Das beste Käseblättchen jenseits des Ärmelkanals

Käseblättchen. Das ist nun ein wirklich sehr deutsches Wort. Käseblättchen. Wissen alle, was gemeint ist, oder? Das örtliche Werbemagazin mit ein zwei Informationen, ein zwei meist schlecht geschriebenen Artikeln und sonst mehr oder minder getarnter Werbung.

Zuhause im Schwarzwald prangt ein Aufkleber auf dem Zeitungsfach meines Briefkastens, damit kein müder Schüler mir den Käse versehentlich einwirft und ich das Teil ungelesen und umgehend wieder ins Altpapier entsorgen muss.

Und natürlich ist in den Highlands mal wieder alles ganz anders.

Abenteuer Highlands Nellie Merthe Erkenbach

 

Ich warte jede Woche auf das Skye and Lochalsh Echo. Sehnsüchtig. Das Blatt ist beste Unterhaltung zum Nulltarif und sehr informativ noch dazu. Man lernt wie man Sträucher korrekt schneidet oder ein gälisches Gedicht übersetzt, eine Whisky Besprechung für die Männer, ein Yoga-Erfahrungsbericht für die Frauen. Umgekehrt geht das noch nicht, das wäre dann doch zu modern.

Abenteuer Highlands Nellie Merthe ErkenbachSelbst die Werbung ist oft lustig, ich bin mir nur nicht hundertprozentig sicher ob sie auch absichtlich lustig ist. Aber ein Handwerker, der Haushaltsgeräte repariert (vom U-Boot bis zur Waschmaschine) und seine Firma Domestic Forensics nennt, der schaut entweder zu viel Midsomer Murder (Inspektor Barnaby) oder hat ganz einfach Humor.

Und natürlich können auch einsame Herzen inserieren. Ja, ein bisschen wie Bauer sucht Frau aber nur ein bisschen.

Und seit Januar, als ich nach Lektüre des einsame Herzen Feedbacks rittlings auf der Couch lag und vor Lachen schon furchtbare Schmerzen im Zwerchfell hatte, da frage ich mich immer wieder… ist das echt oder ist das erfunden. Und ich kann mich einfach nicht entscheiden, was ich glauben soll.

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Ich frage mich (und fürchte es gleichermaßen): ist die Frau sucht Bauer Geschichte wahr und wenn ja… Vielleicht finden die anderen 19.999 Leser des Blättchens die Geschichte nicht besonders lustig. ICH SCHON!

Diese Frau also hatte also eine Anzeige im Skye und Lochalsh Echo aufgegeben und deshalb ein Blind Date, sie hatte wohl schon lange kein Date mehr gehabt.

Ein wenig nervös macht sie sich hübsch, sogar sexy und wartet auf ihr Dinner Date. Und wartet, und wartet. Der Schotte lässt sie unfassbare 90 Minuten warten, um dann in Gummistiefeln und nach Schaf riechend aufzutauchen. Sie macht ihm auf und lässt ihn herein, er benutzt ihre Toilette, die anschließend nicht nur unfassbar stinkt sondern auch noch verstopft ist. In einem schmutzigen alten Auto fährt er sie nach Portree, unterwegs ungeniert furzend während die Touristen ahnungslos zum Old Man of Stor klettern. Zwei Welten.

In Portree angekommen fragt er sie die schottische Gretchenfrage: Celtic oder Rangers? In Schottland ist das nicht nur die Frage nach den fußballerischen Vorlieben sondern auch die Frage nach der religiösen Zugehörigkeit, die für viele eine sehr große Rolle spielt.

Keins von beiden sagt sie, weil sie Fußball hasst. Er wiederum freut sich und will wissen, ob sie gerne auch mit seinen Freunden etwas trinken würde.

Der beste Moment des Abends – die Stille allein im Bus nach Hause.

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Alles Käse oder das beste Käseblättchen jenseits des Ärmelkanals?

von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang

Es war mal wieder soweit- der lange Einkaufstag stand an. Nach der Bestandsaufnahme in der Küche galt es, den richtigen Tag auszuwählen (nicht zu schön, der wäre mit einkaufen verschwendet) aber auch nicht zu schlecht (das kann in den Bergen unangenehm werden), damit man auch wieder nach Hause kommt mit all den Einkäufen.

