Die Lumpenfrau vom See

In einem wunderbaren Buch über die gälische Welt des Aberglaubens und der Legenden bin ich auf die Geschichte einer Frau gestoßen, die rund um einen kleinen See in der Nähe von Broadford auf der Isle of Skye ihr Unwesen getrieben haben soll.

Die Gegend ist sehr einsam und an trüben Wintertagen oder wenn die Dunkelheit naht, wie geschaffen für Geschichten wie diese. Außerdem ist die alte Sleat Road gleich neben der neuen immer gut für einen entspannten Spaziergang. Es sei denn, es wird dunkel …

lake near Broadford, Isle of Skye

Am Lochan nan Dubh-Bhreac, am kleinen See der schwarzen Forelle, hat man in der Vergangenheit wiederholt eine Frau mittleren Alters gesehen, in Lumpen gekleidet und generell einen verwahrlosten Eindruck machend, weshalb sie Luideag,  die Lumpenfrau genannt wurde. Sie ist vielen Männern erschienen, aber hat nie geantwortet, wenn sie angesprochen wurde. Sie erschien meist in der Dunkelheit plötzlich und ohne Ankündigung und genauso plötzlich verschwand sie wieder, still und stumm, inmitten der großen, windigen Weite der Sleat Halbinsel.

Lake near Broadford, Isle of SkyeSkye

Ein Steuereintreiber kam eines Tags des Wegs und traf die mysteriöse Lumpenfrau vom See. Er sprach sie an, zunächst auf Englisch, also in seiner Sprache, dann auf Gälisch, in der Sprache der Einheimischen, aber die Frau antwortete nicht. Was dann geschah, kann bis heute niemand sagen. Der Steuereintreiber wurde jedenfalls tot an der Straße aufgefunden und die Frau ist seither nie mehr erschienen.

Eine seltsame Geschichte. Ich muss jedenfalls immer an die Lumpenfrau denken, wenn ich auf der kleinen alten Straße unterwegs bin, was recht oft der Fall ist, wenn ich mich nicht durch den glitschigen Matsch der Wanderpfade kämpfen will. Ich wüsste gerne genau, an welcher Stelle der Steuereintreiber gefunden wurde.

Lochan nan Dubh-Bhreac

Der Glaube an übernatürliche Wesen, die vor allem in der Nacht erscheinen, ist weit verbreitete in der gälischen Mythenwelt, das können alle möglichen Erscheinungsformen sein, auch eine Frau in Lumpen. Der Allgemeinbegriff für diese Wesen ist bòcan (sprich „bohken“) und drückt sowohl die Furcht dessen aus, der die Erscheinung sieht, ebenso wie die Gefährlichkeit der Erscheinung an sich, die in der Regel den Tod brachte oder ihn ankündigte.

War nun diese Frau in Lumpen ein bòcan oder ist die ganze Geschichte nur erfunden, um den Mord an einem Steuereintreiber zu vertuschen?

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Abenteuer Highlands 2.0 ist bald da!

Es ist schon ein Weilchen her, dass ich Abenteuer den Highlands – mein etwas anderes Leben im schottischen Hochland geschrieben und nach dem Rückzieher des Verlags wegen Einstellung der Reihe, in der das Buch erscheinen sollte, das Werk schließlich im Selbstverlag veröffentlicht habe. Seither habe ich zwei weitere Bücher geschrieben, eigentlich drei: Riding Towards Shadows, das 2018 erschienen ist und Schottland für stille Stunden, das zum Jahresende 2020 rauskam. Das gibt es 2021 auch auf Englisch und wird Scotland for Quiet Moments heißen. Wer also gedacht hat, ich sitze in meiner wunderbaren Schreibhütte, schaue aufs Meer und tue nichts, der liegt völlig falsch. Allen Stromausfällen und Sturmschäden zum Trotz: ich habe weitergeschrieben und hier ist er nun, der zweite Teil von Abenteuer Highlands. Der ein oder andere von euch hat schon darauf gewartet.

Abenteuer Highlands 2.0 – zwischen Schwarzwald und Schottland

Abenteuer Highlands 2.0 zwischen Schwarzwald und Schottland

Inzwischen lebe ich seit 10 Jahren in meiner schottischen Fernbeziehung und habe nach dem anfänglichen Gefühl des entscheiden Müssens sehr bald gemerkt, dass eine Seele mehr als nur eine Heimat haben kann. Ich habe zwei zu Hause: eines im Schwarzwald, wo ich gerne lebe, gerne esse und meine Arbeit habe und eines in den Highlands, wo ich schreibe, und meine Zeit mit dem Mann an der großen Weite der Westküste Schottlands genieße. Das eine schließt das andere nicht aus, im Gegenteil, es lässt Dinge klarer werden und man macht sich bewusster, was man will und womit man seine Zeit verbringen möchte.

