Horden mit Hammer

Clearance Villages Walk (33)Man sollte in den Highlands immer mit allem rechnen aber mit Hammer-Horden in der Einsamkeit???

Um all den verständnislosen Lesern beim kryptischen Eingangssatz hilfreich zur Seite zu springen: ich war wandern auf der Isle of Skye. Natürlich wieder ein Abenteuer.

Es war ein trüber Tag, der Trockenheit versprach, was diesen Sommer nun schon ein Grund ist, sich in die Natur zu stürzen. Wärme wird allgemein überbewertet. Ich hatte die Sommerstrickmütze dabei.

Clearance Villages Walk (64)Die Tour führt über 17 Kilometer vorbei an einem ehemaligen Marmor-Steinbruch samt Transportbahnlinie zu zwei verlassenen Dörfern. Es kommt mir fast so vor, als könnte ich noch die Schläge der Hämmer hören, mit denen der edle Marmor ausgelöst wurde. Vielleicht von drüben, dem heutigen Marmorsteinbruch.

Kaum habe ich auf dem schmalen Pfad die Gruppe schwatzender Französinnen samt ihrer schweigenden Ehemänner überholt habe, kann ich endlich in die grandiose Kulisse eintauchen und über die traurige Geschichte all jener nachdenken, die einmal das Privileg hatten, hier zu leben.

Clearance Villages Walk (4)

Clearance Villages Walk (42)Bauern, die 1852 brutal aus Boreraig und Suisnish vertrieben wurden. Grundbesitzer Lord MacDonald ließ ihre Häuser niederbrennen, er brauchte das Land, damit die Schafe ungestört grasen konnten, im 19. Jahrhundert eine sprudelnde Geldquelle. An den armen Bauern ließ sich dagegen nichts verdienen und damit war klar, wessen zuhause der schöne Landstrich im Südwesten der Insel künftig nicht sein würde.

Clearance Villages Walk (24)In Boreraig standen einst 12 Steinhäuser und 15 Stallgebäude, heute nichts als Ruinen im wilden Grün.  Ich setze mich auf eine alte Steinmauer, vielleicht die Wohnzimmerwand einer jungen Familie, vielleicht die Stallmauer eines angesehenen Altbauern und schaue den Schafen zu, die wie weiße Eroberer ihren Dschungel abgrasen.

Clearance Villages Walk (31)Aus der Ferne klingen wieder Schläge zu mir herüber. Als ob jemand gegen Steinwände hämmert. Ich kann aber nicht erkennen, wo und wer. Die Geister der vertriebenen oder die Geister der Vertreiber?

Clearance Villages Walk (39)

Inzwischen haben mich die Franzosen wieder eingeholt. Die Madames schwatzen immer noch. Ihre Männer schweigen und prüfen die Route auf der Karte um dann ihre redseligen Gefährtinnen aus meiner Hörweite zu geleiten.

Die Hammerschläge haben aufgehört und auch ich wandere weiter.

Die beiden Dörfer verbindet ein schmaler felsiger Pfad, der die Klippen entlang führt. Ein paar Meter unterhalb von mir steht ein zerzaust aussehender junger Mann und schwingt einen Hammer. Der Schweiß steht ihm auf der Stirn. Dann sieht er mir halbwirr in die Augen, dreht sich um und verschwindet zwischen den großen Felsbrocken.

Ein Hammermörder? Versteckt er sich, um besser attackieren zu können? Drüben ist noch jemand…hat der auch einen Hammer?

Clearance Villages Walk (46)Unheimlich, vor allem hier in der Einsamkeit.

Clearance Villages Walk (47)Ich erreiche das nächste verlassene Dorf, kurz nachdem ich die Franzosen wieder überholt habe. Die Frauen reden immer noch. Sie beherrschen die Kunst der Sätze ohne Punkt und Komma wie einst nur Dieter Thomas Heck. Ihre Männer haben das schweigende Nichtzuhören wohl über viele Jahre hinweg perfektioniert.

Eine halbe Stunde später höre ich wieder Hammerschläge.

Ist das hier das internationale Treffen der Hammermörder oder was? Jetzt sehe ich junge Frauen an einer Felswand hoch über mir. Hämmern die?

Clearance Villages Walk (11)

Dann taucht vor mir noch eine junge Frau mit einem riesigen Hammer auf.

Ich spreche sie an doch sie antwortet nicht.

Ich versuche es nochmal.

Sie nimmt ihre Ohrstöpsel raus und sieht mich freundlich an.

Entschuldigung aber warum läuft denn hier jeder mit einem Riesen Hammer rum, frage ich mit respektvollen Blick auf das mörderische Teil.

Oh sagt sie, wir sind Geologie Studenten. Wir sind auf Exkursion.

Aha, also kein Mördermeeting im schottischen Hochland sondern Wissenserweiterung mit dem Werkzeug der Steinexperten. Daher die Horden mit Hammer.

Dann schließen die Französinnen wieder zu mir auf.

Sie reden noch immer.

