Der Dichter und sein Freund

Robert Burns hat viele denkwürdige Gedichte und Lieder geschrieben, einige lustig, einige witzig, viele frech und einige sehr berührend. John Anderson. Mein Jo ist eines der letzteren, ein Lied über das Zusammenwachsen, über die Liebe und Kameradschaft gegen Ende eines Lebens. Es ist ein sanftes und rücksichtsvolles Werk, obwohl es auf einer Ballade basiert, die war weitaus expliziter, fast schon anrüchig ist. Aber nicht „Mein Jo!“

John Anderson, my jo, John,

We clamb the hill thegither;

And mony a cantie day, John,

We’ve had wi‘ ane anither:

Now we maun totter down, John,

And hand in hand we’ll go,

And sleep thegither at the foot,

John Anderson, my jo.

John Anderson, mein Jo, John,
Wir kraxeln den Hügel hinunter;
Und viele lustige Tage, John,
Die hatten wir miteinander:
Jetzt taumeln wir runter, John,
Und Hand in Hand gehen wir,
Und schlafen beide am Fuß des Hügels,
John Anderson, mein Jo.

Burns schrieb das Gedicht für John Anderson, seinen Freund John Anderson. Sein Jo. Ein Mann, der 84 Jahre alt wurde und 1832 starb. Der Barde sollte nie wissen, wie es wäre, zusammen alt zu werden. Er starb ziemlich jung und fast 40 Jahre vor seinem Freund John Anderson, der Zimmermann war. Einige sagen, er habe sogar den Sarg für Burns Beerdigung gemacht.

John Anderson wurde in Kilchuiman (manchmal Kilchuimen) in der Nähe von Fort Augustus begraben. Er stammte ursprünglich aus Ayrshire und hatte sich auf die Westseite von Loch Ness zurückgezogen, wo seine Tochter einen Gastwirt geheiratet hatte. Das Inn wurde später in das Glengarry Hotel umgewandelt. Hier wohnte Burns, als er John Anderson besuchte, und es heißt, er sei bei seinem Besuch inspiriert worden, das Gedicht zu schreiben.

Andersons Tochter Catherine starb einige Monate später im selben Jahr wie ihr Vater. Sein Schwiegersohn starb in der Seekatastrophe von 1825, als die PS Comet II vor Kempock Point mit dem Dampfer Ayr kollidierte. 62 Männer ertranken. Die Besatzung der Ayr bot keine Hilfe an und drehte ab. Angeblich waren allen am Tanzen gewesen, als das Unglück geschah. Es muss sich ein wenig wie auf der Titanic angefühlt haben.

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Krimi beim Hafenmeister

Erinnert ihr euch noch wie es war vor der Corona Krise? Als man sich Abends erzählen konnte, welche Menschen man den Tag über getroffen hat? Hier kommt eine Geschichte aus dem Januar. Vielleicht war es auch Anfang Februar. Egal. Jedenfalls war derMann war beim Hafenmeister gewesen.

Hafen Schottland

Das klingt zunächst nicht sonderlich aufregend aber das täuscht. Es passieren nämlich immer wieder sehr aufregende Dinge in den Highlands, aufregende und gruslige Dinge.

Das Ambiente ist allerdings weniger gruslig, eher männergemütlich. Von großen Katastrophen bis zu kleinen Alltäglichkeiten es wird alles diskutiert beim Hafenmeister. Man bringt entweder Kaffee Pulver oder Teebeutel mit und natürlich Kekse, keiner schnorrt sich hier durch, aber alle setzen sich im Hinterzimmer des Hafenmeisters zum Austausch zusammen. Das, was Frauen eher im Café machen, mit mehr Ambiente aber nicht unbedingt mit mehr Wissen.  Erstaunlich, was für Geschichten die Runde beim Hafenmeister machen.

