Schottlandreise während Corona – über den Wolken

Die kleine Maschine der KLM ist eine Cityhopper. Ja, vor Corona ist man ganz selbstverständlich von einer großen Stadt zur anderen „gehüpft“. Es fühlt sich anders an und es ist auch anders. Mit dem Virus hat sich‘s ausgehüpft.

Am Gate finden sich wenige Menschen ein, die meisten sind ganz offensichtlich Schotten, ich vermute ein bis zwei Engländer und ein Touristenpaar, zwei Männer, möglicherweise aus Spanien oder Italien, ich kann es nicht abschließend beurteilen, sie reden nicht miteinander.

Spuckschutz Gate Amsterdam Shiphol

Corona Maßnahmen am Flughafen

Die Crew hat sich zum Boarding hinter einem überdimensionalen Spuckschutz verschanzt. Man gibt das Telefon mit dem Ticket auf den Scanner und zeigt seinen Pass, wie sonst auch aber sie überprüfen auch die Mund- und Nasenbedeckung. Vor mir will ein Schotte an Bord, der ein weißes Schlauchtuch trägt.

„Hat das einen Filter?“ fragt ihn ein KLM Mitarbeiter.

„Nein.“ sagt der Schotte, „aber es ist speziell gegen Corona designt und wurde mit einer Chemikalie behandelt, die das Virus abweisen soll“.

Das aber wird nicht akzeptiert, entweder braucht er einen Filter oder eine andere Maske. Er holt eine Stoffmaske aus seinem Gepäck und schreibt seinem Chef eine Textnachricht.

„Die verwenden wir sogar in Hubschraubern.“ sagt er verärgert.

Maske im Flugzeug

Meine Stoffmaske geht problemlos durch die Kontrolle, die hat aber auch keinen Filter. Im Flieger selbst trage ich die FFP2 Maske, mit der ich kaum sehen kann, weil meine Brille darauf nicht sitzt und sich bei meinem Astigmatismus und den sehr schwachen Augen die volle Sehschärfe nur einstellt, wenn die Brille exakt auf der Nase ruht. Wenn nicht, sehe ich schlecht und bekommen heftiges Kopfweh. Ich werde während des Flugs einfach die Augen schließen.

KLM City Hopper

Vielleicht hilft ein Bier, auch wenn es schier unmöglich ist, das mit dieser Maske zu sich zu nehmen. Eine Schwierigkeit, mit der ich mich gar nicht erst auseinandersetzen muss. Im Flieger wird kein Alkohol serviert. Ich kann Saft oder Wasser haben, offen ausgeschenkt, nicht in einer Dose oder Flasche. Ich lehne dankend ab und schließe die Augen.

Einreisebestimmungen im Vereinigten Königreich

Kurz bevor die kleine Maschine zur Landung ansetzt, gibt es eine Durchsage zu den Einreisebestimmungen. Alle müssen online das Formular (Public Health Passenger Location Form) ausgefüllt haben, dass es dem UK Government möglich macht, in einem Corona Fall alle Passagiere, die mit einem eventuellen Infiziertem an Bord waren , zu finden. Man muss seine genaue Adresse angeben, wo man sich 14 Tage in Selbstisolation begeben muss, wenn man vor dem 10. Juli einreist. Sie wollen Telefonnummern in Schottland und Deutschland, Notfallkontakte usw. Man muss das Formular ausdrucken oder auf dem Telefon abspeichern. Ausgedruckt sind es drei Seiten persönlich Informationen. Ich hatte bereits eine Woche vor Abflug begonnen, es auszufüllen. Abschließen kann man es erst 48 Stunden vor Einreise. Das System verlangt die Einreisezeit des Flugs, danach richtet sich die Berechnung. Man bekommt aber einen Link zugemailt, mit dem man an das bereits begonnenen Formular zurückgeführt wird.

public health passenger location form

Passenger Locator Form

Wir landen und laufen die paar Meter zur Einreisekontrolle: zwei Kabinen, abgesperrte Reihen, Markierungen für den korrekten Abstand, sie nehmen es offensichtlich ernst und Einweiser regulieren die Laufwege der Einreisenden.