Der besondere Charme an diesem Lebensentwurf: beide Leben sind gänzlich unterschiedlich. Das deutsche ist hektisch und aufregend, meine Arbeit beim Fernsehen abwechslungsreich, ich reise viel, nach Russland, China, Japan, Brasilien und genieße die Vorzüge des Stadtlebens. In den Highlands dagegen wird es still und ruhig, zurückgezogen. Ich lese viel, wandere und schreibe. Diese Seite meines Lebens gibt mir die Kraft, das Hochgeschwindigkeitsleben in Deutschland mit Freude und Energie anzupacken.

Die Zeit, in der wir getrennt sind, überbrücken wir durch Social Media und ein tägliches Skype-Gespräch von einer Stunde. Und mal ehrlich, in wie vielen Beziehungen spricht man täglich mindestens eine Stunde miteinander? Ein solch intensiver Austausch wird im Alltag oft vernachlässigt. Ich liebe dieses Leben, das ich führe und was als Abenteuer in der Fremde begann, ist nun ein Leben in zwei Welten geworden. Aber auch das kann abenteuerlich sein. Ihr werdet schon sehen!

In Abenteuer Highlands habe ich euch durch ein Jahr in Schottland geführt. Dies sind die wahren Geschichten, die ich in den Jahren seither in meiner Fernbeziehung mit einem Schotten erlebt habe. Nicht in der zeitlichen Reihenfolge, in der sie passiert sind, die bekäme ich gar nicht mehr richtig auf die Reihe, der Mann und ich sind schon so lange ein Paar. Die Struktur ist nicht die Zeit, sondern das Wort, von A – Z: A wie Aberglaube, B wie Banff, C wie Corona usw.

Amüsiert euch über buchende Baroninnen und denkwürdige Dudelsackspieler, lernt Poeten und tapfere Schneiderlein kennen, gruselt euch über Moorleichen, Hexen und Geister, lacht über Extrawürste und gefährliche Frühstücke und findet heraus, wie man trotz Corona und Brexit ein glückliches Leben in der Fernbeziehung hinbekommt.

Taschenbuch und Ebook erscheinen demnächst auf Amazon. Ihr erfahrt natürlich hier, wann es soweit ist.

 

Der Mann korrigiert mein Manuskript

Regelmässige Leser dieses Blogs wissen Bescheid, ich schreibe einen Reiseführer über Schottland. Es wird kein gewöhnlicher Reiseführer, ich nenne ihn ein Reise-Inspirations-Buch und der Mann steuert die Fotos bei. So weit, so gut. Das Manuskript ist bereits fertig und ich bin mitten in der Korrekturphase während der Mann Bilder zusammenstellt zu einem Text, den er nicht lesen kann, weil er auf Deutsch geschrieben ist. Natürlich lernt er gerade Deutsch aber für ein Buch reicht es noch nicht. Er hat noch nicht mal mein Buch über mein Leben bei ihm gelesen. 

Abeteuer Highlands book promo

Also fragt er kürzlich mit unschuldigem Augenaufschlag: Kannst du den Reiseführer nicht auch auf Englisch schreiben?

Puh! Klar kann ich. Gar kein Problem. Sind ja nur 322 Seiten. Ich denke nach. So schlimm wird es nicht werden. Es gibt ja Google translate.

Ich verbringen einen Tag damit, das Manuskript Seite für Seite in Google Translate einzugeben und das Ergebnis dann in ein anderes Dokument einzufügen. Am Ende des eintönigen Tages habe ich dann ein deutsches Manuskript und ein englisches. Naja, eine Google-Englisches. Was auf den Bilder zu sehen ist, ist die unbearbeitete Google Übersetzung. 

Ich schicke es also dem Mann, damit er es durchliest und mich auf die Fehler im Inhalt und gerne auch der Rechtschreibung hinweist. Ich muss es ja auch noch einmal durcharbeiten aber er darf zuerst, dann hat er schon eine Orientierung für die Fotos.

