Sneak Preview 3 – Reiseinspirationsbuch Schottland

Die Bildersteine der Pikten

Die Skulpturensteine von Aberlemno sind Zeugen einer längst vergangenen aber nicht vergessenen Volksgruppe und eine Attraktion in Angus. Die Pikten siedelten in Schottlands Nord-Osten für etwa tausend Jahre, von 100 vor Christus sind sie als Volksgruppe existent bis ins frühe Mittelalter. Dann waren die Pikten und die Kelten zur Volksgruppe der Skoten geworden. Ihre Herkunft ist umstritten, ihre Sprache nicht überliefert, ihre Bildersteine Steine gehören zu den wenigen Artefakten ihrer Kultur und sind Zeugnis ihrer Konvertierung zum Christentum.

© Ewan Roy MacGregor Abenteuer Highlands Angus

Die Skulpturensteine sind zumeist frei zugänglich und nicht immer so einfach zu finden wie die in Aberlemno, der eine direkt an einer kleinen Landstraße, der B9134. Der Schlangenstein mit seinen komplexen Details und dem magischen Namen ist mehr als tausend Jahre alt.

© Ewan Roy MacGregor Abenteuer Highlands Angus

Eine Erinnerung an eine andere Welt, in der die Pikten in Schottland Krieg führten ist der Cross-Slab. Dieser Stein erzählt die Geschichte der Schlacht von Nechtansmere (Die Schlacht von Dun Nechtain), die 685 ausgetragen wurde. Die Pikten schlugen die einfallenden Streitkräfte aus Northumbria im Norden Englands.

© Ewan Roy MacGregor Abenteuer Highlands Angus

Im Kirchhof (Kirk ist das schottische Wort für Kirche) auf der anderen Seite der Felder finden sich christliche Symbole auf den Steinen der Pikten unter anderem ein keltisches Kreuz. Hier hat man mehr Zeit und Raum, die Steine zu erleben als am Straßenrand. Der kleine Kirchhof ist in seiner Schlichtheit schön, die Grabsteine ​​sind bei weitem nicht so komplex wie die piktischen Steine, sie drücken ihre eigene Symbolik aus, die sicherlich von den Werken des alten schottischen Volkes inspiriert wurde, das nur wenige Spuren seiner Existenz in der  Geschichte hinterlassen hat. Doppelscheibe und Hirsche auf altem Stein; Herzen, Sterne, keltische Muster, heraldische Symbole, Blätter und Blüten auf den neueren. Es gibt viel zu entdecken hier wo die ältesten Grabsteine ​​wie müde Bilder aus vergangenen Zeiten an der Friedhofsmauer lehnen, wo sie studiert und interpretiert werden können.

Nellie Merthe Erkenbach Abenteuer Highlands Angus

Die Steinkunst ist seit Jahrhunderten in dieser Gegend lebendig. Wie hat sich die Welt verändert, seit die Steine ​​von Aberlemno geschaffen wurden. Sie haben viele Kriege und wenig Frieden gesehen, den Aufstieg von Technologie und Industrialisierung, den Fall großer Imperien. Millionen wurden geboren und starben. Wie klein ein Leben im Vergleich zu diesen Steinen aus längst vergangener Zeit erscheint.

Liebe Leser,

wie manche von euch schon wissen schreibe ich gerade an einem weiteren Buch und natürlich spielt Schottland wieder die Hauptrolle. Ich habe über die Jahre in Schottland so viele Geschichten und spannende Hintergründe zusammengetragen, dass ich gar nicht anders kann, als sie zu einem Buch zusammenzufügen. 

Was ihr nun gelesen habt, ist ein Teil des ersten von rund 40 Kapiteln und nun ich hätte gerne von euch gern so viel wie möglich Feedback zu allem was euch gefällt oder nicht: Schreibstil, Themenauswahl, Inhalt, Struktur, Bilder usw. 

Die Fotos liefert der Mann zu, es wird also ein schottisch-deutsches Gesamtwerk und macht schon deshalb sehr große Freude. 

Im Juni werde ich immer sonntags Teile des ersten Kapitels hier vorveröffentlichen und hoffe sehr, dass von euch viele Rückmeldungen kommen. Seid kritisch!  Bringt euch ein! Danke. 

Nellie

 

nächsten Sonntag: Arbroath und der schottische Löwe

 

Sneak Preview 2 – Reiseinspirationsbuch Schottland

Die Untote von Edzell

Edzell (sprich: edschell ) ist ein malerisches kleines Städtchen aber Aussehen kann täuschen. Zum einen ist Edzell überhaupt nicht wirklich Edzell, das ging im Laufe der Jahrhunderte irgendwie verloren. Diese Siedlung hieß ursprünglich Slateford und bekam den Namen Edzell, nachdem das gleichnamige Dorf in der Nachbarschaft von seinen Bewohnern aufgegeben worden war. Das verlassene Dorf lag da, wo heute der Friedhof liegt und der birgt ein dunkles Geheimnis: hier ist das Grab einer Untoten.

Das Mausoleum der Familie Lindsay ist der einzige noch übrig gebliebene Teil der 1818 zerstörten Kirche. Um dieses Grabgewölbe und um die Lindsay-Familie rankt sich eine  Überlieferung, noch faszinierender und merkwürdiger als die des verlorenen Dorfes.

