Sanquhars Spukgeschichten

Schottland ist voller Geschichten, schräge und schreckliche, lustige und unheimliche und wahrscheinlich ist das ein Grund, warum so viele Menschen nicht mehr von dem Land lassen können, haben sie es einmal besucht. Der Glaube an das Übernatürliche ist weit verbreitet und auch heute noch für viele Schotten eine Selbstverständlichkeit. Was für ein Land für Gruselgeschichten!

In den Zentren wie Edinburgh werden die Geistergeschichten als Touren vermarktete un finden reißenden Absatz. Doch man kann sie auch selbst entdecken, die Geister der Toten. Eine Geschichte spielt weit ab von Touristentrubel der Hauptstadt im Süden, in Dumfries am Fluss Nith gelegen: Sanquhar. Einst eine freie Stadt beherbergt sie das älteste noch aktive Postamt der Welt und gleich drei gruselige Geister. Ich war für mein nächstes Buch auf einem Recherchetripp in die Borders und wollte die Geister von Sanquhar unbedingt suchen. Der Mann hielt sich lieber von den Geistern fern. Man weiß ja nie.

Sanquhar Castle

security fence and signDen einen Geist findet man in der Nähe von Sanquhar Castle. Die Burg liegt gleich am südlichen Ortseingang. Leider ist die Ruine in einem derart schlechten Zustand, das man sie vollständig eingezäunt hat. Betreten verboten. Der Zaun wäre einem Gefängnis würdig. Aber kann er auch Geister aufhalten?

sign danger keep outKönige und Königinnen gingen einst hier ein und aus. Ursprünglich war Sanquar Castle die Heimat der Familie Crichton und damit des Earls of Dumfries. Sie verkauften die Burg 1639 an Sir Willliam Douglas of Drumlanrig. Als der zum Duke of Queensberrry ernannt wurde, brauchte er ein etwas imposanteres Haus und baute Drumlanrig Castle. Der Verfall hatte begonnen.

Warum die Crichtons die Burg verkauften. Man möchte annehmen, es hatte finanzielle Gründe aber möglicherweise spielten auch John Wilson und Marion of Dalpeddar eine Rolle. Beide sollen in den bröckelnden Mauern der Crichtons spuken.

castle and farm building

Marion war eine Schönheit mit langem, flachsblondem Haar und einem weißen Spitzenkleid. Sie tauchte das erste Mal 1590 in der Burg auf. Keiner weiß genau, was sie für ein Schicksal hatte. Es wird vermutet, dass sie ein Opfer sexueller Übergriffe von Robert Crichton, Lord Sanquhar und damit auch Sheriff von Nithsdale geworden war. Bei dem Renovierungsversuch der Burg durch John Crichton-Stuart, dem Marquess of Bute im 19. Jahrhundert wurde das Skelett einer jungen Frau außerhalb der Burgmauern ausgegraben. Sie hatte noch lange blonde Haarreste am kalten Schädel. War sie die weiße Lady?

castle staircase ruinJohn Wilson dagegen erlitt ein ganz anderes Schicksal aber erstaunlicherweise genau zur gleichen Zeit wie die weiße Lady, im Jahr 1590. Sein Verderben war es, dass er zwischen die Fronten zweier mächtiger und selbstherrlicher Männer geriet. Ein Streit, der John Wilson sein Leben kostete. Der eine Mann war ein Freund von Lord Robert, dem Hauptverdächtigen beim Tod der jungen Frau und ihrer „Entsorgung“ außerhalb seiner Burgmauern, Douglas of Drumlanrig. Der andere war Sir Thomas Kirkpatrick, in dessen Dienst John Wilson stand. Wilson wurde mehrere schlimmer Taten beschuldigt, Sir Thomas verteidigte ihn aber Douglas of Drumlanrig ließ seine Beziehungen spielen und John Wilson hängen. Nur um Sir Thomas zu zeigen, dass er es konnte. So gesehen geht auch dieser Tod auf das Konto des gnadenlosen Sheriffs. John Wilson soll seitdem Ketten rasselnd und klagend durch die Mauern der Burg spuken.

So zumindest ist die gängige Variante. Aber vielleicht war John Wilson ja gar nicht so unschuldig und vielleicht war er eingesperrt und gehängt worden, weil er etwas mit dem Verschwinden der blonden Schönheit zu tun gehabt hatte?

Sanquhar Friedhof

Aber als wäre das nicht genug der mitternächtlichen Unruhe – es spukt nicht nur rund um die Burg, es spukt auch auf dem Friedhof von Sanquhar. Dieser Geist tauchte etwas später auf als die beiden von der Burg aber er scheint der deutliche gruseligere Geist zu sein. Die Geschichte von Abraham Crichton. Crichton war wohlhabend mit Gutsbesitz und ausgedehnten Ländereien in der Gegend. Dennoch meldete er Bankrott an. Man glaubte ihm nicht, dass er kein Geld mehr hatte und war in Sanquhar vielmehr davon überzeugt, Crichton habe es irgendwo versteckt. Er starb im Jahr 1745, vier Jahre nachdem er bankrott gegangen war.

Bauarbeiten Sanquhar Friedhof

Nun gab es in Sanquhar eine bereits lange anhaltende Diskussion um die Kirche von St. Bride, die nicht mehr genutzt wurde und verfiel. Einige wollten sie abreißen, andere hielte das für ein Sakrileg, das Gottes Zorn hervorrufen würde.

Sanquhar Friedhof DumfriesAbraham Crichton scherte sich nicht darum und ließ mit den Abrissarbeiten beginnen. Am Abend ritt er nach Hause als ein Blitz sein Pferd erschreckte, es bäumte sich auf und Crichton verlor den Halt. Das Pferd in Panik rannte los und zog Crichton, den Fuß im Steigbügel eingeklemmt, hinter sich her. Als Pferd und Reiten Dalpeddar erreichten, war der Reiter tot. Die Strafe Gottes für seine Lügen und seine Missachtung der Kirche, dachte man in Sanquhar und war nicht sonderlich traurig.

Abraham Crichton wurde im Friedhof bestattet, doch er tauchte immer wieder auf, verfolgte Trauernde, flehte sie an, erschreckte sie zu Tode. Keine wollte mehr im Dunkeln über den Friedhof gehen. Die Stadt war in Aufruhr.

Bis Pfarrer Hunter die Initiative ergriff und mit Schwert und Bibel bewaffnet die Nacht auf dem Friedhof verbrachte. Am nächsten Morgen verkündete er müde, dass der Geist nun nie mehr auftauchen würde. Er sollte recht behalten. Das Grab von Abraham Crichton hat man dennoch mit Ketten gesichert, für alle Fälle.

Die Kirche auf dem Friedhof ist ebenfalls eingezäumt. Bauarbeiten scheinen erneut zum Erliegen gekommen zu sein. Vom Grab Abraham Crichtons keine Spur.

Drei Geistergeschichten auf einem so kleinen Gebiet – Die Familie Crichton scheint (zumindest in Sanquhar) recht spukanfällig gewesen zu sein.