Noch immer im Lockdown und mit wenig Arbeit, um sich abzulenken, legt der Mann in den Highlands los und schickt mir noch am selben Abend das erste Kapitel korrigiert zurück.

Schon bei der ersten Anmerkung muss ich laut lachen. Da steht nur ein eh? was dem deutschen häh? entspricht und fast genauso klingt. Je mehr ich seine Anmerkungen studiere, desto amüsierter bin ich.

A screech owl? What’s a screech owl? Fragt er sich zu Recht. Es ist der Schrei einer Eule, keine Schreieule.

Und ein sea hole ist in Wirklichkeit ein sea Loch. Da stiftet das deutsche Wort Loch Verwirrung. Pech, wenn ein und dasselbe Wort in zwei unterschiedlichen Sprachen zwei unterschiedliche Dinge bedeutet.

„Er trug die Farben des Stuart Clans“ wird auch falsch übersetzt. He wore the Stuart paints??? fragt der Mann nach. Da ist Farbe im Sinne von Wandfarbe, gemeint ist aber Farbe im Sinne von Flagge oder Uniform, also colours nicht paints. Niemand trug Farbeimer durch die Highlands,

Der Mann ist verwirrt. Ich lache.

Und natürlich kann ein Tippfehler die ganze Übersetzung ruinieren. Fehlt auch nur ein y an der entscheidenden Stelle, dann positionierte Alexander einen Arm (arm) statt einer Armee (army) auf dem Hügel und der Mann fragt sich zu recht, warum.

Bildschirmfoto Manuskript

Ein echtes Highlight: His first daughter gave birth to his mother’s maid (Seine erstgeborene Tochter gebar die Dienstmagd seiner Mutter), was den Mann in tiefe Verwirrung stürzte. Hier waren die Possessiv-Pronomen und damit die gesellschaftlichen Beziehungen durch das Verb durcheinander gekommen. Er zeugte vielmehr eine erstgeboren Tochter mit der Dienstmagd seiner Mutter.
Kleiner aber feiner Unterschied.

Was dem Mann ganz besonders gefallen hat ist die Übersetzung von vogelfrei, also einer, der für vogelfrei erklärt wird. Die korrekte Übersetzung wäre outlaw, Google hat es mit bird-free wörtlich übersetzt. Weil der Mann Frauen gerne als birds bezeichnet, hat ihn diese Übersetzung laut lachen lassen. Der arme Rob Roy war frauenfrei.

Und wenn Margaret Forbes dachte, dass ihr Ehemann und seine Männer zurückkehrten, dann waren es nicht her husbands and his husbands es waren her husband and his men. Soo verheiratet war ihr heimkehrender Ehemann dann doch nicht. Auch wenn der Mann husbands, and husbands, and husbands anmerkt. 

Und ja, Cullen Skink ist eines der berühmten Gerichte in Schottland aber die Fischsuppe hat nun ganz und gar nichts mit Justizia zu tun. Ein Suppengericht ist eben kein Amtsgericht, zumindest nach meinem Urteil.

Wir haben noch einige Kapitel durchzuarbeiten und ich freue mich so richtig darauf. Denn wenn’s schon beim Korrigieren Spaß macht, dann kann es doch nur ein Bestseller (Verkaufsschlager) werden!

 

P.S. Keine Sorge, ab nächsten Sonntag geht es wieder weiter mit der Foto Challenge. Eure Bilder sind nicht verloren gegangen! 😊

Das echte Leben mit einem Lächeln – purple wellies on tour

„Moment!“ rufe ich dem Mann zu. „Wir müssen noch meine Gummistiefel mitnehmen.“

Er nickt und wurschtelt weiter an seinem Dienstwagen herum. Der Wind bläst uns um die Ohren und das Meer treibt wütende Schaumkronen Richtung Strand. Das sehe ich, weil der Motor des Wagens schon läuft und die Scheinwerfer zwei Lichtkegel aufs Meer schicken. Es ist sieben Uhr und noch stockdunkel.

Wenigstens ist es trocken. Mehr als ein paar Minuten am Tag haben wir dieses Glück zu Zeit nicht. Es herrscht dauerhaft Gummistiefelwetter.

Ich begleite den Mann auf eine seiner Dienstfahrten, will ein bisschen fotografieren, wenn sich trotz des schlechten Lichts die Möglichkeit ergibt und sonst einfach Landschaft und Natur genießen. Die Strecke beinhaltet Highlights wie Kinlochewe, Shieldaig, Loch Maree und Gairloch. Meine deutschen Dienstfahrten beinhalten eher die A5, die A6, die A81 und die A8. Sicher auch ein Grund, warum sich das Leben in Schottland sich so viel besser anfühlt.