Nellie Merthe Erkenbach Abenteuer Highlands Angus

Die Lindsays waren eine wohlhabende Familie, die im nahe gelegenen Schloss Edzell lebte. Der Earl of Crawford aber verlor Anfang des 18. Jahrhunderts sein Vermögen. Die Geschichten, die sich um diese Familie ranken sind zahlreich und fesselnd zugleich, manche sind romantisch, andere beängstigend, diese ist beides. Sie spielt zu einer Zeit, als viktorianische Gruselromane populär waren und Werke wie Dracula, Frankenstein oder die Geheimnisse von Udolpho geradezu verschlungen wurden. Die Leser waren fasziniert von  Vampiren, Geistern und dem Leben nach dem Tod. Die Untoten waren mehr als nur eine weit hergeholte Angst, sie schienen Realität und die lag in Edzell näher, als manch einem lieb war.

Und hier ist die Geschichte (fairerweise muss gesagt werden, sie wird von mehreren Orten und mehreren toten Frauen erzählt): Es war einmal eine junge und höchstwahrscheinlich schöne Frau, deren Namen nicht bekannt ist. Sie war eine Lindsay, reich und tief betrauert als sie starb. Sie brachten ihre Leiche zur Familiengruft, Gold und Schmuck funkelten im Sarg. Dieser Überfluss war natürlich verlockend für jene in Edzell, die mit Reichtum nicht so gesegnet waren, wie die Lindsays. Der Küster sah wohl die Chance seines Lebens. Endlich nicht mehr arm sein! Mit dem Geld, das er für den Schmuck bekommen würde, könnte er anderswo ein wunderbares Leben führen.

Es wurde Nacht über dem Friedhof von Edzell, ein kalter Wind wehte über die Gräber. Ein dunkler Schatten schlich hinüber zur Familiengruft. Der Küster war zurück. Ein Käuzchen schrie in den Bäumen, der Nebel lag schwer über dem Boden. Leise trat der Küster an die schwere Tür der Gruft und schloss sie auf. Das Mondlicht wies ihm den Weg, Licht hätte ihn verraten. Da lag sie, die Leiche der toten Lindsay, das Gold schimmerte still in der Kälte der Gruft. Der Küster zündete eine Kerze an und nahm sich alles, doch die zwei großen Ringe an den Fingern der toten Frau bekam er einfach nicht ab. Er zögerte aber nicht lange. Ein scharfes Messer blitzte im Mondlicht als der Küster sich aufmachte die Finger der toten Frau abzuschneiden, um an die Ringe zu kommen.

Und im blassen Licht einer einzigen Kerze tropfte Blut zu Boden, und ein schwacher Schrei ertönte im Begräbnisgewölbe. Die Tote lebte. Der Küster war aus Angst vor dem, was er gerade gesehen hatte, selbst dem Tode nahe. Er ließ das Messer fallen und fiel in Ohnmacht. Und während er auf dem staubigen Boden der Gruft lag, erhob sich der blutende Leichnam und warf sein Leichentuch ab. Dann half die Auferstandene dem völlig verängstigten Küster auf und führte ihn hinaus aus der Gruft auf den Friedhof.

Der Küster war völlig verängstig und unfähig, irgendetwas zu tun. Sie bat ihn, sie ins Schloss zurückzubringen. Er schüttelte den Kopf. Sie versprach ihm eine Belohnung, wenn er sie zurück ins Schloss brächte. Er zitterte aber bewegte sich nicht von der Stelle. Sie versicherte ihm ihrer Vergebung und Dankbarkeit, aber er wollte nichts hören. Er wollte nur weg, ein für alle Mal weg von diesem Ort und der Leiche, die er zum Leben erweckt hatte, weg von dem Bild, das sich in seinen Kopf eingebrannt hatte wie sein Messer in die blasse weiße Hand schnitt, die zu bluten begann.

Sie gab auf und machte sich allein auf den Weg zum Schloss, lebendig, aber kalt und allein, ohne Licht und Hilfe. Der Küster aber verließ Schottland noch in derselben Nacht, in seinen Taschen der wertvolle Schmuck, der ihm helfen würde, ein neues Leben im Ausland zu beginnen. Sie hatte ihn angefleht, ihn zu behalten. Sie schuldete dem Dieb ihr Leben.

Seltsamerweise war dies nicht der einzige Fall einer vorzeitigen Bestattung in der Lindsay-Familie. Sir William Lindsay von Covington, wurde unter ähnlichen Umständen für tot erklärt. Nur den aufmerksamen Augen seiner jungen Urenkelin war es zu verdanken, dass er nicht lebendig in der Familiengruft endete, sie hatte „seinen Bart wackeln sehen“.

Liebe Leser,

wie manche von euch schon wissen schreibe ich gerade an einem weiteren Buch und natürlich spielt Schottland wieder die Hauptrolle. Ich habe über die Jahre in Schottland so viele Geschichten und spannende Hintergründe zusammengetragen, dass ich gar nicht anders kann, als sie zu einem Buch zusammenzufügen. 

Was ihr nun gelesen habt, ist ein Teil des ersten von rund 40 Kapiteln und nun ich hätte gerne von euch gern so viel wie möglich Feedback zu allem was euch gefällt oder nicht: Schreibstil, Themenauswahl, Inhalt, Struktur, Bilder usw. 

Die Fotos liefert der Mann zu, es wird also ein schottisch-deutsches Gesamtwerk und macht schon deshalb sehr große Freude. 