Vor mir ist ein älteres Ehepaar, beide Schotten, keiner hat das Formular ausgefüllt. Das verursacht einige Aufregung, sie werden belehrt und dann eine wenig hilflos in die Ecke gesetzt, wo sie das Formular nun direkt ausfüllen müssen. Ob sie das mit Einreisenden aus einem anderen Land auch so machen würden? Die Einreise kann verweigert werden, wenn man das Formular nicht ausgefüllt hat.

Inverness Airport Arrivals

Der Spanier/Italiener neben mir radebrecht mit dem Zollbeamten. Er und sein Freund haben das Formular ausgefüllt. Ja, sie wissen, dass sie in Isolation müssen. Und ja, sie sind zum ersten Mal in Schottland. Ich frage mich, was für einen Urlaub diese beiden wohl geplant haben.

Dann bin ich dran und werde nochmal alles gefragt, was ich ohnehin schon in dem Formular ausgefüllt habe. Der Grund meines Kommens scheint ihn aber weniger zu interessieren. Wohl aber die Frage, ob ich auch über die Regelungen zur Selbstisolation informiert bin. Ich bejahe das und er winkt mich durch.

Ich habe es geschafft. Ich bin wieder in Schottland!

Morgen: Die letzten Meilen

Schottland Foto Challenge – Schottlands unbekannter Süden von Steffi Arendt

Liebe Nellie,
normalerweise mache ich nicht mit bei solchen Challenges. Aber wenn es um Schottland geht, da bin ich dabei! 🙂
Für meinen Beitrag habe ich gedacht, dass ich mal eine Region aussuche, die bei deutschen Schottland-Touristen nicht so bekannt ist: Die Lowlands. Also, eigentlich sind die ja gar nicht so flach, vor allem nicht in den Southern Uplands. Aber es sind halt nicht die Highlands und wir haben dort (wenn überhaupt) nur schottische Touristen getroffen. Wir finden, dass sich die Lowlands nicht hinter den Highlands verstecken müssen!
Es hat jedenfalls unendlich Spaß gemacht, mal wieder in den alten Fotos zu stöbern und mich an die 2018er-Tour durch Schottlands Süden zu erinnern. Danke für den schönen Nachmittag!
Und auf dein neues Buch bin ich auch schon sehr gespannt. ich werde es auf jeden Fall lesen, mit oder ohne Hauptgewinn! 🙂

Liebe Grüße

Steffi Arendt

Schottlands unbekannter SüdenMein Mann Friedel und ich sind passionierte Weitwanderer und besonders häufig sind wir in Schottland, Nordengland und Wales unterwegs. So entschlossen wir uns 2015, in neun Etappen ganz Großbritannien zu erwandern, über 2000 Kilometer zu Fuß von Land’s End in Südengland bis zum Cape Wrath im Norden Schottlands.

Von den neun Etappen sind wir bereits acht gelaufen, die nördlichste von Strathcarron nach Cape Wrath steht jedoch noch aus. Erst kamen uns die Brexit-Wirren, dann Corona dazwischen. Auf unserem Weg von der englisch-schottischen Grenze bis hoch in den Norden sind wir dabei auf dem „Scottish National Trail“ unterwegs, einer informellen Route, die mit 864 Kilometern von Kirk Yetholm an der Grenze zu Nordengland bis zur nordwestlichsten Spitze Schottlands führt.

Häufig werden wir gefragt, welche Landschaften uns denn auf unserem langen Weg bisher am meisten gefallen haben. Diese Frage ist für uns schwer zu beantworten, denn wir waren auf vielen spektakulären Wegstrecken unterwegs. Die felsigen Küsten Cornwalls sind natürlich ein besonderes Highlight, aber wir lieben auch die grünen Täler und braungrau-kargen Höhen der Pennines und der schottischen Berge. Unser Weg durch die Cairngorms und Western Highland war dabei unvergesslich – die Landschaft dort ist wirklich grandios, das wisst ihr alle. Allerdings war es Ende September dort eigentlich schon zu kalt zum Campen und im Dauerregen wären wir bei zwei Flussquerungen beinahe abgesoffen. Die Gegend dort ist phänomenal, aber kann auch ein wenig stressen, wenn man bei Wind und Wetter jeden Tag zu Fuß unterwegs ist.

