Cullen Skink

Iona, Isle of Mull (54)Ja, Cullen Skink gehört zu den Gerichten schlechthin in Schottland: Fischsuppe.

Irgendwie fand ich schon immer, daß das nicht sonderlich appetitlich klingt. Es reimt sich schließlich (mit etwas Mühe) auf stinkt. Aber wo kommt er her?

Die erste Hälfte ist einfach. Cullen kommt vom gleichnamigen Fischerort am Moray Firth.  Hier gibt es große Schellfischvorkommen, also hat man sich in den dortigen Suppenküchen auch Rezepte mit Schellfisch einfallen lassen. Und dieses ist wahrlich herrlich cremig. Der englische Begriff „comfort food“  (damit ist die Seele wärmende einfache Hausmannskost gemeint) ist wie für Cullen Skink gemacht.

Doch was bedeutet der zweite Teil des Namens? An einer Erklärung haben sich einige Kolleginnen versucht.

Die Zeitung der Guardian glaubt, „skink“ könnte vom Mittelhochdeutschen Begriff für ein schwaches Bier oder dem deutschen Wort „Schinken“ abgeleitet sein. Eine eher unwahrscheinliche These, in die Suppe kommen weder Bier noch Schinken und warum sollten sie der schottischen Suppe einen deutschen Namen geben?

Wie die Kollegin vom Guardian (Oxford) hat auch die Journalistin der New York Times ein Wörterbuch (Webster) benutzt und diskutiert einen griechischen Ursprung, das Wort „skink“ bedeute Eidechse. Eidechsen kommen allenfalls in Hexensuppen aber nicht in Cullen Skink.

Wie so oft im Leben ist die Wahlt des richtigen Wörterbuchs entscheidend.

Zieht man nun den Concise Scots Dictionary zu Rate findet man als dritte Bedeutung des Worts „skink“ „to crush something soft, squash by weight or pressure“ also etwas Weiches zerdrücken und genau das tut man mit den gekochten Kartoffeln. Rätsel gelöst!

Ich bin kein großer Fischsuppenfreund aber es ist nun mal ein klassisches Gericht in den Highlands. So wie bei uns Schäufele oder Sauerbraten, klingt ja auch nicht so richtig lecker, wenn man mal darüber nachdenkt.

Loch Maree (12)Also Cullen Skink – der Mann liebt Fischsuppe und der Fischmann bringt den Schellfisch frisch an die Haustür.

Aber darf man sich als Ausländer ans Nationalgericht wagen?

Und wenn ja, dann wie?

Ich recherchiere im Internet. Es gibt so ungefähr eine Million Cullen Skink Rezepte, Jamie Oliver, Gordon Ramsay, Rick Stein, BBC Good Food alle Fernsehköche der Insel haben ihre eigen Version gekocht.

Ja, auch heute noch kochen die Hausfrauen im schottischen Hochland diese köstliche Suppe. sagt ein anderes Rezept.

Jamie Oliver, die Hausfrauen und ich….

Sconser to Raasay (2)Ich traue mich und beschließe mit ein zwei Änderungen (Weißwein + Crème fraîche) dem ganzen eine persönliche Note zu geben, die der kochenden Fernsehjournalistin im Hausfrauenurlaub.

Ich hab den Mann noch nie so schnell essen sehen. Und ich, die ich gar keine Fischsuppe mag, hätte mich reinlegen können.

That was superb…  for a German.. Der Mann grinst bis über beide Ohren und kratzt das letzte bisschen Suppe aus dem Teller.

Jetzt warten wir beide, bis endlich wieder Mittwoch ist, dann kommt John der Fischmann. Der hat immer frisch geräucherten Schellfisch dabei: Cullen Skink time!

Ich muß schließlich im Training bleiben, am 22. November 2015 finden die 4. Cullen Skink Weltmeisterschaften statt. Natürlich im Cullen Bay Hotel an der Ostküste. Der Weltmeistertitel wird in zwei Kategorien verliehen, traditionell und mit einem spannenden Kick.

Ich überlege. Da muss mehr her, als Weißwein und Crème fraîche für einen Sieg.

Also Cullen Skink à la Ba-Wü mit gerösteten  Maultaschenstreifen.

Wir Deutschen wissen schließlich wie man Weltmeister wird.

Der Titel ist mir sicher!

Loch Duich view (58)

 

Mein Cullen Skink Rezept (noch traditionell)

2 geräucherte Schellfischfilets

2 Frühlingszwiebeln

4 mittelgroße Kartoffeln (weichkochend)

500ml Fischfonds

150 ml Milch

1 EL Crème fraîche

Butter

Ein Schuss trockenen Weißwein

Pfeffer, Salz

Frischer Schnittlauch für Deko

Den Fisch in eine Pfanne legen und mit kaltem Wasser übergießen, er muß ganz bedeckt sein. Dann auf mittlerer Flamme aufkochen, wenn er kocht ist er fertig. Die Filets aus der Pfanne nehmen und beiseite stellen. Mit dem Sud und zusätzlichem Wasser die Kartoffeln kochen.