Hätte ich einen Hammer, ich schwänge ihn wild über meinem Kopf und vertriebe sie so gnadenlos wie einst Lord MacDonald seine Bauern.

Auld Alliance hin oder her! Ich wollt ich wär noch Student!

Clearance Villages Walk (8)

 

 

 

Das Boot

Wenn ein Langzeitprojekt ein gewisses Maß an Leidenschaft erreicht, kann es mitunter auch zu einem gar-nicht-so-Langzeitprojekt werden. Das Boot ist schon im Wasser, wir sind jetzt Seemänner!

Das-Boot-01

Naja, hauptsächlich der Mann. Seefrauen gibt es glaub ich nicht.

Und das Boot heißt Das Boot, was die Schotten ziemlich verwirren dürfte, wir Deutschen aber ziemlich logisch finden.

JungfernfahrtEin Nachbar hat geholfen, der kam mit dem Range Rover und hat den Trailer mit dem Boot ins Wasser gefahren. Und dann ist der Mann in See gestochen, ich stand an Land mit dem Handy in der Hand und der Notrufnummer im Kopf. Schließlich wusste keiner, ob es wasserdicht ist. Das Boot, nicht das Handy.

Es ist und der Man kreuzt nun auf dem Loch herum.

Mal rechts, mal links, dann wieder rechts, und links….

Und abends kontrolliert er immer nochmal ein letztes Mal Das Boot. Ich war genauso, bei meinem ersten Motorrad.

Ich habe mir erst mal eine App (Useful Knots)aufs Tablet geladen, mit der kann man üben, wie man Knoten macht. Ich kann nämlich keine Knoten und ich glaube ein Boot macht man besser nicht mit Schlupf fest.

am Loch entlangDer Mann hat eine Gezeiten-App, er mag Zahlen. Aber zurzeit ist immer nur dann Flut, wenn der Mann bei der Arbeit ist und bei Ebbe liegt das Boot noch auf dem Strand. In den nächsten Tagen macht er es draußen fest. Er hat auch schon ein kleines Schlauchboot gekauft (bald haben wir einen ganzen Hafen zusammen), mit dem man dann zum eigentlichen Boot kommt. Und Ganzkörpergummistiefel . So viel shoppt der Mann sonst nie.

Meine Gummistiefel waren leck, ich brauchte auch neue. Natürlich keine mit Hose dran, die mach einen Seebär-Hintern. Jetzt wäre ich bereit zur ersten Fahrt aber jetzt ist es ziemlich stürmisch hier. Also bleiben wir Seebären an Land und üben Knoten. Den Alpine Butterfly kann ich schon, leider ist der für Karabinerhaken beim klettern. Das hatte ich in meiner Knoteneuphorie übersehen. Morgen übe ich den Zeppelin Loop für Das Boot.

Ich denke es wird noch dauern, bis ich ein richtiger Seebär bin. So gesehen bin ich also auch ein Langzeitprojekt.

Neulich an der Tanke oder wie ein Butterbrot alles zum Stillstand brachte

Ich wünschte ich hätte mein Smartphone dabei gehabt, um Fotos zu machen. Aber ich hatte es nicht dabei und deshalb muss diese Geschichte ohne das wichtigste Bild auskommen. Ich war einfach nicht darauf gefasst, die Butterbrotaffäre für den Blog festzuhalten zu müssen.

Black Isle (1)Vor einigen Tagen war ich unterwegs auf der Black Isle, der schwarzen Insel, die weder schwarz noch eine Insel ist und mit all der großflächigen Landwirtschaft ziemlich deutsch anmutet. Die kleinen Dörfer hübsch, eine solche Blütepracht in den Vorgärten sieht man nicht oft in den schottischen Highlands.

Schön, denke ich. Jetzt nur noch irgendwo tanken und dann ab nach Hause.

Es dauert nicht lange, da finde ich eine Tankstelle. Was sich aus meiner Richtung anfühlt wie im Nirgendwo entpuppt sich bald als eine Art Autohof an der A9, der zentralen Verkehrsader von Inverness in den Norden.

Ich steige also aus und tanke, während ich einem holländischen Paar dabei zusehe, wie sie mehrfach die Tankstelle umfahren, im Versuch eine Säule auf der richtigen Seite des Benzintanks an ihrem Wagen zu finden. Ich stehe also so da (hier haben die Stutzen den Arretierbolzen nicht, mit dem man den Wagen tanken kann, ohne dass man die ganze Zeit daneben stehen muss) und versuche die Holländer zu ignorieren.

Ein älterer Herr läuft durch mein Blickfeld. Er hat schütteres, leicht gelocktes grau-weißes Haar, trägt eine sandfarben Bundfaltenhose und ein Poloshirt in einem ausgewaschenen Himbeerton über dem Wohlstandsbauch. Im Gesicht trägt er ein Lächeln das ganz klar sagt: „Jetzt schau mal, was ich gleich mache!“

Er nickt mir zu als wären wir beide in einer Art „Inner Circle“ derer, die wissen, wie man tankt, dabei hab ich nirgendwo ein Auto gesehen, das zu ihm gehören könnte.