Überhaupt ist das Wetter ein wichtiger Faktor, um sich beim Wandern rundum wohl zu fühlen. Besonders Glück hatten wir auf unserer Tour durch die Southern Upands und die Central Lowlands im Mai 2018. Hier waren wir im Mai und es war durchweg sonnig, aber nicht zu heiß. Noch dazu bietet die Region alles, was das Wandererherz höher schlagen lässt: Weite Ausblicke über sanfte Hügel, alte Burgen, Schlösser, verfallene Abbeys und einen beschaulichen Gang entlang des mäandernden River Tweed. Die Waldböden waren übersäht mit dem blauen atlantischen Hasenglöckchen und auf den Wiesen sprangen übermütig die Lämmer. Wir müssen zugeben: Eigentlich war das unsere Lieblings-Tour!

Wenn ich jetzt nochmal die Bilder für diesen Beitrag sichte, begeistert mich die Tour noch immer und es fällt mir unendlich schwer, nur fünf Bilder auszuwählen. So habe ich mich für fünf besonders repräsentative Fotos aus dem Süden Schottlands entschieden:   Ein Fliegenfischer im River Tweed, Dryburgh Abbey, „The Three Brethren“ und Brown Knowe in den Southern Uplands und Bo’ness Castle am Firth of Forth. 

Auf allen Bildern sind kaum andere Menschen zu sehen. Abgesehen von einigen Top-Touristen-Destinationen wie Linlithgow Palace, Melrose Abbey und Bo’ness Castle waren wir fast immer allein unterwegs. Kaum ein anderer Wanderer verirrt sich unter der Woche in die einsamen Hügel der Southern Uplands und Pentland Hills.

Und das Beste: Fast jeden Abend konnten wir hier noch unsere müden Knochen in einem gemütlichen B&B-Bett ausstrecken und abends im Pub ein Ale schlürfen. Nördlich von Blair Atholl wurden die Distanzen zwischen den Orten immer länger und wir verbrachten zahlreiche Nächte im kalten Zelt. Hier waren wir der Natur besonders nah, aber eigentlich mögen wir es abends eher bequem.

Wenn ihr mehr über unseren langen Fußweg über die britische Hauptinsel lesen wollt: Wir haben auch ein Blog:

lecw.blog

Ganz großen Dank liebe Steffi für die sehr schönen Bilder und diesen tollen und sehr ausführlichen Text. Ich bin mir sicher, du hast nicht nur mich damit inspiriert immer mal wieder auch nach Süden zu schauen. Und allen Lesern sei Steffis Wander-Blog ans Herz gelegt. Liebe Grüße, Nellie

Schottlandreise während Corona – Ich bin vorbereitet!

Ich zähle die Tage bis ich in Schottland bin. Endlich wieder! Jetzt gibt es schließlich ein Datum. Morgen ist es so weit, wenn alles gut geht und sie mich reinlassen ist wieder Licht am Horizont.

Sonnenuntergang

Ich mache mir viele Gedanken darum, ob ich eventuell den Mann gefährde, wenn ich zu ihm reise und ganz ausschließen lässt sich dieses Risiko nicht. Auf der anderen Seite sind wir in Deutschland soviel besser dran als die Menschen im Vereinigte Königreich. Wobei, in Schottland steht es dank der Umsicht von First Minister Nicola Sturgeon viel besser als in Prime Minister Boris Jonhnsons England. Schottland hat den Lockdown deutlich ernster genommen als die Nation im Süden. Aber die Vorstellung, das Virus vielleicht unwissentlich einzuschleppen ist beunruhigend.

Handgepäck

Ich habe FFP2 Masken bestellt, drei Stück für die Reise liegen schon im Koffer, dazu Reinigungstücher, Alkoholpads, Desinfektionsspray, Ersatzmasken, Einmalhandschuhe, alles was mir einfällt, um eine Ansteckungsgefahr so gering wie möglich zu halten. So einen seltsamen Koffer habe ich noch nie gepackt in all den Jahren, in denen ich zwischen Schottland und Deutschland hin und her pendle.