 

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Fremde

SchreibhütteEs ist Sommer, wenn auch nicht unbedingt erkennbar an der Temperatur aber immer erkennbar am „Füllgrad“ der Highlands. Im Juli ist es voll, überall, in den Hotels, den B&Bs, auf den Straße, voll, voll, voll. Ich bleibe soweit es geht zu Hause und bewege mich allenfalls vom Haus zur Schreibhütte und zurück. Mit dem operierten Knie ist joggen und wandern ohnehin noch nicht drin. Die Bewegung fehlt mir aber nicht der Trubel, der derzeit da draußen herrscht. Es ist als wäre die ganze Welt in Schottland.

Heute aber fühlte ich mich wagemutig und habe den Mann auf eine Dienstreise begleitet. Das klingt irgendwie hochtrabender wenn man es schreibt. Sagen wir, ich habe den Mann auf eine Dienstfahrt begleitet: nach Kinlochewe, Plockton und Kyle of Lochalsh, drei zentrale Anlaufstellen für Touristen an der Westküste der Highlands. Wenn man lange genug wartet, dann schafft man auch ein Foto ohne Verkehr.

Der Verkehr ist nervenaufreibend, ständig bremst irgendwo einer unvermittelt, weil er ein Fotomotiv zu erkennen glaubt oder er macht ganz bewusst langsam, weil er schließlich im Urlaub ist.

Der Mann ist leicht genervt, kein Wunder, der macht das Montags bis Freitags mit. Und er weiß, es dauert noch ein paar Monate, bis es wieder stiller wird. Ich wäre noch viel genervter an seiner Stelle.

A pro pos stiller.

BankWährend der Mann ein paar Dinge erledigt, suche ich mir eine stille Bank, um zu lesen. Es ist sonnig und warm heute, ausnahmsweise mal. Ganz Europa leidet unter der Hitzewelle und wir haben jeden Abend die Heizung an. Aber heute brennt die Sonne und es ist trotz Wind fast schon zu warm, um in der Sonne zu sitzen. Ich aber genieße es und fühle förmlich, wie ich Vitamin D tanke. Ich halte mein Gesicht in die Sonne. Schottland ist wunderbar!

railway Plockton

Dann, wie aus dem Nichts, ein Dutzend Amerikanerinnen mit Handgepäck. sie kommen von oben und rollen bergab. Lautstark, mit Stimmen wie aus einer amerikanischen Sitcom, unnatürlich schrill und laut. Da geht sie hin, die Idylle und ich frage mich, wo diese US Invasion herkommt.

Zug! Es fällt mit schnell ein. Gerade eben ist der kleine Regionalzug (zwei Waggons) vorbeigerattert. Da sind sie wohl ausgestiegen.

Plockton„Oh look at the view!“ stellen mindestens sieben von ihnen lautstark und nacheinander fest. Wunderbare Aussicht. Ich krame in meiner Handtasche und suche die Ohrstöpsel.

„Girls, let’s take a picture.“ Die Mädels zücken ihre Handys und versuchen sich sinnvoll aufzustellen. Ich stelle fest, dass ich die Ohrstöpsel vergessen habe.

Weitere giecksende Begeisterungsstürme, die Damen aus Übersee sind resistent gegenüber meinen Ignorierungsversuchen.

Irgendwann trollen sie sich bergab mit ihren Handgepäckkoffern.

Stille. Wunderbare Stille. Nur der Wind, die Bäume und ich….

Ein deutsches Auto hält neben mir. Ein Kennzeichen aus Rheinland-Pfalz. Eine Frau in den Sechzigern steigt aus und kommt herüber.

„What a lovely view.“ sagt sie.

„Ja. Wunderbar.“ Sage ich, damit sie weiß, dass ich auch Deutsche bin. Ich habe ja kein Kennzeichen, das mich verrät.

Sie geht wieder zurück zum Auto. Habe ich sie erschreckt? Nein, sie hat ihren Mann geholt.

„Stört es sie, wenn wir ihnen Gesellschaft leisten?“ fragt sie, diesmal auf Deutsch.

„Nein, natürlich nicht.“ Sage ich und wir genießen gemeinsam. Sie trinken ihren Kaffe, essen ihre Blätterteigtaschen und wir plaudern, über die beste Route, den Verkehr, ihren Urlaub und Camping. Und irgendwie ist es richtig nett (und nein, das meine ich nicht blöd sondern genauso wie ich es schreibe), mal wieder Deutsch zu reden.

Nach einer Viertelstunde verabschieden sie sich, es gibt ja noch so viel zu sehen.

Ich sitze noch ein wenig und genieße die Stille. Man wird ein wenig zum Eigenbrötler, wenn man nur in seiner Schreibhütte sitzt und vor sich hinschreibt, denke ich. Manchmal muss man einfach raus und mit Fremden reden. Ganz besonders dann, wenn man das Glück hat, in diesem wunderbaren Land nicht fremd zu sein.

Frauen müssen draußen bleiben

KInloch church, Isle of LewisVieles ist auf der Insel Lewis anders als im Rest von Schottland. Die Religion spielt eine ganz andere Rolle, selbst die kleinsten Orte haben oft mehr als nur eine Kirche und die jeweils Parkplätze die Ausmaße eines Vergnügungsparks. Nur nicht ganz so lustig.

Sonntags geht man in die Kirche, die Männer im Anzug, die Frauen mit Hut. Sonntags arbeitet man nichts und sonntags lebt man nicht. Legendär sind die angekettete Kinderschaukeln und die Bed&Breakfasts, die am Tag des Herrn kein Essen servieren. Und ja, sonntags haben (Bis auf eines) auch die Restaurants in Stornoway, der Hauptstadt der Insel, geschlossen. Seit der Aufspaltung der Kirche im 19. Jahrhundert haben sich die unterschiedlichsten Glaubensrichtungen hier etabliert. Die Free Church of Scotland ist in ihrer Ausrichtung sicher die extremste der protestantischen Glaubensgemeinschaften.

Moor auf der Insel LewisWenn sonntags deren gälische Gesänge über die Weiden wehen, dann klingt das seltsam beeindruckend und magisch, fast schon ein wenig orientalisch. Dazu die oft öde Landschaft und die meist grauen Häuser aus Fertigbeton – Lebenslust klingt definitiv anders. Lewis gibt es nicht ohne Religion und Regeln. Und dennoch ist derelict house diese Insel es wert, dass man sich näher mit ihr auseinandersetzt, denn die baumlose Landschaft hat atemberaubende Strände und selbst die strenge Religiosität hat durchaus ihre unterhaltsamen Ausnahmen.

Dalmore Beach

So berichtete Martin Martin in seinem Buch über die Äußeren Hebriden im Jahr 1703 darüber, wie die Gläubigen bereits beim Anblick der Kirche niederknieten und das Vaterunser beteten. Aber die Einwohner der Insel hatten auch ihre uralten Bräuche, mit denen sie den Meeresgott Shony (Seonaidh) anbeteten. So kamen alle Männer an Allerheiligen in der Kirche St.  Mulvay in Ness zusammen. Die Männer hatten alle Bier als Proviant dabei. Dann wählten sie einen aus ihrer Mitte, der in der Nacht mit dem Bier in der Hand ins Meer hinaus ging und festen Schrittes und mit starker Stimme nach dem Meeresgott Shony rief. Das aber bevor er was getrunken hatte.