Kaffetasse Schottland

Aufsehen erregend war das Verschwinden eines Mannes (so wird erzählt) nach einer Beerdigung, in reichlich angesäuseltem Zustand versucht haben soll, wieder nach Hause zu kommen. Ein Stück weit hat man ihn wohl mitgenommen, dann bleibt sein weiterer Weg unklar. Er wurde von auf Felsen im Meer gefunden. Allerdings eine gute halbe Stunde entfernt von dem Ort, an dem ihn seine Mitfahrgelegenheit abgesetzt hatte. Klingt nicht nur wie ein Krimi, es ist einer. Die Geschichte ist wahr.

Winer Meer Schottland

Derart tragische Geschichten hört man zuerst beim Hafenmeister, der weiß schließlich, was die Rettungsboote machen. Natürlich gibt es nicht jeden Tag solche Geschichten zu erzählen. Meist ist es das Wetter, über das geredet wird, aber das hat auf See natürlich auch eine ganz andere Bedeutung als an Land. Stürme können Leben kosten. Das Gespräch wird mal auf Gälisch mal auf Schottisch geführt, entspannt und informiert. Die Männer sitzen beisammen und wärmen sich die Füße, die im Winter in ihren Gummistiefeln schnell kalt werden. Es wird in die Teetassen gebrummt und gelacht. Und gelegentlich greift eine von harter Arbeit gezeichnete Hand in die Kekspackung.

Möwe

Draußen schlägt Regen an die Fenster die Boote schaukeln im Wind. Drinnen tropfen regennassen Schutzjacken kleine Pfützen auf den Boden. Der Mann leert seine Kaffeetasse und verabschiedet sich. Das IT Problem des Hafenmeisters hat er schnell gelöst. Den Rest wird er mir am Abend auf Skype erzählen.

Der Sohn im Verließ von Girnigoe

In der Sinclair Bay, nur einen Spaziergang entfernt von Wick, stehen die Ruinen zweier Türme. Der eine ist Sinclair Castle, der andere ist Girnigoe Castle. In den Verließ des letzteren trug sich eine grausame Story zu. Hier kommt die Geschichte, die fantastischen Fotos stammen alle von Britta Dicken. Danke!

romantische Ruine

Was heute als romantische Ruine über dem Meer thront, war im 15. Jahrhundert ein Neubau und Instrument der absoluten Machtausübung. Hier herrschte der Earl of Sinclair. Mitte des 16. Jahrhunderts war George Sinclair Earl of Caithness. Sein ältester Sohn und Erbe war John Sinclair und den schickte der Earl eines Tages nach Süden, um Dornoch zu vernichten, die Folgen einer Fehde, die der Earl mit einem Vernichtungsschlag zu beenden gedachte.

Glaube und Grausamkeit

Er schickte seinen Sohn und mit ihm seinen Verbündeten, den Mackay of Strathnaver. Als die beiden aber in Dornoch ankamen, hatte der Earl zuhause die vier Geiseln ermorden lassen, die die Bürger in gutem Glauben als Pfand nach Sinclair Bay geschickt hatten. In was für eine Situation hatte er da seinen Sohn und dessen Begleiter gebracht! Das wohl sehend weigerten sich der Sohn des Earls und der Mackay, Dornoch zu vernichten. Mit der Befehlsverweigerung war dem Sohn natürlich die Heimkehr verbaut und er folgte dem Mackay of Strathnaver in dessen Heimat. Dort blieb er einige Jahre, was unter anderem auch an der Tochter des Mackay lag, die er zur Frau nahm und mit der er Kinder zeugte.

Familie ohne Frieden

Nichts hätte seinen Vater mehr gegen ihn aufbringen können, als das. Der Erbe zeugte einen Erben im Exil und er? Er hätte weitere Erben zeugen sollen, er fühlte noch genug Kraft in sich, für den weiteren Fortbestand der Linie zu sorgen. Er war der Mann in der Familie, aber er war inzwischen Witwer. Er wäre derjenige gewesen, der heiratet. Nicht sein Sohn. So spukte es ihm wohl im Kopf herum. Der männliche Dominanztrieb war in seiner Gesellschaft Mitte des 16. Jahrhunderts außerordentlich stark ausgeprägt. Die Familie des Sohns war ein Angriff auf seine Macht und seine Männlichkeit.