Und ich habe begonnen das Formular auszufüllen, ohne das man nicht ins Vereinigte Königreich einreisen kann, die Public Health Passenger Locator Form. Sie dient dazu, die Regierung mit Kontaktdaten (wann reise ich ein, wo wohne ich, wer ist mein Kontakt und unter welchen Telefonnummern bin ich wann zu erreichen) zu versorgen, damit ich informiert werden kann, sollte es auf meinem Flug einen bestätigten Infektionsfall gegeben haben, heißt es im Text zum Formular. Gerne gebe ich der Regierung all diese Daten nicht, aber was will ich machen, ohne darf man nicht einreisen. Ich fülle es so weit es geht aus und speichere es ab. Man bekommt einen Link, mit dem man das Formular dann innerhalb einer Woche vervollständigen und abschicken kann, aber eben erst 48 Stunden vor Einreise. Einchecken bei KLM für den Flug kann ich 30 Stunden zuvor. Bis dahin muss ich in Deutschland aushalten.

Schwarzwald

Der Mann hat derweil in Schottland die Vorbereitungsphase gestartet, die Küche geputzt und alle Zimmer gesaugt. Wir haben über die mögliche Gefahr gesprochen, die meine Reise zu ihm darstellen könnte. Gemeinsam haben wir beschlossen, dass wir dieses Risiko in Kauf zu nehmen bereit sind. Wir haben uns fast ein halbes Jahr nicht mehr gesehen. Wir wollen damit nicht warten, bis es einen Impfstoff gibt.

Der Countdown hat begonnen. Morgen ist der große Tag.

Morgen: Bis zur Grenze

 

 

Schottlandreise während Corona – Zügig zum Ziel

Nach dem Mietwagen-Aus stelle ich die gesamte Reise nach Schottland in Frage. Soll ich nicht vielleicht doch lieber mit dem Auto fahren? Braucht es eine Planänderung? 

Ich könnte ja den Eurotunnel nehmen, da kann man im Auto sitzen bleiben. Aber der hat inzwischen auch die Preise angezogen und so richtig ist der auch nicht im Einklang mit den Einreiseregeln. Ich muss schließlich 14 Tage in Selbstisolation und auf direktem Weg von der Grenze zu meinem Bestimmungsort. Das sind von der Südküste Englands aus knappe 1000 Kilometer und von zu Hause bis zum Ärmelkanal nochmal knapp 700. Das schaffe ich nicht ohne Schlaf und Schlaf in einem Hotel beißt sich irgendwie mit direktem Weg und nur an einem Ort aufhalten. Streng genommen müsste ich durchfahren oder im Auto übernachten.

Der Mann runzelt die Stirn als ich ihm das erzähle. Im Auto übernachten sieht die Polizei auf der Insel generell nicht gerne, unabhängig von Corona. Also irgendwie ist das alles nicht so super.

Dann also Zug, eingesperrt mit vielen anderen Menschen, die alle dieselbe Luft atmen. Genau wie im Flieger, aber da wird sie ja angeblich alle 3 Minuten ausgetauscht. Im ICE kann man kein Fenster aufmachen.

Allerdings gibt es eine sehr gute Verbindung mit nur 2x umsteigen direkt zum Flughafen in Amsterdam. Und die Preise in der 1. Klasse sind mit 90,- € wirklich gut. Da kann man eigentlich nicht nein sagen. Ich hoffe, dass die Züge nicht zu voll sein werden. Zusammengepfercht mit vielen anderen möchte ich nämlich nicht sein. Schon gar nicht über 6 Stunden. Aber es scheint mir die sinnvollste Lösung im Moment. Schließlich ist fast nichts mehr so, wie es vor Corona war.

Ich buche also einen Zug, um zügig zum Ziel zu kommen. Sparpreis. Wenn was dazwischenkommt, bekomme ich mein Geld nicht zurück. Egal. Es kommt nichts dazwischen.

Es kommt ganz bestimmt nichts dazwischen!

Morgen: Ich bin vorbereitet!

Schottlandreise während Corona – Ein Königreich für ein Auto

Eine Reiseplanung beginnt man am Besten mit einer logischen Überlegung: Fährt man eine Strecke von A nach B aber (auf absehbare Zeit) nicht wieder zurück von B nach A, dann nimmt man sich am besten einen Mietwagen, holt ihn bei A und gibt ihn bei B wieder ab.