Noch einmal wirft er mir einen bedeutungsschwangeren Blick zu, ehe er im Innern der Tankstelle verschwindet.

Ich hänge den Tankstutzen ein und freue mich, dass es den Holländern endlich gelungen ist, nun auch den Tank ihres Autos in die Nähe einer Säule zu bringen und gehe zum Bezahlen.

Die Tankstelle ist so eine Art 3 in 1 also Tanke, Shop und Imbiss mit Sitzgelegenheiten. Hinter der linken Kasse steht eine sehr untersetzte Mittfünfzigerin mit unbestimmter Haarfarbe aber bestimmter Stimme. Sie kassiert gerade einen der Truckfahrer ab, der in einem ölverschmierten Hosenanzug nach der Tankkarte kramt. An der Kasse nebenan ist ein junges Mädchen mit Eifer beim Ferienjob wie es aussieht.

Vor mir steht der Mann, der auch hier drin noch immer diesen Ausdruck im Gesicht hat.

Er winkt mich nach vorne. „Jetzt schau mir mal zu!“ sagen mir seine Augen. Er lehnt sich leicht nach hinten, als wolle er Anlauf nehmen für einen Hochsprung über die Zweimetermarke.

Die ältere der beiden Kassiererinnen ist mit dem Lasterfahrer fertig und blickt mit einem Oh-nein-nicht-der! in den Augen dem Mann entgehen. Dann schickt sie das Mädchen ins Verderben.

„Kannst du dich bitte um den Herrn hier kümmern, Sheila?“

Sheila lächelt ahnungslos und freundlich den Mann an, der nun seinen großen Moment hat.

„Brot und Butter!“ sagt er als sei er Cäsar und weist mit der Gestik eines Operntenors ohne Orchester ins weite Rund der Schokoriegel und Instantsuppen.

„Brot und Butter!“ sagt er noch einmal als seien es seine Spiele.

Dann schaut er mich wieder an und seine Augen sagen „Schau nur, ich muß mich nicht bewegen. Ich kann einfach was bestellen und die müssen rennen. Ich bin hier Kunde und ich bin König!“

Hinter dem nonverbalen König stehen drei Ausrufezeichen.

Er winkt mich nach vorne während er auf sein Brot und seine Butter wartet.

Das Mädchen scheint leicht überfordert mit der Situation aber bemüht um Freundlichkeit setzt sie sich in Bewegung. Der König deutet nur und bewegt sich nicht vom Fleck.

Ich bezahle und versuche nicht zu grinsen.

Dann auf einmal, bricht hinter mir die große Diskussion aus, in die sich nun auch meine Kassiererin einschaltet.

Das doch nicht!“

„Ich sagte Brot und Butter!“

„Aber…?!“

Ich drehe mich um und sehe das Mädchen dem Mann neben mir einen Teller entgegen strecken, mit einem liebevoll geschmierten Butterbrot aus dem Imbiss-Teil des Autohofs darauf. Der Mann, der eigentlich ein Brot und eine Butter aus dem Ladenteil der Tanke haben wollte, sieht sich hilflos dem schmählichen Brotverrat ausgeliefert

Butterbrot statt Brot und Butter. Im Schottischen ein und derselbe Ausdruck. In einer Tanke mit Shop und Imbiss aber zwei grundverschiedene Dinge.

Hätte ich nur mein Smartphone dabei gehabt. Ich hätte ein Foto vom eitlen König gemacht, hilflos im Angesicht des Butterbrotversagens seiner Untertanen im Autohof.

Was wäre das für ein Post geworden!

 

Vorsicht, der Mann liest meinen Blog!

Ich hatte natürlich mal wieder nicht recht!

Der Mann hat meinen letzten Blogeintrag gelesen. Nicht, dass er sonderlich viel Deutsch verstehen würde aber er hat Google Translate und damit einen genauen Einblick in mein Schreiben.

So, so, hat er diese Woche gesagt. Das Boot ist also ein Langzeitprojekt.

Was damit gemeint ist, erklärt sich aus dem letzten Post „Raus aufs Meer!“

Skye Sky 1

Den Vorwurf wollte er wohl auf seiner noch jungfräulichen Seefahrerseele nicht einfach so sitzen lassen, weshalb wir diesen Samstag schon um 7 Uhr 30 (fordere nie einen Schotten heraus, wenn du nicht unbedingt musst!) auf dem Weg nach Inverness zu Caley Marina waren, um den fehlenden Motor für das Boot zu kaufen.

Caley Marina (2)Caley Marina ist ein Laden, wo man Seemannsmützen, Rettungswesten, ganze Jachten und lauter kleine Teil kaufen kann, die irgendwo ans Boot gehören und von denen ich nie im Leben wissen werde, was sie sind oder wie sie auf Deutsch heißen.