Frühlingszwiebeln klein schneiden und mit etwas Butter andünsten, mit Weißwein ablöschen und den Fischfonds zugeben.

Die gekochten Kartoffeln schälen und 1/3 in den Zwiebelsud geben, 1/3 des gekochten Fischs (vorher genau auf Gräten untersuchen) ebenfalls zugeben, dann alles mit dem Pürierstab klein machen. Milch und Crème fraîche unterrühren, mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Die restlichen Kartoffeln und den restlichen Fisch grob zerkleinert in die Suppenschüsseln geben, die heiße Suppe darauf gießen und mit Schnittlauch bestreuen.

Dazu Knoblauchbrot servieren.

Fischsuppen-WM in Schottland

 

Raus aufs Meer!

 

Der Mann hat ein Boot gekauft.

Das Boot (7)

Das Boot (3)Das hat er mir nicht erzählt in all den vielen Skype Gesprächen, die wir hatten, während ich in Deutschland war. Stunden über Stunden reden und das verschweigen. Jetzt bin ich wieder zurück in den schottischen Highlands und das erste was ich bei meiner Ankunft sehe ist ein kleines Boot auf einem Anhänger in der Auffahrt zum Haus.

Wie können Männer ein solches Ereignis denn nur geheim halten?

Das Boot (5)Ich überlege natürlich sofort einen Namen, sehe aufregende Fahrten zu einsamen Inseln vor meinem geistigen Auge und überlege, ob wir noch Champagner für eine Taufe haben. Wie viel idyllische Bootszenen hab ich schon gesehen, seit ich ein zweites Leben in Schottland habe. Ein Traum!

Conchra Loch Long 2

Das Boot (2)Auf den zweiten Blick und mit etwas weniger Abstand betrachtet sieht das Boot dann doch eher wie ein etwas ältliches „Bootle“ aus und ich frage mich, wie viel Platz noch für ein Picknickkorb bleibt, wenn ich und der Mann in See stechen…..

Das Boot (4)Der Mann erklärt mir jedenfalls all die Extras, die er mit dem Boot und für ganz wenig Geld dazu bekommen hat: Anker, Hänger (Er besitzt kein Auto mit Anhängerkupplung aber vielleicht ist das ja  nicht so wichtig.) und Seile (Ich habe keine Ahnung, wie man diese Seemannsknoten macht, die man doch bestimmt braucht auf See). Und natürlich zwei Rettungswesten, die sich automatisch aufblasen, wenn sie mit Wasser in Berührung kommen.

Das Boot (6)

Dann erklärt mir der Mann, das man als erstes die Nummer der Küstenwache ins Handy programmieren soll, falls was schief geht. Dann kann man nur hoffen, das sollte was schief gehen, es in den wenigen Gegenden passiert, wo man auch Handy Empfang hat.

Ich sehe der ersten Ausfahrt mit gemischten Gefühlen entgegen und frage, wann die denn stattfinden soll.

Das Boot (1)„Ach“, sagt der Mann „wir müssen erst noch einen Außenbordmotor besorgen.“ Der war nämlich nicht mit dabei. Einen Motor zu kaufen, scheint aber ein größeres Projekt zu sein: Fahrt nach Inverness, Auswahl, Testlauf, Auswahl, Öl und Benzin wieder aus Motor lassen, dann nach Tagen verschicken….

Ich verstehe langsam. Das Boot ist ein Projekt und gehört in den Garten wie in manchen Ecken Deutschlands die Gartenzwerge. Alle haben ein Boot im Garten oder mit Glück auch vor dem Haus im Meer, fahren sieht man allerdings die wenigsten.

Applecross (35)

Und dann brauchen wir noch einen Anlegeplatz und wir müssen…..

Ich wäre ja mit der Champagnertaufe schon zufrieden, wir haben aber nur noch eine Flasche im Haus. Das reicht nicht für taufen und trinken.

Ich beschließe noch welchen zu kaufen, sollte das Bootprojekt irgendwann mal in die Motorkaufphase übergehen.

In der Zwischenzeit bleibe ich an Land und schau mir das Wasser aus der Ferne an. Erst am Wochenende haben wir Pilotwale gesehen, ein wunderbares Erlebnis. Aber ob ich die (nur mit einer sich automatisch aufblasenden Rettungsweste „bewaffnet“) neben unserem kleinen ungetauften Boot ohne Namen auftauchen sehen möchte, ist eine andere Frage.

pilot whales (11)

Wie gut, dass Projekte in den Highlands immer länger dauern, als man denkt!

 

 

Fußgänger brauchen nicht anrufen

Drumbuie coastal walk (12)Nach Tagen des Sturms, den Stromausfällen und des Schneetreibens ist nun kalter, klarer Winter in den Highlands. Die tief stehende Sonne brennt die letzten Farben der Natur aus. Das Wiesenbraun hebt sich von den weißen Gipfeln ab wie alte Tage von neuen Kalendern.

Nur das Wasser wehrt sich. Kann Meer so blau sein?

