba! Willkommen in Schottland!

Eilean Donan Castle at night @nme Nellie Merthe Erkenbach

*sponsorend content

Auf dem Weg zum Einkaufen

Einkaufen ist in den schottischen Highlands in der Regel eine größere Aktion. Der nächste Supermarkt ist eine gute halbe Stunde entfernt und nicht nur sehr teuer, die Auswahl ist begrenzt und oft nicht frisch. Deshalb fahre ich in die nächste Stadt, Fort William, um einzukaufen und zu tanken. Ich habe ja schon mehrfach darüber geschrieben.

Das dauert außerhalb der Saison etwas eineinhalb Stunden. Und dann gehe ich eben nicht nur einkaufen, sondern unterwegs spazieren, recherchieren oder mache mich auf die Suche nach Friedhöfen und ja, auch nach so vielen Jahren hier finde ich immer noch spannende Ecken, an denen ich noch nicht gewesen bin. Auch auf meiner Einkaufsroute. Im Dezember war das der MacSorlie Friedhof in Glen Nevis.

Ein schottischer Clan ist eine Gruppe von Menschen, die glauben, denselben Vorfahren zu haben. Ein Clan ist weit mehr als eine Familie. In den Highlands waren sie auch eine politische Einheit, eine Quelle der militärischen Unterstützung und Verteidigung. Eine Septe ist jedoch etwas anderes und das muss man bedenken, wenn man über den MacSorlie-Friedhof in Glen Nevis spricht, denn keiner der Steine hier trägt den Namen MacSorlie oder MacSorley. Die Verstorbenen werden als Camerons in Erinnerung bleiben. Dieser Friedhof hat nicht nur viele spannende Aspekte der Clangeschichte zu bieten, er ist auch wunderschön, fast schon verwunschen an einem kalten Wintermorgen.

Tom-Eas-an-t-Slinnean @nme Graveyards of Scotland Nellie Merthe Erkenbach

Von der Straße kann man ihn nicht erkennen. Man muss wissen wo, das Auto parken und ein paar hundert Meter von der Straße entlang auf der alten coffin road gehen, dem Pfad, auf dem die Särge einst zu dem Friedhof getragen wurden. Es heißt, dass die Reise für viele Menschen zu weit war, die Angehörigen unterwegs oft aufgaben und ihre Lieben entlang des Weges begruben. Gruslige Vorstellung.

Die Aussicht von diesem friedlichen Ort in Richtung Ben Nevis ist spektakulär. Diese Grabstätte hat eine ganz besondere Atmosphäre. Ein Gefühl uralter Loyalität und Zugehörigkeit.

Tom-Eas-an-t-Slinnean @nme Graveyards of Scotland Nellie Merthe Erkenbach

Einer der ursprünglichen vier Zweige des Clan Cameron (und daher technisch gesehen keine „Septe“, aber hier zur Klarstellung enthalten) waren die MacSorlies einer der frühesten Stämme von Lochaber. Sie sollen ursprünglich von demselben „Stamm“ abstammen wie die MacDonalds, wie ihr Vatername andeutet – „Sliochd Shomhairle Ruaidh“, „The Race of Somerled the Red.“ Eng mit ihren Nachbarn, den MacMartins, verbündet, residierten die MacSorlies in Glen Nevis.

Gegen Ende des 15. Jahrhunderts kamen die MacSorlies unter die Führung des Clan Cameron, obwohl sie den Namen Cameron scheinbar erst im frühen 17. Jahrhundert annahmen. Die MacSorlies/Camerons von Glen Nevis waren nicht die treuesten Anhänger der Cameron Chiefs. Es war bekannt, dass sie bei zahlreichen Gelegenheiten mit ihnen in Fehde standen.