Im Juni werde ich immer sonntags Teile des ersten Kapitels hier vorveröffentlichen und hoffe sehr, dass von euch viele Rückmeldungen kommen. Seid kritisch!  Bringt euch ein! Danke. 

Nellie

nächsten Sonntag: Die Bildersteine der Pikten

Abschiede

Abschiede sind Teil meines Lebens geworden, seit ich eine zweite Existenz in Schottland habe. In der Regel bin ich zweimal im Jahr für längere Zeit in Schottland und der Mann für kürzere Zeit zwei Mal im Jahr in Deutschland. Ich kann mir meine berufliche Zeit etwas freier einteilen als er und arbeite in der Zeit in Deutschland meist durch. Damit habe ich in Schottland nicht nur Urlaub, sondern auch die Wochenenden, die ich in Deutschland nicht hatte.

view from Balmacara Hill Skye Bridge

Diese Reisen zwischen den Welten sind für uns nach all den Jahren fast schon selbstverständlich geworden. Die häufigen Abschiede lassen mich die Gegenwart mehr schätzen. Ich schätze auch die schönen Dinge viel mehr als ohne Abschiede. Insofern sind Abschiede etwas Gutes. Abschiede von Schottland sind allerdings nie schön und der wehmütige Blick auf Meer ist nun schon ein vertrauter Bestandteil meines Lebens geworden.

Blick aufs Meer

Weil aber das Leben oben im schönen Norden weiter geht, auch wenn ich nicht da bin, kommen über die Jahre noch Abschiede aus der Ferne hinzu.

Unsere Nachbarn Carol und Tam zogen fort zu ihren Kindern, Jane und ihr dementer Mann, dessen Hund mich einst biss, sind beide gestorben. Erst er, dann kurz darauf sie.

Nun sagt mir der Mann, dass John die Post in Rente gegangen ist. Er hat es keinem gesagt aber sich bei seiner letzten Tour verabschiedet. Ich glaube nicht, dass es mich in Deutschland treffen würde, wenn mein Postbote in Rente geht. Er ist ein netter Mensch und alles aber John die Post ist eben nicht nur ein Postbote. Er ist die Seele, die die Menschen am Loch verbindet. Wenn John nicht mehr vorbeikommt, dann wird uns allen etwas fehlen.

Mir wird er ganz besonders fehlen. Er war so stolz, dass er in meine in Buch vorkam und hat es sich prompt vom netten Schwaben im nächsten Dorf übersetzen lassen. Also die Teile, in denen er vorkam. „Da hast du mich ja gut aussehen lassen.“ hat er gesagt. Warum auch nicht, alle mochten ihn. Selbst meine Mutter backt ihm zu Weihnachten immer eine Linzertorte. John wiederum gibt mir immer ein kleines Präsent für sie mit und fragt regelmäßig nach, wie es meinen Eltern geht. John und meine Eltern haben sich im Übrigen nie getroffen. Sie halten trotz dem Kontakt.

Und nun geht er in Rente und genießt das Leben. Und ich sitze im Schwarzwald und schau auf die Frühlingsblüten statt die Wellen und kann nicht einmal auf Wiedersehen sagen. Das ist ein Abschied, den ich sehr ungern verpasse. So ist das, wenn man zwei Leben hat. Manchmal ist man eben nicht da, wo man gerne wäre. So schön es auch ist, wo man ist.

 

Schottische Wurstempörung

Schottland wird dieser Tage von einem Skandal ungeheuren Ausmaßes erschüttert. Auslöser ist der deutsche Billigdiscounter ALDI. Es geht um die Wurst. Worum auch sonst.

Es gibt ein paar Dinge im schottischen Alltagsleben, die sind anders als man es aus Deutschland kennt: das Bier hat keinen Schaum, die Männer tragen (manchmal) Kilt und die Frühstückswurst ist eckig. Das ist nun mal so und in gewisser Weise auch Teil der schottischen Identität. Der Mensch definiert sich schließlich über die Andersartigkeit in Abgrenzung zu den Nachbarn oder dem Rest der Welt, ungefähr so wie der Schwabe durch die Kehrwoche oder der Bayer die Lederhose. In Schottland ist die eckige Frühstückswurst identitätsstiftend.

Abenteuer Highlands Wurstempörung

Abenteuer Highlands WurstempörungUnd nun kam ALDI diese Woche mit der (angeblich) neuen Idee einer eckigen Wurstscheibe auf den Markt und nannte sie Sausedge. Ein Aufschrei ging durchs Land und vor allem Twitter überschüttete die Möchtegernerfinder aus Deutschland mit Hohn und Spott.

Der #lorne ist die beste Comedy, die es derzeit gibt.

 

Abenteuer Highlands WurstempörungDie square slice für sich zu beanspruchen ist ungefähr so als würde ALDI behaupten, die Mozartkugel, den Müller-Thurgau oder das Wiener Schnitzel erfunden zu haben. Man stelle sich den Aufschrei in Deutschland und Österreich vor.

Die sogenannte „square slice“ (eckige Scheibe) ist so eine Art Rinderhackwurst aus der Form, sie wird angebraten oder gerillt und mit brauner Sauce zum Frühstück gegessen oder in einem Brötchen verkauft. In dem Fall macht ihre eckige Form wenig Sinn, denn die Brötchen sind in der Regel rund. Aber, Tradition ist Tradition und die ist in Schottland eckig, wenn es um die Wurst geht. Und früher hat man in Schottland ja auch meist das plain loaf gegessen und das sind wiederum rechteckige Brotscheiben.