Morgengrauen Schottland Nellie Merthe Erkenbach Abenteuer Highlands

Großeinkauf ist Großkampftag aber wer so abgelegen wohnt, der muss eben viel und vor allem durchdacht einkaufen. Ich habe einen Plan, ich habe ein Auto und pünktlich um neun Uhr starte ich die Operation. Die Sonne ist gerade dabei aufzugehen, am Strand schwappen die Wellen über den angespülten Seetang. Die Flut hat gerade eingesetzt. Der Graureiher fliegt empört auf, als ich die Autotür schließe, seinen krächzenden Protest kann ich noch über dem Geräusch des Motors hören. Links fahren sage ich mir, bin ja gerade erst wieder aus Deutschland zurück in Schottland. Müsste ich aber gar nicht. Die Umstellung auf Linksverkehr läuft bei mir unbewusst und zuverlässig. Es wird keine problematische Fahrt werden, wir haben 8°C und von Schnee oder Glätte keine Spur.

Wintergrau Schottland Nellie Merthe Erkenbach Abenteuer Highlands

Das ist auch gut so, denn es kann manchmal bis 11 Uhr dauern, bevor hier mal der Streuwagen vorbei kommt. Wir haben keine Winterreifen auf dem Auto, ist hier nicht üblich. Für jemanden, der aus dem Schwarzwald kommt nicht wirklich verständlich. Zumal unsere Streudienste im Schwarzwald schneller arbeiten als die hier, dazu ist ihr Gebiet einfach zu groß.

Ich fahre also der Sonne entgegen und weiß, ich habe 6 Stunden, dann geht sie wieder unter. Dann wäre ich eigentlich gerne wieder zurück, denn in der Abenddämmerung kommt das Rotwild gerne an die Straße und Vollbremsungen sind mit einem Auto voller Lebensmittel keine gute Idee. Auch ohne Glatteis.

Knappe zwei Stunden später bin ich in Fort William, erste Station: Poundstretcher, ein Billigladen mit allerlei Ramsch aber eben auch große Säcken Erdnüsse und Kartons mit Meisenknödeln und Katzenfutter. Das schleppe ich zuerst ins Auto, die Basis ist gelegt und unser Fenstersimszoo muss nicht hungern. Um diese Jahreszeit haben der Dachs, die Marder, die wilde Katze und die unzähligen Vögel extremen Hunger.

Dieser Trip ist ja nun schon eine jahrelange Gewohnheit für mich, die Vorräte stocke ich immer auf, wenn ich nach Schottland komme, im Sommer wie im Winter. Neben den essentials, den absolut notwendigen Dingen wie Butter, Milch, Mehl, Käse usw. brauche ich ja auch Dinge, die dem Mann nicht ganz so schlüssig sind wie Kosmetiktücher, Backpulver oder Paellagewürz.

Mein nächster Stopp: LIDL. Es gibt seit kurzem zwar auch einen ALDI hier aber beim LIDL weiß ich, wo alles steht, deshalb bleibe ich aus alter Gewohnheit. Kurz vor dem großen Kreisverkehr wird die Straße vierspurig, zwei Fahrbahnen in jede Richtung, getrennt durch einen Zaun. Hier herrscht Schnellstraßenverkehr. Eigentlich, denn auf der Überholspur gegenüber bummelt ein chinesisches Urlauberpaar Arm in Arm mit Fotoapparat und genießt Schottland. Auf der zweispurigen Straße. Ich komme vor Lachen fast nicht um den Kreisverkehr, schaffe es aber bei der Tankstelle rauszufahren und zu tanken. Benzin ist in Fort William manchmal bis zu 10 Cent billiger als zu Hause bei uns.

Weiter mit LIDL für alle Grundnahrungsmittel. Dann habe ich mir eine Pause verdient. Ich hatte noch kein Frühstück und es ist Mittagszeit. Also hole ich mir einen Latte Macchiato bei MacDonalds und genieße das Schokocroissant, das sie im LIDL heute Morgen frisch gebacken haben. Yummie. Lecker.