Im Jakobiteraufstand von 1745 waren die MacSorlies/Camerons von Glen Nevis unter ihrem Anführer Alexander Cameron von Glen Nevis nicht „out“, aber viele von ihnen waren trotzdem bei Lochiels Regiment; Alexanders Bruder Angus hat die Rannoch Camerons versammelt, um sich dem Regiment anzuschließen.“ (Quelle: clan-cameron.org)In der Nähe des Glen Nevis House auf einem Hügel südlich der Straße liegt ein kleiner Friedhof namens „Tom-eas-an-t-slinnean“ (Hügel des Wasserfalls der Schulter). Hier liegen die alten Camerons von Glen Nevis begraben, die das Patronym von MacSorlie trugen, einem inzwischen ausgestorbenen Zweig des Clans Cameron. (Quelle: Canmore)

Tom-Eas-an-t-Slinnean @nme Graveyards of Scotland Nellie Merthe Erkenbach

Abenteuer Highlands 3 – Ja hört das denn nie auf!

Nach den ersten Erfahrungen mit den Highlands habe ich das erste Buch geschrieben: Abenteuer Highlands – mein etwas anderes Leben im schottischen Hochland. Damals noch ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, dass es vielleicht mehrere geben könnte. 

Die Jahre gingen ins Land und die Abenteuer wurden nicht weniger. Deshalb, und weil ich immer wieder gefragt wurde, ob es nicht bald einen zweiten Teil von Abenteuer Highlands gäbe, habe ich ihn geschrieben. Abenteuer Highlands 2.0 – zwischen Schwarzwald und Schottland – alles, was ein Doppelleben in zwei Ländern aufregend und erzählenswert macht. 

Nun ist Abenteuer Highlands offiziell eine Serie und der nächste Band Abenteuer Highlands 3 – Ja hört das denn nie auf! seit Oktober 2023 als Taschenbuch und eBook bei Amazon verfügbar. 

Nellie Merthe Erkenbach

Magische Wintermomente

Glen Gloy @nme 2023 Nellie Merthe Erkenbach Abenteuer Highlands

Oft sind die Wintertage schneelos in den Highlands, zumindest, wenn man wie wir auf Meereshöhe lebt. Dann bleibt allenfalls der Blick auf ein paar Schneeflecken weiter oben in den Bergen. Aber gerade dann, wenn alles so trübe scheint, sind die Farben ganz besonders.

Glen Gloy 2023 @nme Nellie Merthe Erkenbach

Inzwischen ist der Winter meine liebste Jahreszeit. Diese Fotos habe ich auf dem Heimweg von Supermarkt gemacht. Nur ein kurzer Fußweg abseits der Hauptverkehrsader und schon ist man in einer anderen Welt. Schön!

Glen Gloy 2023 @nme Nellie Merthe Erkenbach

Wintersonnwende

Heute ist ein magischer Tag, der kürzeste im Jahr und man hat das das Gefühl, es will gar nicht mehr hell werden. Wo ist die Sonne?

Doch nun werden die Tage wieder länger und heller – es ist Wintersonnwende!

Die Wintersonnenwende ist im schottischen Gälisch als Oidhche nan Seachd Suipearan bekannt: die Nacht der sieben Abendessen. So genannt weil man sich hinsetzen und siebenmal vor Sonnenaufgang zu Abend essen könnte. Man geht hier wohl von ausführlichen Mahlzeite n aus. Der genaue Moment der Wintersonnwende ist am 21.12.2021 um 21:47 Uhr schottischer Zeit. Es ist die kürzeste Tageslichtperiode im Jahr.

Der Winter ist eine bedeutende Jahreszeit in der gälischen und vielen andere Kulturen, mit Festen und Ritualen, die den symbolischen Tod markieren und Wiedergeburt der Sonne, wenn sich das allmähliche Abnehmen der Tageslichtstunden umgekehrt und die Tage sich wieder weiter strecken und wachsen.


Der Januar ist als Am Faoilleach bekannt oder „Wolf Monat“. Die Tiere waren in freier Wildbahn angeblich am schönsten aber auch sehr gefährlich wegen ihres Hungers.


Anfang Februar ist der Latha Fèill Brìde, der Festtag der Braut, eine besondere Zeit im gälischen Kalender, verbunden mit der alten heidnischen Figur Bride und ihr späteren christlichen Namensvetterin Bride.