Ich gebe dir diesen Bierkrug in der Hoffnung, dass du die Güte hast uns reich mit Meeresgaben zu beschenken, damit wir im kommenden Jahr unsere Felder reichlich düngen können.

dark sea and skies

Seetang wurde und wird in Schottland zum Düngen der Felder verwendet. Er war für die Landwirtschaft und das Überleben immanent wichtig. Dann wurde der Bierkrug ins Wasser geworfen und der Mann kehrte an Land zurück. Alle gingen zurück in die Kirche, wo eine Kerze auf dem Altar brannte. Und so standen sie still für eine gewisse Zeit, dann wurde die Kerze ausgeblasen. Man ging hinaus auf die Felder, es wurde gefeiert, getanzt und das restliche Bier getrunken. Der Brauch wurde von der Kirche nicht gern gesehen und Pastor Donald Morrison aus Barvas beendete ihn schließlich. Der Brauch aber blieb in andere Form erhalten. Die Menschen pilgerten im Frühjahr (16. Mai) zum Ende der Landzunge und baten den Heiligen Brendan um einen starken Wind, der den wichtigen Tang an Land spülen sollte. Ohne Bier selbstverständlich.

farbenfroher Seetang Sandstrand Muster

Lewis ist arm an guter Erde, sie ist entweder zu alkalisch oder nicht vorhanden. Die Friedhöfe finden sich häufig direkt neben den schönsten Stränden der Insel und die Toten werden auch im Sand begraben. Die Beerdigungen auf Lewis unterscheiden sich in verschiedenen Aspekten von denen auf dem schottischen Festland.

Früher war eine Beerdigung hier ein großes Ereignis, an dem viele Menschen teilnahmen. Die Traditionen wurden sorgfältig gepflegt.

Bragar Cemetery

In den entlegeneren Siedlungen wurden Jungen herumgeschickt, um anderen mitzuteilen, wann die Beerdigung stattfinden würde. Das waren die Tage vor Internet oder Telefon. Die Jungen, die die Nachricht verbreiteten, verdienten sich so ein paar Pence. In den Städten brachten die Bestatter Zettel in den Schaufenstern an, auf denen Name, Adresse und alle wichtigen Einzelheiten der Beerdigung angegeben waren, einschließlich der Frage, ob Blumen erwünscht waren oder nicht.

Ganz früher wurde ein Horn geblasen, wenn jemand starb. Alle Dorfbewohner hörten auf zu arbeiten, bis die Beerdigung vorbei war. Im Haus des Verstorbenen wurden alle Vorhänge zugezogen, die Leiche auf das Bett gelegt. Besucher kamen und berührten die Stirn des Toten. Am Tag der Beerdigung fand der Gottesdienst im Haus statt. Weitere Trauernde versammelten sich draußen und nahmen am Trauerzug teil, als die Männer herauskamen.

Frauen spielten bei der Beerdigung keine Rolle; im Gegenteil, sie waren nicht zugelassen. Sie blieben mit den Kindern im Haus bleiben und kochten. Aber sie sollten länger trauern als Männer. Eine Witwe sollte für den Rest ihres Lebens schwarz tragen, während ein Witwer lediglich ein Jahr lang eine schwarze Armbinde und eine schwarze Krawatte trug. Dann war er frei zu tagen, was er wollte. Die Männer des Clans Macaulay gingen sogar noch weiter, sie erlaubten den Frauen nicht einmal, auf demselben Friedhof wie sie begraben zu werden. Die Herren der Schöpfung betrachteten ihre Grabstätte als heilig und privat und bestanden darauf, dass ihre Frauen auf dem Valtos-Friedhof begraben würden.

 

Schottland mit dem Wohnmobil

Schottland – weites, wildes, wunderbares Land im Norden Europas wo die Strände lang und weiß vor der tiefblauen See liegen und der Ginster in einsamen Tälern zum fernen Ruf des Kuckucks duftet. Gibt es ein besseres Land, um mit dem Wohnmobil Urlaub zu machen? Der Mann und ich sind da nicht wirklich einer Meinung. Er liebt Camping, wenn auch eher mit dem Zelt. Ich nicht.

Abenteuer Highlands Schottland mit dem Wohnmobil © Ewan Roy MacGregor

Aha. Im Winter, merke ich an, kommt man sich bei all den leer stehenden Ferienhäusern ein wenig wie ein Teenager in einem Horrorfilm vor, ganz allein im Dunkeln: „Hallo, ist da jemand?“ Im Sommer fragt man sich das nicht mehr. Ferienwohnungen muss man lange vorbuchen und sie sind, wenn schön eingerichtet, sehr teuer, ein Tausender ist keine Seltenheit für die Woche und selbst die kleinen Glamping Pods kosten so viel wie anderswo ein Hotelzimmer pro Nacht.

In Strathcarron hat ein findiger Mensch im Hotelgarten neben dem Bahnübergang camping pods Strathcarronkleine Verschläge mit runden Luken hingestellt, sehen genauso aus wie die Hütten der Schweinefarmer hier, sind aber für Touristen. 40 Pfund die Nacht! Oder man erwischt ein leicht angeschmuddeltes Ferienhaus, das nach dem Auszug  der Oma ins Altersheim kurz durchgeputzt und dann an die Fremden vermietet wurde, Chintz Sofa mit Blümchenmuster inklusive. Da sitzt man dann wie bei Oma zu Hause und kommt sich wie ein Eindringling vor.

benteuer Highlands Schottland mit dem Wohnmobil

Mit dem Wohnmobil ist man frei, freier als mit einem Ferienhaus, findet der Mann.  Man treibt so durch den Urlaub und bleibt da, wo es einem gefällt. Mitten in dieser wunderbaren Landschaft stehen zu können und die Natur zu genießen,  Morgens aufzuwachen mit dem Blick auf die Berge oder das Meer, den salzigen Duft der Wellen in der Nase, keine Wolkenflöckchen stören die wärmende Sonne – ein Taumurlaub.

„Ja,“ sage ich, „aber das ist reine Theorie.“ Oft regnet es in Strömen und die Dichtungen an Tür und Fenster sind nicht dicht. Und vor allem nachts, wenn auch im Sommer die Temperatur schon mal gegen Null gehen kann, wäre man in einem Haus deutlich wärmer, aber da hat man ja nicht diese Aussicht. Die hat man wegen der Isolierung ohnehin meist nicht. So lässt sich auch der Friedhof ignorieren, auf dessen Parkplatz man steht.

Abenteuer Highlands Schottland mit dem WohnmobilStellplätze in der Wildnis sind sehr rar in den Highlands und meist nicht legal, auf offiziellen Parkplätzen ist fast ausnahmslos das Übernachten mit dem Wohnmobil verboten. Man kann also entweder auf einem Campingplatz (wenn man überhaupt noch einen freien Platz ergattert) viel Geld dafür bezahlen, neben all den anderen Deutschen zu stehen oder man steht auf einem „wilden“ Parkplatz, einer etwas größere Ausweichbucht (gibt es häufiger, ist aber nicht gestattet), einem Stück ehemalige Straße neben der neuen Straße (kommt öfter vor), einem Wendeplatz (gelegentlich zu finden aber eben auch nicht zum parken da) oder einem trockenes Stück Erde, das nicht eingezäunt ist (ganz selten).  All diese Stellplätze sind in der Regel direkt an einer Hauptverkehrsader, wo morgens früh die LKWs vorbei donnern. Das trübt mein Naturgefühl etwas.