Caley Marina (1)

 

Ich hab mir die wasserdichte Kleidung angesehen, Hose und Jacke gibt es schon für 350 Pfund. Das habe ich dann sofort als Langzeitprojekt hinten angestellt und mich zu dem Mann und dem Verkäufer namens Calum gesellt. Schließlich brauchen wir einen Aussenbordmotor.

 

Im Laden gibt es nur Yamaha-Motoren.

Hah! denke ich. Damit kenne ich mich aus!

Schließlich war mein erstes Motorrad ein Yamaha Einzylinder. Ich nicke also das Gespräch fachmännisch begleitend mit dem Kopf, begleite den Hinweis auf den Notaus mit einem noch intensiveren Nicken und versuche generell sehr bootskompetent auszusehen.

AussenbordmotorWir wollen einen 5er Motor und einen Extratank. Ich lächle locker, weil ich natürlich genau weiß, was ich in dem Bootsladen tue. Yamaha! Das ist schießlich mein Fachgebiet, der Mann hat ja keinen Motorradführerschein. Unter einem 5er Motor kann ich mir zwar nicht allzu viel vorstellen, nehme aber an, es handelt sich hier um die Größe.

Also Calum, sage ich mit dem wissenden Lächeln einer langjährigen Yamahamotorradbesiterin, können wir den Motor mal anhören?

Calum schaut mich verständlislos an und der Mann bückt sich ganz weit nach unten, um die Schraube zu überprüfen, seine Schultern zucken verdächtig.

Äh, mein Calum dann, das geht nur im Wasser.

Ach so. Na ja.

Ich überlasse die Männer ihrem Bootstalk und schaue mir ein paar Kompasse und Radare an.

Der Aussenbordmotor ist bereits geprüft und hat 5 Jahre Garantie, deshalb können wir den auch gleich mitnehmen, samt Zusatztank, Verbindungskabel und 10W 30er Bootsöl.

Dann hat mich der Mann zum Frühstück ins V8 Cafe ausgeführt, ganz in der Nähe des Hafens: Spielgelei im Brötchen für ihn, Speck im Brötchen für mich. Und natürlich ein Motor im Hintergrund.

Frühstück

Derart unprätentiös gestärkt verbringen wir den Rest unseres Ausflugs mit dem Aussenbordmotor auf dem Rücksitz und der Erkenntnis im Kopf, dass manche Langzeitprojekte schneller gehen, als man denkt und manche Experten doch weniger Ahnung haben als die Laien.

Das macht Hoffnung für die Küche!

Doch das ist eine andere Geschichte und soll ein anderes Mal erzählt werden.

 

 

 

Raus aufs Meer!

 

Der Mann hat ein Boot gekauft.

Das Boot (7)

Das Boot (3)Das hat er mir nicht erzählt in all den vielen Skype Gesprächen, die wir hatten, während ich in Deutschland war. Stunden über Stunden reden und das verschweigen. Jetzt bin ich wieder zurück in den schottischen Highlands und das erste was ich bei meiner Ankunft sehe ist ein kleines Boot auf einem Anhänger in der Auffahrt zum Haus.

Wie können Männer ein solches Ereignis denn nur geheim halten?

Das Boot (5)Ich überlege natürlich sofort einen Namen, sehe aufregende Fahrten zu einsamen Inseln vor meinem geistigen Auge und überlege, ob wir noch Champagner für eine Taufe haben. Wie viel idyllische Bootszenen hab ich schon gesehen, seit ich ein zweites Leben in Schottland habe. Ein Traum!

Conchra Loch Long 2

Das Boot (2)Auf den zweiten Blick und mit etwas weniger Abstand betrachtet sieht das Boot dann doch eher wie ein etwas ältliches „Bootle“ aus und ich frage mich, wie viel Platz noch für ein Picknickkorb bleibt, wenn ich und der Mann in See stechen…..

Das Boot (4)Der Mann erklärt mir jedenfalls all die Extras, die er mit dem Boot und für ganz wenig Geld dazu bekommen hat: Anker, Hänger (Er besitzt kein Auto mit Anhängerkupplung aber vielleicht ist das ja  nicht so wichtig.) und Seile (Ich habe keine Ahnung, wie man diese Seemannsknoten macht, die man doch bestimmt braucht auf See). Und natürlich zwei Rettungswesten, die sich automatisch aufblasen, wenn sie mit Wasser in Berührung kommen.

Das Boot (6)

Dann erklärt mir der Mann, das man als erstes die Nummer der Küstenwache ins Handy programmieren soll, falls was schief geht. Dann kann man nur hoffen, das sollte was schief gehen, es in den wenigen Gegenden passiert, wo man auch Handy Empfang hat.

Ich sehe der ersten Ausfahrt mit gemischten Gefühlen entgegen und frage, wann die denn stattfinden soll.

Das Boot (1)„Ach“, sagt der Mann „wir müssen erst noch einen Außenbordmotor besorgen.“ Der war nämlich nicht mit dabei. Einen Motor zu kaufen, scheint aber ein größeres Projekt zu sein: Fahrt nach Inverness, Auswahl, Testlauf, Auswahl, Öl und Benzin wieder aus Motor lassen, dann nach Tagen verschicken….