vermeintliche Vergebung

Sinclair schickte eine Nachricht an seinen Sohn und an den Mackay, sprach von Vergebung und Wiedergutmachung und von dem Wunsch, die Familie wieder zu vereinen. Und so machten sich John und sein Schwiegervater auf zum Castle Sinclair. Als sie dort ankamen, fiel dem Mackay die ungewöhnlich zahlreichen Wachen auf, die in der Burg waren. Er war schon auf der Zugbrücke, ergriff in letzter Sekunde die Flucht und rettete sich. Für John kam die Erkenntnis zu spät. Er war bereits in der väterlichen Burg. Dort nahm man ihn fest und warf ihn in den Kerker von Girnigoe.

Dort lag er nun, elend in der Burg, die er einst erben sollte, vernachlässigt in dem kalten, feuchten Gemäuer. Ein Gefangener seines Vaters. Viele Jahre brachte er so in Girnigoe zu. Und mit jedem Tag schwand die Hoffnung immer mehr, eines Tages wieder Sonnenlicht auf der Haut zu spüren.

vereitelter Fluchtversuch

Sein Wärter hatte Mitleid mit ihm und wollte ihm helfen zu fliehen. Er bezahlte dafür mit seinem Leben, sein Kopf wurde abgeschlagen und auf einen Pfahl auf der Burgmauer aufgespießt. Ob John ihn von seinem Verließ sehen konnte? Den Fluchtversuch hatte Johns Bruder William aufgedeckt und bestraft, denn der Earl war auf Reisen. William war der jüngere aber mit dem Tod des Gefangenen würde er nach seines Vaters Tod alles erben, den Titel, die Macht und den Reichtum. Eines Tages wagte sich William in Johns Zelle, um ihn zu töten und bezahlte selbst mit dem Leben dafür. Sein Bruder, der trotz der langen Gefangenschaft noch immer ein sehr kräftiger Mann war, hatte ihm in einem verzweifelten Kampf den Brustkorb zerquetscht.

elendes Ende

Als der Vater zurückkam, ernannte er zwei Männer zum Wärter seines Erben, zwei grausame, sadistische Männer, die beiden Sinclairs Ingram und James, denen der Earl mit aller Wahrscheinlichkeit klar gemacht hatte, dass er auf das Leben seines Sohnes nicht viel Wert legte. Also ließen die Sinclairs den Erben ihres Chiefs hungern. Tagelang bekam John nichts zu essen. Bis sie ihm dann gepökeltes Fleisch servierten, das der ausgehungerte junge Mann hinunterschlang. Das Salz tat seine Wirkung doch die beiden Sinclairs verweigertem ihrem Gefangenen jegliches Wasser und so starb John Sinclair einen qualvollen Tod im Kerker von Girnigoe Castle. Er verdurstete. Am 15. März 1556 war er tot und wurde bald darauf auf dem alten Friedhof von Wick begraben.

Sein Vater starb sieben Jahre nach der Ermordung seines Sohnes. Das Erbe trat der Enkel an. Jener Sohn, den John gezeugt hatte, als er noch glücklich und sicher weit weg von seinem Vater beim Mackay of Strathnaver und dessen Tochter lebte.

 

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Die blutige Flagge der Stewarts of Appin

In Lochaline auf der Morvernhalbinsel auf einem Friedhof namens Kiel oder Cille Cholumchille stehen die Überreste der Kirche des Heiligen Columba, die den Sound of Mull überblickt. Sie stammt aus dem Mittelalter, uralte Steine, Zeugen einer bewegten Geschichte.

Der Heilige Columba aus Iona gründete in der Gegend ein Kloster. Lochaline ist heute eine verschlafene Ansammlung von Häusern, im Mittelalter war dies eine betriebsame Gegend, die geschützten Hänge des Landes erlaubten Landwirtschaft, die Fischerei war einträglich. Im Old Session House  steht eine Sammlung wunderschön er Grabsteine ​​aus dem 8. Jahrhundert, ältere aus dem 13. und später. Zeit, Gedanken und Vorstellungskraft flossen in diese kunstvollen Werke ein. Die Steinmetze  der Umgebung waren zu ihrer Zeit bekannte Handwerker. Ihre Muster sind außerordentlich natürlich.