Anders habe ich das nur in den Western Isles erlebt. Traumhafte Strände und jede Menge Platz für Wohnmobile. Manche Stellplätze scheinen extra für Touristen gemacht. Manche sind es definitiv, man bittet um 5€ in die Kasse der Gemeinde. In den Highlands sind einfach zu viele unterwegs für einen solchen Ansatz.

single track road caravan Scotland

Mit dem Wohnmobil ist man unabhängig. Man muss nicht vorbuchen und kann genau da übernachten, wo man will und es schön findet. Das mag der Mann, weil er im Gegensatz zu mir nicht gerne plant. Die Unabhängigkeit hat einen Preis, man muss schon früh am Tag mit der Stellplatzsuche anfangen, sonst steht nämlich schon ein anderer drauf. Aber das Abenteuer der Suche! Manchmal gehen richtige Rennen um die Stellplätze am Straßenrand ab, denn man ist nie der einzige, der sucht und ja es gibt Apps aber die haben die anderen auch.

Mit dem Wohnwagen erlebt man die Natur viel intensiver als in Häusern, gebe ich zu und neige was das angeht tatsächlich eher zum campen. Die Abende sind lang im Sommer, das kann man genießen. Aber mit den gemütlichen Abenden im Freien hat es nun wieder der Mann nicht so, weil es entweder regnet oder einen die midges, die schrecklichen Mücken bei lebendigem Leib aufzufressen drohen.

Abenteuer Highlands Schottland mit dem Wohnmobil

Mit dem Wohnwagen kann man sie die teuren Unterkünfte und Saisonpreise in den Restaurants sparen. Man kocht selbst, man schläft (wenn man nicht auf dem Campingplatz steht) umsonst. Kein Wunder also, dass so viele auf die Idee kommen, mit dem Wohnmobil oder dem VW Bus anzureisen. Allerdings verlangen die Fähranbieter stolze Preise für die Überfahrt verlangen und was das Tanken in den Highlands angeht – in der Regel 10 Pence teurer als in den Städten und schon dort ist Diesel  (weil nicht subventioniert) oft 10 Pence teurer als bei uns. Wer viel verbraucht, lebt teuer.

Abenteuer Highlands Schottland mit dem Wohnmobil

Zumindest kann man am Essen sparen und viel von zu Hause mitnehmen. Aber wie viel echtes Schottland erlebt man so?

Und was haben die Highlander davon, die auf den Tourismus als Geldquelle angewiesen sind? Was außer Stress auf den Straßen?

caravans passing single track road

Die weißen Riesen sind überall. Man fährt im Schneckentempo hintereinander her, quält sich steile Straßenstücke hoch in die Berge und wieder runter, alles auf Singletrack Roads, wo man unabhängig damit beschäftigt ist, mühsam rückwärts zu navigieren, weil einem auch an der nächsten Kurve schon wieder ein Wohnmobil entgegen kommt. Direkt neben dem Asphalt drohen tiefe Schlammlöcher, es ist schweißtreibende Zentimeterarbeit, ein entgegenkommendes Fahrzeug vorbei zu lassen. Und wieder eins, und wieder eins, und wieder eins.

Abenteuer Highlands Schottland mit dem Wohnmobil

Die Sommer-Karawane zieht durchs Land und die meisten fahren exakt dieselbe Route (in Teilen NC500  oder North Coast 500 genannt, die Straßen waren schon immer da aber jetzt werden sie vermarktet wie in den USA die Route 66: Newcastle – Edinburgh – Inverness – Cape Wrath – Isle of Skye – Loch Lomond. Mit dem ein oder anderen Abstecher hier und da. Manche fahren das auch in entgegengesetzter Richtung. Die kommen dann all den anderen auf den engen Straßen von Mai bis Oktober entgegen.

Schottland mit dem Wohnmobil kann man lieben oder hassen, manches spricht dafür, manches dagegen aber eines ist sicher: man ist nie allein. Die Highlands im Sommer sehen aus, da sind der Mann und ich uns einig, als ob der Zirkus Knie den Standort wechselt – nur ohne Clowns.

Reisen bildet

Dies ist die Geschichte einer mal wieder lustigen Reise nach Schottland, darin enthalten: ein Flug mit seltsamen Ansagen, drei Busfahrer mit eigenem Kopf und eine putzender Hippie. Das musste ganz einfach wieder ein Abenteuer Highlands werden. Es musste einfach.

Das gesamte Sicherheitspersonal des Flughafens krümmte sich vor Lachen. Gerade war eine Handvoll Schotten durchgegangen, schwer gezeichnet von einer durchfeierten Nacht aber natürlich nicht zu müde, die ernsthaften Deutschen zum Lachen zu bringen. Sie unterhielten sich in dem rauen, aber herzlichen Glasgower Dialekt, den ich schon immer sehr sympathisch fand.

Abenteuer Highlands Reisen bildetDas geht ja schon prima los, ich bin noch nicht raus aus Deutschland und fühle mich schon so gut wie zurück in Schottland. Es haben wohl einige in Deutschland Urlaub gemacht, denn die Reisenden mit kurzen Hosen und T-Shirt (es hat 11°) sind keine Deutschen. Die gibt es natürlich auch, neben mir sitzt ein Paar Mitte zwanzig, sie wälzt eine Reiseführer und studiert Sehenswürdigkeiten in Newcastle.

„Macht ihr eine Rundreise?“ frage ich.

Sie murmelt etwas Undefinierbares und dreht sich weg. Bloss nichts reden! Komisch eigentlich, die meisten deutschen Urlauber lieben Schottland, weil man dort auf sie zugeht und mit Fremden spricht aber zu Hause in Deutschland mögen es die wenigsten.

”Wir waren schon oft da.“ Sagt sie fast drohend. Sie ist Expertin und will von mir nichts hören.

Ich lächle still und freue mich auf Schottland.

Aus dem Lautsprecher dringt die die Ankündigung zum Boarding für den Flug nach Edinburgh. Die Mitarbeiterin der Fluggesellschaft sagt Edinburry. Wahrscheinlich hat sie sich gemerkt, dass man die schottische Hauptstadt nicht so ausspricht, wie man sie schreibt. Ich kichere, der Mann der reisenden Auster lacht mir verstohlen zu. Die Auster lächelt nicht. Sie ist auch Expertin für Edinboro.

Abenteuer Highlands Reisen bildet

Der Flug ist flugs vorbei, bevor ich mich versehe sitze ich in dem Bus, der vom Flughafen in Edinburgh (Vorsicht, die Aussprache kann unter Umständen variieren) nach Glasgow führt. Die Nummer ist AIR für Flughafen (Airport). Damit das nicht zu einfach ist, heißen die anderen Linien  AIR 100, AIR 200, AIR 300 usw. Das verwirrt nun den ein oder anderen Besucher, der mit so viel AIR nichts anzufangen weiß. Da zaudern sie nun in den Bus, zögerlich fragend die Augen auf den Busfahrer gerichtet um sich mit mehr oder weniger hilflosem Kreisen des Handys nach dem Ort, zu dem sie wollen, zu erkundigen. Immer natürlich in der Hoffnung es sei ein Ort auf der Route des Busses, den sie gerade tapfer fragend betreten haben.

Die erste, eine Norwegerin, will nach Millngawie wie sie sagt. Der Busfahrer ist aus Glasgow und hat deshalb keine Hemmungen sie darauf hinzuweisen, dass es Millgai heißt. Man kommt nicht gleich drauf, schließlich wird es Milngavie geschrieben. In der kleinen Stadt am Rande von Glasgow beginnt der wohl berühmteste Wanderweg Schottlands, der West Highland Way.