Und dann fahren wir durch den schottischen Morgen, der immer noch Nacht ist. Vor neun Uhr wird es nicht hell. Als dann langsam so etwas wie Sonne hinter den trüben Regenwolken den Tag erahnen lässt, habe ich eine Idee. Ich mache keine Fotos IN meinen Gummistiefeln, ich mache Fotos VON meinen Gummistiefeln!

Der Plan steht. Oft sind Landschaftsfotos eher langweilig, weil nichts darin ist außer Landschaft. Von dem ein oder anderen Hirsch oder einer Hochlandkuh mal abgesehen. deshalb nehmen viele Fotografen gerne hübsche Mädchen oder Frauen mit (bitte immer langhaarig), die dann in roten oder orangen Kleidern vor irgendwelchen Burgen die nackten Arme begeistert ausbreiten obwohl sie doch furchtbar frieren müssen. Wird zumindest auf Instagram gerne genommen.

Der Mann hätte wahrscheinlich nichts gegen eine hübsche junge Frau mit nackten Oberarmen im Auto einzuwenden. Ich schon eher und die Chance, dass der Mann sich seinerseits mit begeistert ausgebreiteten Armen für meine Kamera vor eine Burg stellt (schließlich hat er lange Haare, wenn auch nichts Signalrotes zum Anziehen) ist eher gering. Wenn es auf Instagram solche Bilder mit Männern als dekoratives Element gibt, dann haben die in der Regel professionelle Wanderkleidung und eine rote Jacke an. Keine Spur von nackten Armen oder Begeisterung. Die Männer strahlen Wissen und in sich ruhende Überlegenheit aus, wenn sie in der Landschaft stehen.

Also, Schluss mit dem Sexismus in der Landschaftsphotografie. Ich will Wissen und in sich ruhende Gelassenheit mit Begeisterung in meinen Bildern. Und Freude und ein wenig Humor. Das war auch der Grund, warum ich die Grafikerin bat, ein paar rosa Gummistiefel auf das Landschaftsfoto meines Buchs zu setzten. Gleich unter den Titel, damit klar wird: hier gibt es nicht nur touristische Schottlandromantik, hier gibt es das echte Leben mit einem Lächeln.

„Stop!“ rufe ich. „Foto!“ und zerre die Gummistiefel unter dem Equipment hervor, mit dem der Mann seinen Dienstwagen vollgestopft hat. Ich stelle sie in die Landschaft und hole die Kamera.

Der Mann schaut verdutzt, was ich da mache. Schließlich hat er meine Gedankengänge zur sexistischen Landschaftsfotografie nicht mitbekommen und ist nach wie vor der Ansicht, ich wolle IN und nicht VON meinen Gummistiefeln Fotos machen. Ich erkläre und er nickt. Dann mache ich die ersten Versuche, was gar nicht so leicht ist – in Schottland hat es so gut wie immer Wind.

Von da ab hält er auch die Augen offen nach einer guten Stelle für ein Foto. Und ich poste zu Hause das erste auf Instagram. Sieht gar nicht so schlecht aus und mir gefällt mein Projekt wellies on tour. Das ist Abenteuer Highlands pur! Nicht Lifestyle sondern echtes Leben. Und ein paar Likes bekommt es auch.

Das Lied vom Abendrot

Rubha Ardnish Isle of Skye

Die Kommentare hier auf dem Blog und anderen Blogs, denen ich folge, haben mich dazu inspiriert, etwas mehr über schottische Literatur zu schreiben. Ich möchte dabei den Blick nicht auf aktuelle Autoren wie Lin Anderson oder Louise Welsh lenken sondern mehr in die Vergangenheit eintauchen. Ich hoffe auch die Klassiker stoßen bei Euch auf Interesse. Schließlich beschreiben sie auf ganz eigene Weise das Land, das wir alle lieben.

Lewis Grassic Gibbon: Sunset Song

book cover Sunset Song

Die Mearns südlich von Aberdeen, sind auch bekannt als Kincardineshire: Sanfte braune Hügel, Weideland und Ackerbau, einer der wenigen fruchtbaren Landstriche in denen die schottische Erde ihren Bewohnern reichlich Nahrung schenkt. Die Küste ist felsig, die Hügel durften nach Wachstum.  Beständigkeit und das tiefe, wurzelgleiche Ruhen der Menschen in der Landschaft bestimmen die Region im Osten Schottlands.