Abenteuer Highlands Wurstempörung

Eigentlich heißt die square slice ja Lorne saussage, enthält Rinderhack, trockenes Brot und Kräuter. Im Prinzip wie unsere Frikadellen nur mit deutlich weniger Eigengeschmack. Man isst sie seit unzähligen Generationen in Schottland und auch wen sie nicht aus der Region Lorne kommt, wie der Name vermuten lässt, so ist sie doch ganz und gar typisch schottisch. Bei einem englischen Frühstück bekommt man sie nicht serviert.

Abenteuer Highlands Wurstempörung

Der Gipfel der Ironie dieser missglückten Marketingaktion: ALDI verkauft die eckigen Wurstscheiben schon seit Jahren in den schottischen Filialen. Aber das war den Helden der Marketingabteilung wohl WURST.

Redebedarf

Der Mann spricht gerne, klassisch von Angesicht zu Angesicht, per WhatsApp oder Facebook, per Twitter, alles seins. Zu der Kategorie des schottischen Schweigers darf man ihn also keinesfalls zählen.

An meinen Redebedarf kommt er natürlich nicht heran aber das ist ja auch nicht weiter überraschend, Frau und Journalistin!

Im Gegensatz zu mir redet er auch gerne mit ihm wildfremden Menschen, manchmal fast schon überfallartig. Ein scheues englisches Touristenpaar, das nichts ahnend auf einem stillen Spaziergang von einem langhaarigen Einheimischen gestellt und herzlich begrüßt wird, ist keine Seltenheit. Sie murmeln meist oder schauen betreten zu Seite. So ein fröhliches Guten Morgen, wie geht es Ihnen? Was für ein großartiger Tag heute, oder? Ist dann doch etwas zuviel für das touristische Distanzbedürfnis der Urlauber aus dem Süden des Vereinigten Königreichs. Sie starren meist verkrampft aufs Wasser oder ringen sich ein etwas unrundes Nicken ab. Manchmal, wenn er besonders gut drauf ist, dann erschreckt er die Passanten gar mit einer Begrüßung auf Gälisch.

Ich lauere immer noch auf einen Gälisch sprechenden Touristen, der ihn mit einer Antwort aus dem Konzept bringt. Bislang ist noch keiner aufgetaucht.

Wie dem auch sei, der Mann ist kommunikativ, das ist ein urschottischer Wesenszug. Man spricht miteinander, auch (oder vielleicht ganz besonders) mit Fremden.

Nellie Merthe Erkenbach Abenteuer Highlands RedebedarfEs gibt aber Gegenüber, mit denen spricht der Schotte sehr ungerne. Der Stimme beim MacDonald’s Drive Through in Deutschland zum Beispiel. Er kann kein Deutsch aber das braucht man da ja nicht in dem Restaurant mit schottischen Namen, dessen Gerichte fast ausschließlich alle englische Bezeichnungen tragen aber wenn er einen toast mit cheese und bacon zum Frühstück (nicht, dass er das wollte aber für mich) oder ein Bacon Big Mac für sich, dann hört man die Fragezeichen förmlich aus dem Lautsprecher der Bestellsäule schweben. Man hat ihn nicht verstanden. Zu viel Akzent im Englischen.

Jemand, mit der der Mann auch nicht gerne spricht, ist Alexa. Ich spreche gerne mit Alexa und nutze sie auch häufig. Und man kann sie ja auch auf Englisch einstellen. Gar kein Problem.

Nellie Merthe Erkenbach Abenteuer Highlands RedebedarfDer Mann versucht es:

Alexa, play Deep Purple.

Tut mir leid, das habe ich nicht verstanden.

Deep Purple!

Folgende Artikel habe ich für sie gefunden sagt sie und präsentiert einen lila Umhang bei Amazon.

Nellie Merthe Erkenbach Abenteuer Highlands RedebedarfAlexa versteht kein schottisches Englisch. Man kann sie einstellen auf Amerikanisches Englisch, auf südafrikanisches Englisch, auf was weiß ich nicht für ein Englisch aber nicht auf schottisches Englisch. Ist genau so wie in meiner Lieblingscomedy mit den Schotten im Aufzug.

Warum sprichst du denn nicht mit Alexa frage ich heimtückisch. Wohl wissend, warum.

Er schaut mir tief in die Augen.

Un dann habe ich zwei Frauen, die gleichzeitig reden? Das ist mir zuviel.

Treffer. Versenkt.

wie Charlie Chaplin den Mann über den Tisch zog

Letzte Woche habe ich darüber geschrieben, wie der Mann gerne mit allen möglichen Leuten redet, auch mit wildfremden Menschen. Da ist der Schotte gar nicht scheu. Selbiges gilt im Übrigen auch für wildfremde Menschen, die mit ihm reden wollen. Er ist immer bereit und offen für ein Gespräch. Das funktioniert in den Highlands ganz gut aber hier in Deutschland erlebt nun der Highlander seine Abenteuer.

Wir machen einen Ausflug. Ich bin zwar nach der Knie-OP immer noch gehandicapt aber mit einer Kühltasche voller Eispacks und der sicheren Gewissheit von Beinfreiheit im geräumigen Mietwagen wagen wir uns raus aus dem Haus. Wir fahren an den Bodensee.