Der nächste Fremde will mit mitfahren, hat aber nur große Geldscheine, die er aus dem Automaten im Flughafenterminal gezogen hat.

Abenteuer Highlands Reisen bildet„Ha‘ ye go‘ a cerd?“ rügt der Busfahrer, der aussieht wie Robbie Coltrane,  in der vermeintlichen Frage mit bestimmtem Ton. Der potentielle Fahrgast braucht eine Weile bis er begreift, dass man ihn nach einen kontaktlosen Kreditkarte gefragt hat. Kontaktlos hat er nicht. Also schickt ihn der Busfahrer zum Geldwechsel ins Flughafenparkhaus gegenüber. Der Mann trottet los und der Busfahrer fährt los. In einer halben Stunde kommt der nächste Bus. Reisende mit großen Scheinen müssen draußen bleiben.

In Glasgow muss ich umsteigen und habe zwei Stunden Zeit, bis der Überlandbus abfährt. Zeit genug, um mir Lunch in einem Restaurant zu gönnen. Draußen um die Ecke findet sich eine französischen Brasserie, die zu einem Hotel gehört.

Abenteuer Highlands Reisen bildetPourquoi non? Warum nicht. Ein französisches Restaurant ist mir in Glasgow auch noch nicht untergekommen. Ich bestelle ein Glas Weißwein und den Haussalat mit Erdbeervinaigrette. Ich bin spät dran mit meinem Lunch und außer mir sitzen nur ein paar verstreute Geschäftsmänner in Anzug und Krawatte in dem Restaurant, das ein wenig edler daher kommt, als man es von der Lage am Busbahnhof vermuten würde. Ich sitze am Fenster und blicke nach draußen. Glasgower gehen in Fußballtrikots zum Einkaufen, stehen blondiert und rauchend vor den Geschäften und laden ihre gehbehinderten Großmütter samt Rollator in verbeulte Autos. C’est la vie, denke ich.

Mein Salat kommt und der Ober sagt bon appétit. Ich bin so verwirrt, dass ich vergesse merci zu sagen. Auf Französisch bin ich in Glasgow auch noch nicht angesprochen worden. Schon gar nicht von einem Einheimischen.

Abenteuer Highlands Reisen bildet

 

Der Salat ist lecker aber mehr die schottische Interpretation eines Salats: wenig Grün und viel Speck und Hühnchenfleisch. Und natürlich gibt es auch kein Weißbrot dazu. Ich sage trotzdem excellente als der Teller abgeräumt wird, weil es schließlich auch sehr gut war. Nun schaut der Ober verwirrt drein. Man hat ihnen gesagt, was sie zu sagen haben, wenn sie das Essen servieren. Eine französischen Antwort hatte niemand auf der Kommunikationsschablone.

Zurück am Busbahnhof warte ich auf meine Überlandbus. Auf der anderen Seite der halboffenen Wartehalle sitzt eine Frau mit langen grauen Haaren und einer großen Sonnenbrille. Sie trägt eine bunte, fließende Hippiebluse, grüne Pyjamahosen mit einen wirren weißen Muster, braune Socken mit weißen Kringeln und Sandalen, dazu einen überdimensionalen grünen Parka mit Fellbesatz und mehrere bunte Taschen. Auf den ersten Blick sieht sie aus, wie eine Frau ohne festen Wohnsitz. Auf den zweiten stellt sich heraus: es ist die Frau, die früher gelegentlich bei uns geputzt hat.

„Nellie?“

„Ceiteag!“

Was für eine Überraschung. Und was für eine lustige Abwechslung für die 5 Stunden Busfahrt, die uns bevorstehen. Sie kommt gerade von einem Musikfestival, mit der Seniorenkarte (sie ist inzwischen in Rente und sehr grauhaarig aber ich glaube gerade mal Ende Fünfzig) kann sie kostenlos Bus fahren. Und da sitzen wir nun und reden. Ich höre meist zu. Sie hat eine Art viele Geschichten anzufangen aber in der Mitte nicht mehr genau zu wissen, wo sie denn hin wollte, also nimmt sie Umwege, die aber meist auch nicht zum Erfolg führen. Die Gesprächsanteile sind daher etwas ungleich verteilt aber das macht mir überhaupt nichts aus. Ich höre gerne von dem Sohn von Cameron, der in der Nachbarschaft den Rasen mäht obwohl er blind ist. Während ich mich frage, wie denn ein Blinder Rasen mähen kann, ist sie schon bei der nächsten Geschichte, diverse verwirrende Campingabenteuer später macht der Bus kurz halt.

„Vier Minuten Aufenthalt!“ ruft der Busfahrer nach hinten. „Wer tapfer ist, kann hier auf die öffentliche Toilette gehen, die anderen können rauchen.“

„Wasser!“ denke ich. Ich kann meine Wasserflasche aus dem Handgepäck nehmen, das ich nicht mit in den Bus nehmen durfte. Das ist im Gepäckraum verstaut.

Ich steige aus und spreche den Busfahrer an. Der ist schlank und klein, das genaue Gegenteil des ersten Busfahrers in Edinburgh.

“Kann ich bitte kurz an meinen Koffer?“

„Nein!“

Ich schaue ihn verdutzt an und er öffnet nur die Tür des Gepäckfachs. Alles voll bis obenhin und ich bin als eine der Ersten in Glasgow eingestiegen, mein Koffer ist also ganz hinten.

Er lacht.

Ich lache auch und steige wieder ein, die Nachos leise verfluchend, die ich unterwegs gegessen habe. Meine Reisebegleiterin bietet mir Wasser an, dass sie auf der Toilette in Glasgow in ihre Trinkflasche gefüllt hat.

„Nein danke, ich bin gar nicht durstig!“

Nach drei Stunden Fahrt macht der Bus erneut eine Pause, der Busfahrer wechselt und der dritte Busfahrer meines Tages geht hinters Steuer. Er ist lang und dünn und sieht sehr seriös aus, wie ein Bankkaufmann oder ein Verwaltungsangestellter beim Ordnungsamt.

Abenteuer Highlands Reisen bildet

Sicher und schweigend bringt er mich durch die großartige schottische Landschaft zu meiner Endhaltestelle. Ich verabschiede mich von meiner wortgewaltigen Reisebegleiterin mit einer Umarmung und dem Versprechen, dem Mann ihre Grüße auszurichten. Sie war ja mal glühender Fan in den Tagen, als der Mann noch in einer Band spielte. Sie fährt noch eine Haltestelle weiter und kann es ihm deshalb nicht direkt sagen.

Der steht lässig am Auto gelehnt und lächelt herüber. Auf die Umarmung und den Kuss werde ich warten, bis ich im Auto bin, Schotten scheuen öffentliche Gefühlsbekundungen. Der stille Busfahrer hat den Gepäckraum geöffnet und fischt meinen Koffer von hinter vor.

„Danke und gute Fahrt noch,“ sage ich.