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Halloween – Re-Post: Der Zauberer von Gordonstoun

Dies ist eine Geschichte über den Teufel, der eine Seele jagt und sie dann an den heiligen Boden von Birnie Kirkyard verliert. Dies ist ein Ort der Legenden, die Kirche selbst eine der ältesten in Schottland, die noch aktiv ist.

Christen beten hier seit dem 12. Jahrhundert und die Kelten haben noch einige Jahrhunderte zuvor hier ihren Glauben ausgeübt. Birnie war die Kathedrale des Bischofs von Moray, eine der wichtigsten Diözesen des katholischen Schottland unter König David I. Das Bistum endete mit der Reformation.

Aber zurück zum Teufel und zur Geschichte von Sir Robert Gordon, auch bekannt als der Zauberer von Gordonstoun, der hier 1704 starb, angeblich auf diesem Friedhof. Der Teufel war hinter ihm her und Gordon sprang in einer wilden Verfolgungsjagd über die Mauer, um sich zu retten und heiligen Boden zu erreichen. Ein sicherer Ort vor Teufel, der ihn verfolgte. Gordon rettete seine Seele, sein Leben jedoch nicht. Sir Robert Gordon brach sich den Hals, als er über die Kirchhofsmauer fiel.

Der angebliche Zauberer war der 3. Earl of Gordon und ein hochgebildeter Mann. Dies war zu der Zeit ein Grund für Verdacht. Gordon war eher ein Wissenschaftler als ein Spiritist. Er hatte in Italien studiert und fühlte sich den Menschen in Moray wahrscheinlich fremd. Die wiederum beschuldigten ihn, sich mit dem Teufel zu unterhalten, mit nackten Frauen zu tanzen und (am schlimmsten) keinen Schatten zu besitzen. Ein sicheres Zeichen, zu dieser Zeit, ein Zauberer zu sein. Die nackten Frauen schienen da nicht ganz so wesentlich ,aber immerhin nicht zu vernachlässigen.

Zu seinen Lebzeiten war er vor Strafverfolgung geschützt, schließlich war er der Earl und nicht nur einflussreich, sondern auch reich. Manch eine Frau hatte in den Tagen der Hexenjagden nicht so viel Glück wie Gordon.
Sehr wahrscheinlich war er nicht viel mehr als ein nerdiger und etwas seltsamer Wissenschaftler, aber für die Leute von Moray war Sir Robert Gordon ein Zauberer. Und er starb hier auf dem Kirchhof von Birnie im Jahr 1704.

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Die Linkshänderfamilie

Der Teviot ist ein deutlich kleinerer Fluss als der mächtige Tweed, der über Jahrhunderte die Grenze markierte. Über ihm ragen die Cheviot Hills auf. Wie auch der Fluss ist das Tal enger als der Tweed und etwas wilder: Teviotdale (Dale ist im Süden Schottlands und im Norden Englands der oft verwendete Name für Tal.). In den Highlands ist das das Wort Glen.

Die Ruine von Cessford Castle ragt zwischen Jedburgh und Kelso über dem Wasser auf. Die Burg stammt aus dem 15. Jahrhundert, erbaut von der Familie Ker (manchmal auch Kerr), deren Clanoberhaupt der Duke of Roxburghe ist. Ab dem 18. Jahrhundert residierte der dann im sehr beeindruckenden Floors Castle, etwas 7 Meilen nördlich der Ruine. Ein weiterer aber weniger glanzvoller Familiensitz war Ferniehurst Castle.

Die Kerrs waren eine außergewöhnliche Familie, denn sie waren fast ausschließlich alle Linkshänder. Das war so auffällig, dass es sprichwörtlich wurde. Wenn man also jemanden als kerry-pawed (oder carry-pawed) bezeichnet, dann meint man, er ist Linkshänder. Wahrscheinlich bedeutete der Nachname das bereits, er stammt aus dem Gälischen, wo  cearragach (sprich: kiarragach) linkshändig bedeutet.