Das Leben kann so einfach sein mit As und Bs. Leider ist die Realität aber eine ganz andere. Die Reisebeschränkungen sind aufgehoben, langsam wachen die Flughäfen auf aber die Autovermietungen schlummern leider noch im tiefsten Tiefschlaf.

Ich versuche SIXT. Nach langem Rumspielen auf dem Online Formular stelle ich irgendwann fest, dass die Abgabe in den Niederlanden generell nicht möglich ist. Na ja, hätte man auch direkt sagen können, statt Kunden x-mal verschiedene Abhol- und Abgabevarianten durchspielen zu lassen.

Mit fällt AVIS ein. Da habe ich eine Nummer von der Filiale in der Nähe. Nicht die von der Zentrale. Ich will Beratung, denn auch auf diesem Online-Formular komme ich irgendwie nicht weiter. Die Abholung am Sonntag scheint ein Problem zu sein. Ich bin aber auch gerne bereit, die Abholung an einer anderen Filiale zu machen, aber die, die laut Eintrag sonntags auf haben, kann man nicht buchen. Ich versuche es old-school mit dem Telefon.

Autovermietung

Einen Moment bitte. Es ist gleich ein Mitarbeiter für sie da.

Ich mache mir einen Kaffee und gieße die Pflanzen.

Einen Moment bitte. Es ist gleich ein Mitarbeiter für sie da.

Ich leere den Mülleimer und putze den Badezimmerspiegel.

Leider sind all unsere Mitarbeiter in einem Kundengespräch. Bitte hinterlassen sie eine Nachricht nach dem Piepton, wir rufen sie so schnell wie möglich zurück.

Ich hole Luft und warte auf den Piepton. Stattdessen kommt eine weitere Ansage:

Sie haben die maximale Anzahl der Nachrichten erreicht. Auf Wiederhören.

Okay, streiche AVIS, versuche Europcar.

Autovermietung

Auch hier gestehe ich mir nach einer gefühlten Ewigkeit mein Scheitern bei der Online Buchung ein. Anscheinend muss man ein Auto freitags abholen, wenn es montags haben will. Die vier Tage kosten so um die 500,- €.

Es muss doch irgendwo eine Filiale geben, die am Wochenende auf hat. Ich ziehe wieder den Telefon-Joker und diesmal habe ich tatsächlich jemanden am Apparat. Wegen Covid-19 sind alle Autovermietungen in meiner Region nur stundenweise besetzt. Es bleibt bei Freitag und fast 500,- €. Und ich müsste mit dem Taxi hinfahren, was ein weiterer Fünfziger wäre, mit öffentlichen Verkehrsmitteln kann ich die Mietwagenstation nicht erreichen.

Morvern from Sleat

Ich werd‘ irre! Ich will nach Schottland!

Morgen: Zügig zum Ziel

Schottlandreise während Corona – Finde einen Flug

Um nach Schottland zu kommen, bucht man einen Flug. So war das zumindest vor der Corona-Krise. Nun aber ist das mit dem Flug buchen nicht so einfach, es gibt nämlich keine.

Frankfurt – Glasgow? Fehlanzeige.

Stuttgart – Edinburgh? Keine Flüge

Und so geht es weiter und weiter.

Die Verbindungen haben sich im Laufe der Jahre immer geändert und ich bin schon so ziemlich alle Verbindungen zwischen Süddeutschland und Schottland geflogen. Frankfurt – Glasgow war bisher der einzig sinnvolle Direktflug gewesen. Der ist nun nicht mehr da.

Und die Flüge mit einer Zwischenlandung kosten zwischen 1300,- und 1600,- €. Nur der Hinflug!

Ich entscheide mich schließlich für KLM und den Flug von Amsterdam nach Inverness, setze einen Google Alert und beschließe noch nicht zu buchen. Er kostet 163,- €, was mir leicht überteuert scheint, aber vielleicht wird er ja noch billiger.

Der Flug ist deshalb praktisch, weil der Mann mich von Inverness abholen kann und ob ich nun nach Frankfurt an den Flughafen fahre oder nach Amsterdam macht auch nicht einen so großen Unterschied, denke ich. Es sind halt ein paar Stunden mehr Anfahrt.

Denkste!