Aus dem Dunkel der Ladefläche blickt er mit direkt ins Gesicht und sagt mit einem leicht verzweifelten Blick Richtung Ceiteag: „Eigentlich hatte ich gehofft, die steigt auch hier aus.“

Mit einem Seufzer steigt er wieder zurück in seinen Bus. Ich winke Ceiteag zu und steige zum Mann ins Auto. Ich habe jede Menge Geschichten zu erzählen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sneak Preview 6 – Reiseinspirationsbuch Schottland

Spezialitäten aus Angus

Aus Angus sollte man sich nicht verabschieden, ohne mindesten einmal das berühmte und hochklassige Angus Rindfleisch gegessen zu haben. Das haben so gut wie alle Restaurants der Region auf der Speisekarte. Angus ist aber neben Rindfleisch auch berühmt für seinen Fisch.

Nellie Merthe Erkenbach Abenteuer Highlands Angus

Die Arbroath smokies sind dabei ganz besonders begehrt. Dieser geräucherte Schellfisch ist eher ungewöhnlich in Schottland, die Tradition wurde wahrscheinlich aus Skandinavien übernommen. Überhaupt bereichern die Einflüsse anderer Länder die schottische Küche immer mehr. Wer einmal die Meeresfrüchte Paella im wunderbar stimmungsvollen Old Boatyard Restaurant gegessen hat, wird sie garantiert ebenso wenig vergessen, wie den Blick über den kleinen Hafen an der Ostküste Schottlands.

Die Forfar Bridies sind das ideale Streetfood, da war Schottland der Zeit voraus. Die Blätterteigtaschen mit Rinderfüllung (verwendet wird entweder Hackfleisch oder auch Rindfleischstücke, dazu Rindertalg, Zwiebeln und Senf) werden warm und unterwegs gegessen. Eine Maggie Bridie von Glamis soll sie erfunden und auf der Straße verkauft haben. Eine andere Theorie besagt, dass das Fleischgebäck Bridie heißt, weil seine halbrunde Form an ein Hufeisen erinnert, dass man der Braut (bride) bei der Hochzeit als Glücksbringer überreichte. Bridies isst man am besten an einem schönen Sommertag mit Blick auf das kühle Blau der Nordsee. Aber Vorsicht, die Möwen mögen die Bridies auch!

Sneak Preview 5 – Reiseinspirationsbuch Schottland

Die Zwillingssöhne von Robert Bruce

Der eindrucksvolle Turm des Klosters Restenneth verleiht der bescheidenen Einfachheit des Bauwerks aus dem 12. Jahrhundert Größe. Die Ruine ist eine der ältesten Kirchen in Schottland und liegt abseits der großen touristischen Besucherziele. Dabei hat sie historisch durchaus Bedeutung.

© Ewan Roy MacGregor Abenteuer Highlands Reiseführer Angus

Restenneths Geschichte ist lang und reicht weit zurück, bis ins 8. Jahrhundert, als der König der Pikten Nechtan mac Derile war. Der hatte die Krone von seinem Bruder übernommen aber seine Regierungszeit war wenig erfolgreich.  Er verlor schnell an Macht und Status an seine Gegner in Northumbria. Der religiöser Einfluss Northumbrias auf dieses Gebiet, das heute als Angus bekannt ist, war beträchtlich. Nechtan sandte einen Brief an den Abt Ceolfrith von Monkwearmouth in Durham und bat um Maurer, die im römischen Stil bauen können. Die Kirche von Restenneth wurde dem Heiligen Petrus geweiht. So wie viele andere Kirchen in Angus. Viele glauben, dass die Fundamente des Turms piktisches Mauerwerk sind. Auf dem Gelände wurden keine piktischen Symbolsteine ​​gefunden.

Aus der schlichten Kirche wurde ein Kloster. König Malcom IV gab sie im Jahr 1153 den Augustinern von Jedburgh Abbey. Das kleine Kloster wuchs und gewann an Ansehen und Vermögen.  In den ersten Jahren der Unabhängigkeitskriege (14. Jahrhundert) wurde das Kloster weitgehend zerstört. Der siegreiche Robert der Bruce zerstörte im Guerillakrieg um die schottische Unabhängigkeit die nahe gelegene Burg von Forfar und wahrscheinlich auch das Kloster, um sie nicht in die Hände der Feinde fallen zu lassen. Nun gewährte er Geld für den Wiederaufbau. Eine Art Sühne?

© Ewan Roy MacGregor Abenteuer Highlands Reiseführer Angus

Eine gewisse Bedeutung muss dieser Ort für den berühmtesten aller schottischen Könige gehabt haben, hier begrub er seinen Sohn und Erben, auf den er so lange gewartet hatte. Als er endlich geboren wurde war der König um die 50 Jahre alt und nach all den Jahren des Versteckens und des Kampfes sehr müde.

Dieser schlichte, stille Ort ist die Grabstätte eines Prinzen, ein möglicher Monarch von Schottland, ein lange herbeigesehnter Sohn von Robert Bruce. Sein Name war John.

John war das zweite Kind seiner zweiten Frau Elisabeth de Burgh, geboren im Oktober 1327, gestorben wenig später. Der Rest der Familie von Robert Bruce ist in Dunfermline Abbey begraben. Aber nicht John. Warum?

Einige Historiker glauben, dass John der ältere von zwei Zwillingssöhnen war, die dem König geboren wurden. Der jüngere Zwilling David überlebte und folgte seinem Vater auf den Thron. Er war der einzige männliche Erbe, König Robert I hatte mehrere uneheliche Söhne, von seinen beiden Frauen aber hatte er nur Töchter.

Der Sohn, dem es bestimmt war König zu werden, starb früh und wurde hier beigesetzt. Nichts erinnert mehr an das Grab des Prinzen. Das Kloster liegt in Ruinen.

Liebe Leser,

wie manche von euch schon wissen schreibe ich gerade an einem weiteren Buch und natürlich spielt Schottland wieder die Hauptrolle. Ich habe über die Jahre in Schottland so viele Geschichten und spannende Hintergründe zusammengetragen, dass ich gar nicht anders kann, als sie zu einem Buch zusammenzufügen.

Und nun hätte ich von euch gern so viel wie möglich Feedback zu allem was euch gefällt oder nicht: Schreibstil, Themenauswahl, Inhalt, Struktur, Bilder usw. 

Die Fotos liefert der Mann zu, es wird also ein schottisch-deutsches Gesamtwerk und macht schon deshalb sehr große Freude. 

In den nächsten sechs Wochen werde ich immer sonntags Teile des ersten Kapitels hier vorveröffentlichen und hoffe sehr, dass von euch viele Rückmeldungen kommen. Seid kritisch!  Bringt euch ein! Danke. 

Nellie

nächsten Sonntag: Spezialitäten aus Angus

 

Sneak Preview 4 – Reiseinspirationsbuch Schottland

Arbroath und der schottische Löwe

Eine königliche Bestattung ist ein seltenes und besonderes Ereignis in der Geschichte einer Nation, ein politischer Einschnitt, nach dem ein neues Kapitel Geschichte geschrieben werden muss. Dies gilt zweifellos für die meisten Könige, nicht nur für die schottischen. Königsgräber scheinen daher von besonderer Bedeutung zu sein, weil sie so viel mehr als nur das Ende eines Lebens symbolisieren. In Schottland gibt es außerhalb der Insel Iona wenig Königsgräber. Eines findet  man unweit der windgepeitschten Ostüste,  in Arbroath.