Schuhgeschäft Schottland Nellie Merthe Erkenbach Abenteuer Highlands Derart französisch gestärkt bin ich bereit für den winter sale, den Winterschlussverkauf. Ich lasse den Wagen stehen und mache mich auf in die Fußgängerzone und erstehe in einem der Sportgeschäfte Wanderschuhe für 27 Pfund 99. Wanderschuhe sind schließlich hier die Schuhe, die ich am meisten trage neben Gummistiefeln. Heute allerdings nicht, ich bin ja Shoppingtour, da war ein bisschen stylen schon angesagt.

Viele der älteren Damen sind hier sehr adrett und proper unterwegs, wenn sie einkaufen gehen, Halstüchlein, Haare gemacht, das volle Programm. Ihre Ehemänner tragen Sakko und die Verantwortung. Die Touristen erkennt man an der Funktionskleidung und den Vollkornnudeln, die Landbevölkerung wie die Fischer an den Gummistiefeln.

Ich bin inzwischen in großen Supermarkt angekommen, wo es Fleisch, Gesichtswasser und Milchtöpfe gibt. Bei den Tiefkühlpizzen rempelt mich aus Versehen eine Einheimische an. Sie murmelt eine Entschuldigung und schlurft weiter. Sie trägt die Haare im off-bed-look und eine lange schwarze Daunenjacke, rosa Schlafanzughosen, weiße Socken und lila Crocs. Ich schätze die Haare sind nicht nur Look! Ich lächle sie an, murmle eine Antwort und freue mich. Ich habe bei den LIDL Sonderangeboten einen Flanellschlafanzug für kalte Winternächte mitgenommen. Da hab ich jetzt auch was zum Anziehen, für meine nächste Einkaufstour.

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ein Vogelnest und eine Hochzeit

Der Mann ist ja so etwas wie die ultimative Herausforderung für eine Frau wie mich, eine Journalistin, die Fragen stellt und solange bohrt, bis sie glaubt die richtige Antwort zu haben. Mir tun ja die Kollegen in Schottland leid, wie machen die das denn, mit den Schotten am Mikrofon? Ich jedenfalls kriege von meinem nie zu hören, was ich will. Klare Aussagen? Never! Ein hunderprozentiges dies oder das, ein Definitivum, eine Entscheidung, etwas zum festhalten, da beißt man bei dem Schotten nicht auf Granit sondern auf Treibsand. Nur nicht festlegen lassen, immer schön ausweichen, vage bleiben, keine klare Richtung oder gar Formulierung verwenden, sie könnte sie gegen einen verwendet werden.

Deshalb mag der Schotte (und speziell der aus Glasgow) so gerne den rhyming slang. Das heißt er sagt nicht, was er meint, sondern etwas, das klingt wie das was er meint.

Ist man beispielsweise genervt über Hund, Katze oder Kleinkinder und würde sie am liebsten als eine „Pest“ bezeichnen, dann nennt man sie bird’s nest, Vogelnest.

Du bist ein Vogelnest ist damit eine nett gemeinte aber kleine Rüge für nervige Zeitgenossen.

Schwalbe Schottland Abenteuer Highlands

Und wenn die Kinder, Hunde oder Katzen trotz des Sprachwitzes immer noch nicht hören, dann kann man auch gerne mal fragen, ob sie denn corned beef also deaf = taub sind. Deaf spricht sich im schottischen Englisch so, dass es sich reimt, deif. 

Und wenn man Lust auf Andy Murray hat, dann nicht auf den Tennisspieler sonder auf ein indisches Abendessen, Curry. 

Übertragen würden wir sagen es schmeckt Boris Becker, wenn wir was lecker finden und wir essen einen Schinken statt in der Kneipe zu trinken.

Naja, auf Deutsch funktioniert es eben nicht so richtig.

Eigentlich alles sehr lustig aber manchmal kann diese Ausweicherei aber auch sehr anstrengend sein, besonders dann, wenn man wirklich etwas wissen will.