Zeit zum wandern.

Drumbuie coastal walk (26)

Ich denke und plane und bleibe ungefähr auf Meereshöhe. Zum einen, weil ich noch nie Eisklettern war, zum anderen weil jeden Tag Meldungen von Rettungsaktionen in den Bergen durch die Nachrichten geistern. Gespickt mit Warnungen vor Lawinen und weiteren unangenehmen Wintererscheinungen.

Drumbuie coastal walk (3)Weil ich lieber nicht in den Nachrichten auftauchen möchte (als Journalistin weiß ich ziemlich  genau warum), mache ich also eine Wanderung ohne Berge, da braucht man schon das ganze Survival Equipment nicht mitnehmen.

Außerdem: Das Schöne an den Highlands und der Westküste Schottlands ist: großartiges Panorama gibt es hier auch auf Meereshöhe, ganz „safe“ und ohne Überraschungen.

Ohne Überraschungen? Von wegen!

Hier gibt es immer Überraschungen.

Drumbuie coastal walk (23)

Ich wandere also so vor mich hin, es hat -4° und kein Wind stört das Wohlempfinden. Die Gier nach Sonne ist schier überwältigend und jeder Schritt ist Freude an der Natur. Vor mir das Meer und die großen und kleinen Inseln im Westen.

Duirnish train station Totale

Duirnish train station (13)Und dann plötzlich, inmitten des Nichts aus trockenem Farn und entlaubten Bäumen ein Bahnhof.

Ein Schild, ein Gleis ein Bahnübergang und ein Telefon.

Aha.

Duirnish train station (6)

Wofür ist das Telefon?

Duirnish train station (1)Ein Geräusch kündigt mir eine mögliche Antwort an. Das Postauto. Ich versuche zu erspähen, ob das unser John ist. Ist es aber nicht. Das ist Alastair, den ich noch nie in meinem Leben gesehen habe, der aber ganz genau weiß, wo ich wohne. Natürlich! Ich bin 45 Auto-Minuten von zu Hause entfernt.

 

Ich frage nach dem Telefon.

Duirnish train station (7)Duirnish train station (9)Damit ruft man in Inverness an, erklärt mir der Postler, der sich auskennt. Das muß man machen, bevor man die Gleise mit einem Auto oder mit Tieren überquert. Fußgänger können so rüber, sollen aber genau schauen, ob nicht ein Zug kommt.

Es kommt keiner. Kein Zug, keine Menschen. Auch nicht auf dem „Bahnsteig“. Ich würde so gerne dieses Telefon ausprobieren.

Ich schaue akribisch und überquere sicher, ohne telefoniert zu haben, so zu Fuß und ohne Tiere ist das Leben dann doch nicht so spannend. Ich überlege…..

Wo nehme ich Tiere zum überqueren her???

Drumbuie coastal walk (9)

Drumbuie coastal walk (53)

Jetzt ist mir klar, warum man in den Highlands nie ohne Seil wandern gehen sollte. Bisher dachte ich immer, das braucht man nur in den Bergen.

Jetzt aber weiß ich, wenn man mal telefonieren will (und deshalb Tiere dabei haben muß), dann wäre ein Seil auch bei Wanderungen in der Ebene ganz praktisch.

 

Hier geht es übrigens zur Wanderung:  http://www.walkhighlands.co.uk/kintail/Duirinish.shtml

 

 

 

 

Erwähne nie den Hinterreifen!

Heute war Putzfrauentag und ich habe mal wieder viel gelernt über das Leben in den Highlands.

Der Plan war simpel und wie ich dachte gut: Mann und Hausgäste verlassen am Vormittag gemeinsam das Haus, Putzfrau kommt am Mittag und putzt damit ich endlich mit dem Schreiben anfangen kann, statt das Haus wieder auf Vordermann zu bringen.

Aber wie so oft in den Highlands gehen meine Pläne nicht auf, nicht mal die simplen.

Winter in den Highlands

Statt zur Mittagszeit taucht die Putzfrau bereits am Morgen auf, das Haus ist voller unkoordinierter Menschen in Aufbruchstimmung. Taschen überall, alle müssen nochmal aufs Klo, das Chaos ist perfekt.

Ich mache ihr erst mal einen Tee, unterhalte mich, und versuche sie an dem Trubel vorbei in eines das „Mann-Zimmer“ (das hat er bereits freigegeben, weil er voll auf damit beschäftigt ist das Gepäck von drei Erwachsenen und einem Baby in einen Kleinwagen zu stopfen) zu lotsen, damit sie schon mal anfangen kann. Mit wenig Erfolg.

Also wedelt sie ein wenig durch die Räume während überall gepackt und gewurschtelt und hin und her gerannt wird.

Ich habe noch keinen Satz geschrieben.

Mann und Gäste sind dann irgendwann einmal im Auto und fahren ab. Ich winke Ihnen hinterher, traurig, dass sie weg sind aber auch ein wenig erleichtert, dass ich nun endlich Ruhe zum Schreiben hab, während die Putzfrau putzt.