NOrdsee Osteküste Schottalnd Strand Nellie Merthe Erkenbach Abenteuer Highlands Angus

Wilhelm I, genannt der Löwe, starb am 4. Dezember 1214 in Stirling. Seine Leiche wurde in der Abtei von Arbroath zur ewigen Ruhe gelegt, die massive Grabplatte wirkt in der riesigen, Gras bewachsenen Kirchenruine klein und wenig unscheinbar.

© Ewan Roy MacGregor Abenteuer Highlands Angus

William I war 1174 in England eingedrungen, doch die Invasion endete katastrophal für Schottland, der König wurde gefangen genommen. Nun fiel der englische König Henry II seinerseits in Schottland ein. Dieser Feldzug war erfolgreich, William musste sich fortan unter dem englischen „Joch“ beugen, die schottischen Burgen wurden mit englischen Truppen besetzt, die Bevölkerung stark besteuert. Erst als William der Löwe dem neuen englischen König Richard Löwenherz eine große Summe für dessen Kreuzzug bezahlte, wurden die Burgen schließlich zurückgegeben.

Nellie Merthe Erkenbach Abenteuer Highlands Angus

William gründete eine Abtei in Arbroath, in der er vierzehn Jahre später zur Ruhe gebettet wurde. Die Abtei widmete er seinem Freund, Thomas Becket, dem ermordeten Erzbischof von Canterbury. Der war von Attentätern im Auftrag des englischen Königs Henry II ermordet worden. In dieser Abtei wurde nicht nur der König begraben, hier wurde auch über hundert Jahre später die Unabhängigkeit Schottlands ausgerufen. Die Declaration of Arbroath ist eine der ältesten Unabhängigkeitserklärungen der Welt.

Solange auch nur hundert von uns übrig sind,

werden wir uns niemals und unter keinen Umständen in das Joch englischer Herrschaft zwingen lassen.

Wir kämpfen nicht für Ruhm,  Reichtum oder Ehre sondern für die Freiheit, die kein ehrenhafter Mann aufgibt. Er gibt für sie sein Leben.

Deklaration von Arbroath, 1320

 

Diese Erklärung ist ein wichtiger (wenn nicht der wichtigste) Teil der schottischen Geschichte. Einundfünfzig schottische Adlige unterzeichneten sie am 6. April 1320 und gaben ihre Stimme für die Unabhängigkeit Schottlands. Das Dokument wurde an Papst Johannes XXII nach Avignon geschickt. Später folgte der Friedensvertrag zwischen Schottland und England. Die Deklaration von Arbroath war ein Meilenstein auf dem Weg zur eigenständigen Nation unter König Robert I.

Das Wappen König Williams I ist bis heute Teil der Flagge Schottlands, der rote Löwe auf gelbem Grund, der sogenannte Lion Rampant, den sich viele gerne auf ihr Auto kleben aber von dem die wenigsten wissen, was er wirklich bedeutet.

Liebe Leser,

wie manche von euch schon wissen schreibe ich gerade an einem weiteren Buch und natürlich spielt Schottland wieder die Hauptrolle. Ich habe über die Jahre in Schottland so viele Geschichten und spannende Hintergründe zusammengetragen, dass ich gar nicht anders kann, als sie zu einem Buch zusammenzufügen. 

Was ihr nun gelesen habt, ist ein Teil des ersten von rund 40 Kapiteln und nun ich hätte gerne von euch gern so viel wie möglich Feedback zu allem was euch gefällt oder nicht: Schreibstil, Themenauswahl, Inhalt, Struktur, Bilder usw. 

Die Fotos liefert der Mann zu, es wird also ein schottisch-deutsches Gesamtwerk und macht schon deshalb sehr große Freude. 

Im Juni werde ich immer sonntags Teile des ersten Kapitels hier vorveröffentlichen und hoffe sehr, dass von euch viele Rückmeldungen kommen. Seid kritisch!  Bringt euch ein! Danke. 

Nellie

nächsten Sonntag: Die Zwillingssöhne von Robert Bruce

Sneak Preview 3 – Reiseinspirationsbuch Schottland

Die Bildersteine der Pikten

Die Skulpturensteine von Aberlemno sind Zeugen einer längst vergangenen aber nicht vergessenen Volksgruppe und eine Attraktion in Angus. Die Pikten siedelten in Schottlands Nord-Osten für etwa tausend Jahre, von 100 vor Christus sind sie als Volksgruppe existent bis ins frühe Mittelalter. Dann waren die Pikten und die Kelten zur Volksgruppe der Skoten geworden. Ihre Herkunft ist umstritten, ihre Sprache nicht überliefert, ihre Bildersteine Steine gehören zu den wenigen Artefakten ihrer Kultur und sind Zeugnis ihrer Konvertierung zum Christentum.

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Die Skulpturensteine sind zumeist frei zugänglich und nicht immer so einfach zu finden wie die in Aberlemno, der eine direkt an einer kleinen Landstraße, der B9134. Der Schlangenstein mit seinen komplexen Details und dem magischen Namen ist mehr als tausend Jahre alt.

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Eine Erinnerung an eine andere Welt, in der die Pikten in Schottland Krieg führten ist der Cross-Slab. Dieser Stein erzählt die Geschichte der Schlacht von Nechtansmere (Die Schlacht von Dun Nechtain), die 685 ausgetragen wurde. Die Pikten schlugen die einfallenden Streitkräfte aus Northumbria im Norden Englands.

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Im Kirchhof (Kirk ist das schottische Wort für Kirche) auf der anderen Seite der Felder finden sich christliche Symbole auf den Steinen der Pikten unter anderem ein keltisches Kreuz. Hier hat man mehr Zeit und Raum, die Steine zu erleben als am Straßenrand. Der kleine Kirchhof ist in seiner Schlichtheit schön, die Grabsteine ​​sind bei weitem nicht so komplex wie die piktischen Steine, sie drücken ihre eigene Symbolik aus, die sicherlich von den Werken des alten schottischen Volkes inspiriert wurde, das nur wenige Spuren seiner Existenz in der  Geschichte hinterlassen hat. Doppelscheibe und Hirsche auf altem Stein; Herzen, Sterne, keltische Muster, heraldische Symbole, Blätter und Blüten auf den neueren. Es gibt viel zu entdecken hier wo die ältesten Grabsteine ​​wie müde Bilder aus vergangenen Zeiten an der Friedhofsmauer lehnen, wo sie studiert und interpretiert werden können.

Nellie Merthe Erkenbach Abenteuer Highlands Angus

Die Steinkunst ist seit Jahrhunderten in dieser Gegend lebendig. Wie hat sich die Welt verändert, seit die Steine ​​von Aberlemno geschaffen wurden. Sie haben viele Kriege und wenig Frieden gesehen, den Aufstieg von Technologie und Industrialisierung, den Fall großer Imperien. Millionen wurden geboren und starben. Wie klein ein Leben im Vergleich zu diesen Steinen aus längst vergangener Zeit erscheint.

Liebe Leser,

wie manche von euch schon wissen schreibe ich gerade an einem weiteren Buch und natürlich spielt Schottland wieder die Hauptrolle. Ich habe über die Jahre in Schottland so viele Geschichten und spannende Hintergründe zusammengetragen, dass ich gar nicht anders kann, als sie zu einem Buch zusammenzufügen. 