Nellie Merthe Erkenbach Abenteuer Highlands Vogelnest und Hochzeit

Die Nachbarn zum Beispiel. Sie sind nur gelegentlich da, haben das Haus nebenan gekauft und vermieten es an die Touristen. Wenn sie aber mal da sind (eigentlich leben sie in England), dann wohnen sie in zwei kleinen Hütten im Garten. Und dieses gelegentlich anwesende nicht mehr ganz junge Paar hat nun beschlossen zu heiraten (ganz ohne Aufwand, am Strand vor dem Haus) und uns den Termin mitgeteilt. Einen an dem ich in Deutschland bin. Also hat der Mann ein Geschenk gekauft und nicht weiter darüber nachgedacht. Der Termin kam, der Termin ging und keiner hatte sich am Strand ewige Treue geschworen geschweige denn Ringe getauscht. Nichts bewegte sich in den Gartenhütten.

Was war los, fragte ich mich. War einer von beiden abgehauen? Hatten sie sich getrennt? Hatte der Mann es nur nicht mitbekommen? Dann müssten wir gratulieren aber wenn nicht…

„Was ist denn nun?“ frage ich auf Skype.

Der Mann zuckt mit den Schultern.

„Keine Ahnung. Ich kann sie ja wohl kaum fragen.“

„Warum um Himmels willen kannst du sie denn nicht fragen, wie sollen wir es denn sonst heraus finden. Wir müssen ja gratulieren aber falls sie die Hochzeit abgesagt haben, möchte ich nicht in diese peinliche Falle tappen.“

„Naja, das ist ja wohl ein bisschen direkt…“

Wieso ist das direkt, sie hatten uns doch eingeladen.  Es erschließt sich mir nicht aber wahrscheinlich fällt dem Mann nur nichts passendes ein, was er fragen könnte, das sich auf Hochzeit (wedding) reimt… bedding (betten) shredding (zerkleinern) wrecking (zerstören)..??

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Wäre ich vor Ort, ich würde wie in der Mixed Zone das Mikro über den Zaun halten und ganz einfach fragen: Habt ihr jetzt geheiratet oder nicht? Und dann hätte ich die gewünschte Antwort. Wir Journalisten haben es einfach.

Der Mann nicht, deshalb denkt nach. Wohl vor allem über die Folgen einer derartigen Zaunbefragung, sollte seine direkte Deutsche und die rätselhaften Engländer mal wieder zur gleichen Zeit anwesend sein. Hätte für ihn auf der Peinlichkeitsskala (1–10) mindestens eine 8.

„Ich habe mit den Nachbarn gesprochen.“ sagt er bei unserem nächsten Skype Gespräch.

„Und?“ sage ich gänzlich erstaunt.

„Naja, ich hab gesagt, dass du wissen willst, ob sie nun geheiratet haben oder nicht. Ich hab so getan, als ob es mich nicht interessiert. Sie wissen ja, das du Journalistin bist.“

Aha. Ich überlege, was sich auf schwarzen Peter reimt.

„Und haben sie nun?

„Nein. Die Braut war krank. (the bride was not well).

Ob das nun die Wahrheit ist? Oder auch wieder rhyming slang? Ist die Braut gefallen (fell) hat sie ihn zur Hölle geschickt (hell) oder wollten sie es nicht sagen (tell)?

Ich bin verwirrt und irgendwie kein bisschen Mike Krüger.

 

Horden mit Hammer

Clearance Villages Walk (33)Man sollte in den Highlands immer mit allem rechnen aber mit Hammer-Horden in der Einsamkeit???

Um all den verständnislosen Lesern beim kryptischen Eingangssatz hilfreich zur Seite zu springen: ich war wandern auf der Isle of Skye. Natürlich wieder ein Abenteuer.

Es war ein trüber Tag, der Trockenheit versprach, was diesen Sommer nun schon ein Grund ist, sich in die Natur zu stürzen. Wärme wird allgemein überbewertet. Ich hatte die Sommerstrickmütze dabei.

Clearance Villages Walk (64)Die Tour führt über 17 Kilometer vorbei an einem ehemaligen Marmor-Steinbruch samt Transportbahnlinie zu zwei verlassenen Dörfern. Es kommt mir fast so vor, als könnte ich noch die Schläge der Hämmer hören, mit denen der edle Marmor ausgelöst wurde. Vielleicht von drüben, dem heutigen Marmorsteinbruch.