Ich werfe einen Blick auf ihr Auto bevor ich aus der nassen Kälte wieder zurück ins Haus gehe.

Der linke Hinterreifen ist total platt. Wie um alles in der Welt ist sie nur damit her gekommen??

Und dann begehe ich den Fehler des Tages – ich weise sie auf den platten Hinterreifen hin.

Von nun an ist an putzen nicht mehr zu denken. Sie entdeckt den Mechaniker in sich. Selbst ist die Frau und so. Hab ich früher oft gemacht und so.

Sie besieht sich den Schaden und beginnt in ihrem Auto nach einem Schlüssel für die Radmuttern zu suchen. Es sieht aus, als wäre es leichter die berühmte Stecknadel im Heuhaufen zu finden. Erstaunlich, was man so alles in einem Auto durch die Gegend fahren kann.

Ich checke mein Auto (Vorsprung durch Technik!) aber der Schlüssel passt natürlich nicht zu ihren Muttern.

Sie sucht im Werkzeuglager des Mannes aber da findet niemand was, nicht einmal der Mann selbst. Sie will im Dienstwagen des Mannes nachsehen, der steht noch in der Einfahrt. Ich suche den Schlüssel und sie versucht den Kofferraum zu öffnen. Ohne Ergebnis. Die nächste halbe Stunde verbringt sie damit, die Bedienungsanleitung des Dienstwagens zu lesen um herauszufinden, wie man an den Kofferraum und damit an den Schlüssel für die Radmuttern kommt.

Ich habe noch immer keinen Satz geschrieben.

unterwegs gen Süden

Ich rufe den Mann an, der sich gerade mit Sommerreifen durch Schneewehen nach Süden kämpft und frage um Rat. Er hat auch keinen passenden Radmutternschlüssel. Er sagt, er hat diverse Schraubenschlüssel aber die will sie nicht. Derweil ist alles was hier rumsteht WD40 und ein bischen Werkzeug statt Putzeimer und Glasreiniger.

Öl, Hammer und sonst was

Sie will in den nächsten Ort laufen, um nach einem Radmutternschlüssel zu fragen. Ich kalkuliere eine halbe Stunde Weg hin, eine halbe zurück…. ich biete an sie zu fahren.

Also Schuhe an, dem Chaos im Haus den Rücken gekehrt und raus ins Auto.

Im Dorf angekommen will sie beim Förster vorbei schauen. Rauch schlängelt aus dem Försterhauskamin in einen trüben Mittagshimmel. Es ist der 2. Januar und in Schottland immer noch Feiertag, da erholt man sich von Silvester. Manche schlafen deshalb sehr lange.

Sie geht ins Haus und ruft. Keine Antwort, kein Förster. Wir gehen wieder nach draußen. Im Garten stehen mehrere Autowracks, keine Räder, nur wenige Scheiben, mit Müll voll. Sie durchsucht die Wracks mit geübtem Blick (macht sie das öfter?) aber findet nichts.

Vielleicht im Schuppen? Der quillt über vor Dingen, die ich nicht zuordnen kann, Holz, Plastik, Metall. Das ist die potenzierte Werkzeugecke des Mannes. Ein Schuppen voller „Kruscht“. Irgendwie erinnert mich der Schuppen an The Day after.

Aber auch hier kein Radmutternschlüssel weit und breit. Auch nicht unter den anderen Eisenteilen, die rund um das Haus vor sich hinrosten. Zwei Männer kommen mit einer Leiter vorbei (wo waren die denn?) und erklären, dass der Förster unterwegs ist.

Die Männer mit der Leiter haben auch keinen dieser Schlüssel, den die Putzfrau will. Der ältere bietet einen Schraubenschlüsselsatz an aber sie will nicht. Sie sagt sie braucht Hebelwirkung.

Ich glaub ich brauch‘ Baldrian.

Wir fahren zum Ponyhof-Mann. Stroh ragt aus dem Kofferraum seines uralten Jeeps vor der Haustür. Drinnen sitzt er mit wasserdichten Outdoorhosen im Ledersessel vor dem Fernseher, drei Hunde verteilen aufgeregt ihre Haare auf dem dunkelblauen Blümchenteppich. Drei Frauen sitzen unaufgeregt vor dem elektrischen Kamin. Alle schauen Gameshow, die Hunde schauen mich an.

Die Putzfrau ist in ihrem Element. Ja, die Mutter ist okay, Nein, dem Bruder geht es wieder gut. Ja, der Schwester auch. Und der Hund….

Ohhmmm.

Der Mann mit dem Ponyhof hat so ein Radmutternkreuz wie es die Putzfrau will aber im Stall. Er steigt in seinen Jeep und fährt los. Ich fahre nicht hinterher, denn mit dem A3 hätte ich auf dem „Weg“ so meine Probleme mit dem Unterboden. Er kommt wieder mit dem Kreuz-Ding und die Putzfrau und ich fahren wieder nach Hause.

Ich habe immer noch keine Zeile geschrieben.