Der Mann fährt. Ich lege das Bein hoch und gebe Navigationsanweisungen. Das tut die Frauenstimme im Navi auch, sogar auf Englisch, aber die ignoriert er.

Nellie Merthe Erkenbach Abenteuer Highlands Bodensee Charlie ChaplinDie Sonne scheint den Winter weg, es fühlt sich großartig an, mal aus dem Haus zu kommen und als das Blau des Sees zum ersten Mal vor uns auftaucht, überkommt uns ein echtes Urlaubsgefühl. Ich möchte das Gesicht in die Sonne halten, Eis essen und an der Promenade bummeln. Nur leider ist es nichts mit bummeln, das kann das Knie noch nicht. Aber zum Gesicht in die Sonne halten und lecker am See zu Mittag essen (natürlich zu Touristenpreisen) reicht es. Nellie Merthe Erkenbach Abenteuer Highlands Bodensee Charlie ChaplinDer Ober ist schlecht gelaunt, weil wir die ersten Gäste sind und uns ganz weit weg von seinem warmen Ruheplätzchen hinsetzen. Wir wollen ganz nah am Wasser sein, er will seine Ruhe haben. Der Mann ißt Lachs, so wie er es in Schottland auch tut. Ich esse Salat, so wie ich es in Schottland nie tue, weil drei Blätter Eisberg mit einer halben Tomate, einer Scheibe Gurke mit Schale und einem Plastiktütchen Mayonnaise für mich nicht als Salat zählt. Für den Mann zählt alles als Salat, was grün ist und muss sofort an den äußersten Rand des Tellers gelegt werden, damit man auch ja nicht Gefahr läuft, es aus Versehen zu essen.

Nellie Merthe Erkenbach Abenteuer Highlands Bodensee Charlie ChaplinNach dem Essen besteigt der Mann den Aussichtsturm an der Mole. Ich lege das Knie hoch und genieße die Sonne. Als wir dann gemeinsam wieder Richtung Auto gehen (er geht, ich hinke) kommt uns ein Mann mit Hut, weiß geschminktem Gesicht und Charlie Chaplin Kostüm entgegen. Er biegt dies schlangenartigen Luftballons zu Herzen und hält Ausschau nach Touristen.

Nellie Merthe Erkenbach Abenteuer Highlands Bodensee Charlie ChaplinBevor ich den Mann aus der Gefahrenzone ziehen kann, hat ihn Mister Chaplin schon erwischt. Der Mann lächelt die seltsame Gestalt freundlich an, in der Erwartung, von ihm angesprochen zu werden. Mister Chaplin reicht ihm statt dessen einen laminierten Zettel auf dem steht, dass er nicht sprechen kann und man ihm bitte Luftballons abkaufen sol. Der Mann lächelt freundlich, weil er ja nicht versteht, was auf dem Zettel steht, den ihm der Chaplin gereicht hat. Und so ersteht der Mann unfreiwillig zwei Luftballonherzen für frisch Verliebte und ich bezahle zwei Euro, weil der Mann kein Kleingeld hat.

Der geschäftstüchtige Charlie Chaplin zieht zufrieden weiter auf der Suche nach weiteren Touristen, die er überrumpeln kann und ich erkläre dem Mann, was es mit dem deutschen Ausdruck „über den Tisch ziehen“ auf sich hat.

Ich habe dem Mann hoch und heilig versprechen müssen, das Foto zum Chaplin-Debakel nicht zu veröffentlichen. Aber die Versuchung ist groß. Wie er da steht! Mit einem beschämtem Lächeln und sanfter Verwirrtheit darüber, wie er zu diesen beiden Luftballonherzen gekommen ist, mit treuem Hundeblick und strahlt er die Verlassenheit eines vergessenen Buben im Kinderparadies aus, was in klarem Gegensatz zu dem leicht angerauten Bart und den langen Haaren steht.

Das ist mindestens genauso komisch, wie Charlie Chaplin in seinen besten Zeiten.

 

 

Der Mann, die Nachtigall

Die heutige Geschichte beginnt an einem heißen Sommertag des Jahres 2018 im sonnigen Schwarzwald, an dem eine den Lesern dieses Blogs bekannte Autorin den Rasen ihres Garten mähte und dabei von der Mauer fiel. Was zunächst keine weiteren Folgen außer einem zerrissenen Blaumann und einem grün-blauen und für Röcke wochenlang untauglichen Bein zu haben schien, stellte sich ein halbes Jahr später als Meniskusriss heraus, der eine OP erforderte.

Nellie Merthe Erkenbach Abenteuer Highlands Mann Nachtigall

Erste Lernerfahrung: mähe nie auf der Mauer, es sei denn du weißt, wie man oben bleibt.

Nun also OP beim anerkannten Spezialisten und danach… ja danach Physiotherapie, Arzttermine, Auto fahren, einkaufen.. alles Dinge die mit nur einem fitten Bein hoch oben im Schwarzwald alles andere als leicht zu bewerkstelligen sind, wenn man allein lebt.

Nellie Merthe Erkenbach Abenteuer Highlands Mann Nachtigall

Zweite Lernerfahrung: Mit einem Schotten ist man nie allein.