Kaum habe ich auf dem schmalen Pfad die Gruppe schwatzender Französinnen samt ihrer schweigenden Ehemänner überholt habe, kann ich endlich in die grandiose Kulisse eintauchen und über die traurige Geschichte all jener nachdenken, die einmal das Privileg hatten, hier zu leben.

Clearance Villages Walk (4)

Clearance Villages Walk (42)Bauern, die 1852 brutal aus Boreraig und Suisnish vertrieben wurden. Grundbesitzer Lord MacDonald ließ ihre Häuser niederbrennen, er brauchte das Land, damit die Schafe ungestört grasen konnten, im 19. Jahrhundert eine sprudelnde Geldquelle. An den armen Bauern ließ sich dagegen nichts verdienen und damit war klar, wessen zuhause der schöne Landstrich im Südwesten der Insel künftig nicht sein würde.

Clearance Villages Walk (24)In Boreraig standen einst 12 Steinhäuser und 15 Stallgebäude, heute nichts als Ruinen im wilden Grün.  Ich setze mich auf eine alte Steinmauer, vielleicht die Wohnzimmerwand einer jungen Familie, vielleicht die Stallmauer eines angesehenen Altbauern und schaue den Schafen zu, die wie weiße Eroberer ihren Dschungel abgrasen.

Clearance Villages Walk (31)Aus der Ferne klingen wieder Schläge zu mir herüber. Als ob jemand gegen Steinwände hämmert. Ich kann aber nicht erkennen, wo und wer. Die Geister der vertriebenen oder die Geister der Vertreiber?

Clearance Villages Walk (39)

Inzwischen haben mich die Franzosen wieder eingeholt. Die Madames schwatzen immer noch. Ihre Männer schweigen und prüfen die Route auf der Karte um dann ihre redseligen Gefährtinnen aus meiner Hörweite zu geleiten.

Die Hammerschläge haben aufgehört und auch ich wandere weiter.

Die beiden Dörfer verbindet ein schmaler felsiger Pfad, der die Klippen entlang führt. Ein paar Meter unterhalb von mir steht ein zerzaust aussehender junger Mann und schwingt einen Hammer. Der Schweiß steht ihm auf der Stirn. Dann sieht er mir halbwirr in die Augen, dreht sich um und verschwindet zwischen den großen Felsbrocken.

Ein Hammermörder? Versteckt er sich, um besser attackieren zu können? Drüben ist noch jemand…hat der auch einen Hammer?

Clearance Villages Walk (46)Unheimlich, vor allem hier in der Einsamkeit.

Clearance Villages Walk (47)Ich erreiche das nächste verlassene Dorf, kurz nachdem ich die Franzosen wieder überholt habe. Die Frauen reden immer noch. Sie beherrschen die Kunst der Sätze ohne Punkt und Komma wie einst nur Dieter Thomas Heck. Ihre Männer haben das schweigende Nichtzuhören wohl über viele Jahre hinweg perfektioniert.

Eine halbe Stunde später höre ich wieder Hammerschläge.

Ist das hier das internationale Treffen der Hammermörder oder was? Jetzt sehe ich junge Frauen an einer Felswand hoch über mir. Hämmern die?

Clearance Villages Walk (11)

Dann taucht vor mir noch eine junge Frau mit einem riesigen Hammer auf.

Ich spreche sie an doch sie antwortet nicht.

Ich versuche es nochmal.

Sie nimmt ihre Ohrstöpsel raus und sieht mich freundlich an.

Entschuldigung aber warum läuft denn hier jeder mit einem Riesen Hammer rum, frage ich mit respektvollen Blick auf das mörderische Teil.

Oh sagt sie, wir sind Geologie Studenten. Wir sind auf Exkursion.

Aha, also kein Mördermeeting im schottischen Hochland sondern Wissenserweiterung mit dem Werkzeug der Steinexperten. Daher die Horden mit Hammer.

Dann schließen die Französinnen wieder zu mir auf.

Sie reden noch immer.

Hätte ich einen Hammer, ich schwänge ihn wild über meinem Kopf und vertriebe sie so gnadenlos wie einst Lord MacDonald seine Bauern.

Auld Alliance hin oder her! Ich wollt ich wär noch Student!

Clearance Villages Walk (8)