Die Putzfrau schraubt jetzt draußen vor der Tür vor sich hin. Ich sauge derweil die Zimmer durch. Sie kommt wieder rein, weil sie nicht richtig sehen kann. Sie findet ihre Brille nicht.

Meine Lesebrille (ich habe Astigmatismus bis an den Rand der Blindheit, es ist also völlig unmöglich für jemand anderen, etwas damit zu sehen) nimmt sie dennoch mit nach draußen zum Radwechsel. Die Brille ist bei weitem mehr wert als das Auto und ich frage mich mit leisem Zweifel, ob ihr das klar ist, während sie draußen damit rum hantiert.

Ich sollte jetzt wirklich langsam anfangen etwas zu schreiben. Ich lenke mich ab und spüle das Geschirr.

Nach vier Stunden ist es dann endlich so weit. Es wird geputzt im Haus (und zwar nicht von mir) und das Auto hat das Ersatzrad aufgezogen. Endlich greift der Plan.

Ich gehe in die Küche und mache der Putzfrau und mir etwas zu essen.

Nacher setzte ich mich an den Schreibtisch und schreibe. Genug Stoff für eine Geschichte hab ich ja jetzt.

 

 

dringende Bedürfnisse

Gestern war der Tag der dringenden Bedürfnisse.

Ich hatte seit Tagen das dringende Bedürfnis nach einem kleinen Ausflug: rumfahren, Landschaft genießen, fotografieren. Einfach mal raus und Schottland erleben. Das Wettergrau hatte mich bis gestern im Haus gehalten und noch in der Früh sah es eher trüb als ausflugsverlockend aus.

towards Applecross (1)Pünktlich zur Abfahrt aber kommt die Sonne aus den Wolken hervor, als wolle sie mich aus dem Haus locken in die grandiose Weite des schottischen Hochlands. Ich mache mich auf, ohne gefrühstückt zu haben. Ich habe nur einen Kaffee in der Warmhaltetasse, ich will zum Spar in Lochcarron, da gibt es die leckersten pieces weit und breit. Zwei Brötchen, eins mit Ei und Speck und eins mit Mayonnaisenei und Zwiebel im Gepäck, mache ich mich nach auf Applecross.

towards Applecross (5)

Es hat frische 8 Grad aber ich beschließe, daß es sicher ist, die Paßstraße zu nehmen. Die Umfahrung dauert gut eine Stunde länger. Der Bealach na Ba hat es in sich und die Warnhinweise sind nicht nur zum Spaß da. Wer also das dringende Bedürfnis nach Abenteuer hat….

towards Applecross (7)Sicher oben angekommen, hat es nur noch 4,5 Grad und das Auto blinkt Glättewarnungen. Doch die Straßen sind ok. Was für eine atemberaubende Gegend, weit und breit nur Einsamkeit und Steinwüste. Die schlichte aber überwältigende Größe der Torridon Berge. Weit und breit nichts, kein Baum und kein Strauch.

Kein Baum und kein Strauch!

towards Applecross (4)

Der Kaffee fordert Tribut und da ist einem als Frau so ein Baum oder ein Strauch schon ganz recht. Wer weiß, ob in der großen Einsamkeit nicht ausgerechnet doch im falschen Moment ein Auto vorbei kommt.

towards Applecross (8)

toilet ApplecrossWeil es nicht mehr weit bis Applecross ist, bleibe ich trotz Druck tiefenentspannt. Die öffentliche Toilettendichte ist hoch in den Highlands. Wo es Menschen gibt, gibt es Toiletten und die sind immer so gepflegt, dass man auch ohne Bäume und Sträucher leben kann, falls man mal ein dringendes Bedürftnis entwickeln sollte.

Apropos!

towards Applecross (2)Ich habe inzwischen Mörderhunger, es ist Mittag und die Brötchen sind noch unberührt. Die Straßen sind einfach nicht zum Essen gemacht. Wärend ich in Deutschland im Auto alles Mögliche tue (essen, trinken, telefonieren, schminken) geben einem die Straßen hier keine Chance; rauf, runter, enge Haarnadelkurven, einspurige Streckenabschnitte mit Ausweichbuchten. Und Telefonsignal gibt es ohnehin selten eins.

Ich halte, kaue und genieße.

past Applecross (2)

Zurück fahre ich die lange aber passlose Strecke über Shieldaig und beschließe beim Co-op noch schnell ein paar Sachen zum Essen einzukaufen. Im Laden sind mehr Mitarbeiter, die Regale auffüllen, als Kunden. Der weitgehend haarlose Herr an der Kasse hat Zeit.

co-op KyleOb ich wüsste, wie viele Ebola Fälle es inzwischen im Land gäbe, will er wissen.

Während ich nach in meinem Hirn nach einer Antwort auf eine derart unerwartete Frage krame, erzählt er mir von seinem Leben. Er war mal Soldat. Und Koch. Und man müsse doch was tun wegen Ebola und so. Und überhaupt Viren, die sind vor allem auf dem Geld, meint er.