Lanschaft mit Heuballen

Der Schriftsteller Lewis Grassic Gibbon lebte eine tiefe Liebe zu diesem Land seiner Geburt. Sein richtiger Name war James Leslie Mitchell, er war der Sohn eines Bauern in Arbuthnot. Dieses Stück Schottland trug er im Herzen und er trug es in die Herzen der Schotten. Seine Trilogie A Scots Quair zählt zu den zentralen Werken der schottische Literaturgeschichte und nimmt im 20. Jahrhundert eine ganz besondere Stellung ein. Ohne zu romantisieren und mit einem tiefgehenden Verständnis für seine weibliche Hauptfigur Chris Guthrie schildert Gibbons das harte Leben in den Mearns zu Beginn des 20. Jahrhunderts: eine Zeit der Kriege, der harten Arbeit und der Verluste aber er erzählt auch von Liebe, von der zu den Menschen, die man findet und verliert und von der Liebe zum Land, das immer währt und nie vergeht. Althergebrachte Werte trotz aller Sozialkritik, die in seinem Werk steckt.

“The land was forever, it moved and changed below you, but was forever.”

Lewis Grassic Gibbon: Sunset Song. Canongate Classics 12, Edinburgh, 1932

Das Land war für immer, es bewegte sich im steten Wandel unter deinen Füßen und blieb dennoch ewig gleich.

Gibbon nimmt seine Leser durch das Jahr. Mit dem Pflügen lernt Chris die Liebe zum Land und das Verständnis von Beziehungen, die Furchen werden gezogen als die Mutter Selbstmord begeht, der Vater einen Schlag hat und die Familie auseinander bricht. Als die Saat auf die Äcker kommt, heiratet sie Ewan, ihr Vater stirbt. Die Ernte zeigt die Folgen des Ersten Weltkriegs auf die kleine Gemeinschaft. Chris verliert ihren Mann und ihren Freund Rob im Krieg. Nun, vor dem Winter, steht sie vor einem völlig neuen Lebensabschnitt und der neuen Liebe zu Reverend Colquhoun. Dieses neuen Leben beschreibt das zweite Buch der Trilogie.

Gibbon starb jung, er wurde nur 35 Jahre alt aber sein Lied vom Abendrot wird die Zeit überdauern, was vor allem an seiner starken Heldin liegt, die man mitnimmt aus den Mearns und die beim Leser bleibt, sie und die kraftvolle Einfachheit ihres Lebens in den tiefbraunen Hügeln der Mearns.

 

…. und es wird ein Buch

Liebe Follower,

ja ich weiß, es ist schon ein Weilchen her, dass ich über mein Abenteuer in den Highlands geschrieben habe. Ich lebe es immer noch, keine Sorge. Ich war nur ziemlich damit beschäftigt, meine Erlebnisse für einen namhaften Verlag in Deutschland in Buchform zu bringen. Das Werk sollte eigentlich Anfang 2018 veröffentlicht werden. Doch der Verlag hat die Reihe zwischenzeitlich eingestellt und den Vertrag aufgelöst.

Da saß ich nun mit einem fertigen Manuskript und der Aufwandsentschädigung, mit einem Buch aber ohne Verlag. Und dabei hat der Mann mir doch die großartige Schreibhütte mit dem wunderbarsten Blick der Welt gebaut.

Ich war enttäuscht aber wenn ich etwas in meinem zweiten Leben in Schottland gelernt habe dann das: es gibt zur Not immer einen anderen Weg.

Deshalb habe ich entschieden, das Buch im Selbstverlag bei Amazon zu veröffentlichen. Gerade bin ich wieder in den Highlands und arbeite daran. Nein ich kämpfe darum, denn die Winterstürme sorgen für Stromausfall, die Feiertage für das Ausbleiben des Ölllasters (ein paar Tropfen sind noch im Tank für die Heizung) und die Forstarbeiter haben bei den Fällarbeiten das Breitbandkabel zerstört (kein Internet).

Ich denke an William Wallace und will mir Mel Gibson gleich blaue Farbe ins Gesicht schmieren, um Breitschwert schwingend gegen alle Widrigkeiten der Welt anzureiten.

Ich hab kein Pferd!

Aber hoffentlich bald ein Buch…..