Das starke Bild des Alterns: Frauen im Wandel

Die Verpackung ist höflich – der Inhalt herablassend

„Little old lady“ – das klingt erst einmal niedlich. Fast liebevoll. Aber wer genauer hinhört, merkt schnell: Dieser Ausdruck ist ein Euphemismus für das, was unsere Gesellschaft Frauen ab einem bestimmten Alter gern andichtet – sie seien klein, hilfsbedürftig, harmlos. Und vor allem: still.

Alt bedeutet nicht automatisch schwach

Ich bin noch nicht alt – aber ich höre sie schon näherkommen, diese unausgesprochenen Erwartungen. Dass ich irgendwann leiser treten soll. Dankbarer sein. Mich führen lassen. Im Zweifel sogar über die Straße. Ohne zu fragen, ob ich da überhaupt rüber will.
Aber ich bin nicht auf dem Weg zum Zebrastreifen der gesellschaftlichen Unsichtbarkeit. Ich bin auf dem Weg zur vollen Sichtbarkeit – mit Helm, Haltung und meiner Harley.

Ich bereite mich nicht auf ein sanftes Altern vor

Ich übe nicht das braves Nicken beim Einkaufen. Ich plane keine Karriere im Danksagen. Ich übe Haltung. Ich übe das Nein. Ich übe das „Fahr zur Seite, ich komm jetzt durch.“
Denn alt zu werden bedeutet für mich nicht, Platz zu machen – sondern mehr Raum einzunehmen. Mit jeder Falte ein bisschen mehr.

Die Zukunft ist laut

Wenn ich älter werde – und das werde ich mit Stil – dann nicht leise und freundlich, sondern unbequem und unübersehbar. Ich werde keine „little old lady“. Ich werde eine „bold old bitch“.

Wir brauchen Frauen, die sich nicht zurücknehmen. Frauen, die klar sagen, wie sie gesehen werden wollen. Frauen, die keine Angst mehr haben, als „zu viel“ zu gelten.
Denn genau das ist es, was unsere Gesellschaft weiterbringt: Frauen, die sich nicht entschuldigen – sondern fahren.

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