Ich bezahle mit Kreditkarte und versuche noch, all diese Informationen zu verarbeiten, da ist er auch schon beim Sinn des Lebens angekommen. Das ist nun wirklich ein wenig viel an der Supermarktkasse. Der freundliche Herr philosophiert ungerührt von meiner Sprachlosigkeit weiter. Er wollte wohl einfach mal über was anderes reden.

Schließlich war gestern der Tag der dringenden Bedürfnisse.Applecross

 

Wanderung zur Wikinger Werft

Die gute Nachricht zuerst: wir haben tatsächlich gesehen, was wir erwandern wollten. Das war ja nicht immer so (https://abenteuerhighlands.wordpress.com/2013/07/25/wandern-2/). Und wir mussten uns auch nicht durch Schlammbäder oder Waldwüsten quälen (https://abenteuerhighlands.wordpress.com/2014/06/02/und-zweitens-als-man-denkt/). Das Klettern am Klippenabgrund vergesse ich mal genauso schnell wieder wie den ersten Schritt.

Herrliches Herbstwetter hatte uns auf die Isle of  Skye gelockt:. Der Mann hatte eine Route ausfindig gemacht, an deren Ende eine uralte Wikinger Werft zu sehen sein sollte. So richtig konnte ich mir unter einer Wikinger Werft nichts vorstellen. So eine Art Anlegestelle aus Holz hatte ich vermutet.

Rund 15 Kilometer begannen mit einem falschen Schritt . Für eine von uns….

Rubh' an Dunain (1)

Den weiteren Verlauf der Wanderung konnte ich einigermaßen fehlerfrei gestalten.

Rubh' an Dunain (11)Entlang der blauen See und den herbstbraunen Hängen zog sich der Pfad Richtung Westen. Nach gut zwei Stunden tauchte eine verlassene Siedlung auf. Schon zuvor waren wir auf lange Steinmauern gestoßen, die wie graue Ketten die Hügel entlangzogen. long forgotten viewDie Ruine eines außergewöhnlich hohen Hauses zeugte vom Reichtum der Siedlung, die wohl Ende des 19. Jahrhunderts verlassen wurde. Heute ist die Landspitze nichts als Wildnis und Einsamkeit. Als die Macaskills noch hier gelebt haben, muß es ein blühendes Dorf, voller Menschen, Schafe, Hochlandrinder und natürlich Fisch gewesen sein.

Rubh' an Dunain (20)

Das kleine Loch na h-Airde ist ein Süßwassersee und damit hervorragend zur Fischzucht geeignet. Das Loch liegt unterhalb der verlassenen Siedlung.

Loch na h'Airde

Wikinger hatten genau hier, in der Verbindung von Loch und Meer einen kleinen Kanal ausgehoben und befriedet. Hier wurde Schiffe gewartet und aus den unruhigen Gewässern in Sicherheit gebracht, wenn nötig. Was für ein lebhaftes Treiben muß hier geherrscht haben vor rund siebenhundert Jahren.

Wir stehen vor der Wikinger Werft.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Seit dem 8. Jahrhundert waren die Wikinger an Schottlands Küsten eingefallen; raubend, brandschatzend und vergewaltigend. Aber sie ließen sich auch nieder und siedelten. So wie hier am Rubh‘ an Dunain, einer Landzunge im westlichen Teil der Insel Skye. Bis ins 15. Jahrhundert dauerte der Einfluß der Wikinger in Schottland, der sich vor allem auf die Inseln erstreckte: auf Orkney, Shetland, die Hebriden und weiter südlich auch die Isle of  Man. Auf Skye zeugen noch heute zahllose Ortsnamen von der intensiven Kolonialisierung der Nordmänner. Und eben die Werft.

Rubh' an Dunain (50)

Unterwasserarchäoloen haben bei der Wikinger Werft Schiffsreste aus dem 12. Jahrhundert gefunden. Es soll sich um ein 6 Meter langes Ruderboot gehandelt haben.

Wir haben leider nur einen toten kleinen Schweinswal gefunden.

porpoise

Für mehr Informationen zur Wikinger Werft:

http://canmore.rcahms.gov.uk/en/site/11028/details/skye+rubh+an+dunain+viking+canal/

 

Der Sturm

Du weißt, wo der Campingkocher ist?

Findest du die Taschenlampen?

Ich hab nochmal heißes Wasser gemacht, falls der Strom ausfällt.

Wenn der Mann sich Morgens so wortreich und fürsorglich verabschiedet, dann ist Sturm in den Highlands.

Sturm Seit gestern reißen die Windmassen aus den Bergen an allem, was ihnen im Weg steht. Es heult um die Hausecken. Früher haben sie hier Häuser ohne Ecken gebaut, die Blackhouses waren sehr flach und ohne einen einzigen 90° Winkel. Da glitt der Wind einfach drumherum. Heute gleitet nix.