Angeblich wurden die Treppen der Wehrtürme der Burgen der Kers entgegen dem Uhrzeigersinn statt im Uhrzeigersinn nach oben drehend gebaut, damit die Linkshänder, die ihr Schwert dann natürlich rechts trugen, beim hinauflaufen nicht behindert wurden.

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Der Stein von Picardy

Der Stein von Picardy markiert eine Grabstätte. Wer der Verstorbene war, wird für immer unbekannt bleiben. Er oder sie wurde vor etwa 1.500 Jahren im ländlichen Aberdeenshire beigesetzt. Es gibt nichts Spektakuläres hier aber dennoch ist der Ort in vielerlei Hinsicht bemerkenswert.

Stehende Steine ​​markieren selten Grabstellen. Die meisten von ihnen wurden im Laufe der Geschichte an einen anderen Ort gebracht oder in ein Museum gegeben. Einige wurden in der Vergangenheit sogar als Baumaterialien verwendet. Der Picardy Symbol Stein ist anders und besonders.

Es ist immer noch dort, wo er einst aufgestellt wurde.  Unter ihm wurde eine kleine Grabstelle gefunden. Die Doppelscheiben- und Z-Schnitzerei und die Schlange sind wahrscheinlich Indikatoren dafür, wer vor so langer Zeit hier begraben wurde. Leider bleibt das, was die Symbole bedeuten, ein Rätsel. Sie dokumentieren dennoch eine lebendige und außergewöhnliche Kultur eines Volkes, das aufgrund des Mangels an schriftlichen Aufzeichnungen oder mündlicher Überlieferung schwer fassbar geblieben ist.

Die Pikten waren weder eine rückständige noch eine primitive Kultur, sondern eine, die mit den gälisch-sprachigen Bewohnern des frühen Schottlands verschmolz und dabei nur wenige Identitätsmerkmale behalten hat.

Wen der Stein von Picardy nur sprechen könnte!

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3 Geistergeschichten von der Isle of Skye

Überall in Schottland, aber besonders in den Highlands, werden Geschichten von übernatürlichen Trauerzügen erzählt. Diese Prozessionen können nur wenige sehen, eigentlich nur Menschen, die für übernatürlich Phänomene empfänglich sind, aber für sie sehen diese Geister-Prozessionen so echt, aus wie eine echte Beerdigung. Nicht jeder weiß, ob er oder sie diese Gabe hat, Vorsicht ist also geboten. Diese Phantom Prozessionen weisen normalerweise auf einen bevorstehenden Todesfall hin, einige auf einen gerade eingetretenen. Sie führen alle zu einem Friedhof.

In Schottland war es in der Vergangenheit üblich, niemals mitten auf der Straße zu gehen, besonders an einsamen Orten und nachts, denn Sie wollten nicht in einem Trauerzug gehen, den Sie nicht sehen konnten, die Geister konnten Menschen zwingen, mit ihnen zu gehen.

Scavaig, Insel Skye

Straße von Heasta

Eine Skye-Frau sah einmal einen Trauerzug mit mehreren Särgen, aber, und das war ungewöhnlich, ging der nicht auf einer Straße, sondern über den Hang und unebenes Gelände. Dies geschah in Scavaig, einer abgelegenen Ecke auf der Isle of Skye. Die Frau starb. Zwei Jahre nach ihrer Vision ertranken drei Männer in Loch Scavaig. Ihre Leichen wurden in Ufernähe begraben und später wieder ausgegraben, um sie auf dem gleichen Weg, den die Frau gezeigt hatte, zum nächsten Friedhof zu tragen.

Strathaird, Insel Skye

Kilmarie Wanderweg

Eine andere übernatürliche Prozession wurde nicht weit davon in Strathaird, in der Nähe des Friedhofs von Kilmarie, gesehen. Die Männer trugen die Leiche eines Mannes in einem grauen Plaid, der im Fluss ertrunken war. Seine Leiche wurde Wochen später gefunden.