Am nächsten Morgen stehe ich früh auf und schnüre die Laufschuhe für eine kleine Einheit im Wald. Ich stelle das Telefon an und will gerade aus der Tür, als es pingt, eine Mail von Google.

Der Preis ihres Fluges ist gestiegen. Der Flug kostet nun 571,- €.

AAAhhhhhh!

Ich setze mich um kurz nach 6 Uhr in der Früh in Laufklamotten ans Macbook und buche sofort den Flug von Amsterdam nach Inverness zwei Tage später, da hat er noch den niedrigen Preis.

Und dann, denke ich mit einem Lächeln, buche ich einfach einen Mietwagen und lasse den in Schiphol. Das sind zwar 6 Stunden Fahrt bis zum Flughafen aber der Flug ist ja erst am Abend. Mit ein bisschen Glück kann ich den Mietwagen morgens holen und am Nachmittag in den Niederlanden abgeben.

Schwarzwald Weg

Zufrieden mache ich mich auf in den Wald. Ich Ahnungslose!

Morgen: Ein Königreich für ein Auto

Schottland Foto Challenge – Schnappschüsse von Ewan Roy MacGregor

Here are five photographs, which I call quick snatches. So called because there is a lot of luck involved, but also in being prepared. I carry a camera most of the time and I’m always ready to capture what comes into view or the unexpected. It is being prepared for the unexpected and reacting quickly that makes it a quick snatch. Sometimes it’s a terrible shot and sometimes it’s just luck.
These photographs were taken near or close by my home in the North west Highlands.

Slainte mhath, Ewan.

 

Hier sind fünf Fotos, die ich Schnappschüsse nenne, weil es dabei um viel Glück geht, aber auch darum, vorbereitet zu sein. Ich trage die meiste Zeit eine Kamera mit mir herum und bin immer bereit zu fotografieren, was ich sehe oder was unerwartet ist. Auf das Unerwartete vorbereitet zu sein und schnell zu reagieren ist, was es zu einem schnellen Schnappschuss macht. Manchmal ist es ein schreckliches Foto und manchmal ist es einfach nur Glück.

Diese Fotos wurden in der Nähe oder in der Nähe meines Hauses im Nordwesten der Highlands aufgenommen.

Slainte mhath, Ewan.

Schottland Foto Challenge – Beckys St. Andrews

Liebe Nellie,
eine tolle Aktion hast du dir ausgedacht und ich schicke dir gern ein paar meiner Bilder dafür!
In Schottland war ich seit 2007 schon einige Male und immer habe ich mich sofort „zu Hause“ dort gefühlt. Ganz besonders angetan hat es mir aber St. Andrews, was ich während meiner ersten gemeinsamen Reise mit meiner kleinen Tochter kennenlernte.
Das Städtchen nördlich von Edinburgh ist vor allem berühmt für seine Universität (die älteste Schottlands und die drittälteste der englischsprachigen Welt) und den ältesten, noch bespielten Golfplatz der Welt. Die beiden Kerne der Stadt machen gleichzeitig viel von ihrem Flair und der Atmosphäre aus. Wir waren inzwischen zwei Mal dort und hoffen, dass wir ganz bald wieder hinreisen können!
Was ihr auf den Bildern seht:
Ein Blick auf die Ruine des Castle von Castle Sands aus – einem kleinen Strand unterhalb der Burg.
Das Castle und Castle Sands von oben gesehen – an dem kleinen Strand kann man toll picknicken, Steine ins Wasser werfen und dem Wasser beim Ein- und Auslaufen zuschauen.
Ebenfalls ein bekannter Sightseeing Ort: Die Überreste der Cathedral. Auf dem Gelände gibt es auch einen Aussichtsturm und ein kleines Museum.
Weltberühmt ist der Golfplatz und die Swilcan Bridge am 18. Loch.
St. Salvator’s Hall ist eines der Studentenwohnheime – hier hat beispielsweise auch Prince William in seinem ersten Studienjahr gelebt.
Das war es auch schon von meiner Seite.
Viele Grüße und ich freue mich immer über neue Beiträge auf deinem Blog!
Becky
Vielen Dank liebe Becky für deinen Beitrag. Klasse Fotos! Ich drücke dir und uns allen die Daumen, dass es bald wieder klappt mit einem Besuch in Schottland. 
Und wer Lust hat, mehr von Becky zu lesen, die hat auch ein paar ausgesprochen leckere Blogs …. schaut mal vorbei.