Loch DuichEs ist Sturm, Windgeschwindigkeiten von bis zu 115 Meilen sagt das Internetwetter. Ich rechne um, also knapp 190 Kilometer in der Stunde. Klingt unentspannt, vor allem, weil der Wind nicht wie sonst von Westen und damit vom Meer kommt.

SaltireWir haben Ostwind, im Frühjahr gut weil warm, im Spätjahr alles andere als angenehm.

WellenDas Loch schlägt hohe Wellen, der Wind treibt Schaumkronen und Gischt über die aufgerissene Oberfläche. Hohl hallt der Kamin im Wetterrausch. Es fühlt sich gut an, nicht da draußen zu sein

Gestern Abend haben wir den Marder beobachtet, wie er fast schon panisch versucht hat ein Schlupfloch in den Dachstuhl zu finden. Der wusste, was kommt.

Der Regen fällt waagrecht und ohne Unterlass.

DSC_0001[1]Noch funktionieren Heizung und Licht. Doch ein Blick nach draußen macht klar, es dauert nicht mehr lange, dann fällt irgendwo ein Strommast um, weil er im durchnässten Grund nicht mehr genügend Halt hat. Und dann wird es dunkel und kalt.

Ich ertappe mich dabei, wie ich die Schreibtischlampe anstarre und förmlich darauf warte, daß sie ausgeht.

Und dann fällt mir ein, was der Mann noch gesagt hat, als er ins Auto stieg.

Wenn ein Baum umfällt ruf mich an, dann komme ich nach Hause.

Wenn ein Baum umfällt…..??

Neben dem Haus, direkt in Sturmrichtung, steht eine Handvoll Rotfichten, gut und gerne 30 Meter hoch.

Fichten

Ich checke das bei Wikipedia und finde folgenden Eintrag:

Auf schweren Böden, bei Staunässe und hohem Grundwasserspiegel entwickelt sie ein tellerförmiges, flaches und weitreichendes Wurzelsystem, was eine erhöhte Windwurfgefährdung zur Folge hat. (Wikipedia)

Windwurfgefährdung!

Gegen Mittag soll der Sturm nachlassen. Bis dahin werde ich die Rotfichten ganz genau beobachten.

schottische Küche

Die Welt braucht mehr Kochsendungen! Ja, ganz im Ernst. Obwohl sie so inflationär sind im deutschen Fernsehen. Für mich jedenfalls gilt: Lieber Kochesendungen als Dokumentationen.

foto by the man

foto by the man

Wenn wir den Dokumentationen im deutschen Fernsehen glauben dürfen, dann ist Schottland voller einsamer, felsiger Berge, wo zwischen purpurnen Heideflächen glückliche Schafe und majestätische Hochlandrinder weiden. Die Schotten produzieren den ganzen Tag entweder Whisky oder scheren ihre Schafe, die Alten sitzen vor ihren weiß gekalten Steinhäusern und singen traurige gälische Lieder, die Jungen stehen mit Kilt und Dudelsack an jeder größeren Straßenecke. Dann gibt es noch ein Unterwassermonster (Loch Ness) samt Experten, einen glücklosen Möchtegernkönig (Bonnie Prince Charlie) sowie einen ebenso tragischen Revolutionär (Braveheart) und für die Intellektuellen vielleicht noch einen Schriftsteller (George Orwell zum Beispiel, die Auswahl ist groß), der sich zu Inspirationszwecken auf irgend eine Hebriden-Insel zurückgezogen hat. Im Herbst röhrt der Hirsch, springt der Lachs und balzt der Auerhahn. Der Rest ist Runrig.

Und natürlich ist das Essen schlecht und der Wein kommt von der Mosel, die Restaurants sind sonntags geschlossen, haben häßliche Gardinen und draußen regnets.

Ja, das kann tatsächlich alles ganz genau so sein. Kann sein, muß aber nicht!

Die Alten, die ich kenne, haben Ipads und bestellen ihre Einkäufe online. Vor den weißgekalkten Häusern sitzen allenfalls die Touristen, die haben sie nämlich für viel Geld gemietet. Karierte Röcke tragen vornehmlich Teenager aus Japan. Und wer sich aus Inspirationszwecken in die schottische Einsamkeit zurückzieht, ist zumeist eine malende oder töpfernde englische Ehefrau aus der oberen Mittelklasse. Und ja, es gibt sie noch die fetttriefenden Würste und Pommes im Brötchen.

Aber es geht auch ganz anders.

Lecker, mit gutem Wein und so herrlich frischem Fisch, dass man nie mehr weg möchte aus diesem Land der unendliche Köstlichkeiten.

Zuletzt erlebt im Café Fish in Tobermory auf der Isle of Mull. Man sollte aber unbedingt einen Tisch reservieren, der Andrang ist vor allem in der Saison sehr groß. Und mit typisch schottischem Humor werben sie mit dem Slogan:

Das Einzige was bei uns tiefgefroren ist, ist der Fischer, nicht der Fisch.

Vielleicht sollte man statt Dokumentationen lieber Kochsendungen über Schottland produzieren. Solche wie die Hairy Bikers (BBC): Zwei langhaarige Motorradfahrer röhren durch die Lande und kochen.