Der Mann kündigte sich an. Retter in der Not. Wie romantisch. Allerdings nicht auf einem weißen Pferd und glänzender Rüstung sondern mit dem Auto bis Edinburgh, mit dem Flieger bis Frankfurt, mit dem Leihwagen bis in den Schwarzwald. Tagestortour. Für 10 Tage. Meine „Lieblingskrankenschwester“, meine ganz persönliche Florence Nightingale!

Ich war mir allerdings nicht ganz sicher, ob der Mann meine Gedanken genauso romantisch finden würde wie ich. Schließlich war Schwester Nightingale Engländerin. Meine Romantisiererei könnte zu politischen Verwicklungen führen. Ich beschloss also, eine in der Geschichte verbriefte und herausragende schottische Krankenschwester zu wählen, mit der ich ihn vergleichen konnte. So viel political correctness musste sein. Aber ich kannte keine berühmte schottische Krankenschwester. Also Recherche. Kann man ja, als Journalistin.

Dritte Lernerfahrung: die schottischen Krankenschwestern haben viel mehr Ruhm verdient.

Nellie Merthe Erkenbach Abenteuer Highlands Mann Nachtigall

 

Nellie Merthe Erkenbach Abenteuer Highlands Mann NachtigallWas für außergewöhnliche, großartige und beeindruckende Frauen habe ich entdeckt! Auf der Liste “Die 10 herausragenden Krankenschwestern des Ersten Weltkriegs” (ja, so eine Liste gibt es), fand ich meine Lieblingsschwester: Mairi Chisholm (sprich Mahri Tschissom), eine motorradverrückte Frau aus Nairn mit einer Leidenschaft für Geschwindigkeit und Haarnadelkurven, sie schraubte, fuhr Rennen, sie war eine echte Bikerin und diente im Ersten Weltkrieg zunächst als „Dispatch Rider“  dann ging sie nach Belgien. Dort fand sie eine ebenfalls motorradverrückte Krankenschwester namens Elsie Knocker.

Nellie Merthe Erkenbach Abenteuer Highlands Mann NachtigallGemeinsam transportierten sie verwundete Soldaten zu einem Feldlazarett (als Motorradfahrerinnen wussten sie schließlich, wie man schnell aus brenzligen Situationen kam) oder transportierten die verstümmelten Leichen ab. Frustriert von der unfassbaren Zahl der Soldaten, die dennoch ihr Leben verloren, eröffneten sie in einem verlassenen Keller ein eigenes Kamikaze-Lazarett, nur knapp 100 Meter von den Schützengräben entfernt. Sie glaubten, so mehr Leben retten zu können, weil sie die Verletzten so schneller versorgen konnten. Diese mutigen Bikerinnen retteten das Leben tausender Soldaten.

Nellie Merthe Erkenbach Abenteuer Highlands Mann Nachtigall

Vierte Lernerfahrung: mein Meniskus ist Jammern auf hohem Niveau.

Kurz vor Mitternacht klopft der Mann an der Tür. Ich lege mein Bein wieder hoch, wir trinken Wein und essen Käse. Wie dankbar müssen all die Verwundeten in Belgien gewesen sein für ihre schottische Krankenschwester. Wie viel besser geht es uns doch gut hundert Jahre später. Und wie viel weniger dramatisch ist die Lage. Und doch bin ich unglaublich dankbar für meine schottische „Krankenschwester“, die zwar nicht motorradverrückt ist, aber für die motorradverrückte Meniskusverletzte den ganzen Weg aus den Highlands kam. Da verzeihe ich auch die fehlende Uniform!

 

Knie, Post und Erbsen

Liebe Nellie,

Ich hörte von unserem Freund John die Post, dass Du Dein Knie verletzt hast. Es tut mir sehr leid und ich wünsche Dir eine rasche Genesung…..

 

Nellie Merthe Erkenbach Abenteuer Highlands Knie Post ErbsenWas für eine Email-Überraschung am Morgen. Die guten Wünsche kamen von einem der anderen Deutschen oben in den Highlands, der ein paar Meilen entfernt wohnt und die Mailadresse aus meinem Buch entnommen hatte. Und natürlich hatte John wieder dafür gesorgt, dass die richtigen Menschen Bescheid wussten. Gehört hatte John die Post meine Knie-Geschichte vom Mann und nun bekam ich, wieder zurück im Schwarzwald und rund 1800 km von den Highlands entfernt Post. Wer so einen Postboten hat, der braucht eigentlich weder Facebook noch Instagram.

Ich bin mir sicher mein Knie und das Für und Wider einer Operation wurden am Loch ausführlichst diskutiert. Und das ohne mich!!!

Ich frage mich wie es wäre, wenn ich nun Voll- und nicht nur Teilzeitschottin wäre. Ich hätte Anspruch auf eine kostenlose OP und Nachsorge aber ich müsste lange darauf warten. Und ich könnte mir auch nicht aussuchen, in welcher Klinik ich mich operieren lassen möchte. Das Nationale Gesundheitssystem (NHS) ist eine großartige Sache aber wenn ich ehrlich bin ziehe ich es vor, in Deutschland Privatpatientin zu sein.

Nellie Merthe Erkenbach Abenteuer Highlands Knie Post Erbsen

Nun sitze ich also im Schwarzwald, kühle das Knie mit einer Gelmanschette und warte auf meinen OP-Termin. Statt zu arbeiten verbringe ich meine Zeit zu Hause und denke mich nach Schottland. Jetzt blühen die Krokusse und die Osterglocken an der Straße, mit Glück gibt es ein paar Sonnentage, der Winter lässt nicht so schnell los, wie in Deutschland. Fast ist mir, als könne ich die salzige Meerluft riechen.