Die Abenteuer Highlands Foto Challenge

Die Fünferkollektion mit den meisten Likes bekommt einen Preis: schottisches Siegerminz, eine handsignierte Kopie meines nächsten Buchs Schottland für stille Stunden, das im Sommer erscheint und natürlich ein special feature auf Abenteuer Highlands.

Wer noch mitmachen will, dann jetzt bitte trauen und 5 Fotos auf die Mailadresse unten im Blog schicken, mit ein paar Zeilen dazu.

Einsendeschluss ist der 30.06.2020. Auf geht’s, schickt mir eure Schottland Erinnerungen, damit wir alle Freude dran haben!

Schottland Foto Challenge – Highlands und Lowlands von Rolf Eckerle

Der Schottlandurlaub ist nun auch schon sechs Jahre her aber die Eindrücke, die man in 14 Tagen Schottlandreise sammelt, die lassen einen nie wieder los. Das geht hier bestimmt ganz vielen ähnlich. Die Natur, die historischen Bauwerke, der Wind und das Licht sind einzigartig und mit nirgendwo in Europa zu vergleichen.

Die Abendstimmung in den Borders bei Lanton, neugierige Schafe am Dreyhope Tower und auch der dramatische Smailholm Tower sind Eindrücke aus den Lowlands. In den Highlands haben wir viele schöne Erinnerungen and die Isle of Skye und Loch Maree. Oft war der Himmel voller Wolken und das Land auch in dieser Stimmung einfach unbeschreiblich schön. Immer wenn die Sonnenstrahlen einmal durch die Wolken brachen, brannte sich Schottland in unsere Erinnerungen ein.

Vielen Dank für diese beeindruckenden Bilder, Rolf!

Die Abenteuer Highlands Foto Challenge

Die Fünferkollektion mit den meisten Likes bekommt einen Preis: schottisches Siegerminz, eine handsignierte Kopie meines nächsten Buchs Schottland für stille Stunden, das im Sommer erscheint und natürlich ein special feature auf Abenteuer Highlands.

Wer noch mitmachen will, dann jetzt bitte trauen und 5 Fotos auf die Mailadresse unten im Blog schicken, bitte mit ein paar Zeilen dazu. Einsendeschluss ist der 30.06.2020.

 

Schottland Foto Challenge – Honeymoon in Scotland von Britta Dicken

Eigentlich, ja eigentlich wollte ich immer nach Irland. Aber warum auch immer, haben wir uns dann für unsere Hochzeitsreise für Schottland entschieden. Das mag daran liegen, das mein Mann ein großer Highlander-Fan (DER Film) ist, oder weil ich gerade irgendwas mit Schottland gelesen habe. Ich kann mich nicht mehr erinnern. Auf jeden Fall habe ich mir ein, zwei Reiseführer besorgt und angefangen zu recherchieren. Ein halbes Jahr habe ich alle Quellen gewälzt und hatte hinterher eine Liste von ca. 250 Orten die ich UNBEDINGT senden wollte. Wir hätten es wissen müssen, dass dies mit einem Urlaub nicht zu machen ist  Wir haben die Liste stark eingegrenzt und hatten im Anschluss eine Tour für 18 Tage zusammen. Meine Aufregung, natürlich auch wegen der Hochzeit, kannte keine Grenzen, bis wir endlich auf die Fähre fuhren.

Der „Grenzübergang“ zwischen England und Schottland war schon etwas Besonderes, denn direkt am Grenzstein – auf dem groß Schottland steht, damit es auch ja niemand übersieht – stand ein Bagpipe Player. Besser hätte es nicht kommen können

Die nächsten Tage haben wir die Borders und Edinburgh erkundet. Wir haben viel über den Verkehr in Schottland gelernt, waren wir ja schließlich mit dem eigenen Auto unterwegs und Single Track Roads gibt es nicht nur in den Highlands!