Was ihr nun gelesen habt, ist ein Teil des ersten von rund 40 Kapiteln und nun ich hätte gerne von euch gern so viel wie möglich Feedback zu allem was euch gefällt oder nicht: Schreibstil, Themenauswahl, Inhalt, Struktur, Bilder usw. 

Die Fotos liefert der Mann zu, es wird also ein schottisch-deutsches Gesamtwerk und macht schon deshalb sehr große Freude. 

Im Juni werde ich immer sonntags Teile des ersten Kapitels hier vorveröffentlichen und hoffe sehr, dass von euch viele Rückmeldungen kommen. Seid kritisch!  Bringt euch ein! Danke. 

Nellie

 

nächsten Sonntag: Arbroath und der schottische Löwe

 

Sneak Preview 2 – Reiseinspirationsbuch Schottland

Die Untote von Edzell

Edzell (sprich: edschell ) ist ein malerisches kleines Städtchen aber Aussehen kann täuschen. Zum einen ist Edzell überhaupt nicht wirklich Edzell, das ging im Laufe der Jahrhunderte irgendwie verloren. Diese Siedlung hieß ursprünglich Slateford und bekam den Namen Edzell, nachdem das gleichnamige Dorf in der Nachbarschaft von seinen Bewohnern aufgegeben worden war. Das verlassene Dorf lag da, wo heute der Friedhof liegt und der birgt ein dunkles Geheimnis: hier ist das Grab einer Untoten.

Das Mausoleum der Familie Lindsay ist der einzige noch übrig gebliebene Teil der 1818 zerstörten Kirche. Um dieses Grabgewölbe und um die Lindsay-Familie rankt sich eine  Überlieferung, noch faszinierender und merkwürdiger als die des verlorenen Dorfes.

Nellie Merthe Erkenbach Abenteuer Highlands Angus

Die Lindsays waren eine wohlhabende Familie, die im nahe gelegenen Schloss Edzell lebte. Der Earl of Crawford aber verlor Anfang des 18. Jahrhunderts sein Vermögen. Die Geschichten, die sich um diese Familie ranken sind zahlreich und fesselnd zugleich, manche sind romantisch, andere beängstigend, diese ist beides. Sie spielt zu einer Zeit, als viktorianische Gruselromane populär waren und Werke wie Dracula, Frankenstein oder die Geheimnisse von Udolpho geradezu verschlungen wurden. Die Leser waren fasziniert von  Vampiren, Geistern und dem Leben nach dem Tod. Die Untoten waren mehr als nur eine weit hergeholte Angst, sie schienen Realität und die lag in Edzell näher, als manch einem lieb war.

Und hier ist die Geschichte (fairerweise muss gesagt werden, sie wird von mehreren Orten und mehreren toten Frauen erzählt): Es war einmal eine junge und höchstwahrscheinlich schöne Frau, deren Namen nicht bekannt ist. Sie war eine Lindsay, reich und tief betrauert als sie starb. Sie brachten ihre Leiche zur Familiengruft, Gold und Schmuck funkelten im Sarg. Dieser Überfluss war natürlich verlockend für jene in Edzell, die mit Reichtum nicht so gesegnet waren, wie die Lindsays. Der Küster sah wohl die Chance seines Lebens. Endlich nicht mehr arm sein! Mit dem Geld, das er für den Schmuck bekommen würde, könnte er anderswo ein wunderbares Leben führen.

Es wurde Nacht über dem Friedhof von Edzell, ein kalter Wind wehte über die Gräber. Ein dunkler Schatten schlich hinüber zur Familiengruft. Der Küster war zurück. Ein Käuzchen schrie in den Bäumen, der Nebel lag schwer über dem Boden. Leise trat der Küster an die schwere Tür der Gruft und schloss sie auf. Das Mondlicht wies ihm den Weg, Licht hätte ihn verraten. Da lag sie, die Leiche der toten Lindsay, das Gold schimmerte still in der Kälte der Gruft. Der Küster zündete eine Kerze an und nahm sich alles, doch die zwei großen Ringe an den Fingern der toten Frau bekam er einfach nicht ab. Er zögerte aber nicht lange. Ein scharfes Messer blitzte im Mondlicht als der Küster sich aufmachte die Finger der toten Frau abzuschneiden, um an die Ringe zu kommen.

Und im blassen Licht einer einzigen Kerze tropfte Blut zu Boden, und ein schwacher Schrei ertönte im Begräbnisgewölbe. Die Tote lebte. Der Küster war aus Angst vor dem, was er gerade gesehen hatte, selbst dem Tode nahe. Er ließ das Messer fallen und fiel in Ohnmacht. Und während er auf dem staubigen Boden der Gruft lag, erhob sich der blutende Leichnam und warf sein Leichentuch ab. Dann half die Auferstandene dem völlig verängstigten Küster auf und führte ihn hinaus aus der Gruft auf den Friedhof.

Der Küster war völlig verängstig und unfähig, irgendetwas zu tun. Sie bat ihn, sie ins Schloss zurückzubringen. Er schüttelte den Kopf. Sie versprach ihm eine Belohnung, wenn er sie zurück ins Schloss brächte. Er zitterte aber bewegte sich nicht von der Stelle. Sie versicherte ihm ihrer Vergebung und Dankbarkeit, aber er wollte nichts hören. Er wollte nur weg, ein für alle Mal weg von diesem Ort und der Leiche, die er zum Leben erweckt hatte, weg von dem Bild, das sich in seinen Kopf eingebrannt hatte wie sein Messer in die blasse weiße Hand schnitt, die zu bluten begann.

Sie gab auf und machte sich allein auf den Weg zum Schloss, lebendig, aber kalt und allein, ohne Licht und Hilfe. Der Küster aber verließ Schottland noch in derselben Nacht, in seinen Taschen der wertvolle Schmuck, der ihm helfen würde, ein neues Leben im Ausland zu beginnen. Sie hatte ihn angefleht, ihn zu behalten. Sie schuldete dem Dieb ihr Leben.

Seltsamerweise war dies nicht der einzige Fall einer vorzeitigen Bestattung in der Lindsay-Familie. Sir William Lindsay von Covington, wurde unter ähnlichen Umständen für tot erklärt. Nur den aufmerksamen Augen seiner jungen Urenkelin war es zu verdanken, dass er nicht lebendig in der Familiengruft endete, sie hatte „seinen Bart wackeln sehen“.

Liebe Leser,

wie manche von euch schon wissen schreibe ich gerade an einem weiteren Buch und natürlich spielt Schottland wieder die Hauptrolle. Ich habe über die Jahre in Schottland so viele Geschichten und spannende Hintergründe zusammengetragen, dass ich gar nicht anders kann, als sie zu einem Buch zusammenzufügen. 

Was ihr nun gelesen habt, ist ein Teil des ersten von rund 40 Kapiteln und nun ich hätte gerne von euch gern so viel wie möglich Feedback zu allem was euch gefällt oder nicht: Schreibstil, Themenauswahl, Inhalt, Struktur, Bilder usw. 

Die Fotos liefert der Mann zu, es wird also ein schottisch-deutsches Gesamtwerk und macht schon deshalb sehr große Freude. 

Im Juni werde ich immer sonntags Teile des ersten Kapitels hier vorveröffentlichen und hoffe sehr, dass von euch viele Rückmeldungen kommen. Seid kritisch!  Bringt euch ein! Danke. 

Nellie

nächsten Sonntag: Die Bildersteine der Pikten