An diesem uralten Ort endet die bewegende Geschichte eines jungen Mannes. 1746 rettete der erst 18-jährige Donald Livingstone (Domnhull Molach) das Banner des Regiments der Stewart of Appin in der Schlacht von Culloden und lebte, um seine Geschichte zu erzählen, obwohl er mehrere Male angeschossen wurde.

Die Livingstones waren nicht die traditionellen Fahnenträger für die Stewarts of Appin. Diese Ehre gehörte Carmichaels und wurde von Generation zu Generation weitergegeben. Die Livingstones waren Leibwächter der Stewarts of Appin, alle drei Clans waren Jacobites, sie kämpften auf Seiten Schottlands gegen die Engländer.

Auf dem folgenschweren Schlachtfeld von Culloden, auf dem so viele Jakobiten bei dem Gemetzel im Moor ihr Leben ließen, wurden acht der Carmichael-Fahnenträger, die alle den Vornamen Donald trugen (in Schottland ist es heute noch üblich, dass die männlichen Familienmitglieder über Generationen hinweg denselben Namen tragen), entweder getötet oder schwer verwundet. Es blieb keiner übrig, um das Banner zu tragen, das mitten im Blut der sterbenden Männer auf dem Boden lag.

Von den 5400 Anhängern von Prinz Charles Edward Stuart, die in Culloden kämpften, starben mehr als die Hälfte, wurden verletzt oder inhaftiert. Der junge Soldat Donald Livingstone hatte die Tapferkeit der Jugend, er war mutig und forsch,  fühlte sich wahrscheinlich unbesiegbar. Er nahm das blutige Banner auf und wúrde so der neunte, der es trug in dieser Schlacht. Er nahm es ab und wickelte es um seinen Körper. Die Schlacht war verloren aber er wollte wenigstens das Banner retten.

Das Appin-Banner zeigt ein gelbes Andreaskreuz auf hellblauer Seide, es befindet sich im Militärmuseum im Edinburgh Castle und hängt neben dem Banner des englischen Truppenregiments (King’s Own Royal), das vom Appin-Regiment angegriffen wurde. Dunkle Flecken zeugen vom Blut seiner Fahnenträger, Einschusslöchern belegen die Gefahr, der die Fahnenträger ausgesetzt waren.

Der junge Mann wurde fast sofort von einer Kugel getroffen, doch es gelang ihm, ein herumirrendes Pferd zu ergreifen, einen Dragoner zu töten und einem zweiten zu entkommen. Unter normalen Umständen wäre auch er in Culloden gestorben aber das Banner der Stewarts of Appin, das um seinen jugendlichen Körper gewickelt war, muss ihn beschützt haben, so heißt es. Es gelang ihm, nach Argyll zurückzukehren. Die Engländer aber verfolgten ihn. Und nicht nur ihn. Das Land musste von Aufständischen gesäubert werden und sie machten sich an die Arbeit.

Am 10. März 1746 strömen Soldaten von einem der bekanntesten englischen Kriegsschiffe, der HMS  Terror, an Land. Was folgte war eine Orgie der Zerstörung, an einem einzigen Tag brannten rund vierhundert  Häuser und Scheunen, das Vieh, das nicht mit verbrannt war, wurde erschossen.

Donald Livingstone, der Mann, der die Stewart-Farben rettete, lebte weitere 70 Jahre bis zum hohen Alter von 88 Jahren. Er wurde ion Lochaline beigesetzt.  Er hatte sechs Söhne und zwei Töchter. Bei seinem Tod wurden verschiedene Schusswunden (der Legende nach waren es bis zu 9) an seinem Körper entdeckt. Donald Livingstones Geschichte wurde zur Legende und das Überleben des Banners ein Hoffnungsschimmer in den dunklen Tagen der Niederlage und der englischen Vergeltung.