Ich verstehe langsam. Das Boot ist ein Projekt und gehört in den Garten wie in manchen Ecken Deutschlands die Gartenzwerge. Alle haben ein Boot im Garten oder mit Glück auch vor dem Haus im Meer, fahren sieht man allerdings die wenigsten.

Applecross (35)

Und dann brauchen wir noch einen Anlegeplatz und wir müssen…..

Ich wäre ja mit der Champagnertaufe schon zufrieden, wir haben aber nur noch eine Flasche im Haus. Das reicht nicht für taufen und trinken.

Ich beschließe noch welchen zu kaufen, sollte das Bootprojekt irgendwann mal in die Motorkaufphase übergehen.

In der Zwischenzeit bleibe ich an Land und schau mir das Wasser aus der Ferne an. Erst am Wochenende haben wir Pilotwale gesehen, ein wunderbares Erlebnis. Aber ob ich die (nur mit einer sich automatisch aufblasenden Rettungsweste „bewaffnet“) neben unserem kleinen ungetauften Boot ohne Namen auftauchen sehen möchte, ist eine andere Frage.

pilot whales (11)

Wie gut, dass Projekte in den Highlands immer länger dauern, als man denkt!

 

 

Fernseh-John statt Fernseh-Frust

Die Tage sind kurz, das Dunkel lang und die Schottischen Highlands sind im Winterschlaf. Alles hat zu, das Wetter spielt verrückt, man bleibt am besten zu Hause.

Aber was macht man dann?

darkness descendng

Fernsehen!?

Ich brauche keinen Fernseher, um mich zu beschäftigen. Das liegt vielleicht zum einen daran, dass ich beim Fernsehen beschäftigt bin (also fernsehen irgendwie arbeiten ist), zum anderen gibt es aber auch so viele Bücher, die man lesen könnte.

Aber natürlich sehen auch wir fern, zumindest versuchen wir es, denn das TV Programm hier auf der Insel ist so, dass man sich fast wieder Stromausfall wünscht.

Die Soaps laufen seit Jahrzehnten und da ist einsteigen schwer, selbst wenn man wollte. Aber wer würde wollen? Ich hab spaßeshalber mal die neue Serie auf BBC Alba versucht. Leider auf Gälisch und deshalb ganz und gar unverständlich.

Selbst die BBC Dokumentationen haben inzwischen nur noch begrenzten Charme, weil man den Moderator/die Moderatorin mehr im Bild sieht, als das Thema.

Bleiben Filme.

Ist es eigentlich legal, Filme in zweistelliger Höhe zu wiederholen??

Seit Jahren wird Rocky I und II und II und IV und V rauf und runter wiederholt, gerade sind wir wieder bei vier. Kommt kein Sylvester Stallone kommt Ocean’s Thirteen. Oder ein Kriegsfilm mit bösen Deutschen, die einen seltsamen Akzent haben.

Also sind wir auf DVD umgestiegen. Natürlich auch aktuelle Sachen aber unser Highlight ist fast 20 Jahre alt.

Wir lieben Hamish Macbeth, alle 19 Folgen. Eine humorvolle Dramaserie mit Robert Carlyle (Trainspotting und James Bond) als nettem Polizisten in idyllischer schottischer Kleinstadt mit jeder Menge schräger Charaktere am schönen Lochdubh (sprich: Lochduhh). Unser Clou, die surreale Serie spielt genau hier in der Gegend.

Neben der Handlung verfolgen wir natürlich ganz genau die Handlungsorte.

Ist das die Straße, die links…?

Nein, das ist doch die, die hinauf zum….?

Dann muss natürlich wieder zurück gespult werden. Bis zum nächsten Ortswechsel kann man dann die Handlung verfolgen.

Plockton (3)

Vor allem in den Kneipenszenen wird Hintergrundanalyse betrieben.

Ist das soundso an der Bar hinten, das ist doch Dings, da mit dem weißen Strickpullover.

Nein, ist  es nicht?

Doch!

Also wieder zurückspulen und Standbild.

Die Serie stammt aus den 90ern, Freunde und Bekannte, die als Statisten auftauchen, sehen da natürlich noch anders aus. Sehr lustig.

Der Rest ist viel Karo, ein West Highland Terrier, Hochlandrinder und ein Assistent namens Fernseh-John, der Hellsehen aber weder lesen noch schreiben kann. Letzteres ist das Ungewöhnliche, denn er erledigt die Schreibarbeiten für Polizist Hamish Macbeth. Der wiederum ist mit seinen romantischen Verwicklungen beschäftigt und erledigt seine Fälle so im vorbeigehen.

Irgendwie ist alles genau so, wie sie hier wirklich sind und gar nicht so fiktiv, wie es den Anschein hat.