Nellie Merthe Erkenbach Abenteuer Highlands Knie Post Erbsen

Der Mann hat den Krümel (das Enkelkind) getroffen, er saß bei seiner Mutter im Auto. Statt einer Begrüßung warf der Krümel ihm ein aufgeregtes: „Nellie’s Knie tut weh!“  entgegen. Der Kleine weiß wie das ist, wenn einem das Knie weh tut, in seinem Alter fällt man ständig drauf. Dann bekommt man Erbsen und alles ist wieder gut. Tiefgefroren, wegen der Kühlung. Statt Gelmanschetten.

Put peas on it. ist ein gängiger Ausdruck. Mach Erbsen drauf. Was so Einiges darüber aussagt über die Gemüsevielfalt in schottischen Gefriertruhen aber das nur so nebenbei, wie waren ja beim Knie und dem entsetzten Krümel.

Statt mit weisem großväterlichem Gleichmut dem Zweijährigen Trost zu spenden, sitzt dem Mann mal wieder der schottische Schalk im Nacken.

„Klar!“ Sagt er und fügt mit ernstem Blick hinzu: „Ich hab ihr dagegen getreten.“

Hilflos vor so viel großväterlicher Grausamkeit senkt der Krümel beschämt den Blick. Highland Humor versteht er noch nicht. Er ist erst zwei und mag mich.

“Haha, Ich mach nur Spaß!” ruft er Mann und bringt damit die traurigen Kinderaugen wieder zum Lachen. Und mich am Abend, als er mir auf Skype davon erzählt.

Ich überlege, ob ich die Gelmanschette beiseite lege und Erbsen kaufe. Tiefgefroren.  Einfach mal so. Aus Heimweh!

 

 

 

Wunder der Technik

Danke Herr Zennström!

Habe ich mich eigentlich schon einmal bei Ihnen bedankt?

Vielen herzlichen Dank Niklas Zennström!

Was wäre ich ohne Sie. Ohne sie wäre mein Zweitleben im schottischen Hochland nicht möglich. Ohne sie wäre eine Fernbeziehung über gut tausend Meilen und viele Jahre nicht möglich. Ohne Sie wäre mein Abenteuer Highlands schon längst zu Ende. Ohne sie wäre der Mann nur noch eine Erinnerung.

Tusen tack. Tausend Dank an Sie, den Erfinder von Skype.

Abenteuer Highlands Wunder der Technik Fernbeziehung SkypeDer Mann und ich skypen regelmäßig jeden Abend für eine Stunde und nur in Ausnahmefällen einmal zu einer anderen Uhrzeit oder gar nicht. Eine Stunde reden von Angesicht zu Angesicht, über den Tag und alle möglichen Belanglosigkeiten. Das ist mehr Redezeit als in manchen Beziehungen und nur so funktioniert das Fernverhältnis über die Monate der Abwesenheit. Nur mit Emails oder wie früher noch mit Briefen würde das nie und nimmer funktionieren. Skype macht’s möglich. Für uns und für Millionen andere.

Abenteuer Highlands Wunder der Technik Fernbeziehung SkypeMan sieht es in Hotels häufig schon beim Frühstück, dass Menschen mit ihren Lieben (lautstark) skypen. Mag ich total, vor allem, wenn ich noch nicht richtig wach bin. Ich bin immer versucht, den mir wildfremden skypenden Geschäftsreisenden einen leidenschaftlichen Kuss aufzudrücken und „Schatz komm zurück ins Bett!“ zu sagen, während sie mit Frau und Kindern skypen. Man sollte mich am frühen Morgen einfach nicht ärgern.

Der Mann und ich sind stille Skyper, wir sprechen von zu Hause oder aus dem Auto oder dem Hotelzimmer.

Abenteuer Highlands Wunder der Technik Fernbeziehung SkypeManchmal bringe ich etwas Abwechslung in unser Leben und verändere den Hintergrund. Dann setzte ich mich in den Lesesessel oder an den Schreibtisch im Arbeitszimmer oder vor den Kaminofen im Wohnzimmer. Aber meist sitze ich am Esstisch. Oder eben in irgendeinem Hotelzimmer in Russland, Frankreich oder Dortmund. Je nachdem, wohin mich die Arbeit gerade verschlägt. Aber ich denke immer an den Hintergrund, bin eben auch ein Nerd und beim Fernsehen, da macht man sich über so etwas wie den Hintergrund bei einem Interview Gedanken.

Abenteuer Highlands Wunder der Technik Fernbeziehung SkypeDer Mann ist nicht beim Fernsehen und deshalb was seinen Hintergrund angeht deutlich entspannter. Er hat eine Reihe Gitarren an der Wand aber meist ist es so dunkel in seinem Zimmer, dass man außer seinem Gesicht in vagem Dunkel nicht viel sieht. Der Mann ist wie Herr Zennström vom Fach, er versteht also auch die technischen Komponenten von Skype und warum es meist langsam ist. Sein Internet ist allgemein langsam da oben in der Einsamkeit. Ich verstehe vor allem, dass es wichtig ist für uns und unser Leben und die Monate, die wir uns nur auf dem Laptop sehen.