Wir waren Mitte Mai unterwegs. Schließlich haben wir überall gelesen, das Wetter in Schottland ist im Mai am Schönsten. Ja, bestimmt, in jedem anderen Jahr mag das so gewesen sein. Im Mai 2011 hat es jeden Tag geregnet. Mal nur fünf Minuten, mal drei Stunden, mal den ganzen Tag. Wir hatten in 18 Tagen tatsächlich nur einen (!) Tag ganz ohne Regen. Und wo waren wir da? In Glasgow und haben uns einen Sonnenbrand geholt

Doch, ich möchte nur über das Wetter jammern. Uns hat Schottland in den Bann gezogen. Sehr stark und sehr nachhaltig.
Ein Highlight war sicherlich die Empfehlung einer Dame in Edinburgh: Culross. Noch bevor die Horden der Outlander-Fans das kleine Städtchen besucht haben, haben wir dort einen sehr schöne Zeit verbracht und uns hinterher im Red Lion Inn den Magen vollgeschlagen. So lecker!

Für mich ist Culross eines der schönsten Städtchen Schottlands. Eine absolute Empfehlung!

Hatte ich eben über das Wetter gejammert? Der Regen war ja die eine Sache, die andere Sache war der Sturm. 2011 gab es nur die Forth Road Bridge um den Firth of Forth zu überqueren. Als wir überquerten war es windig, mächtig windig und überall stand auf den großen Schildern „High Winds“. So schlimm fanden wir es gar nicht, bis wir dann am Castle Fraser ankamen. Der Parkplatz leer, das Castle verschlossen und überall Hinweisschilder man möge doch bitte auf herabstürzende Äste aufpassen. Wir fanden es dennoch sehr schön dort!

Am Abend fragten uns unsere Host, woher wir denn kommen würden. Och, über die Brücke wären wir noch gekommen? Ja, über die Brücke sind wir gefahren. Ja, erzählten sie, die wäre seit 10 Uhr geschlossen. Ups, da haben wir Glück gehabt, hätte es doch ansonsten einen Umweg von knapp 120 Kilometern bedeutet und wir hätten ansonsten wohl nur noch zu unserem B&B durchfahren können, ohne uns noch etwas anzusehen.

Auch die nächsten Tage sollte uns der Sturm in Form von gesperrten Straßen und Gärten begleiten. Doch wir hatten unser Herz schön längst an Schottland verloren, dabei lag der schönste Teil noch vor uns: Die Highlands und die Isle of Skye. Doch davon berichte beim nächsten Mal.

Doch was wäre Schottland ohne Whisky? Daher haben wir auch die ein oder andere Destillerie besucht. Glenmorangie hat uns besonders gut gefallen!

Ein weiteres Highlight war auch Hermitage Castle. Mitten im Nirgendwo steht dieser monumentale Bau. Leider hat es bei unserem Besuch – ja genau, es hat geregnet. Aber wir waren ganz alleine dort und haben die unheimliche Stimmung genießen können.

Damit war dann leider auch unser Honeymoon zu Ende. Das Schottland-Fieber hat uns so gepackt, dass wir direkt im Oktober noch ein paar Tage in Edinburgh drangehangen haben.

Die Bilder sind übrigens noch mit meiner kleinen Kompaktknipse aufgenommen, zu einer Zeit, als ich mit der großen und schweren Spieglreflexkamera nicht rumlaufen wollte und mir das gar nicht vorstellen konnte.

Ach ja, in Irland sind seitdem auch gewesen. Schön ist es dort, aber kein Vergleich zu Schottland

LG
Britta Dicken

 

Die Abenteuer Highlands Foto Challenge

Die Fünferkollektion mit den meisten Likes bekommt einen Preis: schottisches Siegerminz, eine handsignierte Kopie meines nächsten Buchs Schottland für stille Stunden, das im Sommer erscheint und natürlich ein special feature auf Abenteuer Highlands.

Wer noch mitmachen will, dann jetzt bitte trauen und 5 Fotos auf die Mailadresse unten im Blog schicken, mit ein paar Zeilen dazu, wo ihr gewesen seid und wie es euch gefallen hat.

Britta hat das heute wunderbar gemacht und uns hier mit auf ihre Hochzeitsreise genommen. Danke Britta!

Einsendeschluss ist der 30.06.2020.

Auf geht’s, schickt mir eure Schottland Erinnerungen, damit wir alle Freude dran haben!