Portree, Insel Skye

Portree Friedhof

Ein tatsächlicher Hotspot für übernatürliche Ereignisse rund um Friedhöfe scheint Portree gewesen zu sein. Eines Nachts wachte ein Mann auf, als er einen Anruf von seinem Arbeitskollegen hörte, mit dem er normalerweise von The Braes nach Portree ging. Er stand auf und folgte der Stimme, die ihn, nachdem er immer wieder gerufen hatte, schließlich auf den Friedhof dort führte. Erst jetzt bemerkte er, dass sein Gefährte tot war und er eine Stimme hörte, die nicht von dieser Erde war.

In einer anderen Mondnacht in Portree ging schließlich ein Mann mit der Prozession. Als er fragte, an wessen Beerdigung er teilnehme, wurde ihm geantwortet: „Es ist deine eigene.“

Quelle:

Ronald Black (ed.): The Gaelic Otherworld. John Georgson Campbell’s Superstitions of the Highlands & Islands of Scotland and Witchcraft & Second Sight in the Highlands & Islands. Edinburgh, Birlinn Origin; 2019

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Nether Largie – heiliger Ort

Nether Largie South war eines der ersten Denkmäler im Kilmartin Tal, uralt, heilig und immer noch geheimnisvoll. Ein außergewöhnlicher Ort, der vor 5500 Jahren entstand.

Ungefähr tausend Jahre später wurde das Grab erneut für weitere Bestattungen verwendet. Diesmal wurden Töpfe und Pfeilspitzen mit den Leichen begraben. Noch später, während der Bronzezeit, wurde das Grab umgebaut und in einen kreisförmigen Steinhaufen umgewandelt.

In den Köpfen der Menschen, die dort lebten, war dies ein besonderer Ort und das schon seit Generationen, mitten zwischen den Siedlungen, mitten auf den Feldern. Im Grab wurden auch Ochsenknochen gefunden, ein Zeichen dafür, dass einige Männer mit ihren weltlichen Besitztümern begraben wurden.

Wenn die Steine nur erzählen könnten.

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Die Kurzschlacht von Prestonpans

Schottische Schlachten, wie in der Tat viele andere Schlachte auch, brannten sich aus mehreren Gründen in das Gedächtnis ihrer Nation ein:  wegen der vielen Verluste, die auf einer oder beiden Seiten erlitten wurden, wegen der Heldentaten Einzelner oder der Dauer, in der sie wüteten. Prestonpans war eine der kürzesten Schlachten in der Geschichte Schottlands, sie dauerte nur knappe 10 Minuten.

Es war der 21. September 1745. Prince Charles war gekommen, das Land zu regieren und es von der englischen Herrschaft zu befreien. Gerade hatte er die Hauptstadt, Edinburgh, eingenommen, wo man den (so hoffte man) künftigen König der Schotten euphorisch feierte.

Keine guten Nachrichten für die Engländer und ihren General Sir John Cope, denn der führte eine Truppe Soldaten an, die wenig Erfahrung hatte im Kriegsgeschäft. Dennoch musste er eingreifen und marschierte gen Edinburgh.

Küstenlinie East Lothian

Auf dem Weg dorthin lagerten sie in Haddington, was den Jakobiten in Edinburgh nicht verborgen blieb. Am Abend hielt Charles Edward Stuart Kriegsrat. Man wollte Cope und seine Truppen schon auf ihrem Weg nach Edinburgh zur Schlacht zwingen und sie nicht erst in der Hauptstadt erwarten. Die Schotten marschierten los, und als General Cope das vernahm, ging er auf einem Feld, das auf der einen Seite von einem unzugänglichen Moor geschützt war, in Stellung, um den schottischen Rebellenprinzen und dessen Männer zu erwarten. Hier sollte die Schlacht von Prestonpans geschlagen werden.

Prestonpans Friedhof

Cope kommandierte 2000 Männer und verfügte über Artillerie. Die Rebellen bezogen auf einer Erhebung Stellung, von der aus sie das Camp des General Cope gut übersehen konnten. Sie hatten nur wenig Musketen, keine Artillerie, nur ihre Breitschwerter und die dirks, die typischen Messer der Highlander. Es blieb ihnen also keine andere Möglichkeit, als frontal anzugreifen. Der Abend kam, der nächste Morgen würde Sieg, Tod oder Gefangenschaft bringen.