Plockton (1)

Fernseh-John heißt Fernseh-John, weil er der erste war, der am fiktiven Lochdubh ein TV-Gerät besaß. Wahrscheinlich hatte er auch fiktives Fernsehprogramm. Das war ganz bestimmt viel lustiger als das echte. Heute Abend kommt eine Dokumentation über Winston Churchhill.

Ich glaub wir werden wieder eine DVD einlegen.

 

 

Fußgänger brauchen nicht anrufen

Drumbuie coastal walk (12)Nach Tagen des Sturms, den Stromausfällen und des Schneetreibens ist nun kalter, klarer Winter in den Highlands. Die tief stehende Sonne brennt die letzten Farben der Natur aus. Das Wiesenbraun hebt sich von den weißen Gipfeln ab wie alte Tage von neuen Kalendern.

Nur das Wasser wehrt sich. Kann Meer so blau sein?

Zeit zum wandern.

Drumbuie coastal walk (26)

Ich denke und plane und bleibe ungefähr auf Meereshöhe. Zum einen, weil ich noch nie Eisklettern war, zum anderen weil jeden Tag Meldungen von Rettungsaktionen in den Bergen durch die Nachrichten geistern. Gespickt mit Warnungen vor Lawinen und weiteren unangenehmen Wintererscheinungen.

Drumbuie coastal walk (3)Weil ich lieber nicht in den Nachrichten auftauchen möchte (als Journalistin weiß ich ziemlich  genau warum), mache ich also eine Wanderung ohne Berge, da braucht man schon das ganze Survival Equipment nicht mitnehmen.

Außerdem: Das Schöne an den Highlands und der Westküste Schottlands ist: großartiges Panorama gibt es hier auch auf Meereshöhe, ganz „safe“ und ohne Überraschungen.

Ohne Überraschungen? Von wegen!

Hier gibt es immer Überraschungen.

Drumbuie coastal walk (23)

Ich wandere also so vor mich hin, es hat -4° und kein Wind stört das Wohlempfinden. Die Gier nach Sonne ist schier überwältigend und jeder Schritt ist Freude an der Natur. Vor mir das Meer und die großen und kleinen Inseln im Westen.

Duirnish train station Totale

Duirnish train station (13)Und dann plötzlich, inmitten des Nichts aus trockenem Farn und entlaubten Bäumen ein Bahnhof.

Ein Schild, ein Gleis ein Bahnübergang und ein Telefon.

Aha.

Duirnish train station (6)

Wofür ist das Telefon?

Duirnish train station (1)Ein Geräusch kündigt mir eine mögliche Antwort an. Das Postauto. Ich versuche zu erspähen, ob das unser John ist. Ist es aber nicht. Das ist Alastair, den ich noch nie in meinem Leben gesehen habe, der aber ganz genau weiß, wo ich wohne. Natürlich! Ich bin 45 Auto-Minuten von zu Hause entfernt.

 

Ich frage nach dem Telefon.

Duirnish train station (7)Duirnish train station (9)Damit ruft man in Inverness an, erklärt mir der Postler, der sich auskennt. Das muß man machen, bevor man die Gleise mit einem Auto oder mit Tieren überquert. Fußgänger können so rüber, sollen aber genau schauen, ob nicht ein Zug kommt.

Es kommt keiner. Kein Zug, keine Menschen. Auch nicht auf dem „Bahnsteig“. Ich würde so gerne dieses Telefon ausprobieren.

Ich schaue akribisch und überquere sicher, ohne telefoniert zu haben, so zu Fuß und ohne Tiere ist das Leben dann doch nicht so spannend. Ich überlege…..

Wo nehme ich Tiere zum überqueren her???

Drumbuie coastal walk (9)

Drumbuie coastal walk (53)

Jetzt ist mir klar, warum man in den Highlands nie ohne Seil wandern gehen sollte. Bisher dachte ich immer, das braucht man nur in den Bergen.

Jetzt aber weiß ich, wenn man mal telefonieren will (und deshalb Tiere dabei haben muß), dann wäre ein Seil auch bei Wanderungen in der Ebene ganz praktisch.

 

Hier geht es übrigens zur Wanderung:  http://www.walkhighlands.co.uk/kintail/Duirinish.shtml

 

 

 

 

vom Glück, Haare zu waschen

Gerade habe ich die Haare gewaschen. Was für ein Glücksgefühl! Ich möchte meine Schampoo-Flasche herzen, meine Spülung fest an mich drücken. Ich könnte föhnen, bis der Arzt kommt.

Endlich wieder Strom!

Daußen vor dem Fenster treibt der Schnee in Sturmböen über das Grau des Lochs, von der Bergen ist nichts mehr zu sehen.

20150109_18123224 Stunden ging hier gar nichts mehr. Kein Licht, keine Heizung, kein warmes Wasser, kein Telefon, kein Fernseher, kein Internet. Und wir waren nicht die Einzigen. 88.000 Haushalte waren ohne Strom. Ganz Schottland mehr oder weniger.