In den Dokumentationen röhrt immer nur der Hirsch!

http://www.thecafefish.com/

http://www.hairybikers.com/

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Fluch

Schotten sind ein abergläubisches Volk und auch ich habe inzwischen sagen wir mal eine Neigung diese Dinge nicht von vornherein gänzlich abzulehnen. So ging es mir letzte Woche mit dem Fluch.

Scots Pines Loch MareeQueen Victoria und ich mögen die Highlands, also Queen Victoria mochte, ich mag. Die Herrscherin weilte im Jahre 1877 an den Ufern des Loch Maree, heute ein ausgedehntes Naturschutzgebiet. Loch Maree HotelIch weilte letzte Woche in selbigem Hotel, allerdings mit weitaus weniger Gefolge. Um präzise zu sein, ohne jegliches Gefolge, mal abgesehen von dem Mann aber der folgt mir ja nicht.

schottischer LachsWir genießen die Ruhe, das gute Essen und den Whisky. Der Hotelier bietet eine Bootsfahrt auf die Isle Maree an, da gibt es unter anderem einen uralten Druidenring. Ein magischer Ort also, zu dem nur wenige gelangen.

Ich frage mich, ob Queen Victoria 1877 auch auf der Insel war. 20140731_192656Aber ich nehme mal an, Druiden waren nicht so ihr Ding.

Loch Maree Ich weiß natürlich alles über Merlin, Mistelzweig und Zaubertrank und freue mich auf das Abenteuer, das am nächsten Morgen um halb elf beginnt. Raymond wirft den Außenbordmotor an und tuckert uns und zwei Französinnen zur Insel. Ich schätze die Druiden sind gerudert.

Loch Maree

Kaum sind wir an Land, ist der Mann auch schon im 7. Himmel. Er hat eine Leidenschaft für Steine und da gibt es viele. Während er das Jagen und Sammeln beginnt, erzählt Raymond von dem Fluch. Keiner darf irgendetwas von der Insel mitnehmen, sonst ereilt ihn der Fluch und er stirbt in kürzester Zeit. Nicht einmal einen Stein, ergänzt er vielsagend.

Druidenring Isle Maree

Die Französinnen schütteln mit Panik in den Augen die Kiesel aus den Schuhsohlen.

Druidenring Isle MareeWunschbaumIch werfe dem Mann einen vielsagenden Blick zu und gehe die vielen Geheimnisse dieser sagenumwobenen Insel erkunden.

Friedhof Isle Maree Der Druidenring, ein Friedhof (vermutlich für die Pesttoten), ein Wunschbaum, ein heiliger Baum und eine ausgetrocknete Quelle, die vom Wahnsinn befreit. Und der Heilige Mael Ruba soll hier im 8. Jahrhundert eine Einsiedelei gehabt haben. Alles sehr mystisch und geheimnisvoll.

Isle Maree

Und der Fluch???

Was, wenn der Fluch….???

Die Steine…!!!

viele SteineBevor wir wieder ins Boot steigen fordere ich Rechenschaft über all die Taschen, die ein Mann so an seinem Körper hat. Sicher ist sicher.

„Steine??? “ frage ich nur.

„Keine!!!“ sagt er.

Schließlich sind die Schotten ein abergläubisches Volk.

Regenfluch

Ich bin ein Idiot!

Hab ich wirklich geschrieben: “Ich will Regen!” ???

junge Moewe im Regen

Der Wunsch wurde mir gewährt, großzügig, schnell und im Übermaß.

Es regnet seit Tagen. Die Wolkendecke hängt eine gefühlt Handbreit über dem Erdboden. Windgetriebener Dauerniesel mit gelegentlichen Wolkenbrüchen. Wie Geister, die ich rief, zieht Grau über sattgeregnete Berge.

Isle of Mull

So erfolgreich hab ich noch nie gewünscht.

Die Flipflops sind wieder im Schrank und die Gummistiefel haben Hochkonjunktur. Ich koche heiße Suppen habe aber Sehnsucht nach Sommersalat. Der Mann eher nicht, der mag keinen Salat, egal welches Wetter.

TainDumm ist nur, daß der Regen unsere gemeinsame Urlaubswoche begleitet hat. Ob in Argyll, Sutherland oder Fife, es hat geschüttet als wolle der Wettergott beweisen, wie intensiv er meinen Blog liest.

Das Geräusch von Wassermassen, die aufs Autodach prasseln, hat uns eine Woche lang unterhalten.

Isle of MullNaja, ein bischen was gesehen haben wir trotz der Dauerregenschleier schon. Gemeinsam mit den vielen anderen triefenden Touristen, die derzeit in Funktionskleidung und Fleecepullovern den schottischen Sommer genießen. Wenigstens wissen die nicht, dass das alles meine Schuld ist.

Edinburgh Castle

Ich habe mir Regen gewünscht und habe ihn bekommen. Lieber Wettergott, falls du wieder den Blog liest….

Kann ich bitte wieder Sonne haben???