Die blutige Flagge war das Wahrzeichen eines ebenso stolzen wie verzweifelten schottischen Kampfes um Unabhängigkeit und nicht nur deshalb für die Stewarts of Appin und alle, die der jakobitischen Sache folgten, von höchster Wichtigkeit.

 

William Soutar – der Gesang des Todes

Sein Leben war kurz und er starb lange. Sein Schicksal trug er mit Würde und Kraft. William Soutar starb 13 lange Jahre in seinem Bett im Haus seiner Eltern. Er empfing Besucher, schrieb Gedichte und ertrug alles mit Hilfe seiner kreativen Produktivität, wohl wissend, dass er nie wieder gesund werden würde. Wie konnte er diesen ständigen Tod vor Augen ertragen? Wie konnte er nicht in völlige Verzweiflung verfallen?

grave of William Soutar Westhill Cemetery, Perth

Der junge Soutar war Student an der Perth Academy, er war gerade 18 Jahre alt geworden, ein starker, beliebter Kommilitone, der Gedichte schrieb und sich verliebte. Er hatte alles, was ein normaler 18-jähriger hat. Später schreibt er über diese Zeit, er habe diesen Zustand der Lebensfülle nie wieder erreicht, außer in kurzen Momenten. Das schreibt er 1937, da war er bereits ans Bett gefesselt.

Der junge William Soutar war voller LebenHerbstblüten, ein junger Englisch-Student, ein leidenschaftlicher Schwimmer und ein Dichter mit einer tiefen Liebe zur schottischen Sprache. Doch dann kam der Krieg. Er ging zur Marine und wie für viele junge Männer voller Kraft und Zukunft, war dies der Moment, der ihr Leben beendete oder es für immer veränderte.

Kriegsgräber Perth

Während seiner Zeit bei der Marine erlitt er eine Lebensmittelvergiftung, die nicht erkannt oder behandelt wurde. Eine folgenschwere Unterlassung, die schließlich zu seinem Tod führen sollte. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs musste sich Soutar seinem schwersten Kampf stellen.

Im Oktober 1923 wurde Soutar zum ersten Mal geröngt. HerbstlaubProfessor John Frasers Diagnose nach eingehender Untersuchung: Spondylitis (Entzündung der Wirbelsäule), zu spät erkannt, um geheilt zu werden. Als Soutar klar wurde, dass die Krankheit nicht nur sein Leben begleiten sondern es sogar beenden würde, soll er einen Moment inne gehalten haben. Dies war der Moment der Erkenntnis: Nun kann ich Dichter werden. Und das tat er. Er wurde einer der besten seines Landes.

Poesie und innere Stärke sind untrennbar mit der Betrachtung des Lebens von William Soutar verbunden. Aus seinem langen Kampf gegen Tod und Verzweiflung entsprangen Gedichte, die wohl kein unbeschwertes Leben geschaffen hätte. Der Tod besiegte ihn am Ende, den Kampf mit der Verzweiflung gewann er. Er schrieb noch am Tag seines Todes.

William Soutar war Teil der schottischen Renaissance, die das traditionelle Scots als Sprache wieder zu Leben und zur Anerkennung verhalf. Im Gegensatz zu vielen Dichtern der MacDiarmid Schule schrieb Soutar in reinem Perthshire Scots.

 

Er starb am 15. Oktober 1943 an Tuberkulose.

Nae Day Sae Dark

Nae day sae dark; nae wüd sae bare;

Nae grund sae stour wi‘ stane;

But licht comes through; a sang is there;

A glint o‘ grass is green.

 

Wha hasna thol’d his thorter’d hours

And kent, whan they were by,

The tenderness o‘ life that fleurs

Rock-fast in misery?

 

Kein Tag so dunkel

Kein Tag so dunkel, kein Wald so kahl;

Kein Boden so staubig vom Stein.

Aber Licht durchdringt und Lieder singt

und das Gras schimmert grün.

 

Wer hat nicht durchlitten die anderen Stunden

und wusste wann sie vorbei,

die Zartheit des Lebens das blüht

auf Felsen im elendem Grau?