In dem kleinen Radio war nur noch ein Sender übrig, der Nachrichten empfangen konnte. Rund um die Uhr Berichterstattung über das Geiseldrama in Frankreich. Nur am Ende der Nachrichten wurden die gesperrten Brücken verlesen und die Liste der Schulen, die geschlossen hatten. Kein Wort darüber, wann wieder mit Strom zu rechnen sei. Statt dessen Live-Schalten zu Korrespondenten in Paris. Hat die BBC in London nicht mitbekommen, dass in Schottland Ausnahmezustand herrscht???

rot heisst kein Strom

rot heisst kein Strom

 

20150109_18041520150109_180724Der Mann hat den großen Campingkocher ausgepackt und ich hab Chicken Balti mit Basmatireis gekocht. Kein Naan-Brot weil kein Ofen. Bei Kerzenschein kochen ist gar nicht so einfach aber der Badische Grauburgunder hat geholfen.

20150109_181257

Am Abend sass der Mann verloren auf der Couch, ohne Facebook, Twitter oder Youtube. Ich hab mit Taschenlampe einen Krimi gelesen und kam mir vor wie mit 12 unter der Bettdecke. Der Mann dagegen kam sich vor wie im falschen Film.

Sie hatten den Sturm ja angekündigt, sie hatten gewarnt, man solle das Haus sichern, lose Teile befestigen, nicht Auto fahren, all die Dinge, die man beachten sollte, wenn der Strom ausfällt.

Ich weiß jetzt, warum hier alle immer über die BBC schimpfen. Weil sie uns, wenn es darum geht, wie man sich auf einen Sturm vorbereitet, die wahrhaft wichtigen Dingen nicht sagt: Brot backen, Videos aufs Tablet runter laden und so lange es warmes Wasser gibt unbedingt HAARE WASCHEN!!!

Man möchte meinen so was wissen die, bei der BBC.

 

einsam mit Otter

Sandaig (25)Die schottischen Highlands sind aus vielerlei Gründen eine Herausforderung für das Seelenkostüm der Menschen; Wetter, Wildnis, Winterdunkel … die Liste zu bewältigenden Dinge ist lang.

Gerade im Winter, wenn es erst gegen 10 Uhr richtig hell wird (richtig hell ist hier relativ, denn bei Regen oder Nebel wird es den ganzen Tag nicht richtig hell) und mit dem Sonnenlicht auch schon kurz nach 15 Uhr wieder Schluß ist.

Dazu kommt die Einsamkeit, die viele Menschen nur schwer ertragen können, dieses Verschwinden in der Grösse der Naturgewalten.

Gavin Maxwell mit OtterOtter (7)Seit ich die Bücher von Gavin Maxwell gelesen habe, wollte ich den Ort sehen, der noch einsamer ist als der, an dem wir wohnen. Ja, das gibt es tatsächlich. Er schrieb, wie ich, er beobachtet Otter wie ich aber er tat alles noch viel intensiver. Viel intensiver!

Sandaig (49)

Ein paar Sonnenstunden Sonne ziehen mich nach draußen, durch den Schneematsch den Mam Ratagan hinauf und hinüber nach Glenelg und von dort Richtung Arnisdale. Eine kleine Wanderung von der Straße hinunter zum Meer und zur Sandaig Bucht, wohin Maxwell sich zurück gezogen hatte, um zu schreiben und der Welt abhanden zu kommen.

Sandaig (72)Was für ein traumhafter Ort. Winterwolken säumen den Horizont, die Gezeiten formen Sandwellen und Steine. Ein kleiner Fluß fliesst um das Grasland ins Meer. Eine Häuserruine rottet am Rand der Bucht vor sich hin. Sein Angestellter und Freund Jimmy Watt wohnte hier, er kochte für ihr und erledigte alle möglichen Aufgaben. Für ihn war Maxwell eine Art Vaterfigur.

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Maxwells Haus ist längst abgebrannt, nicht ist mehr übrig als ein Gedenkstein über der Asche des 1969 verstorbenen Schriftstellers. Ein paar Meter entfernt unter einer hohen Tanne liegt sein Otter Edal begraben. Besucher haben Muscheln und Steine an den Gedenktafeln hinterlassen.

Ein friedvoller, idyllischer Ort. Herrlich im Sommer, wenn die Tage endlos blau wie das Meer sind. Anders im Winter, wenn die Stürme vom Meer her über die Bucht ziehen. Bis zur nächsten menschlichen Siedlung ist es eine Dreiviertel Stunde Fußmarsch. Ist ihm diese Einsamkeit nie zuviel geworden? Er war ein Romantiker, oft melancholisch, immer intensiv fühlend, lebhaft und amüsant, empfindsam, manchmal schwierig. Ein Genie sagen die, die ihn gekannt haben. Seine Trilogie „Ring of Bright Water“ sucht definitiv ihresgleichen.

Sandaig (41)

Ob er einsam war, oder nur allein frage ich mich als ich hier an seinem Grab sitze und die Schönheit der Natur in mich aufsauge. Gibt es einen schöneren Ort auf der Welt?