Manche Menschen finden sich übers Internet, der Mann und ich kannten uns schon. Aber wir halten uns übers Internet und leben in einer Beziehung, wie sie vor 20 Jahren noch nicht möglich gewesen wäre. Spannend eigentlich, dass es gerade die technologische Entwicklung ist, die das Leben in einer Fernbeziehung auch in der Einsamkeit der schottischen Highlands möglich macht. Einer Gegend, die so wenig technologisch anmutet, wie man es sich nur vorstellen kann.

Abenteuer Highlands Wunder der Technik Fernbeziehung Skype

 

So gut das auch funktioniert, die gemeinsame Zeit braucht es natürlich schon und die kann keine Technologie ersetzen. Aber wer weiß, vielleicht sieht auch das in 20 Jahren ganz anders aus. Vielleicht schickt man dann einfach seinen Avatar zum gemeinsamen Alltag ins andere Land. Keine Ahnung. ob ich mich damit anfreunden könnte. Kann es echt sein? The real thing?

Mögen Avatare Fleischkäse?

Abenteuer Highlands Wunder der Technik Fernbeziehung Skype

 

 

Ich will nen Steinkreis!!!

Für diesen Zeitraum sind leider keine Verbindungen vorhanden.

Ich werd noch irre!

Ich sitze am Computer und will ein Busticket buchen und wünsche mir gerade nichts sehnsüchtiger als einen schottischen Steinkreis. Egal ob richtig rund, egal wie viel Steine, es kann auch gerne einer fehlen. Mir egal, nur magisch sollte er sein. Wie bei Outlander. Einfach nur so per Steinberührung zack ins Hochlandleben oder auch aus Schottland wieder zurück ins Deutschland von 2019.

Steinkreis Abenteuer Highlands

I wish ….

So aber muss ich online Reisen buchen und sie dann auch noch machen und das ist mitunter echt eine Qual. Seit sieben Jahren nun führe ich ein schottisches Doppelleben und reise mindestens zwei Mal im Jahr zum Mann in die Highlands. In den Anfangsjahren habe ich das noch mit dem Auto gemacht. Knapp 1700 Kilometer einfache Strecke, wenn man die Calais-Dover Fähre nimmt. Man könnte auch eine der Nachtfähren nach Hull oder Newcastle nehmen aber die sind deutlich teurer und vor allem so unflexibel, weil immer nur eine fährt und man mit viel Vorlauf planen muss. Dann wartet man in der Schlange und könnte eigentlich noch gut ein paar hundert Kilometer weiter fahren. Oder man hat schnarchende Kabinennachbarn oder Steinkreis Abenteuer Highlandsnervende Alarmanlagen unter Deck, die einen von schlafen abhalten. Das habe ich nur gemacht, wenn ich mit einem der Motorräder nach Schottland gefahren bin. Da spürt man schließlich jede Meile deutlich mehr als im Auto, vor allem, wenn man so reiseuntaugliche Chopper fährt wie ich.

Steinkreis Abenteuer Highlands Ich will einen STEINKREIS!!!

Warum fliegst du denn nicht? werde ich oft gefragt. Ich fliege ja aber leichter macht es das Leben nicht. Und ich habe wirklich schon alles versucht.

Stuttgart – Aberdeen und dann weiter mit dem Zug nach Inverness. Von dort muss mich der Mann holen. Das sind knapp zwei Stunden Fahrt einfach für ihn. Und wie komme ich nach Stuttgart?Steinkreis Abenteuer Highlands Langzeitparken (nein, ich wollte die Parkgarage nicht kaufen), öffentliche Verkehrsmittel (nach Stuttgart??? zum Flughafen???) , Flughafenzubringer (wir holen sie um 2 Uhr morgens ab und nehmen unterwegs noch drei Leute mit), alles wenig lustig.

Steinkreis wäre viel lustiger! Wusch – und da.

Steinkreis Abenteuer Highlands

Karlsruhe/Baden – Edinburgh ist billiger, weil Ryanair aber auch entsprechend nerviger. Mietwagen ab Edinburgh fällt flach, weil ich den auch in Inverness abgeben müsste, das ist der nächste drop-off point. Und sie verlangen eine one-way charge von schlappen 80 Pfund zusätzlich zu Benzin und den Mietkosten. Also Zug aber da muss man auch erst mit der Tram rein nach Edinburgh und dann nochmal einmal umsteigen nach Inverness. Stille Stunden am einsamen Bahnsteig, die keiner braucht.

Einmal Steinkreis bitte! Da muss man nicht umsteigen.

Steinkreis Abenteuer HighlandsFrankfurt/Main – Glasgow ist einfach, wenn ich dort den Überlandbus in die Highlands erwische aber da fährt eben nur einer am Tag und ist nicht langfristig buchbar aber dafür fährt er fast bis vor die Haustür. Nur nach Frankfurt muss man eben auch kommen. Mit dem Zug dreimal umsteigen und das Auto steht dann für viele Wochen am Bahnhof rum.

Steinkreis Abenteuer Highlands

Selbst Zeitreisen ist einfacher!!!

Ich schau einfach noch ein bisschen Outlander und pass genau auf wie es geht – per Steinkreis in die Highlands. Oder eben die altmodische Star Trek Variante mit dem Beamer über das Raumschiff Enterprise. Der Ingenieur war nicht umsonst Schotte…

Beam me up, Scotty! Beam mich hoch, Scotty!

Es gibt keinen intelligenten Steikreis hier unten!