An diesem Abend meldete sich der junge Robert Anderson zu Wort. Er kam aus Whitburgh und kannte sich in der Gegend gut aus. Er wusste, es gab einen Pfad durch das Moor, auf dem man die englischen Truppen würde erreichen können, ohne dass man sie dort erwarten würde. Es war dunkel und vom Meer her zog dichter Nebel über das Moor. Robert Anderson führte die Highlander bei Nacht und Nebel durch das Moor, in kleinen Gruppen auf dem schmalen Pfad, eine potenziell tödliche Route, doch Anderson hielt was er versprochen hatte und führte die Männer sicher ans Ziel.

Wolken über dem Forth of Forth

Als die ersten Sonnenstrahlen den Nebel auflösten, standen die Schotten überraschend an der Ostflanke der englischen Truppen. Die Artillerie blickte direkt in die aufgehende Sonne und war damit ihrer Stärke beraubt. Cope saß in der Falle und mit ihm seine Männer. Nach 10 Minuten waren 150 Mann der Regierungstruppen tot oder verwundet, einige flohen, der Rest wurde gefangengenommen. Die Highlander hatten nicht nur einen großen Sieg für die Moral errungen, sie hatten auch Waffen und Munition erbeutet. Und sie hatten an Ansehen gewonnen, denn nun sah man auch in London, dass die Highlander nicht nur wilde Einzelkämpfer, sondern vielmehr auch kluge Strategen waren.

Cope selbst entkam mit ein paar seiner Männer und brachte seinen Vorgesetzten die Nachricht seiner Niederlage persönlich. In den nachfolgenden Jahrhunderten waren spöttische Gedichte und Lieder über General Cope eine beliebte Art, sich an die Schlacht von Prestonpans zu erinnern.

Hey, Johnnie Cope are ye wauking yet? Hey Johnnie Cope, bist du schon wach? ist bis heute ein sehr beliebtes Lied mit einprägsamer Melodie. So ziemlich jede schottische Band hat das Lied irgendwann einmal aufgenommen, so auch die Corries und die Tannahill Weavers.

Einige der in der Schlacht von Prestonpans gefallenen Soldaten wurden auf dem Friedhof in Prestonpans begraben. Leider sind einige der alten Grabsteine zerstört worden. Eine bleibt jedoch, die von John Stuart von Phisgul, der im Regiment von Generalleutnant Peregrine Lascelles gegen die Jakobiten gekämpft hatte.

Hier liegen die Überreste on John Stuart of Phisgul, ein Galloway Gentleman and Captain in Lassel’sRegiment. Ein Mann von wahrer Tapferkeit, der ehrenhaft starb in Verteidigung seines Königs und seines Landes sowie der heiligen und bürgerlichen Freiheit, bis er gegen Ende der Schlacht auf dem Gebiet von Preston am 21. September 1745 von vier Highlandern barbarisch ermordet wurde.

Bei meinem Besuch auf dem Friedhof traf eich eine ausgesprochen liebenswerte ältere Dame, die mit großer Hingabe säuberte, pflanzte und goss. Ihr Sohn (sehr scheu und verschlossen) half ihr, wenig später kam ihr Mann, um sie abzuholen. Sie führte mich stolz zu dem Grab des gefallenen Captains, stolz, weil der Grabstein ihr persönlicher Bezug zur berühmten schottischen Schlacht war.

„Machen Sie das Tor gut zu.“ sagte sie, bevor sie zu ihrem Mann ins Auto stieg und mich allein lies mit ihrem Friedhof.

„Und bringen Sie das nächste Mal eine Drohne mit, da sieht man alles besser!“ rief der Gatte mir aus dem Auto zu. Er war offensichtlich nicht minder stolz darauf, Teil der schottischen Geschichte zu sein.

So ist das eben mit Friedhöfen in Schottland. Sie lassen einen nicht mehr los, weil sie die Verbindung sind zwischen persönlichem Erfahren und dem Erbe einer ganzen Nation. Egal ob man Schottin ist oder Deutsche.