Gavin Maxwell (1)Ich denke über Maxwell nach, er war ein faszinierender Mann, entstammte dem Adel, war homosexuell, bereiste den Irak und Marokko, arbeitete für den Britischen Geheimdienst im 2. Weltkrieg, fuhr Autorennen, war ein aussergewöhnlicher Schrifsteller (seine Bücher beeinflussten eine ganze Generation), er war voller Ideen aber er war auch depressiv und frustriert. Er mochte die Menschen wohl nicht besonders. Er liebte die Natur und seine Tiere. Sein Haus brannte 1968 ab, Otter Edal starb dabei. Alles war vorbei. Sein Camusfeàrna wie er es in den Büchern nannte, war nicht mehr. Ein Jahr später, 1969, starb auch Maxwell. Er hatte Krebs.

Sandaig (77)

Er ist noch immer hier. In der Natur und bei seinem Otter. Wahrscheinlich hat er es genau so gewollt.

Ich glaube er war nicht einsam, er war einfach nur gerne allein. Oder nicht gerne unter Menschen.

Und wo kann man das besser sein, als in den schottischen Highlands.

Eine großartige BBC-Dokumentation zu Gavin Maxwell.

https://www.youtube.com/watch?v=JP0IR2qWR50

 

 

 

doch so deutsch

Ich bin wieder zurück!

Es ist kalt aber klar und die Five Sisters of Kintail trutzen mit weißen Schneehauben über dem stillen und kalten Wasser des Lochs.

Weihnachten in der Wildnis.

foto by the man

Christmas in den Highlands

Nach zwei Tagen Fahrt durch die Zivilisation, immer weiter nach Norden, fast 1.800 Kilometer samt Kanalüberquerung. Der Moloch London eine andere Welt.

Ich übernachte in einem Hotel in der Nähe von Birmingham, dessen Eingangsbereich mich fatal an den Film The Shining erinnert; einsames Hotel, irrer Axt schwingender Schriftsteller, Geister…..

Die Rezeptionistinn raucht draußen vor der Tür erst mal in aller Ruhe ihre Zigarette fertig, bevor sie mich eincheckt. Jack Nicholson, denke ich nur. Jack Nicholson und starre ihr wild in die Augen. Aber sie tippt ungerührt auf der Computertastatur herum. Ich versuche ein wenig Hochlandgelassenheit und gehe auf mein Zimmer. Ich bin ohnehin zu müde für Irrsinn, der wahre Wahnsinn steht mir noch bevor.

Am nächsten Tag, es ist der 23. Dezember, fahre ich den Rest. Alles problemlos und nach Glasgow ist der Verkehr spärlich. Die Sonne geht gerade unter, als ich beim letzten Supermarkt parke, um die Weihnachtseinkäufe zu machen. Ich und gefühlt eine Million andere Menschen im Weihnachtswahnsinn und Hamsterkaufzwang. hilflose Ehemänner zerren an überfüllten Einkaufswagen und versuchen erfolglos mit ihren einkaufenden Frauen Schritt zu halten. Was unweigerlich dazu führt, dass sie  dabei mit anderen Frauen kollidieren. Die sind schneller beim Mehl, dem Frischkäse oder der Remouladensoße. Es wird geschubst und gedrängelt, ich sehe sogar Frauen mit genervtem Augenaufschlag und Einkaufszetteln.

Deutschland! Es fühlt sich an als wäre ich immer noch in Deutschland.

Selbst an der Kasse geben sie Gas und man kommt mit dem zusammen packen fast nicht hinterher. Die Ehemänner sammeln sich samt der quengelnden Kleinkinder derweil in scheuen Kleingruppen fluchtbereit nahe des Ausgangs.

gen NordenIch entfliehe dem Wahnsinn mit einem vollgepackten Auto. Noch eineinhalb Stunden durch die einsame kalte Nacht der schottischen Highlands und ich bin da.

organised and shot by the man

Tannenbaum

Und natürlich feiern wir am 24. und nicht am 25. Dezember. Der Mann hat einen Weihnachtsbaum „besorgt“, kaufen kann man sie nirgends. Ich packe Linzertorte (danke Mama!), Stollen (danke Papa!) und Sauerbraten aus. Mit Truthahn könnte ich mich ja noch anfreunden aber nicht mit Papierkronen, Rentierpullovern und diesen explodierende Weihachtspäckchen am Tisch. Der Mann ist Gott sei Dank auch nicht wahnsinnig wild drauf.

Also feiern wir am 24. und ganz deutsch. Alle perfekt organisiert.

Eins meiner Geschenke unter dem deutschen Weihnachtsbaum ist ein T-Shirt mit dem Hauch schriftlicher Ironie, die nur ein entspannter Schotte im Weihnachtswahn abrufen kann.

ohne Worte

Ein Rentierpullover wäre schlimmer gewesen!

Frohe Weihnachten an allen Schotten und andere Organisationstalente.